Januar 1987 -  Keine Gnade für Mathias Rust

Kalender Dezember 1987
Dabei wäre doch gerade der Weihnachtsmonat so gut geeignet gewesen, Gnade vor Recht walten zu lassen. Aber die sowjetischen Behörden hatten kein Einsehen mit dem Sportflieger Mathias Rust, der am 28. Mai spektakuläre Schlagzeilen weltweit schrieb, als er mit seiner Cessna auf dem Roten Platz in Moskau gelandet war. Eine wirklich böse Absicht hatte nicht dahinter gesteckt, aber schließlich hatte Rust den Luftraum der Sowjetunion unbehelligt durchfliegen können. Da musste die Justiz wohl Härte zeigen. Jedenfalls war das Gnadengesuch des deutschen Piloten abgelehnt worden und er musste eine vierjährige Haftstrafe verbüßen. Mehr Einsehen dagegen hatten deutsche Juristen des Landgerichts Frankfurt am Main, als sie einen Arzt freisprachen, der wegen Beleidigung angeklagt worden war. Der Mediziner hatte Soldaten öffentlich als „potentielle Mörder“ bezeichnet. Er war zwar nun frei, aber seine Aussage wurde noch etliche Zeit danach heftig diskutiert. Auch in der DDR gab es ein juristisches Weihnachtsgeschenk. Im Rahmen einer Amnestie, die im Juli in der DDR verkündet worden war, hatten bisher 24.621 Personen die Freiheit wiedererlangt.
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Was geschah im Dezember 1987

1. Dezember
Äthiopien/International 1987 – Zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hatte die Organisation für  afrikanische Einheit (OUA) die Industrieländer aufgefordert, einen Schuldenerlass für die ärmsten Staaten Afrikas einzuräumen. Den übrigen Ländern sollte ein zehnjähriges Moratorium für die Rückzahlung gewährt werden.
1. Dezember
Literatur/International 1987 – Unter dem Motto „Der Held und die Heldin im Roman der zwei Amerikas“ war in San Juan (Puerto Rico) der 51. Kongress des internationalen Schriftstellerverbandes PEN eröffnet worden.
2. Dezember
BRD 1987 – Zur Belebung der Konjunktur hatte das Bundeskabinett in Bonn ein Programm beschlossen. Für die Kommunen sollte die Kreditanstalt für Wiederaufbau in den nächsten drei Jahren die Bereitstellung zinsgünstiger Kredite in Höhe von 21 Milliarden DM erfolgen.
3. Dezember
Nicaragua/International 1987 – In der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo, hatten Vertreter der nicaraguanischen Regierung und der Contra-Rebellen Verhandlungen über eine Beendigung des Bürgerkrieges geführt. Die linksgerichtete Regierung hatte die Beendigung der Versorgung der Contras mit Militärgütern durch Honduras und die Vereinigten Staaten als Bedingung für einen Waffenstillstand gefordert.
3. Dezember
BRD 1987 – Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank hatte den Diskontsatz um einen halben Punkt auf 2,5 Prozent gesenkt. In der deutschen Nachkriegsgeschichte war dies der niedrigste Satz.
3. Dezember
Europa 1987 – Die Umweltminister der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatten in Brüssel (Belgien) einheitliche Höchstgrenzen für Pkw-Abgase verabschiedet. Die Annahme der bereits im Juni 1985 ausgehandelten Grenzwerte war bisher von Dänemark boykottiert worden.
3. Dezember
BRD/International 1987 – In Bonn hatte Bundestagspräsident Philipp Jenninger eine Enquetekommission eingesetzt. Diese sollte eine Untersuchung der weltweiten Klimaveränderungen und die Möglichkeiten eines besseren Schutzes der Erdatmosphäre durchführen.
3. Dezember
BRD 1987 – Der Bundestag hatte beschlossen, dass ab dem 1. Februar 1988 an den Tankstellen landesweit kein verbleites Normalbenzin mehr verkauft werden darf.
4. Dezember
BRD 1987 – Die Koalitionsparteien CDU, CSU und FDP hatten sich in Bonn auf einen Maßnahmenkatalog zur Reform des stark defizitären Gesundheitswesens geeinigt. Dieser Katalog war von Bundesarbeitsminister Norbert Blüm ausgearbeitet worden.
4. Dezember
BRD 1987 – In Karlsruhe (Baden-Württemberg) hatten die Kultusminister der Länder eine Vereinbarung getroffen. Diese hatte eine gegenseitige Anerkennung von Schulabschlüssen in den einzelnen Bundesländern vorgesehen.
