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März 1954 - Die US-amerikanische Wasserstoff-Bombe

Kalender März 1954
Der wissenschaftlich-technische Erfolg der Wasserstoff-Bombe, die die USA auf dem Bikini-Atoll zur Explosion brachten und mit der sich rühmen konnten, die bisher stärkste ihres Ausmaßes gezündet zu haben, bleibt umstritten. Tatsache war aber, dass im Umkreis von 100 Kilometern ische Fischer eine radioaktive Strahlenverseuchung davontrugen. Dass die Vereinigten Staaten daraufhin das Sperrgebiet um das Atoll auf 1.400 Kilometer ausdehnten, war für die Fischer im Nachhinein nicht mehr sehr hilfreich. Etwas fragwürdig war bei dieser Art der Demonstration von militärischer Stärke auch die Aussage des jugoslawischen Staatsoberhauptes Tito, der behauptete, dass der „Kalte Krieg“ zu Ende sei. Die UdSSR jedenfalls nahm die DDR als souveränen Staat ernst und gab deren Anerkennung offiziell bekannt. Aber auch das war wohl noch längst nicht das Ende der Auseinandersetzungen zwischen den Lagern.
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Wichtige Ereignisse im März 1954

1. März
Auf dem Bikini-Atoll (pazifische Marshallinseln) wurde von den Vereinigten Staaten die bisher stärkste Wasserstoffbombe gezündet. Sie war um ein 600-faches stärker als die Hiroshima-Bombe.
1. März
Während einer Sitzung des US-amerikanischen Repräsentantenhauses schossen vier puertoricanische Nationalisten von der Galerie aus in den Sitzungssaal. Fünf Abgeordnete wurden bei dem Anschlag zum Teil schwer verletzt.
1. März
In Khartum, der Hauptstadt des Sudan, kam es anlässlich der ersten Parlamentssitzung zu blutigen Ausschreitungen zwischen den Befürwortern und den Gegnern eines Anschlusses an Ägypten. Dabei wurden 30 Menschen getötet. Mehr als 100 Personen wurden verletzt.
2. März
In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi wandte sich der Ministerpräsident des Landes, Jawaharlal Nehru (1889-1964), gegen die geplante militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten für Pakistan und lehnte gleichzeitig jede US-amerikanische Militärhilfe für Indien ab.
2. März
In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad erklärte der Staatspräsident des Landes, Josip Broz Tito (1892-1980) den „Kalten Krieg“ für beendet. Es sei eine neue Phase diplomatischer Verhandlungen im Begriff, die ideologische Sturheit abzulösen.
2. März
Neun weitere Selbstmordfälle mit dem Pflanzenschutzmittel E 605 wurden aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik bekannt.
3. März
Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower (1890-1969) übte an den Untersuchungsmethoden des republikanischen Senators Joseph Raymond McCarthy (1908-1959) scharfe Kritik. McCarthy war Vorsitzender eines Ausschusses des Senats, der „unamerikanische Umtriebe“ in den Vereinigten Staaten aufdecken sollte.
3. März
Der bisher größte Hochofen in Europa wurde in dem britischen Stahlwerk Appleby-Prodingham angeblasen.
4. März
Im österreichischen Graz wurde erstmals in deutscher Sprache die politische Groteske „Genf“ des vor drei Jahren verstorbenen Schriftstellers George Bernard Shaw (1856-1950) aufgeführt.
5. März
Der US-Präsident Dwight D. Eisenhower (1890-1969) ernannte den Rechtsanwalt Ernest Wilkins Sr. (1894-1959) zum stellvertretenden Arbeitsminister. Wilkins war der erste Farbige im US-Kabinett.
5. März
Innerhalb eines halben Jahres war auf den Sultan von Marokko, Mohammad Ben Arafa (1889-1976), das zweite Attentat von Nationalisten verübt worden.
5. März
Der französische Ministerpräsident Joseph Laniel (1889-1975) nannte in Paris (Frankreich) die Bedingungen für einen sofortigen Waffenstillstand in Indochina. Er stellte die Forderungen nach einer Evakuierung von Laos, Kambodscha und des Tongking-Deltas durch die kommunistischen Vietminh-Rebellen.
