Juni 1976 - Die Nacht von Belgrad

Kalender Juni 1976
Es war eine traurige Schlagzeile für den bundesdeutschen Fußball. In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad ging das Final-Spiel der Fußball-Europameisterschaft 1976 als „Nacht von Belgrad“ in die Sportgeschichte ein. Die bundesdeutsche Mannschaft war gegen die Elf der Tschechoslowakei angetreten. Da die Heimatmannschaft Jugoslawiens schon ausgeschieden war, sahen „nur“ etwa 30.800 Zuschauer das Finale. Nach einem 2:2 unentschieden nach der Verlängerung wurde das Elfmeterschießen ausgetragen, das 5:3 für die Tschechen endete. Dieses legendäre Spiel war das 100. Länderspiel von Franz Beckenbauer, in dem Uli Hoeneß beim Elfmeterschießen weit über die Querlatte des CSSR-Tores in den Belgrader Nachthimmel schoss. Die Mannschaft der Tschechoslowakei war damit Europameister geworden. Und Deutschland konnte immerhin als Vize-Europameisterschaft nach Hause fahren.
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Wichtige Ereignisse im Juni 1976

Jahrgang 1976 Chronik1. Juni
Thailand/USA 1976 – In Bangkok hatte die thailändische Regierung die Schließung der letzten US-Radarstationen im Land verfügt.
1. Juni
Libanon/Syrien 1976 – Die syrische Armee war aufgrund anhaltender Unruhen im Libanon einmarschiert, um – wie die Regierung in Damaskus verkündete – den Bürgerkrieg im Nachbarland zu beenden.
1. Juni
Japan 1976 – Das japanische Kabinett hatte in Tokio eine Gesetzesvorlage verabschiedet, nach der Japan als 100. Staat dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen beitrat.
1. Juni
BRD 1976 – In Frankfurt am Main (Hessen) waren bei einem Sprengstoffanschlag 16 Menschen verletzt worden. Der Sprengkörper war in einer Bar des von US-Streitkräften seit Ende des Krieges benutzten Gebäudekomplexes der früheren IG Farben explodiert.
2. Juni
BRD 1976 – Der 7. Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart hatte auf seiner konstituierenden Sitzung mit 69 von 121 Stimmen
Hans Filbinger erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.
2. Juni
Spanien/USA 1976 – Anlässlich eines Besuchs in den USA hatte der spanische König Juan Carlos die Rückkehr seines Landes zu einer demokratischen Regierungsform gefordert.
2. Juni
Großbritannien/Island 1976 – Großbritannien und Island hatten nach monatelangen Verhandlungen in Oslo den Fischereistreit (Kabeljaukrieg) beendet, der 1975 aufgrund einer einseitigen Ausdehnung der isländischen Fangzone von 50 auf 200 Seemeilen ausgebrochen war. Die beiden Länder hatten die seit dem 19. Februar unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen.
3. Juni
Argentinien 1976 – In seinem argentinischen Exil war der ehemalige Präsident Boliviens, Juan José Torres Gonzáles, von Terroristen entführt und erschossen worden. Es blieb offen, ob sein Amtsnachfolger in diese „Operation Condor“ verwickelt war.
3. Juni
Schweden 1976 – In Stockholm hatte die schwedische Reichstag mit großer Mehrheit ein Gesetz beschlossen, das den Arbeitnehmern mehr Mitbestimmung am Arbeitsplatz einräumte.
4. Juni
International 1976 – Bei einem Treffen in der französischen Hauptstadt Paris hatten die KP-Chefs Italiens und Frankreichs, Enrico Berlinguer und Georges Marchais, das Recht auf Eigenständigkeit der westeuropäischen Kommunisten gegenüber dem Führungsanspruch der KPdSU betont.
4. Juni
Argentinien 1976 – In Buenos Aires hatte die argentinische Militärregierung ein Bestätigungsverbot für 48 linksgerichtete Organisationen und verfügt und bei Zuwiderhandlungen mit Gefängnisstrafen gedroht.
