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März 1920 - Politiker auf der Flucht

Kalender März 1920
In Berlin erklärte sich der 61-jährige Jurist und Politiker Wolfgang Knapp am 13. März 1920 mit der Unterstützung von General Walther Freiherr von Lüttwitz zum Reichskanzler. Die bisherige Reichsregierung verließ die Reichshauptstadt und floh zunächst nach Dresden und später nach Stuttgart. Von den sozialdemokratischen Ministern und Gewerkschaftsführern wurde der Generalstreik ausgerufen. Die übrigen Gewerkschaften und die Ministerialbeamten schlossen sich dem Streik an.
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Wichtige Ereignisse im März 1920

1. März
Eine Anordnung des Wehrministers verlangte die Auflösung der Freikorps. General von Lüttwitz verweigerte die Ausführung dieser Anordnung.
1. März
In Baden-Baden wurde zwischen Deutschland und Frankreich ein Abkommen getroffen, die Rheinhäfen
Straßburg und Kehl gemeinsam unter einem französischen Hafendirektor zu verwalten.
1. März
Der Oberbefehlshaber der ungarischen gegenrevolutionären „Nationalarmee“, Miklos Horthy, wurde zum Reichsverweser von Ungarn ernannt und erhielt die Rechtes eines Königs mit Einschränkungen
1. März
Das 25-jährige Jubiläum des Dirigenten Arthur Nikisch wurde in der Berliner Philharmonie mit einem Festkonzert begangen, bei dem der Sohn des Dirigenten, Mitja, als Pianist mitwirkte.
1. März
In Berlin wurde mit 1800 Zuschauern die Freie Volksoper eröffnet.
2. März
Damit fällige Zahlungen an die Alliierten gesichert werden konnten und der Versailler Friedensvertrag erfüllt werden konnte, ordnete die Reichsregierung die Enteignung aller deutschen Handelsschiffe mit mehr als 1600 BRT an.
2. März
Das Reichsgericht wies in letzter Instanz zwei Klagen eines Aktionärs gegen Beschlüsse der AG-Generalversammlungen aus dem Jahr 1917 ab.
3. März
Laut einem Entwurf der Reichsregierung zur Neuregelung der Versorgung von Kriegsopfern (Reichsversorgungsgesetz) sollte die Rente sich in Zukunft an dem Grad der Invalidität orientieren.
3. März
Der Ausschuss, der den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk vorbereiten sollte, begann eine Besichtigungsreise im Raum Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Die Gemeinden des Ruhrgebiets forderten am 5. März eine schnellere Einführung des Siedlungsverbands.
3. März
Durch die Entwertung der Mark wurden sämtliche Chemie-Erzeugnisse teurer. Der Silberpreis lag bei 2300 M je kg.
4. März
In Oslo beschloss das norwegische Parlament (Storting) den Beitritt Norwegens zum Völkerbund. Die Vertreter der Arbeiterpartei und der führende Vertreter der Rechten, Carl Joachim Hambro, stimmte gegen diese Entscheidung.
4. März
In Berlin wurde die Kleist-Gesellschaft gegründet. Der Vorstand setzte sich aus Gerhard Hauptmann, Max Liebermann, Ricarda Huch und Hans Pfitzner zusammen.
5. März
Trotz Gegenstimmen der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) wurde von der Nationalversammlung ein Gesetz über die Verfolgung von Kriegsverbrechen beschlossen.
5. März
Auf Beschluss des Landtages von Braunschweig wurden die Arbeiterräte aufgehoben.
5. März
Vom US-Senat wurde mit großer Mehrheit eine Erleichterung des deutsch-amerikanischen Handels beschlossen.
6. März
In Berlin kam es im Hotel Adlon zu einem Zusammenstoß zwischen Mitgliedern der französischen Kommission und deutschen Gästen. Unter den deutschen Gästen befand sich Prinz Joachim Albrecht von Preußen, der in den folgenden Tagen in Schutzhaft genommen wurde, nachdem sich die deutsche Regierung bei den Franzosen entschuldigt hatte.
