Januar 1987 -  Aus der Sowjetunion kamen Vorboten der Perestroika

Kalender Januar 1987
Die Sowjetunion ging mit einem sensationellen Beispiel voran: Im russischen Leningrad war das erste Privat-Café eröffnet worden. Und von offizieller Stelle war zu vernehmen, dass in Bälde weitere Cafés und Konditoreien auf privater Basis eröffnet werden würden, ebenso Reparatur- und Schneiderwerkstätten. Das war ein erstes greifbares Zeichen des Umbaus der Gesellschaft, wie es der Generalsekretär der KPdSU, Michail S. Gorbatschow, auf dem Plenum des Zentralkomitees angekündigt hatte. Der Begriff Perestroika (Umbau) machte Schlagzeilen und nahm seinen Weg auch schnell über die Landesgrenzen hinaus. Und als am 29. Januar die Plenumssitzung des ZK der KPdSU zu Ende gegangen war, hatte sie ihren historischen Charakter einmal mehr durch das Grundsatzreferat erhalten, dass Gorbatschow über die demokratische Umgestaltung der Gesellschaft gehalten hatte. Zur Umgestaltung gehörten auch die Richtlinien des Ministerrats für Jointventure-Unternehmen. Derartige Verbinden sollten gefördert werden mit Betrieben aus kapitalistischen Ländern und der Dritten Welt.
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Was geschah im Januar 1987

1. Januar
Sowjetunion/USA 1987 – Radio Moskau hatte eine Ansprache des US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan an das sowjetische Volk gesendet. In seiner Rede hatte Reagan seine Hoffnung auf weitere Abrüstungsschritte geäußert.
1. Januar
Schweiz 1987 – Der Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, Pierre Aubert, war erneut Bundespräsident seines Landes geworden. Er hatte dieses Amt bereits 1983 bekleidet.
1. Januar
Skisport 1987 – In Garmisch-Partenkirchen (Bayern) hatte Andreas Bauer das traditionelle Neujahrsskispringen gewonnen.
1. Januar
BRD 1987 – Anstelle der aktuellen Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl hatte die ARD versehentlich dessen Ansprache vom Vorjahr ausgestrahlt.
1. Januar
Europa 1987 – In der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatte turnusmäßig Belgien den Vorsitz übernommen.
1. Januar
China 1987 – In der Neujahrsnacht waren rund 1000 Studenten von der Pekinger Universität zum Platz des Himmlischen Friedens gezogen. Ihren Marsch für Demokratie und Pressefreiheit hatten sie als einen bedeutenden Wendepunkt in der chinesischen Geschichte bezeichnet.
1. Januar
UNO/BRD 1987 – Zum zweiten Mal seit dem Beitritt zu den Vereinten Nationen (UN) hatte die Bundesrepublik einen Sitz im UN-Sicherheitsrat übernommen.
1. Januar
BRD 1987 – Mit Jahresbeginn waren eine Reihe von Gesetzesänderungen in Kraft getreten. U. a. war der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung erhöht worden. Zudem gab es neue Regelungen im Scheidungsrecht: Die vorübergehende Härteregelung für Betroffene durch den Versorgungsausgleich war Gesetz geworden. Außerdem wurden weitere Steuervergünstigungen beim Eigenheimbau wirksam.
1. Januar
BRD 1987 – Die Sendeanstalten der ARD strahlte die Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl für das Jahr 1987 nachträglich aus, weil vom Studio des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Hamburg am Silvesterabend aus Versehen seine Rede vom Vorjahr über den Bildschirm gegangen war.
1. Januar
Skisport 1987 – Nach 25 Jahren hatte mit dem Oberstdorfer Andreas Bauer in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) zum ersten Mal wieder ein bundesdeutscher Skispringer das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee gewonnen.
2. Januar
Tschad/Libyen 1987 – Die Regierungstruppen des Tschad hatten eine zweite Front eröffnet. Ziel war die Befreiung des seit drei Jahren von Libyen besetzten Nordens des Landes.
2. Januar
Südafrika 1987 – Amtlichen Angaben zufolge waren bei Rassenunruhen am ersten Tag bereits vier Menschen ums Leben gekommen.
3. Januar
Chile 1987 – Die Militärbehörden hatten die für die Hauptstadt Santiago de Chile bestehende nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, die seit dem März 1985 bestanden hatte. Zudem hatten die Behörden 227 Exil-Chilenen erlaubt, in ihre Heimat zurückzukehren.
