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Juni 1969 - Das Gesetz über die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Kalender Juni 1969
Es war nicht zu übersehen, dass alle Parteien in ihrem Tun bereits die bevorstehende Bundestagswahl im September im Auge hatten. Im Hinblick darauf war das Gesetz über die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das der Deutsche Bundestag verabschiedet hatte, eine sozialpolitische Maßnahme, die zu den wichtigsten der Nachkriegszeit gehörte. Tatsache war jedenfalls, dass die Behandlung der bundesdeutschen Arbeiter als „Menschen zweiter Klasse“ damit der Vergangenheit angehörte, jedenfalls in Sachen Krankheit. Bisher hatten Arbeiter im Krankheitsfall 35 Prozent des Nettolohns erhalten, wogegen die Arbeitgeber den gesellschaftlich höher eingestuften Angestellten sechs Wochen lang das volle Bruttogehalt zahlten. Die Diskriminierung eines Arbeiters im Vergleich zu einem Angestellten ging soweit, dass der Arbeiter bereits in der ersten Woche seines Krankseins zum Vertrauensarzt musste. Dort ging es meist noch zu wie beim Militärarzt. Ein Angestellter benötigte lediglich eine Bescheinigung seines Hausarztes, um dann sorglos zu gesunden. Nun waren Arbeiter den Angestellten gleichgestellt worden. Und damit auch auf den Straßen der Bundesrepublik alles mit rechten Dingen zugehen sollte, hatte man in Bad Godesberg den Deutschen Verkehrssicherheitsrat gegründet. Erste Maßnahme: Während der Sommerferien galt im ganzen Land zum ersten Mal ein Wochenendfahrverbot für Lkw.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1969

1. Juni
Frankreich 1969 – Nach dem ersten Wahlgang bei den französischen Präsidentschaftswahlen war eine Stichwahl zwischen Georges Pompidou und Alain Poher notwendig geworden.
1. Juni
Curaçao/Niederlande 1969 – Soziale Unruhen auf Curaçao, der größten Antilleninseln, hatten nur durch den Einsatz von 300 niederländischen Marinesoldaten unterdrückt werden können. Am 30. Mai hatten mehrere tausend Arbeiter von Erdölraffinerien für Lohnerhöhungen demonstriert. Als dabei ein Arbeiterführer von der Polizei erschossen worden war, war es zu einem Aufstand gekommen.
1. Juni
Großbritannien 1969 – In der Marlborough Gallery in London hatte eine Ausstellung zum Gesamtwerk des deutschen Malers Ernst Ludwig Kirchner begonnen, die bis zum Ende August präsentiert wurde. Von den knapp 170 Werken waren einige auch zum Verkauf angeboten worden.
2. Juni
Radrennsport 1969 – Beim Giro d'Italia war der belgische Radprofi Eddy Merckx nach einer positiven Dopingprobe disqualifiziert worden. Vor seinem Ausschluss hatte er klar in Führung gelegen.
3. Juni
Haiti 1969 – Soldaten der haitianischen Armee hatten in der Hauptstadt Port-au-Prince in der Nacht vom 3. zum 4. Juni 20 Mitglieder der Kommunistischen Partei erschossen. Bereits Anfang Mai waren von der Geheimpolizei („Tontons Macoutes“) des Diktators Francois Duvalier 35 Widerstandskämpfer erschossen worden. Ein Attentatsversuch auf den Diktator war am 4. Juni gescheitert. Der 1957 an die Macht gekommene Duvalier, der über eine 12.000-köpfige Privatmiliz verfügte, hatte im Verlauf seiner Herrschaft mehrere tausend Gegner hinrichten oder einkerkern lassen.
3. Juni
DDR/Syrien 1969 – DDR-Außenminister Otto Winzer war zu einem viertägigen Besuch nach Syrien gereist. Dabei hatten beide Staaten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart.
4. Juni
BRD/Afghanistan 1969 – Einem Abkommen zufolge hatte die Bundesrepublik Afghanistan eine Kapitalhilfe in Höhe von 50 Millionen DM gewährt. Das Geld sollte für Projekte der wirtschaftlichen Entwicklung und für einen Kredit an die afghanische Industrie- und Entwicklungsbank Verwendung finden.
5. Juni
Sowjetunion/International 1969 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau hatte KP-Chef Leonid I. Breschnew die dritte kommunistische Weltkonferenz eröffnet, die bis zum 17. Juni dauerte.