4. Juni
BRD/DDR 1976 – In der Bundesrepublik konnten aufgrund von monatelangen Ermittlungen des Bundesverfassungsschutzes und des Militärischen Abschirmdienstes (MAD)16 DDR-Spione verhaftet werden. Darunter hatten sich mehrere Angestellte des Bundesverteidigungsministeriums befunden.
4. Juni
BRD 1976 – Erstmals seit Dezember 1974 war die Zahl der Arbeitslosen in der BRD unter die Millionengrenze zurückgegangen. Angaben der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit waren 953.500 Menschen arbeitslos.
4. Juni
BRD 1976 – Der Bundesrat in Bonn hatte die Erhöhung der Tabaksteuer um 18 Prozent und der Branntweinsteuer um 20 Prozent gebilligt.
4. Juni
Guam/Pazifik 1976 – Eine philippinische Verkehrsmaschine vom Typ „Electra“ war beim Start vom Flugplatz der Pazifikinsel Guam verunglückt. Alle 45 Insassen waren ums Leben gekommen.
4. Juni
Fußball 1976 – Nach Beendigung der 13. Bundesliga-Saison war
Borussia Mönchengladbach Deutscher Fußballmeister.
5. Juni
Spanien 1976 – Erstmals seit der Beendigung des Spanischen Bürgerkrieges (1936 bis 1939) hatte in Madrid die bisher unter der Franco-Diktatur verbotene oppositionelle Sozialistische Volkspartei eine offiziell genehmigte Parteiveranstaltung abgehalten.
5. Juni
Ägypten/Syrien 1976 – Die ägyptische Regierung hatte nach schweren Ausschreitungen gegen die ägyptische Botschaft in Damaskus (Syrien) die diplomatischen Beziehungen zu Syrien abgebrochen.
5. Juni
USA 1976 – Im US-Bundesstaat Idaho war der Teton-Staudamm bei seiner Indienstnahme gebrochen. Bei dem Unglück waren elf Menschen und 13.000 Nutztiere umgekommen. Der Schaden, der durch die Überflutung der Region angerichtet worden war, wurde auf eine Milliarde US-Dollar beziffert. 40.000 Menschen mussten evakuiert werden.
5. Juni
China/BRD 1976 – Die chinesische Regierung hatte in München vier Hubschrauber des Typs „Bo 105“ der Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) mit einer Option auf 16 weitere Maschinen gekauft. Die Helikopter wurden bei der Bundeswehr zur Panzerbekämpfung eingesetzt.
5. Juni
Schwimmen 1976 – Bei den Schwimm-Meisterschaften der DDR in Ost-Berlin hatten die Damen insgesamt 14 neue Weltrekorde aufgestellt. Fünf davon hatte sich die 17-jährige Kornelia Ender erkämpft.
6. Juni
USA 1976 – Der US-Ölmilliardär Jean Paul Getty war in Sutton Place (Großbritannien) im Alter von 83 Jahren gestorben.
7. Juni
Großbritannien 1976 – Großbritannien hatte von den zehn westlichen Industrienationen (Zehnerclub) einen Kredit von umgerechnet 12,5 Milliarden DM zur Stützung der britischen Währung erhalten. Diese hatte im internationalen Vergleich in den letzten Monaten starke Verluste erlitten.
7. Juni
Italien 1976 – Der Generalstaatsanwalt von Genua, Francesco Coco, war zusammen mit einem Leibwächter erschossen worden. Coco war mit der Bekämpfung der terroristischen „Roten Brigaden“ betraut gewesen.
7. Juni
Irland 1976 – Bei Terroranschlägen der irischen Untergrundorganisation IRA waren über die
Pfingstfeiertag in Nordirland elf Menschen getötet worden. Weitere 48 Menschen waren zum Teil schwer verletzt worden. Daraufhin hatte die britische Regierung ihre Polizei- und Armeeverbände in der immer von heftigen Unruhen betroffenen Provinz verstärkt.
7. Juni
BRD 1976 – Der Pfingstverkehr auf bundesdeutschen Straßen hatte Angaben des Bundesverkehrsministeriums in Bonn 109 Unfalltote und mehr als 4000 Verletzte gefordert.
