März 1970 - Misslungene Flucht und hoher Besuch in Erfurt

Kalender März 1970
Es war ein internationaler Erfolg, der gemeldet wurde: Nach Hinterlegung der Ratifikationsurkunden durch Großbritannien, die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion sowie 40 weitere Länder war der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen – Atomwaffensperrung – in Kraft getreten. Politisch nicht gleichwertig, aber wohl dennoch für die Beteiligten großartig: In Anwesenheit illustrer Gäste hatte in London Madame Tussaud mit einem festlichen Bankett das 200-jährige Bestehen ihres Wachsfigurenkabinetts gefeiert. Dabei hatten sich etwa die Hälfte aller Anwesenden in Wachs bewundern können. Derweil wurde in der Bundesrepublik mit heftigen Schneefällen gekämpft. Die hatten nämlich auf den Straßen ein Verkehrschaos angerichtet. Letztendlich wurden es dann ja auch „weiße Ostern“. Wenigstens wussten seit diesem Monat die Rechtsanwälte in der BRD, wie sie sich vor Gericht zu kleiden hatten. Keine modischen Ausrutscher, die Anwaltstracht war Pflicht! So entschied der Bundesverwaltungsgerichtshof.
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Wichtige Ereignisse im März 1970

1. März
Österreich 1970 – Mit einem Erfolg für die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) war die Nationalratswahl zu Ende gegangen. Unter der Führung von Bruno Kreisky war die SPÖ zwar stärkste Partei geworden, hatte aber die absolute Mehrheit verfehlt. Dennoch war es das bisher beste Nachkriegsergebnis für die SPÖ.
1. März
DDR/BRD 1970 – Für die bundesdeutschen Aussteller war es bei der nun eröffneten Leipziger Frühjahrsmesse vor allem um eine Intensivierung des innerdeutschen Handels gegangen. Besonders einige große Hersteller der Elektrotechnik und des Maschinenbaus hatten hier gute Chancen gesehen. Die Lieferungen an die DDR sollten eine Steigerung im laufenden Jahr erwartungsgemäß um 15 Prozent erfahren.
1. März
Schweiz 1970 – Im Kanton Bern war durch eine Volksabstimmung der Verfassungszusatz über das Selbstbestimmungsrecht des jurassischen Landesteils angenommen worden.
1. März
Ceylon 1970 – Vor der Küste Ceylons (seit 1972: Republik Sri Lanka) waren bei einem Bootsunglück 61 Pilger ertrunken.
2. März
Rhodesien 1970 – Die ehemalige britische Kolonie (seit 1980: Republik Simbabwe) hatte sich fünf Jahre nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung zur Republik erklärt. Viele Staaten boykottierten den Staat, Anerkennung erhielt er nur von Südafrika.
2. März
BRD/Großbritannien 1970 – Bundeskanzler Willy Brandt hatte sich bis zum 4. März zu einem dreitägigen Besuch in London aufgehalten. In den Gesprächen mit der britischen Regierung waren Fragen der Europa-, Deutschland- und Ostpolitik thematisiert worden. Erzielt werden konnte ein „hohes Maß an Übereinstimmung“.
3. März
BRD/Jugoslawen 1970 – Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller hatte bei seinem dreitägigen Besuch in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad wirtschaftspolitische Verhandlungen geführt. Schiller war zum Abschluss seines Besuchs von Staatspräsident
Josip Broz Tito empfangen worden.
4. März
West-Berlin 1970 – Wegen Unstimmigkeiten mit dem Senat war der (West-)Berliner Schulsenator Carl-Heinz Evers von seinem Amt zurückgetreten. Kürzungen beim Etat für den Schulneubau in der mittelfristigen Finanzplanung waren der Grund für seinen Rücktritt.
4. März
Frankreich/International 1970 – Das französische Unterseeboot „Eurydice“ mit 57 Seeleuten an Bord war bei einer Tauchübung vor Saint Tropez im Mittelmeer gesunken. Bei den Bergungsarbeiten konnten zunächst nur Wrackteile gefunden werden. Die französische Marine hatte technisches Versagen vermutet.
4. März
Großbritannien/BRD 1970 – Für Herbst 1970 hatte die britische Regierung die Verstärkung der britischen Rheinarmee in der BRD bekanntgegeben. Mit dieser Maßnahme sollte der Abzug kanadischer Truppen ausgeglichen werden.