4. Dezember
West-Berlin/BRD 1987 – Wissenschaftler hatten in West-Berlin auf dem Perinatal-Kongress erklärt, in der Bundesrepublik endeten etwa 100.000 Schwangerschaften wegen Infektionen mit einer Früh- oder Fehlgeburt.
5. Dezember
Europa 1987 – Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatten sich bei einem Gipfeltreffen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen nicht auf ein vom dänischen Ministerpräsidenten Poul Schlüter vorgelegtes Konzept zur Eindämmung der Subventionen für die Landwirtschaft einigen können. Deshalb war die Konferenz ohne Ergebnis abgebrochen worden.
6. Dezember
BRD 1987 – Das deutsche Literaturarchiv hatte in Marbach den Nachlass des Schriftstellers Günther Weisenborn erworben. Weisenborn war im Dritten Reich Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle gewesen.
6. Dezember
Schweiz 1987 – Die Volksinitiative zum Schutz der Moore, die als „Rothenthurm-Initiative“ bekannt wurde, war angenommen worden.
6. Dezember
BRD/Eishockey 1987 – Der Deutsche Eishockey-Bund hatte dem ECD Iserlohn Trikotwerbung für „Das Grüne Buch“ des libyschen Revolutionsführers Muammar al Gaddafi untersagt. Dem Bundesligisten drohte der Ausschluss aus dem Verband bei Zuwiderhandlung.
7. Dezember
Sowjetunion/Großbritannien 1987 – Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow war in London eingetroffen, um mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher zusammenzutreffen.
7. Dezember
Vatikan 1987 – Papst Johannes Paul II. und der Ökumenische Patriarch Dimitrios I. von Konstantinopel hatten im Vatikan ihren grundsätzlichen Wunsch nach einer Vereinigung ihrer Kirchen bekräftigt.
7. Dezember
West-Berlin 1987 – Die links-ökologische ausgerichtete Partei Alternative Liste war in den vergangenen Jahren mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet worden. Das ging aus Angaben des Berliner Innensenators Wilhelm Kewenig hervor.
7. Dezember
BRD 1987 – In der Bundeshauptstadt Bonn hatte sich eine nationale Aids-Stiftung konstituiert. Das Startkapital der Einrichtung hatte eine Summe vom 3 Millionen DM umfasst.
7. Dezember
Europa 1987 – Die Verkehrsminister der Europäischen Gemeinschaft (EG) hatten in Brüssel (Belgien) nach achtjährigen Verhandlungen Regelungen zur Liberalisierung des Flugverkehrs verabschiedet. Eine Belebung des Wettbewerbs zwischen den Fluggesellschaften war das Ziel dieses Verhandlungsergebnisses.
8. Dezember
USA/Sowjetunion 1987 – Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan hatten auf ihrem Gipfeltreffen in Washington den INF-Vertrag über den vollständigen Abbau aller nuklearen Mittelstreckenraketen unterzeichnet.
8. Dezember
Israel 1987 – In den Gebieten, die von den Israelis besetzt waren, war es zu Streiks und Demonstrationen der palästinensischen Bevölkerung gekommen.
8. Dezember
BRD 1987 – Das Landgericht Frankfurt am Main hatte einen Arzt freigesprochen, der wegen Beleidigung angeklagt war. Der Mediziner hatte Soldaten öffentlich als „potentielle Mörder“ benannt.
8. Dezember
Sowjetunion 1987 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau hatten die Behörden der Sowjetunion ein Gnadengesuch des deutschen Piloten Mathias Rust abgelehnt. Dieser war am 28. Mai mit seiner Cessna auf dem Roten Platz gelandet und hatte vordem unbehelligt den sowjetischen Luftraum durchfliegen können. Rust hatte eine vierjährige Haftstrafe zu verbüßen.
8. Dezember
Israel/Palästinenser 1987 – Die erste Intifada hatte als sogenannter „Krieg der Sterne“ begonnen. Intifada war der Name für zwei palästinensische, anhaltende gewalttätige Aufstände gegen Israel.
8. Dezember
BRD 1987 – Das Bundeskabinett hatte eine Verordnung beschlossen, in denen eine Verpflichtung der Kommunen zur Ausrüstung von Klärwerken mit einer dritten Reinigungsstufe festgelegt worden war. Dafür hatte Bundesumweltminister Klaus Töpfer mit Investitionen zwischen 6 und 8 Milliarden DM gerechnet.
