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September 1970 - Ein Weihbischof trat zurück

Kalender September 1970
Zwar war ein Ermittlungsverfahren gegen Weihbischof Matthias Defregger von der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I eingestellt worden. Man hatte Defregger die Mitwirkung an der Erschießung von 17 italienischen Zivilisten in dem Abruzzendorf Filetto di Camarda vorgeworfen. Nach der Vernehmung von 237 deutschen, italienischen und österreichischen Zeugen war „die strafrechtliche Unschuld“ Defreggers „erwiesen“. Dennoch war Defregger als Regionalbischof in der Münchener Erzdiözese zurückgetreten. Letztendlich war allein schon die womögliche Verwicklung in die Erschießung ein hässlicher Fleck auf seiner weißen Weste, auch wenn er als Hauptmann der Wehrmacht versucht hatte, diese Erschießung abzumildern. Seiner Bekanntheit als volkstümlicher Prediger, bayerischer Patriot und großer Marienverehrer hatte das Verfahren kaum Abbruch getan. Seine Nachfolge hatte Gerhard Gruber (*1928) angetreten.
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Wichtige Ereignisse im September 1970

1. September
Jordanien 1970 – Die Spannungen zwischen palästinensischen Freischärlern und dem jordanischen Regime unter Hussein II. nahmen ständig zu. Hussein II. war nur knapp einem Attentat entgangen, als seine Wagenkolonne von palästinensischen Untergrundkämpfern beschossen worden war.
1. September
Guinea 1970 – Eine Choleraepidemie hatte in dem westafrikanischen Land bereits mehr als 100 Menschenleben gefordert. Registriert waren mehr als 2.000 Erkrankungen.
1. September
BRD 1970 – In Hannover (Niedersachsen) hatte die „Aktion der Straßenkunst“ mit der Enthüllung der „Nanas“ der französischen Bildhauerin Niki de Saint-Phalle begonnen. Die Aktion dauerte bis zum 31. August 1973.
2. September
Indien 1970 – Das Parlament des Landes hatte mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit einer Verfassungsänderung zugestimmt, nach der die 279 indischen Maharadschas (Großfürsten) künftig den anderen Bürgern gleichgestellt waren. Das hatte das Parlament den Maharadschas jährliche staatliche Zuwendungen in Höhe von insgesamt 24 Millionen DM gestrichen und ihnen ihre bisherigen Privilegien wie z. B. die Befreiung von allen Steuern, entzogen.
3. September
USA/gypten 1970 – Die Vereinigten Staaten hatten Ägypten der Verletzung der mit Israel vereinbarten Waffenruhe an der Suezfront bezichtigt. Bei Luftbeobachtungen waren Raketenverlegungen registriert worden. Zuvor hatte Israel ähnliche Vorwürfe gegen Ägypten vorgebracht.
3. September
Indonesien/Niederlande 1970 – Es war beim Staatsbesuch des indonesischen Präsidenten Kemusu Suharto in den Niederlanden zu heftigen Protesten von Ambonesen gekommen. Der anschließende Besuch Suhartos in der Bundesrepublik vom 4. September bis 6. September hatte unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden.
3. September
International 1970 – Die Genfer Abrüstungskonferenz hatte zum Abschluss ihrer zweieinhalbmonatigen Sommersitzung einen Vertragsentwurf zur Freihaltung des Meeresbodens von Kern- und anderen Massenvernichtungswaffen vorgelegt. Der Entwurf war der UN-Vollversammlung zur Annahme übermittelt worden. Am 17. November hatte das 1. Komitee der UN-Vollversammlung (für Politik und Sicherheit sowie Abrüstung) eine von 37 Ländern eingebrachte Resolution, die zustimmend von dem Vertragsentwurf Kenntnis nahm.
3. September
BRD 1970 – Die sozialdemokratischen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Alfred Kubel, und Nordrhein-Westfalen, Heinz Kühn, hatten sich auf Schloss Arensburg bei Bad Eilsen zu Beratungen über eine Neugliederung des Bundesgebietes getroffen. Kühn und Kubel hatten die Eilbedürftigkeit dieses bisher unerfüllten Reformauftrages des Grundgesetzes unterstrichen. Ziel der Neugliederung war die Schaffung gleicher, leistungsfähiger Bundesländer, nach Heinz Kühns Vorstellungen sollten es insgesamt fünf werden.
