März 1953 – Erlösung und Trauer

März 1953
Für die täglich zunehmende Zahl der Flüchtlinge, die die DDR verließen, war die Ankunft in Berlin (West) eine Erlösung, zumal ein Vertriebenengesetz eine bundesweite Regelung für diese Menschen festgelegt hatte. In der UdSSR war der Tod des regierenden Diktators Josef W. Stalin ein Schock für die Parteiführung und für viele Inhaftierten gleichermaßen eine Erlösung, denn ihre Hoffnungen auf eine Amnestie erfüllte sich noch im selben Monat. Die Trauer um Stalin uferte in der DDR zu einem neuen Personenkult um den ehemaligen Parteichef aus. Denkmäler und Statuen wurden aus dem Boden gestampft, bzw. von sowjetischen Künstlern angefertigt, obwohl die DDR eigentlich andere Sorgen hatte, beispielsweise mit der Versorgung der Bevölkerung und der massiven Abwanderung ihrer Bürger in den Westen. << Februar 1953   |   April 1953 >>

Wichtige Ereignisse im März 1953

1. März
In Dresden wurde die Dritte Deutsche Kunstausstellung eröffnet. Sie dauerte bis zum 25. Mai und präsentierte einen künstlerischen Querschnitt des sozialistischen Realismus, so wie er in der DDR vorherrschte, bzw. vorzuherrschen hatte. Ministerpräsident Otto Grotewohl (1894-1964) rief die Künstler auf, „diszipliniert und exakt ihre künstlerischen Aufgaben zu erfüllen“.
1. März
In der Volksrepublik China wurde ein Wahlgesetz für die ersten Parlamentswahlen seit der Machtübernahme der Kommunisten verkündet. Nach diesem Gesetz wurde Großgrundbesitzern und sogenannten Konterrevolutionären das Wahlrecht versagt. Es waren nur Kandidaten der Kommunistischen Partei und die Massenorganisationen zur Aufstellung zugelassen.
1. März
In Chile wurden Parlamentswahlen ausgetragen, bei denen die Regierungskoalition ihre Mehrheit verlor. Die Anhänger von Präsident Carlos Ibáñez del Campo (1877-1960) verfügten danach mit der Opposition über 73 Sitze im Parlament.
1. März
Das Amerikanische Komitee für die Befreiung der Völker Russlands hatte den Sender Radio Liberation gegründet und mit der Ausstrahlung begonnen. Radio Liberation sendete zunächst in russischer Sprache. Der Sender lehnte sich an das Vorbild von Radio Free Europe an, der am 1. Mai 1951 seinen Sendebetrieb aufgenommen hatte und vor allem für die Hörer in mittel- und osteuropäischen Ländern außerhalb der Sowjetunion gedacht war. Mit Radio Liberation wurden nun auch russische Hörer informiert. Erst 1954 nannte sich der Sender dann Radio Liberty, bzw. Radio Swoboda (russ.: Freiheit)
1. März
In den USA wurde von Harold Burson (*1921) und Bill Marsteller (1914-1987) die Public-Relations-Agentur gegründet, die zu einer der weltweit größten ihrer Art wurde.
2. März
Die Flüchtlingswelle aus der DDR erreichte einen neuen Höhepunkt. In Berlin (West) stellten 6000 Menschen innerhalb eines einzigen Tages einen Asylantrag, um im Westen bleiben zu können.
2. März
In Köln wurde der Westdeutsche Kreis der Internationalen Konferenz zur friedlichen Lösung der deutschen Frage gegründet. Die Gruppe wandte sich gegen eine Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an einem westlichen Militärbündnis. Ihr gehörten u. a. Joseph Wirth (1879-1956) an, der ehemalige Reichskanzler sowie der Kirchenpräsident Martin Niemöller (1892-1984).
2. März
Der Partei- und Regierungschef der Sowjetunion, Josef W. Stalin (1878-1953) erlitt eine Gehirnschlag.
