1970 1971 1972 1973 1974 1970 1970 1977 1978 1979

April 1970 - Guatemala machte sich keine Freunde in der BRD

Kalender April 1970
 Bereits am 31. März war der deutsche Botschafter in Guatemala, Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti, von linksgerichteten Guerillas entführt worden. Am 5. April war sein Leichnam gefunden worden. Die Entführer hatten ihn ermordet, weil die guatemaltekische Regierung die Erfüllung der Forderungen verweigert hatte. Sie hatte jeden Kontakt mit den Entführern des Botschafters abgelehnt, obwohl sie von der Bundesregierung intensiv dazu gedrängt worden war. Nun half auch der Protest bei Präsident Julio Césat Méndez Montenegro nichts mehr, den Bundesaußenminister Walter Scheel eingelegt hatte. Zu Ehren des Grafen von Spreti wurde im Plenarsaal des Bundestags eine Trauerfeier abgehalten, an der Bundespräsident Gustav Heinemann, Bundeskanzler Willy Brandt, Bundesaußenminister Walter Scheel sowie weitere Mitglieder der Bundesregierung, der Bundestag und das diplomatische Korps teilnahmen. Der Botschafter erhielt ein Staatsbegräbnis und wurde posthum mit hohen deutschen und guatemaltekischen Orden geehrt.
<< März 1970

Mai 1970 >>

Wichtige Ereignisse im April 1970

1. April
BRD 1970 – Durch das Inkrafttreten des 1. Strafrechtsreformgesetzes war in der Bundesrepublik die Abschaffung der Zuchthausstrafe wirksam geworden.
1. April
BRD 1970 – In der bayerischen Landeshauptstadt München hatte der 87. Chirurgenkongress begonnen, der bis zum 4. April dauerte. Nuklearmedizinische Verfahren zur Diagnostik waren das Hauptthema des Kongresses. Diskutiert wurde außerdem über Noteingriffe, Brustkrebs, Magenoperationen und Gewebeersatz.
1. April
Marokko 1970 – Ein marokkanisches Verkehrsflugzeug war bei der Landung in Casablanca abgestürzt. Bei dem Unglück waren 60 Menschen ums Leben gekommen.
2. April
BRD 1970 – Das Institut für Werkstoffwissenschaften der Universität Erlangen/Nürnberg (Bayern) hatte von der VW-Stiftung Mittel für Untersuchungen über Schäden an Baudenkmälern durch Abgase erhalten.
3. April
Japan/Südkorea 1970 – Nachdem sie drei Tage gefangen gehalten worden waren, waren 99 Passagiere einer von linksradikalen japanischen Studenten nach Seoul (Südkorea) entführten japanischen Boeing 727 von den Entführern freigelassen worden. Der stellvertretende japanische Verkehrsminister Shinjiro Yamamura hatte erklärt, dass er bereit sei, sich als Geisel zur Verfügung zu stellen. Mit ihm waren die Entführer dann nach Nordkorea geflogen. Dort hatten sie politisches Asyl erhalten.
3. April
Finnland 1970 – Der sozialdemokratische Ministerpräsident Mauno Koivisto hatte aufgrund des Wahlergebnisses bei den Parlamentswahlen am 16. März seinen Rücktritt erklärt. Er war jedoch gebeten worden, die Regierungsneubildung abzuwarten und solange die Leitung des Kabinetts zu behalten.
3. April
Boxen 1970 – In der spanischen Hauptstadt Madrid hatte Box-Europameister Peter Weiland (BRD) seinen Schwergewichtstitel in der siebten Runde nach einer K. o.-Niederlage an den Spanier José Miguel Ibar Urtain verloren.
4. April
Schweiz/International 1970 – Die Gipfelkonferenz der Weltreligionen, die in Genf (Schweiz) getagt hatte, war mit der Gründung eines achtköpfigen Exekutivrates aus Christen, Buddhisten, Hindus, Juden und Moslems zur Intensivierung des weltweiten interreligiösen Dialogs zu Ende gegangen.
4. April
Österreich 1970 – In der Hauptstadt Wien war der Film „Götter der Pest“ von Rainer Werner Faßbinder uraufgeführt worden.
5. April
Guatemala/BRD 1970 – Der deutsche Botschafter in Guatemala, Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti, der am 31. März von linksgerichteten Guerillas entführt wurde, war tot aufgefunden worden. Die guatemaltekische Regierung hatte die Erfüllung der Forderungen der Entführer verweigert.
