März 1990 - Ein Sechstel der Erde zerbröckelte

Kalender März 1990
In der Außenpolitik war der sowjetische Staats- und Parteichef, Michail Gorbatschow, ein Mann von großer Bedeutung. Innenpolitisch hatte er Probleme, das riesige Land zusammenzuhalten. Immerhin machte die Sowjetunion ein Sechstel der Erde aus. Die Sowjetrepubliken verlangten zunehmend nach Eigenständigkeit und die Stimmen der Reformer wurden lauter. Bei den Wahlen in den sowjetischen Republiken Russland, Weißrussland und in der Ukraine hatten sie sich bereits viel Gehör verschafft. Das betraf 70 Prozent der Sowjetbevölkerung. Mitte des Monats wurde dann die Umwandlung der UdSSR in ein Präsidialsystem vom sowjetischen Kongress der Volksdeputierten mit großer Mehrheit beschlossen. Das Machtmonopol der Partei verschwand endgültig aus der Verfassung. Staatsoberhaupt blieb weiterhin Gorbatschow, der „seine“ Sowjetrepubliken vor diversen Alleingängen in puncto Unabhängigkeit warnte, sie aber nicht mehr verhindern konnte. Vielleicht, weil er so viel mit der Unterstützung der deutschen Einheit zu tun hatte?
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Wichtige Ereignisse im März 1990

1. März
DDR 1990 – Vom Ministerrat der DDR war eine Verordnung erlassen worden, die es den bisherigen volkseigenen Betrieben ermöglichte, in Kapitalgesellschaften umgewandelt zu werden. In der DDR durften sich jetzt ausländische Firmen niederlassen.
1. März
Libanon 1990 – Im Libanon waren zwischen den christlichen Milizen von General Michel Aoun und den „Forces Libanaises“ von Samir Geagea Kämpfe ausgebrochen. Mindestens 100 Menschen waren ums Leben gekommen, bis der Waffenstillstand am 2. März wirksam wurde.
2. März
BRD 1990 – Als Bundeskanzler Helmut Kohl die Garantie für die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze mit der Forderung verband, Polen solle auf deutsche Reparationen verzichten und der deutschen Minderheit weitere Rechte zusichern, hatte er damit außenpolitische Spannungen mit den Bündnispartnern ausgelöst.
2. März
BRD 1990 – Das Land Bayern hatte beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Klage eingereicht, dass Krankenassen die Kosten für eine Abtreibung übernehmen würden.
2. März
DDR 1990 – Der Weiterbetrieb der beiden letzten laufenden Blöcke des DDR-Kernkraftwerks Greifswald stellte ein erhebliches Umwelt- und Gesundheitsrisiko dar. Das besagte der Untersuchungsbericht einer deutschen Expertenkommission.
3. März
Musik 1990 - Der holländische Sänger Bruce Low verstarb in München
3. März
Griechenland 1990 – Auch der dritte Wahlgang um das Amt des Staatspräsidenten in Griechenland war gescheitert. Keiner der Bewerber hatte eine ausreichende einfache Mehrheit im Parlament erhalten. Am 12. März wurde die Volksvertretung bis zu Neuwahlen aufgelöst.
3. März
Schweiz 1990 – In der Hauptstadt Bern hatten etwa 30.000 Menschen gegen die Bespitzelung von 900.000 Schweizern durch den Geheimdienst ihres Landes demonstriert.
3. März
Leichtathletik 1990 – Bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Glasgow hatte die bundesdeutsche Mannschaft sechs Goldmedaillen gewonnen und hatte damit den zweiten Rang hinter der Sowjetunion mit acht Siegen errungen.
3. März
Sowjetunion 1990 – Die Reformer hatten bei Wahlen in den sowjetischen Republiken Russland, Weißrussland und der Ukraine Erfolge errungen. Sie umfassten 70 Prozent der Sowjetbevölkerung. Vor allem hatten sie sich in Großstädten wie Moskau, Leningrad und Kiew durchsetzen können. Jedoch mussten am 18. März in zahlreichen Wahlkreisen Stichwahlen durchgeführt werden.
4. März
Schweiz 1990 – Bei den Wahlen zum Züricher Stadtparlament hatte eine rot-grüne Koalition die Mehrheit errungen.
5. März
DDR 1990 – Die „Berliner Zeitung“ hatte über die bedenkliche Situation im DDR-Gesundheitswesen berichtet, nachdem 1989 etwa 3.200 Ärzte in die Bundesrepublik übergesiedelt waren. Außerdem fehlten moderne medizinische Geräte.
