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April 2016 - Panama Papers und die Staatsaffäre Böhmermann

Ereignisse April 2016
Die Schlagzeilen waren voll von Aufregern. Dass der Konflikt um die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach im Kaukasus erneut ausgebrochen war, gehörte nicht zu den Aufregern in Deutschland. Dort waren jedoch bei Gefechten zwischen den Streitkräften Armeniens und Aserbaidschans mit den Streitkräften der Republik Bergkarabach 18 armenische und 12 aserbaidschanische Soldaten ums Leben gekommen. Zwei Hubschrauber und fünf aserbaidschanische Panzer waren zudem zerstört worden. Die eigentlichen Schlagzeilen machten die Panama Papers. Deren Veröffentlichung hatte viel Dreck ans Licht gespült. Das Schweizer Bundesamt für Polizei hatte eine Razzia in der Zentrale der UEFA durchgeführt, nachdem durch die Panama Papers Informationen bekannt geworden waren über Verträge zwischen der UEFA und der Briefkastenfirma Cross Trading aus NIUE, die den Sportrechtehändlern Hugo und Mariano Jinkis gehörte. Ermittlungen waren eingeleitet worden. Das waren nicht die einzigen Fälle, in denen die Panama Papers für Wirbel gesorgt hatten. Schlagzeilen hatte auch der Satiriker Jan Böhmermann mit einem Schmähgedicht gemacht, das er dem türkischen Regierungschef Erdogan gewidmet hatte. Der verstand jedoch keinen Spaß und reagierte aggressiv. Bundeskanzlerin Merkel machte den Fehler, die Meinungs- und Satirefreiheit in Deutschland in Frage zu stellen, obwohl sie das GEgenteil behauptete. Doch sie gab Böhmermann gewissermaßen zum Abschuss frei.
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Wichtige Ereignisse im April 2016

1. April
In Somalia waren bei einem Drohnenangriff ein ranghoher Shabaab-Milizenführer und weitere Militante getötet worden.
2. April
In Vietnam war der bisherige Minister für Öffentliche Sicherheit, Polizeigeneral Tran Dai Quang von der durch die Kommunistische Partei Vietnams dominierten Nationalversammlung als Nachfolger von Truong Tan Sang mit 91,5 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten des Landes gewählt worden.
2. April
Der nigerianische Präsident Mahamadou Issoufou war in Anwesenheit von neun afrikanischen Staatspräsidenten für eine zweite Amtszeit vereidigt worden.
2. April
Der Konflikt um Bergkarabach im Kaukasus war erneut ausgebrochen. Bei Gefechten zwischen den Streitkräften Armeniens und Aserbaidschans mit den Streitkräften der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach waren 18 armenische und 12 aserbaidschanische Soldaten ums Leben gekommen. Zerstört wurden zudem fünf aserbaidschanische Panzer und zwei Hubschrauber.
3. April
In der Türkei war es bei Sicherungs- und Entschärfungsarbeiten zu einer Explosion einer mutmaßlich durch die PKK platzierte Sprengfalle gekommen. Dabei waren im Stadtviertel Dicle der Stadt Nusaybin nach bisherigen Angaben ein Polizist und fünf Soldaten der türkischen Streitkräfte umgekommen.
3. April
Die Panama Papers (Panama-Papiere) waren öffentlich bekannt gemacht worden. Die Panama Papers sind vertrauliche Unterlagen des panamaischen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca, die zahlreiche Steuer- und Geldwäschedelikte sowie den Bruch von UN-Sanktionen durch Kunden dieses Unternehmens belegten. Das Datenleck über dubiose Offshore-Geschäfte war der „Süddeutschen Zeitung“ zugespielt worden.
3. April
In der österreichischen Hauptstadt Wien fand die Verleihung des Amadeus Austrian Award 2016 statt. Künstler des Jahres war Hubert von Goisern und Künstlerin des Jahres war Conchita geworden.
4. April
In Griechenland war mit der Umsetzung des Abkommens zwischen der Europäischen Union (EU) und der Türkei begonnen worden. Die ersten illegal eingereisten Migranten waren von den Inseln Lesbos und Chios mit Schiffen in die Türkei zurückgebracht worden.