5. Juni
Großbritannien 1969 – Die von der Labour-Regierung geplante Neuordnung der „industriellen Beziehungen“ war auf einer außerordentlichen Tagung des britischen Gewerkschaftskongresses (Tradt Union Congress; TUC) diskutiert worden. Dabei hatten die Delegierten die im entsprechenden Gesetzentwurf für bestimmte Fälle vorgesehenen Geldstrafen abgelehnt.
5. Juni
Sowjetunion 1969 – Zum ersten Mal hatte ein Prototyp des sowjetischen Überschall-Passagierflugzeugs TU-144 einen Überschallflug absolviert. Bereits Ende Dezember 1968 bzw. im Januar 1969 waren Probeflüge durchgeführt worden.
6. Juni
Südvietnam 1969 – Die aufständischen Kräfte in Südvietnam hatten die Bildung einer Provisorischen Revolutionären Regierung Südvietnams und die Ausrufung der Republik Südvietnam beschlossen.
6. Juni
Olympia/International 1969 – Der IOC-Vorsitzende Avery Brundage hatte bei seiner Eröffnungsrede auf der 68. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) den „professionellen Amateurismus“ im Sport kritisiert.
7. Juni
BRD 1969 – Im Zuge einer Verwaltungsreform hatten mit Wirkung vom 7. Juni 325 rheinland-pfälzische Gemeinden ihre Selbständigkeit verloren. Zugleich waren die bisher 39 Landkreise auf 28 reduziert worden. Bereits am 1. Oktober hatte man die bisher fünf Regierungsbezirke zu drei neuen zusammengelegt.
7. Juni
Fußball 1969 – In der Abstiegsfrage war erst am letzten Spieltag der Fußball-Bundesligasaison 1968/69 die Entscheidung gefallen. Neben dem Aufsteiger der Vorsaison, Kickers Offenbach, hatte dabei auch Titelverteidiger 1. FC Nürnberg überraschend den Weg in die Regionalliga antreten müssen. Bayern München hatte frühzeitig als Meister festgestanden.
8. Juni
Südvietnam/USA 1969 – US-Präsident Richard M. Nixon war auf der Pazifik-Insel Midway mit dem südvietnamesischen Staatschef Nguyen Van Thieu zusammengetroffen. Anschließend hatte Nixon die Rückführung von rund 25.000 US-amerikanischen Soldaten aus Südvietnam angeordnet. Diese sollten durch Einheiten der südvietnamesischen Regierungstruppen ersetzt werden.
8. Juni
BRD 1969 – In Köln (Nordrhein-Westfalen) war der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) gegründet worden, dessen erster Vorsitzender Dieter Lattmann wurde.
8. Juni
Radrennsport 1969 – Der Italiener Felice Gimondi hatte den über 24 Etappen führenden 52. Giro d'Italia gewonnen.
8. Juni
Boxen 1969 – Der 27-jährige Günter Meier (BRD) war in der rumänischen Hauptstadt Bukarest durch einen klaren Punktsieg über den Rumänen Victor Silbermann Box-Europameister im Weltergewicht geworden.
8. Juni
BRD 1969 – Die CDU war mit 42,6 Prozent der Stimmen bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz stärkste Partei vor der SPD (40,8 Prozent) geblieben. Die beiden großen Parteien hatten ebenso leichte Verluste wie die FDP zu verzeichnen. Diese war mit 9,1 Prozent drittstärkste Kraft geblieben. Freie Wählergruppen (4,8 Prozent und 2,4 Prozent) sowie die nur in bestimmten Gebieten kandidierende rechtsextreme NPD mit 2,4 Prozent der Stimmen (plus 1,6 Prozent) zählten zu den Gewinnern.
9. Juni
Sudan 1969 – Der Vorsitzende des Revolutionsrates, Jaafer Mohammed al-Numeiri, hatte bekanntgegeben, dass die neue Regierung bereit sei, den drei südlichen Provinzen regionale Autonomie zu gewähren. Der Revolutionsrat war nach dem Staatsstreich vom 25. Mai im Sudan gebildet worden.
9. Juni
BRD/Brasilien 1969 – Zwischen der Bundesrepublik und Brasilien war ein Kulturabkommen geschlossen worden, das am 17. Dezember 1970 in Kraft trat.
10. Juni
BRD/Kambodscha/USA 1969 – Kambodschas Staatspräsident Prinz Norodom Sihanouk hatte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik bekanntgegeben. Er hatte zur Begründung „eine Flut von Drohungen und Rügen“ seitens der Bundesregierung nach der kambodschanischen Anerkennung der DDR angegeben. Zugleich hatte Kambodscha wieder offizielle Beziehungen zu den Vereinigten Staaten aufgenommen.
