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Mai 1968 - Studentenunruhen, Notstandsverfassung und Friedensgespräche

Kalender Mai 1968
Studentische Unruhen hatten auch in der BRD Auswirkungen. Für Stunden war der Innenstadtverkehr von Düsseldorf blockiert, weil etwa 6.000 Ingenieurstudenten demonstrierten. Sie wollten eine Reform ihrer Ausbildung und die Umwandlung ihrer Ausbildungsstätten in anerkannte Fachhochschulen erzwingen. Zwischen 30.000 und 80.000 Demonstranten hatten mit einem friedlichen Sternmarsch nach Bonn gegen die geplante Verabschiedung einer bundesdeutschen Notstandsverfassung protestiert. Gleichfalls mit Demonstrationen und Tausenden von Telegrammen an die Ministerpräsidenten der Länder hatten in allen Universitätsstädten der BRD Medizinstudenten bessere Ausbildungsmöglichkeiten und eine höhere Entlohnung für Medizinal-Assistenten gefordert. Außerdem hatten im gesamten Bundesgebiet Tausende von Studenten und Schülern wegen der zweiten Lesung der Notstandsgesetze im Bundestag ihre Universitäten bzw. ihren Unterricht boykottiert. Damit waren sie einem Aufruf des Verbandes Deutscher Studentenschaften gefolgt. Doch trotz der massiven Proteste in der Öffentlichkeit hatte der Deutsche Bundestag die so genannte Notstandsverfassung mit 384 gegen 100 Stimmen bei einer Enthaltung gebilligt. In Paris hatten derweil erstmals offizielle Gespräche zur Beendigung des Vietnamkrieges zwischen den USA und Nordvietnam begonnen, nach Vietcong-Verbände einen Großangriff auf Saigon gestartet hatte. Nordvietnam wollte durch militärische Erfolge seine Verhandlungsposition stärken. Bei all den weltweiten Unruhen war es doch ein Erfolg, dass das Amtsgericht Augsburg endlich per Urteil klar definieren konnte, was der Beruf Hausfrau beinhaltet, nämlich dass der überwiegende Teil der Versorgung von Ehemann und Kindern ihre Arbeitszeit ausfüllt. Ach so! ;-)
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Wichtige Ereignisse im Mai 1968

1. Mai
CSSR 1968 – In der Hauptstadt Prag hatte anstatt der früher üblichen Militärparade zum 1. Mai ein Demonstrationsmarsch von mehreren hunderttausend Menschen stattgefunden. Die freiwillig erschienenen Teilnehmer hatten die Fortsetzung der politischen Liberalisierung in der CSSR gefordert.
1. Mai
USA 1968 – Dass es schon vor 11.000 bis 13.000 Jahren Menschen in Amerika gegeben hatte, ergaben Knochenfunde an der Pazifikküste des US-amerikanischen Bundesstaates Washington. Die bisher ältesten Funde in Mexiko hatten Wissenschaftler auf etwa 10.000 Jahre datiert.
2. Mai
BRD 1968 – Josef Stingl hatte als Nachfolger von Anton Sabel sein neues Amt als Präsident der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angetreten.
2. Mai
Israel 1968 – In Jerusalem wurde der 20. Jahrestag der israelischen Staatsgründung mit der bisher größten Militärparade des Landes gefeiert. Es wurden auch Waffen gezeigt, die im Sechstagekrieg vom Juni 1967 erbeutet worden waren.
3. Mai
Frankreich 1968 – Die Pariser Universität, Sorbonne, deren Besetzung begonnen hatte, war erstmals in ihrer Geschichte nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen demonstrierenden Studenten und der Polizei geschlossen worden.
3. Mai
USA 1968 – In mehreren Großstädten der Vereinigten Staaten hatte ein sogenannter „Marsch der armen Leute auf Washington“ begonnen.
3. Mai
Niederlande 1968 – In Arnheim (Niederlande) war dem 69-jährigen britischen Bildhauer Henry Moore der mit 100.000 Gulden (mehr als 110.000 DM) dotierte „Erasmus-Preis 1968“ durch Prinz Bernhard überreicht worden.
3. Mai
BRD 1968 – Im Schlosstheater waren mit der Oper „Il Conte Ory“ von Giocchino Rossini die Schwetzinger Festspiele eröffnet worden, die bis zum 25. Mai dauerten.