3. September
Leichtathletik 1970 – In Turin (Italien) hatte Heide Rosendahl aus der BRD mit 6,84 m den Weltrekord im Weitsprung verbessert.
4. September
Chile 1970 – Der Sozialist und Kandidat der Unidad Popular (Volksfront), Salvador Allende Gossens, hatte die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Er hatte allerdings nicht die absolute Mehrheit erhalten.
4. September
Indien 1970 – Bei einem Fährunglück im Krishna-Fluss im südindischen Bundesstaat Mysore waren mehr als 100 Menschen ertrunken. Unter ihnen hatten sich etwa 90 Schulkinder befunden. Die Passagiere waren von der kenternden Fähre in die Tiefe gerissen worden.
5. September
Automobilrennsport 1970 – Beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza war der in der WM-Wertung führende Automobilrennfahrer Jochen Rindt (*1942) tödlich verunglückt.
6. September
Innerhalb weniger Stunden hatten palästinensische Kommandos drei Passagierflugzeuge entführt, zwei davon nach Jordanien und ein weiteres nach Ägypten (Kairo). Eine vierte Entführung war vereitelt worden. Am 9. September war eine weitere Maschine nach Jordanien entführt worden.
6. September
Libyen 1970 – Agenturmeldungen zufolge waren 905
Ausländer mit hohem Einkommen aus dem Land ausgewiesen worden. Darunter waren 247 Briten, 120 Italienier und 61 Australier gewesen. Der Vorsitzende des libyschen Revolutionsrates und Ministerpräsident Muammar al Gadaffi hatte damit die Politik der Einschränkung ausländischen Einflusses fortgesetzt. Gaddafi war im September 1969 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen.
6. September
West-Berlin/BRD 1970 – Der Bund der Vertriebenen (BdV) hatte in West-Berlin zum „Tag der Heimat“ eine Großkundgebung veranstaltet, die ohne größere Zwischenfälle verlaufen war. Diese traditionelle Veranstaltung war erstmald nicht mehr vom Berliner Senat und der Bundesregierung bezuschusst worden.
6. September
Großbritannien/Sowjetunion 1970 – Die Tänzerin Natalia Makarowa hatte bei einem Gastspiel des Leningrader Kirow-Balletts in London um Asyl gebeten.
6. September
Leichtathletik 1970 – Im thüringischen Erfurt hatte Burglinde Pollak aus Potsdam mit 5406 Punkten den Weltrekord im Fünfkampf aufgestellt.
6. September
Rudern 1970 – Der „Bodensee-Vierer“ (mit Steuermann) hatte bei den dritten Ruder-Weltmeisterschaften in ST. Catharines (Kanada) den einzigen Titel für den Deutschen Ruder-Verband der bundesdeutschen Ruderer gewonnen. Mit drei Siegen war die Mannschaft der DDR am erfolgreichsten.
7. September
Großbritannien/Brd/Europa 1970 – Bei seinem Besuch in Bonn hatte der britische Europaminister Geoffrey Rippon mit Bundesaußenminister Walter Scheel den Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EG) erörtert. Beide Seiten waren sich einig, dass die Verhandlungen möglichst zügig vorangetrieben werden sollten.
8. September
CSSR/BRD 1970 – Auf einer Veranstaltung zum Tag der Bergarbeiter in der Hauptstadt Prag hatte sich der Ministerpräsident der CSSR, Lubomir Strougal, für eine Bereinigung der Beziehungen zwischen der BRD und der CSSR ausgesprochen. Strougal hatte unter Hinweis auf den Moskauer Vertrag, der eine günstige Atmosphäre geschaffen hatte, das realistische Herangehen der Bundesregierung an die Situation in Europa gewürdigt.
