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Mai 1984 - Arbeitskämpfe, Tod durch Hunger, Hungerstreik

Kalender Mai 1984
Der Monat hatte mit dem Tag der Arbeit begonnen und der wurde weltweit genutzt, um für bessere Arbeitsbedingungen, für eine 35-Stunden-Woche in der BRD und für politische Gerechtigkeit zu demonstrieren. Der Arbeitskampf der IG Metall in der Bundesrepublik zog sich während des Monats noch weiter hin. Die Reaktionen der Arbeitgeber waren nicht sehr entgegenkommend. Sie antworteten mit Aussperrungen. In Moçambique kämpften die Menschen mit dem Hunger, der aufgrund einer langen Dürre mehr als 5.000 Menschen das Leben kostete. Hunger auf freiwilliger Basis – den litt Andrei D. Sacharow in seinem Verbannungsort Gorki, als er in den Hungerstreik trat. Er wollte bei den sowjetischen Behörden die Ausreise seiner Frau erzwingen, die auf eine medizinische Versorgung angewiesen war, die ihr aber nur in den Vereinigten Staaten zuteil werden konnte.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1984

1. Mai
INTERNATIONALER TAG DER ARBEIT
1. Mai
Bundesrepublik 1984 – Die beiden wichtigsten Themen der Kundgebungen zum Tag der Arbeit waren in der BRD die 35-Stunden-Woche und die hohe Arbeitslosigkeit.
1. Mai
Gorleben 1984 – Die Landkreisverwaltung Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) und das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg (Niedersachsen) hatten ein ausdrückliches Demonstrationsverbot ausgesprochen. Dessen ungeachtet kam es bei Gorleben (Niedersachsen) zu Protestaktionen von Kernkraftgegnern. Sie demonstrierten gegen das Ende 1983 in Betrieb genommene Zwischenlager für Nuklearabfälle.
1. Mai
Polen 1984 – Die Polizei ging in mehreren polnischen Städten mit Gewalt gegen die von der verbotenen Gewerkschaft „Solidarität“ veranstalteten Demonstrationen vor, die parallel zu den offiziellen, von Staat und Partei organisierten Märschen zum „Kampf und Feiertag der Werktätigen“ stattfanden.
1. Mai
Chile 1984 – Während der Mai-Demonstrationen gegen das Militärregime in Chile kam es in der Hauptstadt Santiago zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei.
1. Mai
In der Hauptstadt von Uruguay, Montevideo, demonstrierten mehr als 220.000 Menschen gegen die herrschende Militärjunta. Dies war die bisher größte Gewerkschaftskundgebung in der Geschichte des Landes.
1. Mai
Kolumbien 1984 – Nachdem am Tag zuvor der kolumbianische Justizminister Rodrigo Bonilla (1946-1984) in der Hauptstadt Bogota ermordet worden war, verhängte die Regierung Kolumbiens den Ausnahmezustand. Beauftragte der kolumbianischen Drogenmafia waren als Täter vermutet worden.
1. Mai
Ruhrfestspiele 1984 – In Recklinghausen hatten die Ruhrfestspiel mit einem Volksfest und der Premiere im Zirkus „Roncalli“ begonnen. Erstmals war dieses Theaterfestival im Jahr 1947 veranstaltet worden.
2. Mai
Türkei/BRD 1984 – Vertreter der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland paraphierten in der türkischen Hauptstadt Ankara ein Rahmenabkommen über die friedliche Nutzung der Kernenergie.
2. Mai
UdSSR 1984 – Der sowjetische Regimekritiker Andrei D. Sacharow (1921-1989) trat in seinem Verbannungsort Gorki (Nischni Nowgorod) in den Hungerstreik. Damit wollte er von den Behörden die Ausreise seiner Frau Jelena Bonner (1923-2011) erzwingen, die in den USA dringend eine ärztliche Behandlung benötigte.