8. Juni
Polen/BRD 1976 – Der Erste Sekretär der polnischen Kommunistischen Partei, Edward Gierek, hatte anlässlich eines fünftägigen Staatsbesuchs in der BRD mehrere Wirtschaftsabkommen abgeschlossen.
8. Juni
Österreich/Theater 1976 – Das Stück „Die Berühmten“ des österreichischen Dramatikers Thomas Bernhard war am „Theater an der Wien“ zur Uraufführung gelangt.
9. Juni
Arabische Liga 1976 – Die Vertreter der Arabischen Liga hatten in Damaskus (Syrien) die Ausstellung einer gemeinsamen Streitmacht beschlossen, die die syrischen Besatzungstruppen im Libanon ersetzten sollte.
9. Juni
Spanien 1976 – In Madrid hatte das spanische Parlament (Cortes) einen Gesetzentwurf über die Zulassung politischer Parteien in Spanien gebilligt. Die sozialistischen Oppositionsgruppen hatten das Gesetz als antidemokratisch abgelehnt.
9. Juni
Bolivien 1976 – Die bolivianische Regierung in La Paz hatte den Belagerungszustand über das Land verhängt, um der kommunistischen Untergrundbewegung im Lande Herr zu werden.
10. Juni
BRD 1976 – Der Bundestag in Bonn hatte ein Gesetz zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität beschlossen.
10. Juni
Uganda 1976 – Armee und Polizei hatten nach einem missglückten Attentatsversuch auf den ugandischen Staatschef Idi Amin Dada in der Hauptstadt Kampala ein Blutbad unter oppositionellen Kräften angerichtet. Mehr als 200 Menschen waren getötet worden. Tausende waren wahllos festgenommen worden.
10. Juni
BRD/West-Berlin 1976 – In West-Berlin hatte Bundespräsident Walter Scheel das 17. Chorfest des Deutschen Sängerbundes eröffnet. Drei Tage lang musizierten 55.000 Teilnehmer aus 22 Ländern gemeinsam.
11. Juni
BRD 1976 – Auf einer Sitzung in Bonn hatten die Innenminister der Bundesländer die Weisung für die Polizei bestätigt, den „Todesschuss“ gegen Straftäter weiterhin nur bei Lebensgefahr für die Beamten anzuwenden.
11. Juni
NATO 1976 – Auf ihrer Frühjahrstagung in Brüssel hatten die Verteidigungsminister der NATO beschlossen, auf die verstärkten Rüstungsanstrengungen der Sowjetunion mit Qualitätsverbesserungen der eigenen Streitkräfte zu reagieren. Unter anderem sollten die atomaren Streitkräfte der USA modernisiert werden. Außerdem wurde die kanadische Brigade in der BRD mit 128 deutschen „Leopard“-Panzern ausgerüstet.
11. Juni
Sowjetunion/Indien 1976 – Die indische Premierministerin Indira Gandhi hatte während eines Staatsbesuchs in Moskau eine Ausdehnung des sowjetischen Einflussgebietes in den Bereich des Indischen Ozeans abgelehnt.
12. Juni
Uruguay 1976 – Der wegen seiner Unterdrückungspolitik zunehmend kritisierte Staatspräsident von Uruguay, Juan M. Bordaberry, war nach einem Putsch der Armee des Landes abgesetzt worden. Die Streitkräfte hatten A. Demicheli als seinen Nachfolger eingesetzt.
13. Juni
USA/Chile 1976 – In Washington hatte der US-Senat die Einstellung von Militärlieferungen an Chile beschlossen. Zur Begründung war auf die Unterdrückungspolitik der chilenischen Militärjunta verwiesen worden. Diese war 1973 durch einen Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende an die Macht gekommen.
13. Juni
Radrennsport 1976 – In einer Gesamtzeit von 119:57:50 h hatte der Italiener Felice Gimondi den Giro d'Italia für Radprofis vor dem bis zur Schlussetappe führenden Belgier Johan De Muynck gewonnen.
13. Juni
Leichtathletik 1976 – Die bundesdeutsche Leichtathletin Ingo Helten, war in Fürth (Bayern) mit 11,04 sec Weltrekord über 100 m gelaufen.
