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August 1970 - Der Moskauer Vertrag

Kalender August 1970
Nun war es vollendet: Bundeskanzler Willy Brandt, der sowjetische Ministerpräsident Alexei N. Kossygin sowie die Außenminister beider Länder hatten in der sowjetischen Hauptstadt Moskau den deutsch-sowjetischen Vertrag („Moskauer Vertrag“) unterzeichnet. Zugleich war der „Brief zur deutschen Einheit“ überreicht worden. In den Beziehungen von BRD und Sowjetunion konnte diese Unterzeichnung tatsächlich als ein großer politischer Erfolg gewertet werden. Gerade in der Zeit des Kalten Krieges war diese Übereinkunft ein echter Hoffnungsschimmer. Und auch das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ hatte den Vertrag in einer ersten Stellungnahme begrüßt. Dabei kamen aus der DDR auch Worte darüber, dass er ein politischer Erfolg war. Er läutete noch nicht das Ende des Kalten Krieges ein, aber war ein Schritt in Richtung Entspannung. Jedenfalls war der 12. August 1970 als ein historischer Tag in die Polit-Geschichte eingegangen.
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Wichtige Ereignisse im August 1970

1. August
BRD 1970 – In Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) hatte der Bau eines Thorium-Hochtemperatur-Kernreaktors (THTR) begonnen.
1. August
International 1970 – Zwischen den Antilleninseln St. Kitts und Nevis ereignete sich ein Fährunglück, bei dem 150 Menschen ums Leben kamen.
1. August
Großbritannien 1970 – Frauen der katholischen Bevölkerungsminderheit in Nordirland hatten eine Großdemonstration in Belfast organisiert, um ihrer Empörung über die Brutalität der britischen Streitkräfte, die während der zahlreichen Straßenkämpfe zwischen Protestanten und Katholiken eingesetzt wurden, Ausdruck zu verleihen. Auf Transparenten waren die britischen Soldaten mit der deutschen SS verglichen worden.
2. August
International 1970 – Der 13. Internationale Kongress für Hämatologie in München (Bayern), der bis zum 8. August tagte, hatte über die Ursachen der Zunahme der Leukämieerkrankungen in Industrieländern diskutiert. An dem Kongress hatten 2.500 Ärzte aus 55 Ländern teilgenommen.
2. August
Automobilrennsport 1970 – Der österreichische Rennfahrer Jochen Rindt hatte durch seinen Sieg beim 32. Großen Automobil-Preis von Deutschland, der erstmals auf dem Hockenheimring ausgetragen worden war, seinen Vorsprung in der Formel-I-Weltmeisterschaft auf 20 Punkte ausbauen können.
2. August
Leichtathletik 1970 – In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin hatte Renate Meißner als dritte Läuferin die Weltrekordzeit von 11,0 sec über 100 m erreicht.
2. August
Tennis 1970 – Im indischen Poona hatten die bundesdeutschen Tennisspieler das Daviscup-Interzonen-Halbfinale gegen Indien unerwartet klar mit 5:0 gewonnen.
3. August
Pakistan 1970 – Bei einer Hochwasserkatastrophe in Ostpakistan waren mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen.
5. August
Österreich/Sowjetunion 1970 – In der Hauptstadt Wien war ein neues langfristiges Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr zwischen Österreich und der Sowjetunion unterzeichnet worden. Für den Warenverkehr gab es in Zukunft keine Kontingente mehr. Die beiderseitigen Zahlungen sollten in frei konvertierbarer Währung erfolgen.
6. August
DDR/NATO 1970 – Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht hatte die Staatsoberhäupter von nicht-paktgebundenen und NATO-Staaten zur Anerkennung der DDR aufgefordert.
6. August
USA/Spanien 1970 – Die Vereinigten Staaten und Spanien hatten Vereinbarungen unterzeichnet, die den USA weiterhin vier militärische Stützpunkte in Spanien einräumten und das Land indirekt mit der NATO verbanden.