3. Januar
Irak/Iran 1987 – Die iranische Luftwaffe hatte im Krieg gegen den Irak erneut Angriffe auf ausländische Tanker im Persischen Golf gestartet.
4. Januar
BRD/DDR 1987 – Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl hatte die DDR als „ein politisches Regime, das…politische Gefangene in Gefängnissen und Konzentrationslagern hält“ auf einer Wahlveranstaltung der CDU in Dortmund zur Bundestagswahl bezeichnet. Dieser Vergleich hatte einen offiziellen Protest des Ständigen Vertreters der DDR in Bonn nach sich gezogen. Gleichermaßen war diese Äußerung auch bei der Opposition auf heftige Kritik gestoßen.
4. Januar
Ägypten 1987 – In der Hauptstadt Kairo war im Keller einer Villa ein 82-jähriger ägyptischer Jude gestorben, der sich dort 34 Jahre lang vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten hatte. Nach der ägyptischen Revolution von 1952 hatte er um seine Sicherheit gefürchtet. Das Land hatte er jedoch nicht verlassen wollen.
5. Januar
Honduras 1987 – Der Leiter des Nationalen Ausschusses für soziale Wohlfahrt, Leonardo Villeda, hatte über den honduranischen Rundfunk in Tegucigalpa von erschreckenden Tatsachen über das Geschäft mit Körperorganen von Menschen bekanntgegeben. Zahlreiche körperlich und geistig behinderte honduranische Kinder von Ausländern waren nur adoptiert worden, um, dem Bericht zufolge, deren Organe verkaufen zu können.
5. Januar
Film/International 1987 – Für sein bisheriges Gesamtwerk war der derzeit in den Vereinigten Staaten lebende deutsche Filmregisseur Volker Schlöndorff mit dem hessischen Kulturpreis ausgezeichnet worden. Die Dotierung der Auszeichnung hatte 50.000 DM betragen.
6. Januar
Sowjetunion/International 1987 - In der Parteizeitung „Prawda“ hatte Ministerpräsident Nikolai Ryschkow die Regierungen aller Länder zur Zusammenarbeit bei der friedlichen Eroberung des Weltraums aufgefordert. Weiterhin hatte er vorgeschlagen, eine internationale Weltraumagentur zu gründen.
6. Januar
CSSR 1987 - In der Hauptstadt Prag hatte die Bürgerrechtsbewegung „Charta 77“ ein „Wort an die Mitbürger“ gerichtet. Anlass dafür war das zehnjährige Bestehen der Bürgerrechtsbewegung.
7. Januar
Sowjetunion/Afghanistan 1987 - Der sowjetische Außenminister Eduard A. Schewardnadse hatte seine Gespräche mit der afghanischen Regierung in Kabul beendet, die zwei Tage zuvor in der afghanischen Hauptstadt begonnen hatten.
7. Januar
Libanon 1987 - In der Hauptstadt Beirut war auf den libanesischen Finanzminister Camille Schamun ein Attentat verübt worden. Durch die Autobombe waren sieben Menschen umgekommen. Weitere rund 30 Menschen waren verletzt worden.
7. Januar
BRD 1987 - In der Bundeshauptstadt Bonn war der Abschlussbericht um die Affäre „Neue Heimat“ veröffentlicht worden, den der Parlamentarische Untersuchungsausschuss verfasst hatte.
8. Januar
Sambia 1987 - In der Hauptstadt Lusaka fanden die Feierlichkeiten der Südafrikanischen Befreiungsbewegung ANC (Afrikanischer Nationalkongress) statt, die anlässlich der Gründung vor 75 Jahren veranstaltet wurden.
8. Januar
Sowjetunion 1987 - In der sowjetischen Parteizeitung „Prawda“ hatte der Chef des sowjetischen Geheimdienstes, Viktor Tschebrikow, einen Artikel veröffentlicht. Darin hatte er sich zu rechtswidrigen Aktionen des KGB (Komitee für Staatssicherheit) in der Vergangenheit und in der Gegenwart geäußert. Damit hatte ein Chef des Geheimdienstes zum ersten Mal öffentlich Selbstkritik geübt.
9. Januar
Nicaragua 1987 - Präsident Daniel Ortega Saavedra hatte die demokratische Verfassung seines Landes unterzeichnet. Allerdings hatte er sie am gleichen Tag teilweise außer Kraft gesetzt wegen des gegenwärtig herrschenden Ausnahmezustandes im Land.