2. Mai
Vatikan 1984 – Eine zehntägige Reise, die der Papst Johannes Paul II. (1920-2005) begann, führte ihn nach Ostasien, Papa-Neuguinea, auf die Salomon-Inseln und nach Thailand. Er traf während einer Zwischenlandung in Alaska mit US-Präsident Ronald Reagan (1911-2004) zusammen.
3. Mai
Bundestag 1984 – In dritter Lesung verabschiedete der Deutsche Bundestag in Bonn das Rentenanpassungsgesetz. Danach erhöhten sich die Renten ab 1. Juli um 3,4 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Eigenbeträge zur Krankenversicherung um zwei Prozent.
3. Mai
Deutscher Schlager 1984 – Für 500.000 verkaufte Platten seines Erfolgstitels „Carambolage“ bekam der bundesdeutsche Schlagersänger Peter Maffay (*1949) eine Platin-Schallplatte überreicht.
4. Mai
Nordwürttemberg 1984 – Aus 774 Betrieben des Tarifbezirks Nordwürttemberg/Nordbaden waren 251.000 Gewerkschaftsmitglieder der IG Metall zur Streik-Urabstimmung aufgerufen. Es befürworteten 201.000 Mitglieder von 242.000 einen Streik.
4. Mai
Theater 1984 – Am Bayerischen Staatsschauspiel in der Landeshauptstadt München hatte das Stück „Aus dem Leben der Regenwürmer“ des Schweden Per Olov Enquist (*1934) Premiere. Regie hatte dessen Landsmann Ingmar Bergmann (1918-2007) geführt.
5. Mai
Grand Prix d’Eurovision 1984 – Mit ihrem Titel „Diggi-Loo, Diggi-Ley“ gewannen die „Herrey’s“, eine schwedische Band, die aus drei Brüdern bestand, das europäische Schlagerfestival, den Grand Prix d’Eurovision. Die Moderatorin Désirée Nosbusch (*1965) aus Luxemburg führte durch die Veranstaltung, für die Luxemburg das Gastland gewesen war.
5 Mai
Handball 1984 – Der TV Großwallstadt gewann mit 18:16 Toren gegen den VfL Gummersbach in der Rudolg-Harbig-Halle im mainfränkischen Elsenfeld die deutsche Handballmeisterschaft.
6. Mai
DDR 1984 – In der DDR endeten die Kommunalwahlen mit dem erwarteten Ergebnis von 99,88 Prozent für die Kandidaten der Nationalen Front.
6. Mai
El Salvador 1984 – Der Christdemokrat José Napoleón Duarte (1925-1990) gewann die Stichwahlen für das Amt des Präsidenten von
El Salvador mit 53,6 Prozent. Sein ultrarechter Gegenkandidat, Roberto d’Aubuisson Arieta (1944-1992), erreichte 46,4 Prozent der abgegebenen Stimmen.
6. Mai
Panama 1984 – Seit 16 Jahren fand in Panama die erste freie Präsidentschaftswahl statt. Als Wahlsieger ging Nicolas Ardito Barletta (*1938) aus der regierenden Revolutionär-Demokratischen Partei hervor.
6. Mai
Ecuador 1984 – Der Konservative León Febres Cordero (1931-2008) erhielt bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Ecuador die erforderliche Mehrheit. Er konnte 52,08 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Kandidat der Sozialdemokraten, Rodrigo Borja (*1935), war mit 47,92 Prozent nur knapp unterlegen. Der Gewinner Cordero vertrat markwirtschaftliche Prinzipien. Borja war ein Befürworter der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien.
6. Mai
Theatertreffen 1984 – In West-Berlin begann das 21. Theatertreffen deutschsprachiger Bühnen, das bis zum 26. Mai dauerte. Die Jury hatte 13 Aufführungen ausgewählt, darunter „Nicht Fisch, nicht Fleisch“ von Franz Xaver Kroetz (*1946) aus den Münchener Kammerspielen.