10. Juni
Iran/Türkei 1969 – Bei einem Besuch des iranischen Ministerpräsidenten Amir Abbas Howaida in der Türkei war der Bau einer Pipeline vom Iran durch die Türkei zum Mittelmeer vereinbart worden. Neben den Vorteilen einer direkten Versorgung durch eine direkte Verbindung des Iran mit seinen osteuropäischen Märkten, brachte es der Türkei den Vorteil, Transit-Abgaben kassieren zu können.
10. Juni
International 1969 – In Genf (Schweiz) hatte die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) ihr 50-jähriges Jubiläum begangen. Unter anderem hatte sich unter den Gästen Papst Paul VI. befunden.
10. Juni
DDR 1969 – In der DDR war der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR entstanden. Die Mitarbeit der dortigen Landeskirchen in der EKD war von staatlicher Seite seit 1957 stetig erschwert worden.
10. Juni
BRD/USA 1969 – Im Rahmen eines Aufenthaltes des Leiters der US-Weltraumbehörde NASA, Thomas O. Paine, in der Bundesrepublik waren zwei Vereinbarungen unterzeichnet worden. Dabei hatte es sich um die gemeinsame Durchführung der Projekte Sonnensonde „Helios“ und des sogenannten Aeronomie-Satelliten. Dieser sollte mit seinem Messprogramm einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der hohen Ionosphäre liefern.
11. Juni
BRD 1969 – Auf Antrag von Bundesjustizminister Horst Ehmke war Hermann Maassen zum neuen Staatssekretär im Justizministerium ernannt worden. Zugleich war bekannt geworden, dass Horst Grabert, Chef der West-Berliner Senatskanzlei, die Nachfolge von Dieter Spangenberg als West-Berliner Senator für Bundesangelegenheiten übernahm. Spangenberg war zum Staatssekretär bei Bundespräsidenten Gustav Heinemann ernannt worden.
12. Juni
BRD 1969 – Der Bundestag hatte mit dem Gesetz über die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall eines der wichtigsten sozialpolitischen Gesetze der Nachkriegszeit verabschiedet.
12. Juni
Brasilien/BRD 1969 – Der brasilianische Außenminister José de Magalhaes Pinot hatte einen viertägigen offiziellen Besuch in der Bundesrepublik beendet. Im Rahmen des Aufenthaltes war am 9. Juni ein deutsch-brasilianisches Abkommen über wissenschaftlich-technologische und kulturelle Zusammenarbeit unterzeichnet worden.
12. Juni
BRD 1969 – Die Bevölkerung von Hannover (Niedersachsen) hatte mit der „Aktion Roter Punkt“ auf die Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs in der Landeshauptstadt reagiert. Die Nahverkehrsgesellschaft Üstra hatte ihren Betrieb eingestellt. Dem waren anhaltende, gegen Tariferhöhungen gerichtete Demonstrationen und Blockaden vorausgegangen.
12. Juni
BRD 1969 – Die Städtischen Bühnen Essen (Nordrhein-Westfalen) hatten erstmals das Stück „Lux in Tenebris“ aus dem Nachlass des Dramatikers Bertolt Brecht aufgeführt.
13. Juni
BRD 1969 – Anlässlich einer Festveranstaltung der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen (Niedersachsen) war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei einerseits und demonstrierenden Studenten, Lehrlingen und Schülern gekommen. Die Demonstranten hatten gegen die Hochschul- und Wissenschaftspolitik des Bundesministers für wissenschaftliche Forschung, Gerhard Stoltenberg, protestiert.
14. Juni
West-Berlin/Polen 1969 – Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Klaus Schütz, hatte einen dreitägigen Besuch in Polen angetreten. Am 16. Juni war er zu einem Gespräch mit dem polnischen Außenminister Stefan Jedrychowski zusammengetroffen. Von polnischer Seite war positiv hervorgehoben worden, dass es innerhalb der SPD die Bereitschaft zu einem Dialog mit Polen und anderen Ostblockstaaten gab.
15. Juni
Frankreich 1969 – Der Gaullist Georges Pompidou hatte im zweiten Wahlgang bei den französischen Präsidentschaftswahlen 58,21 Prozent der Stimmen erhalten. Sein konservativer Gegenkandidat, Senatspräsident Alain Poher, hatte 41,78 Prozent der Stimmen bekommen. Somit war Georges Pompidou neuer Staatspräsident Frankreichs geworden.
