Januar 1962 - Ein Straßenfeger legte alles lahm

Kalender Januar 1962
Die ARD hatte mit der Ausstrahlung des sechsteiligen Kriminal-Fernsehspiel „Das Halstuch“ von Francis Durbridge das öffentliche Leben in der Bundesrepublik nahezu zum Erliegen gebracht. Theater, Kinos und Volkshochschulen blieben leer. Mit einer Zuschauerquote von rund 90 Prozent hockte eine ganze Nation vor dem Fernsehgerät und konnte sich der Spannung der Mordaufklärung nicht entziehen. Sogar Nachtschichten in manchen Fabriken mussten ausfallen. Und dann der Skandal, der schlimmer nicht hätte sein können: In einer Zeitungsannonce hatte der West-Berliner Kabarettist Wolfgang Neuss das wohl gehütete Geheimnis, nämlich den Namen des Mörders in dem Straßenfeger-Krimi verraten. Seiner Behauptung nach hatte er ihn nur geraten, wolle Eigenwerbung für sein eigenes Programm machen und die Leute anlocken. Doch die nahmen es übel, sogar von Morddrohungen war die Rede, Neuss wurde als Verräter beschimpft. Was für Neuss ein Scherz war, war für die Zuschauer eine Katastrophe.
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Wichtige Ereignisse im Januar 1962

1. Januar
BRD 1962 – In Köln hatte mit einer Ansprache des Bundespräsidenten Heinrich Lübke die neue Sendeanstalt „Deutschlandfunk“ mit der Ausstrahlung ihres Programms begonnen.
1. Januar
Westsamoa 1962 – Als erstes Inselgebiet hatte Westsamoa seine Unabhängigkeit erhalten. Bisher stand es unter neuseeländischer Verwaltung. Tanumafili II. wurde Staatsoberhaupt.
1. Januar
BRD/Großbritannien 1962 – Während der Jahreswechsel über Großbritannien eine Kältewelle brachte, wurde die Bundesrepublik von frühlingshaften Temperaturen beherrscht.
1. Januar
BRD 1962 – In pfälzischen Betrieben wurden mehrere hunderttausend Liter Wein sichergestellt, weil sie als „nicht verkehrsfähig“ galten. Sie waren chemisch behandelt worden.
1. Januar
Schweiz 1962 – Der Politiker der Freisinnig-Demokratischen Partei, Paul Chaudet, war erneut Bundespräsident des Landes geworden. Er hatte das Amt 1959 schon einmal inne gehabt. In den Jahren 1958 und 1961 war er Vize-Bundespräsident gewesen.
1. Januar
Großbritannien 1962 – Bei der Plattenfirma Decca hatte die britische Popgruppe „The Beatles“ die ersten Probeaufnahmen gemacht. Sie wurden mit der Begründung abgelehnt, dass Gitarrengruppen nicht mehr modern wären.
2. Januar
Indonesien/Niederlande 1962 – Indonesien hatte den Post-, Telegramm- und Fernmeldeverkehr zu den Niederlanden abgebrochen. Am selben Tag hatte der niederländische Ministerpräsident Jan Eduard de Quay die Bereitschaft geäußert, über das noch von den Niederlanden verwaltete Westguinea zu verhandeln.
2. Januar
USA 1962 – Die 18. Zerstörer-Flotille war in Porrtsmouth (US-Bundesstaat Virginia) in Dienst gestellt worden. Es war die erste Einheit der US-Marine, bei der die Zerstörer vollständig mit Luftabwehr-Raketen ausgerüstet waren.
3. Januar
BRD 1962 – Der Deutsche Beamtenbund hatte eine Regelung über eine Weihnachtszuwendung für Beamte gefordert. Damit hatte der Beamtenbund der Auffassung der Bundesregierung widersprochen, dass solche Zuwendungen dem Beamten- und Besoldungsrecht „systemfremd“ wären.