6. Mai
Weltrekord 1984 – In Potsdam (DDR) erreichte die DDR-Leichtathletin Sabine Paetz (*1957) während eines Wettbewerbs um die Olympia-Qualifikation mit 6867 Punkten einen neuen Weltrekord im Siebenkampf.
7. Mai
Rote-Armee-Fraktion 1984 - Der ehemalige RAF-Angehörige Peter-Jürgen Boock (*1951) wurde vom Oberlandesgericht Stuttgart zu dreimal lebenslanger Haft und einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil war das bisher härteste in einem Terroristen-Prozess.
7. Mai
USA 1984 – In einem Schadenersatzverfahren gegen sieben US-amerikanische Hersteller des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ erhielten ehemalige Vietnamsoldaten durch einen außergerichtlichen Vergleich eine Entschädigung in Höhe von umgerechnet 495 Millionen DM. Am 22. Mai veranlasste der Senat in Washington außerdem einen Gesetzentwurf für die Entschädigung aller Opfer des während des Vietnamkrieges eingesetzten Giftes.
8. Mai
UdSSR 1984 – Das Nationale Olympische Komitee der Sowjetunion beschloss, an den kommenden Olympischen Sommerspielen in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) nicht teilzunehmen. Das Komitee begründete seine Entscheidung damit, dass die Sicherheit der sowjetischen Sportler dort nicht gewährleistet sei. Alle übrigen Länder des Ostblocks schlossen sich der Entscheidung an, außer Rumänien.
8. Mai
Udo Lindenberg 1984 – Die Organisatoren der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in der DDR sagten die geplante DDR-Tournee des westdeutschen Rocksängers Udo Lindenberg (*1946) ab, weil der Rockstar nicht willens war, sein Programm nach den Wünschen der DDR-Funktionäre auszurichten.
8. Mai
Großbritannien 1984 – Die britische Königin Elisabeth II. (*1926) weihte vor der Mündung der Themse in die Nordsee die größte Flutsperre der Welt ein. Diese sollte die britische Hauptstadt London vor Sturmfluten schützen.
9. Mai
Bayern 1984 – Die Immunität des inzwischen beurlaubten CSU-Generalsekretärs Otto Wiesheu (*1944) wurde vom Bayerischen Landtag aufgehoben. Gegen Wiesheu wurde wegen eines Autounfalls unter Alkoholeinfluss mit Todesfolge ermittelt. Wiesheu wurde angeklagt und später verurteilt.
10. Mai
Internationaler Gerichtshof 1984 – Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) aufgefordert, die Blockade der Häfen von Nicaragua zu beenden.
10. Mai
DDR 1984 – Das Nationale Olympische Komitee (NOK) der DDR gab bekannt, dass die Sportler der DDR nicht an den Olympischen Spielen in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) teilnehmen würden. Zwei Tage zuvor hatte die Sowjetunion die Teilnahme ihrer Sportler an der Olympiade abgesagt.
10. Mai
Spanien/UdSSR 1984 – Der spanische König Juan Carlos I. (*1938) traf zu einem sechstägigen Besuch in der Sowjetunion ein. Er war das erste spanische Staatsoberhaupt, das die UdSSR besuchte.
10. Mai
Metallindustrie BRD 1984 – Die Streiks um die 35-Stunden-Woche begannen bundesweit. Die Automobil-Zulieferindustrie und später auch die Kfz-Produktion kamen zum Erliegen. Die Arbeitgeber antworteten zum Monatsende hin mit Aussperrungen.
11. Mai
Chile 1984 – Am neunten Nationalen Protesttag in Chile kam es zum wiederholten Mal zu gewalttätigen Übergriffen auf Demonstranten durch die Polizei. Die Teilnehmer der von der Opposition veranstalteten Aktionen forderten die Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse und den Rücktritt von General Augusto Pinochet Ugarte (1915-2006). In Chile herrschte seit März wieder der Ausnahmezustand.