15. Juni
Tschad 1969 – Bei den Präsidentschaftswahlen im zentralafrikanischen Tschad war N'Garta Tombalbaye für sieben Jahre wiedergewählt worden. Er hatte als einziger Kandidat mehr als 90 Prozent der Stimmen erhalten. Der 51-jährige Politiker war seit der Unabhängigkeit des Tschads 1960 Staatschef des Landes. Er hatte die Parti Progressiste Tchadien 1946 mitbegründet und war 1959 deren Vorsitzender geworden.
16. Juni
USA/BRD 1969 – US-Präsident Richard M. Nixon hatten den Industriellen Kenneth Rush zum neuen Botschafter in Bonn ernannt. Rush war bisher Präsident des Chemiekonzerns Union Carbide Corporation gewesen. Er löste Henry Cabot Lodge ab. Dieser war Leiter der US-Delegation bei der Pariser Vietnam-Konferenz geworden.
17. Juni
BRD 1969 – Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger hatte im Bundestag den zweiten Bericht zur „Lage der Nation im geteilten Deutschland“ abgegeben. Bei der anschließenden Debatte hatte der Oppositionsführer, der FDP-Vorsitzende Walter Scheel die Ausführungen Kiesingers angegriffen, weil sie – so Scheel – wesentliche Punkte offenlassen würden. Dabei hatte Scheel auf Vorschläge der FDP für eine vertragliche Regelung des Verhältnisses beider Teile Deutschlands verwiesen.
17. Juni
BRD 1969 – In der bayerischen Landeshauptstadt München war es zu Protesten gegen eine Wahlkundgebungen der rechtsextremen NPD gekommen.
17. Juni
International 1969 – In Brüssel (Belgien) waren im Rahmen der EWG-Nahrungsmittelhilfe vier Abkommen mit Pakistan, Tunesien, dem Sudan und Indonesien über die unentgeltliche Lieferung von Weichweizen unterzeichnet worden. Alle Abkommen hatten vorgesehen, dass der Weizen nur der menschlichen Ernährung dienen dürfte und dass die Verkaufserlöse auf einem Sonderkonto gutgeschrieben werden, aus dem Entwicklungsvorhaben finanziert werden sollten. Am 27. Juni war ein vergleichbares Abkommen mit Indien abgeschlossen worden.
17. Juni
Jugoslawien/Europa 1969 – Belgien, Luxemburg sowie die Niederlande hatten einen Vertrag mit Jugoslawien über die Aufhebung des Visumzwanges für Touristen, Transitreisende und sonstige Besucher unterzeichnet.
17. Juni
Schweiz 1969 – Der Schweizer Bundesrat in der Hauptstadt Bern hatte einen Autotunnel durch den St. Gotthard genehmigt. Nach vorliegenden Plänen würde der Tunnel als Teil der Nationalstraße N 2 von Basel nach Chiasso mit 16,3 km Länge den Mont-Blanc-Straßentunnel um 4,7 km übertreffen und damit längster Straßentunnel der Welt werden. Seit 1882 führte durch den St. Gotthard bereits ein 15 km langer Eisenbahntunnel. Der St. Gotthard ist der wichtigste schweizerische Alpenpass.
17. Juni
Schach 1969 – Durch den Wettkampfsieg über Tigran Petrosjan war Boris W. Spasski zehnter Schachweltmeister geworden.
17. Juni
BRD 1969 – An bundesdeutschen Schulen war der Sexualkunde-Atlas für das neu eingeführte Lehrfach Sexualkunde vorgestellt worden. Das Schulbuch hatte ein heftiges Pro und Kontra von an Sexualethik interessierten Kreisen ausgelöst.
18. Juni
Großbritannien 1969 – Die britische Labour-Regierung unter Premierminister Harold Wilson hatte nach innerparteilichen Auseinandersetzungen ihr sogenanntes Anti-Streik-Gesetz zurückgezogen.
18. Juni
BRD 1969 – Erstmals war in der Bundesrepublik eine Lebertransplantation durchgeführt worden. Unter Leitung von Alfred Gütgemann, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Bonn, war einem 30-jährigen Patienten die Leber eines gleichaltrigen Mannes eingepflanzt worden, der an einer Gehirnblutung gestorben war. Später war Gütgemann vorgeworfen worden, die Transplantation vorgenommen zu haben, ohne die Zustimmung der Angehörigen des Verstorbenen gehabt zu haben.