14. Juni
BRD 1976 – Der Bundestag in Bonn hatte das 1. Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts verabschiedet. Die Reform beinhaltete unter anderem neues Scheidungsrecht mit der Ablösung des Schuldprinzips durch das Zerrüttungsprinzip sowie die Einführung eines Versorgungsausgleichs für die Frau im Fall einer Scheidung.
14. Juni
Sowjetunion 1976 – Die sowjetische Regierung hatte der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO die Eröffnung eines Ständigen Büros in Moskau gestattet. Diesem Büro wurden quasi Botschaftsfunktionen eingeräumt.
14. Juni
Italien 1976 – Bei einer Rede in Rom hatte der italienische KP-Chef Enrico Berlinguer die NATO-Mitgliedschaft Italiens befürwortet. Er sah darin auch einen Schutzschild für die Autonomie seiner Partei gegenüber dem Führungsanspruch der Sowjetunion.
15. Juni
Finnland /BRD 1976 – Der finnische Staatspräsident Urho Kaleva Kekkonen hatte in der Hauptstadt Helsinki Bundespräsident Walter Scheel und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher empfangen.
15. Juni
BRD 1976 – Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle hatte in Uelzen (
Niedersachsen) den 115 km langen Elbeseitenkanal eröffnet. Dieser war nach acht Jahren Bauzeit fertiggestellt worden. Er verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal. Damit waren Hamburg und Lübeck an das mitteleuropäische Kanalnetz angeschlossen worden.
15. Juni
BRD/DDR 1976 – DDR-Grenztruppen hatten an der innerdeutschen Grenze bei Eschwege (Hessen) zwei Beamte des Bundesgrenzschutzes in ihre Gewalt gebracht. Diese waren bei einem Streifengang auf das Gebiet der DDR geraten. Nach dreitägigen Verhören waren die beiden BGS-Beamte abgeschoben worden.
15. Juni
BRD 1976 – Der Ernährungsbericht 1976 des Bundesgesundheitsministeriums hatte unter anderem festgestellt, dass jeder zweite Bundesbürger übergewichtig war. Dabei lagen 20 Prozent der Menschen um mehr als ein Drittel über dem Normalgewicht.
16. Juni
Südafrika 1976 – In Soweto, einer überwiegend von Schwarzen bewohnten Vorstadt von Johannesburg, waren blutige Unruhen ausgebrochen. Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Protestveranstaltungen durch die südafrikanischen Polizei waren bis Ende Juni 176 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1100 Personen waren verletzt worden.
16. Juni
Italien 1976 – Archäologen hatten in der Nähe der süditalienischen Stadt Paestum bei Ausgrabungen eine antike Grabstätte mit 64 Gräbern aus dem 6. und 5. Jh. v. Chr. Entdeckt.
16. Juni
Schweiz 1976 – Im schweizerischen Basel war die 7. Internationale Kunstmesse „Art 7'76“ eröffnet worden. Gleichzeitig hatte das Baseler Nationalmuseum die bisher größte Picasso-Ausstellung mit mehr als 90 Werken des spanischen Künstlers präsentiert.
17. Juni
BRD 1976 – Zum „Tag der deutschen Einheit“ hatten in vielen bundesdeutschen Städten Kundgebungen und Kranzniederlegungen zum Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953 stattgefunden.
Bundeskanzler Helmut Schmidt hatte den Tag als eine „Herausforderung für die deutsche Politik, ein weiteres Auseinanderleben der deutschen Nation zu verhindern“ bezeichnet.
17. Juni
Fußball 1976 – In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad hatte die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft die Vertretung Jugoslawiens im Halbfinale zur Fußball-Europameisterschaft mit 4:2 nach Verlängerung besiegt.
18. Juni
USA/Libanon 1976 – Die US-Regierung hatte die Evakuierung ihrer Staatsbürger aus dem Libanon angeordnet, nachdem mehrere Botschaftsangehörige, darunter Botschafter Francis Meloy, ermordet worden waren.
