Juli 1971 - Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth

Kalender Juli 1971
Am 24. Juli war es wieder soweit: Die alljährlichen Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth hatten begonnen. Die Eröffnung ging mit „Parsifal“ in der Regie von Wieland Wagner über die Bühne, der auch für das Bühnenbild verantwortlich war. Die musikalische Leitung hatte Eugen Jochum übernommen. Als Amfortas war Thomas Stewart zu sehen und zu hören. Titurel wurde von Karl Ridderbusch gespielt. Der Titelheld Parsifal war mit Sándor Kónya besetzt und die weibliche Hauptrolle, Kundry, sang und spielte die US-amerikanische Sängerin Janis Martin. Auch wenn es ein harter Kampf war, für eine der Inszenierungen Karten zu bekommen, so wurde doch ein Besuch in Bayreuther Festspielhaus zu einem besonderen Erlebnis, wenn man es geschafft hatte. Eröffnet worden war es am 13. August 1876 mit einer Inszenierung von „Rheingold“, die den „Ring des Nibelungen“ einläutete. Das Opernhaus auf dem Grünen Hügel gilt als eines der Opernhäuser mit der weltweit besten Akustik.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1971

1. Juli
Großbritannien/Argentinien 1971 – Der Streit zwischen Großbritannien und Argentinien um die Falklandinseln war vorläufig beigelegt worden.
1. Juli
Vietnamkrieg 1971 – Auf der 119. Sitzung der Pariser Vietnam-Gespräche hatte die Delegation des Vietcong einen neuen Friedensplan vorgelegt. Dieser hatte den Abzug aller US-Trupen aus Vietnam und die Freilassung aller Kriegsgefangenen bis zum Ende des Jahres 1971 vorgesehen.
1. Juli
Niederlande 1971 – Der Fraktionsvorsitzende der Antirevolutionären Partei (ARP), Barend Willem Biesheuvel, hatte 63 Tage nach den Parlamentswahlen eine aus fünf Parteien bestehende Koalitionsregierung gebildet.
1. Juli
Europa 1971 – Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hatte allgemeine Zollpräferenzen zugunsten von 91 Entwicklungsländern eingeführt. Für die Dauer von zehn Jahren genoss deren Export von industriellen Halb- und Fertigwaren in die EWG im Rahmen bestimmter Höchstmengen Zollfreiheit.
1. Juli
BRD 1971 – Die Bundespost hatte ihre Gebühren erhöht. Der Normalbrief (bis zu 20 g) hatte sich um 10 auf 60 Pfennig erhöht. Die Gebührenskala war neu in sieben Gewichtsstufen eingeteilt worden. Die Kosten für ein Ortsgespräch waren von 18 auf 21 Pfennig gestiegen.
1. Juli
BRD 1971 – Der Herausgeber und Gesellschafter des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Rudolf Augstein, hatte aus wirtschaftlichen Erwägungen 25 Prozent seiner Anteile an den Zeitschriftenverlag Gruner und Jahr verkauft.
1. Juli
BRD 1971 – Kinder, Männer und Frauen hatten erstmals einen gesetzlichen Anspruch, kostenlose ärztliche Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten wahrzunehmen.
2. Juli
USA 1971 – An der US-amerikanischen Westküste hatten in 24 Häfen insgesamt 15.000 Hafenarbeiter die Arbeit niedergelegt. Am 30. Juni waren es zum Scheitern der Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen über höhere Bezüge und eine verbesserte Altersversorgung gekommen.
3. Juli
BRD 1971 – Die wochenlangen Tarifauseinandersetzungen in der chemischen Industrie waren durch ein Übereinkommen zwischen der IG Chemie und den Arbeitgeberverbänden beendet worden. Bei Parteien hatten sich auf Lohnerhöhungen um 7,8 Prozent geeinigt.
3. Juli
Tennis 1971 – In Wimbledon hatte die Australierin Evonne Goolagong das Endspiel im Damen-Einzel gewonnen.