6. März
Die linksliberale Regierung von Ministerpräsident Nils Eden trat in
Schweden zurück, nachdem ein radikales Gemeindesteuerprogramm am Widerstand der Liberalen gescheitert war. Der Sozialdemokrat, Hjalmar Branting, wurde Nachfolger von Eden. Seine Regierung ist weltweit die erste sozialdemokratische Regierung, die ohne Umsturz an die Macht kam.
6. März
Der russische Volkskommissar des Äußeren, Georgi W. Tschitscherin, informierte die polnische Regierung in einem Brief über den russischen Wunsch nach einem Friedensschluss. Tschitscherin bat am 9. März die Alliierten Polen entsprechend zu beeinflussen.
6. März
In Leipzig endete die Frühjahrsmesse.
6. März
In Berlin wurde die Komödie „Der Herr Minister“ von Paul Schirmer uraufgeführt.
7. März
Auf der Generalversammlung des Deutschen Bauernbundes wurde die Politik der DDP gebilligt.
7. März
In Flensburg fanden Kundgebungen und Demonstrationen der deutschen und dänischen Bevölkerungsgruppen mit Blick auf die Abstimmung über das Grenzgebiet Nordschleswig statt, die am 14. März stattfinden sollte.
8. März
Die Vergütung von Leistungen für die feindlichen Heere im besetzten Reichsgebiet wurde von der Nationalversammlung geregelt.
8. März
In der Galerie Barbazanges in Paris wurde „Musique d’ameublement (Musik für Einrichtungsgegenstände)“ des französischen Komponisten Erik Satie uraufgeführt.
9. März
Das Reichskabinett stimmte der Verordnung über den Eisenwirtschaftsbund zu.
9. März
Im Ufa-Palast in Berlin fand die Uraufführung des Films „Kohlhiesels Töchter“ von Regisseur Ernst Lubitsch mit Henny Porten und Emil Jannings in den Hauptrollen statt.
10. März
Der preußische General und Oberbefehlshaber der Truppen im Großraum Berlin, Walther Freiherr von Lüttwitz, forderte Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) endgültig auf, den Befehl über die Auflösung der Freikorps vom 29. Februar zurückzunehmen. Gleichzeitig forderte er eine Neuwahl des Reichstages und eine Wahl des
Reichspräsidenten durch das Volk.
10. März
Im Reichswirtschaftsrat in Berlin wurde ein Plan des Unterstaatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Prof. Hirsch präsentiert. Der Plan beinhaltete die Steigerung der Produktion der Landwirtschaft, die Anhebung der Kohleförderung, die Beschaffung von Wohnraum für 150.000 Bergleute, Zusammenlegungen von Betrieben und technische Verbesserungen durch Normung und Typisierung.
10. März
Gecharterte holländische Schiffe nahmen den Linienverkehr nach Hinterindien und Indonesien auf.
11. März
Reichswehrminister Gustav Noske (MSPD) ordnete die Absetzung des Oberbefehlshabers der Truppen im Großraum Berlin, Walther Freiherr von Lüttwitz an.
11. März
In London fand ein außerordentlicher Kongress britischer Gewerkschaften statt. Die Teilnehmer lehnten den Generalstreik zur Durchsetzung der Sozialisierung im Bergbau ab und forderten stattdessen politische Aktionen.
12. März
Reichsfinanzminister Erzberger trat von seinem Posten zurück, nachdem im Berliner Erzberger/Helfferich-Prozess der frühere Staatssekretär Dr. Helfferich nur zu einer geringfügigen Geldstrafe wegen übler Nachrede verurteilt worden war.
12. März
Mit dem Einmarsch einer Marinebrigade, die von Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt geführt worden war, begann in der Nacht zum 13. März der sogenannte Kapp-Putsch, der bis zum 17. März dauerte.
12. März
Am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin wurde das Schauspiel „Der Marquis von Keith“ von Carl Sternheim unter der Inszenierung von Leopold Jessner mit Fritz Kortner, Tilla Durieux und Lothar Müthel in den Hauptrollen uraufgeführt.
13. März
In Paris fand die dritte Tagung des Völkerbundsrats statt. Es wurde eine Kommission zur Untersuchung der aktuellen Lage in Sowjetrussland gebildet. Die sowjetische Regierung lehnte die Einreise der Kommission mit der Begründung des schwelenden polnisch-russischen Konflikts ab.