9. Januar
Golfkrieg/Irak/Iran 1987 - Im Rahmen des Ersten Golfkrieges (Iran-Irak) hatte der Iran eine neue Großoffensive gegen die irakische Stadt Basra eröffnet.
9. Januar
DDR 1987 - In der Hauptstadt Ost-Berlin war anlässlich des Jubiläumsjahres zum 750-jährigen Bestehen Berlins das Bode-Museum nach einer gründlichen Renovierung wiedereröffnet worden. Besonderen Glanz erhielt dieses Ereignis durch die Ausstellung „Das weltliche Ereignisbild in Berlin und Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert“ und die „Frühchristlich-byzantinische Sammlung“.
10. Januar
West-Berlin 1987 - Der Wissenschaftler und renommierte Herzchirurg Emil Bücherl hatte elf Monate nach seiner umstrittenen ersten Kunstherzverpflanzung eine zweite derartige Operation versucht. Die 52-jährige Patientin war vier Tage nach dem Eingriff gestorben.
11. Januar
Europa 1987 - Die Kurse der im Europäischen Währungssystem (EWS) verbundenen Währungen in der Europäischen Gemeinschaft (EG) waren zum elften Mal seit 1979 neu festgesetzt worden. Bei der DM und dem niederländischen Gulden wurde eine Aufwertung um je 3 Prozent vorgenommen. Die Aufwertung des belgischen und luxemburgischen Franc betrug je 2 Prozent.
12. Januar
Japan/DDR 1987 - Der japanische Ministerpräsident Yasuhiro Nakasone war zu einem offiziellen Besuch in die DDR gereist. Er hatte u. a. mit Staats- und Parteichef Erich Honecker gesprochen. Themen waren der Ausbau der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Japan und der DDR.
12. Januar
BRD 1987 - In Mutlangen (Baden-Württemberg) hatten 20 Richter und Richterinnen vor dem US-Raketendepot eine Sitzblockade gegen die Stationierung der Pershing-Raketen durchgeführt.
13. Januar
Spanien/Großbritannien 1987 - In der britischen Hauptstadt London hatte zwischen Regierungsvertretern Spaniens und Großbritanniens eine neue Verhandlungsrunde begonnen, in der über die Zukunft des britischen Gibraltar beraten wurde. Der größte Teil der Bevölkerung von Gibraltar hatte sich 1967 in einem Volksentscheid für einen Anschluss an Spanien ausgesprochen. Bisherige Verhandlungen darüber waren jedoch gescheitert.
13. Januar
BRD 1987 - Auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main war der 22-jährige Libanese Mohammed Ali Hamadei verhaftet worden. Er war beschuldigt worden, im Juni 1985 beteiligt gewesen zu sein an der Entführung einer US-Maschine nach Beirut.
13. Januar
Frankreich 1987 - Die Eisenbahner des Landes hatten ihren Streik für bessere Arbeitsbedingungen beendet. Er war Mitte Dezember 1986 begonnen worden. Der Arbeitskampf war eingestellt worden, weil die Regierung das Versprechen zur Prüfung der Arbeitsbedingungen gegeben hatte.
14. Januar
USA/Afrika 1987 - US-Außenminister George Shultz beendete seine Reise, die ihn durch sechs afrikanische Länder geführt hatte. In den Gesprächen mit den jeweiligen Regierungen wurde die US-amerikanische Außenpolitik in diesem Gebiet erörtert und überprüft, wobei ein besonderes Augenmerk auf Südafrika und dessen Apartheidpolitik gelegen hatte.
14. Januar
BRD 1987 - In der Hamburger Bürgerschaft war der SPD-Minderheitssenat von CDU und Grünalternative Liste (GAL) überstimmt worden. Damit hatten beide Oppositionsparteien das Arbeitsprogramm des Senats für die 12. Legislaturperiode zu Fall gebracht.
14. Januar
BRD/Europa 1987 - Die Max-Planck-Gesellschaft hatte eine Bericht veröffentlicht, aus dem hervorging, dass 26 von 37 europäischen Kleinvogelarten vom Aussterben bedroht waren.
15. Januar
Polen/Italien 1987 - Während seines dreitägigen Staatsbesuchs in Italien war der polnische Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski auch von seinem Landsmann im Vatikan, Papst Johannes Paul II. empfangen worden.