5. April
In Australien hatten die Wahlberechtigten dafür gestimmt, die Dauer der Legislaturperiode in Queensland fest auf einen Zeitraum von vier Jahren zu fixieren. Die bisherige Regelung hatte eine Zeitspanne von drei bis vier Jahren für eine Legislaturperiode vorgesehen.
6. April
In Den Haag hatte während der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft das Referendum über das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine stattgefunden. Bei der Abstimmung hatten 61,1 Prozent der Wähler gegen das Abkommen gestimmt. Die Wahlbeteiligung hatte bei 32,2 Prozent gelegen. Damit war das erforderliche Quorum erreicht.
6. April
Das Schweizer Bundesamt für Polizei hatte eine Razzia in der Zentrale der Vereinigung Europäischer Fussballverbände (UEFA) durchgeführt, nachdem durch die Veröffentlichung der Panama Papers Informationen bekannt geworden waren über Verträge zwischen der UEFA und der Briefkastenfirma Cross Trading aus NIUE, die den Sportrechtehändlern Hugo und Mariano Jinkis gehörte. Wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und eventuell der Veruntreuung hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft Ermittlung in einem Strafverfahren aufgenommen.
6. April
Der isländische Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson war nach Protesten tausender Isländer aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die sich auf die Panama Papers gründeten von seinem Amt zurückgetreten. Zunächst hatte er noch eine unbestimmte Auszeit angekündigt. Als neuer Premierminister war der bisherige Landwirtschaftsminister Sigurdur Ingi Jóhannsson vereidigt worden.
7. April
In Syrien waren mehr als 250 Mitarbeiter einer Zementfabrik des Unternehmens Al Badia Cement (JSC) nach einem Angriff der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) von dieser entführt worden.
7. April
In Frankreich hatte die Nationalversammlung den Besuch von Prostituierten unter Strafe gestellt. Am selben Tag hatte die deutsche Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Änderung des Prostitutionsgesetzes beschlossen. Damit sollte unter anderem der wissentliche Besuch von Zwangsprostituierten in Deutschland bestraft werden.
8. April
Die chinesische Reederei COSCO hatte für 280,5 Millionen Euro den Hafen von Piräus für zunächst 51 Prozent der Anteile übernommen. Nach fünf Jahren würden weitere 16 Prozent für 88 Millionen Euro in den Besitz des Konzerns übergehen, vorausgesetzt, dieser leistet die vereinbarten Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro.
9. April
In Katar hatte die US-Luftwaffe ihre Militärpräsenz im Rahmen der Operation Inherent Resolve zur Bekämpfung der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit der Stationierung von Langstreckenbombern des Typs Boeing B-52H verstärkt.
9. April
In den USA war dem privaten US-Raumfahrtunternehmen SpaceX rund 300 Kilometer nordöstlich von Cape Canaveral mit dem Falcon-9-Flug erstmals gelungen, die Raketenstufe auf einem schwimmenden Drohnenschiff zu landen. Zuvor hatte die unbemannte Raumkapsel Dragon für einen achten kommerziellen Versorgungsflug (CRS-8) für die Internationale Raumstation (ISS) ausgesetzt werden können.
9. April
Aus Nordkorea hatte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA über den erfolgreichen Test eines Boosters für die Interkontinentalraketen (ICBM) vom Typ KN-14 berichtet. Mutmaßlich würden damit auch die USA – ein Bündnispartner Südkoreas – erreicht werden könnten.
9. April
In Peru waren bei einem Busunglück im Distrikt Ocongate in der Provinz Quispicanchi 23 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 32 waren verletzt worden. Der Bus war von Puerto Maldonado nach Cusco unterwegs gewesen und dabei in den Rio Mapocho gestürzt.
10. April
Ein Erdbeben der Stärke 6,6 auf der Richterskala hatte Afghanistan, Indien und Pakistan erschüttert, bei dem in der pakistanischen Stadt Peshawar ein Mensch ums Leben kam, weitere 28 Menschen waren verletzt worden. Die indischen Behörden hatten wegen des Bebens den U-Bahn-Nahverkehr der Hauptstadt Neu-Delhi gestoppt.
10. April
Im Nigerdelta, zwischen der Elfenbeinküste und der Gabun, hatten Piraten den unter der Maltesischen Flagge fahrenden Frachter „Puli“ der türkischen Kaptanoglu Shipping Agency geentert. Die Piraten hatten die sechsköpfige Crew verschleppt.