8. Dezember
BRD 1987 – Die Bundesregierung hatte dem Entwurf des Rentenanpassungsgesetzes 1988 zugestimmt. Danach sollte es eine Anhebung der Renten ab 1. Juli 1988 um voraussichtlich 3,1 Prozent geben.
9. Dezember
BRD 1987 – Mit 20 gegen 13 Stimmen hatte die Bundestagsfraktion der Grünen eine Grundsatzerklärung beschlossen. Darin war eine Zusammenarbeit der Partei mit militanten Gruppen abgelehnt worden.
9. Dezember
BRD 1987 – Der Deutsche Bundestag hatte eine Änderung des Ladenschlussgesetzes beschlossen. Auch außerhalb der üblichen Zeiten durften Geschäfte im Bereich internationaler Flug- und Fährhäfen geöffnet sein.
9. Dezember
BRD 1987 – In Baden-Baden (Baden-Württemberg) wurden die Sportler des Jahres 1987 gewählt. Den Titel erhielten die Tennisspielerin Steffi Graf, der Hürdenläufer Harald Schmid und Damen-Tennismannschaft, die im Federation-Cup siegreich gewesen war.
10. Dezember
BRD 1987 – Im Ruhrgebiet waren mehr als 100.000 Stahlarbeiter in den Streik getreten. Damit brachten sie ihren Protest gegen die geplante Schließung des Krupp-Hüttenwerks in Duisburg-Rheinhausen zum Ausdruck.
10. Dezember
BRD 1987 – Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Willi Weiskirch, hatte in seinem Jahresbericht für 1986 einen teilweise schikanösen Umgangston in der Bundeswehr kritisiert.
10. Dezember
BRD 1987 – Für 1988 hatte das ERP-Wirtschaftsplangesetz, das vom Bundestag beschlossen worden war, Fördermaßnahmen in Höhe von 5 Milliarden DM für die bundesdeutsche Wirtschaft vorgesehen.
10. Dezember
BRD 1987 – In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart hatte der Landtag ein neues Landesmediengesetz verabschiedet. Es regelte den Betrieb von privaten Hörfunk- und Fernsehprogrammen. Das Gesetz, das bisher gültig war, hatte das Bundesverfassungsgericht in einigen Passagen für verfassungswidrig erklärt.
10. Dezember
Nobelpreis 1987 – Die schwedische Königin hatte in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise überreicht. Zu den Preisträgern gehörte auch der bundesdeutsche Physiker Johannes Georg Bednorz.
11. Dezember
DDR/Sowjetunion/International 1987 – In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin war der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow mit Mitgliedern des Warschauer Pakts zu einer Konferenz zusammengekommen. Die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan standen im Mittelpunkt der Beratungen.
11. Dezember
Spanien 1987 – In der nordspanischen Stadt Saragossa war ein Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf eine Kaserne der Guardia Civil verübt worden. Bei dem Bombenanschlag waren elf Menschen getötet worden.
11. Dezember
USA 1987 – Die Komposition „Stars and Stripes Forever“ von John Philip Sousas von 1896 war gesetzlich zum offiziellen Nationalmarsch der Vereinigten Staaten erhoben worden.
11. Dezember
BRD/NATO 1987 – Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner war von der NATO zu ihrem Generalsekretär gemacht worden.
11. Dezember
BRD 1987 – Vertreter des Bergbaus, der Gewerkschaften und der Bundesregierung hatten sich in der sogenannten Kohlerunde auf eine Verringerung der Förderkapazität um 13 bis 15 Millionen Tonnen geeinigt. Bis 1995 gingen dadurch etwa 30.000 Arbeitsplätze verloren.
11. Dezember
DDR 1987 – Nach offiziellen Angaben waren im Rahmen einer Amnestie, die im Juli in der DDR verkündet worden war, hatten bisher 24.621 Personen die Freiheit wiedererlangt.
12. Dezember
BRD 1987 – In Mannheim (Baden-Württemberg) hatte sich die FDP auf ihrem Parteitag für ein Vermummungsverbot bei Demonstrationen ausgesprochen.
12. Dezember
Fußball 1987 – Die Fußballnationalmannschaften von Brasilien und der BRD hatten sich in Brasilia unentschieden 1:1 getrennt.
13. Dezember
Belgien 1987 – Die christlich-liberale Koalition unter dem konservativen Ministerpräsidenten Wilfried Martens hatte bei den Parlamentswahlen schwere Stimmenverluste hinnehmen müssen. Die Koalition hatte die Mehrheit der Mandate dennoch knapp behalten können.