3. Juli
Leichtathletik 1971 – In Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte Pat Matzdorf (USA) den acht Jahre alten Weltrekord im Hochsprung von 2,19 m auf 2,29 m verbessert.
4. Juli
Indien/Ostpakistan/International 1971 – Die Zahl der ostpakistanischen Flüchtlinge in Indien hatte die Sechs-Millionen-Grenze überschritten. Dies hatte das UN-Flüchtlingskommissariat in Genf (Schweiz) bekanntgegeben.
4. Juli
BRD 1971 – Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß hatte in einem Interview erklärt, er bestehe auf dem Mitspracherecht seiner Partei bei der Nominierung des CDU-Kanzlerkandidaten.
4. Juli
Tennis 1971 – In Wimbledon hatte der Australier John Newcombe das Herren-Einzel zum dritten Mal seit 1967 gewonnen.
5. Juli
Frankreich/BRD 1971 – Der französische Staatspräsident Georges Pompidou war zu zweitägigen Regierungskonsultationen in der Bundesrepublik eingetroffen. Bei den Gesprächen mit Bundeskanzler Willy Brandt hatten Fragen der europäischen Einigung und aktuelle Währungsprobleme im Mittelpunkt gestanden.
5. Juli
BRD 1971 – Die bundesdeutsche Bevölkerung war über die Arbeitszeiten geteilter Meinung. Es hatten sich 46 Prozent der Arbeitnehmer für eine Woche mit vier Arbeitstagen zu je zehn Stunden ausgesprochen und 47 Prozent der Befragten hatten für eine Fünf-Tage-Woche mit je acht Stunden plädiert.
6. Juli
Eddy Merckx gewinnt zum dritten Mal hintereinander die Tour de France
6. Juli
BRD 1971 – Bundeswirtschafts- und finanzminister Karl Schiller hatte das Verteidigungsministerium mit einer Ausgabensperre von 300 Millionen belegt. Für das Bundesverkehrsministerium war ein Etatstopp von 240 Millionen DM verordnet worden. Damit hatten die beiden Ressorts mehr als die Hälfte der von der Bundesregierung beschlossenen Haushaltseinsparung aufbringen müssen.
6. Juli
BRD 1971 – Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände hatte die Autofahrer in der Bundesrepublik zu „preiskritischem“ Tanken aufgefordert. Freie Tankstellen böten den Liter Benzin bis zu 15 Prozent billiger als Markenfirmen an.
6. Juli
West-Berlin/Film/International 1971 – Die 21. Berliner Filmfestspiele, die am 25. Juni begonnen hatten, waren zu Ende gegangen. Ausgezeichnet worden war „Der Garten der Finzi Contini“ von Vittorio de Sica, ein Film, der die Judenverfolgung im faschistischen Italien thematisiert.
7. Juli

Jordanien 1971 – Die jordanische Armee hatte mit einer Großoffensive gegen palästinensische Freischärler begonnen.
7. Juli
BRD/Israel 1971 – Als erster Außenminister der Bundesrepublik war Walter Scheel zu einem offiziellen Besuch in Israel eingetroffen.
7. Juli
BRD 1971 – Gegen das Mitglied des Bundesvorstands der Jungsozialisten, Wolfgang Roth, hatte die Hamburger SPD ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet.
7. Juli
USA 1971 – In Miami (US-Bundesstaat Florida) hatten sich die angehenden Ärzte an der Medizinischen Fakultät der US-Universität einstimmig geweigert, die Eidesformel des Hippokrates zu sprechen, da sie ein Verbot der Schwangerschaftsunterbrechung enthielt.

8. Juli
Vietnam/Kambodscha 1971 – In das kambodschanische Gebiet des sogenannten Papageienschnabels waren rund 1.500 südvietnamesische Soldaten vorgedrungen.
8. Juli
Österreich 1971 – Das Parlament hatte eine „Kleine Strafrechtsreform“ beschlossen. Durch diese Reform waren u. a. Homosexualität und Ehestörung straffrei geworden.
