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Mai 1970 - Die Geburtsstunde der Roten-Armee-Fraktion

Kalender Mai 1970
Am 14. Mai 1968 war der bundesdeutsche Terrorist Andreas Baader zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Angeklagt worden war er wegen der Kaufhaus-Brandstiftung in Frankfurt am Main. Am zweiten Jahrestag seiner Verurteilung wurde Baader von Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und anderen Baader-Anhängern gewaltsam aus der Haft befreit. Mit dieser Aktion hatte sich die Geburtsstunde der Roten-Armee-Fraktion (RAF) manifestiert. Die linksextremistische terroristische Organisation, die sich formiert hatte, arbeitete nach südamerikanischem Vorbild. Die RAF selbst sah sich als eine kommunistische, antiimperialistische Stadtguerilla ähnlich den Tupamaros in Uruguay. Angefangen als Baader-Meinhof-Gruppe hatte sie sich in Anlehnung an die Rote Armee in der Sowjetunion den Namen Rote-Armee-Fraktion gegeben. Die Anzahl der Mitglieder nahm zu, auch die Kontakte zu ähnlichen Gruppen in Italien und Frankreich. Geprägt war die RAF von der Westdeutschen Studentenbewegung in den 1960ern.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1970

1. Mai
BRD 1970 – Auf Kundgebungen anlässlich des Tags der Arbeit hatten führende Gewerkschafter in zahlreichen Städten des Landes die Forderung der Arbeiter nach sozialer Gerechtigkeit bekräftigt.
1. Mai
DDR/BRD 1970 – Für Gütertransporte auf ihrem Territorium hatte die DDR eine höhere Steuerausgleichsabgabe von bundesdeutschen Unternehmen verlangt.
2. Mai
Film/International 1970 – Im südfranzösischen Cannes hatten die 23. Internationalen Filmfestspiele begonnen.
3. Mai
Fußball 1970 – Ein Fußball-Länderspiel zwischen den Mannschaften der Schweiz und Frankreichs war in Basel (Schweiz) mit dem Sieg der Gastgeber 2:1 zu Ende gegangen.
3. Mai
Fußball/BRD 1970 – Deutscher Meister in der Fußball-Bundesliga war Borussia Mönchengladbach geworden.
4. Mai
BRD 1970 – Die Gründung der Deutschen Datel-Gesellschaft für Datenfernverarbeitung mbH war in der Bundeshauptstadt Bonn erfolgt. Die sehr an der Expansion der Datel-Dienste interessierte Deutsche Bundespost beteiligte sich an der privaten Gesellschaft. Die Firmen AEG/Telefunken, Nixdorf-Computer, Olympia-Werke und Siemens waren Mitgesellschafter.
4. Mai
USA 1970 – Bei einer Protestdemonstration gegen den Vietnamkrieg (US-Einmarsch in Kambodscha) am 30. Aprilwaren auf dem Campus der Kent State University im US-Bundesstaat Ohio waren vier Studenten von Nationalgardisten erschossen worden. (Kent-State-Massaker)
5. Mai
USA 1970 – Einer Erklärung von US-Präsident Richard M. Nixon sollte die US-Offensive in Kambodscha bis Ende Juni beendet sein. Außerdem hatte Nixon bekräftigt, dass ein Eindringen in Kambodscha nicht weiter als 30 km erfolgen würde ohne Genehmigung des Kongresses.
5. Mai
Frankreich/BRD 1970 – Bundespräsident Gustav Heinemann empfing den neuen französischen Botschafter in der BRD, Jean Victor Sauvagnargues, zur Übergabe seines Beglaubigungsschreibens. Sauvagnargues hatte François Seydoux Fornier de Clausonne abgelöst. Dieser hatte das Amt 1958 bis 1962 und ab 1965 bekleidet und trat nun seinen Ruhestand an.
6. Mai
Sowjetunion/CSSR 1970 – In der tschechischen Hauptstadt Prag hatten die Sowjetunion und die CSSR einen neuen Freundschafts- und Beistandspakt unterzeichnet. Darin war die Verteidigung der sozialistischen Errungenschaften als eine „gemeinsame internationale Pflicht der sozialistischen Länder“ im Sinne der Breschnew-Doktrin bezeichnet worden. Diese Doktrin von der „beschränkten Souveränität“ und dem „beschränkten Selbstbestimmungsrecht“ aller sozialistischen Staaten war von sowjetischen Partei-Ideologen nachträglich zur Rechtfertigung der militärischen der militärischen Intervention der Sowjetunion in der CSSR 1968 ausgefertigt worden.