12. Mai
Nürburgring 1984 – Mit einem publikumswirksamen Wettkampf zwischen Oldtimern und modernen Tourenwagen wurde die neue GP-Strecke des Nürburgrings wiedereröffnet. Die Rennstrecke, die seit 1927 existierte, war innerhalb von drei Jahren umgebaut worden. Sie hatte den Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprochen.
13. Mai
Muttertag 1984 – In der bundesdeutschen Hauptstadt hatten sich etwa 15.000 Frauen unter der Losung „Nicht nur Blumen, sondern Rechte fordern wir“.
13. Mai
Tanztheater 1984 – Das zehnjährige Jubiläum des Wuppertaler Tanztheater von Pina Bausch (1940-2009) und das Jubiläum des Sekretariats für gemeinsame Kulturarbeit in Nordrhein-Westfalen waren der Anlass, dass in mehreren Städten der Region ein internationales Tanzfestival eröffnet wurde. Neben Pina Bauschs Ensemble nahmen das Essener Folkwang-Studio und das Kölner Tanz-Forum teil.
14. Mai
Westeuropa 1984 – Die Führung der UdSSR beschloss als Reaktion auf die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in Westeuropa die Aufstellung weiterer Raketen in der DDR.
14. Mai
Philippinen 1984 – Dem philippinischen Präsidenten Ferdinando E. Marcos (1917-1989) wurde durch die demokratische Opposition Wahlmanipulation vorgeworfen. Trotz großer Erfolge der Opposition hatte Marcos seine eigene Partei zum Sieger der Parlamentswahlen erklärt.
14. Mai
Nordwürttemberg 1984 – Zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche begann im Tarifgebiet Nordwürttemberg/Nordbaden ein Schwerpunktstreik der IG Metall.
14. Mai
BRD 1984 – Der Unternehmer Hans Joachim Langmann (*1924) wurde von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zum Nachfolger des bisherigen Präsidenten Rolf Rodenstock (1917-1997) gewählt.
15. Mai
Bonn 1984 – Im ersten Quartal 1984 hatten mehr als 25.000 DDR-Bürger in die Bundesrepublik ausreisen dürfen. Das wurde vom Ministerium für innerdeutsche Beziehungen in Bonn bekannt gegeben.
15. Mai
Niedersachsen 1984 – Niedersachsen erhielt als erstes Bundesland ein neues Landesrundfunkgesetz zu Fragen des privaten Rundfunks und Fernsehens.
15. Mai
Jugoslawien 1984 – In der serbischen Stadt Belgrad wurden die Mitglieder der kollektiven jugoslawischen Staatsführung vereidigt. Für ein Jahr übernahm Veselin Djuranovic (1925-1997) den Vorsitz des auf fünf Jahre gewählten Gremiums.
16. Mai
Bundesregierung 1984 – Die Bundesregierung in Bonn zog auf Druck der Öffentlichkeit den umstrittenen Gesetzentwurf zur Amnestie für Steuervergehen im Zusammenhang mit Parteispenden zurück.
16. Mai
Sowjetunion 1984 – Der UdSSR wurde von einem internationalen Bankenkonsortium ein Kredit in Höhe von 250 Millionen US-Dollar (etwa 350 Millionen DM) gewährt. Seit dem Einmarsch in Afghanistan 1979 war es der erste Kredit, den die Sowjetunion von westlichen Ländern erhielt. Deren Regierungen hatten damals wirtschaftliche Sanktionen gegen Moskau beschlossen.
16. Mai
Bergsteigen 1984 – Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner (*1944) scheiterte zum zweiten Mal an dem 8167 m hohen Dhaulagiri im Himalaja. Messner hatte bereits zwei Achttausender bezwungen, musste aber wegen schlechten Wetters und Lawinengefahr die Expedition abbrechen.