4. Mai
BRD 1968 – In Essen (Nordrhein-Westfalen) war die Sozialistische Deutsche Arbeiter-Jugend (SDAJ) gegründet worden. Der politische Jugendverband sollte junge Kommunisten aus der Bundesrepublik organisieren.
4. Mai
BRD 1968 – Im Beisein des Bauhausgründers, des Architekten und Künstlers, Walter Gropius, war in Stuttgart (Baden-Württemberg) die Ausstellung „50 Jahre Bauhaus“ eröffnet worden.
4. Mai
BRD 1968 – In der Frankfurter Jahrhunderthalle hatte die 26-jährige US-amerikanische Soul- und Gospelsängerin Aretha Franklin zwei bis auf den letzten Platz ausverkaufte Konzerte gegeben.
5. Mai
Vietnamkrieg 1968 – Insgesamt 116 Städte und Militäranlagen in Südvietnam waren von Vietcong-Verbänden angegriffen worden. In Saigon waren der Erste Sekretär der bundesdeutschen Botschaft, Hasso Rüdt von Collenberg, und vier ausländische Journalisten der neuen Angriffswelle zum Opfer gefallen.
5. Mai
Automobilrennsport 1968 – Der Brite Vic Elford hatte auf Porsche 907 die Targa Florio gewonnen. Das älteste europäische Autorennen wurde auf öffentlichen Straßen auf einem Rundkurs in der Nähe von Palermo (Sizilien, Italien) ausgetragen.
6. Mai
Frankreich 1968 – Eine Demonstration gegen die Schließung der Sorbonne und der philosophischen Fakultät in Nanterre hatte sich im Pariser Studentenviertel Quartier Latin zu einer Straßenschlacht ausgeweitet. Es war die erste Straßenschlacht um die besetzte Sorbonne, die im Rahmen der sogenannten Mai-Unruhen stattfand.
6. Mai
Spanien/Gibraltar 1968 – Spanien hatte die Grenze zu Gibraltar geschlossen. Täglich durften lediglich die etwa 6.000 Spanier überwechseln, die in der britischen Kronkolonie arbeiteten.
6. Mai
BRD 1968 – Im Beisein von Bundesverkehrsminister Georg Leber hatten in Artlenburg (Niedersachsen) die Bauarbeiten für den Elbe-Seitenkanal begonnen. Dieser sollte die Niederelbe und den Mittellandkanal verbinden.
7. Mai
BRD 1968 – Der 27-jährige Wilfried Erdmann aus Büchen (Schleswig-Holstein) war nach 415 Tagen auf See mit seiner Jolle „Kathena“ in den Helgoländer Hafen eingelaufen. Er hatte als erster Deutscher allein die Welt umsegelt.
7. Mai
BRD 1968 – Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hatte die letzte Folge der britischen Krimiserie „Mit Schirm, Charme und Melone“ ausgestrahlt.
7. Mai
BRD 1968 – In Schleswig-Holstein hatten Unbekannte drei Seeadlerhorste geplündert. Von den letzten sechs in der Bundesrepublik lebenden Seeadlerpaaren brütete nun lediglich noch ein einziges. Die Seeadlerpaare hatten alle im nördlichsten Bundesland genistet.
8. Mai
BRD 1968 – Für Stunden hatten etwa 6.000 Ingenieurstudenten den Innenstadtverkehr von Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) blockiert. Sie wollten damit eine Reform ihrer Ausbildung und die Umwandlung ihrer Ausbildungsstätten in anerkannte Fachhochschulen durchsetzen.
8. Mai
BRD 1968 – Mit dem William-Shakespeare-Stück „Troilus und Cressida“ in der Regie von Heinrich Koch wurden die 22. Ruhrfestspiele in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) eröffnet. In den Hauptrollen spielten Gerhard Seid und Christine Wodetzki.
8. Mai
USA 1968 – Für seinen Roman „Die Bekenntnisse des Nat Turner“ hatte der US-amerikanische Autor William Styron die bedeutendste Literaturauszeichnung der USA, den Pulitzer-Preis erhalten. Der Roman behandelt eine historische Sklavenrevolte im Jahr 1831, die von dem schwarzen Prediger Nat Turner angeführt worden war.