6. März
In Puerto Rico wurden im Zusammenhang mit dem Attentat im US-Repräsentantenhaus am 1. März die Parteivorsitzenden und zahlreiche Mitglieder der Kommunistischen Partei und der rechten Nationalisten festgenommen.
7. März
Als Nachfolger von Franz Blücher (1896-1959) wurde auf dem fünften Bundesparteitag der FDP Thomas Dehler (1897-1967) zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.
7. März
In Hannover (Niedersachsen) protestierten etwa 50.000 Katholiken mit einem sechs Kilometer langen Schweigemarsch gegen die Einführung von „christlichen Gemeinschaftsschulen“ in Niedersachsen.
7. März
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm wurde die UdSSR Eishockey-Weltmeister durch einen 7:2-Sieg über die kanadische Auswahl.
8. März
Regierungsvertreter s und der Vereinigten Staaten unterzeichneten in der ischen Hauptstadt Tokio ein Verteidigungsabkommen zur Unterstützung der ischen Wiederaufrüstung.
8. März
Der bisherige Botschafter in Pakistan, Wolfgang Jaenicke (1881-1968), wurde neuer deutscher Botschafter beim Vatikan, eine Tatsache, die Presseberichten zufolge „leichtes Befremden“ auslöste, da Jaenicke Protestant war.
8.März
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo wurde der Ministerpräsident Gamal Abdel Nasser (1918-1970) nach nur elftägiger Amtszeit von seinem Vorgänger Muhammad Ali Nagib (1901-1984) im Amt abgelöst.
8. März
In Bochum forderte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Karl Arnold (1901-1958) die Rückgabe der Gebiete von Eupen und Malmedy, die 1949 unter vorläufige niederländische und belgische Verwaltung gestellt worden waren.
9. März
In der DDR wurde der Film „Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse“ uraufgeführt. Ein Jahr später folgte der zweite Teil „Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse“. Für Schulen und Betriebe war es Pflicht, diesen Film anzuschauen.
9. März
In der französischen Hauptstadt Paris verhandelte Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) mit dem französischen Außenminister Georges Bidault (1899-1983) über die Saar-Frage. Adenauer reiste im Anschluss an seine Gespräche weiter zu Staatsbesuchen nach Griechenland, Italien und in die Türkei.
9. März
In dem vom DDR-Kulturminister Johannes R. Becher (1891-1958) neu gebildeten künstlerisch-wissenschaftlichen Rat fehlten der Komponist Hanns Eisler (1898-1962), die Schriftstellerin Anna Seghers (1900-1983) und der Komponist Paul Dessau (1894-1979). Eisler und Dessau waren von der SED-Parteileitung „formalistische Tendenzen“ zur Last gelegt worden.
9. März
In der italienischen Hauptstadt Rom protestierten Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche scharf gegen einen vom Vatikan veröffentlichten Hirtenbrief, in dem die Gläubigen zum Kampf gegen alle „nichtkatholischen Bewegungen“ aufgefordert wurden. Nach Ansicht der Protestanten wurden in dem Hirtenbrief „Kommunisten und Protestanten schlicht in einen Topf geworfen“.
10. März
Auf Antrag der CDU wurde in Nordrhein-Westfalen das Wahlgesetz geändert. Kleinere Parteien würden es danach schwerer haben, in den Landtag zu gelangen.
10.März
Der in der Bundesrepublik schwelende Streit um die Neuregelung des Eheschließungsgesetzes wurde von Bundesinnenminister Gerhard Schröder (1910-1989) von der CDU beendet, indem er den Gesetzentwurf der Bundesregierung zurückzog.
10. März
In Paris verbot die französische Regierung jede Demonstration für oder gegen die geplante Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG).
11. März
Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser (1888-1961), wandte sich in Bonn gegen die Bezeichnung „Ostzone“ für das Staatsgebiet der DDR. Das deutsche Land im Osten liege jenseits der Oder-Neiße-Linie.
11. März
Vor dem Bundestag kündigte Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (1888-1967) eine Steuerreform an, die hauptsächlich die Einkommenssteuer-Tarife senken sollte.