3. Januar
Vatikan/Kuba 1962 – Papst Johannes XXIII. hatte den kubanischen Ministerpräsident Fidel Castro exkommuniziert. Der Grund waren vor allem die Übergriffe auf kirchliche Amtsträger und Einrichtungen in Kuba gewesen.
3. Januar
BRD 1962 – An sechs Sendetagen vom 3. bis 17. Januar hatte das sechsteilige Fernsehspiel „Das Halstuch“ von Francis Durbridge das öffentliche Leben in der Bundesrepublik nahezu lahmgelegt. In dieser Zeit hatten weder Theater, Kinos noch Volkshochschulen Zuschauer, bzw. Zuhörer. Weil fast die gesamte Nation vor den Fernsehgeräten saß, waren sogar Nachtschichten in Fabriken ausgefallen.
4. Januar
Frankreich 1962 – Der Streik der Pariser Metzger war ergebnislos beendet worden, weil eine Dienstverpflichtung durch die Regierung drohte. Der Streik hatte seit Jahresbeginn angedauert und sich gegen die von der Regierung festgesetzten Höchstpreise gerichtet.
4. Januar
Leichtathletik 1962 – Beim Internationalen Leichtathletik-Fest in São Paulo (Brasilien) hatte der West-Berliner Langstreckenläufer Peter Kubicki im 5000-m-Lauf den Gewinner des Silvesterlaufs, den Briten Martin Hyman, in 14:28,7 min besiegt.
4. Januar
USA 1962 – Eine automatisch gesteuerte U-Bahn ohne Fahrer, der Times Square-Grand Central Shuttle, war erstmals in der New York City Subway verkehrt.
5. Januar
USA/DDR 1962 – Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht hatte während eines Interviews mit der US-amerikanischen Fernsehgesellschaft „Columbia“ die Einführung des Visumzwangs für Ausländer bei Besuchen der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin angekündigt.
5. Januar
Dominikanische Republik/International 1962 – Die 1960 gegen die Dominikanische Republik verhängten wirtschaftlichen und diplomatischen Sanktionen wurden einem Beschluss der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zufolge aufgehoben.
5. Januar
BRD 1962 – Professor Hans Meyer aus Marburg hatte auf der Tagung der Vereinigung deutscher Strahlenschutzärzte in Essen (Nordrhein-Westfalen) die steigende Bedeutung des Strahlenschutzes hervorgehoben.
6. Januar
BRD 1962 – Die Flugpreise im Luftverkehr zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik sollten aufgrund des Beschlusses des Kabinettsausschusses für Wirtschaft in Bonn gesenkt werden.
6. Januar
Argentinien/Uruguay 1962 – Der argentinische Präsident Arturo Frondizi reiste überraschend nach Uruguay, um dort Verhandlungen über eine gemeinsame Politik gegen Kuba aufzunehmen.
6. Januar
Guinea/Sowjetunion 1962 – Der sowjetische stellvertretende Ministerpräsident Anastas I. Mikojan war in Conakry, der Hauptstadt Guineas, von Präsident Sékou Touré empfangen worden. Mikojan hatte dort eine sowjetische Konsumgüter- und Industrieausstellung eröffnet.
7. Januar
USA 1962 – Wegen Unrentabilität hatten zwei der vier großen Zeitungen von Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien), der „Mirror“ des Chandler-Konzerns und der „Examiner“ des Hearst-Konzerns ihr Erscheinen eingestellt.
7. Januar
Niederlande/Österreich 1962 – Das niederländische Königspaar, Königin Juliana und Prinz Bernhard, hatte in seinem Urlaubsort Lech am Arlberg (Österreich) im kleinen Kreis seine Silberhochzeit gefeiert.
7. Januar
Skisport 1962 – Mit 865,1 Punkten war der Finne Eino Kirjonen der Gesamtsieger der deutsch-österreichischen Vierschanzen-Tournee geworden. Der Österreicher Willi Egger hatte den zweiten Platz vom Springen in Bischofshofen belegt.
8. Januar
Indonesien 1962 – In Makassar waren bei einem Attentatsversuch auf den indonesischen Präsidenten Achmed Sukarno drei Personen umgekommen. Der Präsident war unverletzt geblieben.