6. Mai
BRD 1970 – Der Bundestag genehmigte das Aufwertungsausgleichs-Gesetz für die Landwirtschaft ohne Gegenstimme. Das Gesetz hatte Zahlungen in Höhe von 920 Millionen DM vorgesehen.
6. Mai
BRD 1970 – In Bonn war das Verteidigungs-Weißbuch 1970 vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Zugunsten der Soldaten sah es u. a. eine erhebliche Umschichtung des Wehretats vor. Geplant waren eine Anhebung des Wehrsolds, eine Erhöhung des Entlassungsgeldes für Wehrpflichtige und die Einführung einer gebührenfreien Militärfahrkarte für zwölf Heimfahrten im Jahr.
6. Mai
Marokko/Norwegen/International 1970 – Im marokkanischen Hafen Safi war der Norweger Thor Heyerdahl mit dem Papyrusboot „Ra II“ zu einer Atlantiküberquerung aufgebrochen. Der Wissenschaftler und Schriftsteller musste im Juli 1969 einen ersten Versuch aufgeben, weil sein Boot („Ra“) fast gesunken wäre.
6. Mai
Fußball 1970 – In Mailand (Italien) hatte der niederländische Verein Feyenoord Rotterdam mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Celtic Glasgow (Schottland) den Europacup der Meister gewonnen.
7. Mai
Frankreich/DDR 1970 – In der französischen Hauptstadt Paris war ein Außenhandelszentrum der DDR eröffnet worden.
7. Mai
BRD 1970 – Der Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek hatte in einem Interview mit dem Süddeutschen Rundfunk die Bundesrepublik als eines der rückständigsten Länder in Sachen Natur- und Landschaftsschutz bezeichnet. Der Etat von Bund und Ländern für diesen Zweck betrug 6 Millionen DM. Im Vergleich dazu hatten die Niederlande jährlich 40 Millionen DM zum Ankauf schützenswerter Landstriche aufgewandt.
8. Mai
BRD 1970 – In Bonn hatte der Deutsche Bundestag anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs eine Gedenkstunde abgehalten. Die Redner aller Parteien waren sich einig, dass die Friedenssicherung für die Bundesrepublik die zentrale Aufgabe war.
8. Mai
Israel 1970 – Neun israelische Schulkinder und drei erwachsene Israelis waren bei einem Anschlag palästinensischer Terroristen umgekommen.
8. Mai
Großbritannien/Musik 1970 – Das letzte Album der britischen Popgruppe „The Beatles“, „Let It Be“, war auf den Markt gekommen.
9. Mai
West-Berlin 1970 – Bei einer gegen die US-amerikanische Vietnampolitik gerichteten Demonstration vor dem Amerikahaus war es zu einer Straßenschlacht zwischen den rund 5.000 Demonstranten und einem großen Polizeiaufgebot gekommen. Es hatte auf beiden Seiten mehrere hundert Verletzte gegeben.
9. Mai
BRD/Polen 1970 – Der polnische Parteichef Wladyslaw Gomulka hatte bei einer Feier anlässlich des 25. Jahrestages der „Rückkehr alter polnischer Gebiete nach Polen“ in Wroclaw (früher Breslau) über den Stand der laufenden Verhandlungen zwischen Polen und der Bundesrepublik gesagt, das Willy Brandt zwar ähnliche Ansichten wie Polen hatte, aber noch die klare Absetzung von der CDU/CSU-Opposition scheute.
9. Mai
Fußball 1970 – In West-Berlin war ein Fußball-Länderspiel BRD gegen Irland 2:1 mit dem bundesdeutschen Sieg zu Ende gegangen.
10. Mai
BRD/Japan 1970 – Bundespräsident Gustav Heinemann reiste zur am 14. März in Osaka (Japan) eröffneten Weltausstellung Expo 70 gereist. Heinemann hatte anschließend Hiroshima besucht. Die Stadt war 1945 von der ersten Atombombe verwüstet worden.