11. März
Zum ersten Mal konnte der Bedarf an Zucker in der Bundesrepublik fast völlig aus der eigenen Erzeugung gedeckt werden. Bisher war ein Drittel der Gesamtverbrauchsmenge importiert worden.
11. März
In Genf (Schweiz) wurde der 24. Internationale Automobilsalon eröffnet. Die Ausstellung dauerte bis zum 18. März.
11. März
In Italien beendete eine Kampfabstimmung im Parlament eine Regierungskrise. Ministerpräsident Mario Scelba (1901-1991) wurde mit 300 zu 283 Stimmen im Amt bestätigt.
11. März
Der Chirurg Tord Skoog (1915-1977) entwickelte in Uppsla (Schweden) eine Methode, menschliche Haut bis zu zwei Monate zu konservieren.
12. März
In Hamburg wurde die Zwölftonoper „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg (1874-1951) in einer konzertanten Fassung uraufgeführt.
12. März
In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Verfahren der Ehescheidung erschwert. Eine vom schuldigen Ehepartner beantragte Scheidung sollte künftig gegen den Willen des unschuldigen Partners nicht mehr möglich sein.
12. März
An der Universitätsklinik in Köln wurde die erste „Radiumkanone“ zur Behandlung von Krebs in Dienst genommen.
12. März
Die bundesdeutsche Spring-Reitermannschaft gewann erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges beim Internationalen Reitturnier in Dortmund den „Preis der Nationen“.
13. März
In Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, endete die zehnte Panamerikanische Konferenz zwischen den USA und den südamerikanischen Ländern, die am 1. März begonnen hatte. Es waren Maßnahmen zur Eindämmung des Kommunismus beschlossen worden.
13.März
In Vietnam begannen die Kämpfe um die „Dschungelfestung“ Dien Bien Phu zwischen den französischen Truppen und der kommunistischen Vietminh.
13. März
Der ehemalige persische Außenminister Hossein Fatemi (1917-1954) wurde in der iranischen Hauptstadt Teheran festgenommen. Nach dem Sturz von Ministerpräsident Mohammad Mossadegh (1882-1967) im August 1953 war Fatemi in den Untergrund gegangen.
14. März
Der ehemalige Leiter des Staatssicherheitsdienstes Gabor Peter (1906-1993) wurde in Ungarn wegen angeblicher „Verbrechen gegen Staat und Volk“ zu lebenslanger Haft verurteilt.
14. März
In der Bundesrepublik begann die „Woche der Brüderlichkeit“, die von der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ organisiert worden war.
14. März
In Garmisch-Partenkirchen gewann die bundesdeutsche Sportlerin Annemarie „Mirl“ Buchner (*1924) nach dem Abfahrtslauf auch den Slalom und die Kombinationswertung des Kandahar-Rennens.
15. März
Der US-Verteidigungsminister Charles Erwin Wilson (1890-1961) gab in Washington (USA) die Reduzierung der Heeres- und Marinestreitkräfte um 400.000 Mann bekannt. Bis zum Juli 1955 sollten dann die Luftstreitkräfte um 57.000 Mann verstärkt werden.
15. März
In kehrten 23 Fischer mit Anzeichen radioaktiver Strahlenverseuchung an Land zurück. Sie hatten sich während der Zündung einer US-amerikanischen Wasserstoff-Bombe auf dem Bikini-Atoll im Pazifischen Ozean ca. 100 Kilometer von der Explosionsstelle entfernt aufgehalten.
16. März
Bundesfamilienminister Franz-Josef Wuermeling (1900-1986) sprach in Fulda (Hessen) angesichts der rückläufigen Geburtenzahlen seit dem Jahr 1900 davon, dass „Deutschland bereits ein sterbendes Volk“ sei.
16. März
Zwei britische Soldaten wurden bei einem Überfall in der Nähe der ägyptischen Stadt Isamilia am Suezkanal von ägyptischen Nationalisten umgebracht. Seit 1882 hielt Großbritannien die Zone um den Suezkanal besetzt.