16. Mai
In Basel (Schweiz) ging der Europapokal der Pokalsieger an Juventus Turin. Die Fußball-Elf aus Italien gewann mit einem 2:1 gegen die spanische Mannschaft vom FC Porto.
17. Mai
Saudi-Arabien 1984 – Auf einer Konferenz in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad berieten die Außenminister der Länder am Persischen Golf über Schutzmaßnahmen für die Öltransporte im Persischen Golf, die durch den Iran-Irak-Krieg gefährdet waren.
17. Mai
Indien 1984 – In der indischen Stadt Bhiwandi kamen bei Zusammenstößen zwischen moslemischen und hinduistischen Bevölkerungsgruppen etwa 230 Menschen ums Leben.
18. Mai
Frankreich/Skandinavien 1984 – Die am 14. Mai begonnene Skandinavienreise des französischen Staatspräsidenten François Mitterrand (1916-1996) endete. Mitterrand war nach Paris zurückgekehrt. Im Mittelpunkt der Gespräche mit den Regierungen Schwedens und Norwegens hatte neben wirtschaftlicher und wissenschaftlich-technischer Zusammenarbeit die Abrüstungsfrage gestanden.
18. Mai
USA 1984 – In seiner neuesten Nummer hatte das in New York erscheinende „Time Magazine“ die Behauptung aufgestellt, dass der US-amerikanische Geheimdienst CIA den Wahlkampf von José Napoleón Duarte (1925-1990) um das Präsidentenamt in El Salvador mit mehr als zwei Millionen US-Dollar (etwa 5,4 Millionen DM) unterstützt hatte. Damit hatte eine Verschärfung der Spannungen in Mittelamerika durch einen Sieg der Ultrarechten verhindert werden sollen. Duarte stritt ab, Geld vom CIA erhalten zu haben.
19. Mai
Vereinigte Staaten von Amerika 1984 – Mit einer Anerkennungsmedaille für sein Engagement in einer Anzeigenaktion gegen „Alkohol am Steuer“ wurde der Pop-Star Michael Jackson (1958-2009) vom US-Präsidenten Ronald Reagan (1911-2004) ausgezeichnet. Von der Aktion versprach sich die US-Regierung mehr Einfluss auf Jugendliche.
19. Mai
USA 1984 – Der Antrag, eine Untersuchung über die Ausstrahlung des Anti-Atomfilms „The Day After“ („Der Tag danach“) einzuleiten, war von der Mehrheit der Aktionäre der US-amerikanischen Fernsehgesellschaft ABC abgelehnt worden. Es hätte dabei überprüft werden sollen, ob die Gesellschaft Opfer sowjetischer Unterwanderungstaktik geworden sei, weil die Ausstrahlung zeitlich mit der antiamerikanischen NATO-Nachrüstungsdebatte in Europa zusammengefallen war.
20. Mai
Argentinien 1984 – Die zweit Frau und Nachfolgerin des 1974 verstorbenen argentinischen Staatspräsidenten Juan Domingo Perón (1895-1974), Isabel Perón (*1931), kehrte nach einem dreijährigen Exil in Spanien in die argentinische Haupstadt Buenos Aires zurück.
20. Mai
Schweiz 1984 – Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung lehnte in einer Volksabstimmung die von den schweizerischen Sozialdemokraten ausgehende „Initiative gegen den Missbrauch des Bankgeheimnisses und der Bankmacht“ ab.
21. Mai
Evangelische Kirche 1984 – Die Provinzialsynode der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (Berlin-West) appellierte an die Eigentümer von ehemals durch Jugendliche besetzten Häuser, dass sie die Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs usw. zurücknehmen sollten.
21. Mai
NASA 1984 – Die Öffentlichkeit wurde von Wissenschaftlern der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA darüber informiert, dass es ihnen gelungen sei, die Bewegung der Erdteile (Kontinentaldrift) zu vermessen. Nach ihren Beobachtungen würde sich der Atlantische Ozean jährlich um 1,5 cm erweitern.
