November 1964 - Passierscheine, Zwangsumtausch und britische Geldsorgen

Kalender November 1964
Natürlich war es gut, dass Verwandte ihre Lieben in der DDR besuchen konnten, auch dass die DDR-Rentner zu ihrer West-Verwandtschaft reisen durften. Die Passierscheine machten es möglich. Was aber für die Bundesbürger zur Normalität wurde, hatte für die DDR-Bürger den bitteren Beigeschmack von Unfreiheit. Kein Wunder, dass es nach wie vor Fluchtversuche gab und die Reglementierungen im Sozialismus strenger wurden. Schließlich wollte die DDR keine Arbeitskräfte verlieren. Das Wohlstandstadium, das sich in der BRD abzeichnete, war für die Menschen im anderen Teil Deutschlands noch in weiter Ferne. Und international – hier besonders in Vietnam – brodelten Krisenherde. Da waren die Film- und Theateruraufführungen kein echtes Unterhaltungs-Highlight. In Großbritannien hat man Angst wegen des Verfalls des Pfund Sterling und zu allem Überfluss wurde in Hannover die NPD gegründet. Ein trüber Monat.
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Wichtige Ereignisse im November 1964

1. November
Allerheiligen
1. November
Vietnamkrieg 1964 – Der nordöstlich von Saigon (Südvietnam) gelegene Flugplatz Bien Hoa wurde von Streitkräften der Vietcong angegriffen. Vier US-amerikanische Militärs kamen dabei ums Leben und mindestens 40 Personen erlitten Verletzungen. Ein Großteil der Flugzeuge war nach dem Angriff zerstört oder schwer beschädigt.
1. November
Europa 1964 – In der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) traten die Verordnungen für Milchprodukte und Rindfleisch in Kraft. Somit unterlagen bis zu jenem Zeitpunkt 85 Prozent der landwirtschaftlichen Produkte den Bestimmungen der EWG zur Schaffung eines gemeinsamen Marktes.
2. November
Innerdeutsche Grenze 1964- Seit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 öffnete sich die Grenze für Bürger der DDR, die im Rentenalter waren. Tausende waren mit einer Besuchserlaubnis ausgestattet und trafen in der Bundesrepublik oder auch in West-Berlin ein.
2. November
Saudi-Arabien 1964 – In Saudi-Arabien wurde König Saud Ibn al-Asis (1902-1969) vom Ministerrat des Landes durch Vertrauensentzug entmachtet. Die Nachfolge trat der Bruder des Entmachteten, Faisal Ibn Abd al-Asis (1906-1975), als neuer König von Saudi-Arabien an.
2. November
Theater 1964 – Im Theater im Zimmer in Hamburg hatte die spritzige Komödie „Seid nett zu Mr. Sloane“ des britischen Schriftstellers Joe Orton (1933-1967) ihre deutsche Premiere.
3. November
USA/Präsidentschaftswahlen 1964 – Die Präsidentschaftswahlen in den USA gewann der amtierende US-Präsident Lyndon B. Johnson (1908-1973) mit 42,4 Millionen Stimmen gegenüber dem Kandidaten der Republikaner Barry Goldwater (1909-1998), der 26,7 Millionen Stimmen für sich einholen konnte.
3. November
Großbritannien 1964 – In der britischen Hauptstadt London hielt Königin Elisabeth II. (*1926) von Großbritannien und Nordirland eine Thronrede, in der sie das Regierungsprogramm von Premierminister Harold Wilson darlegte. Die zentralen Punkte darin waren die Pläne für eine Verstaatlichung der Eisen- und Stahlindustrie, Mietkontrollen und eine Eindämmung der Grundstücksspekulationen.
3. November
Bundeswehr 1964 – Da der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmuth Heye (1895-1970), seit Juni des Jahres 1964 im Mittelpunkt heftiger Kritik der Öffentlichkeit stand, weil er in der Illustrierten „Quick“ eine Artikelserie über ein vermeintliches Versagen der inneren Führung der Bundeswehr veröffentlicht hatte, trat er nun von seinem Posten zurück.
