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Länderinfo Spanien Geschichte

Von Kelten und Mauren
Die frühesten Spuren spanischer Kultur gehen auf das 11. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit lebten auf der Pyrenäenhalbinsel überwiegend Vasconen, Kelten und die Iberer. Letztere waren auch Namensgeber der Iberischen Insel. Um 1100 vor Christi legten die ersten phönizischen Siedler an der Südküste an. Sie gründeten die Kolonie Cádiz. Einen großen Teil ihrer Kultur verdanken die Spanier den Mauren, die im 8. Jahrhundert in das Reich einfielen und dieses jahrhundertelang regierten. Sie hatten nicht nur großen Einfluss auf die Sprache, sondern prägten auch im hohen Maße die Architektur. Als die Mauren aber begannen religiöse Minderheiten zu verfolgten, entschieden sich die katholischen Königshäuser Ferdinand II. Von Aragón und Isabella I. Von Kastilien dazu keine Nicht-Katholiken mehr zu dulden.

Zeitalter der Könige und Kolonien
Es folgten Zwangstaufen von Juden und Moslems. Ihren Höhepunkt fand die Verfolgung in der Gründung der Inquisition. Sie sollte von 1478 an die Reihen der Gläubigen nach denen durchsuchen, die nur äußerlich konvertiert waren. Die gefundenen Scheingläubigen wurden dann aufs Höchste bestraft. Da sich viele Nicht-Katholiken weigerten die Insel freiwillig zu verlassen, erließen die Könige 1492 ein Gesetz, das die Zwangsausweisung aller Juden befahl. Das Ganze gipfelte darin, dass Philipp III. sogar die Nachfahren der zum Christentum übergelaufenen Mauren auswies. Die sogenannten Moriscos wurde blutig von seinen Lakaien vertrieben. Im In der Mitte des 15. Jahrhunderts vereinigte sich endgültig die Seemacht Aragón mit dem Königreich von Kastilien. Kurz zuvor hatte Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. Spanien gründete zahlreiche Kolonien und hatte bis 1600 große Teile Süd- und Mittelamerikas für sich gewonnen. Durch die schnelle Expansion kam es immer wieder zu Streit zwischen den Konkurrierenden Mächten England, Frankreich und Spanien. Die Kolonien gewannen ihre Unabhängigkeit erst am Anfang des 19. Jahrhunderts zurück, als die Mexikanischen und Südamerikanischen Unabhängigkeitskriege ausbrachen. Die letzten afrikanisch-spanischen Kolonien erlangten im 20. Jahrhundert ihre Freiheit.


Der Militärstaat Spanien
Zu dieser Zeit war Spanien überwiegend von Agrarland geprägt. 1923 ergreift der spanische General Miguel Primo de Rivera die Macht und ändert die Staatsform in eine Militärdiktatur. Er scheitert an den wirtschaftlichen Missständen und das Land wird bereits 1931 zu einer Republik. Wie in Deutschland auch versuchen rechte Militante die Macht zurück zu erlangen. 1936 putscht sich General Franco in einigen Teilen Spaniens an die Macht, woraufhin der Spanische Bürgerkrieg ausbrach. 1939 gewinnt die national-konservative Seite Spaniens. Es folgte die franquistische Diktatur. In der Zeit unter General Franco ließen viele Menschen ihr leben. Nicht selten kam es zu blutigen Auseinandersetzungen bei einer der gewaltsamen Säuberungen. Als Franco 1975 stirbt übernimmt Juan Carlos das Zepter und leitet einen Demokratisierungsprozess ein.

Spanien in der EU
1978 wird die erste offizielle Verfassung beschlossen und angewendet, die Spanien in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte. 1981 versuchte der Rechtsextremis Guardia Civil abermals einen Putschversuch gegen die Demokratie. Er scheiterte und 1982 nahmen endgültig die Sozialdemokraten ihre Machtstellung ein. Spanien trat sowohl der Nato, als auch der EU bei. In Folge der EU-Förderprogramme erlebte Spanien rasch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wegen der sogenannten GAL-Affäre verlor die sozialdemokratische Partei PSOE erstmals ihre Vorherrschaft im Parlament und wird von der „Partido Popular“ abgelöst. Seite 2004 regiert die PSOE wieder, wenn auch mit einer Minderheitsregierung. Heute leben knapp 47 Millionen Einwohner in Spanien. Auf einer Fläche von circa 505 Quadratkilometern dominiert der Katholizismus, andere Gläubige werden aber vermehrt toleriert und akzeptiert.


 
Amtlicher Name Reino de España
Landesname Königreich Spanien
Größe 504.645 km²
Einwohner 46.464.000
Hauptstadt Madrid
KFZ Kennzeichen E
Sprache(n) spanisch
Staatsform parlamentarische Erbmonarchie
Währung Euro
Domain-Endung .es
Telefonvorwahl +34
Sonstiges