7. August
BRD/Sowjetunion 1970 – In Moskau war nach Abschluss der offiziellen Verhandlungen, die seit dem 27. Juli geführt wurden, von Bundesaußenminister Walter Scheel und seinem sowjetischen Amtskollegen Andrei A. Gromyko, der deutsch-sowjetische Vertrag paraphiert worden.
7. August
Israel/Ägypten 1970 – Entlang der Waffenstillstandslinie am Suezkanal hatten Israel und Ägypten eine dreimonatige Waffenruhe bekanntgegeben, die um 24 Uhr in Kraft trat.
7. August
USA 1970 – Im Gerichtssaal von San Rafael (US-Bundesstaat Kalifornien) war die versuchte Befreiung von drei schwarzen Angeklagten mit einem blutigen Drama zu Ende gegangen. Da sich die Polizei nicht an das zugesicherte freie Geleit hielt, war es zu einer Schießerei gekommen, bei der vier Menschen starben. Die Polizei leitete die Fahndung nach der US-amerikanischen Bürgerrechtskämpferin Angela Y. Davis ein. Sie war beschuldigt worden, den Plan für diese Aktion erarbeitet und die Waffen besorgt zu haben. Sie war später freigesprochen worden.
7. August
Uruguay/USA 1970 – Der US-amerikanische Landwirtschaftsberater Claude L. Fly war in Uruguay von den Stadtguerillas (Tupamaros) entführt worden.
7. August
Kolumbien 1970 – Das Präsidentschaftsamt hatte nach den Wahlen am 19. April Misael Pastrana Borrero übernommen.
7. August
BRD 1970 – Ein Saarbrücker Schwurgericht hatte die Hauptangeklagten im sogenannten Lebach-Prozess, den Bankkaufmann Hans Jürgen Fuchs und den früheren Justizangestellten Wolfgang Ditz, wegen vierfachen Mordes beim Überfall auf ein Munitionsdepot der Bundeswehr bei Lebach am 20. Januar 1969 verurteilt. Wegen Beihilfe zu diesem und anderen Delikten hatte ein mitangeklagter Zahntechniker eine sechsjährige Freiheitsstrafe bekommen.
8. August
Italien 1970 – Die neue Mitte-Links-Regierung unter dem Christdemokraten Emilio Colombo hatte im Land die Amtsgeschäfte übernommen.
8. August
CSSR/Österreich 1970 – Drei CSSR-Bürgern war die Flucht nach Wien durch die Entführung eines tschechoslowakischen Verkehrsflugzeugs gelungen.
8. August
Italien/Sowjetunion 1970 – In Moskau hatten die italienische staatliche Stahlholding Finsider und die Sowjetunion ein Abkommen über die Lieferung von 1,1 Millionen Tonnen geschweißter und nahtloser Röhren für Erdgasleitungen in der Sowjetunion unterzeichnet.
8. August
Türkei 1970 – Die Sowjetunion hatte am Schwarzen Meer und an der Wolga bestimmte Gebiete für ausländische Touristen gesperrt, um eine Ausbreitung der Cholera, die in der Türkei und im Nahen Osten grassierte, zu verhindern.
9. August
BRD/International 1970 – Die sechs deutschen Autofirmen Audi/NSU, BMW, Daimler-Benz, Ford, Opel und VW wollten gemeinsam ein europäisches Sicherheitsauto bauen. Es sollte so beschaffen sein, dass seine Insassen einen Frontalzusammenstoß bei 80 km/h und einen Überschlag bei 112 km/h überleben konnten.
9. August
Australien 1970 – In Hunderten von Kirchen im Osten Australiens hatten die Gläubigen um Regen gebetet. Zwar waren wenige Stunden nach dem Gebet im Gebiet von Armidale einige Tropfen Regen gefallen. Die Meteorologen hatten jedoch wenig Hoffnung auf ein Ende der anhaltenden Dürre. Drei Millionen Schafe waren bereits verendet. Viele Farmer hatten schon vorher vor dem Bankrott gestanden.
9. August
Spanien 1970 – In einem Vorortbahnhof von Bilbao waren bei einem Zusammenstoße von zwei Zügen mehr als 50 Reisende ums Leben gekommen. Weitere etwa 200 Reisende waren verletzt worden. Einer der beiden Züge hatte irrtümlich freie Fahrt erhalten.