8. September
BRD 1970 – Den ursprünglich für November geplanten außerordentlichen Programm-Parteitag hatte die CDU auf Januar 1971 verschoben. Als Grund für diesen in der Partei umstrittenen Beschluss des Bundesvorstandes war u. a. darauf hingewiesen worden, dass die Deutschland-Politik im vorliegenden neuen Parteiprogramm nicht angemessen Berücksichtigung gefunden hatte.
9. September
International 1970 – Der Weltsicherheitsrat hatte an die palästinensischen Freischärler appelliert, die am 6. und 9. September entführten mehr als 300 Fluggäste auf freien Fuß zu setzen.
9. September
BRD 1970 – Zwischen Bundeskanzler Willy Brandt und dem CDU/CSU-Fraktionsschef Rainer Candidus Barzel hatte ein vertrauliches Gespräch über die Ostpolitik stattgefunden. Dabei hatte Barzel der Regierung die Zusammenarbeit angeboten. Auch die Bundesregierung hatte eine derartige Kooperation angestrebt.
9. September
Europa/BRD 1970 – Unter Vorsitz von Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher war in Bad Godesberg bei Bonn die erste europäische Ministerkonferenz für Raumordnung zusammengetreten.
9. September
DDR/Guinea 1970 – Als 26. Staat hatte Guinea diplomatische Beziehungen zur DDR aufgenommen.
9. September
BRD/Fußball 1970 – In Nürnberg hatte Uwe Seeler nach seinem 72. Länderspiel beim 3:1 über Ungarn Abschied von der Fußball-Nationalelf genommen.
10. September
Südafrika/International 1970 – Die blockfreien Länder hatten bei ihrer dritten Gipfelkonferen in Lusaka (Sambia) Maßnahmen gegen die Apartheid-Politik Südafrikas angekündigt. Sie hatten außerdem die Zusammenarbeit westlicher Staaten mit der Regierung in Kapstadt verurteilt.
11. September
USA 1970 – Die Regierung in Washington hatte angesichts der zahlreichen Flugzeugentführungen der letzten Tage beschlossen, US-amerikanische Verkehrsmaschinen auf internationalen Routen von bewaffneten Sicherheitsbeamten begleiten zu lassen.
11. September
Italien 1970 – Im Raum Venedig hatte am späten Abend ein Wirbelsturm erhebliche Verwüstungen angerichtet. An drei Orten zwischen Venedig und Padua waren die Leichen von 41 Opfern geborgen worden. Dies hatten die Behörden bekanntgegeben. In Venedig waren 21 Fahrgäste eines Kabinenbootes ertrunken. Es war vom Sturm aus dem Wasser geschleudert worden und hatte sich dabei drei Mal überschlagen.
12. September
International 1970 – Auf dem jordanischen Wüstenflugplatz Zarka waren die drei von palästinensischen Luftpiraten nach Jordanien entführten Verkehrsmaschinen in die Luft gesprengt worden. Die meisten der mehr als 300 Geiseln festgehaltenen Passagiere waren freigelassen worden.
12. September
Sowjetunion/Weltraum 1970 – Die sowjetische Mondsonde „Luna 16“ war gestartet worden. Das unbemannte Raumfahrzeug war am 20. September auf dem Mond im „Meer der Fruchtbarkeit“ gelandet, hatte dort Bodenproben gesammelt und war zur Erde zurückgekehrt.
12. September
Schwimmen 1970 – Der Deutsche Schwimm-Verband gewann bei den Schwimm-Europameisterschaften in Barcelona (Spanien) vier Titel bei den Herren. Mit 16 Siegen war die DDR die erfolgreichste Mannschaft. Von den 16 Siegen hatten die Damen zehn geholt.
13. September
Philippinen 1970 – Bei einem Taifun, der über dem Inselstaat gewütet hatte, waren mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen.
13. September
Tennis 1970 – Die Australierin Margaret Court hatte sich mit ihrem Sieg bei den internationalen US-Tennismeisterschaften in Forest Hills (New York) den Grand Slam gesichert.
14. September
Rumänien/BRD 1970 – Vier ungarische Bürger entführten ein rumänisches Verkehrsflugzeug nach München (Bayern).