8. Januar
Frankreich 1962 – In Paris hatten sich die Vertreter der Linksparteien anlässlich des Sprengstoffanschlages auf das Haus des Philosophen Jean-Paul Sartre am Vortag getroffen. Sie beratschlagten, ob die Schaffung einer demokratischen Selbstschutzgruppe, eine Option wäre.
8. Januar
Niederlande 1962 – Im niederländischen Woerden, in der Nähe von Utrecht, waren bei einem schweren Eisenbahnunglück 91 Menschen ums Leben gekommen. Zudem hatte es zahlreiche Verletzte gegeben.
9. Januar
BRD 1962 – Der Bundesgerichtshof hatte die Beschlagnahme der neuesten Nummer der in München erscheinenden Illustrierten „Quick“ angeordnet. Fahrlässiger Landesverrat lautete der Vorwurf an die Redakteure der „Quick“.
9. Januar
Großbritannien 1962 – Der von der Postgewerkschaft im Land proklamierte Dienst nach Vorschrift hatte den Postbetrieb lahmgelegt. Allein im Londoner Hauptverteilungsamt lagerten zwei Millionen Briefe, die nicht weiterbefördert werden konnten.
10. Januar
USA/BRD 1962 – Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard war im Weißen Haus mit dem US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy zusammengetroffen. Die beiden Politiker hatten u. a. über die Stärkung der politischen und moralischen Stellung von West-Berlin beraten. Außerdem hatten die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und den europäischen Staaten zur Debatte gestanden.

10. Januar
BRD/Afrika 1962 – Bundespräsident Heinrich Lübke hatte seine Reise in die drei afrikanischen Staaten Liberia, Guinea und den Senegal angetreten, die bis zum 21. Januar dauerte. Lübke hatte der Presse vor seinem Abflug erklärt, dass er sich auf die Reise freue, abgesehen von den großen Temperaturunterschieden.
10. Januar
Großbritannien 1962 – Auf den Britischen Inseln hatte sich eine Grippe-Epidemie ausgebreitet. Wegen des übermäßig hohen Krankenstandes hatte in Coventry ein Automobilwerk schließen müssen.
10. Januar
UNESCO 1962 – Neues Mitglied der UNESCO war Mauretanien geworden.
10. Januar
Peru 1962 – Vom Nordgipfel des 6768 m hohen Huascarán waren gewaltige Fels- und Eismassen abgebrochen. Diese wälzten sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h ins Tal und überrollten mehrere Ortschaften. Durch die Gerölllawine waren mindestens 2.000 Menschen umgekommen. Die Schätzungen gingen bis zu 4.000 Todesopfern.
11. Januar
USA 1962 – Der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy hatte in Washington in seiner Botschaft über die Lage der Nation seinen Glauben an eine friedliche und für alle Seiten annehmbare Berlin-Lösung bekräftigt.
11. Januar
Sowjetunion/Ghana 1962 – Der sowjetische stellvertretende Ministerpräsident, Anastas I. Mikojan, war in der ghanesischen Hauptstadt Accra zu einem Staatsbesuch eingetroffen. Ihm war von Ghanas Präsidenten Kwame Nkurmah ein herzlicher Empfang bereitet worden.
11. Januar
Vatikan 1962 – Das Buch des Jesuitenpaters Riccardo Lombardi, „Das Konzil – für eine Reform in der Liebe“, war offiziell vom Vatikan getadelt worden. Lombardi hatte darin u. a. die Bürokratie der päpstlichen Krone angegriffen.
11. Januar
Handball 1962 – Die schwedische Handball-Nationalmannschaft hatte in Hälsingborg 14:17 gegen die Mannschaft aus der DDR verloren. Zum ersten Mal seit 1941 war die schwedische Mannschaft damit auf heimischen Boden unterlegen gewesen.
