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Februar 1953 – natürliche und politische Überschwemmungen

Februar 1953
Nicht nur an den Küsten der Niederlande gab es Überschwemmungen, auch Berlin (West) wurde überschwemmt – mit Flüchtlingen. Die Anzahl derer, die die DDR freiwillig verließen, nahm täglich zu. Die Nachkriegssituation war in den beiden deutschen Staaten gegensätzlich. Von bundesdeutscher Seite achtete man darauf, dass keine Vereinbarungen getroffen wurden, die später eine Wiedervereinigung unmöglich machten. Und die USA achteten darauf, dass die Bundesrepublik Deutschland erstarken konnte, ohne gleich wieder eine Vormachtstellung in Europa einzunehmen. Ehemaligen SS-Angehörigen wurde in Frankreich der Prozess gemacht, auch denen, die zwangsweise für die deutschen Einheiten arbeiten mussten. Sie wurden unfreiwillig zu Kriegsverbrechern wie der Oradour-Prozess zeigte. Und in der Sowjetunion ging die Regierungsgewalt immer noch vom Diktator Stalin aus.
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Wichtige Ereignisse im Februar 1953

1. Februar
Eine verheerende Flutkatastrophe in den Niederlanden führte im Mündungsgebiet von Rhein, Maas und Schelde ebenso wie an der britischen Ostküste und in Belgien zu schweren Schäden. In den Niederlanden kamen insgesamt etwa 1840 Menschen ums Leben und weitere 300 Menschen starben in Großbritannien. Außerdem gab es zahlreiche Verletzte. Die Sturmflut war seit 500 Jahren die größte dieser Art.
2. Februar
Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower (1890-1969) erklärte in seiner ersten Rede über die Lage der Nation, die er vor dem Kongress hielt, dass seine Regierung jene Geheimabkommen mit anderen Staaten aufkündigen werde, die dazu beigetragen hätten, freie Nationen zu versklaven.
3. Februar
Zum ersten Mal nach einem halben Jahr konnten 38 Deutsche aus sowjetischer Gefangenschaft in die Bundesrepublik Deutschland bzw. in die DDR zurückkehren.
3. Februar
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo begannen deutsch-ägyptische Wirtschaftsverhandlungen. Sie scheiterten am 15. Februar ergebnislos.
3. Februar
Die DDR-Einheitspartei SED kritisierte die Verschwendung in den volkseigenen Betrieben und in der Verwaltung. Sie rief zu einem „allgemeinen Feldzug für die Durchsetzung des strengsten Sparsamkeitsregimes“ auf.
3. Februar
Der britische Gouverneur in Kenia (Ostafrika), Sir Evelyn Baring (1903-1973), verkündete zur Bekämpfung der einheimischen Mau-Mau-Bewegung die Einsetzung eines Notstandsrates. Im Vorfeld hatten etwa 1500 weiße Siedler ein strikteres Vorgehen gefordert zum Schutz vor Überfällen. Die Mau-Mau-Bewegung war eine antikoloniale Unabhängigkeitsbewegung, die sich gegen die weißen Siedler und die britische Kolonialmacht richtete und diese auch in ihren Grundfesten erschütterte.
4. Februar
Das Rekrutieren von Deutschen für den Einsatz in fremden Militärdiensten wurde vom Deutschen Bundestag in § 109h StGB unter Strafe gestellt. Damit sollte dem Zustrom der Deutschen zur französischen Fremdenlegion Einhalt geboten werden. Es war wiederholt deshalb zu Konflikten mit den französischen Behörden gekommen.
4. Februar
Der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Zhou Enlai (1898-1976), verlangte von der US-amerikanischen Regierung, die Waffenstillstandsverhandlungen in Korea erneut aufzunehmen.
4. Februar
Über den Berliner (West) Radiosender RIAS (Radio im amerikanischen Sektor) hielt der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer (1901-1963) eine Ansprache an die Bevölkerung der DDR, in der er erklärte, dass seine Partei die geplante Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ablehne, um die die Wiedervereinigung Deutschlands nicht zu gefährden.