15. Januar
Afghanistan 1987 - Die afghanische Regierung hatte einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Die Rebellen hatten diesen jedoch abgelehnt. Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen, die von der Sowjetunion unterstützt wurden, und den Mudschaheddin nahmen unvermindert ihren Lauf.
16. Januar
Österreich 1987 - Die Sozialisten (SPÖ) und die Volkspartei (ÖVP) hatten sich nach siebenwöchigen Verhandlungen endlich auf eine große Koalition unter dem bisherigen Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) geeinigt. Das Amt des Vizekanzlers und Außenministers hatte der ÖVP-Vorsitzende Alois Mock übernommen.
16. Januar
China 1987 - Als Folge der Studentenunruhen in China war der Generalsekretär der Kommunistischen Partei des Landes, Hu Yaobang, von seinem Posten zurückgetreten. Er war von konservativen Kräften zur Selbstkritik gezwungen worden. Sein Nachfolger war Zhao Ziyang geworden.
16. Januar
International 1987 - Der französische Ökonom Michel Camdessus war Direktor des Internationalen Währungsfonds geworden.
16. Januar
BRD 1987 - Das älteste deutsche Kulturmagazin, „Westermanns Monatshefte“ stellten nach 130 Jahren ihr Erscheinen ein. U. a. hatten Theodor Storm und Wilhem Raabe einst zu den Autoren gehört, die für die in Braunschweig erschienene Zeitschrift geschrieben hatten.
17. Januar
Libanon/BRD 1987 - Der Manager der deutschen Chemiewerke Hoechst, Rudolf Cordes, war in der libanesischen Hauptstadt Beirut entführt worden. Der Siemens-Techniker Alfred Schmidt war vier Tage später aus einem Beiruter Hotel verschleppt worden. Diese Geiselnahmen waren Reaktionen auf die Verhaftung des libanesischen Terroristen Mohammed Ali Hamadei am 13. Januar. Durch die Entführungen sollte dieser auf erpresserische Weise auf freien Fuß gesetzt werden.
17. Januar
BRD 1987 - In mehreren Großstädten war aufgrund hoher Schadstoffkonzentrationen in der Luft die Smog-Vorwarnstufe ausgelöst worden. Am 20. Januar war dann die Alarmstufe 1 ausgelöst worden.
17. Januar
Skisport 1987 - Die Lauberhorn-Abfahrt bei Wengen (Schweiz), die alljährlich stattfindet und mit 4,1 km das längste Abfahrtsrennen der Welt ist, hatte nach 26 Jahren zum ersten Mal wieder mit Markus Wasmeier ein bundesdeutscher Skiläufer gewonnen.
18. Januar
BRD 1987 – Die Verantwortlichen der Sendeanstalten ARD und ZDF hatten sich mit Vertretern des DDR-Fernsehens über den Kauf von Fernsehfilmen geeinigt sowie über Produktions- und Kooperationsvereinbarungen.
18. Januar
Italien 1987 – In der Hauptstadt Rom war der italienische Maler, Kunstkritiker, Essayist und Politiker Renato Guttuso im Alter von 75 Jahren gestorben. Er hatte einen moralisch motivieren Realismus vertreten und gilt als einer der berühmtesten realistischen Künstler Italiens.
19. Januar
BRD 1987 – Nach mehr als zwei Jahren Arbeit hatte eine Enquetekommission des Deutschen Bundestages ihren Bericht über Chancen und Risiken der Gentechnologie vorgelegt.
19. Januar
Niederlande 1987 – In Den Haag hatte sich die Regierung des Landes über die Einführung eines neuen Gesetzes zur Sterbehilfe geeinigt. Es sollte noch in der laufenden Legislaturperiode in Kraft treten. Den Ärzten war mit dem Gesetz mehr Spielraum beim Abbruch sinnloser Behandlungen eingeräumt worden. Allerdings war die aktive Sterbehilfe weiterhin verboten geblieben.
19. Januar
Ungarn 1987 – Sechs ungarische Schriftsteller, die Mitglieder der Kommunistischen Partei waren, hatten ihren Austritt aus dem Schriftstellerverband Ungarns bekanntgegeben. Die Begründung für den Austritt war die Abweichung des Verbandes von der Parteilinie.
20. Januar
DDR 1987 – Der Erfinder und Pionier der Elektronik, Baron Manfred von Ardenne, hatte in Dresden seinen 80. Geburtstag begangen. In der DDR hatte Ardenne zu den privilegierten Wissenschaftlern gehört.