5. März
DDR 1990 – Von nun an hatten DDR-Bürger die Möglichkeit, 73 Zeitungen und Zeitschriften an ihren Kiosken zum Kaufpreis 1:3 zu erwerben.
6. März
Afghanistan 1990 – Ein Putschversuch in Afghanistan gegen Präsident Mohammad Nadschibullah war gescheitert. Mindestens 95 Menschen waren bei schweren Kämpfen in der Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Schah Nawaz Tanai war der Anführer der Putischisten gewesen.
6. März
Sowjetunion 1990 – In beschränktem Maße hatte der Oberste Sowjet der UdSSR privates Eigentum an Produktionsmitteln gestattet. Die Beschäftigung von Mitarbeitern war aber weiterhin verboten geblieben.
6. März
Südkorea 1990 – In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hatte eine Weltversammlung christlicher Kirchen zum Thema „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ begonnen. Die katholische Kirche war bei der bis zum 12. März andauernden Veranstaltung nicht vertreten gewesen.
6. März
Sowjetunion/DDR 1990 – Bei einem Besuch von DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow in Moskau hatten beide Seiten einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik abgelehnt und einen Zusammenschluss in Etappen gefordert. Modrow hatte den sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow um Unterstützung bei seinem Bemühungen gebeten, die zwischen 1945 und 1949 in der damaligen sowjetischen Besatzungszone geschaffenen Eigentumsverhältnisse zu erhalten.
7. März
DDR 1990 – Nach einem Vorschlag des „Runden Tisches“ war von der Volkskammer eine Sozialcharta verabschiedet worden. Diese hatte unter anderem die Forderung nach dem Recht auf Arbeit, Tarifautonomie und staatliche Kontrolle des Mietpreises enthalten.
7. März
Italien 1990 – Auf einem Sonderparteitag in Bologna hatte die italienische Kommunistische Partei (KPI) mit zwei Dritteln der Stimmen die Abkehr vom Kommunismus beschlossen. Die KPI sollte stattdessen eine Umwandlung in eine neue sozialistische Reformpartei anstreben. Am 10. März war Parteichef Achille Occetto bestätigt worden.
7. März
Südafrika 1990 – Als ca. 50.000 Demonstranten die Rückgliederung des Territoriums nach Südafrika verlangten, war es im südafrikanischen Homeland Bophuthatswana zu Unruhen gekommen. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei kamen 14 Menschen ums Leben.
7. März
International 1990 – Mit dem Beschluss, ab 1995 auf die Einleitung von 37 Schadstoffarten ins Meer zu verzichten, war in Den Haag (Niederlande) die dritte Nordsee-Konferenz zu Ende gegangen.
8. März
DDR 1990 – Sämtliche Inoffiziellen Mitarbeiter des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes sollten, einem Beschluss des DDR-Kabinetts zufolge, entpflichtet werden. Auch diejenigen Bürger waren von der Schweigepflicht entbunden worden, die von „verfassungswidrigen Maßnahmen“ des Staatssicherheitsdienstes betroffen gewesen waren.
8. März
Kolumbien 1990 – Nach 20 Jahren Bürgerkrieg hatte die kolumbianische Guerillabewegung „M-19“ ein endgültiges Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet und ihre Waffen niedergelegt.
9. März
Georgien 1990 – Vom Obersten Sowjet Georgiens war der Anschluss an die UdSSR von 1921 für illegal erklärt worden. Er hatte Verhandlungen über die Unabhängigkeit des Landes gefordert.
9. März
DDR/BRD 1990 – Die Einrichtung von Direktflügen zwischen der Bundesrepublik und der DDR war von den Alliierten genehmigt worden. Erstmals seit Kriegsende war daraufhin eine Lufthansa-Maschine direkt von Frankfurt am Main nach Leipzig geflogen.
9. März
BRD 1990 – Die Bundesverwaltung in Karlsruhe hatte die weitere Erkundung des Gorlebener Salzstockes genehmigt. Er sollte als Lager von Atommüll dienen. Die Klage von fünf Anwohnern war abgewiesen worden. Die Erforschung des Salzstockes bedurfte keiner atomrechtlichen Genehmigung.
10. März
Haiti 1990 – Nach einwöchigen Protesten der Bevölkerung war der haitianische Diktator General Prosper Avril zurückgetreten. Die Richterin Ertha Pascal Trouillot war am 13. März als Übergangspräsidentin bis zu freien Wahlen vereidigt worden.