8. Juli
BRD 1971 – Die Teuerungsrate in der Bundesrepublik im Juni hatte gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres die „Schallgrenze“ von 5 Prozent erreicht. Dies hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt.
9. Juli
USA 1971 – Senator William Proxime hatte in Washington erstmalig eine Aufschlüsselung der mexikanischen Militärhilfe nach Ländern veröffentlicht. Dabei hatte Süd-Korea mit 240 Millionen Dollar (840 Millionen DM) jährlich an der Spitze gestanden, gefolgt von Kambodscha mit 200 Millionen Dollar (700 Millionen DM) und der Türkei mit rund 100 Millionen (350 Millionen DM).
9. Juli
BRD 1971 – Die Universität Münster hatte als erste Hochschule in der Bundesrepublik eine offizielle Vertretung ausländischer Studenten erhalten.
9. Juli
Schwimmen 1971 – In Santa Clara (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte die Australierin Shane Gould mit 4:21,2 min einen Weltrekord über 400 m Freistil aufgestellt.
9. Juli
Leichtathletik 1971 – In Stuttgart hatte Uwe Beyer (BRD) zum Auftakt der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Hammerwurf 74,90 m erreicht.
10. Juli
Marokko 1971 – Ein Militärputsch gegen König Hasan II. war gescheitert.
11. Juli
USA/China 1971 – Der Sicherheitsberater von US-Präsident Richard M. Nixon, Henry A. Kissinger, hatte einen geheim gehaltenen dreitägigen Besuch in der Volksrepublik China beendet.
11. Juli
Ägypten/International 1971 – Der in Kairo tagende „Palästinensiche Nationalkongress“ hatte beschlossen, die elf palästinensischen Fedajin-Organisationen und die 7.000 Mann starke Palästinensische Befreiungsarmee dem Oberbefehl von Jasir Arafat zu unterstellen. Anführen sollte Arafat den Kampf der Palästinenser gegen Jordanien.
11. Juli
BRD 1971 – Der Bundesvorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft, Herbert Hupka, hatte zum Ende des Deutschlandtreffens in München (Bayern) scharfe Kritik an der Deutschlandpolitik seiner eigenen Partei geübt. Er hatte der Bundesregierung vorgeworfen, mit dem Warschauer Vertrag die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens besiegelt zu haben.
11. Juli
Leichtathletik 1971 – Mit 1:58,3 min hatte Hildegard Falck in Stuttgart einen Weltrekord über 800 m aufgestellt.
11. Juli
Chile 1971 – Nach einer Verfassungsänderung waren die Kupferminen entschädigungslos verstaatlicht worden. Das Erfüllen der Wahlkampfaussagen von Salvador Allende hatte zum außenpolitischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten geführt. Aktionäre aus den USA hatten u. a. Anteile an der weltgrößten Kupfermine in Chuquicamata.
12. Juli
BRD 1971 – In der bayerischen Landeshauptstadt München war Nikolaus Lobkowicz zum neuen Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität gewählt worden.
13. Juli
BRD 1971 – Im Ruhrgebiet war es zum ersten Mal seit der Bergbaukrise Mitte der 1960er Jahre zu Aktionen gegen die Gefährdung von Arbeitsplätzen gekommen. In Gelsenkirchen hatten mehrere tausend Beschäftigte der Glasindustrie gegen die geplante Stilllegung der Glasproduktion der Delog AG demonstriert.
13. Juli
BRD/Literatur 1971 – Das Bundesverfassungsgericht hatte gegen eine Klage der Nymphenburger Verlagshandlung GmbH in München (Bayern) entschieden. Damit war auch weiterhin eine Veröffentlichung des Romans „Mephisto“ (1933) von Klaus Mann in der Bundesrepublik nicht möglich. Das Gericht hatte sein Urteil damit begründet, dass der Roman das Leben des Schauspielers Gustaf Gründgens thematisiere und dessen Persönlichkeitsrechte verletzt würden.