4. Februar
Der DDR-Schriftsteller und Textdichter der DDR-Nationalhymne, Johannes R. Becher (1891-1958), erhielt in Moskau den „Internationalen Stalinpreis für die Festigung des Friedens zwischen den Völkern“. Der Preis wurde zwei Jahre später in „Internationaler Leninpreis“ umbenannt. Er war am 20. Dezember 1949 anlässlich des 70. Geburtstages von Josef Stalin (1878-1953) für eine jährliche Verleihung gestiftet worden. Die Angaben, wann genau Becher diesen Preis erhielt, differieren in den Veröffentlichungen. Wahrscheinlich ist das hiesige Datum.
5. Februar
Der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles (1888-1959), der sich zwischen dem 29. Januar und dem 8. Februar auf einer Informationsreise durch Westeuropa befand, traf zu einem zweitägigen Besuch in Bonn ein.
5. Februar
An den Küsten der Niederlande, Belgiens und Großbritanniens kam es den Überschwemmungsgebieten wiederholt zu Deichbrüchen.
5. Februar
Die Büros vermeintlicher kommunistischer Tarnorganisationen wurden in der BRD in einer landesweiten Polizeiaktion durchsucht. Unter dem Vorwurf des Hochverrats wurden mehrere Funktionäre festgenommen.
6. Februar
Die Bundesregierung stockte die Sonderausgaben für den Wohnungsbau zugunsten von DDR-Flüchtlingen von 90 auf 180 Mio. DM auf. Außerdem erklärten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer bereit, der steigenden Anzahl von Flüchtlingen derart zu begegnen, monatlich 30.000 von ihnen in ihrem jeweiligen Bundesland aufzunehmen. Diese Entscheidung fiel auf einer Konferenz mit der Bundesregierung.
6. Februar
Die Lohn- und Preiskontrollen, die die USA 1950 nach dem Ausbruch des Koreakrieges eingeführt hatte, wurden aufgehoben.
6. Februar
Die Verhandlungen der stellvertretenden Außenminister der drei Westmächte (Frankreich, USA und Großbritannien) und der Sowjetunion, die den österreichischen Staatsvertrag zum Inhalt hatten, wurden wieder aufgenommen. Sie waren vor zwei Jahren unterbrochen worden.
6. Februar
Der Entwurf der Bundesregierung zur Angleichung des Familiengesetzes an den Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau, stieß bei der katholischen Kirche auf scharfe Ablehnung. Die Deutsche Bischofskonferenz reagierte mit einer offiziellen Eingabe. Unter anderem forderte die Kirche, dass die Entscheidungsbefugnis des Mannes in bestimmten Fragen unantastbar bleiben sollte, da sie der „natürlichen Ordnung“ entspreche.
6. Februar
Das von der Bundesregierung vorgelegte Wahlgesetz mit den Stimmen der sozialdemokratisch regierten Länder sowie der Koalitionsregierung aus Liberalen und Sozialdemokraten in Baden-Württemberg wurde vom Deutschen Bundestag abgelehnt.
7. Februar
Parteichef und Staatsoberhaupt der Volksrepublik China, Mao Zedong (1893-1976), rief das chinesische Volk dazu auf, den Koreakrieg bis zum endgültigen Sieg fortzusetzen und außerdem den Kampf gegen die USA in Ostasien zu verstärken.
8. Februar
Auf Weisung der Oberbundesanstalt wurden acht Funktionäre der „Sozialistischen Aktion“ bei einem Treffen in Worms festgenommen. Die Gruppe wurde als eine kommunistische Tarnorganisation bezeichnet, die staatsfeindliche Aktionen vorbereitet habe, hieß es in der Begründung des Haftbefehls.