14. Dezember
Philippinen/International 1987 – In der philippinischen Hauptstadt Manila hatten sich die sechs ASEAN-Staaten zum Abschluss ihrer zweitägigen Gipfeltreffen auf Richtlinien für ihre künftige Zusammenarbeit geeinigt. Es waren eine Liberalisierung des gegenseitigen Handels und eine Förderung der wirtschaftlichen Kooperation vorgesehen.
14. Dezember
BRD 1987 – In Kiel (Schleswig-Holstein) hatte der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Barschel-Pfeiffer-Affäre seine vorerst letzte Zeugenbefragung durchgeführt.
14. Dezember
Chile 1987 – Eine deutsche Untersuchungskommission war in der Hauptstadt Santiago de Chile eingetroffen. Die Kommission war zur Überprüfung der Vorwürfe gegen die von Deutschen gegründete Siedlung Colonia Dignidad angereist.
14. Dezember
DDR 1987 – In der Hauptstadt Ost-Berlin hatte der Schriftsteller Manfred Jendryschek den Heinrich-Heine-Preis der DDR erhalten.
15. Dezember
Griechenland 1987 – Die Gewerkschaften des Landes hatten den Generalstreik ausgerufen. Der Streik richtete sich gegen die restriktive Lohnpolitik des sozialistischen Ministerpräsidenten Andreas Papandreu. Daraufhin hatte die Regierung dem Druck nachgegeben und beschlossen, eine ursprünglich für Mitte 1988 vorgesehene Lohnerhöhung vorzuverlegen, die demnach auf den 1. Januar 1988 gelegt wurde.
15. Dezember
BRD 1987 – In Wiesbaden (Hessen) waren die Wörter „Aids“ und „Kondom“ von der Gesellschaft für Deutsche Sprache zu den Wörtern des Jahres 1987 erklärt worden.
16. Dezember
Südkorea 1987 – Der Kandidat der Demokratischen Gerechtigkeitspartei, Roh Tae Woo, war aus den ersten direkten Präsidentenwahlen als Sieger hervorgegangen. Die beiden unterlegenen Kandidaten der Opposition, Kim Dae Jung und Kim Young Sam, hatten von Wahlbetrug gesprochen. Es war dann nach der Bekanntgabe der Ergebnisse zu gewalttätigen Protestaktionen gekommen.
16. Dezember
BRD/Rumänien 1987 – Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher war in der rumänischen Hauptstadt Bukarest eingetroffen. Genscher wollte sich einsetzen für die Belange der Deutschstämmigen.
16. Dezember
Italien 1987 – In Palermo (Sizilien) waren 19 italienische Mafiaführer bei einem Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Weitere 323 Angeklagte, die dem organisierten Verbrechen zugeordnet wurden, hatten Freiheitsstrafen von bis zu 28 Jahren bekommen.
16. Dezember
Fußball 1987 – Zwischen Argentinien und der Bundesrepublik war in Buenos Aires ein Fußball-Länderspiel 1:0 für den Gastgeber zu Ende gegangen.
17. Dezember
CSSR 1987 – Der Präsident Gustav Husák war als Generalsekretär der Kommunistischen Partei zurückgetreten.
17. Dezember
BRD 1987 – Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Helmut Kohl hatten in Bonn ein Abkommen unterzeichnet. Dieses hatte eine stärkere Einbindung der Bundesländer in Angelegenheiten der Europäischen Gemeinschaft (EG) vorgesehen.
17. Dezember
BRD 1987 – Mit dem Ziel, möglichst viele bäuerliche Betriebe zu erhalten, verständigten sich Bund und Länder auf ein Programm „Solidaritätsvertrag zwischen Bauern und Winzern sowie den übrigen Bürgern“.
17. Dezember
BRD 1987 – Für den Transport radioaktiver Abfälle war dem Hanauer Unternehmen Transnuklear die Genehmigung von Bundesumweltminister Klaus Töpfer entzogen worden.
17. Dezember
BRD/DDR 1987 – Die beiden Städte Hamburg (BRD) und Dresden (DDR) hatten eine Städtepartnerschaft geschlossen.
18. Dezember
Frankreich/BRD 1987 – Staatspräsident François Mitterrand hatte in Paris erklärt, dass Frankreich die Bundesrepublik im Falle eines militanten Angriffs unverzüglich und ohne Einschränkung verteidigen werde. Allerdings würde die Entscheidung über den Einsatz der französischen Atomwaffen allein bei ihm liegen.