18. Juni
Boxen 1976 – In Berlin hatte der Boxprofi Eckhard Dagge den Weltmeistertitel im Junior-Mittelgewicht gewonnen. Er hatte den Titelverteidiger Elisha Obed von den Bahamas durch Aufgabe in der zehnten Runde besiegt. Damit war der Berliner Boxer nach Max Schmeling der zweite Boxweltmeister aus Deutschland geworden.
19. Juni
Schweden 1976 – In der Hauptstadt Stockholm hatte der 30-jährige König Karl XVI. Gustav von Schweden die 32-jährige Deutsche Silvia Sommerlath geheiratet. Mehr als 200.000 Menschen hatten die Straßen der Stadt gesäumt. Die Frischvermählten planten, auf die Pazifikinsel Hawaii in die Flitterwochen zu fliegen.
19. Juni
BRD/Musik 1976 – In
Stuttgart gelangte die Oper „Das Mädchen aus Domrémy“ (nach Motiven Friedrich Schillers) von Giselher Klebe unter der Regie von Kurt Horres zur Uraufführung.
20. Juni
Fußball 1976 – In Belgrad ging das Final-Spiel der Fußball-Europameisterschaft 1976 als „Nacht von Belgrad“ in die Sportgeschichte ein. Die bundesdeutsche Mannschaft war gegen die Elf der Tschechoslowakei angetreten. Nach einem 2:2 unentschieden in der Verlängerung wurde das Elfmeterschießen ausgetragen. Der Endstand des Spiels: 5:3. Damit war die Tschechoslowakei Europameister geworden. Es war das 100. Länderspiel von Franz Beckenbauer. Uli Hoeneß hatte über das Tor geschossen.
21. Juni
Italien 1976 – In Italien konnte sich die konservative Democrazia Cristiana bei den Parlamentswahlen als stärkste politische Kraft behaupten, obwohl die Kommunisten starke Gewinne verzeichneten.
22. Juni
West-Berlin 1976 – Vor dem Berliner Landgericht war der Prozess um die Ermordung des Anarchisten Ulrich Schmücker zu Ende gegangen. Schmücker war im Juni 1974 einem Fememord zum Opfer gefallen. Die Angeklagten waren zu Freiheitsstrafen zwischen vier Jahren und lebenslänglich verurteilt worden.
22. Juni
Frankreich/Großbritannien 1976 – Der französische Staatspräsident Valérie Giscard d'Estaing war zu einem Staatsbesuch nach London gereist. Im Laufe der Gespräche mit Premierminister James Callaghan waren jährliche Sondierungsgespräche zwischen beiden Regierungen vereinbart worden.
22. Juni
BRD/Vietnam 1976 – Zum ersten Botschafter der BRD in Hanoi, der Hauptstadt des wiedervereinigten Vietnam, war Peter Schulz ernannt worden.
22. Juni
USA/Portugal 1976 – Nach einer Unterbrechung von zehn Jahren hatten die USA ihre Waffenlieferungen an Portugal wieder aufgenommen. Diese waren 1966 wegen des von Portugal in Afrika geführten Kolonialkrieges abgebrochen worden.
22. Juni
Kanada 1976 – In Ontario hatte der mit 553 m höchste Fernsehturm der Welt den Betrieb aufgenommen. Der Turm wurde in einer Bauzeit von acht Jahren fertiggestellt. Von der Spitze ist eine Fernsicht von mehr als 160 km möglich.
23. Juni
BRD 1976 – Der Atomreaktor in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) wurde „kritisch“ und hatte den ersten Probelauf begonnen. Mit 805 Megawatt Leistung sollte das Kernkraftwerk das Stromnetz in Niedersachsen verstärken.
23. Juni
West-Berlin/Musik 1976 – An der Deutschen Oper in West-Berlin war die Oper „Der Tempelbrand“ von Toshiro Mayuzumi uraufgeführt worden.
24. Juni
BRD 1976 – Der Bundestag in Bonn hatte das sogenannte Anti-Terrorismus-Gesetz verabschiedet. Die Bildung einer terroristischen Vereinigung war dabei als neuer Strafttatbestand in das Strafgesetzbuch aufgenommen worden.
