Januar 1989 - Der Jahresbeginn

Kalender Januar 1989
Es waren schon erste, noch zögerliche politische Umwälzungen weltweit zu spüren. Die Menschen waren selbstbewusster in ihren Forderungen geworden. Die Sowjetrepublik Litauen besann sich beispielsweise auf ihre eigene Sprache, als sie das Litauische zur Staatssprache erhoben hatte und das Russische nur noch eine Nebenrolle spielte. In Deutschland machten sich die Republikaner stark, hatte bei den Neuwahlen in Berlin sogar den Einzug ins Parlament geschafft. Wenigstens warnte man in Bonn vor Computerspielen, die auf der Grundlage von Rechtsradikalismus basierten. Die USA waren ihren regierenden Schauspieler los und hatten nun den Vater von George W. Bush an die Macht gewählt. Ob er es besser als sein Sohn machen würde, blieb abzuwarten.
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Was geschah im Januar 1989

1. Januar
Der Schweizer Politiker von der Freisinnig-Demokratischen Partei, Jean-Pascal Delamuraz, wurde Bundespräsident der Schweiz.
1. Januar
Das Freihandelsabkommen, das zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada geschlossen worden war, trat in Kraft. Ziel war es, die nordamerikanische Wirtschaft gegenüber dem europäischen Markt zu stärken.
1. Januar
Als Nachfolger des Senders „Eureka TV“ nahm nun der Privatsender „ProSieben“ seinen Sendebetrieb auf.
1. Januar
Der völkerverbindliche Vertrag des Umweltrechts „Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen“ trat als multilaterales Umweltabkommen in Kraft. Es war am 16. September 1987 von den Vertragsparteien des Wiener Übereinkommens zum Schutz der Ozonschicht angenommen worden und ist eine Konkretisierung dieses Abkommens nach heutigem Stand.
1. Januar
Einem Bericht der „New York Times“ zufolge hatten westdeutsche Firmen am Bau einer Chemiefabrik in der Stadt Rabta (Libyen) mitgewirkt. Die Fabrik diente zur Herstellung von Giftgas.
1. Januar
Um die Inflationsrate zu senken und das Wirtschaftswachstum zu beleben, legte der israelische Finanzminister Shimon Peres (*1923) ein Sparprogramm vor. Unter anderem waren der Wegfall von Subventionen für Grundnahrungsmittel, aber auch Etatkürzungen in den Bereichen Verteidigung, Erziehung, Gesundheit und Wohnungsbau vorgesehen.
1. Januar
In der Bundesrepublik wurden im Bereich Arbeit und Soziales sowie im Steuerrecht mit Jahresbeginn Neuregelungen wirksam. Unter anderem handelte es sich hierbei um eine zehnprozentige Besteuerung von Zinserträgen (Quellensteuer) und um Einschränkungen bei der Arbeitsförderung. Außerdem beinhalteten die Neuregelungen eine Reform des Gesundheitswesens.
1. Januar
Vor der Küste Guatemalas war es zu einem Fährunglück gekommen. Es hatte 83 Menschenleben gefordert.
2. Januar
Der polnische Schriftsteller Andrzej Szczypiorski (1924-2000) wurde mit dem österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. Dieser Preis für europäische Literatur war mit 28.500 DM dotiert.
2. Januar
Der sri-lankische Politiker der UNP (United National Party), Ranasinghe Premadasa (1924-1993), wurde in dem vom Bürgerkrieg geplagten Land als neuer Staatspräsident vereidigt.
2. Januar
Die alliierten Streitkräfte in der Bundesrepublik und die Bundesluftwaffe nahmen nach einer Zwangspause von fast drei Wochen ihre Tiefflugübungen wieder auf.
2. Januar
In Bonn warnte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften vor der zunehmenden Verbreitung von Computerspielen mit rechtradikalen und ausländerfeindlichen Inhalten.
3. Januar
Erstmals trafen Abgesandte der von Algerien unterstützten Organisation FPOLISARIO, die für einen eigenen Staat in Westafrika kämpften, mit dem marokkanischen König Hasan II. zu Gesprächen zusammen. Sie berieten über den seit Jahren anhaltenden Konflikt.