21. Januar
Malaysia 1987 – Einem 24-jährigen Bundesbürger drohte wegen des Besitzes von Rauschgift die Todesstrafe. Er war dennoch in Georgetown freigesprochen worden.
21. Januar
BRD 1987 – In Saarbrücken (Saarland) hatte der alljährliche Wettbewerb um den Max-Ophüls-Filmpreis stattgefunden. Der Hauptpreis war mit 25.000 DM dotiert. Damit wurde die westdeutsche Regisseurin Verena Rudolf für ihren Film „Francesca“ ausgezeichnet.
21. Januar
Tennis 1987 – Nach dem unerwarteten Scheitern des Tennis-Stars Boris Becker im Halbfinale der Australian Open hatte sich der Trainer Günter Bosch von seinem Schützling getrennt.
22. Januar
Philippinen 1987 – In den Straßen der Hauptstadt Manila hatten mehr als 10.000 Menschen demonstriert. Sie hatten von der Regierung des Landes eine konsequentere Durchführung der Landreform gefordert. Es war zu Übergriffen der Armee gekommen und dabei waren 19 Menschen ums Leben gekommen.
22. Januar
USA 1987 – Bei einer Pressekonferenz hatte sich der US-amerikanische Politiker Budd Dwyer einen Tag vor der Urteilsverkündung vor laufender Kamera umgebracht. Die Pressekonferenz hatte er selbst einberufen. Dwyer drohte eine Haftstrafe von bis zu 55 Jahren.
22. Januar
Sowjetunion 1987 – Im russischen Leningrad (heute St. Petersburg) war das erste Privat-Café eröffnet worden. Angaben der Nachrichtenagentur TASS zufolge sollten in Bälde weitere Cafés und Konditoreien auf privater Basis eröffnet werden sowie Reparatur- und Schneiderwerkstätten.
22. Januar
Automobilrennsport 1987 – Die Italiener Massimo Biasion und Tiziano Siviero hatten auf Lancia die Rallye Monte Carlo gewonnen.
23. Januar
Indien/Pakistan 1987 – Entlang der Grenze zu Pakistan hatten indische Truppen Stellung bezogen. Dort war es wiederholt zu Konflikten gekommen. Diese Maßnahme hatte das indische Verteidigungsministerium als eine Antwort auf die Konzentration von 16 pakistanischen Divisionen auf der anderen Seite bezeichnet.
23. Januar
BRD 1987 – Drei ehemalige Mitglieder der verbotenen rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ waren vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu Haftstrafen zwischen 27 Monaten und viereinhalb Jahren verurteilt worden.
24. Januar
Polen 1987 – Es hatten 63 polnische Intellektuelle einen Appell an die Staats- und Parteiführung in Warschau gerichtet, in dem sie forderten, abweichende Meinungen zu respektieren und die Berufsverbände wieder zuzulassen, die unter dem Kriegsrecht seit 1981 aufgelöst worden waren.
24. Januar
DDR 1987 – Im Schloss Rheinsberg (heute in Brandenburg) war nach einer umfassenden Renovierung anlässlich des 275. Geburtstages von Friedrich II., König von Preußen, ein Museum eingerichtet worden. Die Gebäude waren von der DDR vorwiegend als Sanatorium für Diabetes-Kranke genutzt worden.
24. Januar
BRD 1987 – Die Jazz-Oper „Transatlantik“ des US-Komponisten Georg Antheil hatte Premiere in Bielefeld. Sie war seit ihrer Uraufführung im Jahr 1930 in Frankfurt am Main nicht mehr gespielt worden.
25. Januar
BRD 1987 – Die Wahlen zum elften Deutschen Bundestag waren mit Verlusten für die großen Parteien CDU und SPD zu Ende gegangen. Dennoch war die Koalition bestätigt worden. Die FDP und die Grünen hatten Gewinne zu verzeichnen.
25. Januar
Großbritannien 1987 – In der Hauptstadt London waren zwischen Demonstranten und der Polizei vor dem neuen Druckergebäude des Verlegers Rupert Murdoch mehr als 18 Menschen verletzt worden. Die Auseinandersetzungen hatten sich anlässlich des ersten Jahrestages des Streits zwischen dem Verleger und Teilen seiner Belegschaft zugetragen, der über die Einführung neuer Drucktechniken entbrannt war.