9. August
Peru 1970 – In Cuzco war eine Verkehrsmaschine, Lockheed L-188A, wegen eines Defekts des 3. Motors abgestürzt. Bei dem Unglück waren 96 Insassen ums Leben gekommen.
9. August
Automobilrennsport 1970 – Im schwedischen Karlkoga waren bei einem Sportwagenrennen trotz eines 1,80 m hohen Schutzwalls zwei Sportwagen nach einer Kollision in die Zuschauermenge geflogen. Dabei waren fünf Personen ums Leben gekommen und weitere 25 Menschen waren zum Teil schwer verletzt worden.
9. August
Uruguay 1970 – Das Parlament hatte die Verfassung weitgehend außer Kraft gesetzt und dem Präsidenten Jorge Pacheco Areco für 20 Tage diktatorische Vollmachten übertragen. Damit sollte eine wirksame Bekämpfung der Stadtguerillas möglich werden.
10. August
Griechenland 1970 – Ministerpräsident Georgios Papadopoulos hatte als Teil der griechischen Liberalisieurngsbemühungen die Freilassung von 500 politischen Häftlingen, darunter 22 Frauen, aus den Internierungslagern bis Ende August angeordnet. Die meisten von ihnen waren am 21. April 1967, am Tag des Miltärputsches, als linke Regimegegner verhaftet worden. Nach Mitteilung des Athener Regimes waren noch 1.096 Personen in den Lagern inhaftiert.
10. August
USA/Weltraum 1970 – Zu einem dreitägigen „geologischen Feldtraining“ im Meteorkrater Nördlinger Ries waren vier US-amerikanische Astronauten eingetroffen. Sie würden bei ihrer geplanten Landung im Frau-Mauro-Krater auf dem Mond vermutlich ein Trümmerfeld vorfinden, das den geologischen Strukturen im Nördlinger Ries vergleichbar war.
11. August
DDR 1970 – In einer ersten Stellungnahme hatte das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ den Vertrag zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion, der am 12. August in Moskau unterzeichnet worden war, begrüßt. Die Tageszeitung hatte den deutsch-sowjetischen Vertrag als bedeutenden Erfolg der sowjetischen Politik bezeichnet.
12. August
BRD/Sowjetunion 1970 – Bundeskanzler Willy Brandt, der sowjetische Ministerpräsident Alexei N. Kossygin sowie die Außenminister beider Länder hatten in Moskau den deutsch-sowjetischen Vertrag („Moskauer Vertrag“) unterzeichnet. Zugleich war der „Brief zur deutschen Einheit“ von Bundesaußenminister Walter Scheel überreicht worden.
12. August
USA 1970 – Einer Erweiterung des US-amerikanischen Raketenabwehrsystems hatte der US-Senat in Washington zugestimmt.
13. August
Israel/Ägypten 1970 – Israel hatte Ägypten die Verletzung der Waffenruhe durch Verlegung von Raketen in die Suezkanalzone vorgeworfen. Nachdem Ägypten die Zurückziehung der Raketen abgelehnt hatte, waren die Nahost-Friedensgespräche unter Leitun des UN-Sonderbeauftragten Gunnar Jarring ins Stocken geraten.
14. August
Österreich/International 1970 – Ihre in Wien geführten geheimen Gespräche über eine Begrenzung der strategischen Rüstung (SALT) hatten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion bis zum Spätherbst vertagt. Beide Seiten hatten die Gespräche, die in der finnischen Hauptstadt Helsinki fortgesetzt werden sollten, in einem Schlusskommuniqué als „nützlich“ bezeichnet.
14. August
BRD 1970 – Zur Klärung der Baulandaffäre in der Hansestadt Bremen hatte der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der bremischen Bürgerschaft eigenen Abschlussbericht vorgelegt. Die Ausschussmitglieder der CDU hatten eine eigene Stellungnahme veröffentlicht. Beide Berichte hatten zahlreiche Vorwürfe gegen den Grundstücksmakler Wilhelm Lohmann sowie gegen Politiker und Beamte in Bremen als begründet ausgewiesen. Allein bei Spekulationen mit Grundstücken im Hollerland, wo der Bau von mehreren tausend Sozialwohnungen geplant war, hatte Lohmann nach Rechnung des Ausschusses Gewinne von mehr als 4,5 Millionen DM gemacht.