2. März
Die britische Regierung erließ eine Amnestie für alle britischen Soldaten, die während des Zweiten Weltkrieges desertiert waren. Anlass war die Krönung von Königin Elisabeth II. (*1926), die im Juni stattfinden würde.
2. März
Zwischen den Anhängern und den Gegnern des iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh (1882-1967) kam es in Teheran zu blutigen Zusammenstößen, die durch die Festnahmen von 70 regierungskritischen Armeeoffizieren ausgelöst worden waren.
3. März
Terminschwierigkeiten wurden als offizieller Grund dafür angegeben, dass die Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes und der Sektion Fußball in der DDR sich bei ihren Gesprächen in Hannover nicht auf die Durchführung einer gesamtdeutschen Fußballmeisterschaft in der laufenden Spielzeit einigen konnten.
3. März
Der Vizekanzler und Bundesvorsitzende der Freien Demokratischen Partei (FDP), Franz Blücher (1896-1959), betonte in Limburg, dass seine Partei nicht durch einstige Nationalsozialisten unterwandert sei. Im Vorfeld waren einigen FDP-Politikern Verbindungen zu der im Januar verhafteten Gruppe ehemaliger nationalsozialistischer Funktionäre unterstellt worden.
4. März
Zwischen der Alliierten Hohen Kommission und Vertretern der Firma Friedrich Krupp kam es zur Unterzeichnung eines Vertrages über die Entflechtung des Krupp-Konzerns. Der Vertrag ermöglichte es, die Eisen und Stahl erzeugenden Betriebe sowie die Kohlebergwerke aus dem Gesamtunternehmen herauszulösen.
4. März
Vom Deutschen Bundestag wurde das Sowjetzonen-Notleistungsgesetz verabschiedet. Das Gesetz regelte die Ansprüche auf staatliche Hilfsleistungen, die DDR-Flüchtlingen bundeseinheitlich zustanden.
5. März
Eine Gehältererhöhung um 20% wurde vom Deutschen Bundestag für die Bundesbeamten beschlossen. Das Inkrafttreten des Beschlusses war auf den 10. April 1953 festgelegt worden.
5. März
Der Partei- und Regierungschef der UdSSR, Josef W. Stalin (1878-1953) starb in der sowjetischen Hauptstadt an den Folgen eines Schlaganfalls, den er am 2. März erlitten hatte.
5. März
Der russische Komponist Sergej Prokofjew (1891-1953) starb ebenfalls in Moskau. Zu Prokofjews bekanntesten Werken gehört u. a. das Sinfonische Märchen für Kinder „Peter und der Wolf“, das der Künstler 1936 geschaffen hatte.
6. März
Georgi M. Malenko (1902-1988), der bisherige Stellvertreter des UdSSR-Parteichefs Josef W. Stalin (1878-1953), wurde zum Nachfolger im Amt als Regierungschef benannt. An die Spitze der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) trat das zehnköpfige Präsidium des Zentralkomitees als kollektives Führungsgremium.
6. März
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Otto Dibelius (1880-1967), äußerte in einem Brief an den Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) seine Besorgnis über die zunehmende Zahl unverheiratet zusammen lebender Paare.
6. März
Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) reiste zu seinem ersten Staatsbesuch in die USA.
7. März
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wies eine Klage der Regierungsparteien gegen die SPD-Opposition über deren Verhalten beim Ratifizierungsverfahren der deutsch-alliierten Verträge als unzulässig zurück. Die SPD hatte beantragt, festzustellen, dass zur Ratifizierung eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig sei.
7. März
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo unterschrieben die DDR und Ägypten ein Handelsabkommen. Bei Wirtschaftsverhandlungen, die im Februar auch zwischen der BRD und Ägypten geführt worden waren, war es zu keinem Ergebnis gekommen.
7. März
Auf ihrem Parteitag in Köln (7. und 8. März) bekräftigte die Zentrumspartei ihre Ablehnung gegenüber einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft.
