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Dezember 1986 - Erste Zeichen einer großen Veränderung

Kalender Dezember 1986
Die politische Atmosphäre in der DDR glich innerhalb der Bevölkerung einem stillen Brodeln. In der Ost-Berliner Gethsemanekirche waren anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte viele Menschen bei einem Gottesdienst zusammengekommen. Es war eine andere Art der Demonstration und des Protestes, bei der die Menschen die Verwirklichung politischer Freiheitsrechte in der DDR forderten. Den Behörden waren aber schon die Angehörigen der Ost-Berliner Initiative für Frieden und Menschenrechte suspekt. Zehn von ihnen hatte die Polizei im Vorfeld des Gottesdienstes festgenommen. Das zeigte letztendlich, wie sehr sich die politische Führung vor einer freien Meinungsäußerung fürchtete. Die Zeichen der Zeit verstand diese Führung offenbar nicht. Wer sich nicht der von der Partei vorgegebenen Meinung anschloss, wurde wie ein Staatsfeind behandelt. In der Sowjetunion hatte es derweil schon einige von Michail Gorbatschow initiierte Reformen gegeben. In deren Folge war beispielsweise die Verbannung des Regimekritikers Andrei Sacharow und seiner Frau Jelena Bronner aufgehoben worden. Sacharow wurde rehabilitiert. Seit 1908 hatte er in der Verbannung in Gorki gelebt. Aus Südafrika war zu hören, dass die Polizei des Landes erstmals zugegeben hatte, dass sich auch Minderjährige in Internierungshaft befanden. Nach Angaben des Polizeichefs Johann Coetzee waren 256 Kinder unter 16 Jahren inhaftiert. Das jüngste Kind war elf Jahre alt. Das war gewiss die falsche Art von Fürsorge und Geborgenheit. Das Jahr endete mit einem TV-Lacher: Bei der Ausstrahlung der Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl war es zu einer Panne gekommen. Man hatte die Ansprache des Vorjahres wiederholt. Die korrekte Fassung von Kohls Rede wurde dann am 1. Januar 1987 von der ARD ausgestrahlt.
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Wichtige Ereignisse im Dezember 1986

1. Dezember
BRD 1986 – In Göttingen (Niedersachsen) waren drei besetzte Häuser geräumt worden. Unter starkem Polizeieinsatz waren 25 Hausbesetzer verhaftet worden. In der Nacht zum 2. Dezember waren 408 Jugendliche in einem Göttinger Jugendzentrum vorübergehend festgenommen worden.
1. Dezember
Malaysia 1986 – In Georgetown war der Prozess gegen einen 24-jährigen Deutschen wegen des Besitzes von 239,7 Gramm Haschisch eröffnet worden. In Malaysia stand auf bestimmte Rauschgiftdelikte die Todesstrafe. Der Prozess war am 10. Dezember unterbrochen worden, weil Zeugen aus der Bundesrepublik geladen werden sollten.
1. Dezember
Frankreich 1986 – Im ehemaligen Bahnhof Gare d'Orsay in Paris war das im November 1986 fertiggestellte Museum für Kunst des 19. Jahrhunderts (Musée d'Orsay) offiziell eröffnet worden.
2. Dezember
BRD 1986 – Das Verfahren gegen die Deutsche Bank wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Parteispenden wurde eingestellt. Das war von der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigt worden. Die Deutsche Bank hatte Selbstanzeige erstattet. Es waren Parteispenden mit rund 13 Millionen DM nachversteuert worden.
2. Dezember
Spanien 1986 – In Madrid hatte der konservative Oppositionsführer Manuel Fraga Iribame seinen Rücktritt als Parteivorsitzender der Volksallianz angekündigt.
3. Dezember
BRD 1986 – Bundesumweltminister Walter Wallmann hatte dem Bundeskabinett in Bonn einen Maßnahmenkatalog zur Verhütung von Chemieunfällen vorgelegt.
3. Dezember
UNO 1986 – Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) hatte das bislang zu Frankreich gehörende Territorium Neukaledonien gegen den Widerstand der französischen Regierung auf die Liste der zu entkolonialisierenden Staaten gesetzt.
3. Dezember
USA/Israel 1986 – Die Vereinigten Staaten hatten Israel und andere verbündete Staaten ersucht, den Iran nicht weiter mit Waffen zu beliefern.