8. Februar
Die schwere Grippeepidemie, die in Bayern grassierte, hatte bis dato 226 Todesopfer gefordert. Neuerkrankungen wurden jedoch weniger.
9. Februar
Die Gespräche zwischen den drei Westmächten und der Sowjetunion über den österreichischen Staatsvertrag am 6. Februar nach zweijähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden waren, wurden erneut auf unbestimmte Zeit vertagt, da sie ergebnislos geblieben waren.
9. Februar
In der französischen Hauptstadt begannen Verhandlungen zwischen den Regierungen Frankreichs und des Saargebietes. Es ging um eine Revision der Saar-Konventionen von 1950.
9. Februar
In Tel Aviv (Israel) war ein Bombenanschlag auf die Botschaft der Sowjetunion verübt worden. Im Vorfeld des Attentates war es in Israel zu Protestaktionen gekommen, die sich gegen die Judenverfolgung in der UdSSR gewandt hatten.
10. Februar

In den DDR-Ostseebadeorten und auf der Insel Rügen begannen staatliche Maßnahmen, die unter dem Namen „Aktion Rose“ anliefen. Ziel der Aktion war es, schnell die strikte Umsetzung des Volkseigentumsschutzgesetzes vom September 1952 im Sinne der SED und deren Enteignungsvorhaben umzusetzen. Mittelständlern drohten abschreckende Zuchthausstrafen bei Gegenwehr. Mit der „Aktion Rose“ statuierte die DDR an der Ostseeküste ein Exempel. Hauptsächlich sollten Hotels, Erholungsheime und Dienstleistungsunternehmen in staatliche Hand übergehen. Die Ostseeküste sollte zugleich eine „Schutzzone Ostsee“ in militärischer Hinsicht werden.
10. Februar
Die Hohe Behörde, das Exekutivorgan der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), das 1952 eingerichtet worden war, eröffnete in sechs Ländern der Europäischen Gemeinschaft (Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Luxemburg) den gemeinsamen Markt für Kohle, Eisenerz und Schrott.
10. Februar
Auf Beschluss des Bundeskabinetts wurde die paramilitärische neonazistische Gruppe „Freikorps Deutschland“ verboten. Mehrere Funktionäre dieser verfassungsfeindlichen Organisation wurden verhaftet.
10. Februar
Das Bundesvertriebenenministerium in Bonn wurde mit der Zentralstelle für Sowjetzonen-Flüchtlinge erweitert. Der CDU-Bundesbeauftragte für innerdeutsche Umsiedlung, Peter Paul Nahm (1901-1981), wurde mit der Leitung betraut.
10. Februar
Einer Regierungsverordnung in Polen zufolge durften kirchliche Würdenträger von nun an nur noch mit der Zustimmung zuständiger staatlichen Stellen ernannt werden.
10. Februar
Die Regierung Ägyptens verkündete eine provisorische Verfassung. Sie bestimmte, dass Ministerpräsident Ali Muhammad Nagib (1901-1984) als „Oberkommandierender der Streitkräfte und Führer der Revolution“ für drei Jahre oberster Machthaber des Landes wurde.
11. Februar
Die Sowjetunion brach ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Der Grund war ein Sprengstoffanschlag auf die Botschaft der UdSSR in Tel Aviv, wofür die sowjetische Führung der israelischen Regierung Mitverantwortlichkeit vorwarf.
11. Februar
Das Gnadengesuch des US-amerikanischen Ehepaares Julius (1918-1953) und Ethel Rosenberg (1915-1953), das wegen angeblicher Atomspionage für die Sowjetunion zum Tode verurteilt worden war, wurde von US-Präsident Dwight D. Eisenhower (1890-1969) abgelehnt. Der Prozess gegen die Rosenbergs, der am 6. März 1951 begonnen hatte, hat weltweites Aufsehen erregt und gegen das Todesurteil gab es weltweite Proteste.
11. Februar
Die Regierung Argentiniens (Südamerika) verfügte die Rückgabe der deutschen Patente, die während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Land beschlagnahmt worden waren.