16. März
Wegen zu hoher Kosten und technischer Schwierigkeiten schränkte die sowjetische Regierung ihr Entwicklungsprogramm für die Wasserstoffbombe ein.
17. März
In der Wüste Negev (Israel) wurden bei einem Überfall bewaffneter Araber auf einen Autobus elf Israelis getötet.
17. März
Großbritannien gab die Tantiemen-Guthaben deutscher Musiker für die Jahre 1950 bis 1952 frei. Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg als Feindvermögen beschlagnahmt worden.
18. März
Als erste bürgerliche Partei übernahm in der DDR die Liberal-Demokratische Partei (LDP) die Organisationsstruktur der SED.
18. März
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo wurden sieben Frauen der Organisation „Töchter des Nils“ nach einem siebentägigen Hungerstreik für das Frauenwahlrecht in ein ägyptisches Krankenhaus eingeliefert.
18. März
Mit 138 zu 12 Stimmen entschied sich das norwegische Parlament für die Verlängerung der Wehrpflicht von zwölf auf achtzehn Monate.
18. März
Auf neun Schachtanlagen im Ruhrgebiet in der BRD wurden wegen der schlechten Absatzlage im Bergbau erstmals seit 22 Jahren Feierschichten eingelegt.
18. März
Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) forderte auf einer Kundgebung der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) Hilfe für geistige Berufe, weil „ein Staat und eine Wirtschaft, die ihre besten geistigen Kräfte verkümmern lassen, eines Tages nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden“.
19. März
Die erste Wehrergänzung zum Grundgesetz, die der Bundestag am 26. Februar beschlossen hatte, wurde vom Bundesrat angenommen.
19. März
Als ständige Spielstätte des „Berliner Ensembles“ eröffnete das „Theater am Schiffbauerdamm“ seinen Spielbetrieb mit einer Inszenierung des „Don Juan“ von Molières (1622-1673) in der Bearbeitung von Bertolt Brecht (1898-1965). Das von Brecht und Helene Weigel (1900-1971) gegründete „Berliner Ensemble“ bezog damit das Haus am Schiffbauerdamm als eigene Spielstätte.
19. März
In Polen wurde Józef Cyrankiewicz (1911-1989) vom ZK der Kommunistischen Vereinigten Arbeiterpartei zum Nachfolger des Ministerpräsidenten Boleslaw Bierut (1892-1956) gewählt. Bierut war zurückgetreten.
19. März
Zur Kontrolle kommunistischer Aktivitäten beschloss die italienische Regierung eine Reihe von Maßnahmen. Unter anderem sollte die Finanzierung der Kommunistischen Partei Italiens einer strengen Kontrolle unterworfen werden.
20. März
Die Vereinigten Staaten sahen sich gezwungen, das Sperrgebiet rund um das Bikini-Atoll auf einen Radius von 1.400 km zu erweitern. Nach der Explosion der Wasserstoff-Bombe am 1. März waren mehrere ische Fischer, die sich in einer Entfernung von 100 km aufgehalten hatten, mit radioaktiver Verseuchung heimgekehrt.
20. März
In Frankfurt am Main wurde zum ersten Mal die Deutsche Hallenmeisterschaft ausgetragen, die der Deutsche Leichtathletik-Verband veranstaltete.
21. März
In Essen erklärte die Unabhängige Deutsche Partei (UDP) ihre Auflösung. Sie empfahl ihren Mitgliedern den Beitritt zur Freien Demokratischen Partei (FDP).
21. März
Die Bundespost eröffnete in Cuxhaven das 100. Fernschreibamt in der Bundesrepublik.
21. März
Die bundesdeutsche Hallenhandball-Nationalmannschaft erreichte ein 5:5 gegen die Weltmeister Schweden in der Dortmunder Westfalenhalle.
22. März
In Duisburg gründete sich der „Freie Demokratische Arbeitnehmerverband“. Er sollte sich nach eigenen Angaben an die Arbeitnehmer wenden, die „weder marxistisch noch konfessionell“ gebunden waren.