5. April
BRD/USA 1970 – Bundeskanzler Willy Brandt hatte während seines USA-Aufenthaltes vom 4. bis 11. April deutsche Luftwaffeneinheiten in El Paso (US-Bundesstaat Texas) besucht, bevor er zu politischen Gesprächen mit der US-Regierung nach Washington weiterreiste. Brandt hatte mit US-Präsident Richard M. Nixon Einigkeit über den Zusammenhang der Berlin-Verhandlungen der vier Mächte mit den Gesprächen der Bundesregierung mit der Sowjetunion, Polen und der DDR erzielt. Die bundesdeutsche Ostpolitik war von Nixon begrüßt worden.
5. April
BRD 1970 – Der von der bayerischen Landeshauptstadt München vergebene Munich Fashion Award wurde vergeben. Modepreisträger war Maria Bogner geworden.
6. April
Kanada/BRD 1970 – Bei seinem offiziellen Besuch in der Bundesrepublik, der bis zum 8. April dauerte, hatte der kanadische Außenminister Mitchell Sharp erklärt, dass er die Entspannungspolitik der Bundesregierung unterstütze. Außerdem erklärte er, dass Kanada keinen weiteren Truppen-Abzug aus Europa beabsichtigte.
7. April
Ungarn/Italien 1970 – Ein ungarischer Luftwaffenoffizier hatte im Tiefflug das ungarische Radarnetz durchbrochen und war mit seiner MIG 15 in Italien gelandet.
7. April
BRD/International 1970 – Aus Anlass des Weltgesundheitstages, dessen Thema „Kampf dem Krebs – Früherkennung rettet Leben“ war, war dazu ein Farbfilm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Bad Godesberg uraufgeführt worden.
7. April
Schweiz 1970 – Durch den Schweizerischen Landesverband für Leibesübungen und das Schweizerische Olympische Comité war in Bern die Stiftung Schweizer Sporthilfe ins Leben gerufen worden.
8. April
Israel/Ägypten 1970 – Bei einem israelischen Luftangriff auf ägyptische Militärlager im Nildelta war auch eine Schule getroffen worden. Bei dem Angriff waren 31 Kinder umgekommen. Ägypten hatte bei der UNO Protest eingelegt. Israel hatte daraufhin erklärt, dass die Schule in dem Militärlager untergebracht war.
8. April
USA 1970 – Mit 51 gegen 45 Stimmen hatte der US-Senat die Bestätigung der Ernennung von George Harold Carswell zum Richter am Obersten Bundesgericht der Vereinigten Staaten abgelehnt. Damit hatte der Senat bereits den zweiten Kandidaten nicht akzeptiert, den US-Präsident Richard M. Nixon vorgeschlagen hatte. Die Begründung der Ablehnung basierte u. a. darauf, dass Carswell mit einer 1948 von ihm gehaltenen Rede die Rassentrennung befürwortet hatte.
8. April
Polen/BRD 1970 – Eine fünfköpfige Delegation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter Leitung des DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter in der polnischen Hauptstadt Warschau eingetroffen, um ein erstes Kontaktgespräch mit dem Zentralrat der polnischen Gewerkschaften zu führen.
8. April
Japan 1970 – In Osaka hatte sich eine schwere Gas-Explosion ereignet, bei der 72 Menschen ums Leben gekommen waren.
8. April
USA/Film/International 1970 – In Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte die 42. Verleihung der Oscar-Filmpreise stattgefunden. Als bester Film war „Asphalt-Cowboy“ ausgezeichnet worden, der unter der Regie von John Schlesinger entstand. Schlesinger erhielt einen Oscar für die beste Regie. Für das beste Drehbuch (für „Asphalt-Cowboy“) bekam Waldo Salt ebenfalls einen Oscar.
8. April
Bergsteigen 1970 – Mit drei Lastwagen und einem Kleinbus war in München (Bayern) eine Bergsteigergruppe aufgebrochen, der u. a. Reinhold und Günther Messner angehörten. Die Gruppe wollte den Nanga Parbat (8125 m) im West-Himalaya (Pakistan) besteigen. Bezwungen werden sollte der Berg über die 4500 m hohe vergletscherte Rupal-Flanke. Der Münchener Arzt und Bergsteiger Karl Herrligkoffer leitete die 17-köpfige Expedition, bei der Günther Messner ums Leben kam.
