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 Musikjahr 2020 - Jahr ohne Konzerte und Festivals

Konzerte wurden en masse abgesagt, der Live-Stream regierte die Musikwelt: 2020 war kein einfaches Jahr für Musiker, Promoter und Producer. Viele Popstars haben uns einen einmaligen Einblick in ihre Wohnzimmer gewährt - auf dass die Fans sie nicht vergessen. In typischer Skandalmanier ließ sich Pop-Diva Madonna in der Silvesternacht 2020/2021 in der Badewanne filmen. Lady Gaga hingegen spielte einige ihrer Hits am weißen Home-Piano - komplett mit stimmigen weißen Kerzen. Viele Künstler meldeten sich mit neuen Tracks oder Remixes aus ihrem Home-Studio - darunter die Countrysänger Keith Urban und Garth Brooks, John Legend und Chris Martin.

Ein unerwartetes Comeback inszenierte die englische Sängerin La Roux mit ihrem dritten Album "Supervision". Leider gelang es ihr nicht, an den Erfolg ihres Hits "In for the Kill" aus dem Jahr 2008 anzuknüpfen. Taylor Swift blieb sich selbst treu und brachte gleich zwei neue Alben auf den Markt. Und ein ganzes Jahrzehnt nach der Aufnahme seines letzten Soloalbums spürte auch Rocklegende Ozzy Osbourne den künstlerischen Drang und meldete sich im Februar mit "Ordinary Man" zurück. Die Rezensionen zu Ozzys neuem Album fielen weitgehend positiv aus. Einige Kritiker zeigten sich enttäuscht, dass sich Stargitarrist Zakk Wylde nicht an dem Album beteiligt hatte. Dafür wurden die Gitarrenparts von Guns´n´Roses-Legende Slash und Tom Morello übernommen, an der Bassgitarre ist Slashs Kollege Duff McKagan zu hören.

Trotz Pandemie fanden Veranstaltungen wie die Grammys statt. Diesmal konnte Billie Eilish im Staples Center in Los Angeles so richtig abstauben: Die Newcomerin gewann in allen vier Hauptkategorien, außerdem wurde "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" zum besten Pop-Album des Jahres gekürt. Anders erging es dem Eurovision Song Contest: Der seit 1965 stattfindende Wettbewerb wurde aufgrund der Coronapandemie zum allerersten Mal in seiner Geschichte gestrichen. Eigentlich hätte die 65. Ausgabe des Wettbewerbs in Rotterdam über die Bühne gehen sollen, wurde jedoch kurzfristig abgesagt.

Das Weltgeschehen und die allgemeine Unsicherheit waren 2020 gute Gründe, um sich auf längst vergessene Tracks zu besinnen. Im September sorgte der Skateboarder Nathan Apodaca aus dem US-Bundesstaat Idaho für Schlagzeilen, als sein Tik-Tok-Video die Runde machte. In dem viralen Video skatet Nathan zu "Dreams", einem Song aus dem legendärem Album "Rumours" der Band Fleetwood Mac. "Rumours" erschien 1977 und gehört mit rund 40 Millionen Exemplaren zu den weltweit beliebtesten und auch meistverkauften Alben. 60 Millionen User sahen sich Nathan Apodacas Video an, und plötzlich stieg "Rumours" auf Platz sieben der Billboard Charts. Auch Größen wie der Nobelpreisträger Bob Dylan und Bruce Springsteen ließen es sich nicht nehmen, im Pandemiejahr heftig mitzumischen. Dylan veröffentliche "Rough an Rowdy Ways" - sein 39. Studioalbum - , während "The Boss" im Oktober "Letter To You" herausbrachte. Damit nicht genug: Altrocker AC/DC meldeten sich mit "Power Up" zu Wort. Die australische Band hatte neulich einige Schicksalsschläge zu verkraften gehabt - vom Tod des Mitgründers Malcom Young im Jahr 2017 bis hin zu den Drogenproblemen des Schlagzeugers Phil Rudd. Dennoch ist "Power Up" ein gelungenes Album, das an Meisterwerke wie "High Voltage" und "Back in Black" anknüpft. Weniger Angst vor dem Virus scheint man in Dubai zu haben: An Silvester trat die Band Kiss im Luxushotel "Atlantis, The Palm" mit einer wilden Show auf.

Auch in der deutschen Musikszene kam es 2020 zu Überraschungen: Pünktlich zum Jahresausklang brachte die Berliner Pop-Punk-Band "Die Ärzte" ihr neues Album "Hell" auf den Markt. Die Singleauskopplung "True Romance" schaffte es sofort auf Platz eins der deutschen Singlecharts. Die Rezensionen fielen positiv aus, die Band wurde für ihren coolen, punkigen Sound gelobt.

2020 feierten Klassikfans den 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven. Doch wegen Corona mussten auch viele Klassikveranstaltungen abgesagt werden. Auch das Beethovenfest in Bonn fiel in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer. << Musikjahr 2019   |   Musikjahr 2021 >>