7. März
Die Oper „Lulu“ des österreichischen Komponisten Alban Berg (1885-1935) hatte in der Essener Oper ihre deutsche Erstaufführung. Die Aufführung war ein überwältigender Erfolg und wurde zu einem Meilenstein in der deutschen Musikgeschichte.
8. März
Der rechtsradikale „Bund Deutscher Jugend“, der schon in mehreren Bundesländern verboten war, löste seine restlichen Landesverbände auf.
8. März
Der Landesverband der Deutschen Partei in Nordrhein-Westfalen, der vom Bundesvorstand aufgehoben worden war, gründete sich in Düsseldorf als neue Partei. Sie gab sich den Namen Unabhängige Deutsche Partei (UDP).
9. März
Etwa 1,5 Millionen Menschen gaben in Moskau auf dem Roten Platz dem am 5. März verstorbenen sowjetischen Regierungschef Josef W. Stalin (1878-1953) die letzte Ehre. Stalin wurde an der Seite des Staatsgründers der Sowjetunion, Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) beigesetzt. Der neue Vorsitzende des sowjetischen Ministerrates, Georgi M. Malenko (1902-1988), betonte in seiner Trauerrede, die UdSSR strebe ein friedliches Nebeneinander kapitalistischer und sozialistischer Staaten an.
10. März
Unweit von Regensburg im Bundesland Bayern wurde ein Düsenjäger der US-amerikanischen Luftwaffe von zwei sowjetischen Jagdflugzeugen abgeschossen.
10. März
Der norwegische Politiker und erste offiziell ernannte Generalsekretär der Vereinten Nationen (UNO), Trygve Lie (1896-1968), der am 10. November 1952 von seinem Amt zurückgetreten war, beschuldigte vor der UN-Vollversammlung die Sowjetunion, für seinen Rücktritt verantwortlich zu sein. Lie hatte das militärische Eingreifen gegen Nordkorea befürwortet, das vom Weltsicherheitsrat beschlossen worden war. Stalin (1878-1953) sah in Lie einen Gegner des Ostblocks und betrieb dessen Absetzung. Trygve betonte in seiner Rede, dass die sowjetische Regierung seine Arbeit seit dem Ausbruch des Koreakrieges sabotiert habe.
10. März
Auf einer Tagung in Straßburg verabschiedete eine sogenannte Ad-hoc-Versammlung der Montanunion, die aus Parlamentariern der sechs Mitgliedsländer bestand, einen Verfassungsentwurf für eine Europäische Gemeinschaft. Die Tagung hatte am 7. März begonnen.
11. März

Von der französischen Nationalversammlung wurde eine Amnestie für Beamte und Politiker verabschiedet. Sie betraf Personen, die während des Zweiten Weltkriegs mit den deutschen Besatzern zusammengearbeitet hatten. Etwa 23.000 Menschen waren von der Amnestie betroffen.
11. März
Vom Senator für Inneres in Berlin (West) wurde die „Vereinigung freier unabhängiger Deutsche“ verboten.
12. März
An der Elbe bei Lauenburg, nahe der Grenze zur DDR, wurde ein britisches Militärflugzeug von sowjetischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Bei den Jagdflugzeugen handelte es sich um Maschinen des Typs „Mig 15“.
12. März
Das Parlament von Mexiko beschloss, ein aktives und passives Wahlrecht für Frauen einzuführen.
12. März
Das bis dahin größte und modernste Kino der Bundesrepublik, der Film- und Revuepalast „Theater am Aegi“, wurde am Aegidientorplatz in Hannover eröffnet.
12. März
Das Bundesvertriebenenministerium gab an, dass noch 3,5 Millionen Deutsche als Folge des Zweiten Weltkrieges als vermisst galten. Um das Schicksal der Vermissten aufzuklären, versprach man sich Hilfe durch eine Heimkehrerbefragung.
13. März
Auf Anordnung der Oberbundesanwaltschaft wurden im gesamten Bundesgebiet die Büros der kommunistischen Organisation „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) durchsucht. Die FDJ war seit 1951 in der BRD verboten.