10. Mai
BRD 1970 – Die erste Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) seit der Gründung des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR war in Stuttgart (Baden-Württemberg) eröffnet worden. Beraten worden war über eine nun erforderliche neue Organisationsstruktur der EKD. Als neuer Präses der EKD-Synode war Ludwig Raiser gewählt worden, der die Nachfolge des zurückgetretenen Hans Puttfracken antrat.
11. Mai
Vietnam/Kambodscha 1970 – Auf dem Mekong waren südvietnamesische Kriegsschiffe bis zur kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh vorgedrungen. Damit war der Nachschubweg zwischen Südvietnam Hauptstadt Saigon und dem Zentrum Kambodschas wieder frei und befahrbar.
11. Mai
USA 1970 – In Augusta (US-Bundesstaat Georgia) war es zu schweren Rassenunruhen gekommen. Sie hatten die ganze Nacht gedauert. Bei den Unruhen waren sechs Farbige ums Leben gekommen. Weitere mehr als 60 Personen waren verletzt worden. Es war erheblicher Sachschaden entstanden. Der Grund für die Unruhen war der Tod eines 16-jährigen Schwarzen, der unter Mordverdacht im Stadtgefängnis war. Mithäftlinge hatten den jungen Mann tot geprügelt. Dies war aus Angaben des Sheriffs hervorgegangen. Die schwarze Bevölkerung in Augusta hatte jedoch Gefängnisbeamte für den Tod verantwortlich gemacht.
11. Mai
BRD 1970 – Im Saarland und in Rheinland-Pfalz hatten wolkenbruchartige Regenfälle zwei Eisenbahnunglücke verursacht. Dabei hatte es insgesamt sieben Todesopfer gegeben. Erheblicher Sachschaden war in Südwestdeutschland entstanden durch eine Hochwasserwelle. Die Saar war mehr als sechs Meter über ihr Mittel gestiegen.
12. Mai
USA 1970 – Die Nominierung von Harry A. Blackmun zum neuen Mitglied des Obersten Gerichtshofes hatte der US-Senat einstimmig gebilligt. Zwei von US-Präsident Richard M. Nixon nominierte Kandidaten waren zuvor vom Senat abgelehnt worden, weil die Mehrheit des Senats diese Kandidaten für zu konservativ hielt.
12. Mai
Literatur/International 1970 – In der schwedischen Hauptstadt Stockholm war die deutsch-schwedische Schriftstellerin Nelly Sachs gestorben. Die Literaturnobelpreisträgerin war am 10. Dezember 1891 in Berlin geboren worden.
12. Mai
Israel/Libanon 1970 – Im Südlibanon hatten israelische Truppenverbände Guerilla-Stützpunkte angegriffen. Der Weltsicherheitsrat hatte die zweitägige Aktion verurteilt.
13. Mai
BRD 1970 – Der frühere Bundesbeauftragte für den Ordnungsdienst der Nationaldemokratischen Partei (NPD), Klaus Kolley, war vom Schwurgericht des Landgerichts in Kassel zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Am 16. September 1969 waren zwei junge Anti-NPD-Demonstranten von Kolley durch Pistolenschüsse verletzt worden.
13. Mai
BRD/Polen 1970 – Warenlisten und Briefe über den Warenaustausch 1970 waren in Bonn von Sonderbotschafter Egon Emmel für die BRD und vom Leiter der polnischen Handelsmission in Köln, W. Piatkowski, unterzeichnet worden. Die Importmöglichkeiten beider Länder, besonders im gewerblichen Bereich, waren dadurch erheblich erweitert worden.
13. Mai
Fußball 1970 – Die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte in Hannover (Niedersachsen) das letzte Testspiel vor der Weltmeisterschaft gegen Jugoslawien 1:0 gewonnen.
14. Mai
BRD 1970 – Mit überragender Mehrheit war Willy Brandt auf dem SPD-Bundesparteitag in Saarbrücken (Saarland) als Parteivorsitzender wiedergewählt worden. Brandt hatte 318 von 331 Stimmen erhalten. Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Herbert Wehner, Chef der SPD-Bundestagsfraktion, und Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt waren in ihren Ämtern bestätigt worden. Norbert Gansel, der Kandidat der Jungsozialisten, hatte sich nicht gegen Schmidt durchsetzen können.