4. Dezember
EG 1986 – Der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatte eine neue Strukturpolitik im Fischereisektor gebilligt. Sie sollte in den darauffolgenden zehn Jahren zu einer Erneuerung der europäischen Fischereiflotte und zu einem Kapazitätsabbau führen.
4. Dezember
Ägypten 1986 – Die ägyptischen Behörden hatten in Kairo vier Offiziere und 29 Zivilisten festgenommen, die der Vorbereitung eines Staatsstreichs verdächtig waren.
4. Dezember
Südafrika 1986 – Nachdem ein Arbeiter von der Polizei erschossen worden war, waren 5000 südafrikanische Bergarbeiter der Goldmine Grootvlei in den Streik getreten.
5. Dezember
BRD 1986 – Der Bundestag in Bonn hatte gegen die Stimmen von SPD und Grünen Gesetze zur schärferen Bekämpfung des Terrorismus verabschiedet.
5. Dezember
BRD/West-Berlin 1986 – Mit knapper Mehrheit hatte das Bundesverwaltungsgericht in West-Berlin entschieden, dass der umstrittene Großflughafen München II im Erdinger Moos gebaut werden konnte.
5. Dezember
Europa/International 1986 – Die Staats- und Regierungschefs der zwölf EG-Mitgliedsstaaten hatten sich auf dem Gipfeltreffen in der britischen Hauptstadt London auf eine Reihe wachstumsfördernder Maßnahmen zur wirksameren Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geeinigt. Das Gipfeltreffen dauerte bis zum 7. Dezember.
5. Dezember
BRD 1986 – Wie alljährlich hatte der Paderborner Sprachwissenschaftler Broder Carstensen die Liste der Schlagwörter des Jahres vorgelegt. An erster Stelle hatte „Ausstieg“, gefolgt von „Blackout“ gestanden.
6. Dezember
Frankreich 1986 – Nach einem Zusammenstoß mit Polizeikräften war der 22-jährige Malik Oussekine in einem Pariser Krankenhaus gestorben. Er war Teilnehmer einer Demonstration französischer Studenten gegen die geplante Hochschulreform gewesen.
6. Dezember
BRD 1986 – Mehrere hundert Demonstranten aus der kirchlichen Anti-AKW-Bewegung hatten die Zufahrt zum Atomkraftwerk Brokdorf blockiert. Die Demonstranten waren teilweise als Nikolaus verkleidet gewesen.
6. Dezember
Taiwan 1986 – Die seit der Gründung des Inselstaates im Jahr 1949 regierende Kuomintang-Partei hatte die Parlaments-Wahlen im Land gewonnen. Erstmals war mit der erst Ende September gegründeten Demokratischen Fortschrittspartei auch die organisierte Opposition ins Parlament eingezogen.
6. Dezember
BRD/DDR 1986 – Auf einer Ausstellung mit dem Titel „Bücher aus der DDR“ waren in Saarbrücken mehr als 20.000 Titel aus DDR-Verlagen gezeigt worden.
6. Dezember
Fußball 1986 – Der Hamburger SV hatte am letzten Spieltag der Bundesliga vor der Winterpause Kaiserslautern 2:0 besiegt. Damit hatte sich Hamburg die inoffizielle Herbstmeisterschaft punktgleich vor Titelverteidiger FC Bayern München aufgrund der besseren Tordifferenz gesichert.
7. Dezember
Argentinien 1986 – Um die Strafverfolgung von Angehörigen der ehemaligen Militärjunta und der Polizei zu beenden, hatte Staatspräsident Raúl Alfonsín gesetzgeberische Maßnahmen vorgeschlagen.
7. Dezember
Schweiz 1986 – Die Schweizer hatten sich in zwei Volksabstimmungen für eine Verbesserung des Mieterschutzes und gegen die Initiative zur Erhöhung der Gebühren für den Schwerverkehr ausgesprochen. Die Stimmbeteiligung hatte jeweils 34,7 Prozent betragen.
7. Dezember
Skisport 1986 – Der Skisportler Markus Wasmeier (BRD) hatte in Val d’Isère (Frankreich) den Super-Riesenslalom gewonnen. Damit konnte er den dritten Weltcup-Sieg seiner Laufbahn feiern.
8. Dezember
Frankreich 1986 – Aufgrund der heftigen Proteste der Studenten hatte die französische Regierung die vom Minister für Hochschulbildung ausgearbeitete Hochschulreform zurückgezogen.