13. März
Joseph Kardinal Wendel (1901-1960), der 1952 zum Erzbischof von München und Freising ernannt worden war, gab in einer Absichtserklärung bekannt, in oder bei München eine katholische Akademie für alle bayerischen Diözesen ins Leben zu rufen.
13. März
Vom tschechoslowakischen Sender „Radio Prag“ wurde bekannt gegeben, dass der Präsident des Landes, Klement Gottwald (1896-1953), schwer erkrankt sei.
13. März
Die leitenden Mitarbeiter der Volkspolizei der DDR, die für die Durchführung der „Aktion Rose“ an der Ostseeküste zuständig waren, legten ihre Bilanz vor. Danach waren 440 Pensionen, Hotels und andere Wirtschaftsbetriebe ersatzlos enteignet worden. Es ergab sich aus beschlagnahmtem Bargeld, Schmuck und eingezogener Konten ein Betrag von etwa zwei Millionen Mark. Mehrere Hoteliers und Gewerbetreibende waren inhaftiert worden. Etwa 220 waren geflohen. Die „Aktion Rose“ hatte am 10. Februar 1953 begonnen. Ihr Ziel war es nicht nur, die Ostseeküste in die besitzende Hand der DDR-Machthaber zu bringen, sondern die Ostseeküste langfristig zu einer militärischen Schutzzone zu machen.
14. März
Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) schlug den Mitgliedern der bundesdeutschen Sozialdemokratischen Partei (SPD) in einem offenen Brief vor, eine Aktionseinheit zu bilden, die sich gegen die Wiederbewaffnung der BRD im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) richtete.
14. März
In Prag verstarb der Staatspräsident der Tschechoslowakei (ČSSR), Klement Gottwald (1896-1953) im Alter von 56 Jahren. Er war der erste kommunistische Arbeiterpräsident des Landes, das er im stalinistisch-diktatorischen Stil regiert hatte.
14. März
In der UdSSR wurde Nikita S. Chruschtschow (1894-1971) zum neuen Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ernannt. Er trat die Nachfolge von Georgi M. Malenko (1902-1988) an, der nach dem Tod von Stalin (1878-1953) dessen Amt des sowjetischen Regierungschef angetreten hatte.
14. März
Der ische Ministerpräsident Shigeru Yoshida (1878-1967) erklärte nach einem Misstrauensvotum gegen die Regierung den Rücktritt seines Kabinetts und löste das Parlament auf.
15. März
Hochrangige, ehemalige deutsche Offiziere sprachen sich auf einer Tagung der Europa-Union gegen eine Nationalarmee, befürworteten aber die Aufstellung der geplanten Europaarmee.
15. März
Mit einem 7:3-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen das Gastgeberland Schweiz ging die 20. Eishockey-Weltmeisterschaft in Basel zu Ende, die am 7. März begonnen hatte. Damit belegte Deutschland hinter Schweden den zweiten Platz.
15. März
Die gemeinschaftliche Nutzung von 160.000 Eisenbahn-Güterwagen war in einem Abkommen zwischen acht westeuropäischen Ländern festgelegt worden und trat am heutigen Tag in Kraft.
16. März
Der kommunistische Politiker und Staatspräsident Jugoslawiens, Josip Broz Tito (1892-1980) reiste zu einem fünftägigen Staatsbesuch in die britische Hauptstadt London.
16. März
Für Patrouillenflüge zur Überwachung der innerdeutschen Grenze wurden von der US-amerikanischen Luftwaffe erstmals Düsenjäger vom Typ F 86 „Sabrejet“ eingesetzt. Sie galten als die modernsten Kampfflugzeuge der USA.
16. März
Am europäischen Sitz der Vereinten Nationen (UNO) in Genf errichtete die Bundesrepublik Deutschland eine Vertretung.
17. März
Die bereits 1951 in Großbritannien von der Labour-Regierung durchgeführte Verstaatlichung der Eisen- und Stahlindustrie wurde von der konservativen Mehrheit im britischen Unterhaus rückgängig gemacht.