9. Mai
Vietnamkrieg 1968 – Vietcong-Verbände hatten einen Großangriff auf Saigon gestartet. Nordvietnam versuchte, durch militärische Erfolge seine Verhandlungsposition bei den am 13. Mai in Paris beginnenden Gesprächen mit den Vereinigten Staaten zur Beendigung des Vietnamkrieges zu stärken.
9. Mai
BRD 1968 – Seit der Wiederaufnahme der Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 war im Werk Sindelfingen (Baden-Württemberg) der zweimillionste Mercedes-Benz-Personenwagen vom Band gelaufen.
9. Mai
BRD 1968 – In Wiesbaden (Hessen) war der Grundstein zur Deutschen Klinik für Diagnostik gelegt worden. Das Krankenhaus war dem Beispiel der berühmten Mayo-Klinik in Rochester (US-Bundesstaat New York) gefolgt, um mit Spezialisten aus 40 Disziplinen Diagnosen für die behandelnden Ärzte zu erarbeiten. Die Klinik war die erste ihrer Art im Bundesgebiet.
9. Mai
BRD 1968 – Ein Verbund von Hamburger Firmen hatte im Sinne des anhaltenden Trends zu Markennamen die Bananen-Marke „Onkel Tuca“ auf den deutschen Markt gebracht,
10. Mai
BRD 1968 – Der Springer-Konzern unterlag der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ vor dem Hamburger Landgericht. Nach Meinung des Gerichts war die von der „Zeit“ erhobene Behauptung zulässig, das Springer-Zeitungen die Wahrheit verfälschen würden.
10. Mai
Frankreich 1968 – Es war während einer Studentendemonstration im Pariser Quartier Latin zu stundenlangen blutigen Straßen- und Barrikadenkämpfen mit der schwerbewaffneten Polizei gekommen.
10. Mai
Birma 1968 – Die Südwestküste Birmas (heute Myanmar) war durch einen Taifun mit Windgeschwindigkeiten bis zu 210 km/h verwüstet worden. Dabei waren mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen.
11. Mai
BRD 1968 – Zwischen 30.000 und 80.000 Demonstranten hatten mit einem friedlichen Sternmarsch nach Bonn (Nordrhein-Westfalen) und einer Kundgebung in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) gegen die geplante Verabschiedung einer bundesdeutschen Notstandsverfassung protestiert.
11. Mai
BRD 1968 – In Frankfurt am Main (Hessen) und in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) war das Schauspiel „Kaspar“ von Peter Handke zur Uraufführung gelangt.
12. Mai
Sowjetunion 1968 – Die sowjetische Führung hatte nach Konsultationen mit den Parteichefs der DDR, Polens, Ungarns und Bulgariens von wirtschaftlichen und politischen Sanktionen gegen die CSSR abgesehen. Es hatten sich jedoch Gerüchte über militärische Interventionspläne der UdSSR gehalten.
12. Mai
Großbritannien 1968 – Im Londoner „Empire Pool“-Club waren die „Rolling Stones“ unangekündigt auf die Bühne gegangen und hatten erstmals öffentlich ihren späteren Hit „Jumpin' Jack Flash“ gespielt. Die Single war am 24. Mai auf den Markt gekommen.
13. Mai
Frankreich 1968 – Die Arbeitnehmer des Landes hatten mit einem Generalstreik gegen das brutale Vorgehen der Polizei gegen demonstrierende Studenten protestiert.
13. Mai
Vietnam/USA 1968 – In der französischen Hauptstadt Paris hatte erstmals offizielle Gespräche zur Beendigung des Vietnamkriegs zwischen den USA und Nordvietnam begonnen.
14. Mai
BRD 1968 – Mit Demonstrationsmärschen und Tausenden von Telegrammen an die Ministerpräsidenten der Länder hatten in allen Universitätsstädten der BRD Medizinstudenten bessere Ausbildungsmöglichkeiten und eine höhere Entlohnung für Medizinal-Assistenten gefordert.
14. Mai
BRD 1968 – Erstmals waren auf dem deutschen Markt Scheibenwischer mit Intervall-Schaltern angeboten worden, die das Ein- und Ausschalten der Scheibenwischer automatisch regulieren sollten.
15. Mai
BRD 1968 – Im ganzen Bundesgebiet hatten Tausende von Studenten und Schülern wegen der zweiten Lesung der Notstandsgesetze im Bundestag ihre Universitätsvorlesungen bzw. ihren Unterricht boykottiert. Sie waren damit einem Aufruf des Verbandes Deutscher Studentenschaften gefolgt.