4. Januar
Über internationalen Gewässern im Mittelmeer schossen zwei US-amerikanische Militärmaschinen zwei libysche MiG-23 ab.
4. Januar
Wie schon ihre Kommilitonen in anderen chinesischen Städten traten in Peking mehrere hundert afrikanische Studenten in einen Vorlesestreik. Sie protestierten damit gegen die Rassendiskriminierung der Chinesen.
5. Januar
Zur Bekämpfung der akuten Energieknappheit verhängte die Regierung Argentiniens Notmaßnahmen. Unter anderem waren Stromabschaltungen sowie Zwangsurlaubstage für die staatlichen Angestellten vorgesehen. Der niedrige Wasserstand der Flüsse war Ursache für die Energiekrise im Land. Die Wasserkraftwerke konnten deswegen nur noch mit 30% ihrer Kapazität arbeiten.
5. Januar
Im Gegensatz zur Ansicht verschiedenen Kommunen, sei der Einsatz von Streusalz auf vereisten Straßen unverzichtbar. Das teilte das Bundesverkehrsministerium mit.
6. Januar
Der dreitägige Bundesparteitag der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) begann in Frankfurt am Main. Er war von innerparteilichen, heftigen Flügelkämpfen geprägt. Bei seiner Wiederwahl musste Parteichef Herbert Mies (*1929) drastische Stimmenverluste einstecken.
6. Januar
Die traditionelle Vierschanzentournee ging zu Ende. Den Gesamtsieg konnte sich Risto Laakkonen (*1967) aus Finnland holen.
7. Januar
Im Alter von 88 Jahren starb der japanische Kaiser Hirohito (1901-1989). Sein Sohn, Kronprinz Akihito trat seine Nachfolge an.
7. Januar
Erstmals fanden in der sowjetischen Hauptstadt Moskau westdeutsche Theatertage statt.
8. Januar
Eine Boeing 737 der Fluggesellschaft British Midland stürzte in Mittelengland ab. Bei dem Unglück kamen 44 Menschen ums Leben. Es wurden 82 Menschen verletzt, zum Teil schwer. Wegen eines Triebwerkschadens hatte der Pilot eine Notlandung versucht.
9. Januar
UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuellar (*1920) schlug in seiner nachträglichen Rede an die Friedenstruppen der Vereinten Nationen zur Verleihung des Friedensnobelpreises 1988 vor, die Einführung einer Abgabe auf alle internationalen Waffengeschäfte zu realisieren, aus der dann die Blauhelm-Einsätze mitfinanziert werden sollten.
9. Januar
Das Berliner Landgericht verurteilte im Prozess um den Diebstahl von mehreren 1.000 NS-Akten aus dem Berlin Document Center (BDC) den Hauptangeklagten, den einstigen Leiter der BDC-Fotoabteilung, zu zwei Jahren und vier Monaten Haft. Drei weitere Angeklagte erhielten Bewährungs- und Geldstrafen.
10. Januar
Nach dreizehn Jahren Präsenz des Kubanischen Militäreinsatzes in Angola begann ein gestaffelter Truppenabzug aus Angola.
10. Januar
Die Regierung von Peru verbot die Einfuhr von Industriemüll. Sie begründete die Entscheidung damit, dass das Land nicht über die Mittel zur Lagerung und Überwachung solcher Abfälle verfüge.
10. Januar
Vom Bonner Forschungsministerium wurde ein Bericht veröffentlicht, nach dem der Anstieg des Meeresspiegels durch ein vom Treibhauseffekt verursachten Abschmelzen des Polareises auch die norddeutsche Tiefebene langfristig gefährde.
10. Januar
Der deutsche Springreiter Wolfgang Brinkmann (*1950) wurde vom Verband Deutscher Sportjournalisten mit der Fair-Play-Medaille geehrt. Brinkmann hatte bei den Olympischen Spielen in Seoul (Südkorea) 1988 nach seiner Goldmedaille mit der Mannschaft auf einen Start in der Einzelwertung verzichtet. Damit hatte er den Weg für Karsten Huck (*1945) freigemacht. Dieser gewann später eine Bronzemedaille.