17. März
Das Vermächtnis des am 5. März 1953 verstorbenen sowjetischen Staatsmannes und Parteichefs Josef W. Stalin (1878-1953) wurde vom Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei (SED) gewürdigt. Unter anderem wurde angeordnet, Reproduktionen von Stalinbüsten und Stalinstatuen sowjetischer Künstler herstellen zu lassen.
17. März
Die US-Armee führte auf dem Versuchsgelände Yucca Flat in der Wüste von Nevada einen neuen Atomtest durch. Die Explosion wurde von 1000 Soldaten und 20 Journalisten in einer Entfernung von drei Kilometern beobachtet.
18. März
Das 1952 unterzeichnete deutsch-israelische Wiedergutmachungsabkommen wurde vom Deutschen Bundestag in Bonn verabschiedet.
18. März
Ein Antrag, in dem der Austritt Indiens aus dem Commonwealth gefordert wurde, wurde vom indischen Parlament abgelehnt.
18. März
Im Nordwesten Anatoliens (Türkei) forderte ein schweres Erdbeben etwa 1100 Menschenleben.
18. März
In der französischen Hauptstadt Paris begann die erste Tagung der Europäischen Verkehrskonferenz. Ziel der Tagung war es, eine Koordinierung des Verkehrswesens der westeuropäischen Länder zu erreichen.
18. März
Anlässlich des Staatsbesuches des jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito (1892-1980) in Großbritannien, war in Duxford ein Schaufliegen zu Ehren des Marschalls veranstaltet worden. Dabei kam es zum Absturz zweier Düsenjäger der Royal Air Force, die in der Luft zusammengestoßen waren. Beide Piloten kamen dabei ums Leben.
19. März
In Frankfurt an der Oder (DDR) wurde ein Sammellager für DDR-Bürger eingerichtet, die nach ihrer Flucht in den Westen zurückgekehrt waren.
19. März
Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) eröffnete in Frankfurt am Main die 36. Internationale Automobilausstellung (IAA). Die Messe dauerte bis zum 29. März. Eine der Neuheiten, die präsentiert wurden, war der Messerschmitt-Kabinenroller.
19. März
In dritter Lesung verabschiedete der Deutsche Bundestag den Deutschlandvertrag und den Vertrag über die Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft(EVG) gegen die Stimmen von SPD und KPD.
19. März
Die 25. Oscar-Verleihung in Hollywood wurde erstmals vom Fernsehen in den USA und in Kanada ausgestrahlt. U. a. wurde Gary Cooper (1901-1961) für seine Rolle des Will Kane in „Zwölf Uhr mittags“ prämiert.
19. März
Die Organisation „Deutsche Gemeinschaft“ (DG) wurde in Niedersachsen vom niedersächsischen Minister des Innern und der Landesgemeinschaft Niedersachsen verboten.
19. März
Im New Yorker National Theatre fand die Uraufführung des Schauspiels von Tennessee Williams (1911-1983) „Camino Real“ statt.
20. März
Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Ernst Reuter (1889-1953), traf während seiner USA-Reise zu einem Gespräch mit dem US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower (1890-1969) zusammen. Hauptthema war u. a. die massiv gestiegene Zahl der DDR-Flüchtlinge, die nach Berlin (West) gekommen waren. Am Ende von Reuters Besuch am 28. März waren in den USA 600.000 Dollar an Spendengeldern für die DDR-Flüchtlinge gesammelt worden. Das waren umgerechnet ca. 2,5 Mio. DM.
20. März
Die Hohe Kommission der Alliierten in der Bundesrepublik beschloss, die I. G. Farben in drei Nachfolgegesellschaften aufzuteilen, die sich bis zum Monatsende endgültig konstituierten.
20. März
Einen britischen Vorschlag zur Beilegung des Streits über die verstaatlichten ehemaligen britischen Ölgesellschaften lehnte der Ministerpräsident des Irans, Mohammad Mossadegh (1882-1967) ab. Der irakische Politiker wies hauptsächlich deren Entschädigungsforderungen zurück.