8. Dezember
International 1986 – Durch die Unterschrift des australischen Premierministers Robert Hawke unter den von acht Staaten im August 1985 in Roratonga (Cook-Inseln) ausgehandelten Vertrag über eine atomwaffenfreie Zone im Südatlantik war das Abkommen nun in Kraft getreten.
8. Dezember
Südafrika 1986 – Die Polizei des Landes hatte erstmals zugegeben, dass sich auch Minderjährige in Internierungshaft befinden würden. Angaben des Polizeichefs Johan Coetzee zufolge waren 256 Kinder unter 16 Jahren inhaftiert, von denen das jüngste Kind elf Jahre alt war.
8. Dezember
Mittelamerika 1986 – Im Grenzgebiet der mittelamerikanischen Staaten Honduras und Nicaragua hatten sich Truppen heftige Gefechte geliefert.
8. Dezember
Tennis 1986 – In New York hatte Ivan Lendl (CSSR) Boris Becker (BRD) in drei Sätzen mit 6:4, 6:4, 6:4 besiegt.
9. Dezember
Europa 1986 – In der Wiener Hofburg hatte die von den 21 Mitgliedsstaaten des Europarates, Finnlands und des Vatikan beschickte erste Europäische Medienkonferenz unter dem Thema „Die Zukunft des Fernsehens in Europa“ begonnen. Den Vorsitz hatte der österreichische Außenminister Peter Jankowitsch.
9. Dezember
Nobelpreis 1986 – In Stockholm (Schweden) war der mit rund 200.000 DM dotierte „alternative Nobelpreis“ der Right Livelihood-Stiftung verliehen worden. Der österreichische Journalist, Publizist und Zukunftsforscher Robert Jungk hatte einen Ehrenpreis erhalten.
10. Dezember
BRD 1986 – Der Deutsche Bundestag hatte in Bonn bei Stimmenenthaltung von CDU und CSU die Einsetzung eines parlamentarischen Ausschusses zur Untersuchung des Verkaufs von U-Boot-Plänen der Howaldtwerke-Deutsche Werft AG (HDW) an Südafrika beschlossen.
10. Dezember
BRD 1986 – In Bonn hatte die zweitägige Jahresversammlung der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände begonnen. Zum Präsidenten war Klaus Murmann gewählt worden, der die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Otto Esser antrat.
10. Dezember
DDR 1986 – Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte war bei einem Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Gethsemanekirche in Ost-Berlin die Verwirklichung politischer Freiheitsrechte in der DDR gefordert worden. Zuvor hatte man zehn Angehörige der Ost-Berliner Initiative für Frieden und Menschenrechte festgenommen.
10. Dezember
BRD 1986 – Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth war mit Wirkung vom 1. Januar 1987 vom deutschen Bundeskabinett zum deutschen Beauftragten für die kulturellen Angelegenheiten im Rahmen des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages ernannt worden.
10. Dezember
Nobelpreis 1986 – In Stockholm (Schweden) und Oslo (Norwegen) waren die Nobelpreise 1986 verliehen worden.
10. Dezember
Schweiz 1986 – Als Nachfolger der aus dem Gremium ausscheidenden Kurt Furgler und Alphons Egli waren Flavio Cotti und Arnold Keller von der Vereinigten Bundesversammlung aus National- und Ständerat der Schweiz gewählt worden. Die Politiker hatten jeweils der Christlichen Volkspartei angehört.
10. Dezember
Türkei 1986 – Vor dem Parlament in Ankara hatte der Ministerpräsident des Landes Turgut Özal angekündigt, dass die Türkei 1987 die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft (EG) stellen würde.
11. Dezember
BRD 1986 – Der Deutsche Bundestag hatte seine letzte Plenarsitzung der 10. Wahlperiode im umgebauten Bonner Wasserwerk abgehalten.
11. Dezember
BRD 1986 – Der bisherige SPD-Schatzmeister Hans Matthöfer war vom Aufsichtsrat der Gewerkschaftsholding BGAG zu seinem Vorsitzenden gewählt worden. Damit trat Matthöfer die Nachfolge des zurückgetretenen Alfons Lappas zum 1. Februar 1987 an.
11. Dezember
Südafrika 1986 – Die Zensurbestimmungen für in- und ausländische Journalisten waren von der südafrikanischen Regierung verschärft worden. Verbunden damit war eine Einschränkung der Berichterstattungen über die Unruhen im Land.
11. Dezember
BRD 1986 – Der frühere Vorstandsvorsitzende der Hessischen Landesbank, Heinz Sippel, hatte die Treuhandschaft für die „Neue Heimat Gemeinnützig“ übernommen.