10. März
Eiskunstlauf 1990 – Weltmeisterin im Eiskunstlauf war die US-Amerikanerin Jill Trenary geworden.
11. März
Chile 1990 – Der chilenische Christdemokrat Patricio Aylwin, Sieger der ersten freien Präsidentschaftswahlen, hatte sein Amt angetreten. Aylwin hatte damit die seit 16 Jahren andauernde Militärdiktatur von General Augusto Pinochet beendet.
11. März
Handball 1990 – Nach einem 27:23 über die Sowjetunion war die schwedische Nationalmannschaft Handball-Weltmeister geworden.
11. März
Litauen 1990 – Das Parlament Litauens hatte die Unabhängigkeit von der Sowjetunion einstimmig beschlossen. Die sowjetische Verfassung war außer Kraft gesetzt worden. Neuer Staatspräsident wurde der Chef der Unabhängigkeitsbewegung „Sajudis“, Vytautas Landsbergis. Michail Gorbatschow, der sowjetische Staats- und Parteichef, hatte das Vorgehen als ungültig bezeichnet und die Republiken vor solchen Alleingängen gewarnt.
11. März
BRD/DDR 1990 – In einem „joint-venture“ wollten die Rüsselsheimer Autofirma Opel AG und die Automobilwerke Eisenach gemeinsam Fahrzeuge in der thüringischen Autostadt herstellen.
11. März
Komoren 1990 – Auf den Komoren war der Politiker Said Mohamed Djohar zum Staatspräsidenten gewählt worden.
12. März
DDR 1990 – Auf seiner letzten Sitzung hatte der „Runde Tisch“ einen Verfassungsentwurf verabschiedet. Über diesen sollte die Bevölkerung abstimmen. Unter anderem enthielt er das Recht auf Arbeit, Wohnen und Kinderbetreuung. Die Beteiligten lehnten die Übernahme des Grundgesetzes ab.
12. März
Skisport 1990 – Den letzten Weltcup-Slalom der Saison hatte der Italiener Alberto Tomba vor dem Weltmeister Rudolf Nierlich aus Österreich und dem bundesdeutschen Weltcupsieger in dieser Disziplin, Armin Bittner, gewonnen.
13. März
UdSSR 1990 – Mit großer Mehrheit hatte der sowjetische Kongress der Volksdeputierten die Umwandlung der UdSSR in ein Präsidialsystem beschlossen. Außerdem war das Machtmonopol der KPdSU aus der Verfassung gestrichen worden, womit ein Mehrparteiensystem möglich wurde. Zwei Tage später, am 15. März hatte das Parlament Generalsekretär Michail Gorbatschow mit 1329 zu 495 Stimmen in geheimer Wahl formell zum Staatsoberhaupt gewählt.
13. März
Haiti 1990 – Als erste Frau war auf Haiti die Richterin Ertha Pascal-Trouillot zur Präsidentin von Haiti ernannt worden.
13. März
DDR 1990 – Bei Fünfeichen in der Nähe der Stadt Neubrandenburg war ein Massengrab entdeckt worden. Es stammte aus der Zeit der sowjetischen Internierungslager nach dem Zweiten Weltkrieg.
13. März
Israel 1990 – Die Große Koalition zwischen dem Likud-Block und der Arbeiterpartei war nach wochenlangen Konflikten vor allem über das Konzept Israels für künftige Friedensverhandlungen auseinandergebrochen. Ministerpräsident Yitzhak Shamir war zwei Tage später gestürzt worden. Die Regierungskrise konnte erst im Juni mit einer neuen Rechtskoalition unter Shamir beendet werden.
14. März
DDR 1990 – Der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Wolfgang Schnur, war nach tagelangen Unschuldsbeteuerungen zurückgetreten. Er hatte seine Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR zugegeben.
15. März
Brasilien 1990 – Der brasilianische Politiker Fernando Collor de Mello, der im Dezember des Vorjahres gewählt worden war, hatte sein Amt angetreten. Mit einem Lohn- und Preisstopp hatte er seine Amtszeit am 16. März begonnen.
15. März
Berlin-Ost 1990 – In einem Ost-Berliner Kohlenkeller war ein Goldschatz von 21,2 Tonnen gefunden worden. Die Menge entsprach 16.000 banküblichen Barren und hatte einen Wert von 523,5 Millionen DM gehabt (ca. 398,7 Millionen Euro). Die Organisation „Kommerzielle Koordination“ des früheren „Devisenbeschaffers“, Alexander Schalck-Golodkowski hatte den Schatz im Keller gehortet.