14. September
Boxen 1970 – Der US-Profiboxer Muhammad Ali (bis 1965 Cassius Clay) erhielt nach der Entscheidung eines Bundesgerichts in New York wieder eine Boxlizenz.
15. September
UNO 1970 – In New York hatte die 25. Vollversammlung der Vereinten Nationen begonnen. Präsident der Versammlung war der norwegische UN-Botschafter Edvard Hambro geworden.
15. September
West-Berlin/International 1970 – Ein angeblicher Anführer der linksradikalen Untergrundorganisation Tupamaros war von der Polizei nach einem Auftritt in der Fernsehsendung „Monitor“ festgenommen worden. Die Polizei warf den Tupamaros zahlreiche Brand- und Sprengstoffanschläge in West-Berlin vor.
15. September
USA 1970 350.000 Arbeiter des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors waren bis zum 20. November für höhere Löhne in den Ausstand getreten.
15. September
Niederlande 1970 – Rund 15.000 Rotterdamer Hafenarbeiter hatten nach einem fast dreiwöchigen „wilden“ Streik die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem sie Lohnerhöhungen erreicht hatten, die über den von den Gewerkschaften ausgehandelten Sätzen lagen.
16. September
BRD 1970 – Ein Ermittlungsverfahren gegen Weihbischof Matthias Defregger war von der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I eingestellt worden. Defregger hatte man die Mitwirkung an der Erschießung von 17 italienischen Zivilisten in dem Abruzzendorf Filetto di Camarda vorgeworfen. Nach der Vernehmung von 237 deutschen, italienischen und österreichischen Zeugen war „die strafrechtliche Unschuld“ Defreggers „erwiesen“. Dieser war dennoch als Regionalbischof in der Münchener Erzdiözese zurückgetreten.
16. September
BRD/Ungarn 1970 – Die Bundesregierung und Ungarn hatten in Bonn ein Abkommen über den Warenverkehr und die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet paraphiert. Das Abkommen hatte die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder auf eine breitere Grundlage als bisher gestellt.
16. September
Europa/Chile 1970 – Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) hatte nach einem in Meyrin bei Genf (Schweiz) unterzeichneten Vertrag ein 3,6-m-Teleskop für die Europäische Südsternwarte in Chile entwickelt.
16. September
BRD 1970 – In Hannover (Niedersachsen) hatte der erste Vorschulkongress getagt. Daran hatten knapp 6.000 Kindergärtnerinnen, Sozialpädagogen und Studenten teilgenommen. Die Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Hildegard Hamm-Brücher, hatte betont, dass sich die Diskussion über die vorschulische Erziehung nicht allein auf die Frage der Schulpflicht für Fünfjährige beschränken dürfte. Sie müsste ebenso den Bereich der „Elementarerziehung“ einschließen. Ziel der Bundesregierung war es, bis zum Jahr 1980 für 75 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen einen Kindergartenplatz anbieten zu können.
16. September
West-Berlin 1970 – Vor dem Konzert der britischen Rockgruppe „The Rolling Stones“ in der Berliner Deutschlandhalle war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen.
16. September
BRD 1970 – Die Bundesregierung hatte ein Sofortprogramm für den Umweltschutz beschlossen, das u. a. einen Maßnahmenkatalog gegen die Luftverschmutzung durch Autoabgase, gegen Insektizide und Gewässerverunreinigungen enthielt.
17. September
BRD/Sowjetunion 1970 – Der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Hans Leussink, war zu einem 13-tägigen Besuch in die Sowjetunion gereist. Leussink wollte Möglichkeiten einer intensiveren deutsch-sowjetischen Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet prüfen.
17. September
Europa 1970 – In der österreichischen Hauptstadt Wien war bei einer Sondersitzung des 1957 gegründeten Verbandes europäischer Nachrichtenagenturen der Beitritt von sechs Nachrichtenagenturen sozialistischer Länder gebilligt worden: TASS/Sowjetunion, BTA/Bulgarien, ADN/DDR, PAP/Polen, MTI/Ungarn und CRK/CSSR.