10. April
In Indien waren bei einem Großbrand in Folge der Explosion eines Feuerwerklagers während eines hinduistischen Festes am Puttingal-Tempel in Paravur (South Paravoor) im Distrikt Kollam des indischen Bundesstaates Kerala mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.
10. April
In den Vereinigten Staaten hatte die erste Anhörung im Spionagefall um Lieutenant Commander Edward C. Lin, Leiter der Patrol and Reconnaissance Group der US Navy in Norfolkg und ehemaligen Leiter der Spezialeinheit und Aufklärungsstaffel Patrol Squadron Special Projects Unit (VPU) 2 auf Hawaii vor einem Militärgericht begonnen. Dabei waren ihm Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit Prostituierten und Ehebruch vorgeworfen worden und die Weitergabe von Geheimmaterial an die Volksrepublik China.
10. April
Im Tschad fanden Präsidentschaftswahlen statt.
10. April
In Peru wurden Präsidentschafts- und Kongresswahlen abgehalten.
11. April
In Afghanistan waren bei einer Anschlagserie der Taliban auf Fahrzeuge der Regierung in der Provinz Nangarhar 14 Menschen ums Leben gekommen.
11. April
In Ägypten waren der ehemalige Landwirtschaftsminister Salah Eddin Helal und sein Sekretär Muhyidin Said wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
11. April
In Somalia waren bei einem Anschlag der Al-Shabaab auf ein Restaurant in Mogadischu im Bezirk Shibis des Hamar Weyne Distrikts mindestens fünf Menschen umgekommen.
12. April
In der Schweiz wurden von der Schweizerischen Nationalbank neue 50er-Noten der neunten Serie der Schweizer Franken ausgegeben.
12. April
In Myanmar war die Sagaing-Region von einem Erdbeben der Stärke 6,9 erschüttert worden. Die schweren Erdstöße waren bis in die indische Provinz Kolkata spürbar.
12. April
In Papua-Neuguinea waren beim Absturz einer Britten-Norman BN-2 Islander zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter hatten sich drei Kinder befunden.
12. April
Vor dem pazifischen Inselstaat Vanuatu hatte ein Erdbeben der Stärke 6,0 den Ring of Fire erschüttert. In der Provinz Sanma waren mehrere Feuer ausgebrochen.
13. April
In Deutschland hatte sich der Koalitionsausschuss auf die Schaffung eines Integrationsgesetzes geeinigt. Eckpunkte wurden bei einer Konferenz der Ministerpräsidenten der Bundesländer diskutiert. Die Beschlussfassung des Gesetzentwurfs war für den 24. Mai 2016 bei einer Klausurtagung der Bundesregierung festgelegt worden.
13. April
Die Regierung in Prag strebte eine Namensänderung der Tschechischen Republik an. Künftig sollte das Land Tschechien heißen.
13. April
Bei der Parlamentswahl in Südkorea war die liberale Minju-Partei Koreas stärkste Partei in der Nationalversammlung (Gukhoe) geworden.
13. April
In Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart (Baden-Württemberg) Anklage gegen Anton Schlecker erhoben, den ehemaligen Besitzer der Drogeriemarktkette Schlecker. Er stand unter dem Verdacht des vorsätzlichen Bankrotts.
13. April
In Syrien fand eine Parlamentswahl statt.
14. April
In der Ukraine war von der Werchowna Rada (Parlament) Wolodymyr Hrojsman (Block Petro Poroschenko) zum Nachfolger des zurückgetretenen Arsenij Jazenjuk (Volksfront) zum Ministerpräsidenten der Ukraine gewählt worden.
14. April
In Japan waren neun Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 ums Leben gekommen.
14. April
In Straßburg (Frankreich) hatte das Europäische Parlament der EU-Datenschutzreform zugestimmt. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt sollten die EU-Mitgliedsstaaten innerhalb von zwei Jahren die Bestimmungen der Richtlinie in nationales Recht umsetzen. In Dänemark und Großbritannien würden die Bestimmung durch Ausnahmen, die im Bereich Justiz und Inneres ausgehandelt worden waren, nur eingeschränkt Gültigkeit haben.