15. Mai
BRD 1968 – Das Kohleanpassungsgesetz war in Kraft getreten. Es sah Maßnahmen zur Sanierung des bundesdeutschen Steinkohlenbergbaus vor und sollte durch die Förderung von Unternehmenskonzentration zu neune Investitionen in Bergbaugebieten führen, besonders im Ruhrgebiet.
15. Mai
Schweden 1968 – Die schwedische Reichsbank hatte aus Anlass ihres 300-jährigen Bestehens den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gestiftet. Dieser sollte erstmals 1969 verliehen werden.
16. Mai
Frankreich 1968 – Streikende Arbeiter hatten sämtliche Produktionsstätten der staatlichen Renault-Werke besetzt. Auch in anderen Wirtschaftsbereichen hatten wilde Streiks begonnen.
16. Mai
Vietnamkrieg 1968 – Die US-amerikanischen Truppen hatten bei Kämpfen im zentralen Hochland Vietnams hohe Verluste erlitten. Mit den 562 Gefallenen der zweiten Maiwoche hatten die Vereinigten Staaten seit dem 1. Januar 1961 insgesamt 22.951 Soldaten verloren. Auf Seiten der Vietcong und Nordvietnam waren etwa 432.000 Soldaten gefallen.
16. Mai
BRD 1968 – Das Amtsgericht Augsburg (Bayern) hatte in einem Urteil festgestellt, dass „Hausfrau“ dann eine Berufsbezeichnung war, wenn eine Ehefrau ihre Arbeitszeit zum überwiegenden Teil der Versorgung von Ehemann und Kindern widmete.
17. Mai
BRD 1968 – Der Deutsche Bundestag hatte die 20. Novelle zum Lastenausgleichsgesetz verabschiedet. In ihr waren neue Hilfen für Heimatvertriebene in Höhe von 1,5 Milliarden DM vorgesehen.
17. Mai
USA 1968 – Die größte Gewerkschaft der Vereinigten Staaten, die United Automobile Workers (UAW), war aus dem Dachverband der US-Gewerschaften ausgeschlossen worden. Die Gewerkschaft der Automobilarbeiter hatte die Zahlung weiterer Beiträge an den Dachverband AFL-CIO verweigert.
17. Mai
International 1968 – Der erste europäische Satellit „Esro II“ war in Vandenberg )Kalifornien) gestartet worden. Eine US-amerikanische „Scout“-Rakete brachte ihn in eine Umlaufbahn.
17. Mai
Frankreich 1968 – Ein Generalstreik hatte sich auf gesamte Industriezweige ausgedehnt.
18. Mai
Nigeria/Biafra 1968 – Im Rahmen des Biafra-Krieges hatten nigerianische Truppen die wichtige Hafenstadt Port Harcourt erobert.
18. Mai
Film/International 1968 – Aus Solidarität mit den protestierenden Arbeitern und Studenten hatten französische Filmregisseure, Produzenten und Kritiker die Vorführhalle des Filmfestivals von Cannes besetzt. Die Festspiele waren deshalb vorzeitig abgebrochen worden.
19. Mai
BRD 1968 – Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatte in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) einen Generalstreik zur Verhinderung der Notstandsgesetze abgelehnt. Dieser Entscheidung hatte sich die Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) am 21. Mai angeschlossen.
19. Mai
Nigeria/Biafra 1968 – Truppen der Zentralregierung in Lagos (Nigeria) hatten im Krieg um die nigerianische Ostregion Biafra den strategisch wichtigen Hafen Port Harcourt erobert.
19. Mai
Vietnam 1968 – Die südvietnamesische Regierung unter Ministerpräsidenten Nguyen Van Loc, die erst ein halbes Jahr im Amt war, trat aus Protest gegen die Friedensverhandlungen zwischen Nordvietnam und den USA in Paris zurück.
20. Mai
BRD 1968 – In Bad Nauheim (Hessen) hatten die Tarifpartner der Metallindustrie einem Einigungsvorschlag der Schlichtungskommission zugestimmt. Dieser sah eine gestaffelte Lohnerhöhung um 7 Prozent vor. Außerdem war in dem neuen Tarifvertrag erstmals eine Schutzklausel gegen Rationalisierungsmaßnahmen der Arbeitgeber enthalten.