12. Januar
Italien/Marokkon 1962 – Der italienische Ministerpräsident Amintore Fanfani und sein Außenminister Antonio Segni hatten einen viertägigen Staatsbesuch in Marokko beendet. Gemeinsam mit ihrem Gastgeber König Hassan II. hatten sie den Ausbau der wirtschaftlichen, kulturellen und technischen Zusammenarbeit beider Länder beschlossen.
12. Januar
BRD 1962 – Das Stück „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht war auf Anweisung des Oberbürgermeisters von Baden-Baden vom Spielplant des Theaters der Stadt gestrichen worden. Beantragt worden war die Streichung von der CDU-Stadtratsfraktion mit der Begründung, dass der Autor ein Kommunist gewesen war.
12. Januar
BRD 1962 – Die Tank-Automaten GmbH Hagen hatte mitgeteilt, dass bald die Möglichkeit zum Tanken per Selbstbedienung bestehen werde. Aufgestellt werden sollten entsprechende Säulen in den drei Versuchszentren Ruhrgebiet, Frankfurt am Main und München.
12. Januar
BRD 1962 – Erstmals wurde der US-Spielfilm „Frühstück bei Tiffany“ in den bundesdeutschen Kinos gezeigt. Der Film entstand nach dem gleichnamigen Roman von Truman Capote 1961 unter der Regie von Blake Edwards und war mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle besetzt.
13. Januar
Italien/Südtirol 1962 – In den Gefängnissen von Bozen und Trient hatten insgesamt 90 Südtiroler Häftlinge einen Hungerstreik angefangen. Der Protest richtete sich gegen die Misshandlungen, die von der italienischen Polizei verübt worden waren.
13. Januar
Albanien/China 1962 – In der chinesischen Hauptstadt Peking hatten China und Albanien ein Abkommen unterzeichnet, das wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit zum Inhalt hatte.
14. Januar
Europa 1962 – Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hatte nach langwierigen Verhandlungen den schrittweisen Übergang zur Integration der Landwirtschaft der Mitgliedsländer in den Gemeinsamen Markt beschlossen.
14. Januar
Kongo 1962 – Der Anhänger des 1961 ermordeten Ex-Ministerpräsidenten Patrice Lumumba, der stellvertretende Ministerpräsident Antonio Gizenga, hatte sich nach dem Angriff von Truppen der kongolesischen Zentralregierung auf seine Leibwache in Stanleyville zur Rückkehr in die Hauptstadt Léopoldville (Kihnshasa) bereit erklärt.
14. Januar
Indonesien 1962 – Auf einen Aufruf des Präsidenten Achmed Sukarno hatten sich mehrere tausend Freiwillige zur Unterstützung von militärischen Aktionen für die Befreiung Niederländisch-Westguinea gemeldet.
14. Januar
USA 1962 – Die Ausgabe von amerikanischen Pässen an Mitglieder von kommunistischen Organisationen war einer Anordnung des US-Außenministeriums nicht mehr gestattet.
15. Januar
Niederlande/Indonesien 1962 – Erstmals war es im Streit zwischen den Niederlanden und Indonesien über Niederländisch-Westguinea zu bewaffneten Auseinandersetzungen bei einer Seeschlacht südlich der Insel gekommen.
15. Januar
Frankreich/Tunesien 1962 – In der französischen Hauptstadt Paris hatten zwischen Tunesien und Frankreich Gespräche zur Lösung des Problems um den französischen Militärstützpunkt Biserta in Nordafrika begonnen.
15. Januar
USA/Film 1962 – Für eine Summe von 2,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet 10 Millionen DM) war die US-amerikanische Schauspielerin Elizabeth Taylor für den Film „Cleopatra“ versichert worden. Die 20th Century Fox war der Versicherungsnehmer.
15. Januar
BRD 1962 – In einer Zeitungsannonce hatte der West-Berliner Kabarettist Wolfgang Neuss den Namen des Mörders im Francis-Durbridge-Krimimehrteiler „Das Halstuch“ verraten. Das Lüften des sorgsam gehüteten Geheimnisses zwei Tage vor der Ausstrahlung der sechsten und letzten Folge des Straßenfegers hatte für einen Skandal gesorgt.