3. November
Chile 1964 – Neuer Staatspräsident von Chile wurde Eduardo Frei Montalva (1911-1982).
4. November
Bolivien 1964 – Durch Streiks der Minenarbeiter in Bolivien wurde eine Militärrevolte ausgelöst. Präsident Victor Paz Estanssoro (1907-2001) wurde entmachtet. Die Macht im Land übernahm eine Junta unter General René Barrientos Ortuño (1919-1969) am nächsten Tag.
4. November
Österreich 1964 – In Österreich wurde der am 18. September demissionierte Innenminister Franz Olah (1910-2009) aus seiner Partei, der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ), ausgeschlossen. Ihm wurden „statutenwidrige, eigenmächtige finanzielle Handlungen“ zur Last gelegt.
4. November
Film 1964 – In Frankreich wurde der erste Film über „Fantomas“ gezeigt.
5. November
Rhodesien Unabhängigkeit 1964 – Für die Erklärung der Unabhängigkeit sprachen sich in Rhodesien 58.091 Wahlberechtigte aus. Die jetzige Verfassung sollte jedoch beibehalten werden, die praktisch die Alleinherrschaft der weißen Minderheitsregierung gewährleistete. Gegenstimmen gab es 6096. Von den fast vier Millionen schwarzen Einwohnern waren nur knapp 13.000 zur Wahl zugelassen worden.
5. November
Spionage UdSSR 1964 – Posthum wurde der Spion Richard Sorge (1895-1944), der während des Zweiten Weltkrieges in Tokio deutsche Geheimnisse zur Weiterleitung an die Sowjetunion auskundschaftete und 1944 hingerichtet wurde, zum „Held der Sowjetunion“ erklärt.
6. November
UdSSR 1964 – Leonid I. Breschnew (1906-1982), der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, betonte bei einer Feier anlässlich des 47. Jahrestages der Oktoberrevolution im Kongresspalast des Kremls, dass auch nach der Ablösung von Nikita S. Chruschtschow (1894-1971) am 14. Oktober unbeirrbar an den Ergebnissen der Parteitage festgehalten werden würde.
6. November
BRD/Belgien 1964 – Bei Aachen (Nordrhein-Westfalen) eröffneten König Baudoin I. (1930-1993) von Belgien und Bundespräsident Heinrich Lübke (1894-1972) den gemeinsamen deutsch-belgischen Autobahnübergang Lichterbusch. Über die südliche Umgehung von Aachen konnte man jetzt vom deutschen Autobahnnetz direkt auf die belgische Autobahn Richtung Lüttich und Antwerpen fahren.
6. November
Zeiss-Planetarium 1964 – In Bochum (Nordrhein-Westfalen) wurde offiziell das Zeiss-Planetarium eröffnet. Nahezu alle natürlichen Vorgänge am Sternenhimmel können in seiner 20 m weiten Kuppelwölbung in wirklichkeitsgetreuer Illustration gezeigt werden.
7.November
Kultur 1964 – In Ulm fand an 24 Stellen die Aufführung des Happenings von Wolf Vostell (1932-1998) „In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ mit dem Untertitel „Die Überlebenden des nackten Einkaufspreises“ statt.
7. November
Automobilrennen 1964 – Das deutsche Team Eugen Böhringer (1922-2013) und Klaus Kaiser gewann auf Mercedes eines der schwersten Autorennen der Welt, den Internationalen Straßenpreis von Argentinien.
8. November
BRD/Frankreich 1964 – Der deutsche Altbundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) traf zu einem Besuch in der französischen Hauptstadt ein, wo er als CDU-Vorsitzender Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (1890-1970) führte. Im Vorfeld hatte es außenpolitische Meinungsverschiedenheiten innerhalb der CDU/CSU gegeben.
8. November
Jemen 1964 – Die sich feindlich gesinnten Republikaner und Royalisten hatten sich am 2. November auf einen Waffenstillstand im Jemen geeinigt, der nun in Kraft trat.