4. März
Niederlande/International 1970 – Die Außenminister der Bundesrepublik, der Niederlande und Großbritanniens hatten im niederländischen Almelo ein Übereinkommen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Nutzung des Gaszentrifugenverfahrens zur Herstellung angereicherten Urans unterzeichnet.
4. März
BRD/Marokko 1970 – Zum ersten Mal hatte das Kernenergie-Forschungsschiff „Otto Hahn“ Ladung in seinen Heimathafen Hamburg gebracht. Es handelte sich um 9.000 Tonnen Phosphor aus Marokko.
5. März
International 1970 – Nach Hinterlegung der Ratifikationsurkunden durch Großbritannien, die USA, die Sowjetunion sowie 40 weitere Länder war der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (Atomwaffensperrvertrag) in Kraft getreten.
5. März
BRD 1970 – Bei der Zulassung zum Studium an den Hochschulen des Landes sollten die Absolventen bayerischer Gymnasien bevorzugt werden, dafür hatte sich der bayerische Kultusminister Ludwig Huber grundsätzlich ausgesprochen. Ausgangspunkt für derartige Überlegungen, die Huber mit den Rektoren diskutierte, war die Tatsache, dass sehr viele Studenten aus anderen Bundesländern in Bayern immatrikuliert waren, während nur relativ wenige aus Bayern Stammende außerhalb des eigenen Bundeslandes ein Studium aufnahmen.
5. März
Großbritannien 1970 – In Anwesenheit illustrer Gäste hatte in London Madame Tussaud mit einem festlichen Bankett das 200-jährige Bestehen ihres Wachsfigurenkabinetts gefeiert. Etwa die Hälfte der Anwesenden hatte sich dabei in Wachs bewundern können.
6. März
BRD 1970 – Zur Steuerung der Hochkonjunktur hatte die Bundesbank ihren kreditpolitischen Kurs verschärft. U. a. war der Diskontsatz von 6 auf 7,5 Prozent erhöht worden.
6. März
BRD 1970 – Der Goldene Adolf-Grimme-Preis war an Peter Zadek, Tankred Dorst und Wilfried Minks für die Produktion des Fernsehspiels „Rotmord“ (WDR) gegangen sowie an Hans Gottschalk und Rainer Erler für „Der Attentäter“ im SDR.
6. März
BRD 1970 – Anhaltende Schneefälle hatten wie bereits im Januar und Februar ein erneutes Verkehrschaos auf bundesdeutschen Straßen angerichtet.
7. März
Japan 1970 – In der Stadt Kamakura war erstmals die Hängebahn Shonan Monorail in Betrieb gewesen.
7. März
BRD 1970 – An den Kammerspielen in Frankfurt am Main (Hessen) war das Stück „Omphale“ von Peter Hacks zur Uraufführung gelangt. Auf das Stück hatte die Kritik zwiespältig reagiert.
7. März
USA 1970 – Die dreieinhalb Minuten dauernde „Sonnenfinsternis des Jahrhunderts“ war von Millionen US-Amerikanern beobachtet worden.
8. März
Zypern/Griechenland 1970 – Auf den zypriotischen Präsidenten, Erzbischof Makarios III., war ein Anschlag verübt worden, dem dieser unverletzt entgangen war. Die Attentäter entkamen unerkannt. Beobachter hatten vermutet, dass hinter dem Attentat die verbotene rechtsgerichtete Nationale Front gestanden hatte. Diese kämpfte für den Anschluss Zyperns an Griechenland.
8. März
BRD 1970 – Im Württembergischen Staatstheater/Großes Haus war das Ballett „Brouillards“ (Nebel) von John Crankos zur Uraufführung gelangt. Dieses Ballett in zehn Bildern war nach Musik von Claude Debussy entstanden.
9. März
Polen/BRD 1970 – Die vertraulichen Gespräche über das deutsch-polnische Verhältnis, die im Februar begonnen hatten, waren vom Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Georg Ferdinand Duckwitz bis zum 11. März fortgesetzt worden.
10. März
BRD/DDR 1970 – Zwei DDR-Bürger – das Ehepaar Christel und Eckhard Wehage – hatten ein Flugzeug der DDR von Ost-Berlin in den Westen entführen wollen. Das Ehepaar wollte den Piloten zum Weiterflug nach Hannover zwingen. Der Versuch scheiterte und weil der Pilot ihre Forderungen nicht erfüllte, hatten die beiden Entführer, noch in der Maschine, Selbstmord begangen.