12. Februar
Der neue Hohe Kommissar der USA in Deutschland, James Bryant Conant (1893-1978), trat sein Amt in Bonn an. Conant teilte vor der Presse mit, dass die USA kein Geheimabkommen mit der UdSSR über Deutschland getroffen hätte.
12. Februar
In einem Schreiben der Hohen Kommission der westlichen Alliierten äußerte diese Bedenken gegen die geplante Steuerreform. Die Hohe Kommission sah dadurch die Finanzierung des bundesdeutschen Verteidigungsbeitrages als gefährdet an.
12. Februar
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo wurde ein britisch-ägyptisches Abkommen unterzeichnet, in dem es um die Zukunft des Sudan ging. Die sudanesische Bevölkerung sollte dieser Vereinbarung entsprechend 1956 in einem Referendum entscheiden dürfen zwischen der Selbständigkeit des Landes oder einer Union mit Ägypten.
13. Februar
In der DDR verurteilte das Bezirksgericht Dresden zwölf Angeklagte zu hohen Zuchthausstrafen. Drei der Angeklagten wurde zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Allen Angeklagten wurde angebliche Spionage und Terrorismus zur Last gelegt.
13. Februar
Das britische Unterhaus sprach sich gegen die Wiedereinführung der Prügelstrafe als Maßnahme bei Gewaltverbrechen aus.
13. Februar
Im Osten des Irans kam es in der Ortschaft Torrud zu einem schweren Erdbeben. Dabei waren mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen.
13. Februar
In Bordeaux verurteilte das Militärgericht im sogenannten Oradour-Prozess, der am 12. Januar 1953 begonnen hatte, 45 ehemalige SS-Mitglieder zum Tode. Für 43 der Angeklagten erfolgte das Urteil in Abwesenheit. Allen Angeklagten wurde die Beteiligung an der Ermordung von 642 Menschen in der französischen Gemeinde Oradour-sur-Glane angelastet. Das Massaker hatte am 10. Juni 1944 stattgefunden.
13. Februar
In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen begann die erste Sitzung des Nordischen Rates, einer Versammlung von 53 Parlamentariern aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Island. Die Sitzung war von König Frederik IX. (1899-1972) eröffnet worden. Sie dauerte bis zum 21. Februar. +14. Februar
In Mailand (Italien) wurde das Opernwerk „Concerto scenico“ des Münchner Komponisten Carl Orff (1895-1982) uraufgeführt. Orff hatte es zu Texten antiker Dichter komponiert.
14. Februar
In der vietnamesischen Stadt Saigon (heute: Ho-Chi-Minh-Stadt) war es zu einem Grobrand gekommen. Dabei wurden etwa 5000 Häuser zerstört. Mehr als 50.000 Einwohner wurden obdachlos.
14. Februar
In Crans (Schweiz) wurden die Gruppen für Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1954 ausgelost. Die deutsche Nationalmannschaft trifft auf die Mannschaft aus Norwegen und auf die Elf des Saarlandes. Das Saarland wurde erst 1957 zu einem deutschen Bundesland. Seit 1947 war es noch ein Satellitenstaat mit u. a. eigener Flagge und eigener Nationalmannschaft.
14. Februar
In einem Rundfunkkommentar sprach sich der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Walter von Cube (1906-1984) dagegen aus, DDR-Flüchtlinge in unbegrenzter Anzahl aufzunehmen, da nur ein kleiner Teil zu den politisch Verfolgten zu zählen sein. Der Kommentar sorgte in der Öffentlichkeit für heftige Proteste.
15. Februar
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Subventionierung des sogenannten Konsumbrotes (Roggenmischbrot) eingestellt. In Berlin (West) wurde die Subventionierung bis 1958 fortgesetzt.