15. April
In Deutschland hatte die Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz eine Erklärung der Bundesregierung nach der türkischen Verbalnote an das Auswärtige Amt zur Böhmermann-Affäre bekanntgegeben. Die Bundesregierung hatte gegen die Stimmen des Koalitionspartners SPD die Ermächtigung nach Paragraph 103 StGB zur Strafverfolgung des ZDF-Moderators Jan Böhmermann erteilt und zudem mitgeteilt, dass künftig die Strafnorm in einem neuen Gesetzentwurf aufgehoben werde.
15. April
Nach den Terroranschlägen in Brüssel (Belgien) am 22. März 2016 und Vorwürfen, entsprechende Warnungen von Sicherheitsmängeln am Flughafen Brüssel-Zaventem nicht beachtet zu haben, war die belgische Föderalministerin für Mobilität, Jacqueline Galant von ihrem Amt zurückgetreten.
15. April
In Spanien war aufgrund der Veröffentlichungen der Panama Papers der Minister für Industrie, Tourismus und Handel, José Manuel Soria, von seinem Amt zurückgetreten.
15. April
Durch eine Frühjahrsoffensive der Taliban hatte die afghanische Nationalarmee mit Dahan i Ghuri und Dand-e Shahabuddin Gebiete in der Provinz Baglan (Afghanistan) verloren. Es war in der Provinz Kunduz zu schweren Gefechten in Chanabad und Char Darah gekommen.
16. April
In Essen (Nordrhein-Westfalen) waren drei Menschen bei einem Anschlag auf einen Tempel der Sikh bei einer dortigen Hochzeitsfeier verletzt worden. Es lagen keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund vor. Die Polizei hatte die Ermittlungen in alle Richtungen aufgenommen.
16. April
In Ecuador waren mindestens 350 Menschen bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 vor der Küste des Landes ums Leben gekommen. Es gab mehr als 2.000 Verletzte. Die Touristengebiete um den Urlaubsort Pedernales und die Hafenmetropole Guayaquil waren besonders betroffen. Das Erdbeben hatte auch schwere Sachschäden verursacht.
17. April
In Brasilien hatte die Abgeordnetenkammer mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit dafür gestimmt, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff einzuleiten. Im nächsten Schritt hatte der brasilianische Bundessenat darüber zu entscheiden.
18. April
Auf den Komoren, einem föderalen Inselstaat im Indischen Ozean fand die Stichwahl um das Amt des Präsidenten statt.
19. April
In Afghanistan kamen bei einem Selbstmord-Terroranschlag der Taliban mindesten 64 Menschen ums Leben. Weitere mehr als 342 Menschen waren verletzt worden.
19. April
Die Generalbundesanwaltschaft hatte Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung in der Stadt Freital (Sachsen) bekanntgegeben. Aufgrund von Haftbefehlen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 13. April 2016 waren durch Spezialeinheiten der Bundespolizei (GSG 9) vier verdächtige Männer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sowie eine 27-jährige Frau in Haft genommen worden.
20. April
Der US-amerikanische Musiker „Prince" starb im Alter von 57 Jahren.
20. April
Unter Beteiligung von Legend Capital Management war der US-amerikanische Druckerhersteller Lexmark von dem chinesischen Hardwarehersteller Apex Technology und der chinesischen Investmentgesellschaft PAG Asia Capital für 3,6 Milliarden US-Dollar übernommen worden. Zustimmen mussten dem Verkauf noch die US-Wettbewerbsbehörden einschließlich der Ausschuss für ausländische Investitionen CFIUS.
20. April
Das US-amerikanische Kaffeebarunternehmen Starbucks hatte 144 lizenzierte deutsche Filialen an das polnische Systemgastronomie-Unternehmen AmRest verkauft. Die übrigen 14 deutschen Filialen waren bei mehreren bestehenden Partnern geblieben. Rund 2.000 Mitarbeiter werden in Deutschland von Starbucks beschäftigt.
21. April
Im antiken Olympia (Griechenland) wurde die Olympische Flamme der XXXI. Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro (Brasilien) entzündet. Die Flamme wird auf einer Strecke von insgesamt 20.000 km von 12.000 Läufern innerhalb von 95 Tagen nach Rio de Janeiro gebracht. Von Athen nach Lausanne (Schweiz) und von Genf (Schweiz) nach Brasília (Brasilien) wurde die Flamme mit dem Flugzeug transportiert.