17. September
Musik/International 1970 – Die „Beatles“ standen zum ersten Mal seit acht Jahren nicht mehr an erster Stelle der Beliebtheitsskala britischer Pop-Fans. Bei der jüngsten Umfrag der Zeitschrift „Meldoy maker“ hatte die größte Zahl der Befragten für die britische Rockgruppe „Led Zeppelin“ gestimmt. Die „Beatles“ folgten an zweiter Stelle, die „Rolling Stones“ an sechster Stelle.
18. September
USA/Israel 1970 – Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir hatte in Gesprächen mit der US-Regierung in Washington betont, dass die Aufnahme von Nahost-Friedensgespräche vom Rückzug ägyptischer Raketen vom Westufer des Suezkanal abhängen würde. +18. September
BRD 1970 – In seiner Rede bei der Aussprache des Bundestags zur Ostpolitik hatte Bundeskanzler Willy Brandt die Ratifizierung des am 12. August unterzeichneten Moskauer Vertrags erneut von einer befriedigenden Berlin-Regelung abhängig (sog. Berlin-Junktim).
18. September
BRD 1970 – Bei den Krupp Hüttenwerken AG in Bochum (Nordrhein-Westfalen) hatte etwa ein Drittel der rund 8.000 Beschäftigten spontan die Arbeit niedergelegt. Sprecher des Betriebsrates hatten mitgeteilt, dass die Arbeiter den Verlust der Montan-Mitbestimmung befürchteten und ebenso Lohneinbußen durch die geplante Zusammenlegung einiger Schmiede-Betriebe in den Krupp-Werken Essen, Bochum und Rheinhausen.
18. September
Europa/BRD 1970 – Der Italiener Franco Maria Malfatti, der neue Präsident der EG-Kommission, war zu einem Antrittsbesuch nach Bonn gekommen.
18. September
International 1970 – Ein Kongress in Brüssel (Belgien), der vom 14. September bis zum 18. September stattfand, hatte über die Zukunft der Kirche diskutiert. Dabei hatten führende katholische Theologen wie Johann Baptist Metz und Hans Küng eine „politische Theologie“ gefordert.
18. September
USA/Musik 1970 – Der US-amerikanische Rockmusiker Jimi Hendrix (*27. November 1942) war in London gestorben.
19. September
BRD 1970 – In einem Erdgasspeicher bei Eschenfelden (Bayern) in der Oberpfalz war der bislang schwerste Gasbrand in der Geschichte der Bundesrepublik ausgebrochen. US-Spezialist Paul „Red Adair konnte den Brand am 25. September löschen.
20. September
Schweden 1970 – Die regierenden Sozialdemokraten unter Ministerpräsident Olof Palme hatten bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit verloren. Die Bürgerlichen und die Kommunisten hatten Stimmengewinne verzeichnen können.
21. September
Malaysia 1970 – In der Wahlmonarchie war der Sultan von Kedah, Tungku Abdulhalim Muazzam, der im Juli zum König des Landes gewählt worden war, war in sein Amt eingeführt worden.
21. September
BRD 1970 – Nach weiteren Flugzeugentführungen waren in der Bundesrepublik die Maßnahmen zum Schutz des Flugverkehrs in den Nahen Osten erneut verschärft worden.
21. September
Dänemark/International 1970 – In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen war die Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds eröffnet worden, die bis zum 25. September dauerte. Im Mittelpunkt der Diskussionen hatten die weltweite Inflation und die Entwicklungshilfe gestanden. Am Rande der Tagung war es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Demonstranten hatten u. a. gegen eine Cocktailparty des Weltbankpräsidenten Robert S. McNamara protestiert.
21. September
BRD/Sowjetunion 1970 – Eine sowjetische Delegation war in Stuttgart eingetroffen. Die Delegation hatte mit Daimler-Benz über die Errichtung eines Lkw-Werkes in der Sowjetunion verhandelt.
22. September
Griechenland/USA 1970 – Die nach dem Militärputsch in Griechenland im April 1967 eingeschränkten US-amerikanischen Waffenlieferungen waren in vollem Umfang wieder aufgenommen worden. Zur Stärkung der Südflanke der NATO wäre die Militärhilfe unerlässlich, so verlautete es aus Washington.