18. Juni
BRD 1969 – In der Hamburger Innenstadt war der Versuch geglückt, die Errichtung eines Hochhauses in Rekordzeit zu schaffen. Ein siebengeschossiges Gebäude war nahe des Hauptbahnhofes nach einem französischen System in nur fünf Tagen hochgezogen worden.
18. Juni
Leichtathletik 1969 – In Ost-Berlin hatte Liesel Westermann (BRD) mit 62,70 m einen Weltrekord im Diskuswerfen aufgestellt.
19. Juni
BRD 1969 – Der Gemeinderat von Heidelberg (Baden-Württemberg) hatte nach heftigen Protesten und „Rote-Punkt-Aktionen“ die umstrittenen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr zurückgenommen.
20. Juni
USA/Spanien 1969 – Spanien und die Vereinigten Staaten hatten ihr militärisches Stützpunkt-Abkommen um zwei Jahre verlängert. Gegen Zahlung einer Militärhilfe in Höhe von 50 Millionen US-Dollar (200 Millionen DM) hatten die USA das Recht erhalten, einen Untersee-Stützpunkt sowie Flugzeug-Stützpunkte auf spanischem Territorium zu unterhalten. Das Abkommen war vor 15 Jahren abgeschlossen worden.
20. Juni
BRD 1969 – An der Hamburgischen Staatsoper war die Oper „Die Teufel von Loudun“ von Krzysztof Penderecki zur Uraufführung gelangt. Sie war als Auftragsarbeit der Hamburgischen Staatsoper entstanden.
20. Juni
Rhodesien 1969 – In Rhodesien (heute Republik Simbabwe) hatte die wahlberechtigte weiße Minderheit die endgültige Loslösung des Landes von Großbritannien beschlossen.
20. Juni
BRD 1969 – Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main hatte eine Erhöhung des Diskontsatzes von 4 Prozent auf 5 Prozent und des Lombardsatzes von 5 Prozent auf 6 Prozent verkündet. Zur Begründung war auf die „sehr hohen Zinssätze im Ausland“ verwiesen worden.
21. Juni
Belgien 1969 – Die belgische Abgeordnetenkammer hatte ein Gesetz über die Regionalisierung der Wirtschaftsstruktur gebilligt. Dabei hatten Flandern und Wallonien ein offizielles Statut für ihre bereits bestehenden Wirtschaftsräte erhalten.
21. Juni
Leichtathletik 1969 – In Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte John Pennel (USA) mit 5,44 m einen Weltrekord im Stabhochsprung erzielt.
22. Juni
BRD 1969 – Auf dem Bahnhof Hannover-Linden waren bei der Explosion eines Munitionswagens der Bundeswehr zwölf Menschen ums Leben gekommen.
22. Juni
Film/International 1969 – In London war die US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin Judy Garland im Alter von 47 Jahren gestorben.
22. Juni
Automobilrennsport 1969 – Der Brite Jackie Stewart hatte auf Matra in Zandvoort beim Großen Preis der Niederlande für Formel-I-Rennwagen gewonnen.
23. Juni
BRD 1969 – Die Einleitung eines Insektenvertilgungsmittels in den Rhein hatte zu einem Massenfischsterben geführt.
23. Juni
Boxen 1969 – In New York hatte der US-amerikanische Schwergewichtsboxer Joe Frazier in einem Weltmeisterschaftskampf seinen Landsmann Jerry Quarry durch K. o. in der siebten Runde besiegt. Frazier war jedoch nur von der New Yorker Boxkommission als Titelträger anerkannt worden. Die World Boxing Association (WBA) führte den US-Amerikaner Jimmy Ellis als Titelträger, der 1969 keine Kampf bestritten hatte.
24. Juni
Dänemark 1969 – Die dänische Bevölkerung hatte bei einer Volksabstimmung eine Herabsetzung des Wahlalters von 21 auf 18 Jahre abgelehnt. An dem Plebiszit hatten 63,8 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen. Es hatten 50,2 Prozent mit Nein gestimmt. Ja-Stimmen hatte es 14,6 Prozent gegeben. Das dänische Parlament hatte am 6. Juni ein Gesetz zur Herabsetzung des Wahlalters verabschiedet, das durch die Volksabstimmung verworfen worden war. 1961 war das aktive Wahlalter in Dänemark von 23 auf 21 Jahre herabgesetzt worden.