12. Dezember
West-Berlin 1986 – Wegen Bestechlichkeit in vier Fällen und Vorteilsnahme war der frühere CDU-Baustadtrat von Berlin-Charlottenburg, Wolfgang Antes, vom Berliner Landgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
12. Dezember
DDR 1986 – Nahe des Ost-Berliner Flughafens Schönefeld waren bei einem Flugzeugunglück 70 der 82 an Bord befindlichen Menschen ums Leben gekommen. Eine Tupolew Tu-134 der Aeroflot war verunglückt. Die Opfer der Katastrophe waren hauptsächlich Schüler gewesen. Die Maschine war auf dem Flugplatz vor den Augen der wartenden Eltern abgestürzt.
12. Dezember
International 1986 – In Brüssel (Belgien) war zum Abschluss des NATO-Außenministertreffens die Bereitschaft der westlichen Verteidigungsgemeinschaft zur konventionellen Abrüstung in Europa erklärt worden.
12. Dezember
Schweiz 1986 – Ein CSSR-Bürger und seine Lebensgefährtin aus der DDR waren wegen fortgesetzter nachrichtendienstlicher Tätigkeit für die DDR vom Kriminalgericht von Luzern zu je sechs Jahren Zuchthaus und 15 Jahren Landesverweis verurteilt worden.
13. Dezember
BRD 1986 – Auf dem sogenannten Internationalen Rheintribunal in Südbaden hatten Umweltschutzverbände und die Partei der Grünen schwere Vorwürfe gegen die Chemieindustrie erhoben.
14. Dezember
Sowjetunion 1986 – Radio Moskau hatte über eine neue Informationspolitik in der Sowjetunion berichtet. In den Massenmedien des Landes sollte künftig nichts mehr zurückgehalten und verschwiegen werden.
14. Dezember
Pakistan 1986 – Zwischen den miteinander rivalisierenden Bevölkerungsgruppen der Pathanen und Biharis in Karatschi war es zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei waren 54 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 310 Menschen waren verletzt worden.
14. Dezember
Trinidad und Tobago 1986 – Die oppositionelle Partei des Landes, Nationale Allianz für den Wiederaufbau (NAR) hatte bei den Parlamentswahlen gegen die seit 30 Jahren regierende PNW gewonnen und 33 der 36 Mandate im Parlament errungen. Der NAR-Vorsitzende Arthur Napoleon Raymond Robinson trat als neuer Premierminister die Nachfolge von George Chambers an.
14. Dezember
Tennis 1986 – In Stuttgart (Baden-Württemberg) hatte Boris Becker das Finale im „Young-Masters“-Tennisturnier gegen Jonas B. Svensson (Schweden) 7:6, 7:6, 6:3 gewonnen.
15. Dezember
Frankreich 1986 – Durch einen Zufall war der ehemalige französische Justizminister Alain Peyrefitte einem Mordanschlag entgangen. Durch eine Bombenexplosion in seinem Dienstwagen war sein Fahrer getötet worden. Peyrefitte war zuletzt Bürgermeister von Provins gewesen.
15. Dezember
UdSSR 1986 – Bereits 1987 sollte – einem Bericht der parteiamtlichen Zeitung „Prawda“ zufolge – die Rücksiedlung der evakuierten Bürger um das Kernkraftwerk Tschernobyl beginnen.
16. Dezember
Europäische Gemeinschaft 1986 – Die EG-Landwirtschaftsminister hatten sich in Brüssel (Belgien) nach einer Marathonsitzung auf ein Paket von Maßnahmen zur Reduzierung der Überproduktion bei Milch und Rindfleisch geeinigt.
16. Dezember
Sowjetunion 1986 – Der bisherige Parteichef von Kasachstan, Dinmuchamed Kunajew, war auf Beschluss des Plenums des ZK der kasachischen KPdSU von seinem Posten enthoben worden. Seine Nachfolge trat der Russe Gennadij Kolbin an. Im Zusammenhang mit der Umbesetzung war es in der Hauptstadt Alma Ata zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.
17. Dezember
BRD 1986 – In Bonn hatte sich die Sonderkonferenz der Umweltminister des Bundes und der Länder nicht auf einen Minimalkonsens in Fragen des Chemikaliengesetzes und des Haftungsrechtes einigen können.