10. März
UNO/BRD 1970 – Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hatte das Jahr 1970 zum internationalen Erziehungsjahr erklärt. Die Schirmherrschaft für die Bundesrepublik hatte Bundeskanzler Willy Brandt übernommen.
10. März
DDR 1970 – Auf einer Tagung in Ost-Berlin hatte die Regionalsynode Ost der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg die größere Verselbständigung der Ost-Berliner Kirche beschlossen. Gleichzeitig hatte die Regionalsynode die Forderung der DDR-Behörden mit Entschiedenheit abgelehnt, die eine völlige Trennung von den West-Berliner Gemeinden anstrebte.
11. März
BRD 1970 – Der Deutsche Bundestag hatte den FDP-Abgeordneten Fritz-Rudolf Schultz zum neuen Wehrbeauftragten gewählt. Schultz trat die Nachfolge von Matthias Hoogen an.
11. März
BRD 1970 – Der Deutsche Bundestag hatte in zweiter und dritter Lesung beschlossen, den Beitrag der Rentner zur Krankenversicherung in Höhe von 2 Prozent der Rentenbezüge, rückwirkend vom 1. Januar 1970 an zu streichen. Der Beitrag war 1968 eingeführt worden.
11. März
Polen/Österreich 1970 – Von einem Wiener Gericht waren zwei junge Polen, die im November 1969 ein polnisches Verkehrsflugzeug entführt hatten, zu einer 24- bzw. 27-monatigen Zuchthausstrafe verurteilt worden.
11. März
BRD/USA 1970 – US-Botschafter Kenneth Rush hatte im Bundeswirtschaftsministerium dem Parlamentarischen Staatssekretär Klaus von Dohnanyi Mondgestein von Apollo 12 überreicht. Die Proben sollten von deutschen Wissenschaftler analysiert werden.
11. März
Schweiz/International 1970 – Zum ersten Mal hatte der Genfer Autosalon den lange erwarteten Monteverdi 450 SS präsentiert. Das Auto hatte mit einem 450-PS-Chrysler-Motor eine Geschwindigkeit von 280 km/h erreicht.
11. März
West-Berlin/Film 1970 – Die Filmförderungsanstalt prämiierte die Spielfilme „Katzelmacher“ von Rainer Werner Fassbinder und „Ich bin eine Elefant, Madame“ von Peter Zadek.
12. März
Schweden/BRD 1970 – Begleitet von seiner Frau war der schwedische Ministerpräsident Olof Palme zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in der Bundesrepublik eingetroffen. Die Beziehungen Schwedens zur EG, vor allem zu einer um Großbritannien, Dänemark und Norwegen erweiterten Gemeinschaft bildeten den Kernpunkt der Gespräche des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Willy Brandt.
12. März
BRD 1970 – Über die Thesen von Bundeswissenschaftsminister Hans Leussnik für ein neues Hochschulrahmengesetz hatte im Bundestagsausschuss für Bildung und Wissenschaft ein dreitägiges öffentliches Hearing begonnen. Dabei waren der Wissenschaftsrat, der Bildungsrat, die Bundesassistentenkonferenz, politische Studentenverbände u. a. bei dem Hearing vertreten.
13. März
Kambodscha/Nordvietnam 1970 – Die Regierung unter Ministerpräsident Lon Nol hatte Nordvietnam und den Vietcong ultimativ zum Truppenabzug bis zum 15. März aus dem neutralen Kambodscha aufgefordert, nachdem es am 11. März in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh zu heftigen Demonstrationen gegen die Anwesenheit nordvietnamesischer Verbände in Kambodscha gekommen war.
13. März
Skisport 1970 – Zum zweiten Mal hatte Karl Schranz (BRD) den Weltcup der alpinen Skiläufer gewonnen.
14. März
BRD 1970 – Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Oberschlesischen Landsmannschaft, Herbert Czaja, war zum neuen Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV) gewählt worden.
14. März
Japan/International 1970 – In Osaka hatte Kaiser Hirohito die Weltausstellung Expo 70 eröffnet.
15. März
BRD 1970 – Die Freundeskreise der CSU, die sich in den letzten Wochen in fast allen Bundesländern (außer Bayern) gebildet hatten, hatten im Restaurant des Flughafens Köln-Wahn einen Bundesverband gebildet.