16. Januar
Dominikanische Republik 1962 – Gegen den Staatsrat und den amtierenden Präsidenten Joaquín Videla Balaguer war es zu blutigen Demonstrationen gekommen, so dass zunächst die Militärjunta die Macht übernommen hatte.
16. Januar
Kongo 1962 – Von der Zentralregierung in Léopoldville (Kinshasa) war die Absetzung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Antoine Gizenga mitgeteilt worden.
17. Januar
West-Berlin 1962 – In der Nähe des Ausländerübergangs Friedrichstraße hatte die US-Armee auf der West-Berliner Seite die stationierten Panzer abgezogen.
17. Januar
Kuwait 1962 – Im ersten selbständigen Kabinett war Scheich Abdallah As Salim As Sabah Ministerpräsident und Außenminister des Landes geworden.
17. Januar
Italien/Großbritannien 1962 – Der italienische Ministerpräsident Amintore Fanfani und sein Außenminister Antonio Segni waren in London eingetroffen, wo sie mit dem britischen Premierminister Harold Macmillan zu Gesprächen zusammentrafen.
17. Januar
BRD 1962 – In dem ehemaligen Nürnberger „Kaufhaus am Ring“ waren bei einem Großbrand 20 Menschen ums Leben gekommen.
17. Januar
BRD 1962 – Das Deutsche Fernsehen hatte die letzte Folge des Kriminal-Mehrteilers „Das Halstuch“ von Francis Durbridge ausgestrahlt.
17. Januar
Österreich 1962 – Mit Feierlichkeiten in Anwesenheit von mehr als 900 geladenen Festgästen, darunter Bundespräsident Adolf Schärf und Vizekanzler Bruno Pittemann, war die Wiener Schnellbahn eröffnet worden.
18. Januar
DDR 1962 – In der Nacht waren in der Hauptstadt Ost-Berlin die Unter den Linden stationierten sowjetischen Panzer abgezogen worden.
18. Januar
BRD 1962 – Wegen der ernsten politischen Lage in West-Berlin hatte in Nordrhein-Westfalen nach Mönchengladbach und Münster nun auch die Stadt Essen den Rosenmontagszug abgesagt.
18. Januar
Dominikanische Republik 1962 – Der dominikanische Präsident des wiedereingesetzten Staatsrates, Joaquín Videla Balaguer, war nach dem misslungenen Putsch zurückgetreten. Seine Nachfolge hatte der bisherige Vizepräsident Rafael Filiberto Bonnelly angetreten.
19. Januar
Polen/Albanien 1962 – In der polnischen Hauptstadt Warschau hatten Albanien und Polen ein Handels- und Zahlungsabkommen geschlossen. Damit hatte Polen das Wirtschaftsembargo der im COMECON vereinten Ostblockstaaten gegen Albanien durchbrochen.
19. Januar
Laos 1962 – Die drei gegnerischen laotischen Prinzen, die nach dem Abbruch der Verhandlungen am Vortag nun doch wieder in Genf (Schweiz) zusammengekommen waren, hatten ein Abkommen unterzeichnet, wodurch im Land die Bildung einer Dreiparteienregierung möglich war.
19. Januar
Großbritannien 1962 – Landesweit waren durch eine Welle von Pockenerkrankungen bereits sechs Menschen gestorben.
20. Januar
Nigeria/Großbritannien 1962 – Der nigerianische Ministerpräsident Sir Abubakar Tafawa Balewa hatte das Verteidigungsabkommen mit Großbritannien aufgekündigt.
20. Januar
Bulgarien/Italien 1962 – In der Nähe eines NATO-Stützpunktes bei der italienischen Stadt Bari war ein bulgarisches Militärflugzeug abgestürzt. An Bord der MIG 19 hatten sich fotografische Geräte befunden. Der Pilot hatte Verletzungen erlitten.