21. Mai
Oberammergau 1984 – Die 350 Jahre nach dem im Pestjahr 1634 abgelegten Gelübde begründeten, inzwischen weltberühmten Passionsspiele begannen in Oberammergau.
22. Mai
Nordwürttemberg 1984 – Die Unternehmer reagierten mit ersten Aussperrungen auf den am 14. Mai begonnen Metallarbeiterstreik in Nordwürttemberg/Nordbaden.
22. Mai
Türkei 1984 – Von den Behörden der Türkei, die für die Einhaltung des noch in mehreren Landesteilen herrschenden Kriegsrechts verantwortlich waren, war eine „Überprüfung“ von 1256 namhaften Intellektuellen angekündigt worden. Diese waren Unterzeichner einer Petition an die Staatsführung und den Parlamentschef gewesen. In der Petition war die Wiederherstellung der Demokratie in der Türkei gefordert worden.
23. Mai
Bundesrepublik 1984 – Von der 8. Bundesversammlung in Bonn wurde Richard von Weizsäcker (*1920) von der CDU mit 832 von 1028 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Er trat damit für zunächst fünf Jahre die Nachfolge von Karl Carstens (1914-1992) an. Richard von Weizsäcker war über die Parteigrenzen hinaus im ganzen Land populär.
23. Mai
Vatikan 1984 – Im Vatikan wurde die Stieftochter des sowjetischen Bürgerrechtlers und Naturwissenschaftlers Andrei D. Sacharow (1921-1989), Tatjana Bonner Jankelewitsch, zu einer Privataudienz von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) empfangen. Am selben Tag hatte das Ehepaar Jankelewitsch den italienischen Staatspräsidenten Bettino Craxi (1934-2000) besucht, der sich offiziell für die Ausreise der Mutter, Jelena Bronner (1923-2011), und ein Ende der Verbannung Sacharows eingesetzt hatte.
23. Mai
Cannes 1984 – Die am 1. Mai eröffneten 37. Internationalen Filmfestspiele in der französischen Mittelmeerstadt Cannes gingen zu Ende. Dem deutschen Regisseur Wim Wenders (*1945) wurde die Goldene Palme für den Film „Paris, Texas“ zuerkannt.
Weltrekord 1984 – In Magdeburg (DDR) schwamm die DDR-Sportlerin Kristin Otto (*1966) die 200 m Freistil in 1:57,75 min und erreichte damit einen neuen Weltrekord.
24. Mai
DDR-Politbüro 1984 – Um vier neue stimmberechtigte Mitglieder und zwei Sekretäre wurde das Zentralkomitee (ZK) der SED in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) erweitert. Paul Verner (1911-1986) schied aus Altersgründen aus.
24. Mai
BRD/Großbritannien 1984 – Die britische Königin Elisabeth II. (*1926) begann eine dreitägige Reise durch die Bundesrepublik Deutschland. Sie wollte den dort stationierten Einheiten der britischen Armee einen Besuch abstatten.
25. Mai
USA 1984 – In Washington genehmigte das US-amerikanische Repräsentantenhaus die Ausgabe von 62 Millionen US-Dollar (etwa 150 Millionen DM) mit 267 gegen 154 Stimmen für eine Militärhilfe für El Salvador.
25. Mai
Kultur Europa 1984 – Am Ende ihrer zweitägigen Beratung im Reichstagsgebäude in West-Berlin verabschiedete die vierte europäische Kulturministerkonferenz der 23 Mitgliedsstaaten des Europarats, Finnlands und des Vatikans eine Kulturerklärung. Die Mitgliedsstaaten und deren Bürger wurden darin aufgefordert, „zum Schutz und zur Bereicherung des europäischen Kulturerbes beizutragen“.