23. September
BRD 1970 – Eine Äußerung von Bundesfinanzminister Alex Möller bei der Vorlage des Haushaltsentwurfs für 1971 im Bundestag hatte die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion veranlasst, aus dem Bundestag auszuziehen und den Rücktritt Möllers zu fordern, der sich als Demokrat disqualifiziert hatte. Von Möller war der Union „geistige Nähe“ zu den Verursachern der beiden Weltkriege und der nachfolgenden Inflationen unterstellt worden.
23. September
BRD/Sowjetunion 1970 – Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller hatte in Moskau Gespräche über Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Sowjetunion geführt.
23. September
Schweiz 1970 – Am Baseler Theater war das Schauspiel „Eisenwichser“ des deutschen Arbeiterdichters Heinrich Henkel zur Uraufführung gelangt. Es entstand unter der Regie von Horst Siede.
24. September
BRD 1970 – In Frankfurt am Main war die 22. Internationale Buchmesse eröffnet worden, die bis zum 29. September dauerte. Gezeigt worden waren rund 213.000 Titel von 33.06 Ausstellern aus 64 Ländern, darunter hatten sich 68.000 Neuerscheinungen befunden.
25. September
Literatur 1970 – In Locarno (Schweiz) war der deutsche Schriftsteller Erich Maria Remarque gestorben. Geboren worden war er am 22. Juni 1898 in Osnabrück.
26. September
Schach 1970 – Die Sowjetunion hatte zum zehnten Mal in ununterbrochener Reihenfolge in Siegen (Nordrhein-Westfalen) die Mannschafts-Weltmeisterschaft im Schach gewonnen.
27. September
Ägypten 1970 – In der Hauptstadt Kairo hatten König Hussein II. und der Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jasir Arafat, ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen.
27. September
Hockey 1970 – Die bundesdeutsche Hockeynationalmannschaft der Herren waren durch ein 3:1 im Endspiel gegen die Niederlande Europameister in Brüssel (Belgien) geworden.
28. September
Ägypten 1970 – In der Hauptstadt Kairo war Staatspräsident Gamal Abd An Nasser im Alter von 52 Jahren an einem Herzschlag gestorben. Nasser war seit Jahren zuckerkrank gewesen. Das Präsidentenamt hatte interimistisch Vizepräsident Muhammad Anwar As Sadat übernommen.
28. September
BRD 1970 – In Ansbach (Bayern) war der Mittelstandskongress der CDU/CSU von den beiden Parteivorsitzenden Kurt Georg Kiesinger und Franz Josef Strauß in den Dienst des bayerischen Wahlkampfes gestellt worden. Kiesinger hatte die FDP angegriffen, die zwar nicht der eigentliche Gegner der CDU/CSU war, trug aber Schuld daran, dass in der BRD eine sozialistische Politik betrieben wurde. Kiesinger hatte die Union dazu aufgerufen, nicht der Magie des Wortes Reform bedingungslos anheimzufallen. In Bayern fand am 22. November die Wahl eines neuen Landtags statt.
28. September
USA 1970 – In Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) war der US-amerikanische Schriftsteller John Dos Passos gestorben. Geboren worden war er am 14. Januar 1896 in Chicago (US-Bundesstaat Illinois).
29. September
West-Berlin 1970 – Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe hatten innerhalb von nur wenigen Minuten bei drei Banküberfällen insgesamt 217.000 DM in West-Berlin erbeutet.
29. September
BRD/International 1970 – In einer nun veröffentlichten Resolution hatte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie die Ansicht vertreten, dass das individuelle Leben erst 13 Tage nach der Befruchtung des Eis – praktisch zum Zeitpunkt der Einnistung - beginne. Damit war die umstrittenen „Pille danach“, die diese Einnistung verhinderte, vertretbar geworden.
30. September
USA/International 1970 – US-Präsident Richard M. Nixon hatte im Rahmen seiner zweiten Europareise den Vatikan, die im Mittelmeer stationierte 6. US-Flotte, das NATO-Hauptquartier Europa-Süd, Jugoslawien, Spanien, Großbritannien und Irland besucht.   

September 1970 in den Nachrichten

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