22. März
Der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito (1892-1918) sprach sich in einem Rundfunkinterview für die uneingeschränkte Gleichberechtigung der Bundesrepublik mit anderen Völkern aus. So müsse der Bundesrepublik beispielsweise das Recht auf Landesverteidigung zugestanden werden.
22. März
Für weitere sechs Jahre wurde Chiang Kai-shek (1887-1975) zum Staatspräsidenten auf Taiwan (Formosa) gewählt.
22. März
Auf der Pazifikinsel Iwo Jima wurde ein Massengrab gefunden. Darin wurden Leichen von 2.000 gefallenen ischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.
22. März
In der brandenburgischen Stadt Wittstock (DDR) brannte das 700 Jahre alte Rathaus ab. Ein Nachtwächter war über seiner Zigarette eingeschlafen. Der Vorfall wurde von der örtlichen SED-Leitung und auch von bundesdeutschen Zeitungen zu politischer Agitation benutzt.
22. März
Ein 63-jähriger Rentner gewann in Essen beim West-Süd-Toto die Rekordsumme von 738.115 DM.
23. März
Als letztes Bundesland beschloss Bayern das Ende der Entnazifizierung.
23. März
Vom Oberkommando der US-Armee wurde in Washington eine Überprüfung aller Offiziere auf ihre „politische Zuverlässigkeit“ angeordnet. Diese Maßnahme stand in Zusammenhang mit dem Streit zwischen der US-Armee und Senator Joseph Raymond McCarthy (1908-1957), dem Vorsitzenden des Senatsausschusses zur Untersuchung „unamerikanischer Umtriebe“.
23. März
Die Nummer 13 der Illustrierten „Revue“ wurde im gesamten Bundesgebiet beschlagnahmt, weil sie eine Reportage über angeblich unsachgemäße Tierversuche an der Zweiten Medizinischen Klinik der Universität München enthielt.
23. März
Weil zu wenige Arbeitsstellen für Ärzte vorhanden seien, warnte das Präsidium des Deutschen Ärztetages vor der Aufnahme eines Medizinstudiums.
24. März
Der Hohe Kommissar Frankreichs in der Bundesrepublik, André François-Poncet (1887-1978), erhielt vom französischen Außenministerium die Anweisung, der Wehrergänzung zum Bonner Grundgesetz nicht zuzustimmen.
24. März
Die US-amerikanische Akademie der Schönen Künste verlieh in New York dem Schriftsteller Ernest Hemingway (1899-1961) ihren Ehrenpreis 1954. Der Preis wurde alljährlich im Wechsel an den besten Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Dramatiker verliehen.
24. März
Der DDR-Kulturminister Johannes R. Becher (1891-1958) legte in der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin einen Zehn-Punkte-Katalog für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der DDR vor. Darin regte Becher u. a. den Austausch von Orchestern an, die Schaffung eines gesamtdeutschen Urheberrechts und auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Theatern in beiden deutschen Staaten.
25. März
Die erste Wehrergänzung zum Grundgesetz, die vom Bundestag am 26. Februar beschlossen worden war, am 19. März vom Bundesrat angenommen wurde, wurde nun von der Alliierten Hochkommission mit dem einschränkenden Zusatz genehmigt, dass die Ergänzung erst dann in Kraft treten könne, wenn die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) gegründet sei.
25. März
Die UdSSR erkannte die DDR offiziell als souveränen Staat an.
25. März
Der sowjetische Hochkommissar, Wladimir S. Semjonow (1911-1992), wurde von den drei westlichen Hohen Kommissaren aufgefordert, schnellstmöglich Hafterleichterungen für die sieben noch im Gefängnis von Berlin-Spandau (West-Berlin) einsitzenden Nürnberger Kriegsverbrecher zuzustimmen.
25. März
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sprach sich in Köln gegen die einheitliche Einführung der Fünf-Tage-Woche in deutschen Unternehmen aus.
25. März
Der ehemalige Leiter des Nachrichtendienstes der Dienststelle Blank, Friedrich Wilhelm Heinz (1899-1968), wurde festgenommen. Ihm wurde Spionage für den sowjetischen Geheimdienst zur Last gelegt. Die Dienststelle Blank war für Sicherheitsfragen der Bundesrepublik zuständig.