10. Januar
Die Ausfuhr von Explosionsstoffen wurde von der Regierung der ÇSSR eingestellt. Der Plastiksprengstoff, der in der Tschechoslowakei produziert wurde, war vielfach von Terrorgruppen genutzt worden.
11. Januar
In der französischen Hauptstadt Paris bildete die Forderung der Teilnehmer der fünftägigen Internationalen Konferenz zur Beseitigung der C-Waffen, diese weltweit zu verbieten und alle Giftgaswaffen zu vernichten, den Abschluss der Konferenz. Die Teilnehmer gingen die Verpflichtung ein, keine chemischen Waffen einzusetzen.
11. Januar
In Ost-Berlin hielten sich seit Jahresbeginn zwanzig ausreisewillige DDR-Bürger in der Ständigen Vertretung der BRD auf, die daraufhin das Gebäude verlassen konnten, weil ihnen seitens der DDR-Behörden Straffreiheit zugesichert worden war. Einige von ihnen konnten in den Folgetagen ausreisen.
11. Januar
Die Vorschriften für Vereine und Versammlungen wurden vom ungarischen Parlament liberalisiert. Künftig war die Bildung von Vereinigungen und politischen Parteien erlaubt. Außerdem verabschiedete das Parlament eine Verfassungsänderung, in der eine Einführung des zivilen Ersatzdienstes für Kriegsdienstverweigerer enthalten war.
12. Januar
In der Schweiz trat die Justizministerin Elisabeth Kopp (*1936) von ihrem Amt zurück. Sie war beschuldigt worden, Amtsgeheimnisse an ihren Ehemann weitergegeben zu haben.
12. Januar
Für die armenische Enklave Berg-Karabach in der Sowjetrepublik Aserbaidschan verfügte das Präsidium des Obersten Sowjets ab dem 20. Januar dieses Jahres eine „besondere Verwaltung“. Diese unterstand Moskau direkt. Die Lage in Berg-Karabach war gespannt wegen der geforderten Angliederung an die Nachbarrepublik Armenien.
13. Januar
Die Wüsten-Rallye Paris-Dakar gewann der Finne Ari Vatanen (*1952) auf Peugeot. Sein Markengefährte, der Belgier Jackie Ickx (*1945) belegte den zweiten Platz.
13. Januar
Bei einer Tiefflugübung über Ostfriesland kollidierten eine britische und zwei deutsche Militärmaschinen. Zwei britische Offiziere kamen ums Leben, als zwei der Maschinen abstürzten.
14. Januar
Ein deutscher Student wurde von den Niederlanden an die Bundesrepublik ausgeliefert. Er soll an der Ermordung von zwei Polizisten an der Startbahn West des Flughafens Frankfurt am Main beteiligt gewesen sein.
14. Januar
Der deutsche Journalist und Fernsehmoderator Robert Lembke starb in seiner Geburtsstadt München. Er war am 17. September 1913 geboren worden.
14. Januar
In den Schweizer Zentralen in Bern und Biel richtete die Berner Polizei
Telefone, die es gehörlosen Menschen ermöglichte, schriftlich über das Telefonnetz zu kommunizieren.
15. Januar
In der österreichischen Hauptstadt Wien stimmten die 35 Teilnehmerstaaten des KSZE-Folgetreffens einem Schlussdokument zu, das den Weg für ein neues Forum für konventionelle Abrüstung in Europa bereiten soll.
15. Januar
Anlässlich des 20. Jahrestages der Selbstverbrennung des tschechischen Studenten Jan Palach (1948-1969), der damit gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ protestiert hatte, fand auf dem Wenzelsplatz in Prag (ÇSSR) eine Demonstration statt. Sie wurde von der Polizei brutal auseinandergetrieben.
15. Januar
Mindestens 170 Menschen kamen ums Leben, als ein mit Pilgern besetzter Personenzug mit einem Postzug in Bangladesch kollidierte. Etwa tausend Menschen wurden verletzt.
15. Januar
In Rotterdam (Niederlande) gewann Brasilien mit einem 2:1 gegen die Niederlande die erste offizielle Hallen-Fußball-Weltmeisterschaft.
16. Januar
In den von hauptsächlich Schwarzen bewohnten Vierteln von Miami (US-Bundesstaat Florida) kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten, nachdem bei der Verfolgung durch Polizisten ein Schwarzer erschossen worden war.