15. August
Großbritannien 1970 – In der nordirischen Hauptstadt Belfast war in der Nacht zum Sonntag eine Bombe in einem Rekrutierungsbüro der Marine explodiert. Zwei Personen waren verletzt worden. Die Vorderfront war erheblich beschädigt worden. In Belfast war es fast täglich zu derartigen Bombenanschlägen und Angriffen auf Polizeibeamte gekommen.
16. August
BRD/USA 1970 – Um die US-Regierung durch Gespräche mit Henry Kissinger, dem außenpolitischen Berater von US-Präsident Richard M. Nixon, über den deutsch-sowjetischen Vertrag und seine Folge zu unterrichten, war Staatssekretär Egon Bahr vom Bundeskanzleramt nach Washington gereist.
16. August
Radrennsport 1970 – Im britischen Leicester hatten die Sportler aus der BRD bei den Bahn-Rad-Weltmeisterschaften drei Titel gewonnen: die Tandemfahrer Jürgen Barth/Rainer Müller, Udo Hempel/Peter Vonhoff, Günter Haritz und Ernie Claußmeyer bei der Vierer-Verfolgung und Ehrenfried Rudolph bei den Profi-Stehern.
17. August
BRDWest-Berlin 1970 – Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Klaus Schütz hatte in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ Stellung genommen zu Möglichkeiten und Grenzen einer Berlin-Regelung, von der die Ratifizierung des deutsch-sowjetischen Vertrages abhing. Schütz war dabei von einer Intensivierung der laufenden Berlin-Verhandlungen der vier Mächte ausgegangen.
17. August
Libanon 1970 – Wirtschaftsminister Sulaiman Farandschija war vom Parlament zum neuen Staatspräsidenten gewählt worden. Amtsantritt war der 23. September.
17. August
Schweiz/USA 1970 – Eine schweizerische und eine US-amerikanische Delegation hatten sich nach längeren informellen Gesprächen auf einen Entwurf für ein Rechtshilfeabkommen geeinigt. Dieses war nun den Regierungen beider Länder zur Beschlussfassung unterbreitet worden. Die Schweiz hatte darin nur bei organisiertem Verbrechen, das internationale Auswirkungen hat, eine Auskunftspflicht der schweizerischen Banken anerkannt.
17. August
USA 1970 – Nach einem außergerichtlichen Vergleich stand für den Automobilkonzern General Motors eine Schadenersatz-Zahlung an den US-amerikanischen Anwalt Ralpf Nader von rund 1,5 Millionen US-Dollar (5,5 Millionen DM)an. General Motors hatte Nader 1965 durch Privatdetektive bespitzeln lassen. Der Anwalt hatte dem Konzern in seinem aufsehenerregenden Buch „Unsicher bei jeder Geschwindigkeit“ lebensgefährlich Konstruktionsmängel bei dem Heckmototkompaktwagen Chevroelt-Corvair nachgewiesen.
17. August
Sowjetunion/Raumfahrt 1970 – Der Start der sowjetischen Raumsonde „Venus 7“ war erfolgreich verlaufen. Die Raumsonde sollte den sonnennahen Nachbarplaneten der Erde Mitte Dezember erreichen.
18. August
Irak 1970 – Nach Verhandlungen zwischen PLO-Chef Jasir Arafat und der Führung der Baath-Partei hatte der Irak – nach Meldung von Radio Bagdad – seine in Jordanien stationierten 12.000 Soldaten dem Oberbefehl des jordanischen Königs Hussein II. entzogen und sie den palästinensischen Freischärlern zur Verfügung gestellt. Die Truppen sollten eine Unterstützung sein für die Palästinenser in ihrem bewaffneten Kampf gegen die jordanischen Regierungstruppen.