16. März
DDR/BRD 1990 – Die Synode der Berlin-Brandenburgischen Kirche war seit dem Mauerbau 1961 erstmals wieder zu einer gemeinsamen Tagung zusammengekommen. Die Teilnehmer aus beiden Teilen Deutschlands hatten sich in Ost-Berlin getroffen.
17. März
Europa 1990 – Bei einer Konferenz der Außenminister des Warschauer Paktes in Prag hatten sich die ÇSSR, Ungarn und Polen für eine Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands in der NATO ausgesprochen.
17. März
Skisport 1990 – Im schwedischen Are hatten sich der Schweizer Skirennläufer Pirmin Zurbriggen und die Österreicherin Petra Kronberger den Gesamtsieg im Weltcup gesichert.
18. März
Estland/Lettland 1990 – In Estland und Lettland hatten sich bei den Parlamentswahlen die Unabhängigkeitsbewegungen durchgesetzt. Sie hatten in beiden Landesparlamenten die Mehrheit der Mandate erzielt.
18. März
DDR 1990 – Bei der ersten freien Wahl Volkskammer, die in der DDR durchgeführt wurde, gewann die konservative „Allianz für Deutschland“ (CDU, DA und DSU) mit 48 Prozent der Stimmen die Volkskammerwahl in der DDR. Die SPD war mit 21,9 Prozent die zweitstärkste Partei geworden.
18. März
USA 1990 – Aus dem Isabella-Stewart-Gardner-Museum in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) hatten zwei Diebe, die als Polizisten verkleidet waren, zwölf Gemälde im Gesamtwert zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar (165 bis 330 DM) gestohlen. Das war der bis dato größte Kunstraub in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
19. März
BRD 1990 – Vom SPD-Parteivorstand war der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine einstimmig zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl am 2. Dezember nominiert worden.
19. März
BRD 1990 – Von der Jury der Stadt Homburg war dem Schriftsteller Rolf Haufs der Hölderlin-Preis zugesprochen worden.
20. März
Polen/USA 1990 – Als bisher ranghöchster Vertreter seines Landes hatte der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki die USA besucht. Dort war er auch mit US-Präsident George H. W. Bush zusammengetroffen. Von beiden Regierungen war ein Rahmenabkommen über Investitionen vereinbart worden.
20. März
Rumänien/Ungarn 1990 – In der Stadt Tirgu Mures in Siebenbürgen kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Rumänen und der ungarischen Minderheit acht Menschen ums Leben. Danach hatte die rumänische Regierung der ungarischen Volksgruppe eine größere kulturelle Eigenständigkeit zugesagt.
20. März
USA/Philippinen 1990 – Der Prozess gegen Imelda Marcos, der Ehefrau des gestürzten philippinischen Diktators Ferdinand Marcos, hatte in New York begonnen. Von den Philippinen wurde die Rückgabe ihres Vermögens von ca. 500 Millionen US-Dollar (825 Millionen DM) gefordert.
20. März
BRD/DDR 1990 – Mit Wirkung zum 1. Juli hatte die Bundesregierung das Verfahren zur Notaufnahme von DDR-Übersiedlern abgeschafft.
20. März
Japan 1990 – Nach Kursstürzen an der Börse hatte die japanische Notenbank den Diskontsatz des Landes um einen Punkt auf 5,25 Prozent erhöht. Innerhalb eines Jahres stieg dieser Satz damit um 2,75 Prozentpunkte.
21. März
Argentinien 1990 – Mehr als 100.000 Menschen hatten in Argentinien gegen die Wirtschaftspolitik von Staatspräsident Carlos Menem protestiert. Heftig umstritten war vor allem die geplante Privatisierung von Staatsbetrieben.
21. März
Schweiz 1990 – Als erster Bundesstaat hatte der Schweizer Kanton Neuenburg ein Wahlrecht für Ausländer eingeführt.
21. März
Sowjetunion 1990 – In erster Lesung hatte der Oberste Sowjet der UdSSR ein Gesetz über den Austritt der Republiken aus der Union angenommen. In einem Referendum musste eine Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung zuvor für den Austritt votieren. Dem sollte eine Übergangszeit folgen, die auf fünf Jahre festgelegt war.
21. März
Taiwan 1990 – In Taiwan war Lee Teng-hui Präsident der Nationalversammlung geworden.