15. Februar
Die deutsch-ägyptischen Wirtschaftsverhandlungen, die am 3. Februar in Kairo begonnen hatten, wurden ergebnislos abgebrochen. Der Hauptgrund des Scheitern war vor allem die Forderung von ägyptischer Seite, die Bundesregierung solle das 1952 geschlossene Wiedergutmachungsabkommen mit Israel kündigen.
15. Februar
Dem schwedischen Physiker Erik Lundblad gelang es erstmals, einen synthetischen Diamanten herzustellen.
15. Februar
Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Davos (Schweiz), die am 8. Februar begonnen hatten, gingen zu Ende. Die US-Amerikanerin Tenley Albright (*1935) gewann die Goldmedaille bei den Damen vor der Deutschen Meisterin Gundi Busch (*1935). Den Titel bei den Herren holte der US-Amerikaner Hayes Alan Jenkins (*1933).
16. Februar
Die Regierung der Niederlande schlug in einer Note vor, eine Zollunion als Kern eines politischen Zusammenschlusses der westeuropäischen Staaten zu schaffen. Die Note war an die Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl gerichtet.
17. Februar
Der US-Präsident Dwight D. Eisenhower (1890-1969) dementierte auf der ersten Pressekonferenz seit seinem Amtsantritt die Berichte, wonach die USA angeblich eine Blockade der Volksrepublik China bzw. ein vollständiges Handelsembargo über das Land verhängen wollten.
17. Februar
Im Elsass kam es zahlreichen Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Grund war der Protest gegen die Verurteilung ehemaliger elsässischer SS-Mitglieder, die im sogenannten Oradour-Prozess von einem Militärgericht in Bordeaux zum Tode verurteilt worden waren.
17. Februar
Das Abgeordnetenhaus der Südafrikanischen Union verabschiedete ein Gesetz über die öffentliche Sicherheit. Darin wurden der Regierung Sondervollmachten bei der Bekämpfung der Gegner der Rassentrennungspolitik eingeräumt. Der Regierung wurde u. a. die Verhängung des Ausnahmezustandes erlaubt.
18. Februar
Der US-amerikanische Hohe Kommissar der USA in Deutschland, James Bryant Conant (1893-1978), hielt eine Rundfunkansprache, in der er der Berliner Bevölkerung US-amerikanische Hilfsmaßnahmen zusicherte angesichts der vielen DDR-Flüchtlinge.
18. Februar
Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) wandte sich in scharfer Form gegen das Wahlgesetz, das von der Bundesregierung vorgelegt worden war. Die Sozialdemokraten sahen es als einen Anschlag auf die Grundlagen der BRD an.
19. Februar
Mehrere Mitglieder der evangelischen Studentengemeinden in der DDR wurden verhaftet. Die Festnahmen basierten auf einem Gesetz, das DDR-Bürgern jeden Kontakt mit Angehörigen anderer Staaten verbot. Diese Maßnahmen waren Teil einer verschärften Kampagne gegen die evangelische Kirche in der DDR.
19. Februar
Der Vorstand der DDR-Gewerkschaft FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) rief die Arbeiter in den Privatbetrieben der DDR dazu auf, darauf zu achten, ob die privaten Unternehmer ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat und den sogenannten volkseigenen Betrieben tatsächlich nachkommen.
20. Februar
Vertreter der beiden deutschen Staaten vereinbarten für das Jahr 1953 im Interzonenhandel gegenseitige Warenlieferungen im Wert von 408 Millionen Verrechnungseinheiten.
20. Februar
Der CDU-Politiker und Bundesinnenminister Robert Lehr (1883-1956) legte den Entwurf eines Rundfunkgesetzes vor. Darin war die Errichtung eines Bundessenders vorgesehen, der im gesamten Bundesgebiet für die Produktion und die Ausstrahlung des Fernsehprogramm zuständig sein sollte.