8.November
Brasilien 1964 – In Piracicaba, einer Stadt in Brasilien, stürzte ein 15-stöckiger Neubau in sich zusammen. Dabei kamen 50 Menschen ums Leben. Etwa 60 Personen wurden verletzt.
9. November
Japan 1964 – In Japan war aus gesundheitlichen Gründen Hayato Ikeda (1899-1965) von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten. Seine Nachfolge trat Eisaku Sato (1901-1975) an.
9. November
BRD/Frankreich 1964 – Bei seinem Besuch in der französischen Hauptstadt Paris wurde Altbundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) die Ehre zuteil, als erster Deutscher seit 1865 in die französische „Akademie der moralischen und politischen Wissenschaft“ aufgenommen worden zu sein.
9.November
Kultur 1964 – Unter dem Leitwort „Bildung in der modernen Welt“ begann in Hamburg der zweitägige Kulturpolitische Kongress der CDU/CSU. Die Forderung nach einem Ausbau des Bildungswesens und einer vorausschauenden Bildungsplanung stand im Mittelpunkt der Tagung.


10. November
Kambodscha 1964 – Der Staatspräsident von Kambodscha, Prinz Samdech Norodom Sihanouk (1922-2012), drückte seine Befürchtung aus, dass der Krieg in Vietnam auch sein Land in Mitleidenschaft ziehen könne. Die US-amerikanisch-südvietnamesischen Übergriffe auf kambodschanisches Gebiet am 20. und 24. Oktober wären nur ein Vorgeschmack.
10. November
Österreich/Musik 1964 – Nach Ansicht seiner Landsleute wurde der Dirigent Herbert von Karajan (1908-1989) als der prominenteste Österreicher angesehen. Karajan erhielt mehr als 64 Prozent der Stimmen bei einer Umfrage unter 500 bekannten Österreichern. An zweiter Stelle rangierte der Wiener Erzbischof Franz Kardinal König, gefolgt von dem Altkanzler Österreichs, Leopold Figl (1902-1965) und von Bundespräsident Adolf Schärf (1890-1965).
11. November
BRD 1964 – Auf einer Pressekonferenz gab der Staatssekretär Karl-Günther von Hase (*1917) bekannt, dass die Bundesregierung zu der Überzeugung gekommen sei, dass eine Verlängerung der Verjährungsfrist für NS-Verbrechen nicht mit dem Grundgesetz in Einklang stünde.
11. November
Bundesregierung 1964 – Die für den 31. Dezember 1965 vorgesehene Freigabe der Mieten wurde auf einen Beschluss der Bundesregierung um zwei Jahre verschoben. In großen Städten, in denen ein Wohnungsdefizit von mehr als 3 % zu verzeichnen war, sollte die Wohnungszwangswirtschaft bis zum 31. Dezember 1967 bestehen bleiben.
11. November
Großbritannien/Burma 1964 – Die seit 1890 in London aufbewahrten burmesischen Kronschätze wurden von Großbritannien an Burma zurückgeben.
12. November
Luxemburg 1964 – Die Großherzogin Charlotte von Luxemburg (1896-1985) dankte ab. Ihr Sohn Jean (*1921) trat am selben Tag die Nachfolge als Großherzog von Luxemburg an.
12. November
Tschechoslowakei 1964 – Der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, Antonin Novotny (1904-1975), wurde erneut in seinem Amt als Staatspräsident bestätigt.
12. November
BRD Passierschein 1964 – Im ersten Besuchszeitraum des Jahres 1964 (30. Oktober bis 12. November) im Rahmen der Passierscheinvereinbarung erfolgte die Ausgabe von rund 600.000 Passierscheinen an Bürger West-Berlins, die zum Besuch von Verwandten in die DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) reisten.
12. November
Wissenschaft 1964 – Das deutsche Elektronensynchrotron DESY in Hamburg-Bahrenfeld wurde dem Leiter des Zentrums, Professor Willibald Jentschke (1911-2002), übergeben. DESY war die bis dato leistungsstärkste Elektronen-Beschleunigungsanlage weltweit.