20. Mai
Frankreich 1968 – Das wirtschaftliche Leben in Frankreich war durch den größten Streik seit 30 Jahren fast völlig lahmgelegt. Im Ausstand befanden sich mehr als sieben Millionen Arbeitnehmer.
21. Mai
Großbritannien 1968 – Die britische Labour-Regierung hatte sich mit knapper Mehrheit die Zustimmung des Londoner Unterhauses zu ihrer Gesetzesvorlage über Lohn- und Preiskontrollen während der kommenden 18 Monate gesichert.
21. Mai
Großbritannien 1968 – In der britischen Hauptstadt London war Brian Jones, der Gitarrist der Rockgruppe „The Rolling Stones“, wegen Marihuanabesitzes verhaftet worden.
22. Mai
BRD 1968 – Die Pressekommission der Bundesregierung hatte in einem Gutachten festgestellt, dass der Springer-Konzern eine Gefahr für die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik sei.
22. Mai
Frankreich 1968 – Im französischen Parlament war ein Misstrauensantrag der oppositionellen Linksparteien gegen die gaullistische Regierung nur knapp gescheitert. An der notwendigen absoluten Mehrheit von 243 Stimmen hatten nur 11 Stimmen gefehlt.
22. Mai
USA 1968 – In den letzten zwei Jahren waren 282 US-Soldaten aus politischen Gründen ins Ausland desertiert. Das ging aus Angaben des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums hervor. Insgesamt waren etwa 500 GIs fahnenflüchtig.
22. Mai
Schweiz 1968 – Erstmals war in der Schweiz eine Frau Bürgermeisterin geworden. Für ein Jahr hatte die Lehrerin Lise Girardet die Führung der Stadt Genf übernommen.
22. Mai
USA/Azoren 1968 – Etwa 400 Meinlen südwestlich der Azoren war das US-amerikanische Atom-U-Boot „USS Scorpion“ (SSN-589) mit 99 Besatzungsmitgliedern gesunken.
23. Mai
Nigeria 1968 – In der ugandischen Hauptstadt Kampala hatten Friedensverhandlungen zur Beendigung des seit fast einem Jahr andauernden Bürgerkriegs in Nigeria zwischen Vertretern der Zentralregierung in Lagos (Nigeria) und den Rebellen der Ostregion Biafra begonnen.
23. Mai
Fußball 1968 – Im Feijenoord-Stadion von Rotterdam (Niederlande) hatte der italienische Fußballclub AC Mailand durch einen 2:0-Sieg über den Hamburger SV den Europacup der Pokalsieger gewonnen.
24. Mai
BRD 1968 – Die Bundesregierung hatte die Pflicht zur Offenlegung der Bilanzen auch für Großunternehmen, die keine Aktiengesellschaft waren, beschlossen.
24. Mai
BRD 1968 – Einer Schätzung des Deutschen Philologenverbandes würden 1970 in der BRD rund 90.000 Lehrer fehlen. Es würden nur drei Viertel der notwendigen Planstellen besetzt sein.
25. Mai
BRD 1968 – In Büsum (Schleswig-Holstein) hatte der 19-jährige Robert Hübner aus Porz ein Schachturnier internationaler Großmeister gewonnen. Es war ein sensationeller Sieg, denn nur wenige Spieler vor ihm hatten im gleichen Alter einen derartigen Wettbewerb gewonnen.
25. Mai
Fußball 1968 – Der 1. FC Nürnberg mit Trainer Max Merkel war Deutscher Fußballmeister 1968 geworden. Es war dies der neunte Titelgewinn für den Verein gewesen.
26. Mai
Griechenland/International 1968 – Aus einem Untersuchungsbericht des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) ging hervor, dass sich in Griechenland 2.423 Menschen aus politischen Motiven in Haft befanden. Seit demPutsch vom 21. Juni 1967 war der Mittelmeerstaat eine Militärdiktatur.
26. Mai
Island 1968 – Auf Islands Straßen ist nun der Rechtsverkehr Standard. Mit dieser Änderung, der Abkehr vom Linksverkehr, gilt dies nur noch in Großbritannien und in Irland.
26. Mai
Automobilrennsport 1968 – In einem Ford Lotus hatte Graham Hill (Großbritannien) mit 2 sec Vorsprung den 26. Großen Preis von Monaco in Monte Carlo gewonnen und damit seine Führung in der Gesamtwertung der Formel-I-Weltmeisterschaft ausgebaut.