18. Dezember
BRD 1987 – Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth hatte sich bei einer Unterredung mit Bischöfen beider Konfessionen für gesetzliche Regelungen zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie ausgesprochen. Entsprechen sollten diese Regelungen den Wertentscheidungen des Grundgesetzes und den christlichen Glaubensgrundsätzen. Unter anderem sei ein absolutes Verbot für Experimente mit menschlichen Embryonen notwendig.
18. Dezember
BRD 1987 – Auf Anordnung des Umweltministers von Nordrhein-Westfalen, Klaus Matthiesen, war in Petershagen bei Minden eine Stilllegung des modernsten Steinkohlenkraftwerks der Bundesrepublik wegen überhöhtem Stickoxidausstoß verfügt worden. Es war nur ein halbes Jahr in Betrieb gewesen.
18. Dezember
Italien 1987 – Das Parlament des Landes hatte den Planungsstopp für zehn Atomkraftwerke beschlossen. Die Italiener hatten bereits im November bei einem Referendum gegen den Bau neuer Nuklearanlagen votiert.
18. Dezember
Europa 1987 - In Genf (Schweiz) war Carlo Rubbia zum neuen Generaldirektor der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN berufen worden. Rubbia hatte 1984 den Nobelpreis für Physik erhalten.
19. Dezember
Schach 1987 – In Sevilla war die Schach-Weltmeisterschaft zwischen Anatoli Karpow und Garri Kasparow (beide Sowjetunion) zu Ende gegangen. Mit dem Endstand von 12:12 Punkten hatte Kasparow den Titel verteidigt.
20. Dezember
Israel/Westjordanland 1987 – Es war in den von Israel besetzten Gebieten des Westjordanlandes und des Gazastreifens zu erneuten Protestaktionen der palästinensischen Bevölkerung gekommen. Mehrere Menschen waren dabei ums Leben gekommen.
20. Dezember
Philippinen 1987 – Bei den Philippinen hatte sich ein schweres Fährunglück ereignet. Die philippinische Fähre „Doña Paz“ war mit dem Öltanker „Vector“ kollidiert. Die Fähre sank nach der Kollision. Es kamen 4.375 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Ebenfalls elf Besatzungsmitglieder der „Vector“ starben. Insgesamt hatte es nur 26 Überlebende gegeben. Damit hatte es um das bisher schwerste Schiffsunglück in Friedenszeiten gehandelt.
20. Dezember
Hockey 1987 – Zum fünften Mal in Folge waren die Hockey-Damen der Bundesrepublik Europameister in der Halle geworden. Sie hatten einen Sieg über die Niederlande in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) errungen.
21. Dezember
Simbabwe 1987 – Ministerpräsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Joshua Nkomo hatten den Zusammenschluss ihrer beiden Parteien zu einer sozialistischen Einheitspartei ZANO-PF vereinbart.
21. Dezember
Angola/Portugal 1987 – Gegenüber dem portugiesischen Staatspräsidenten Mario Soares hatten Vertreter Angolas ihre Bereitschaft zu Verhandlungen über einen Abzug der im Land stehenden kubanischen Truppen erklärt. Jedoch sei die Einstellung der südafrikanischen Angriffe die Voraussetzung für Verhandlungen.
22. Dezember
BRD 1987 – In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart hatte Ministerpräsident Lothar Späth bekanntgegeben, dass sein Bundesland für den Rest des Jahrhunderts einen Verzicht auf einen Ausbau der Kernenergie wahrnehmen würde.
22. Dezember
BRD 1987 – Nach einer öffentlichen Diskussion über seine NS-Vergangenheit hatte der Fernsehjournalist Werner Höfer die Moderation des „Internationalen Frühschoppens“ abgegeben.
22. Dezember
BRD 1987 – Das letzte Teilstück der neugebauten Autobahn Hamburg-Berlin war von Bundesverkehrsminister Jürgen Warnke dem Verkehr übergeben worden.
23. Dezember
BRD 1987 – Zwei Kinder des Großkaufmanns Anton Schlecker waren in Ehingen, im Alb-Donau-Kreis (Baden-Württemberg), entführt worden. Die Familie hatte für die Freilassung der Kinder eine Lösegeld in Höhe von 9,6 Millionen DM bezahlt.
24. Dezember
Niederlande/Italien 1987 – Ein 15-jähriger Niederländer hatte eine Boeing 737 mit 97 Insassen an Bord auf dem Flug von Amsterdam nach Mailand (Italien) entführt. Polizisten hatten den geistig verwirrten Jugendlichen auf dem Flughafen von Rom überwältigen können.