20. Februar
Die Nationalversammlung Frankreichs verabschiedete eine Amnestie für französische Kriegsverbrecher, die während des Zweiten Weltkrieges zum Dienst in deutschen Einheiten gezwungen worden waren. Diese Amnestie war eine Reaktion des französischen Parlaments auf die massiven Proteste, die sich gegen die Verurteilung mehrerer Franzosen im sogenannten Oradour-Prozess richteten, bei dem am 13. Februar die Urteile verkündet wurden. Gegen diese Urteile war es besonders im Elsass zu Demonstrationen gekommen.
21. Februar
Der Landesverband der Deutschen Partei (DP) in Nordrhein-Westfalen wurde vom Bundesvorstand der Partei aufgelöst. Der DP-Vorsitzende, Bundesminister Heinrich Hellwege (1908-1991), gab in der Begründung an, dass die Maßnahme wegen eines gegen die Bundesführung gerichteten Komplotts im nordrhein-westfälischen Landesverband gerechtfertigt seien.
21. Februar
Der Vorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes beschloss, seine Tätigkeit in der DDR einzustellen. Die antifaschistische Zielsetzung der Organisation sei durch die politische Entwicklung in der DDR bereits verwirklicht.
22. Februar
In Frankfurt am Main begann die Frühjahrsmesse. Sie dauerte bis zum 26. Februar. Insgesamt 3500 Aussteller waren auf der Messe vertreten. Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (1897-1977) betonte in seiner Eröffnungsrede die Notwendigkeit einer allgemeinen Konvertierbarkeit der Währungen zu erreichen.
22. Februar
In Österreich wurde die Sozialistische Partei (SPÖ) unter der Führung von Adolf Schärf (1890-1965) bei den Nationalratswahlen zur stärksten Partei gewählt. Sie erreichte einen Stimmenanteil von 42,1 Prozent. Die Österreichische Volkspartei erhielt 41,3 Prozent der Stimmen. Beide Parteien bildeten eine gemeinsame Regierung.
22. Februar
Das Endspiel der Deutschen Eishockeymeisterschaft bestritten der EV Füssen gegen den SC Rießersee. Die finale Partie stand 5:5 bis kurz vor ihrem Ende. Wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff gelang den Füssenern das Siegestor.
23. Februar
Die Regierung Jugoslawiens gab einen Zehn-Jahres-Plan für die Entwicklung der Landwirtschaft bekannt. Der Plan verzichtete auf Zwangskollektivierungen, wie sie in den anderen sozialistischen Staaten vorgenommen worden waren.
23. Februar
An diesem Tag wurden 3200 Flüchtlinge in Berlin (West) registriert, die aus der DDR kamen. Derart viele Flüchtlinge an einem einzigen Tag waren bisher noch nie verzeichnet worden. Wegen der Überfüllung der Notaufnahmelager in Berlin (West) wurde die Zahl der Flüchtlinge, die ins Bundesgebiet ausgeflogen wurden, auf 950 pro Tag erhöht.
24. Februar
Laut einer Umfrage unter 17.000 Juristen, die die Zeitschrift „Rechtsanwalt und Notar“ initiiert hatte, sprachen sich 83 % der bundesdeutschen Rechtsanwälte und Notare für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus.
24. Februar
Auf einer zweitägigen Konferenz in der italienischen Hauptstadt Rom berieten die Außenminister der sechs Mitgliedsstaaten der Montanunion über den Zusammenschluss zu einer Europäischen Politischen Gemeinschaft.
24. Februar
In einem Beschluss des französisch-vietnamesischen Militärkomitees hieß es, dass der Kampf gegen die Vietminh-Rebellen verstärkt von einheimischen Kräften geführt werden solle. Deshalb wurde angeregt, in Vietnam 40.000 neue Soldaten zu rekrutieren und die vietnamesischen Einheiten außerdem mit eigenen Kommandobefugnissen auszustatten.
25. Februar
Das Bezirksgericht Potsdam verurteilte sieben Mitglieder der oppositionellen Organisation „Widerstandsgruppe deutscher Patrioten“ in der DDR zu langjährigen Zuchthausstrafen.