24. Juni
UNO 1976 – In New Yorker UN-Sicherheitsrat hatte das Veto der USA die Aufnahme Angolas in die Vereinten Nationen verhindert. Die USA hatten ihre Entscheidung mit der fortgesetzten Präsenz kubanischer Truppen in der ehemaligen portugiesischen Kolonie begründet.
24. Juni
Vietnam 1976 – Die am 25. April gewählte vietnamesische Nationalversammlung war in der Hauptstadt Hanoi zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten.
25. Juni
Polen 1976 – In mehreren polnischen Städten war es nach der Ankündigung von drastischen Preiserhöhungen für Grundnahrungsmitteln zu Unruhen gekommen. Daraufhin hatte die Regierung in Warschau ihren Beschluss zurückgenommen.
25. Juni
Uganda 1976 – Der Verteidigungsrat von Uganda hatte in der Hauptstadt Kampala Staatschef Idi Amin Dada zum Präsidenten auf Lebenszeit proklamiert. In der Begründung hieß es, dass der Feldmarschall in wenigen Jahren mehr als ein normaler Mensch in einem Jahrhundert schaffen könnte.
25. Juni
BRD/Film 1976 – Der Bundesfilmminister Werner Maihofer hatte in West-Berlin die diesjährigen Bundesfilmpreise übergeben.
25. Juni
Neuguinea 1976 – Auf Neuguinea waren 422 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 ums Leben gekommen.
26. Juni
Argentinien 1976 – In der Hauptstadt Buenos Aires hatte die argentinische Militärregierung die Wiedereinführung der Todesstrafe bei bestimmten Straftaten, z. B. Terrorismus, beschlossen. Das Land hatte die
Todesstrafe 1920 aus dem zivilen Strafgesetzbuch gestrichen.
26. Juni
Fußball 1976 – Der
Hamburger SV hatte in Frankfurt am Main durch einen 2:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern den deutschen Fußballpokal gewonnen.
27. Juni
Frankreich 1976 – Ein Air France-Flugzeug, das in der Athen gestartet war, wurde von palästinensischen Terroristen entführt, die es zur Landung in Entebbe (Uganda) zwangen. Unter den zehn Terroristen befanden sich zwei Deutsche.
27. Juni
Portugal 1976 – In Portugal fanden seit 50 Jahren die ersten und direkten Präsidentschaftswahlen statt, aus denen der Kandidat der Sozialisten, Generalstabschef des Heeres, General Antonio Ramalho Eanes, mit 61,5 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervorging.
27. Juni
Belgien 1976 – Auf freier Strecke bei Brüssel war der Schnellzug Amsterdam-Paris entgleist. Bei dem Unglück waren elf Menschen ums Leben gekommen.
27. Juni
Leichtathletik 1976 – In Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) war die Dortmunderin Annegret Richter mit 10,8 sec über 100 m Weltrekord gelaufen.
28. Juni
Angola 1976 – In der angolanischen Hauptstadt Luanda waren zehn US-amerikanische Söldner und drei britische Söldner von einem Militärgericht verurteilt worden. Über vier der Angeklagten war die Todesstrafe verhängt worden. Die übrigen Angeklagten hatten Freiheitsstrafen zwischen 16 und 30 Jahren erhalten.
29. Juni
DDR 1976 – In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin hatte eine zweitägige Gipfelkonferenz der kommunistischen Parteien Europas begonnen. Die westlichen Kommunisten hatten erneut Unabhängigkeit von Moskau gefordert.
29. Juni
Großbritannien 1976 – Zwei Männer, die als Angestellte einer Geldtransportgesellschaft verkleidet waren, hatten auf dem Londoner Flughafen Heathrow umgerechnet neun Millionen DM erbeutet.
29. Juni
Seychellen 1976 – Nach 182-jähriger britischer Kolonialherrschaft hatte die Inselgruppe der Seychellen im Indischen Ozean die Unabhängigkeit erhalten.
30. Juni
International 1976 – In Entebbe (Uganda) hatten die Entführer der Air France-Maschine die Freilassung von 53 in Israel und der BRD inhaftierten Terroristen verlangt. Sie hatten andernfalls mit der Ermordung der Geiseln gedroht

Juni 1976 in den Nachrichten

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