8. April
Fußball 1970 – In Stuttgart (Baden-Württemberg) war ein Fußball-Länderspiel zwischen der BRD und Rumänien 1:1 vor 73.000 Zuschauern zu Ende gegangen.
9. April
BRD 1970 – Die Bundesregierung hatte Änderung der Inschrift der Olympiamünze beschlossen. Die ursprüngliche Inschrift „Spiele der XX. Olympiade in Deutschland“, gegen die der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Avery Brundage, Einspruch erhoben hatte, wurde in „Olympische Spiele 1972 in München“ geändert.
9. April
BRD 1970 – Durch den falschen Anschluss einer Rohrleitung in einer Chemikalien-Großhandlung in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) war Chlorgas ausgeströmt. Dadurch hatten 68 Menschen teils schwere Chlorgas-Vergiftungen erlitten.
10. April
Guatemala/BRD 1970 – Bundesaußenminister Walter Scheel hatte im Zusammenhang mit der Ermordung des bundesdeutschen Botschafters Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti durch gualtemaltekische Guerillas Protest bei Präsident Julio César Méndez Montenegro eingelegt. Die Regierung von Guatemala hatte jeden Kontakt mit den Entführern des Botschafters abgelehnt, obwohl die Bundesregierung sie intensiv dazu gedrängt hatte.
10. April
Griechenland 1970 – Ministerpräsident Georgios Papadopoulos hatte angekündigt, bis zum 21. April 350 deportierte Regimegegner freilassen zu wollen.
10. April
Rhodesien 1970 – Die Rhodesische Front von Premierminister Ian Smith hatte bei den ersten Parlamentswahlen seit der Ausrufung der Republik am 2. März die absolute Mehrheit errungen. Wahlberechtigt war nur ein geringer Teil der farbigen Bevölkerung.
10. April
Großbritannien/Musik 1970 – Auf einer Pressekonferenz hatte Paul McCartney, Bass-Gitarrist der „Beatles“, erklärt, dass er sich von der Gruppe trennen wollte. Damit brach sie endgültig auseinander. Als Grund für diesen Schritt hatte McCartney Differenzen mit den anderen Band-Mitgliedern und familiäre Verpflichtungen angegeben.
11. April
BRD 1970 – Der Parteitag der CSU hatte in der bayerischen Landeshauptstadt München erneut Franz Josef Strauß zum Vorsitzenden der Partei gewählt.
11. April
DDR/Somalia 1970 – Die DDR und der ostafrikanische Staat Somalia hatten beschlossen, diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Diplomatische Beziehungen unterhielt die DDR damit zu insgesamt 21 Ländern.
11. April
Finnland 1970 – Bei Versuchen an der Technischen Hochschule Helsinki hatten Tieftemperatur-Physiker einen Kälterekord von 0,0006 über dem absoluten Nullpunkt erreicht.
11. April
USA/Raumfahrt 1970 – Vom Kennedy Space Center war die „Apollo 13“-Mission gestartet.
12. April
Griechenland/Europa 1970 – Bei einem Prozess in der Hauptstadt Athen hatten 20 von 34 Angeklagten, die angeblich der Widerstandsbewegung Demokratische Verteidigung angehörten, hohe Zuchthaus- und Gefängnisstrafen. Norwegen, Schweden und Dänemark reichten beim Europarat schon vor der Urteilsverkündung eine Beschwerde gegen Athen ein.Darin war das Regime der Verletzung wichtiger Bestimmung der Menschenrechtskonvention durch den Massenprozess beschuldigt worden.
12. April
Schweiz 1970 – Eine Vorlage über das Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene war im Kanton Wallis aus Anlass einer Volksabstimmung mit 26.263 gegen 9895 Stimmen angenommen worden.
12. April
BRD/Film 1970 – Bei den 16. Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen), die bis zum 18. April dauerten, hatten 40 Länder mit 120 Filmen teilgenommen.
13. April
Guatemala/BRD 1970 – Im Plenarsaal des Bundestags hatten Bundespräsident Gustav Heinemann, die Bundesregierung, Bundestag und das diplomatische Korps an der Trauerfeier für den in Guatemala am 31. März ermordeten und vorab von guatemaltekischen Guerillas entführten Botschafter der BRD in Guatemala, Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti, teilgenommen.
13. April
Griechenland/Frankreich 1970 – Der als Gegner des Militärregimes in Griechenland inhaftierte Komponist Mikis Theodorakis war freigelassen worden und war daraufhin nach Paris geflogen.