14. Mai
West-Berlin/BRD 1970 – Der bundesdeutsche Terrorist Andreas Baader, der am 14. Mai 1968 wegen Kaufhaus-Brandstiftung in Frankfurt am Main zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, war von Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und anderen gewaltsam aus der Haft befreit worden. Die Aktion galt als Geburtsstunde der Roten-Armee-Fraktion (RAF).
14. Mai
Bergsteigen 1970 – Die fünfte Besteigung des Mount Everest, des mit 8848 m höchsten Berges der Welt, war zwei japanischen Seilschaften gelungen.
15. Mai
Frankreich 1970 – Mit einer Kernexplosion auf dem französischen Testgelände im Pazifik hatte Frankreichs vierte Kernwaffen-Versuchsreihe begonnen. Gegen diese Versuche hatten Japan und Peru protestiert.
15. Mai
BRD 1970 – Das Theaterstück „Guerillas“ von Rolf Hochhuth in einer Inszenierung von Peter Palitzsch war in Stuttgart zur Uraufführung gelangt.
15. Mai
Südafrika/Olympia 1970 – Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schloss Südafrika wegen seiner rassistischen Politik von Olympischen Spielen auf unbestimmte Zeit aus.
16. Mai
Israel/Ägypten 1970 – Israelische Kampfflugzeuge hatten am Westufer des Roten Meeres im Verlauf des sogenannten Abnutzungskriegs den ägyptischen Zerstörer „Al Quaher“ und ein Raketenboot versenkt.
16. Mai
BRD/Südkorea 1970 – Die Bundesrepublik und Südkorea hatten ein Kulturabkommen miteinander geschlossen, das am 16. August 1972 in Kraft trat.
16. Mai
BRD 1970 – Begleitet von heftiger Kritik hatte in Oberammergau (Bayern) die 36. Spielzeit der Passionsspiele begonnen.
17. Mai
BRD 1970 – Im Mittelpunkt scharfer gegensätzlicher Stellungnahmen hatte bei den traditionellen Pfingsttreffen der Landsmannschaften der Vertriebenen die Ostpolitik der Bundesregierung gestanden.
17. Mai
BRD/Asien 1970 – Auf einer Südostasien-Reise hatte Bundesaußenminister Walter Scheel politische Gespräche in Indonesien, Malaysia und Südkorea geführt.
17. Mai
Dominikanische Republik 1970 – Der Präsident des Landes, Joaquin Videla Balaguer, war mit großer Mehrheit erneut gewählt worden.
17. Mai
USA 1970 – Zum ersten Mal in der Geschichte der US-amerikanischen Streitkräfte waren Frauen in den Generalsrang erhoben worden. Die Leiterin des Women‘s Army Corps, Elisabeth P. Hoisington, und die Leiterin des Army Nurse Corps, Anna Mae Hays, die bisher beide den Rang von Obersten inne hatten, waren von US-Präsident Richard M. Nixon in den Generalsstand befördert worden.
18. Mai
Israel 1970 – Weil er keine aktive Rolle in der Politik mehr spielen wollte, hatte David Ben Gurion sein Mandat im Parlament niedergelegt. Ben Gurion war der erste Ministerprädent Israels gewesen und hatte am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit seines Landes proklamiert.
19. Mai
Ägypten/Sowjetunion 1970 – Pressemeldungen über die Stationierung sowjetischer Piloten in Ägypten hatte Präsident Gamal Abd an Nasser bestätigt sowie die Anwesenheit sowjetischer Offiziere, die ägyptische Piloten ausbildeten.
19. Mai
Mexiko/Guatemala 1970 – Der guatemaltekische Guerilla-Führer Marco Antonio Yon Sosa war bei einem Gefecht mit mexikanischen Grenztruppen erschossen worden, so war es vom mexikanischen Außenministerium mitgeteilt worden. Yon Sosa war für die Entführung und Ermordung des bundesdeutschen Botschafters in Guatemala, Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti, Anfang April verantwortlich gemacht worden.
20. Mai
BRD 1970 – Es war ein neues Demonstrationsstrafrecht in Kraft getreten. Bei Straftaten in Zusammenhang mit Demonstrationen musste nun jeweils ein Nachweis der Beteiligung des einzelnen Beschuldigten erbracht werden.