13. November
BRD/Europa 1964 – Von der Bundesregierung wurde eine neue Europa-Initiative bekannt gegeben. Sie war bereits den anderen fünf Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) übermittelt worden. Die deutschen Vorschläge betrafen die Fortführung der europäischen Einigung auf den Gebieten der Außen-, Verteidigungs-, Kultur- sowie Wirtschafts- und Sozialpolitik.
13. November
Militär international 1964 – Vom britischen Institut für strategische Studien wurde eine Untersuchung veröffentlicht über die militärische Stärke der USA, der Sowjetunion, der VR China und anderen Ländern. Das Institut ging davon aus, dass die Vereinigten Staaten der UdSSR strategisch überlegen seien. Die Volksrepublik China war trotz des jüngsten Atombombenversuches als militärisch schwacher Staat eingestuft worden.
13. November
The Rolling Stones 1964 – Die britische Popgruppe „The Rolling Stones“ brachte die Single „Little Red Rooster“ heraus.
14. November
BRD 1964 – Im Alter von 60 Jahren starb in Darmstadt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Heinrich von Brentano. Er war am 6. Juni 1904 in Offenbach am Main geboren worden.
14. November
Italien/Pisa 1964 – Italienische Wissenschaftler teilten der Öffentlichkeit mit, dass der Schiefe Turm von Pisa jederzeit umfallen könne. Das hätten ihre Untersuchungen ergeben.
14. November
Shopping 1964 – In Bochum-Harpen wurde das Ruhrpark-Einkaufszentrum eröffnet. Es gehörte mit einer Ladenfläche von 23.000 qm zu den größten Einkaufszentren in der Bundesrepublik. Die Fläche beherbergte ein Kaufhaus, einen Supermarkt und 25 Spezialgeschäfte, wobei der Supermarkt mit einer Ladenfläche von 2300 Quadratmetern der bis dato größte in der Bundesrepublik war.
14. November
Umwelt 1964 – In den südvietnamesischen Provinzen Quang Tin, Phu Bon, Phu Yen und Kuy Nhon hatten Überschwemmungen etwa 10.000 Menschen das Leben gekostet. Hunderttausende hatten ihr Obdach verloren.
15. November
Sudan 1964 – Im Sudan trat der Staats- und Regierungschef, Ibrahim Abbud (1900-1983), von seinem Amt zurück. Bereits im Oktober hatte er das Militärregime aufgelöst und eine zivile Regierung eingesetzt.
15. November
Kultur 1964 – In Frankfurt am Main begann im Amerika-Haus eine Ausstellung mit Gegenständen aus dem Besitz des am 22. November 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963). Die Ausstellung wurde bis zum 18. November gezeigt, sie präsentierte Schaustücke, die von politischen Dokumenten über Kennedys Schaukelstuhl bis hin zu Strichmännchen reichten, die der Präsident beim Telefonieren gemalt hatte.
16. November
Schweiz/Zoll 1964 – Ein erster Erfolg konnte von der Kennedy-Zollrunde verbucht werden. Die 15 wichtigsten Teilnehmerländer deponierten in Genf (Schweiz) Listen jener Erzeugnisse, die von einer allgemeinen Zollsenkung ausgenommen sein sollten.
16. November
Österreich NS/Justiz 1964 – Gegen den ehemaligen SS-Hauptsturmführer Franz Novak (1913-1983) begann der Prozess vor dem Wiener Landgericht. Novak, der der Gehilfe Adolf Eichmanns (1906-1962) gewesen war und der Erfinder fahrbarer Gaskammern, soll an der Ermordung von 400.000 ungarischen Juden beteiligt gewesen sein.
16. November
Österreich 1964 – In Österreich wurde die neue Trisannabrücke der Arlbergbahn dem Verkehr übergeben.