15. März
BRD 1970 – Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Willi Daume, hatte die Aktion „Trimm dich durch Sport“ eröffnet.
16. März
Finnland 1970 – Die bürgerlichen Parteien hatten bei den Parlamentswahlen einen unerwarteten Erfolg erzielt. Die bisher regierenden Sozialdemokraten waren die stärkste Fraktion geblieben, obwohl sie Verluste einstecken mussten.
16. März
Schweiz 1970 – Für ausländische Arbeitnehmer war vom Bundesrat eine schärfere Regelung vom Bundesrat beschlossen worden. Verhindert werden sollte durch die Beschränkung des Zuzugs eine weitere Zunahme der ausländischen Bevölkerung.
16. März
BRD 1970 – Der sauerländische Kreis Meschede (Nordrhein-Westfalen) war wieder frei von Pocken. Die Seuche war Mitte Januar aus Pakistan eingeschleppt worden. Vier Menschen starben daran. Durch die Pocken entstand dem Fremdenverkehr sowie dem Groß- und Einzelhandel ein enormer Einnahmeausfall in einer Höhe von mindestens 4 Millionen DM.
17. März
Ungarn/BRD 1970 – Zu einem fünftägigen Besuch in der Bundesrepublik war als erstes ungarisches Kabinettsmitglied der Außenminister Jozsef Biro eingetroffen. Bei den bis zum 21. März andauernden Gesprächen mit Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller stand der Ausbau der Handelsbeziehungen im Mittelpunkt.
17. März
BRD 1970 – Der Landtag in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) hatte unter Polizeischutz und angesichts mehrerer tausend demonstrierender Studenten mit den Stimmen der SPD und FDP gegen die CDU das umstrittene Hochschulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen verabschiedet. Über ihre Verfassung entschieden die Universitäten dann selbst. Weil es u. a. die studentische Mitbestimmung nicht festgeschrieben hatte, war das Gesetz von den Studenten abgelehnt worden.
18. März
Kambodscha/Nordvietnam 1970 – Nordvietnam und der Vietcong hatten es abgelehnt, ihre Truppen aus Kambodscha abzuziehen. Daraufhin hatte die kambodschanische Nationalversammlung den Ausnahmezustand proklamiert. Staatsched Norodom Sihanouk, der gerade im Ausland weilte, war für abgesetzt erklärt worden. Sein Amt hatte vorerst der Präsident der Nationalversammlung, Cheng Heng, übernommen. Dieser hatte im Rundfunk die Fortsetzung der Neutralitätspolitik Kambodschas erklärt.
18. März
BRD 1970 – SPD und FDP hatten gegen die Stimmen der CDU/CSU-Opposition das 3. Strafrechtsreformgesetz verabschiedet. Es hatte eine Liberalisierung des Demonstrationsrechts zum Inhalt. Die Regierungsfraktionen hatten zugleich eine Amnestie für Demonstrationsdelikte nach dem alten Recht beschlossen. Beide Gesetze sollten am 20. Mai in Kraft treten.
18. März
West-Berlin 1970 – Etwa 3.000 Schüler hatten gegen den „Bildungsnotstand“ demonstriert. Die Demonstranten waren mit roten Fahnen und Transparenten mit der Aufschrift „Stoppt den Panzerkauf – baut neue Schulen auf“ zu Technischen Universität (TU) marschiert. Dort veranstalteten sie ein Teach-in.
19. März
BRD/DDR 1970 – Im thüringischen Erfurt hatten sich im Hotel „Erfurter Hof“ der Bundeskanzler Willy Brandt und der DDR-Ministerpräsident Willi Stoph zu einem ersten innerdeutschen Gipfelgespräch getroffen. In den Medien war dieses erste Treffen als „historisch“ bewertet worden.
19. März
Jugoslawien/Europa 1970 – In Brüssel (Belgien) hatte Jugoslawien als erstes kommunistisches Land ein Handelsabkommen mit der Europäischen Gemeinschaft (EG) unterzeichnet.
20. März
Sowjetunion/Ägypten 1970 – Die Sowjetunion hatte Ägypten mit einem neuen Boden-Luft-Verteidigungssystgem ausgestattet, das aus SAM-3-Raketen bestand. Dies war aus einem Bericht der „New York Times“ hervorgegangen. Um dieses System zu installieren und zu bedienen, hatten sich 1.500 sowjetische Techniker in Ägypten befunden. Der Bericht hatte in Israel Bestürzung und Unruhe hervorgerufen. Daraufhin waren die Luftangriffe auf ägyptische Stellungen am Suezkanal verstärkt worden.