20. Mai
DDR/Algerien 1970 – Die DDR und Algerien hatten im Rahmen eines offiziellen Besuchs des DDR-Außenministers Otto Winzer in Algerien die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart.
20. Mai
USA 1970 – In New York hatten Arbeiter für die Politik von US-Präsident Richard M. Nixon demonstriert. Nach zahlreichen Protesten gegen seine Politik, vor allem gegen den US-Einmarsch in Kambodscha, war dies eine der wenigen Großdemonstrationen, die seine Politik befürwortete.
21. Mai
BRD/DDR 1970 – In Kassel (Hessen) war es zum zweiten innerdeutschen Gipfeltreffen zwischen den Regierungschefs der beiden deutschen Staaten, DDR-Ministerpräsident Willi Stoph und Bundeskanzler Willy Brandt, gekommen.
21. Mai
BRD 1970 – Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hatte die populäre Unterhaltungssendung „Vergißmeinnicht“ mit Peter Frankenfeld zum letzten Mal ausgestrahlt.
21. Mai
USA 1970 – Mit einem neuartigen Elektronenmikroskop war in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal die Lokalisierung und fotografische Darstellung einzelner Atome in Molekülen gelungen.
22. Mai
Sowjetunion/BRD 1970 – Die Moskauer Gespräche, die zwischen dem Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Egon Bahr, und dem sowjetischen Außenminister Andrei A. Gromyko, zur Vorbereitung eines deutsch-sowjetischen Abkommens über gegenseitigen Gewaltverzicht geführt worden waren, endeten mit der Formulierung des „Bahr-Papiers“.
22. Mai
BRD 1970 – Ärzte in der Bundesrepublik durften künftig die künstliche Befruchtung bei verheirateten Frauen mit fremdem Spendersamen vornehmen. Dies hatte der 73. Deutsche Ärztetag beschlossen, der bis zum 27. Mai in Stuttgart (Baden-Württemberg) tagte.
23. Mai
West-Berlin1970 – Anlässlich des Tags der alliierten Streitkräfte war es im Anschluss an eine Militärparade, wie schon am 9. Mai, zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Tausenden von Polizisten und Demonstranten gekommen. Die Demonstration war ein scharfer Protest gegen den US-Einmarsch in Kambodscha, der am 30. April erfolgt war.
24. Mai
BRD/Bayern 1970 – Durch einen Volksentscheid war im Bundesland Bayern das aktive Wahlalter auf 18 Jahre herabgesetzt worden.
24. Mai
Judo 1970 – Der BRD-Judoka Klaus Glahn war in der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin zum dritten Mal Judo-Europameister im Schwergewicht geworden. Die Bundesrepublik hatte ihren Mannschaftstitel nicht verteidigen können. Diesen musste sie an die Sowjetunion abgeben.
24. Mai
Schweden 1970 – An der Königlichen Oper in Stockholm war die Oper „Hus med dubbel ingång“ (Das Haus mit den zwei Eingängen) von Hilding Rosenberg uraufgeführt worden.
25. Mai
BRD/International 1970 – Bundesaußenminister Walter Scheel, der sich zu routinemäßigen Konsultationen mit dem französischen Außenminister Maurice Schumann in Paris aufhielt, hatte erklärt, dass er zur Schlussphase der Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und der BRD über ein Gewaltverzichtsabkommen wohl schon in der ersten Juni-Hälfte in Moskau eintreffen werde.
26. Mai
Sudan 1970 – Alle im Land angesiedelten ausländischen Unternehmen waren verstaatlicht worden.
26. Mai
Sowjetunion 1970 – Bei einem Probeflug hatte ein Passagier-Überschallflugzeug des Typs TU 144 eine Reisegeschwindigkeit von 2150 km/h und damit die höchste je von einem Passagierflugzeug erreichte Geschwindigkeit erzielt. Dies hatte die sowjetische Nachrichtenagentur TASS berichtet.
26. Mai
BRD 1970 – Für 500.000 DM hatte junge Amateur-Archäologen das von ihnen gefundene Pfeiler-Grabmal des Lucius Publicius an die Stadt Köln verkauft.
27. Mai
BRD 1970 – Zwischen Regierung und Opposition war die Bundestagsdebatte über die Deutschland- und Ostpolitik gekennzeichnet von den verschärften Gegensätzen. Die Opposition hatte der Bundesregierung eine Annäherung an die sowjetischen Verhandlungslinie vorgeworfen und dass sie durch ihre Politik der Vorleistungen das Zerbröckeln der NATO heraufbeschwören würde. Bundeskanzler Willy Brandt hatte diesen und andere Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.