13. März
Mit den USA wurde eine Lieferung von Kali im Wert von 3,5 Milliarden Mark aus Deutschland abgeschlossen.
13. März
Theodor Heuss richtete eine Schrift gegen den Militärputsch mit dem Titel „Kapp-Lüttwitz, das Verbrechen gegen die Nation“.
13. März
Im Reußischen Theater in Gera wurde das Lustspiel „Rolands Knappen“ von Karl von Felner uraufgeführt.
13. März
In Leipzig wurden die vier Grotesken „Der Papierreifen“ von Wilhelm Stücklen uraufgeführt.
13. März
Berlin erhielt mit dem Neuen Volkstheater ein Theater, das 1000 Zuschauern Platz bot.
14. März
Der Militärputsch vom 13. März wurde von allen Parteien des Deutschen Reiches abgelehnt. Nur einige deutschnationale Politiker unterstützten die Putschisten. Wolfgang Knapp konnte keine Kabinettsliste zusammenstellen.
14. März
In Sachsen-Gotha übernahm der Vollzugsrat, der aus Mitgliedern der USPD und KPD bestand, die politische Macht und rief das „revolutionäre Rätesystem“ in Sachsen-Gotha aus. Die Landesregierung Grabow-Schauder, die von der USPD getragen wurde, hatte tags zuvor die Übernahme der öffentlichen Gewalt für ihr Staatsgebiet erklärt. Sachsen-Gotha bildete das Zentrum des mitteldeutschen Widerstandes gegen die Reichsregierung.
14. März
In der 2. Abstimmungszone Schleswigs (Flensburg) stimmten etwa 53.000 für Deutschland und 13.000 für Dänemark.
14. März
In München forderte General Arnold von Möhl die bayerische Landesregierung zum Rücktritt auf. Ministerpräsident Johannes Hoffmann (MSPD) trat daraufhin zurück. Sein Nachfolger wurde am 16. März der rechtsgerichtete Gustav von Kahr.
14. März
Die Münchener Gewerkschaften riefen gegen den politischen und militärischen Druck rechter Kreise erfolgreich zum Generalstreik auf.
14. März
Die deutsche Reichsregierung zog sich nach Stuttgart zurück.
14. März
In Leipzig begann die Technische Messe, die bis zum 20. März dauerte. Die Messe war als „Heerschau der deutschen Technik“ konzipiert.
15. März
Im Ruhrgebiet bildete sich parallel zum Generalstreik im Deutschen Reich die Rote Ruhrarmee aus linken Arbeitern. Sie kämpften mit rund 60.000 Mann gegen die putschistischen Freikorps und Kapp-Anhänger in der Reichswehr und für die Ziele der Novemberrevolution von 1918.
15. März
In Berlin nahmen die Putschisten um Wolfgang Kapp und General Walther Freiherr von Lüttwitz Kontakt zu Vertretern der deutschen Reichsregierung auf.
15. März
Nach Aufrufen von Gewerkschaften und Parteien brach ein Generalstreik, der gegen die Putschisten gerichtet war, im Deutschen Reich aus. An ihm waren rund 12 Millionen Beschäftigte beteiligt.
16. März
Alliierte Truppen marschierten in die türkische Hauptstadt Konstantinopel (Istanbul) ein und besetzten die Regierungsgebäude. Die Türkei soll damit zum Abschluss eines Friedensvertrages gezwungen werden. Im April kam es zu Kämpfen zwischen türkischen Nationalisten und den Truppen der Alliierten.
16. März
In München bildete der Regierungspräsident Oberbayerns, Gustaf Ritter v. Kahr eine Regierung aus BVP und DDP ohne Beteiligung der Sozialisten.
16. März
Das Staatliche Schauspielhaus und die Staatsoper in Berlin blieben wegen des Generalstreiks bis zum 23. März geschlossen.
17. März
Der Kapp-Putsch von 13. März scheiterte, als Wolfgang Kapp seinen Rücktritt als Reichskanzler erklärte und nach Schweden floh. Die Nationalversammlung beendete den Generalstreik. Das Vermögen der Putschisten wurde am 25. März vom Reichsgericht beschlagnahmt.
