Was war wann? Länder >> Die Geschichte El Salvadors
Länderinfo El Salvador Geschichte
El Salvador ist ein kleiner Staat an der Pazifikküste Zentralamerikas. Die Republik war und wird von lokalen Clans beherrscht, die eine starke Zentralregierung oft zu verhindern suchten. Vielleicht war dies die Ursache für die jahrzehntelange Diktatur, die das Land heimsuchte und die schließlich im Bürgerkrieg endete.

Frühzeit
Die Frühzeit El Salvadors ist noch relativ unbekannt. Im ersten Jahrtausend n. Chr. erreichten verschiedene Völker die Region. Die Maya-Kultur Mexikos strahlte zu dieser Zeit bis nach El Salvador aus. Zur Zeit der europäischen Entdeckung lebten drei große Völker in der Region. An der Küste des Pazifiks erstreckte sich das Reich Cuzcatlan, das von den Pipil gegründet worden war. Die Pipil wanderten aus Zentralamerika gen Süden und gründeten ihre Stadt um 1054. Das Reich von Cuzcatlan bestand von 1200 bis 1528. Im Osten des Landes, in Richtung nach Honduras, siedelte das Volk der Lenka. Die Chorti waren Nachkommen der Maya und siedelten im Norden des Landes. Ihre Kultur und Sprache orientierte sich an den der untergegangenen Maya.

Neuzeit
1522 erreichte eine Expedition unter Andres Nino die Region zum ersten Mal und beanspruchte sie für Spanien. Die Pipil brachten den Konquistadoren massiven Widerstand entgegen. 1524 begannen die Spanier mit der Eroberung des Reiches von Cuzcatlan, das 1528 fiel. Die Region wurde zuerst Teil des Generalkapitanats Panama (Audiencia), später unterstand sie der Audiencia Guatemala und war Teil des Vizekönigreiches Neuspanien. El Salvador lag an der Peripherie der Audiencia und hatte Zugang zum Pazifik. Der Großteil des spanischen Handels wurde allerdings über die mexikanischen Häfen abgewickelt. Sklaverei und Plantagenwirtschaft spielten in der spanischen Kolonialzeit nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch beutete Spanien das Land aus. Anfang des 19. Jahrhunderts war indes eine neue Schicht von Bürgern entstanden, die zwar Gutsbesitzer und Spanier waren, aber keine direkte Beziehung zum Mutterland besaßen. Sie waren vor allem mit der Besteuerung unzufrieden und forderten die Selbstverwaltung. In den Wirren nach Absetzung der Bourbonen in Spanien durch Napoleon forderten sie das spanische Mutterland heraus. Zentral- und Südamerika erklärte sich unabhängig.

Neuzeit II
1821 erreichte El Salvador die Unabhängigkeit von Spanien. El Salvador schloss sich nicht dem Mexikanischen Kaiserreich an. Es kam zum Krieg, als guatemaltekische Truppen einmarschierten. Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches 1823 wurde die Zentralamerikanische Konföderation gegründet. 1824 gab sich El Salvador eine eigene Verfassung. Die Föderation brach aufgrund von inneren Konflikten schließlich 1838 auseinander. Ihre Mitglieder erlangten im Sezessionskrieg die Unabhängigkeit. Die Demokratie der jungen Republik war jedoch sehr schwach. El Salvador wurde vielmehr von den Oberhäuptern von Familien beherrscht. Diese Familien waren durch Indigohandel reich geworden und hatten auch politisch an Macht gewonnen. Ihr Einfluss war erheblich größer als der der Zentralregierung, die faktisch von Guatemala gestellt wurde. Bis 1865 stellte der guatemaltekische Präsident Carrera die Regierung. Ab 1850 versuchte El Salvador sich aus dem Griff Guatemalas zu befreien. 1858 konnte sich eine erste Übergangsregierung unter Gerardo Barrios durchsetzen. Barrios wurde auch in den folgenden Jahren 1859-1860 Präsident einer Übergangsregierung. 1861 bestätigte Carrera offiziell Barrios als Präsidenten. 1865 konnte sich El Salvador schließlich befreien. Die folgenden Präsidenten fuhren eine sehr liberale Politik. Die Zeit ist durch große wirtschaftliche Erfolge gekennzeichnet, die auf der Umstellung von Indigo auf den Kaffeehandel basierten. Innenpolitisch verschlechterte sich das Ansehen der Politik jedoch, da viele Bauern für die Kaffeeplantagen enteignet worden waren. Anfang des 20. Jahrhunderts radikalisierte sich deswegen die salvadorianische Politik. Die schwache Zentralregierung antwortete mit der Stärkung des Präsidentenamtes. Zusammen mit der Weltwirtschaftskrise 1929 fiel das Land in eine schwere Depression. Präsident Arturo Araujo kam 1930 an die Regierung, konnte sich aber nicht gegen die Opposition, die Kaffeebarone oder das Militär durchsetzen. 1931 putschte Hernandez Martinez. Es begann eine Periode von Militärdiktaturen, die bis 1979 andauern sollte. Martinez regierte mit harter Hand. 1932 kam es zum La Matanza, einem Massaker, das auf Befehl von Martinez Bauern auf dem Lande durchgeführt wurde. Mehr als zehntausend Salvadorianer kamen dabei um. 1944 wurde Martinez gestürzt und von einem neuen Militärdiktator ersetzt. Nach Kriegen mit dem benachbarten Honduras 1969 bildete sich jedoch eine Opposition. Nach dem Sturz des Präsidenten in Nicaragua wurde äÄhnliches auch in El Salvador befürchtet. 1979 wurde Präsident Carlos Humberto Romero deswegen von einem Militärrat seines Amtes enthoben und die Regierung an eine Militärjunta übereignet.

Moderne
1980 brach daraufhin der El salvadorianische Bürgerkrieg aus. Salvador Cayetano Carpio gründete eine maoistisch orientierte Gruppierung. Das Militär sah sich mit verschiedenen Gegnern konfrontiert. 1983 wurde eine neue Verfassung erlassen, die Landbesitz regulierte. So wollte sich die Militärjunta beim Volk beliebt machen. Der Bürgerkrieg ging indes weiter und dauerte bis 1992. Tausende von Salvadorianern kamen dabei ums Leben. 1992 kam es zum Frieden von Chapultepec, der keiner Seite Schuld zuwies und keine Seite als Sieger oder Verlierer auswies. Nach dem Bürgerkrieg wandelte sich das Land jedoch. Die Regierungen seit 1992 waren alle stabil und es gab keine politischen Zwischenfälle oder Putschversuche. Nach dem Ende des Krieges war das Land stark zerstört, die Wirtschaft lag am Boden. El Salvador gehörte zu den ärmsten Ländern Zentralamerikas. Seit 1995 erlebte es allerdings einen wirtschaftlichen Aufschwung, der zu einem bescheidenen Wohlstand führte. Innerhalb der salvadorianischen Bevölkerung existierten aber immer noch verschiedene Interessengruppen, die Einfluss auf die Politik ausübten.

 
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