17. November
USA Militär 1964 – Der US-Verteidigungsminister Robert McNamara (1916-2009) teilte mit, dass die Vereinigten Staaten im Laufe der kommenden 18 Monate eine Reihe militärischer Anlagen in Europa schließen werde. Infolge dieser Maßnahme sollen sich die jährlichen Einsparungen auf insgesamt rund 500 Millionen US-Dollar (2 Milliarden DM) belaufen.
17. November
BRD/Mineralöl 1964 – Der Bundesregierung wurde von der deutschen Mineralölwirtschaft eine Begrenzung des Angebots von Heizöl und Raffineriegas angeboten. Dieser Vorschlag war eine Reaktion auf die Ankündigung der Regierung, alles tun zu wollen, um einen Absatzrückgang der Ruhrgebietskohle zu verhindern.
18. November
UdSSR/USA 1964 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau unterzeichneten die USA und die UdSSR ein Abkommen über eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Verfahren zur Entsalzung von Meerwasser mit Hilfe von Kernenergie oder auf chemischem Weg.
18. November
Theater 1964 – Am Züricher Schauspielhaus in der Schweiz wurde das Drama von Carl Zuckmayer (1896-1977) „Das Leben des Horace A. W. Tabor“, eine naiv-opernhafte Heldenballade aus Amerikas Pioniertagen, uraufgeführt.
18. November
Film 1964 – In der französischen Hauptstadt Paris hatte der Agentenfilm „Der Tiger liebt nur frisches Fleisch“ von Claude Chabrol (1930-2010) seine Weltpremiere.
19. November
BRD/Justiz 1964 – Der Bauingenieur Peter Selle wurde von der Ersten Großen Strafkammer des Flensburger Landgerichts zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Selle hatte im Mai 1964, nach seiner Flucht aus der DDR, die 17-jährige Dorothea Voß nach Ost-Berlin gelockt, um mit deren Pass seine Ehefrau in die Bundesrepublik nachzuholen.
19. November
Elfenbeinküste 1964 – In Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, wurde die Universität der Stadt feierlich eröffnet.
20. November
Peru/BRD 1964 – Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der südamerikanischen Republik Peru wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima ein Kulturabkommen unterzeichnet.
20. November
Japan 1964 – In Japan wurde Eisaku Sato (1901-1975) neuer Regierungschef des Landes.
20. November
Unwetter/Philippinen 1964 – Über dem Gebiet der Philippinen richtete der Taifun „Louise“ schwere Schäden an. Besonders betroffen war die Insel Mindanao. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben.
20.November
Vatikan 1964 – Papst Paul VI. (1897-1978) schloss nach zweieinhalbmonatiger Arbeit die dritte Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils.
21. November
Österreich 1964 – In Fussach, im österreichischen Bundesland Vorarlberg kam es zu einer überraschenden und ungewöhnlichen Demonstration. Mehr als 20.000 Menschen verhinderten den Stapellauf eines neuen Bodenseeschiffes, das auf den Namen „Karl Renner“ (ehemaliger österreichischer Bundespräsident) getauft werden sollte. Die Demonstranten wünschten sich den Namen „Vorarlberg“.
21. November
USA/Europa/Großbritannien 1964 – US-Amerikaner und Europäer zogen aus Sorge vor einer zu erwartenden Abwertung des Pfund Sterling beträchtliche Guthaben aus Großbritannien ab. Die ernste Schwäche des Pfund resultierte aus dem mangelnden Vertrauen des Auslands in die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung von Premierminister Harold Wilson (1916-1995).
21. November
New York 1964 – Die bisher größte Hängebrücke der Welt – die Berrazano Bridge – wurde in New York eingeweiht. Mit dem Bau der zweistöckigen Brücke war 1959 begonnen worden.
21. November
USA Militär 1964 – Vom US-amerikanischen Luftstützpunkt Vandenberg aus schickten die Vereinigten Staaten zwei Forschungssatelliten vom Typ „Explorer“ mit Hilfe einer fast 25 Meter hohen „Scout“-Rakete in eine Umlaufbahn in die obere Erdatmosphäre. Es war das erste Mal, dass die US-Amerikaner mit einer einzigen Trägerrakete zwei Satelliten starteten.