20. März
Auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Soldaten in Bonn forderte deren Vorsitzender, Admiral a. D. Gottfried Hansen (1881-1976), die Bundesregierung auf, sich für die als Kriegsverbrecher verurteilten ehemaligen Wehrmachtsangehörigen einzusetzen. Von Bundesinnenminister Robert Lehr (1883-1956) wurde die „staatsbejahende Gesinnung“ der ehemaligen deutschen Soldaten hervorgehoben.
21. März
Der bisherige Ministerpräsident der ČSSR, Antonin Zápotocký (1884-1957), trat die Nachfolge des verstorbenen Staatsoberhauptes Klement Gottwald (1890-1953) an.
21. März
Die Exil-CDU hielt in Bonn ihren dritten Parteitag ab. Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser (1888-1961), wurde als Vorsitzender bestätigt. Die Exil-CDU verstand sich als die zuständige Parteigliederung für das Gebiet der DDR.
22. März
Das Selbstverwaltungsstatut für den Sudan, das Bestandteil in einem britisch-ägyptischen Abkommen war, trat mit der Unterzeichnung durch den britischen Generalgouverneur Sir Robert Howe (1893-1981) in Kraft.
23. März
Die erneute Regierungsbildung, mit der der österreichische Bundeskanzler Leopold Figl (1902-1965) von der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) nach den Parlamentswahlen im Februar beauftragt worden war, sah er sich außerstande zu realisieren. Er gab den Auftrag zurück.
23. März
Aufgrund eines Abkommens, das die Rückführung von insgesamt 30.000 gefangenen ern vorsah, ließ die Volksrepublik China zunächst 2000 ische Kriegsgefangene frei.
24. März
Zum ersten Mal wurde der Europäische Literaturpreis in Genf verliehen. Die Auszeichnung erhielten u. a. der aus Westfalen stammende Werner Warsinsky (1910-1992) für seinen Roman „Kimmerische Fahrt“ und der seit 1951 im französischen Exil lebende polnische Schriftsteller Czesław Miłosz (1911-2004) für „Das Gesicht der Zeit“.
24. März
Im Alter von 85 starb in London die Witwe des früheren Königs Georg V. (1865-1936), Königin Mary (1867-1953). Sie war die Großmutter von Königin Elisabeth II. (*1926).
25. März
Durch das Vertriebengesetz, das vom Deutschen Bundestag angenommen worden war, wurde die Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den früheren Ostgebieten und der DDR bundesweit einheitlich geregelt.
25. März
In Brasilien wurde in sieben Nordostprovinzen der nationale Notstand ausgerufen. Der Grund war die seit 1877 herrschende schwerste Dürre, von der die Region betroffen war.
25. März
Ein Gesetz über die Entflechtung des Filmkonzerns Ufa, der früher im Besitz des Deutschen Reiches gewesen war, wurde vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Innerhalb von zwei Jahren soll das Konzern-Vermögen in Privatbesitz überführt werden.
26. März
Etwa 150 farbige Bewohner einer Siedlung nördlich von Nairobi (Kenia) wurden von Mitgliedern der gegen die britische Kolonialherrschaft kämpfenden Mau-Mau-Bewegung ermordet. Angeblich hatten die Ermordeten mit der Kolonialmacht sympathisiert.
26. März
Den bundesdeutschen Behörden wurde von der Britischen Hochkommission die Untersuchung und Strafverfolgung übertragen gegen die Gruppe ehemaliger Nationalsozialisten, die im Januar verhaftet worden war. Die Nationalsozialisten hatten dem Kreis um den früheren Staatssekretär im Propagandaministerium und ehemaligen persönlichen Referenten von Joseph Goebbels (1897-1945) Werner Naumann (1909-1982) angehört.