21. April
In Mexiko waren bei einer Explosion in einer Petrolchemie-Anlage der Petroquímica Mexicana de Vinilo (PMV) 13 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 136 Menschen erlitten Verletzungen. Die Petrolchemie-Anlage gehört zum staatlichen Erdölkonzern PEMEX.
22. April
In Venezuela hatte Energieminister Luis Motta in der schweren Wirtschaftskrise für 40 Tage eine Abschaltung der Stromversorgung für Privathaushalte für jeweils vier Stunden pro Tag angeordnet. Dies galt in zehn Bundesstaaten. Die anhaltende Dürre mit der Gefahr eines Kollaps des Wasserkraftwerks am Guri-Stausee war der Grund für die Maßnahme. Das Brauereiunternehmen Polar des Lebensmittelkonzerns Empresas Polar hatte zudem aufgrund fehlender Rohstoffeinkäufe die Einstellung der Produktion bekanntgegeben.
22. April
In New York hatten Vertreter von 171 Staaten am „Tag der Erde“ bei den Vereinten Nationen den Pariser Klimavertrag unterzeichnet. Für Deutschland hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und für Österreich hatte Umweltminister Andrä Rupprechter unterzeichnet.
22. April
Wegen einer Dienstwagen-Affäre war der Minister für Justiz, Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Helmuth Markov, von seinem Amt zurückgetreten. Markov hatte in seiner Zeit als Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident im Sommer 2010 unrechtmäßig einen Transporter des Landesfuhrparks privat genutzt, um sein Motorrad in die Werkstatt zu bringen.
23. April
In Nordkorea hatte die Volksmarine des Landes vor der Ostküste nahe der Stadt Sinp'o-shi in der Provinz Hamgyong-namdo erstmals eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) von einem getauchen dieselelektrischen U-Boot gestartet. Die Rakete war rund 30 Kilometer geflogen.
23. April
Im Inselstaat Haiti fand die Stichwahl um das Amt des Präsidenten statt.
24. April
In Serbien hatte sich bei vorgezogenen Parlamentswahlen Ministerpräsident Aleksandar Vucić von der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) durchsetzen können.
24. April
Die Hannover-Messe in Deutschland wurde unter Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama eröffnet.
24. April
In Äquatorialguinea fanden Präsidentschaftswahlen statt. Dabei hatten Beobachter eine Wiederwahl des seit August 1979 regierenden Präsidenten Teodoro Obiang Nguema erwartet.
24. April
In Österreich hatte Norbert Hofer von der FPÖ mit großem Vorsprung bei der Bundespräsidentenwahl die relative Mehrheit erzielt. Als Zweitplatzierter war Alexander Van der Bellen (Grüne) in die Stichwahl gegen Hofer eingezogen, die am 22. Mai 2016 stattfinden sollte.
25. April
Vom Landtag von Sachsen-Anhalt war Ministerpräsident Reiner Haseloff im zweiten Wahlgang mit 47 von 87 Abgeordnetenstimmen wiedergewählt worden. Damit hatte bundesweit erstmals eine Landesregierung bestehend aus den Parteien CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen (sogenannte „Kenia-Koalition“) die Regierungsarbeit übernommen.
25. April
Mit Schneechaos von Südskandinavien bis in den Alpenraum hatte es einen verspäteten Wintereinbruch in Mitteleuropa gegeben. Mit Schnee bis in die Niederungen war es umfangreichen landwirtschaftlichen Schäden durch Spätfrost gekommen. Vielerorts war es zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen gekommen.
26. April
Unter Vermittlung der Vereinten Nationen konnte Riek Machar, der 2013 nach Putschgerüchten von Präsident Salva Kiir abgesetzt worden war, von Äthiopien aus wieder in sein Land, den Südsudan, zurückkehren. Er wurde im Präsidentenpalast erneut als Vizepräsident seines Landes vereidigt.
26. April
Auf der größten Kapverdischen Insel Santiago im Atlantik waren von der Polizei an einer auch von den Streitkräften genutzten Sendeanlage am Berg Tchota nahe dem Ort Rui Vaz acht Soldaten, ein Zivilist sowie zwei spanische Staatsangehörige ermordet aufgefunden worden. Bei den Morden war ein Zusammenhang mit dem Drogenhandel vermutet worden. Die nationalen Sicherheitskräfte waren in höchster Alarmbereitschaft.