18. August
Indien/Nepal 1970 – Nach Verlautbarungen der Nachrichtenagentur Reuter hatten die letzten indischen Militäreinheiten Nepal verlassen. Schon 1969 hatte Nepal den Abzug der Inder verlangt, die seit 1962 im Land stationiert waren. Die Forderung hatte heftige Auseinandersetzungen ausgelöst, wurde aber im September 1969 von Indien akzeptiert.
18. August
BRD 1970 – Zur Liberalisierung der Einfuhren aus den Staaten des Ostblocks hatte die Bundesregierung in Bonn Maßnahmen beschlossen. Die bisher erforderliche Genehmigungspflicht bei rund 4.760 Warenpositionen war aufgehoben worden.
19. August
Polen/Dänemark 1970 – Fünf junge Polen hatten ein polnisches Verkehrsflugzeug vom Typ Iljuschin 14 nach der dänischen Insel Bornholm entführt. Sie hatten dann in Dänemark um politisches Asyl gebeten.
19. August
Film/International 1970 – In Venedig (Italien) waren die 31. Filmfestspiele eröffnet worden. An ihnen beteiligten sich 13 Länder mit 18 Filmen, jedoch nicht die Bundesrepublik. Wie schon im Vorjahr wurde kein Wettbewerb ausgetragen. Allerdings hatte Orson Welles den Gran Premio Nostra 70 erhalten.
20. August
Warschauer Pakt 1970 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau hatte eine Konferenz der Partei- und Regierungschefs der Staaten des Warschauer Paktes stattgefunden. Die Konferenz hatte den am 12. August unterzeichneten deutsch-sowjetischen Vertrag begrüßt, der als wichtiger Schritt zur Entspannung bezeichnet worden war. Außerdem war erneut eine gesamteuropäische Sicherheitskonferenz befürwortet worden.
20. August
BRD 1970 – In Offenbach (Hessen) war die erste deutsche Sex-Messe „Intima 70“ eröffnet worden.
21. August
CSSR 1970 – Die Bürger des Landes hatten den zweiten Jahrestag des Einmarsches sowjetischer Truppen in ihr Land in meist stummem Protest begangen. Nach Mitteilung der Prager Sicherheitspolizei waren 6.217 Menschen verhaftet worden.
21. August
Japan 1970 – Weite Teile Süd- und Westjapans waren vom Taifun „Anita“ verwüstet worden. Es waren 16 Menschen ums Leben gekommen. Durch die Zerstörung von rund 56.000 Häusern waren Tausende obdachlos geworden.
21. August
Fußball/BRD 1970 – Zum dritten Mal – nach 1960 und 1964 – war Uwe Seeler vom Hamburger SV zum Fußballer des Jahres gewählt worden.
22. August
BRD 1970 – Der Staatssekretär für Post- und Fernmeldwesen, Kurt Gescheidle, hatte in einem Intervie mit dem Süddeutschen Rundfunk die Möglichkeit privater Rundfunksender angedeutet.
22. August
Großbritannien/Indien 1970 – Amtsträger der katholischen Kirche hatten – Berichten der britischen Zeitung „Sunday Times“ mittellose indische Mädchen „unter Druck“ als Novizinnen gegen Prämien von rund 2.500 DM an europäische Klöster vermittelt.
23. August
Israel/International 1970 – Außenminister Abba Solomon Eban war von der israelischen Regierung zum Vertreter Israels bei den Nahostfriedensgesprächen in New York unter der Leitung des UN-Sonderbeauftragten Gunnar Jarring bestimmt worden.
23. August
USA 1970 – Bereits seit zwei Jahren lebte der 44-jährige US-Amerikaner Louis B. Russel mit einem fremden Herzen und ist damit der Patient, der bisher eine Herztransplantation am längsten überlebte. Russel war am 24. August 1968 im Medical College in Richmond (US-Bundesstaat Virginia) operiert worden.