21. März
China 1990 – Der mächtigste Mann in der Volksrepublik China, der 85-jährige Deng Xiaoping, hatte sein letztes offizielles Amt als Vorsitzender der staatlichen Militärkommission niedergelegt. Zum Nachfolger für das höchste Amt in China hatte der Volkskongress Parteichef Jiang Zemin gewählt.
21. März
Namibia 1990 – Mit der Vereidigung von Sam Nujoma durch UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar war nach mehr als 100 Jahren Fremdherrschaft die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika vollzogen worden.
22. März
Nicaragua 1990 – In Nicaragua hatten nach schweren Kämpfen, bei denen 36 Menschen ums Leben gekommen waren, die Contras der Niederlegung der Waffen vom 20. April an und der Versammlung der Truppen in international überwachten Sicherheitszonen zugestimmt. Der seit 1982 andauernde Bürgerkrieg war damit formell beendet worden.
22. März
Großbritannien 1990 – Die oppositionelle Labour-Partei hatte bei Nachwahlen in der britischen Grafschaft Staffordshire mit 49 Prozent der Stimmen das Mandat errungen. Die konservative Partei von Premierministerin Margaret Thatscher hatte mit 32 Prozent in ihrer bisherigen Hochburg 21 Prozentpunkte verloren.
22. März
BRD/DDR 1990 – Vom bayerischen Kultusminister Hans Zehetmaier wurde die Anerkennung des DDR-Abiturs ausgesetzt. Am 23. März schlossen sich Rheinland-Pfalz und am 28. März Niedersachsen an.
22. März
USA/Südafrika 1990 – In Kapstadt (Südafrika) war US-Außenminister James Baker mit dem südafrikanen Präsidenten Frederik Willem de Klekr zusammengetroffen. Baker war der erste US-Außenminister seit 1978, der den reformbereiten Apartheid-Staat besuchte.
22. März
USA 1990 – Von einem Gericht in Alaska war der Kapitän des Öltankers „Exxon Valdez“ zur Zahlung von 50.000 US-Dollar (ca. 82.000 DM) Strafe und Ableistung von 1.000 Arbeitsstunden bei der Küstensäuberung verurteilt worden. Von dem Schiff war 1989 an der Küste Alaskas eine Ölkatastrophe verursacht worden.
22. März
ÇSSR 1990 – Einer Mitteilung des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Václav Hável zufolge, hatte die frühere kommunistische Regierung des Landes ca. 1.000 Tonnen des Plastiksprengstoffs Semtex an Libyen geliefert. Verwendet wurde Semtex bevorzugt von Terroristenorganisationen als Sprengmaterial.
23. März
Ungarn 1990 – In Ungarn war die Dauer des Wehrdienstes von 18 auf zwölf Monate verkürzt worden. Nach dem Beschluss des Parlaments war eine Reduzierung der Streitkräfte bis zum Jahr 1992 um 35 Prozent vorgesehen.
24. März
BRD/Ungarn 1990 – In der ungarischen Hauptstadt Budapest hatten Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn die Abschaffung der Visumspflicht zwischen beiden Staaten ab 1. Mai vereinbart.
24. März
Europa 1990 – In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon hatte der Europarat eine außerordentliche Konferenz der Außenminister veranstaltet. Daran hatten auch Vertreter aller Länder des ehemaligen Ostblocks teilgenommen. Grundsätzlich hatten sich die bisherigen westeuropäischen Mitgliedsstaaten des Rates zur Aufnahme der osteuropäischen Länder bereit erklärt.
24. März
Sowjetunion 1990 – In der Sowjetrepublik Usbekistan wurde Islam Karimow Staatspräsident.
24. März
Sri Lanka 1990 – Die letzten indischen Truppen hatten nach 31 Monaten Sri Lanka verlassen. Es war ihnen nicht gelungen, den Bürgerkrieg zwischen der singalesischen Regierung und den Tamilen zu beenden. Seit 1987 hatten mehr als 100.000 indische Soldaten in die Kämpfe eingegriffen, um ein Übergreifen der Kämpfe auf Indien zu verhindern. Dabei waren 1.150 von ihnen umgekommen.
25. März
Spanien 1990 – Im spanischen Parlament hatte die sozialistische Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident Felipe González ihre absolute Mehrheit verloren. Dem war eine Niederlage bei Nachwahlen in Melilla vorausgegangen.