25. Januar
Sowjetunion 1987 – Am Baikalsee war eine Zellstoff-Fabrik geschlossen worden. Sie hatte starke Umweltverschmutzungen verursacht. In der Sowjetunion war die Schädigung des westsibirischen Sees seit längerer Zeit Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen gewesen. Mit 1741 m ist der Baikalsee der tiefste Süßwassersee der Welt.
25. Januar
Tennis 1987 – Bei den Offenen Australischen Tennismeisterschaften in Melbourne hatte der schwedische Tennisspieler Stefan Edberg das Finale im Herreneinzel gegen Pat Cash (Australien) gewonnen.
26. Januar
Spanien 1987 – Landesweit hatten hunderttausende Schüler und Studenten gegen Jugendarbeitslosigkeit demonstriert sowie für die Aufhebung der Studiengebühren. Außerdem forderten sie an den Hochschulen ein Studentengehalt.
27. Januar
Sowjetunion 1987 – In der Hauptstadt Moskau hatte der Ministerrat Richtlinien für Jointventure-Unternehmen veröffentlicht. Er hatte seine Absicht erklärt, künftig derartige Verbindungen zu fördern beispielsweise mit Betrieben aus kapitalistischen Ländern und Staaten der Dritten Welt.
27. Januar
BRD/Schweden 1987 - Das Unternehmen Siemens AG und die schwedische Firma Ericsson Radio Systems hatten die gemeinsame Entwicklung eines digitalen Systems mobiler Telefone vereinbart. Die Vereinbarung hatte den Aufbau künftiger Mobilfunknetze in Europa in den neunziger Jahren zum Ziel.
27. Januar
Sowjetunion 1987 - Der Generalsekretär der KPdSU, Michail S. Gorbatschow, hatte auf dem Plenum des Zentralkomitees die beabsichtigte Perestroika (Umbau) angekündigt.
27. Januar
Italien 1987 - Staatspräsident Francesco Cossiga hatte die Feiern anlässlich des 50. Geburtstages der Filmstadt Cinecittá eröffnet, die von Benito Mussolini im Jahr 1937 gegründet worden war.
28. Januar
BRD 1987 - Der Hamburger Senat hatte bekanntgegeben, dass der sogenannte Extremistenbeschluss oder „Radikalenerlass“ von 1972 nicht mehr zur Anwendung kommen würde. Dieser Beschluss hatte die Überprüfung von Bewerbern für den öffentlichen Dienst im Hinblick auf ihre Kontakte zu extremistischen Organisationen und eine mögliche Suspendierung vom Dienst aus derartigen Gründen zum Inhalt gehabt.
28. Januar
BRD 1987 - Der Hessische Landtag hatte ein Mediengesetz verabschiedet. Dieses regelte die Modalitäten für die Verbreitung von TV-Satellitenprogrammen über Kabel. Damit hatte das Land Hessen den Weg für die Ausstrahlung weiterer Privatsender freigemacht.
29. Januar
Sowjetunion 1987 - In der Hauptstadt Moskau war die Plenumssitzung des ZK der KPdSU zu Ende gegangen. Generalsekretär Michail S. Gorbatschow hatte auf dem Plenum ein Grundsatzreferat über die demokratische Umgestaltung der Gesellschaft gehalten.
29. Januar
DDR/Frankreich 1987 - DDR-Außenminister Oskar Fischer war zu einem offiziellen Besuch in die französische Hauptstadt Paris gereist. Abrüstungsfragen und gegenseitige Justizhilfe waren die Schwerpunkte seiner Gespräche gewesen.
29. Januar
West-Berlin 1987 - An der Akademie der Künste war die lange als verschollene gegoltene Oper „Habeneajaja“ von Boris Blacher zur Uraufführung gelangt.
30. Januar
West-Berin 1987 - Zum ersten Mal war mit dem 37-jährigen Ellis Huber ein linksalternativer Kandidat zum Präsidenten der Ärztekammer in West-Berlin gewählt worden.
31. Januar
BRD 1987 - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau hatte sich in einer Pressekonferenz in Düsseldorf für eine lokale und regionale Zusammenarbeit mit den Grünen ausgesprochen. Der Vorwurf sei falsch, dass die SPD Gespräche ablehnen würde. Die Absage an die Grünen im Bundestagswahlkampf sei jedoch richtig gewesen für die spezielle Situation. Man werde aber 1990 eine neue Entscheidung treffen müssen.

Nachrichten Januar 1987 in der Presse
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