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Guatemala
Guatemala ist ein Staat im Osten Zentralamerikas. Einst eine blühende Kolonie unter den Briten, wirtschaftete sich das Land nach und nach immer mehr in den Ruin. Mehr als dreißig Jahre Bürgerkrieg haben das Land in ein absolutes Chaos geführt.

Frühzeit
Um etwa 6500 v. Chr. finden sich die ersten menschlichen Spuren in Guatemala. Ab dieser Zeit war die Region immer wieder von mesoamerikanischen Kulturen unterschiedlichen Ursprungs geprägt. Ab dem ersten Jahrtausend v. Chr. finden sich die klassischen Kulturen der Olmeken und auch toltekische Einflüsse. Der Höhepunkt des prähistorischen Guatemala bildet die Maya-Kultur, deren Zentrum im mexikanischen Yucatan lag, aber auch in Guatemala zahlreiche Monumente hinterlassen hat. Von großer Bedeutung ist die Ruinenstadt Tikal. Um 900 zerfällt das Maya-Reich. Kleinere Völker bilden in den Hochtälern Guatemalas eigene Staaten wie Quiche, das bis ins 16. Jahrhundert bestand.

Neuzeit I
1511 erreichten die Spanier auf ihren Expeditionen Guatemala. Auf den Eroberungszügen der 1520er Jahre wurde das gesamte Gebiet spanische Kolonie. Während Hernan Cortes den Norden bis Honduras auf seiner 1524 begonnen Expedition eroberte, zog Pedro de Alvarado nach Süden und eroberte Guatemala und El Salvador. 1524 besiegten die Spanier das Quiche-Reich. Guatemala wurde in das Vizekönigreich Neuspanien integriert (1524). Aufgrund des Reichtums der Region konzentrierte sich die spanische Besetzung über Jahrhunderte auf Guatemala. Das Generalkapitanat Guatemala (Audiencia) verwaltete alle Kolonien von Mexiko bis nach Costa Rica.

Neuzeit II
1821 erklärte Guatemala seine Unabhängigkeit von Spanien und schloss sich dem Kaiserreich Mexiko an. 1823 scheiterte Agustin I. jedoch und das Reich löste sich auf. Zusammen mit anderen Staaten der Region bildete sich die Zentralamerikanische Konföderation, die bis 1840 Bestand hatte. 1838 zerfiel sie aber bereits durch einen internen Konflikt, der zum Krieg der Mitglieder führte. 1839 erklärte sich Guatemala zu einer unabhängigen Republik mit Rafael Carrera als Präsident. Guatemala übte auch faktisch die Regierung im benachbarten El Salvador aus. 1854 wurde Carrera Präsident auf Lebenszeit. Er ist der erste in einer langen Reihe von Präsidenten, die quasi diktatorisch herrschten. Sie werden als Caudillos bezeichnet. Carrera regierte bis 1865. Bereits 1871 konnte sich Justo Rufos Barrios an die Macht setzen. Er regierte bis 1885 und war vor allem für seine liberale Politik bekannt. Unter seiner Regierung wurde 1879 eine Verfassung eingeführt. Er suchte den Einfluss Guatemalas in El Salvador wieder herzustellen, das sich 1865 von dem Land gelöst hatte, scheiterte allerdings. Sein größter Verdienst war die Umstellung der Wirtschaft auf den Kaffeeexport. Damit wurde das Land zu einem wohlhabenden Staat. Auch nach ihm regierten verschiedene Caudillos weiter. Unter den Präsidenten des 20. Jahrhunderts wurde der US-amerikanische Einfluss verstärkt. Die United Fruit Company, die bereits in anderen zentralamerikanischen Staaten aktiv war, wurde auch in Guatemala zugelassen. 1930 kam es zu einem Putschversuch. Ein Jahr später konnte sich Jorge Ubico Castaneda an die Macht kommen, der als Diktator bis 1944 regierte. Er schaltete die Opposition aus und ließ viele Intellektuelle verfolgen. 1951 kam Jacobo Arbenz Guzman an die Macht. Er suchte die Bauern hinter sich zu vereinen, indem er die amerikanischen Firmen verstaatlichen wollte. Zu Zeiten des Kalten Krieges hatten die USA jedoch Angst, ihren Einfluss in Zentralamerika zu verlieren. Sie intervenierten 1954, griffen Guatemala-Stadt an und setzen Guzman ab.

Moderne
Die amerikanische Intervention verhinderte jedoch keineswegs, dass Guzman weitere Militärdiktatoren folgten. Tatsächlich unterstützten die USA diese Regierungen, um sie als Bollwerk gegen die Sowjetunion zu nutzen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts radikalisierten sich die Militärdiktatoren mehr und mehr und es kam zu blutigen Angriffen auf das eigene Volk. Allen Militärdiktatoren war gemeinsam, dass sie das Aufkeimen einer linken Opposition zu unterdrücken suchten und eine sehr konservative Politik vertraten. 1960 brach der Guatemaltekische Bürgerkrieg aus, der bis 1996 andauern sollte. Verschiedene politische Kräfte, aber auch Militärdiktatoren bekämpften sich gegenseitig, lösten sich ab und verstärkten das politische Chaos im Lande zunehmend. In den Achtziger Jahren kam es aber auch zu einer vermehrt liberalen Politik. Zum einen schwand der Einfluss der USA, die im Zuge der Annäherung an die Sowjetunion nicht mehr in Zentralamerika intervenierten. Zudem suchte Guatemala das britische Belize anzugliedern. Unter General Efrain Rios Montt eskalierte der Bürgerkrieg und es kam zum Massaker an der Bevölkerung. Nach massivem internationalem Druck konnte die UNO die Bürgerkriegsparteien 1996 zum Friedensschluss bewegen. Nach 1996 regierten die Präsidenten weiter im autoritären Stil, allerdings zeichnete sich eine Demokratisierung ab. Das Land war nach dem Krieg vollkommen zerstört. 2005 traf Hurrikan Stan das gebeutelte Land und vernichtete die Kaffeeernte. Guatemala hatte es bislang nicht vermocht, die sozialen und wirtschaftlichen Probleme wirklich anzugehen.
 
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