13. April
USA/Raumfahrt 1970 – An Bord des US-amerikanischen Raumschiffs „Apollo 13“ war ein Sauerstofftank explodiert. Dadurch war das Kommandomodul der Fähre lahmgelegt worden. Die geplante Mondlandung musste aufgegeben werden.
14. April
Großbritannien 1970 – Schatzkanzler Roy Jenkins hatte dem Unterhaus das Budget für 1970/71 vorgelegt. Für Personen mit niedrigem Einkommen hatte Jenkins Steuererleichterungen, eine leichte Lockerung der Kreditbeschränkungen und eine Ermäßigung des Importdepots von 40 auf 30 Prozent ab 1. Mai bekanntgegeben. Ab 15. April war der Diskontsatz von 7,5 Prozent auf 7 Prozent gesenkt worden.
15. April
BRD 1970 – Gegen den Numerus clausus war es in 20 Städten Baden-Württembergs zu Schülerstreiks gekommen, die sich in den Folgetagen weiter ausweiteten.
16. April
USA/Sowjetunion 1970 – In der österreichischen Hauptstadt Wien hatten die USA und die Sowjetunion ihre zweite Verhandlungsrunde über eine Begrenzung der beiderseitigen strategischen Rüstung (SALT, Strategie Arms Limitations Talk)
16. April
Kambodscha/Nordvietnam 1970 – Kambodscha hatte die Vereinigten Staaten um Militärhilfe gebeten. Zwischen Regierungstruppen und kommunistischen Verbänden aus Nordvietnam sowie dem Vietcong tobten in mehreren Gebieten Kambodschas heftige Kämpfe.
16. April
BRD 1970 – Die Bundesregierung hatten den ersten Sozialbericht verabschiedet. Dieser legte den Rahmen für die mittelfristige Sozialpolitik fest.
16. April
BRD/Literatur 1970 – In Darmstadt (Hessen) hatte die dreitägige Generalversammlung des PEN-Zentrums in der BRD begonnen. Zum neuen Präsidenten war Heinrich Böll gewählt worden. Ehrenpräsidenten waren Richard Friedenthal und Dolf Sternberger geworden.
17. April
BRD/Jugoslawien 1970 – Wegen des Attentats am 30. Juni 1969, das ein jugoslawischer Gastarbeiter auf den Chef der jugoslawischen Militärmission in Berlin, Anton Kolendic, verübt hatte, war er zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
17. April
USA/Raumfahrt 1970 – Die „Apollo 13“ war nach dem Abbruch ihrer Mondmission problemlos im Pazifik zu Wasser gegangen, wo die Crew von der „USS Iwo Jima (LPH-2)“ aufgenommen worden war.
18. April
DDR/Zentralafrikanische Republik 1970 – Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen war von der Zentralafrikanischen Republik und der DDR vereinbart worden.
18. April
BRD 1970 – Gemäß der nun getroffenen Vereinbarung hatten die rund 340.000 Beschäftigten der Bekleidungsindustrie in der BRD eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 12,5 Prozent erhalten.
19. April
BRD/DDR 1970 – Über dem Gebiet der DDR hatte sich ein bundesdeutsches Sportflugzeug verirrt. Es war zur Landung gezwungen worden. An Bord hatten sich zwei Erwachsene und fünf Kinder befunden.
19. April
Kolumbien 1970 – Der Kandidat der regierenden Nationalen Front, Misael Pastrana Borrero, war mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt worden.
20. April
USA/Südvietnam 1970 – Innerhalb der kommenden zwölf Monate war der Abzug von weiteren 150.000 US-Soldaten aus Südvietnam geplant. Dies hatte US-Präsident Richard M. Nixon angekündigt. Nur noch 284.000 US-Soldaten sollten sich im Frühjahr 1971 in Südvietnam aufhalten.
20. April
BRD 1970 – Im zweiten Kölner Sachsenhausen-Prozess waren nach 15 Monaten die Urteile verkündet worden: Für frühere SS-Unterführer des Konzentrationslages Sachsenhausen waren fünf lebenslange Freiheitsstrafen, eine zehnjährige Freiheitsstrafe und zwei Freisprüche ausgesprochen worden.
20. April
Schweden/Island 1970 – Die Botschaft Islands in der schwedischen Hauptstadt Stockholm war von elf isländischen Studenten besetzt worden, die damit gegen die Mitgliedschaft ihres Landes in der NATO Protest einlegten. Sie waren von der Polizei aus der Botschaft geholt worden. Nach einem kurzen Verhör waren sie wieder auf freiem Fuß.