20. März
USA/Weltraum 1970 – Mit Erfolg hatte der neue US-amerikanische Raumtransporter X 24 A seinen ersten Flug absolviert.
20. März
BRD 1970 – Eine der modernsten Abfertigungsanlagen der internationalen Luftfahrt war auf dem Flughafen Köln/Bonn ihrer Bestimmung übergeben worden. Eröffnet worden war die Anlage in Anwesenheit von Bundespräsident Gustav Heinemann, Bundesverkehrsminister Georg Leber und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Heinz Kühn.
21. März
BRD/Sowjetunion 1970 – Die erste Gesprächsrunde über einen deutsch-sowjetischen Gewaltverzichtsvertrag mit Staatssekretär Egon Bahr war in Moskau beendet worden. Vereinbart worden war zunächst die Errichtung von Generalkonsulaten in Hamburg und Leningrad (heute: Sankt Petersburg).
21. März
BRD 1970 – Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) hatte auf einer öffentlichen Versammlung in Frankfurt am Main (Hessen) seine Selbstauflösung beschlossen.
21. März
Musik/International 1970 – Die irische Sängerin Dana Brown (eigtl. Rosemary Brown) hatte mit dem Lied „All Kinds of everything“ in Amsterdam (Niederlande) den Grand-Prix-Eurovision de la Chanson gewonnen. Katja Ebstein aus der Bundesrepublik hatte den dritten Platz belegt mit dem Titel „Wunder gibt es immer wieder“.
22. März
BRD 1970 – Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl hatten die Sozialdemokraten zwar Verluste verzeichnet, jedoch hatten sie die absolute Mehrheit behalten. Herbert Weichmann hatte einen SPD/FDP-Senat gebildet und war zum Ersten Bürgermeister gewählt worden.
23. März
Kambodscha 1970 – Von Peking (China) aus hatte Prinz Norodom Sihanouk, der am 18. März als Staatschef von Kambodscha abgesetzt worden war, zum Kampf gegen Lon Nol aufgerufen und die Bildung einer „nationale Befreiungsarmee“ angekündigt. Es war in Kambodscha zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern Sihanouks und Regierungstruppen gekommen.
23. März
Kongo 1970 – Regierungstreue Truppen hatten in der Volksrepublik Kongo (Brazzaville) einen Umsturzversuch vereitelt. Die Putschisten unter der Führung von Pierre Kikanga besetzten den Rundfunksender in Brazzaville und erklärten Präsident Marien Ngouabi für gestürzt. Kikanga war 1968 nach einem Putschversuch zum Tode verurteilt worden, hatte jedoch fliehen können. Seitdem hatte er in Kongo (Zaire) gelebt.
24. März
Dominikanische Republik 1970 – Auf einer Polobahn in Santo Domingo war der US-Luftwaffenattaché in der Dominikanischen Repbulik, Oberstleutnant Donald Crowley, von Guerilla-Kämpfern entführt worden. Gegen 24 politische Häftlinge war Crowley im Austausch später wieder wieder freigelassen worden.
24. März
Finnland/Europa 1970 – Die Regierung Finnlands hatte mitgeteilt, dass sie sich nicht an der Wirtschaftsgemeinschaft Nordek beteiligen würde. Der Beschluss war damit begründet worden, dass andere nordische Länder, die sich in Nordek zusammengeschlossen hatten, nun über einen EG-Beitritt verhandelten.
24. März
BRD 1970 – Am Württembergischen Staatstheater/Großes Haus in Stuttgart war „Poème de l‘Extase“ von John Cranko zur Uraufführung gelangt. Das Ballett in zwei Szenen war mit einer Musik von Alexandr Skrjabin entstanden.
25. März
BRD/Justiz 1970 – Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe im „Robenstreit“ hatten Rechtsanwälte in der BRD die Pflicht, vor Gericht in ihrer Amtstracht zu erscheinen.
25. März
USA 1970 – In New York war bei einer Auktion im großen Ballsaal des Waldorf-Astroia-Hotels die bisher teuerste Briefmarke der Welt versteigert worden. Für die berühmte weinrote British-Guyana Ein-Cent-Marke hatte ein US-amerikanischer Sammler 280.000 US-Dollar (rund 1 Million DM) bezahlt.