25. Februar
Der Präsident der USA, Dwight D. Eisenhower (1890-1969), erklärte seine Bereitschaft, bei einem Gipfeltreffen mit dem Parteichef der KPdSU, Josef W. Stalin (1878-1953), zusammenzukommen.
25. Februar
Das Musical „Wonderful Town“ von Leonard Bernstein (1918-1990) kam in New York zur Uraufführung.
26. Februar
US-amerikanische Regierungsvertreter bekamen von Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (1888-1967) die Zusage, dass die Bundesregierung bereit sei, im Haushaltsjahr 1953/1954 einen Betrag von 12,9 Mrd. DM für Verteidigungszwecke zur Verfügung zu stellen.
26. Februar
In der DDR begann in Leipzig ein zweitägiger Kongress werktätiger Bauern. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl (1894-1964) kündigte auf diesem Kongress die Bildung weiterer Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) an, zu denen sich die bäuerlichen Betriebe in der DDR zusammenschließen mussten.
26. Februar
Das Gesetz über das sogenannte Notopfer Berlin, das eine Sondersteuer zur finanziellen Unterstützung von Berlin (West) darstellte und das ursprünglich am 1. April 1953 seine Gültigkeit verlieren sollte, wurde vom Deutschen Bundestag bis Ende des Jahres 1954 verlängert.
27. Februar
In einem Schuldabkommen erklärte sich die Bundesrepublik bereit zur Übernahme der Auslandsschulden des Deutschen Reiches seit dem Ersten Weltkrieg. Das Abkommen wurde in London unterzeichnet von der BRD, den drei Westmächten Frankreich, den USA und Großbritannien sowie von 17 weiteren Staaten.
27. Februar
Die Verabschiedung eines Gleichberechtigungsgesetzes sei aus Zeitgründen in der laufenden Legislaturperiode nicht mehr zu realisieren. Das wurde vom Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers (1904-1954) mitgeteilt.
27. Februar
Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) und der italienische Ministerpräsident Alcide de Gasperi (1881-1954) unterzeichneten eine Vereinbarung, die u. a. beinhaltete, dass deutsche Kulturinstitute in Italien wieder von bundesdeutschen Wissenschaftlern betreut werden konnten.
28. Februar
In der türkischen Hauptstadt Ankara unterzeichneten die Außenminister Jugoslawiens, Griechenlands und der Türkei einen Freundschaftsvertrag zwischen ihren Ländern. Darin wurde von den drei Balkanstaaten auch die Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen vereinbart.
28. Februar
Auf Drängen des Parlaments und zahlreicher Demonstrationen entschloss sich der iranische Schah Mohammed Resa Pahlawi (1918-1980), das Land nicht zu verlassen. Der Schah hatte angekündigt, dass er das Land vorübergehend zu verlassen gedenke wegen des sich zuspitzenden Machtkampfes mit Ministerpräsident Mohammad Mossadegh (1882-1967).

Geburtstage Februar 1953


Februar 1953 Deutschland in den Nachrichten

Coburger Tageblatt vom 26. Februar 1953 ...
Bereits 1953 tauchte der Name SAGASSER in der Zeitung auf. Auf dem Bild sehen Sie die Ausgabe des Coburger Tageblatts vom 26. Februar 1953 . wahrlich ...  >>>  
Stichtag: WDR 2 Stichtag: 06. Februar 1953: Bischöfe zu ...
Die Gleichstellung von Mann und Frau war auch in der Bundesrepublik eine schwierige Geburt. In den 1950er Jahren darf eine Ehefrau nicht mal ein Konto .... >>>
6. Februar 1953 - Bischöfe gegen Entwurf für Gleichstellungsgesetz ...
Als die Bundesregierung unter Konrad Adenauer (CDU) 1953 einen Gesetzesentwurf zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern vorlegt, regt sich .. >>>
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