21. April
BRD 1970 – Als erstes Parlament in der Bundesrepublik hatte der niedersächsische Landtag seine vorzeitige Auflösung beschlossen. Zuvor hatten mehrere Parteiübertritte zur Handlungsunfähigkeit des Landtags und der SPD/CDU-Regierung geführt.
21. April
Österreich 1970 – Der SPÖ-Vorsitzende Bruno Kreisky hatte nach dem Wahlerfolg der Sozialisten im Land am 1. März nun eine SPÖ-Minderheitsregierung gebildet.
21. April
Sowjetunion 1970 – Parteichef Leonid I. Breschnew hatte in Moskau anlässlich der Feiern zum 100. Geburtstag von Wladimir I. Lenin umfangreiche Wirtschaftsreformen angekündigt. In allen sozialistischen Staaten hatte es Gedenkfeiern zu Lenins Geburtstag gegeben.
21. April
USA/Sowjetunion 1970 – Der Präsident des Vorstandes der US-amerikanischen Ford Motor Company, Henry Ford (II.), hatte sich auf Einladung des sowjetischen Staatlichen Komitees für Wissenschaft und Technik seit dem 12. April in der UdSSR aufgehalten. Den Ford-Werken war der Bau des weltweit größten Lkw-Werkes in der Sowjetunion angeboten worden. Nach längeren Verhandlungen war das Geschäft letztendlich doch nicht zustande gekommen.
22. April
Polen/BRD 1970 – In der polnischen Hauptstadt Warschau hatte die dritte Gesprächsrunde zwischen dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Georg Ferdinand Duckwitz, und Vertretern der polnischen Regierung über eine Verbesserung der Beziehungen beider Staaten begonnen.
22. April
Europa 1970 – Die Außenminister der EG hatten nach langwierigen Verhandlungen die Weinmarktordnung verabschiedet. Damit war die Voraussetzung für das Inkrafttreten der Finanzordnung des Gemeinsamen Agrarmarktes geschaffen worden. Geführt werden konnten nun auch Verhandlungen mit den Beitrittskandidaten.
22. April
Südafrika 1970 – Die regierende Nationalpartei unter Ministerpräsident Balthazar Vorster hatte bei den Parlamentswahlen ihre führende Stellung behaupten können. Die Links-Opposition verzeichnete einen überraschenden Stimmen-Gewinn.
22. April
Spanien/BRD 1970 – Bundesaußenminister Walter Scheel hatte bei seinem bis 23. April dauernden Besuch in Spanien dem Staatschef Francisco Franco Bahamonde die Bonner Ostpolitik erläutert.
22. April
Fußball 1970 – In Lausanne (Schweiz) hatte die spanische Nationalmannschaft 0:1 gegen die Schweiz in einem Fußball-Länderspiel gewonnen.
23. April
BRD/Norwegen 1970 – Zu einem zweitägigen Besuch war Bundeskanzler Willy Brandt in Norwegen eingetroffen. Am Folgetag hatte im Storting, dem norwegischen Parlament, eine Rede in norwegischer Sprache gehalten, in der er u. a. die Entspannungspolitik der Bundesregierung erklärt hatte.
24. April
Nordvietnam/Kambodscha 1970 – Die Regierungsarmee Kambodschas war durch das Vorrücken der nordvietnamesischen Truppen (40.000 Soldaten) und des Vietcong zunehmend in Bedrängnis geraten. Über diese Lage hatten die Vereinigten Staaten ihre Besorgnis geäußert.
24. April
Vatikan 1970 – Zwischen Anarchisten und der Polizei war es am Rande des eintägigen Besuchs, den Papst Paul VI. Sardinien abstattete, zu einer „Steinschlacht“ gekommen. Der Papst war im offenen Wagen stehengeblieben und hatte die Menge gesegnet, obwohl sein Auto von einigen Steinen getroffen worden war.
24. April
China/Weltraum 1970 – Mit dem Start des Satelliten „Dong Fang Hong“ war die Volksrepublik China die fünfte Weltraummacht geworden.
24. April
Gambia 1970 – Das westafrikanische Land Gambia war Republik geworden. Staatspräsident war Dawda Jawara geworden.