14. Juli
Österreich 1971 – Mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ hatte sich der Nationalrat nur eineinhalb Jahre nach den Wahlen für eine vorzeitige Auflösung und Festsetzung von Neuwahlen für den 10. Oktober augesprochen. Die Minderheitsregierung von Bruno Kreisky hatte sich dadurch eine verbesserte parlamentarische Grundlage erhofft.
14. Juli
Europa 1971 – Um ihre Weltmarktposition im Atomenergiesektor auszubauen, hatten die europäische Kernkraftwerkhersteller Kraftwerk Union AG (BRD), die britische Nuclear Power Group, die Nuclear Fuel aus Großbritannien und Neeratom (Niederlande) Kooperationsabkommen unterzeichnet.
15. Juli
USA/China 1971 – Auf Einladung des chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai würde US-Präsident Richard M. Nixon Peking besuchen. Die hatte Nixon bekanntgegeben.
15. Juli
Österreich 1971 – Die Wehrgesetznovelle, die den Wehrdienst von neun auf sechs Monate herabsetzte, war verabschiedet worden.
15. Juli
BRD 1971 – Bei der Fahndung nach Mitgliedern der terroristischen Baader-Meinhof-Gruppe in Hamburg war die zwanzigjährige Petra Schelm von einem Polizisten erschossen worden.
16. Juli
Spanien 1971 – Staatschef General Francisco Franco Bahamonde hatte Prinz Juan Carlos zu seinem Stellvertreter ernannt.
16. Juli
BRD 1971 – Die Mieten im Juni des Vorjahres lagen um 6,1 Prozent niedriger als im gleichen Monat 1971. Dies hatte das Bundesministerium für Städtebau und Wohnungswesen in Bonn mitgeteilt.
16. Juli
USA 1971 – In Grassy Key (US-Bundesstaat Florida) war der Fernseh-Delfin Flipper an Herzversagen gestorben.
17. Juli
Italien/Österreich 1971 – Zur Schlichtung des Konflikts um Südtirol hatten die Außenminister Italiens und Österreichs in Rom ein Abkommen unterzeichnet.
17. Juli
BRD/West-Berlin 1971 – Der Schutz der Bevölkerung vor Lärmbelästigung war auch dann gerechtfertigt, wenn es dadurch eine Einschränkung der Gewerbefreiheit hingenommen werden muss. Dies hatte das Bundesverwaltungsgericht in West-Berlin entschieden. Das Urteil hatte Nachbarn einer Fischgroßhandlung Recht gegeben. Diese hatten sich durch nächtlichen Ladebetrieb gestört gefühlt.
17. Juli
BRD/DDR 1971 – In Fragen des Umweltschutzes hatte die Bundesregierung der DDR zum ersten Mal eine „konkrete Zusammenarbeit“ angeboten.
18. Juli
Jordanien 1971 – Die jordanische Regierung hatte das Kairoer Abkommen von 1970 gekündigt. Das sollte die Auseinandersetzungen zwischen Jordanien und den palästinensischen Guerillas beenden.
18. Juli
Radrennsport 1971 – Zum dritten Mal in Folge hatte der Belgier Eddy Merckx die Tour de France gewonnen.
19. Juli
Sudan 1971 – Von linksgerichteten Putschisten war Staats- und Regierungschef Dschafar Muhammad An Numairi gestürzt worden.
19. Juli
Vietnam 1971 – Die südvietnamesische Regierung hatte eine Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam mit Hilfe von allgemeinen Wahlen unter internationaler Aufsicht vorgeschlagen.
19. Juli
BRD 1971 – Der Deutsche Bundestag hatte das „Städtebauförderungsgesetz“ verabschiedet.
20. Juli
BRD 1971 – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in Koblenz hatte dem Bundesgesundheitsministerium eine Rezeptpflicht für sämtliche Appetitszügler empfohlen. Bei derartigen Mitteln könnte man eine Gesundheitsgefährdung nicht ausschließen.
21. Juli
Türkei 1971 – Das Verfassungsgericht hatte die „Türkische Arbeiterpartei“ verboten. Sie war im Parlament die einzige vertretene sozialistische Partei, die sich dem Aufbau einer modernen Türkei entgegenstellte.