26. Mai
Rumänien 1984 – Der 64,2 km lange Donau-Schwarzmeerkanal zwischen den rumänischen Städten Cernavoda und Konstanza wurde vom rumänischen Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu (1918-1989) eröffnet.
26. Mai
Neuer Deutscher Fußballmeister wurde der VfB Stuttgart. Die Meisterschaftsentscheidung fiel am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga zugunsten der Stuttgarter Mannschaft.
27. Mai
Ägypten 1984 – Die Kandidaten der regierenden Nationaldemokratischen Partei erhielten 73 Prozent der abgegebenen Stimmen bei den Parlamentswahlen in Ägypten. Die Ägypter hatten seit 1952 erstmals unter Kandidaten aus fünf Parteien wählen können.
27. Mai
Weltrekord 1984 – Die sowjetische Athletin Natalja Lissowskaja (*1962) warf mit einer Weite von 22,53 m in Sotschi (UdSSR) einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen.
28. Mai
Bonn 1984 – An einer Großkundgebung der IG Metall in der bundesdeutschen Hauptstadt Bonn nahmen etwa 100.000 Menschen teil. Sie forderten Unterstützung in ihrem Kampf für die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.
28. Mai
Rheinland-Pfalz 1984 – Eine niederländische Militärmaschine streifte während eines Tiefflugs eine Wohnanlage in Linz am Rhein und zerstörte dabei ein Wohnhaus. Der Pilot der Maschine kam ums Leben. Mehrere Menschen wurden bei dem Unglück verletzt.
29. Mai
USA/Saudi-Arabien 1984 – Die Vereinigten Staaten lieferten mit einer Sondervollmacht von US-Präsident Ronald Reagan (1911-2004) 400 „Stinger“-Flugabwehrraketen und zwei Tankflugzeuge an Saudi-Arabien. Damit sollte die Abwehr von Angriffen auf Öltanker im Perischen Golf verstärkt werden.
30. Mai
Nicaragua 1984 – Im Grenzgebiet zu Costa Rica kamen bei einem Bombenanschlag auf eine Pressekonferenz des nicaraguanischen rechten Rebellenführers Eden Pastora (*1937) acht Menschen ums Leben. Pastora selbst erlitt nur leichte Verletzungen.
30. Mai
Moçambique 1984 – Infolge einer langen Dürreperiode waren allein in der Provinz Tete in Moçambique mehr als 5.000 Menschen an Hunger gestorben. Das gab der staatliche Rundfunksender des ostafrikanischen Landes bekannt.
30. Mai
Fußball 1984 – In der italienischen Hauptstadt Rom gewann die britische Mannschaft nach einem Sieg gegen den AS Rom den Fußball-Europapokal der Landesmeister. Ein Italiener kam bei Krawallen nach dem Spiel in den Straßen von Rom ums Leben.
31. Mai
BRD 1984 – Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Karl Carstens (1914-1992), der noch bis zum 1. Juli 1984 im Amt war, wurde mit dem Karlspreis der Stadt Aachen (Nordrhein-Westfalen) ausgezeichnet.
31. Mai
Deutscher Fußball-Pokal 1984 – Im Waldstadion von Frankfurt am Main (Hessen) gewann der FC Bayern München den Deutschen Fußball-Pokal nach einem spannenden Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Karl-Heinz Rummenigge (*1955) hatte hierbei das letzte Spiel für die Bayern absolviert, bevor er nach Italien wechselte.

Mai 1984 Deutschland in den Nachrichten

1969 - 1984 - Sozial-liberale Koalition Brandt/Scheel
ARD.de
Mai 1984 zurück. Neben den zentralen Themen der Außenpolitik werden auch in der Innenpolitik Akzente gesetzt: Beim Abtreibungsparagraphen 218, beim sogenannten Radikalenerlass, bei der Bildungspolitik. Weitere wichtige Themen sind der stärker .....
>>>

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