25. März
Ungarn 1990 – Seit mehr als 40 Jahren hatten in Ungarn die ersten demokratischen Wahlen stattgefunden. Mit 24,7 und 21,3 Prozent hatten die beiden Oppositionsparteien „Ungarisches Demokratisches Forum“ und „Allianz Freier Demokraten“ vorne gelegen. Am 8. April mussten noch in etlichen Wahlkreisen Stichwahlen abgehalten werden.
25. März
BRD 1990 – Bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein hatte die SPD mit 42,9 Prozent der Stimmen gewonnen. Die CDU hatte 41,3 Prozent erreicht. FD und Grüne errangen 6,1 bzw. 6,0 Prozent der Stimmen.
25. März
USA 1990 – Bei einem Brand im New Yorker Stadtteil Bronx waren 87 Menschen ums Leben gekommen. Nach Ermittlungen der Polizei war das Feuer durch Brandstiftung ausgebrochen. Das Lokal war hauptsächlich von karibischen Einwanderern besucht gewesen.
25. März
Leichtathletik 1990 – Bei einem Sportfest in Austin (US-Bundesstaat Texas) hatte der schwedische Leichtathlet Patrick Boden einen neuen Weltrekord im Speerwurf aufgestellt. Seine Rekordweite hatte bei 89,10 m gelegen.
25. März
Eishockey 1990 – Die Deutsche Meisterschaft im Eishockey hatte die Düsseldorfer EG nach einem 3:2-Sieg im Play-off-Finale gegen den Titelverteidiger SB Rosenheim gewonnen.
26. März
DDR 1990 – Bis zur Klärung der Vorwürfe wegen einer mutmaßlichen Stasi-Mitarbeit hatte Ibrahim Böhme, Partei- und Fraktionschef der Ost-SPD, alle Ämter ruhen lassen. Auch der CDU-Vorsitzende Lothar de Maizière hatte alle Beschuldigungen zurückgewiesen.
26. März
Film 1990 – In Hollywood war der Film „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ von Bruce Beresford mit vier Oscars ausgezeichnet worden. Als Bester animierter Kurzfilm war der deutsche Trickfilm „Balance“ von Wolfgang und Christoph Lauenstein mit einem Oscar geehrt worden.
27. März
Litauen 1990 – In der litauischen Hauptstadt Wilna hatte die sowjetische Rote Armee unter anderem das Gebäude des Zentralkomitees der unabhängigen Kommunisten besetzt.
27. März
USA/Kuba 1990 – Der US-amerikanische Fernsehsender „TV Martí“, der nach Kuba sendete, hatte seinen Betrieb aufgenommen.
27. März
Großbritannien 1990 – In der britischen Hauptstadt war das Sherlock Holmes Museum eröffnet worden.
28. März
Simbabwe 1990 – Der seit 1980 amtierende Präsident Robert Mugabe hatte sich bei den Präsidentschaftswahlen des Landes mit 78,3 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Seine Partei ZANU bekam 117 der 120 Parlamentssitze. Edgar Tekere, der Vorsitzende der simbabwischen Einheitsbewegung und Gegner von Mugabe, hatte 16 Prozent der Stimmen errungen.
28. März
Großbritannien 1990 – Auf dem Londoner Flughafen waren von der britischen Polizei Zünder für atomare Sprengkörper beschlagnahmt worden. Sie waren für den Irak bestimmt gewesen.
28. März
Film 1990 – Erstmals lief in Frankreich der Film „Cyrano de Bergerac“ mit Gérard Depardieu in der Titelrolle. Der Historienfilm erhielt einen Oscar für das beste Kostümdesign und vier weitere Nominierungen.
29. März
BRD 1990 – Für Lastwagen über 18 Tonnen war vom Bundestag eine Schwerverkehrabgabe eingeführt worden. Zum Ausgleich war im Inland die Lkw-Steuer gesenkt worden.
30. März
DDR 1990 – Der Philosoph Wolfgang Harich war vom Obersten Gericht der DDR rehabilitiert worden. Er war 1957 in einem Schauprozess zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Harich hatte sich öffentlich für einen Staat ohne diktatorische Strukturen eingesetzt und war deshalb als Regimegegner ins Fadenkreuz geraten.
30. März
Estland 1990 – Die Sowjetrepublik erklärte sich zur unabhängigen Republik Estland, die nach einer Übergangszeit am 4. Mai wirksam wurde.
31. März
Großbritannien 1990 – Die Proteste gegen die sogenannte „poll tax“ (Kopfsteuer) in Großbritannien hatten ihren Höhepunkt erreicht.
Sonstiges im März
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Ölpreisschock dürfte nur vorübergehend sein
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