24. August
BRD/Schweden/Österreich 1970 – In der schwedischen Stadt Arvika war es zu einem inoffiziellen Meinungsaustausch gekommen. Angaben der Zeitung „Die Welt“ zufolge waren der schwedische Ministerpräsident Olof Palme mit Bundeskanzler Willy Brandt, dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky und dem SPD-Fraktionschef im Bundestag in Bonn, Herbert Wehner, zusammengetroffen. Behandelt wurden Fragen der Entspannung zwischen Ost und West, die europäische Sicherheitskonferenz und der deutsch-sowjetischen Vertrag.
24. August
Niederlande 1970 – In Amsterdam war es zu den seit Jahren heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Hippies und der Polizei gekommen, nachdem den Hippies das Übernachten auf dem Dam-Platz untersagt wurde (sog. Schlafsack-Krieg).
26. August
BRD/Sowejtunion 1970 – Auf einer Sitzung hatte das CDU-Präsidium die Bedenken der Partei gegen den am 12. August unterzeichneten Moskauer Vertrag und die Ostpolitik der Bundesregierung bekräftigt. Die CDU hatte kritisiert, dass das Recht der Deutschen auf Selbstbestimmung gefährdert wäre, keine konkreten Verbesserungen für die DDR-Bürger erzielt wurden und die Berlin-Frage noch ungeklärt wäre.
26. August
Großbritannien/BRD 1970 – In Erfüllung einer entsprechenden Zusage an die Bundesregierung hatte die britische Regierung die Erhöhung der Stärke der britischen Truppen in der Bundesrepublik durch Entsendung des 2. Bataillons des Königlichen Luftwaffenregiments noch vor Ende August beschlossen.
27. August
Großbritannien 1970 – Zu einem Pop-Festival waren mehr als 150.000 meist jugendliche Besucher auf die Insel Wight gekommen.
28. August
USA 1970 – Zum ersten Mal war das neue US-amerikanische Raketenabwehrsystem Safeguard mit Erfolg erprobt worden.
28. August
BRD/Literatur 1970 – Der ungarische Philosoph und Literaturwissenschaftler Georg Lukács erhielt den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der zum 29. Mal verliehen wurde.
29. August
USA/Südkorea 1970 – Vizepräsident Spiro T. Agnew hatte im Auftrag von US-Präsident Richard M. Nixon die südostasiatischen Länder Südkorea (24./25.8), Taiwan (26. 8.), Südvietnam (27.8.), Kambodscha (28.8.) und Thailand (28./29.8.) besucht, um die politische Situation zu erörtern und die Entschlossenheit der USA zu bekräftigen, ihre vertraglichen Verpflichtungen in Südostasien zu erfüllen.
29. August
Fußball 1970 – In Hannover war Außenseiter Kickers Offenbach durch 2:1 gegen den 1. FC Köln DFB-Pokalsieger geworden.
30. August
BRD 1970 – In Karlsruhe (Baden-Württemberg) war die 22. Deutsche Therapiewoche eröffnet worden. Es hatten 5.000 Ärzte aus aller Welt daran teilgenommen. Die Therapiewoche dauerte bis zum 5. September). Die Themen reichten von der Insektenbekämpfung über die Krebstherapie bis zur Sexswelle. Umstritten war die Frage, ob Pornographie die Jugend schädigen würde.
30. August
Leichtathletik 1970 – Beim Europapokal-Finale der Leichtathleten in der schwedischen Hauptstadt Stockholm hatte die Mannschaft der DDR mit 102 Punkten vor der Sowjetunion (92,5 Punkte) und der Bundesrepublik (91 Punkte) gewonnen.
31. August
Indonesien/Niederlande 1970 – Militante Gegner der indonesischen Regierung hatten einen Tag vor dem Staatsbesuch des indonesischen Präsidenten Kemusu Suharto die indonesische Botschaft in Den Haag besetzt. Die Besetzer hatten dabei einen niederländischen Polizisten erschossen.
31. August
BRD/Frankreich 1970 – Im Verlauf einer Informationasreise hatte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Rainer Candidus Barzel, Paris, London und Washington besucht.
31. August
Tennis 1970 – Die bundesdeutsche Mannschaft mit Wilhelm Bungert und Christian Kuhnke hatte beim Davis-Pokal-Finale in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) gegen den Titelverteidiger USA deutlcih mit 0:5 verloren.

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