21. Juli
BRD 1971 – Wegen überhöhter Geschwindigkeit war bei Rheinweiler in Südbaden der Schweiz-Express Basel-Kopenhagen entgleist. Der Zug stürzte die Böschung hinab. Dabei hatte er ein Wohnhaus zerstört. Bei dem Unglück waren 23 Menschen ums Leben gekommen.
21. Juli
BRD 1971 – Bischof Hanns Lilje hatte Eduard Lohse als seinen Nachfolger in das Amt des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannovers eingeführt.
21. Juli
USA 1971 – Der US-amerikanische Schauspieler Clint Eastwood wurde von der US-Illustrierten „Life“ zum beliebtesten Schauspieler der Welt gekürt.
22. Juli
BRD 1971 – Die Schiedskommission der Hamburger SPD hatte acht Mitglieder des Landesvorstands der Jungsozialisten aus der Partei ausgeschlossen, weil sie aktiv an einer auch von kommunistischen Gruppen organisierten Demonstration teilgenommen hatten.
22. Juli
Spanien 1971 – In der Stadt Baza war bei Ausgrabungen die „Dame de Baza“ gefunden worden. Die Skulptur war auf das vierte Jahrhundert vor Christus datiert worden.
23. Juli
Europa 1971 – Die Europäische Kommission hatte die Grundlinien eines gemeinsamen Programms zum Umweltschutz veröffentlicht. Die Bekämpfung der Luft- und Wassersverschmutzung zählte dabei zu den wichtigsten Aufgaben.
23. Juli
BRD 1971 – Die Gebühren der Technischen Überwachungsvereine (TÜV) für Kontrollen nach Paragraph 29 der Straßenverehrs-Zulassungsordnung waren erhöht worden. 17,66 DM kostete nun die Pflichtuntersuchung für PKW anstatt 12,66 DM vordem.
24. Juli
Sudan/Irak 1971 – Der Sudan hatte die diplomatischen Beziehungen zum Irak abgebrochen. Von der irakischen Regierung war der Putschversuch vom 19. Juli gegen den sudanesischen Partei- und Regierungschef Dschafar Muhammad An Numairi positiv bewertet worden.
24. Juli
Uruguay 1971 – Die Abgeordnetenkammer des Landes hatte beschlossen, dass dem Staatspräsidenten Jorge Pacheco Areco „wegen verfassungswidriger Handlungen“ der politische Prozess gemacht werden sollte. Areco hatte erneut den gemilderten Ausnahmezustand über das Land verhängt, obwohl zuvor vom Kongress die Aufhebung beschlossen wurde.
24. Juli
Libanon/USA/International 1971 – In Miami Beach (US-Bundesstaat Florida) war die achtzehnjährige „Miss Libanon“, Georgina Rizk aus Beirut, zur „Miss Universum“ gekürt worden.
24. Juli
BRD 1971 – In Bayreuth waren die alljährlichen Richard-Wagner-Festspiele eröffnet worden. Sie dauerten bis zum 27. August.
24. Juli
BRD/Fußball 1971 – Das Sportgericht des DFB hatte im Bundesliga-Bestechngsskandal die Spieler Tasso Wild (Hertha BSC), Manfred Manglitz (1. FC Köln), Lothar Ulasß (Eintracht Braunschweig) und Bernd Patzke (Hertha BSC) zu langjährigem Lizententzug verurteilt.
24. Juli
Gewichtheben 1971 – Der sowjetische Gewichtheber Wassili Alexejew hatte in Moskau vier Weltrekorde im Superschwergewicht aufgestellt.
25. Juli
Syrien/Jordanien 1971 – Als Antwort auf die Zerschlagung der palästinensischen Guerillaeinheiten durch Truppen von König Hussein II. hatte Syrien seine Grenzen zu Jordanien geschlossen.
25. Juli
BRD 1971 – In Offenbach (Hessen) war ein Bund der kroatischen Kommunisten gegründet worden. Die neue Organisation wollte gegen extremistische Exilgruppen auftreten und kroatischen Gastarbeitern die problemlose Wiedereingliederung in Jugoslawien möglich machen.