25. Juni
Amerika 1969 – In Washington hatte der Rat der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) der Aufnahme Jamaikas in die OAS zugestimmt. Die Aufnahme war mit 20 Ja-Stimmen gegen eine Nein-Stimme (Paraguay) und eine Enthaltung (Bolivien) erfolgt. Vorausgegangen waren schwierige Verhandlungen, weil Jamaika nicht bereit war, seine konsularischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem kommunistisch regierten Kuba zugunsten einer OAS-Aufnahme aufzugeben.
25. Juni
DDR 1969 – In Lenzen (Brandenburg) an der Elbe war bei einer Gasexplosion bei einer Gasbohrung ein Mann ums Leben gekommen. Weitere sechs Menschen waren schwer verletzt worden. Daraufhin waren die Bohrungen nach Erdgas in diesem Gebiet eingestellt worden.
25. Juni
BRD/Frankreich 1969 – Die Bundesregierung hatte einem Vertrag mit Frankreich über den Ausbau des Oberrheins zugestimmt. Danach sollte der Rhein gemeinsam von Kehl/Straßburg bis Neuburgweiler/Lauterburg ausgebaut werden. Vorgesehen war u. a. der Bau zweier Staustufen. Mit dieser Maßnahme sollte die drohende Austiefung der Rheinsohle und das damit verbundene Absinken des Grundwasserspiegels in der Rheinebene verhindert werden.
26. Juni
Belgien/Schweden 1969 – In Brüssel hatte die Abgeordnetenkammer ein Gesetz angenommen, das für Kommunalwahlen die Herabsetzung des aktiven Wahlalters auf 18, des passiven Wahlalters auf 21 Jahre vorsah. Auch in Schweden war das Wahlalter gesenkt worden: Das aktive Wahlalter war von 20 auf 19 Jahre, das passive von 23 Jahre auf 20 gesenkt worden. Zugleich hatte der schwedische Reichstag die Herabsetzung des Mündigkeitsalters von 21 auf 20 (Strafmündigkeitsalter wie bisher 21 Jahre) beschlossen.
26. Juni
BRD 1969 – In Bad Godesberg (ab 1. Juli zu Bonn) war der Deutsche Verkehrssicherheitsrat gegründet worden.
27. Juni
BRD 1969 – Erstmals hatte in der Bundesrepublik während der Sommerferien ein Wochenendfahrverbot für Lkw gegolten.
27. Juni
Frankreich 1969 – In der Orangerie der Pariser Tuilerien wurden Zeichnungen, Pastelle, Bilder und Plastiken des französischen Malers und Plastikers Edgar Degas ausgestellt. Die Ausstellung dauerte bis zum 15. September. Es handelte sich bei den Arbeiten u. a. um Gedächtnisstützen Degas' für seine Bewegungsstudien.
28. Juni
USA 1969 – In New York hatte der Stonewall-Aufstand in der Christopher Street stattgefunden, aus der sich der traditionelle Christopher Street Day entwickelte.
28. Juni
USA/Rumänien 1969 – Die Ankündigung eines Rumänien-Besuchs durch US-Präsident Richard M. Nixon hatte für eine politische Sensation gesorgt. Damit war Nixon der erste US-Präsident, der ein Ostblockland besuchen wollte.
29. Juni
Algerien/Kongo 1969 – In der algerischen Hauptstadt Algier war der frühere Ministerpräsident des Kongo, Moise Kapenda Tschombé gestorben. Er hatte seit seiner Entführung am 30. Juni 1967 in algerischer Haft gelebt. Im Kongo war Tschombé am 13. März 1967 in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden.
29. Juni
USA/Raumfahrt 1969 – Mit Hilfe eines in die Erdumlaufbahn geschossenen Affen hatten die USA weiter die Langzeit-Bedingungen für eine bemannte Raumfahrt erforscht.
29. Juni
Reitsport 1969 – Unter dem britischen Jockey Bryan Taylor hatte Gestüt Schlenderhans „Don Giovanni“ auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn das 100. Deutsche Derby gewonnen.
30. Juni
Argentinien 1969 – In Argentinien war der Gewerkschaftsführer August Vandor ermordet worden. Daraufhin hatten die Spannungen zwischen der Militärregierung von Staatspräsident Juan Carl Onganía und den Gewerkschaften wieder zugenommen.
30. Juni
BRD 1969 – Der HS-30-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages über Unklarheiten bei der Beschaffung des Schützenpanzers HS-30 in den 50er Jahren hatte seine Ergebnisse veröffentlicht.



 

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