22.November
Südvietnam 1964 – Vor allem Jugendliche demonstrierten in der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon gegen die neue Regierung unter der Führung von Tran Van Huong (1902-1982). Dabei kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Als Reaktion auf die Unruhen proklamierte der Staatspräsident Phan Khac Suu (1893-1970) am 27. November das Kriegsrecht.
22. November
Frankreich/BRD 1964 – Vor etwa 10.000 Menschen richtete der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (1890-1970) in Straßburg einen dringenden Appell an die Bundesrepublik Deutschland, gemeinsam mit Frankreich ein „europäisches Europa“ zu schaffen.
22. November
USA 1964 – In den Vereinigten Staaten fanden anlässlich des ersten Jahrestages der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy (1917-1963) zahlreiche offizielle Gedenkfeiern statt. Etwa 120.000 Menschen besuchten das Grab in Arlington (US-Bundesstaat Virginia).
23. November
BRD 1964 – Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968) setzte eine Summe von 100.000 DM aus für Hinweise, die zur Ermittlung des Aufenthaltsortes von Martin Bormann (1900-1945), dem ehemaligen Leiter der Parteikanzlei von Adolf Hitler (1889-1945), führen würden. Bormann war 1954 für tot erklärt worden. Jedoch wurde von mehreren Personen behauptet, dass man ihn zusammen mit dem KZ-Arzt Josef Mengele (1911-1979) in Paraguay gesehen habe.
23. November
Literatur 1964 – Für seinen Roman „L’Etat Sauvage“ erhielt Georges Conchon (1925-1990) den bedeutendsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt.
24. November
Kongo 1964 – US-amerikanische Flugzeuge setzten belgische Fallschirmjäger im Kongo (Léopoldville) ab. Sie sollten die in Stanleyville von Rebellen als Geiseln festgehaltenen mehr als 1000 weiße Zivilisten befreien. Bei der Rettungsaktion, die insgesamt als erfolgreich eingestuft wurde, kamen dennoch bei einem Massaker etwa 30 Geiseln ums Leben.
24. November
Mexiko 1964 – Die bisher größte Talsperre der Welt wurde im mexikanischen Bundesland Chiapas eröffnet. Die Nezahualcoyotl-Talsperre bildete die Grundlage für den Bau von Elektrizitätswerken, die etwa 22 Prozent der mexikanischen Energieerzeugung sichern sollen.
24. November
Versteigerung Kunst 1964 – Im Londoner Auktionshaus Sotheby’s wurde das Gemälde „Tahiterin und Knabe“ von dem impressionistischen Maler Paul Gauguin (1848-1903) für den Rekordpreis von umgerechnet 1 Million DM versteigert.
24. November
Theater 1964 – An den Städtischen Bühnen Münster kam die nunmehr dritte Fassung des Stückes „Die Ehe des Herrn Mississippi“ von Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) zur Aufführung. Als Anastasia war Elisabeth Flickenschildt (1905-1977) zu sehen.
25. November
Staatsbesuch BRD/Jordanien 1964 – In der bundesdeutschen Hauptstadt Bonn traf König Hussein I. (1935-1999) von Jordanien zu einem achttägigen Freundschaftsbesuch ein. Er wurde u. a. von Bundespräsident Heinrich Lübke (1894-1972) und Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897-1977) empfangen.
25. November
Finanzwelt 1964 – Um den Verfall des Pfund Sterling aufzuhalten, stellten elf Zentralbanken der Bank von England einen Kredit von 12 Milliarden DM zur Verfügung.
25. November
Israel/Schach 1964 – Bei der Schach-Mannschafts-Weltmeisterschaft in Tel Aviv (Israel) wurde die Sowjetunion Sieger vor Jugoslawien und der Bundesrepublik Deutschland.
25. November
DDR 1964 – Die Regierung der DDR teilte mit, dass ab dem 1. Dezember von Besuchern aus dem nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet ein Mindestumtausch frei konvertierbarer Währungen gegen Mark der Deutschen Notenbank (DDR-Mark) erhoben werden würde. Von dem Zwangsumtausch blieben Kinder und Rentner ausgenommen.