25. Juli
BRD 1971 – Gegen die von Bundesverkehrsminister Georg Leber geplante Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf Bundes- und Landstraßen hatten sich der Deutsche Touring Automobil Club (DTC) und die Kraftfahrer-Vereinigung Deutscher Beamter (KVDB) in München ausgesprochen, zudem keine wissenschaftliche Untersuchung einen solchen Schritt begründen könnte.
26. Juli
USA/Raumfahrt 1971 – Von Kap Kennedy aus war „Apollo 15“ zum fünften bemannten Mondlandeunternehmen der US-Raumfahrt gestartet.
26. Juli
USA 1971 – In Fort McPherson (US-Bundesstaat Geogia) hatte das Kriegsgerichtsverfahren gegen den US-Hauptmann Ernest Medina begonnen, dem die Ermordung von mindestens 102 südvietnamesischen Zivilisten vorgeworfen wurde. Medina war der direkte Vorgesetzte von Oberleutnant William Calley. Dieser war wegen des Massakers in dem südvietnamesischen Dorf My Lai zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden.
27. Juli
Sudan 1971 – Der Generalsekretär der kommunistischen Partei, Abdel Khalek Mehjub, war zum Tod verurteilt worden, weil er zu den Organisatoren des Putschversuchs gegen Staatschef Dschafar Muhammad An Numairi gehörte. Das Urteil war einen Tag später, am 28. Juli, vollstreckt worden.
27. Juli
Europa 1971 – Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hatte zum Abschluss seiner zweitägigen Sitzung in Brüssel (Belgien) mit den Staaten der European Free Trade Association (EFTA) die Errichtung einer Freihandelszone für gewerbliche Erzeugnisse beschlossen.
27. Juli
BRD 1971 – In Bonn hatte Bundesarbeitsminister Walter Arendt ein Fünf-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Darin war u. a. die Einführung eines „Baby-Jahres“ für versicherte Frauen vorgeschlagen worden.
28. Juli
Großbritannien 1971 – Der Vorstand der oppositionellen Labour Party hatte mit 16 zu sechs Stimmen gegen den EWG-Beitritt Großbritanniens gestimmt.
28. Juli
BRD 1971 – Die Illustrierte „Quick“ hatte die geheimen „Berlin-Papiere“ vom März 1971 veröffentlicht. Diese dienten als Grundlage der Viermächteverhandlungen. Darin hatte die Sowjetunion u. a. auf dem Verzicht der Bundespräsenz in West-Berlin bestanden. Regierungssprecher Rüdiger von Wechmar hatte die Papiere als „längst überholt“ bezeichnet. Auf diese Indiskretion hatte Moskau verärgert reagiert.
29. Juli
USA/China 1971 – Die US-Regierung hatte bekanntgegeben, in nächster Zeit auf alle Aufklärungsflüge über China verzichten zu wollen. Mit diesem Schritt sollte eine Gefährdung des geplanten China-Besuchs von Präsident Richard M. Nixon vermieden werden.
29. Juli
Jugoslawien 1971 – In Jugoslawien war mit dem Inkrafttreten einer Verfassungsänderung die Konstituierung des neu geschaffenen Präsidialrats erfolgt.
29. Juli
Großbritannien/Sowjetunion 1971 – Das aus der Sowjetunion herausgeschmuggelte Buch des sowjetischen Wissenschaftlers A. Medwedjew war in London veröffentlicht worden. Darin war über die Beeinträchtigung der politischen Ideologie durch Bürokratie berichtet worden.
30. Juli
Libyen/International 1971 - Auf einer Gipfelkonferenz in der libyschen Hauptstadt Tripolis hatte der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi die Regierungschefs der anwesenden arabischen Staaten zu einer gemeinsamen militärischen Intervention in Jordanien aufgefordert.
30. Juli
BRD 1971 – Die Bundesregierung hatte eine Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz verabschiedet.


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