24. April
BRD 1970 – Die Hannove-Messe, die bis zum 3. Mai dauert, war von Bundeskanzler Willy Brandt eröffnet worden, da sich Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller einer mehrwöchigen Kur unterziehen musste.
24. April
DDR 1970 – Im Ost-Berliner Metropol-Theater gelangte das Musical „Bretter, die die Welt bedeuten“ von Gerhard Kneifel und Jürgen Degenhardt zur Uraufführung.
25. April
BRD 1970 – Auf der Hohensyburg bei Dortmund (Nordrhein-Westfalen) hatte ein Treffen rechtsgerichteter FDP-Politiker aus Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Zunehmend war dieser Hohensyburger Kreis in Widerspruch zur offiziellen FDP-Politik geraten. Er hatte sich auf Länder- und Bundesebene als National-Liberale Aktion (NLA) konstituiert.
25. April
BRD/Sport 1970 – In Mainz (Rheinland-Pfalz) war der Vorsitzende des Deutschen Turner-Bundes, der 61-jährige Wilhelm Kregel, zum neuen Präsidenten des Deutschen Sport-Bundes (DSB) gewählt worden. Der scheidende Willi Daume war Ehrenpräsident geworden.
26. April
BRD 1970 – Die SPD war bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein mit 43,5 Prozent bis auf 2 Prozent an die führende CDU (45,5 Prozent) herangerückt. Die FDP und die NPD verzeichneten erhebliche Verluste.
26. April
Ägypten/Israel 1970 – Ägyptische Kommandoeinheiten hatten zwei Mal innerhalb von 24 Stunden den Suezkanal überquer und israelische Stellungen angegriffen.
26. April
USA 1970 – Am Alvin Theatre in New York war das Musical „Company“ von Stephen Sondheim uraufgeführt worden. Das Libretto hatte George Furth geschrieben. Regie hatte Harold Prince geführt und die Choreographie hatte Michael Bennett geleitet.
27. April
USA 1970 – Der Mannschaftsstand der US-Truppen in Europa war auf etwa 300.000 Mann herabgesetzt worden. Dies besagten Angaben des Pentagon. Erreicht war damit der niedrigste Stand seit 1950, als noch 145.000 US-Soldaten in Europa stationiert waren.
27. April
BRD/Sambia 1970 – Der Präsident der ostafrikanischen Republik Sambia, Kenneth Kaunda, war zu einem neuntägigen Besuch in der Bundesrepublik eingetroffen.
28. April
Vatikan/BRD 1970 – Das päpstliche Motu proprio (Dekret) über die Mischehe war durch Indiskretion zwei Tage vor der vorgesehenen Veröffentlichung in der BRD bekannt geworden. Im Vatikan hatte dies Überraschung und Unwillen ausgelöst. Der Dispens konfessionsgemischter Ehen sollte in Zukunft nicht mehr vom Vatikan ausgesprochen werden. Stattdessen oblag er nun der Zuständigkeit der Ortsbischöfe.
29. April
BRD/DDR 1970 – Auf der Hannover-Messe war bekanntgegeben worden, dass die bundeseigene Salzgitter AG in DDR zwei Stahlwerke errichten würde. Dies war das Abschluss-Ergebnis der Verhandlungen des stellvertretenden Außenwirtschaftsministers der DDR, Heinz Behrendt, mit Vertretern der Wirtschaft der BRD gewesen.
29. April
Fußball 1970 – Im Wiener Prater-Stadion war Manchester City nach einem 2:1 über Gornik Hindenburg (Polen) Gewinner des Fußball-Europapokal der Pokalsieger geworden.
30. April
USA/Kambodscha 1970 – Um die kommunistischen Nachschubwege und Kommandozentralen zu zerstören, hatten US-Truppen auf Befehl von US-Präsident Richard M. Nixon in die Kampfhandlungen in Kambodscha eingegriffen. Beteiligt an dieser zeitlich begrenzten Aktion waren starke südvietnamesische Verbände gewesen.
30. April
BRD/DDR 1970 – Die Bundesregierung hatte die Verteuerung der Warenbezüge der DDR aus der Bundesrepublik beschlossen, um den innerdeutschen Handel zu sichern. Ab 1. Juli waren 6 Prozent Mehrwertsteuer erhoben worden. Die Bundespräferenzen erfuhren eine Erhöhung von 5 Prozent auf 11 Prozent.

April 1970 in den Nachrichten

>>>
Werbung 1970 Reklame
<< Das geschah 1969

Das geschah 1971 >>