25. März
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo beschloss das Parlament des Landes, sich nach dem Zusammentritt der Verfassungsgebenden Versammlung am 23. Juli aufzulösen.
25. März
Der US-amerikanische Film „Verdammt in alle Ewigkeit“ erhielt in Hollywood (USA) acht „Oscars“. Audrey Hepburn () und William Holden () wurden als beste Schauspieler für ihre Rollen in „Ein Herz und eine Krone“ bzw. „Stalag 17“ ausgezeichnet.
25. März
Frauen einer Damenringer-Riege protestierten vor dem Verfassungsausschuss des Bayerischen Landtags gegen das Verbot von Frauenringkämpfen.
25. März
In Bethel bei Bielefeld starb die deutsche Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer. Sie war am 12. September 1873 in Hohenlimburg (heute Hagen) geboren worden.
25. März
Papst Pius XII. (1876-1958) lobte in der Enzyklika „Sacra virginitas“ jene Menschen im Dienste Gottes, die in ihrem Leben ehelos und jungfräulich blieben. Sie seien für Ehre und Ruhm der Kirche unverzichtbar.
26. März
Die Bundesrepublik schaffte mit der Unterzeichnung des Wehrverfassungsgesetzes durch Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) die Voraussetzung für den Aufbau der Bundeswehr.
26.März
Die DDR begann mit dem Bau ihres ersten Atomkraftwerkes in Aue.
27. März
Zahlreiche Studenten demonstrierten in verschiedenen Städten Griechenlands für die Wiedervereinigung der britischen Kronkolonie Zypern mit Griechenland. Die Mehrheit der griechischen Inselbevölkerung forderte seit Jahrzehnten schon den Anschluss an Griechenland, während Großbritannien Zypern langfristig Autonomie gewähren wollte.
28. März
In Saarbrücken schaffte die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft durch einen 3:1-Sieg über das Saarland die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft.
28. März
Der bundesdeutsche Mittelgewichts-Boxer Bubi Scholz (1930-2000) besiegte bei seinem ersten Kampf in den USA im New Yorker Madison Square Garden den US-Amerikaner Al Andrews (1931-1912) nach Punkten.
29. März
Der Oberbefehlshaber der ägyptischen Streitkräfte, Abd al-Hakim Amer (1919-1967), rief in Ägypten den Belagerungszustand aus, nachdem am Wochenende erneut Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen um Staatspräsident Ali Muhammad Nagib (1901-1984) und seinem Widersacher Gamal Abdel Nasser (1918-1970) ausgebrochen waren.
29. März
Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) unterzeichnete in der bundesdeutschen Hauptstadt Bonn das Abkommen zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und den Deutschlandvertrag, der das alliierte Besatzungsstatut ablösen sollte.
29. März
Israelische Soldaten töteten bei einem Überfall auf das jordanische Dorf Nahalin acht Menschen.
30. März
In London lehnte der britische Premierminister Winston Churchill (1874-1965) eine Unterbrechung der US-amerikanischen Wasserstoff-Bomben-Versuche ab.
30. März
In New York sprach sich der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles (1888-1959) für ein „vereintes Vorgehen der freien Welt zur Verhinderung einer kommunistischen Eroberung Indochinas und ganz Südostasiens“ aus.
30. März
Der ehemalige US-amerikanische Konteradmiral Robert A. Theobald (1884-1957) warf dem 1945 gestorbenen Ex-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1882-1945) vor, dass er die US-Flotte bei dem ischen Angriff 1941 auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor bewusst geopfert habe, um den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg möglich zu machen.
30. März
Der erste Abschnitt der Yonge-University-Spadina Line der Toronto Subway wurde in Toronto (Kanada) in Betrieb genommen. Es war die erste U-Bahn in Kanada.
31. März
Die UdSSR schlug den Westmächten ihren Beitritt zum Nordatlantischen Verteidigungspakt (NATO) vor, unter der Voraussetzung, dass sich die Westmächte an einem europäischen Sicherheitspakt beteiligen würden.
März 1954 Deutschland in den Nachrichten
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