26. April
Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) hatten im Fall Izzettin Dogan und „Andere v. Türkei“ geurteilt, dass der türkische Staat gegen die Religionsfreiheit der Aleviten verstieß und diese diskriminierte. Im Gegensatz zu den mehrheitlich im Land lebenden Sunniten waren den Aleviten Rechte und finanzielle Unterstützungen verweigert worden.
26. April
In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi war bei einem Brand das National Museum of Natural History (NMNH) vollständig zerstört worden. Unter den Museumsstücken hatte sich ein rund 160 Millionen Jahre altes Fossil eines Sauropoden sowie Taxidermie-Exponate der indischen Präparatoren Van Ingen & Van Ingen befunden. Der Brand war im sechsten Stockwerk ausgebrochen. Dort befand sich der Bundesverband der indischen Industrie- und Handelskammern (FICC). Die Sprinkleranlage hatte sich als defekt erwiesen.
27. April
In der Schweiz hatte der Nationalrat mit 143 zu 26 Stimmen bei 13 Enthaltungen nach der Wiedergutmachungsinitiative für die noch schätzungsweise 15.000 lebenden Opfer von Kinder-Zwangsarbeit („Verdingungskinder“) ein Anrecht auf Entschädigung zwischen 20.000 und 25.000 Franken beschlossen.
27. April
In der Türkei hatte sich ein Selbstmordattentäter neben der Großen Moschee in der Stadt Bursa in die Luft gesprengt. Dabei waren 13 Menschen verletzt worden.
27. April
In Österreich hatte der Nationalrat mehrheitlich eine Änderung des Asylgesetzes 2005 beschlossen. In Österreich hätten danach Flüchtlinge künftig nur noch ein eingeschränktes Recht auf ein Asylverfahren, wenn eine Überforderung der staatlichen Behörden bzw. eine Überlastung der öffentlichen Dienste drohen würde.
28. April
In mehreren französischen Städten hatten sich nach offiziellen Schätzungen mehr als 170.000 Menschen gegen die geplante Arbeitsmarktreform der Regierung beteiligt. Bei gewaltsamen Ausschreitungen in Paris und Mareille waren 24 Polizisten teilweise schwer verletzt worden. Polizeiangaben zufolge waren insgesamt 124 Demonstranten vorübergehend verhaftet worden.
28. April
In Russland war von dem neuen Kosmodrom Wostotschny die erste Trägerrakete gestartet worden. Mit der Sojus-2.1a/Volga sollten drei Forschungssatelliten ins All befördert werden.
29. April
Auf der norwegischen Insel Lislakrone nahe der Insel Sotra westlich von Bergen war ein Eurocopter EC 225 mit 13 Personen an Bord abgestürzt. Die Maschine war auf dem Weg von der Statoil-Bohrplattform Gullfaks B zu einem Flughafen in Bergen gewesen.
29. April
Im Iran fand die Stichwahl zur Vergaben der restlichen 69 Parlamentssitze statt.
30. April
Im Irak waren tausende Demonstranten und Anhänger des schiitischen Predigers Muqtada as-Sadr bei Protesten in die stark abgesicherte Grüne Zone der Hauptstadt Bagdad eingedrungen und hatten den Sitz des Repräsentantenrates gestürmt und die Abgeordneten attackiert. Ministerpräsident Haider al-Abadi war erneut beim Versuch einer Kabinettsumbildung mit dem Ziel, eine Expertenregierung zu bilden, am konfessionellen und politischen Widerstand der Parteien gescheitert. 
30. April
Die Regierung von Kenia hatte im Nairobi-Nationalpark 16.000 beschlagnahmte Stoßzähne als Signal gegen die Wilderei und den Elfenbeinschmuggel verbrannt. Es handelte sich um insgesamt 105 Tonnen Elfenbein und 1,35 Tonnen Nashorn im Wert von rund 160 Millionen Euro. Der Handel mit Elfenbein war 1989 vom Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) verboten worden.
30. April
Im Irak waren auf dem Markt des östlichen Vorortes Nahrawan der Hauptstadt Bagdad bei einem Autobombenanschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mindestens 24 Menschen getötet worden. Weitere mehr als 30 Menschen wurden verletzt. 

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