27. Mai
International 1968 – In gleichlautenden Erklärungen hatten die drei Westmächte Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten auf ihre Vorbehaltsrechte für den Notstand verzichtet, falls der Deutsche Bundestag die Notstandsverfassung verabschieden würde. Die alliierten Rechte blieben für West-Berlin weiterhin gültig.
27. Mai
Frankreich 1968 – Die französische Regierung unter Ministerpräsident Georges Pompidou und die Arbeitgeberverbände hatten der Streikbewegung nachgegeben und die meisten Forderungen der Gewerkschaften nach sozialen Reformen, Lohnerhöhungen und einer Modernisierung des Bildungssystems akzeptiert. Die Studentendemonstrationen und Streiks gingen vorerst trotzdem weiter.
27. Mai
BRD 1968 – In Alsdorf (Nordrhein-Westfalen) hatte vor dem Aachener Landgericht der Contergan-Prozess um das gleichnamige Arzneimittel der Firma Chemie Grünenthal begonnen.
28. Mai
BRD 1968 – Das Aktionskomitee „Demokratie im Notstand“, dem bekannte Künstler, Schriftsteller und Professoren angehörten, hatte im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main eine Protestkundgebung gegen die Notstandsverfassung veranstaltet.
28. Mai
BRD 1968 – In einer in Bonn vorgelegten Denkschrift hatte die Arbeitsgemeinschaft der Bundesländer zur Reinhaltung des Rheins auf die sich seit 1949 ständig verschlechternde Wasserqualität des Rheins hingewiesen.
28. Mai
BRD 1968 – In Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) war dem Maler und Graphiker Helmut Andreas Paul (HAP) Grieshaber der mit 20.000 DM dotierte Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verliehen worden.
29. Mai
Rhodesien/International 1968 – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York hatte über Rhodesien (heute Simbabwe) ein totales Handelsembargo verhängt. Damit sollte die Regierung dieses afrikanischen Staates zur Aufgabe ihrer Politik der Rassendiskriminierung gezwungen werden.
29. Mai
USA 1968 – Die Suche nach dem Atom-Unterseeboot „Scorpion“ der US-Marine im Atlantik war ergebnislos geblieben. Das U-Boot war seit dem 21. Mai verschollen.
29. Mai
Fußball 1968 – Im Londoner Wembley-Stadion hatte die Mannschaft von Manchester United mit einem 4:1-Sieg über Benfica Lissabon in der Verlängerung den Europokal der Fußball-Landesmeister gewonnen.
30. Mai
BRD 1968 – Der Deutsche Bundestag hatte die so genannte Notstandsverfassung mit 384 gegen 100 Stimmen bei einer Enthaltung gebilligt, ungeachtet der heftigen Proteste der Öffentlichkeit.
30. Mai
Frankreich 1968 – Staatspräsident Charles de Gaulle hatte die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen angekündigt. Diese sollten Ende Juni stattfinden.
30. Mai
CSSR 1968 – Der ehemalige Parteichef und Staatspräsident, Antonín Novotný, war mit einer Zweidrittel-Mehrheit aus dem Zentralkomitee der KPC ausgeschlossen worden. Damit hatte er seine letzte politische Funktion verloren. Seine Partei-Mitgliedschaft ruhte.
31. Mai
Großbritannien 1968 – In London war der 67-jährige britische Pressemagnat Cecil King vom Aufsichtsrat des britischen Zeitungs- und Zeitschriftenkonzerns „International Publishing Corporation“ entlassen worden. Er hatte in dem Massenblatt „Daily Mirror“ am 10. Mai den Rücktritt von Premierminister Harold Wilson gefordert.
31. Mai
Sowjetunion/CSSR 1968 – Sowjetische Truppen waren zu „Stabsmanövern“ in die CSSR eingerückt. Nach den ständigen Beratungen der Sowjetunion mit den Staats- und Parteiführungen der Warschauer-Pakt-Staaten seit dem 8. Mai hatte sich die Möglichkeit einer militärischen Intervention der UdSSR in der CSSR abgezeichnet.
31. Mai
Algerien 1968 – Die Regierung des Landes hatte die letzten Privatbanken verstaatlicht. Bereits am 1. November 1967 war der Zahlungsverkehr mit dem Ausland zum Monopol der algerischen Staatsbanken erklärt worden.

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