20. Januar
BRD 1962 – Das Drama „Andorra“ von Max Frisch war erstmals in der Bundesrepublik aufgeführt worden. Die gleichzeitigen Aufführungen in Düsseldorf, Frankfurt am Main und München stellten ein besonderes kulturelles Ereignis in der BRD dar.
20. Januar
Bobfahren 1962 – In Garmisch-Partenkirchen (
Bayern) hatte die Italiener Rinaldo Ruatti und Enrico de Lorenzo bei den Weltmeisterschaften im Zweierbob gesiegt.
21. Januar
Tunesien/Frankreich 1962 – In Paris waren die Verhandlungen zwischen Frankreich und Tunesien über den Militärstützpunkt Biserta unterbrochen worden.
21. Januar
BRD 1962 – Drei Wochen nach dem Ausbruch der Pocken in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) war eine Krankenschwester an der Infektion gestorben.
22. Januar
Uruguay/International 1962 – In Punta del Este (Uruguay) hatte die Konferenz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) begonnen, die bis zum 31. Januar dauerte.
22. Januar
Algerien/Frankreich 1962 – Um feindliche Bevölkerungsgruppen voneinander zu trennen, hatte in Algier der französische Generaldelegierte Jean Morin Straßensperren errichten lassen.
22. Januar
Tansania 1962 – Der Premierminister von Tanganjika (Tansania), Julius Nyerere, war zurückgetreten. Da dieser von linksgerichteten Kreisen unter Druck gesetzt worden war, hatten westliche Beobachter an einen taktischen Schachzug Nyereres geglaubt.
22. Januar
Nigeria/International 1962 – Um ein Gipfeltreffen vorzubereiten, das am 25. Januar beginnen sollten, hatten sich die Außenminister der unabhängigen afrikanischen Staaten in der nigerianischen Hauptstadt Lagos getroffen.
22. Januar
Iran 1962 – In der Hauptstadt Teheran war es wegen der geplanten Landreform zu Unruhen gekommen. Die Universität musste vorübergehend geschlossen werden.
22. Januar
BRD 1962 – Die Karl-Marx-Straße in Bonn war zurückbenannt worden nach dem Kurfürsten Max-Franz in Maxstraße.
22. Januar
USA/Kuba 1962 – Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte auf Druck der Vereinigten Staaten Kuba von der Teilnahme an ihren weiteren Aktivitäten ausgeschlossen.
23. Januar
BRD/DDR 1962 – Auf einer Pressekonferenz in Bonn hatten 27 Flüchtlinge aus der DDR über die Beweggründe ihrer Flucht berichtet. Sie hatten während einer Kreuzfahrt im Mittelmeer auf der Rostocker „Fritz Heckert“ das Schiff verlassen.
23. Januar
China/DDR 1962 – Nach jahrelanger regelmäßiger Beteiligung an der Leipziger Frühjahrsmesse hatte die
Volksrepublik China für das Jahr 1962 eine Absage mitgeteilt.
24. Januar
DDR 1962 – Das „Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht“ war von der Volkskammer der DDR beschlossen worden.
24. Januar
West-Berlin/DDR 1962 – Es war 28 Menschen gelungen, durch einen selbstgebauten Tunnel aus der DDR nach West-Berlin zu flüchten.
24. Januar
Sowjetunion/Ghana 1962 – Der Präsident Ghanas, Kwame Nkrumah hatte in Anwesenheit des sowjetischen stellvertretenden Ministerpräsidenten, Anastas I. Mikojan, mit der ersten Sprengung den Bau des Volta-Staudammes eingeleitet.
25. Januar
Nigeria/International 1962 – In der nigerianischen Hauptstadt Lagos hatte das Gipfeltreffen der afrikanischen Staatschefs begonnen, das bis zum 30. Januar dauerte.
25. Januar
Griechenland 1962 – Unter dem Druck der griechischen Regierung und Bevölkerung war der Erzbischof Iakovos von Athen, Primas von Griechenland, zurückgetreten.