27. Mai
NATO 1970 – Der NATO-Ministerrat hatte in der italienischen Hauptstadt erklärt, dass der Westen zu Beratungen mit dem Ostblock über die Einberufen einer europäischen Sicherheitskonferenz bereit sei. Auch könnten Verhandlungen über eine beiderseitige ausgewogene Truppenreduzierung in Europa geführt werden. Voraussetzungen seien Zugeständnisse des Ostens bei den derzeitigen Gesprächen über Deutschland und Berlin.
27. Mai
BRD 1970 – Die dritte Volkszählung in der Bundesrepublik hatte eine Bevölkerungszahl von 58.528.000 Bürgern ergeben. Es war die bisher umfangreichste und teuerste Volkszählung gewesen. Neben den üblichen Fragen waren auch Fragen über die durchschnittliche Arbeitszeit und die Länge Arbeitsweges gestellt worden.
27. Mai
Rumänien 1970 – In fast allen Landesteilen war es zu schweren Überschwemmungen gekommen. Mehr als 200 Menschen hatten den Tod gefunden. Es waren 268.000 Menschen evakuiert worden.
27. Mai
Automobilrennsport 1970 – Das schwedisch-finnische Team Hannu Mikkula/Gunnar Palm auf Ford Escort gewann die sogenannte World-Cup-Rallye über 25.750 km durch drei Erdteile.
28. Mai
Österreich/Film 1970 – In Wien war der Film „Ludwig van“ von Mauricio Kagel zur Uraufführung gelangt. Der satirische Film des aus Argentinien emigrierten Vertreters des Instrumentalen Theaters war als Anti-Beethoven-Film missverstanden worden.
29. Mai
Europa 1970 – Die Außenminister der EG-Mitgliedsländer hatten in Viterbo bei Rom erste Schritte zu einer politischen Union beschlossen. Die Minister hatten sich zugleich über die Zusammensetzung der Europäischen Kommission ab 1. Juli geeinigt. Der Italiener Franco Maria Malfatti wurde Präsident. Neben Wilhem Haferkamp war der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ralf Dahrendorf, zweites Mitglied geworden.
29. Mai
Argentinien 1970 – Eine peronistische Gruppe entführte den ehemaligen Präsidenten Pedro Eugenio Aramburu, der einige Tage nach der Entführung, am 1. Juni, ermordet wurde.
30. Mai
Europa 1970 – Die europäische Währungsunion sollte bis 1980 zur Vollendung gebracht werden. So hatten sich in Rom die Wirtschafts- und Finanzminister der Länder geäußert. Bis dahin sollten auch feste Wechselkurse zwischen den europäischen Währungen wirksam sein.
31. Mai
Ceylon (Sri Lanka) 1970 – Die frühere Ministerpräsidentin Sirimawo Bandaranaike hatte nach dem Wahlsieg der Linkskoalition bei den Parlamentswahlen am 27. Mai die neue Regierung gebildet.
31. Mai
Peru/Chile 1970 – In Nord-Chile und Peru war es zu einem schweren Erdbeben gekommen, bei dem 66.000 Menschen ums Leben kamen. Mit dem Appell „Wir brauchen dringend Hilfe“ hatte sich der peruanische Präsident Juan Velasco Alvarado nach dem verheerenden Naturereignis an die Welt gewandt. In der Hauptstadt Huaraz der Region Ancash hatte es allein 10.000 Todesopfer gegeben und in der nordperuanischen Stadt Yungay waren bis zu 20.000 Menschen bei einem Bergsturz umgekommen. Vom Huascarán-Massiv war eine Schlamm-, Eis- und Gerölllawine mit 220 km/h bergab gestürzt, die erst nach 14 Kilometern zur Ruhe kam.
31. Mai
Fußball 1970 – In der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt war die neunte Fußball-Weltmeisterschaft vor 110.000 Zuschauern eröffnet worden.
31. Mai
Brasilien 1970 – In der brasilianischen Hauptstadt Brasília war die vom brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer kreisrund geplante Kathedrale von Brasília eingeweiht worden.  

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