24. Dezember
BRD 1987 – Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels gab an, dass das Weihnachtsgeschäft zufriedenstellend verlaufen war.
25. Dezember
West-Berlin 1987 – Die Polizei hatte die Besetzung eines leerstehenden Hauses im West-Berliner Stadtteil Kreuzberg verhindern können. Es war dabei zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Vorübergehend waren 26 Personen festgenommen worden.
26. Dezember
Spanien 1987 – In Barcelona war ein Terroranschlag verübt worden, bei dem ein US-amerikanischer Soldat ums Leben kam. Weitere zehn Menschen waren verletzt worden. Die Verantwortung für den Anschlag hatten zwei katalanische Separatistengruppen übernommen.
27. Dezember
Afghanistan 1987 – Die Mudschaheddin hatten eine Offensive zur Einnahme der Garnisonsstadt Khost gestartet. Khost liegt an der Grenze zu Pakistan.
27. Dezember
Südafrika/Angola 1987 – Auf angolanische Dörfer hatte die südafrikanische Luftwaffe mehrere Angriffe geflogen. Dabei waren 15 Zivilisten umgekommen. Südafrika war Unterstützer der Rebellenorganisation UNITA im Kampf gegen die marxistische Regierung in Angola gewesen.
27. Dezember
International 1987 – Das DDR-Fischereischiff „Ludwig Renn“, das sich im Atlantischen Ozean aufhielt, hatte die 14-köpfige Besatzung des panamaischen Frachters „Island Queen“ gerettet. Der Frachter war in Seenot geraten.
28. Dezember
BRD/Sowjetunion 1987 – Der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß war in die sowjetische Hauptstadt Moskau geflogen. Er war in einem eigenhändig gesteuerten Flugzeug nach Moskau gereist. Strauß, der bis zum 31. Dezember in der Sowjetunion bliebt, war unter anderem mit dem sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow zusammengekommen.
28. Dezember
Vatikan 1987 – Der 1933 in Nazareth geborene palästinensische Priester Michel Sabbah war von Papst Johannes Paul II. zum Patriarchen von Jerusalem ernannt worden. Von Sprechern der Palästinensischen Befreiungsfront PLO war die Entscheidung des Papstes ausdrücklich begrüßt worden.
28. Dezember
USA 1987 – In der Nähe von Russelville (US-Bundesstaat Arkansas) hatte ein 47-jähriger Amokschütze 16 Menschen umgebracht. Die Opfer waren seine Frau, sieben Kinder und weitere Verwandte. Alle Opfer wollten im Haus des Amokschützen Weihnachten feiern.
29. Dezember
Weltraum 1987 – Der sowjetische Kosmonaut Juri Wiktorowitsch Romanenko war nach einem Rekordaufenthalt von fast elf Monaten, genau nach 326 Tagen, zur Erde zurückgekehrt. Der 43-Jährige hatte sich auch der Raumstation „Mir“ aufgehalten.
29. Dezember
China 1987 – In der zentral-chinesischen Provinz Shanxi südwestlich der Hauptstadt Peking waren bei einem Massensturz 28 Kinder ums Leben gekommen. Das Unglück war im unbeleuchteten Treppenhaus einer Schule geschehen.
30. Dezember
Transkei 1987 – Der Armeechef Bantu Holonsia hatte in dem südafrikanischen Homeland Transkei die Macht übernommen. Er setzte die Verfassung außer Kraft und hatte einen Militärrat gebildet. Der abwesenden Ministerpräsidentin Stella Sigcan hatte Holonsia Korruption vorgeworfen.
30. Dezember
Vatikan 1987 – Papst Johannes Paul II. hatte in der Enzyklia „Sollicitudo rei socialis“ die katholische Soziallehre weiterentwickelt und war auf Problemstellungen des Nord-Süd-Konflikts eingegangen. Außerdem hatte das Kirchenoberhaupt das Leitbild einer solidarischen Gesellschaft entworfen.
31. Dezember
Simbabwe 1987 – Nach einer Verfassungsänderung war im Land ein Präsidialsystem eingeführt worden. Das Amt des Staatspräsidenten hatte der bisherige Regierungschef Robert Mugabe übernommen.
31. Dezember
BRD/International 1987 – In Frankfurt am Main war der Kurs des US-Dollars zum Jahresende mit dem bislang tiefsten Stand von 1,5815 DM notiert worden.
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