27. März
Die Ratifizierungsurkunden zum Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft sollte einem Beschluss der Bundesregierung zufolge dem Bundespräsidenten erst zur Unterzeichnung vorgelegt werden, wenn das Ratifizierungsverfahren auch in den anderen Vertragsländern abgeschlossen war oder wenn das Bundesverfassungsgericht eine Entscheidung im Rechtsstreit um die Verträge gefällt hatte.
27. März
In Hannover vereinbarten die in der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) zusammengeschlossenen Rundfunksender die Ausstrahlung eines gemeinschaftlichen Fernsehprogramms. Mit dem sogenannten Fernsehvertrag wurde die Grundlage gelegt für das spätere „Deutsche Fernsehen“.
27. März
Das seit dem März des Vorjahres verhandelte Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Israel und der Jewish Claims Conference (JCC), das am 10. September 1952 geschlossen worden war, trat in Kraft. Das Wiedergutmachungsabkommen, das auch „Luxemburger Abkommen“ genannt wurde, beinhaltete u. a. Zahlungen, Exportgüter und Dienstleistungen im Wert von 3,5 Milliarden DM. Es war von Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) und dem israelischen Außenminister Moshe Scharet (1894-1965) unterzeichnet worden.
28. März
In der Sowjetunion wurde eine Amnestie verkündet, durch die Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren sowie Strafen für Jugendliche, Frauen mit Kindern und Personen über 55 Jahren erlassen wurden. Sonstige Strafen wurden auf die Hälfte verkürzt. Davon ausgenommen waren Strafen wegen sogenannter konterrevolutionärer Verbrechen und wegen Mordes.
28. März
Eine der populärsten bundesdeutschen Radiosendungen, die vorübergehend abgesetzt war – die Schlagerparade des Nordwestdeutschen Rundfunks – wurde erstmals wieder gesendet.
28. März
Der Vorschlag des UN-Oberkommandos in Korea, kranke und verwundete Kriegsgefangene auszutauschen, wurde von der Volksrepublik China und Nordkorea angenommen. Das Oberkommando beider Länder schlug außerdem die Wiederaufnahme von Waffenverhandlungen vor. Diese waren seit Oktober 1952 unterbrochen worden.
29. März
Der italienische Senat verabschiedete ein neues Wahlgesetz, das festlegte, dass die Partei, die mehr als 50% der Stimmen erhielt, Anspruch auf 65% der Parlamentssitze haben sollte. Die Debatte darüber war hitzig und mit teilweise handgreiflichen Auseinandersetzungen geführt worden.
29. März
In Südafrika sprach sich der Vorsitzende des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in der Provinz Transval, Nelson Mandela (*1918), für einen Zusammenschluss aller Bewegungen der Schwarzen in Afrika aus, die für die nationale Unabhängigkeit kämpften.
30. März
In Jugoslawien wurde die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft im Rahmen des eigenständigen jugoslawischen Weges zum Sozialismus rückgängig gemacht.
31. März
Der stellvertretende schwedische Außenminister, Dag Hammarskjöld (1905-1961), wurde vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig für die Wahl zum neuen Generalsekretär der UNO nominiert.
31. März
In New York unterzeichneten Vertreter von 17 Nationen eine UN-Resolution über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
31. März
Seit dem Beginn des Jahres waren 112 614 DDR-Bürger nach Berlin (West) und in die Bundesrepublik Deutschland geflüchtet. Im März hatten sich 58.000 Flüchtlinge in den Notaufnahmelagern in Berlin (West) gemeldet.

Geburtstage März 1953


März 1953 Deutschland in den Nachrichten

Mit Shakespeare beginnt 1953 die erste Spielzeit der Weserbergland-Festhalle
Dewezet.de
März 1953 gestaltete der Fanzose Alfred Cortot einen Klavierabend in der Weserbergland-Festhalle. Zuvor hatte er mit Wilhelm Furtwängler in Berlin zusammengearbeitet. Foto: Stadtarchiv. Wenn eine Stadt plötzlich ein Theater hat, muss sich vieles erst ....   >>>  
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