25. Januar
Automobilrennsport 1962 – Mit Kopilot Gunnar Häggbom hatte der 33-jährige Schwede Erik Carlsson auf Saab die 31. Rallye Monte Carlo gewonnen. Den zweiten Platz hatte die deutsche Mannschaft mit Eugen Böhringer und Peter Lang auf Mercedes belegt.
26. Januar
Mongolei 1962 – In der Hauptstadt Ulan Bator hatte die Tagung der Mongolischen Revolutionären Volkspartei begonnen. Die Parteiführung hatte Albanien verurteilt und sich von der Volksrepublik China distanziert.
26. Januar
USA/Raumfahrt 1962 – Die US-Instrumentenkapsel „Ranger III“ war zum Mond gestartet. Sie hatte jedoch die geplante Kreisbahn um den Mond verfehlt und hatte deshalb keine Landung auf dem Erdtrabanten vollziehen können.
27. Januar
Österreich/Italien 1962 – Die Note zur Südtirol-Frage, die Österreich von der italienischen Regierung überreicht bekommen hatte, wurde von der österreichischen Regierung zurückgewiesen.
27. Januar
Italien 1962 – In Neapel war es auf dem Parteikongress der Democrazia Cristiana (DC) zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den fortschrittlichen Kreisen gegenüber dem konservativen Programm von Giulio Andreotti gekommen.
27. Januar
BRD 1962 – Der beim Publikum in der BRD sehr beliebte Schauspieler Gustav Knuth bekam für seine schauspielerische Leistung in dem Film „Der Lügner“ den Ernst-Lubitsch-Preis.
28. Januar
Dominikanische Republik 1962 – Der Staatsrat der Dominikanischen Republik hatte verfügt, dass alle großen Banknoten innerhalb von drei Tagen umgetauscht werden mussten. Diese Aktion sollte die Verwandten des früheren Diktators Rafael Leonidas Trujillo treffen, die bei der Flucht mehrere Millionen Peseten in großen Scheinen außer Landes gebracht hatten.
28. Januar
BRD 1962 – Die Gesellschaftsversammlung der Universum-Film-AG (Ufa) in Hamburg hatte den Verzicht auf die Herstellung eigener Filme beschlossen.
29. Januar
International 1962 – In Genf (Schweiz) war die Konferenz über die Einstellung der Kernwaffenversuche unterbrochen worden, weil die Sowjetunion den Vorschlag der Westmächte abgelehnt hatte, ein Abkommen über das Verbot von Atomversuchen einer Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen zu übertragen.
29. Januar
Spanien 1962 – In der Stadt Bilbao waren es nach einem Streik zu Entlassungen von 3.000 Arbeitern gekommen.
30. Januar
USA/Sowjetunion 1962 – Der Chefredakteur der sowjetischen Regierungszeitung „Iswestja“ und Schwiegersohn von Nikita S. Chruschtschow, Alexei Adschubei, war im Weißen Haus in Washington von US-Präsident John F. Kennedy uns seiner Frau zum Mittagessen empfangen worden.
30. Januar
Bobfahren 1962 – In Garmisch-Partenkirchen (
Bayern) hatten Franz Schelle und seine Ohlstädter Crew mit dem Sieg im Viererbob (1:16,67 min) den ersten Weltmeistertitel 1962 in die Bundesrepublik geholt.
30. Januar
BRD/Dänemark 1962 – Zwischen der Bundesrepublik und Dänemark war ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen worden.
30. Januar
Tansania 1962 – Auf der Grundlage einer Massenhysterie war es Tanganjika (heute ein Teil von Tansania) zu der Tanganjika-Lachepidemie gekommen.
31. Januar
BRD/West-Berlin 1962 – Zu einem offiziellen zwölftägigen Besuch in West-Berlin war Bundespräsident Heinrich Lübke mit seiner Frau eingetroffen.
31. Januar
USA 1962 – Während einer Vorstellung im State Fair Coliseum in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) waren vier Mitglieder der Zirkusgruppe „Die fliegenden Wallendas“ von einem 15 m hohen Drahtseil abgestürzt. Zwei von ihnen waren ihren Verletzungen erlegen.

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