16. Januar
Die Polizei löste in der DDR-Messestadt Leipzig einen Schweigemarsch mit mehreren hundert Teilnehmern gewaltsam auf. Zahlreiche Personen wurden festgenommen. Die Demonstranten waren für Pressefreiheit in der DDR auf die Straße gegangen.
16. Januar
Die Regierung Brasiliens beschloss zur Eindämmung der Inflation von fast 1000% ein drastisches Sparprogramm. Es sah neben der Abwertung des Cruzado einen unbefristeten Lohn- und Preisstopp vor.
17. Januar
In Bonn beschloss der Bundestag die Verlängerung des Grundwehrdienstes von 15 Monaten auf 18 Monate ab dem 1. Juni 1989. Ebenfalls wurde die Zivildienstzeit verlängert. Von 20 Monaten wurde sie auf 24 Monaten heraufgesetzt. Mit dem Inkrafttreten wurde die Neuregelung jedoch für drei Jahre ausgesetzt.
17. Januar
Die Wertstellungspraxis der Geldinstitute wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) für rechtswidrig erklärt, wonach Girokonten bei Auszahlungen sofort belastet, Einzahlungen jedoch erst am Folgetag gutgeschrieben wurden.
18. Januar
Mit großer Mehrheit sprach sich das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Polens für politischen und gewerkschaftlichen Pluralismus aus. Damit öffnete das Zentralkomitee den Weg zu einer schrittweisen Legalisierung der verbotenen Gewerkschaft „Solidarność“ (Solidarität).
18. Januar
Der Staats- und Parteichef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow (*1931) kündigte eine Reduzierung des Verteidigungsetats um 14,2 Prozent an. Die Rüstungsproduktion sollte um 19,5 Prozent reduziert werden.
18. Januar
Vom Oberlandesgericht Stuttgart (Baden-Württemberg) wurden zwei Mitglieder der Terrororganisation Rote-Armee-Fraktion (RAF) wegen eines Sprengstoffanschlags auf die Firma Dornier im Juli 1986 zu neun Jahren Haft verurteilt. Auf dem Gelände des Luft- und Raumfahrtunternehmens hatte die Explosion einen Sachschaden von 1,3 Millionen DM verursacht.
18. Januar
In der BRD kam es in mehreren Städten zu Studenten-Demonstrationen gegen die schlechten Studienbedingungen. Der FDP-Politiker und Bundesbildungsminister Jürgen Möllemann (1945-2003) versprach eine Aufstockung der Mittel für die Universitäten.
18. Januar
Beim Stuttgarter Sechstagerennen gab der Frankfurter Radrennfahrer, der zweimalige Vizeweltmeister Dietrich „Didi“ Thurau (*1954), der bei der Tour de France 1977 das Gelbe Trikot des Spitzenreiters 15 Tage lang trug, seinen Abschied.
19. Januar
Wegen ihrer Verstrickung in die so genannte Lucona-Affäre traten in Österreich der Innenminister Karl Blecha (*1933) und wenige Tage später, am 25. Januar, der Nationalratspräsident Leopold Gratz (1929-2006), die beide der SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) angehörten, von ihren Ämtern zurück.
19. Januar
In Jerusalem riefen mehrere hundert israelische Siedler aus den israelisch besetzten Gebieten einen unabhängigen Staat Judäa aus.
19. Januar
Die Übernahme von 72% des Grundkapitals von 450 Millionen DM an der Handelsgesellschaft co op durch vier Auslandsbanken wurde vom Bundeskartellamt gebilligt. Damit war die Voraussetzung geschaffen für eine Neuordnung der ehemals gewerkschaftseigenen Handelskette.
20. Januar
In den USA wurde der Republikaner George H. W. Bush (*1924) als 41. US-Präsident in sein Amt eingeführt. Er trat die Nachfolge von Ronald Reagan (1911-2004) an.
20. Januar
Der Ministerpräsident von Israel, Yitzhak Rabin (1922-1995) legte einen Friedensplan für Westjordanien und für den Gaza-Streifen vor. Der Plan gestattete den Palästinensern in den besetzten Gebieten Wahlen abzuhalten, sofern es dort mindestens drei Monate lang ruhig bliebe.