17. Dezember
BRD /Justiz 1986 – Der frühere Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen, Egon Franke, war vom Bonner Landgericht vom Vorwurf der Veruntreuung freigesprochen worden. Hingegen war sein ehemaliger Abteilungsleiter Edgar Hirth wegen Veruntreuung von Haushaltsmitteln des Ministeriums zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.
18. Dezember
Frankreich 1986 – Der Zugverkehr war durch einen landesweiten Streik der Beschäftigten der französischen Eisenbahnen erheblich behindert worden. Der Arbeitskampf hatte bis Januar 1987 angehalten.
18. Dezember
BRD 1986 – In Bonn hatte sich der von Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth berufene Nationale AIDS-Beirat gegen eine namentliche Meldepflicht für AIDS-Kranke ausgesprochen.
18. Dezember
Sport 1986 – Die beiden Tennisstars Steffi Graf und Boris Becker waren in Baden-Baden von einer Jury von deutschen Sportjournalisten zu den Sportlern des Jahres in der BRD gewählt worden. Mannschaft des Jahres war das bei der Weltmeisterschaft in Sofia (Bulgarien) siegreiche Degenfechter-Team geworden.
18. Dezember
Lateinamerika 1986 – Bei einer Außenministerkonferenz lateinamerikanischer Staaten war in Rio de Janeiro (Brasilien) die „Rio-Gruppe“ gegründet worden.
19. Dezember
BRD 1986 – Der Bundesrat in Bonn hatte das am 5. Dezember vom Bundestag verabschiedete Gesetzespaket zur Terrorbekämpfung bestätigt.
19. Dezember
Sowjetunion 1986 – Die Verbannung des sowjetischen Regimekritikers Andrei Sacharow und seiner Frau Jelena Bronner war aufgehoben worden. Der Regimekritiker wurde rehabilitiert. Sacharow hatte seit 1980 in der Verbannung in Gorki gelebt.
19. Dezember
International 1986 – Auf einer Konferenz in Rotterdam hatten die Umweltminister der Rheinanliegerstaaten ein langfristiges Sanierungsprogramm für den ökologisch belasteten Rhein beschlossen.
20. Dezember
BRD 1986 – Bei Protesten gegen die Räumung ehemals besetzter Häuser in der Hamburger Innenstadt war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.
20. Dezember
Frankreich 1986 – Eine von Staatspräsident Francois Mitterrand abgelehnte Gesetzesnovelle über eine flexiblere Arbeitszeit war von beiden Häusern des Parlaments gebilligt worden. Die Arbeitszeitnovelle war einem anderen, bereits in der Gesetzgebung befindlichen Gesetz als Zusatz angehängt worden, um den parlamentarischen Weg abzukürzen. Am 23. Januar 1987 hatte der französische Verfassungsrat die Novelle mit der Begründung aufgehoben, dass eine derart bedeutsame und umfangreiche Neuregelung den Rahmen eines bloßen Gesetzeszusatzes überschreiten würde.
21. Dezember
Skisport 1986 – Der bundesdeutsche Skiläufer Armin Bittner hatte im österreichischen Hinterstoder das Ski-Weltcup-Slalomrennen gewonnen.
22. Dezember
BRD 1986 – Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Jürgen Warnke, hatte eine Steigerung der bundesdeutschen Entwicklungshilfe auf knapp 7 Milliarden DM jährlich angekündigt.
22. Dezember
International 1986 – Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) hatte das Urteil im Grenzstreit zwischen Mali und Burkina Faso gesprochen. Darin war das Prinzip der Unantastbarkeit der aus der Kolonialzeit stammenden Grenzen bekräftigt worden.
22. Dezember
BRD 1986 – Nachdem VW bereits 51 Prozent des spanischen Autoherstellers SEAT übernommen hatte, übernahm nun die Wolfsburger Volkswagen AG 24 Prozent des Unternehmens.
22. Dezember
International 1986 – Die am 11. Dezember in Genf (Schweiz) begonnene 80. Ministerkonferenz der OPEC-Staaten war zu Ende gegangen. Es war beschlossen worden, auf einen Preis von rund 18 US-Dollar je Fass (159 Liter) zurückzukehren durch eine Drosselung der Fördermengen. Der Irak hatte jedoch die Zustimmung zu der ihm zugewiesenen Förderquote von 1,46 Millionen Fass pro Tag verweigert.
23. Dezember
China 1986 – Erstmals hatten die in China seit Tagen anhaltenden Studentenunruhen die Hauptstadt Peking erreicht. Gefordert wurden Demokratie, Menschenrechte, größere Pressefreiheit und Garantie der persönlichen Sicherheit. Die Massendemonstrationen hatten am 19. Januar 1987 zum Rücktritt von Parteichef Hu Yaobang geführt.