25. März
Brasilien 1970 – Durch ein Dekret des Präsidenten Emílio Garrastazu Médici hatte das Land sein maritimes Hoheitsgebiet von zwölf auf 200 Seemeilen erweitert.
26. März
DDR/BRD/West-Berlin 1970 – Die Botschafter der drei Westmächte in der Bundesrepublik und der sowjetische Botschafter in der DDR hatten in West-Berlin Verhandlungen zu einem Berlin-Abkommen aufgenommen (Vier-Mächte-Gespräche). Geklärt werden soll der künftige Status der Stadt. Die Berlin-Frage sollte im Entspannungsprozess zwischen Ost und West kein Störfaktor sein.
27. März
West-Berlin/DDR/International 1970 – Nach Aufnahme der Vier-Mächte-Gespräche in West-Berlin am Vortag hatte das Allied Travel Board (Alliiertes Reiseamt) seine Arbeit eingestellt. Damit war DDR-Einwohnern die Reise in NATO-Ländern erleichtert worden. Die Westalliierten hatten dies als einen Schritt zur Verbesserung der Atmosphäre begründet.
27. März
Libanon 1970 – Zwischen Angehörigen der Falange-Organisation, dem militärischen Flügel der rechtsgerichteten christlichen Kataib-Partei und palästinensischen Freischärlern war es in der Hauptstadt Beirut zu heftigen Kämpfen gekommen. Dabei waren 40 Menschen umgekommen. Von den seit Tagen andauernden Unruhen im Land war dies der vorläufige Höhepunkt gewesen.
28. März
Kambodscha/Nordvietnam 1970 – Verbände des kommunistischen Vietcong und Nordvietnams, die in Kambodscha standen, hatten die Regierungstruppen angegriffen.
28. März
Österreich 1970 – Die Verwaltungskommission hatte die „Durchleuchtung“ der Ministerien“ abgeschlossen. Danach sollte die Auflösung von 398 Dienststellen erfolgen sowie die Einsparung von 5.217 Dienstposten.
28. März
Dänemark 1970 – Zusammen mit König Frederik, ihren Töchtern Kronprinzessin Margarete, Prinzessin Benedikte und den Schwiegersöhnen Prinz Henrik und Prinz Richard hatte Königin Ingrid von Dänemark ihren 60. Geburtstag in Ostafrika gefeiert.
28. März
Türkei 1970 – In der Provinz Kütahya war es einer schweren Erdbebenkatastrophe gekommen. Dabei war die Stadt Gediz fast völlig zerstört worden. Rettungsmannschaften bargen mehr als 2.000 Tote.
29. März
BRD 1970 – Für die Wettervorhersage wurde nach Einführung des Farbfernsehens von ARD und ZDF nun eine Karte von Europa ohne Grenzen benutzt. Bisher hatte die Sender auf ihren Wetterkarten die Grenzen des Deutschen Reichs von 1937 gezeigt.
29. März
BRD 1970 – In weiten Teilen der Bundesrepublik waren „weiße Ostern“ gefeiert worden. Der Osterverkehr war von heftigen Schneefällen behindert worden.
30. März
USA 1970 – Das Musical von Charles Strouse, „Applause“ („Beifall“) war im New Yorker Palace Theatre zur Uraufführung gelangt. Das Libretto hatten Betty Comden und Adolphe Green geschrieben. Ron Field lieferte die Choreographie und hatte Regie geführt.
30. März
Eishockey 1970 – In der schwedischen Hauptstadt Stockholm war die Sowjetunion zum zehnten Mal Eishockey-Weltmeister geworden (zum achten Mal in Folge seit 1963). Gastgeber Schweden hatte vor der CSSR die Silbermedaille gewonnen.
31. März
BRD/Guatemala 1970 – Der bundesdeutsche Botschafter in Guatemala, Karl Borromäus Maria Heinrich Graf von Spreti, war von Guerilla-Kämpfern entführt worden. Die Auslösungsverhandlungen mit der guatelmatekischen Regierung waren gescheitert. Daraufhin war der Botschafter am 5. April 1970 ermordet worden.   

März 1970 in den Nachrichten

Brandts Aufbruch
Süddeutsche Zeitung
Das Misstrauen milderte sich im März 1970 keineswegs, als eine begeisterte Menge während des DDR-Besuchs des Kanzlers in Erfurt "Willy, Willy! 
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