20. Januar
Wenn Landwirte vom vollendeten 58. Lebensjahr an ihre landwirtschaftlichen Anbauflächen stilllegen würden, diese verkauften oder verpachteten, bekämen sie eine so genannte Produktionsrente. Dafür hatte der Deutsche Bundestag die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen.
20. Januar
Vom Landgericht in Kempten (Bayern) wurde in zweiter Instanz ein mit dem HIV-Virus infizierter Mann wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Seine Partnerin hatte auf ungeschützten Geschlechtsverkehr bestanden.
20. Januar
Wegen unzumutbarer Lärmbelästigung werktags ab 19 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen entschied das Bundesverwaltungsgericht in West-Berlin, dass der Betrieb auf einem Hamburger Sportplatz deswegen eingestellt werden müsse. Es wurde befürchtet, dass dieses Urteil eine Flut von Klagen gegen Sportvereine auslösen würde.
21. Januar
In der Volksrepublik Ungarn verzichteten die Kommunisten auf ihre verfassungsmäßig verankerte Führungsrolle.
21. Januar
Der schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson (*1934) stattete der DDR als erster Regierungschef seines Landes einen viertägigen offiziellen Besuch ab. Der DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker (1912-1994) versprach im Verlauf des Besuches einseitige Abrüstungsschritte sowie eine zehnprozentige Kürzung des Militäretats.
21. Januar
Der polnische Priester Stefan Niedzielak (1914-1989), der in Oppositionskreisen politisch aktiv gewesen war, wurde in seinem Haus tot aufgefunden.
21. Januar
Erstmals gewann mit der Mannheimerin Claudia Leistner (*1965) seit 35 Jahren eine bundesdeutsche Läuferin die Europameisterschaften im Eiskunstlauf in Birmingham (Großbritannien). Den Titel bei den Herren gewann Alexander Fadejew (*1964) aus der Sowjetunion.
22. Januar
In Hamburg wurde das Ballett „Peer Gynt“ von John Neumeier (*1939) uraufgeführt.
23. Januar
Fast 300 Menschen wurden Opfer eines Erdbebens, das die Sowjetrepublik Tadschikistan erschütterte.
23. Januar
In Buenos Aires (Argentinien) überfielen Mitglieder einer ultralinken Extremistengruppe eine Infanterie-Kaserne. Die Angreifer lieferten sich ein 20-stündiges Gefecht mit der Armee und der Polizei. Bei diesen Kampfhandlungen wurden 37 Menschen getötet. Eigenen Angaben zufolge wollten die Angreifer einem Staatsstreich in Argentinien zuvorkommen. Sie ergaben sich einen Tag später, als das Gelände vom Militär gestürmt wurde.
23. Januar
In West-Berlin drohte Bundesgesundheitsministerin Ursula Lehr (*1930) bei der Eröffnung des 2. Deutschen Aids-Kongresses mit der Einführung eines Zwangstestes für den Fall, dass freiwillige Tests auf den HIV-Erreger allgemein auf Ablehnung stoßen sollten.
23. Januar
In seinem Geburtsort Figueras (Katalonien/Spanien) starb im Alter von 84 Jahren der Maler, Grafiker, Bildhauer und Schriftsteller Salvador Dalí. Er war am 11. Mai 1904 geboren worden und zählt als Hauptvertreter des Surrealismus zu den bekanntesten Malern des 20. Jahrhunderts.
24.Januar
Der Jahreswirtschaftsbericht 1989, in dem eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums vorhergesagt worden war, wurde vom Bundeskabinett gebilligt.
24. Januar
Gegen die Stimmen von Irland, Großbritannien und der Niederlande verabschiedeten die EG-Agrarminister eine Reform der Rindfleischmärkte, die zu einer Eindämmung der teuren Überschussproduktion führen sollte.
25. Januar
Aus dem deutschsprachigen Raum wandten sich 163 katholische Theologen in einer Kölner Erklärung gegen Zentralismus und Machtmissbrauch von römischer Kurie und Papst.
25. Januar
Der 35-jährige Hamburger Peter-Michael Kolbe (*1953), der mit fünf Weltmeistertiteln und drei olympischen Silbermedaillen im Einer der erfolgreichste deutsche Rennruderer wurde, erklärte seinen Abschied vom aktiven Sport.