23. Dezember
USA 1986 – In Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte das US-amerikanische Flugzeug „Voyager“ seinen über 40.000-km-Rekord-Nonstoppflug rund um die Erde beendet.
24. Dezember
Golfkrieg 1986 – Der Iran hatte als Vergeltung für irakische Luftangriffe auf mehrere Städte eine Großoffensive im Golfkrieg gestartet. Der vorgesehene Zangenangriff auf die strategisch wichtige Stadt Basra war allerdings nach zwei Tagen zurückgeschlagen worden.
25. Dezember
International 1986 – Terroristen hatten eine aus Bagdad (Irak) kommende Boeing 737 entführt. Nach einer Schießerei an Bord war die Maschine bei einer Notlandung auf einer Wüstenpiste in Saudi-Arabien auseinandergebrochen und hatte Feuer gefangen. Dabei waren 62 der 107 Insassen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren auch die Terroristen.
26. Dezember
USA 1986 – Die zehnte MX-Rakete, die zehn Atomsprengköpfe trug und innerhalb einer halben Stunde Ziele in der Sowjetunion erreichen könnte, war nach Angaben der US-Luftwaffe in einem unterirdischen Silo im Bundesstaat Wyoming stationiert worden. Am 19. Dezember hatte US-Präsident Ronald Reagan seinen Entschluss mitgeteilt, den US-Kongress um den Bau von 50 weiteren MX-Raketen zu bitten. Diese sollten auf Eisenbahnwagen stationiert werden.
26. Dezember
USA 1986 – Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte für ehemalige Sicherheitsberater als mögliche Gegenleistung für ihre Aussagebereitschaft in der Iran-Contra-Affäre Straffreiheit ausgeschlossen.
27. Dezember
BRD 1986 – In Garmisch-Partenkirchen hatte ein Explosionsunglück im Sporthotel „Rießersee“ sieben Menschen das Leben gekostet.
27. Dezember
Segelfliegen 1986 – In Springs (Australien) hatte Hans-Werner Große (BRD) drei Weltbestleistungen im Segelfliegen aufgestellt.
28. Dezember
Tennis 1986 – In Melbourne hatte das Team des Gastgeberlandes Australien mit einem 3:2-Erfolg über den Titelverteidiger Schweden den 1983 an die Skandinavier verlorenen Tennis-Davis-Pokal zurückgeholt.
29. Dezember
Großbritannien 1986 – Im Alter von 92 Jahren war in Chelwood Gate (West Sussex) der konservative Politiker Harold Macmillian, Earl of Stockton (seit 1984) gestorben. Von 1957 bis 1963 war er britischer Premierminister gewesen.
30. Dezember
BRD 1986 – Der SPD-Politiker Jörg Kuhbier hatte bei der Umbildung des Hamburger Senats die Umweltbehörde übernommen.
30. Dezember
USA 1986 – Im Handelsstreit mit der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatte die US-Regierung Sanktionen bekanntgegeben. Danach sollten die Importzölle für zahlreiche Produkte von 10 bis 20 Prozent auf bis zu 200 Prozent ansteigen.
31. Dezember
BRD 1986 – Bei der Ausstrahlung der Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl war es im Ersten Deutschen Fernsehen zu einer Panne gekommen. Es war die Ansprache des Kanzlers vom Vorjahr wiederholt worden. Die korrekte Fassung wurde am 1. Januar 1987 von der ARD ausgestrahlt.
31. Dezember
Nicaragua 1986 – Der Präsident des Landes, Daniel Ortega, hatte in seiner Neujahrsansprache eine Zahl von rund 3000 bewaffneten Zusammenstößen zwischen der nicaraguanischen Armee und den sogenannten Contras genannt. Während die Armee 1019 Mann verloren hatte, waren im Laufe des Jahres rund 4000 Contras getötet worden.
31. Dezember
BRD 1986 – Das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen Vorderpfalz war nach dreijähriger Dauer zu Ende gegangen. Die Verbreitung des ZDF-Musikkanals war in den Gebieten der bisherigen Kabelpilotprojekte bis Mitte 1988 fortgesetzt worden.
31. Dezember
BRD 1986 – Mit Radio Hamburg hatte der erste private Rundfunksender der Hansestadt den Sendebetrieb aufgenommen.

Dezember 1986 in den Nachrichten

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