26.November
Kongo 1964 – Aus Protest gegen das belgisch-US-amerikanische Eingreifen im Kongo (Léopoldville) am 24. November stürmten mehrere 100 Demonstranten die Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Auch in Prag (Tschechoslowakei), Sofia (Bulgarien) und Nairobi (Kenia) kam es zu Demonstrationen gegen die Vereinigten Staaten und Belgien.
26. November
Zoll/Handel 1964 – Die Mitgliedsstaaten des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) billigten zum Abschluss einer Sondertagung in Genf (Schweiz) Maßnahmen zur Förderung des Handels mit den Entwicklungsländern.
26. November
BRD/Verkehr 1964 – Von Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (1903-1967) wurde die Autobahnstrecke von Würzburg-Ost nach Schlüsselfeld für den Verkehr freigegeben. Damit war nach einer Gesamtbauzeit von neuneinhalb Jahren die Autobahn Frankfurt (am Main)-Würzburg-Nürnberg-München durchgehend befahrbar.
27. November
SPD-Parteitag 1964 – Vom XI. Ordentlichen Bundesparteitag der SPD in Karlsruhe wurde Willy Brandt (1913-1992) mit 314 von insgesamt 329 abgegebenen Stimmen erneut zum Vorsitzenden gewählt.
28. November
BRD/Parteiengründung 1964 – In Hannover (Niedersachsen) wurde die rechtsextremistische Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) gegründet. Der Erste Vorsitzende wurde Adolf von Thadden (1921-1996).
28. November
Gewerkschaft 1964 – In Dortmund verkündete die IG Bergbau und Energie ein Sechs-Punkte-Programm zur Beruhigung des Energiemarktes und zur endgültigen Behebung der seit sechs Jahren anhaltenden Kohlenkrise.
28. November
Weltraumforschung 1964 – Der US-amerikanische Raumflugkörper „Mariner 4“ startete ins All. Bei seinem Vorbeiflug am Mars sollte er per Funk Bilder von der Oberfläche des Planeten zur Erde senden.
28. November
Theater 1964 – Unter dem Titel „Käfige“ wurden zwei Einakter des US-amerikanischen Schriftstellers Lewis John Carlino (*1932) an den Städtischen Bühnen Freiburg zum ersten Mal in deutscher Frage aufgeführt.
29. November
Sowjetunion 1964 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau kam es am Wochenende zu Protesten gegen die US-amerikanisch-belgische Befreiungsaktion im Kongo.
29. November
BRD/Großbritannien 1964 – Einen 1945 erbeuteten deutschen Raketenjäger vom Typ „Me 163 B Komet“ gab Großbritannien an die Bundesrepublik zurück. Geplant war, ihn im Deutschen Museum in München auszustellen.
29. November
Tischtennis 1964 – In Malmö (Schweden) wurde der Kjell Johannsson (1946-2011) neuer Tischtennis-Europameister im Herreneinzel. Bei den Damen siegte die Tischtennis-Spielerin Eva Földi aus Ungarn.
30. November
Großbritannien 1964 – Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill (1874-1965) erhielt aus aller Welt Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstag. Die Zahl der Briefe und Karten, die den greisen Staatsmann in seinem Haus in London erreichten, belief sich auf rund 60.000.
30. November
Musik/Theater 1964 – In Frankfurt am Main wurde die komische Oper „Das Ende einer Welt“ von Hans Werner Henze (1926-2012) uraufgeführt.
November 1964 Deutschland in den Nachrichten
Neues Beatles-Album kommt auf den Markt
BZ
Im November soll ein neues Album der Beatles in die Regale kommen - ein Nachfolger zur 1994er-Sammlung "Live at the BBC", die Aufnahmen von Radio-Performances der Jahre 1963 und 1964 enthielt. Die Platte hatte sich in den 90er-Jahren in nur sechs ..... >>>  
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