26. Januar
In der Sowjetrepublik Litauen wurde Litauisch als Staatssprache vom Obersten Sowjet festgelegt. Der 16. Februar, an dem Litauen im Jahr 1918 seine Unabhängigkeit von Russland erlangte, wurde zum Feiertag erhoben. Vergleichbare Beschlüsse wurden am 17. Februar in Estland gefasst.
27. Januar
Das Parlament der Niederlande begnadigte die letzten beiden deutschen Kriegsverbrecher, die in Breda (niederländische Provinz Nordbrabant) im Gefängnis gesessen hatten. Sie trafen am selben Tag in der Bundesrepublik Deutschland ein.
27. Januar
Die diesjährige Rallye Monte Carlo gewannen die beiden Italiener Massimo „Miki“ Biasion (*1958) und Tiziano Siviero (*1957) in einem Lancia Delta Integrale.
28. Januar
Das Masters-Turnier im Hallenfußball gewann die Mannschaft von Werder Bremen in Dortmund mit 6:3 gegen den VfB Stuttgart.
28. Januar
Der deutsche Boxweltmeister Graciano „Rocky“ Rocchigiani (*1963) verteidigte in West-Berlin seinen Titel im Supermittelgewicht mit einem Punktsieg über Thulane Malinga (*1955) aus Südafrika.
28. Januar
Zu ihren neuen Sprechern im Deutschen Bundestag wählten die Grünen in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) Antje Vollmer (*1943), Helmut Lippelt (*1932) und Jutta Oesterle-Schwerin (*1941). Die prominenten „Realos“ Petra Kelly (1947-1992) und Otto Schily (*1932) waren mit ihren Kandidaturen nicht erfolgreich.
29. Januar
Die deutsche Tennisspielerin aus Brühl, Steffi Graf (*1969) gewann wie im Vorjahr die Australien Open in Melbourne. Der Tscheche Ivan Lendl (*1960) konnte sich bei den Herren den Titel holen, womit er auch den ersten Platz der Weltrangliste zurückeroberte.
29. Januar
Erstmals legte der Warschauer Pakt einen Streitkräftevergleich mit dem westlichen Militärbündnis NATO vor. Die Studie zeigte ein annähernd ausgeglichenes Kräfteverhältnis, das aber von der NATO bestritten wurde.
29. Januar
Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus schafften es die Republikaner erstmals mit elf Abgeordneten ins Parlament. Die CDU/FDP-Mehrheit unter Eberhard Diepgen (*1941) verlor ihre Mehrheit. SPD und CDU errangen jeweils 55 Sitze.
30. Januar
In der syrischen Hauptstadt Damaskus unterzeichneten die beiden rivalisierenden schiitischen Milizen Amal und Hisbollah einen Friedensvertrag. Er war durch iranische und syrische Vermittlung zustande gekommen. Der am 31. Dezember 1988 ausgebrochene Konflikt hatte mehr als 100 Todesopfer gefordert.
30. Januar
Der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega (*1945) stellte seinem Land ein wirtschaftliches Stabilisierungsprogramm in Aussicht. Dadurch sollte vor allem die Inflationsrate von mehreren 1000% bekämpft werden.
30. Januar
Weil in den vergangenen sechs Monaten mehr als 1.000 politische Gefangene hingerichtet worden waren, forderte die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International internationalen Druck auf die Regierung des Irans.
31. Januar
Der Parteivorstand der SPD beschloss, die Parteizeitung „Vorwärts“ aus finanziellen Gründen einzustellen. Dagegen wehrten sich die Mitarbeiter, die das Ende des Traditionsblattes verhindern wollten.
31. Januar
Der Rechtsanspruch nichtehelicher Kinder auf Auskunft über ihren leiblichen Vater wurde vom Bundesverfassungsgericht erweitert.

Nachrichten Januar 1989 in der Presse

Januar 1989 - Sachsen-Anhalt
Zu Beginn des Jahres 1989 zeichnete sich der rasche und umfassende Erfolg der ostmitteleuropäischen Revolutionsbewegungen noch nicht ab....
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