17. März
Die Rote Ruhrarmee besiegte das Freikorps Lichtschlag und besetzte Dortmund. Am 19. März zog sich die Reichswehr aus dem Ruhrgebiet zurück.
17. März
Der preußische Innenminister Heine trat zurück.
17. März
Auch in Bayern wurde der Generalstreik beendet.
18. März
In Stuttgart beriet die Nationalversammlung über die politische Lage nach dem Kapp-Putsch. Reichswehrminister Gustav Noske (MSPD) trat nach heftiger Kritik am 22. März zurück und wurde am 26. Juni 1920 Oberpräsident von Hannover. An der Sitzung nahmen wenige Abgeordnete der rechten Parteien DNVP und DVP teil.
18. März
Das Parlament von Coburg billigte fast einstimmig den Staatsvertrag über den Anschluss an Bayern.
19. März
Die Rote Armee eroberte Essen, Oberhausen, Elberfeld und Düsseldorf, worauf sich die Reichswehr aus dem Ruhrrevier zurückzog. Bei Wesel wurde weitergekämpft.
19. März
Alliierte Diplomaten gratulierten der Reichsregierung zum Ende des Militärputsches.
19. März
Der US-Senat in Washington, D. C., lehnte die Ratifizierung des Vertrages von Versailles und den Beitritt zum Völkerbund ab.
19. März
In Leipzig tagte ein Ingenieurkongress unter Leitung des Ministerialdirektors Dr. Bredow aus Anlass der Technischen Messe.
19. März
In Darmstadt fand eine Ausstellung grafischer Werke von Max Beckmann statt.
20. März
Die Reichsregierung und die Nationalversammlung kehrten von Stuttgart nach Berlin zurück. USPD und KPD lehnten den Abbruch des Generalstreiks ab, der trotzdem für beendet erklärt wurde. Die KPD forderte sogar eine Fortsetzung des Generalstreiks bis zur endgültigen Niederlage der „Offiziersclique“.
20. März
In Essen wurde ein Zentralrat der Arbeiterräte, die im Ruhrgebiet die Macht übernommen hatten, gebildet. In Mülheim/Ruhr wurde eine Kampfleitung der Roten Armee gebildet.
20. März
In Cork in Irland wurde der republikanische Oberbürgermeister Thomas MacCurtain ermordet. Dadurch verschlechterten sich die britisch-irischen Beziehungen weiter. Zu Beginn des Jahres hatten sich die Zusammenstöße zwischen den britischen Streitkräften und der irischen Unabhängigkeitsbewegung gehäuft.
21. März
In Ungarn wurde der Fortbestand des Königtums als Staatsform durch eine Regierungsverordnung bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde die derzeitige Thronvakanz festgestellt.
22. März
Der Allgemeine Deutsch Gewerkschaftsbund (ADGB), die MSPD und die USPD erklärten den am 13. März ausgerufenen Generalstreik für beendet. Die regierende MSPD hatte zuvor ein Achtpunkteprogramm mit Forderungen der Arbeiter unterzeichnet. Es ging darin unter anderem um den Truppenrückzug, eine Umgestaltung der Sicherheitswehr und die Bildung einer Arbeiterregierung. Am 23. März stimmten auch die sogenannten revolutionären Betriebsräte Berlins mit knapper Mehrheit für eine Unterbrechung des Generalstreiks.
22. März
Der deutsche Reichswehrminister Gustav Noske (MSPD) trat zurück. Er war innerhalb der Gewerkschaften aber auch in seiner eigenen Partei wegen seiner Militär-freundlichen Politik sehr umstritten. Außerdem war er bei weiten Teilen der Arbeiterschaft wegen der brutalen Bekämpfung von Demonstrationen und Aufständen verhasst.
22. März
Auf einer Hamborner Zeche wurde der Betriebsdirektor Heinrich Sebold von Aufständischen ermordet.
22. März
Gemäß Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung berief Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) den DDP-Politiker Arnold Paulssen als Reichskommissar mit außerordentlichen Vollmachten für die sieben thüringischen Staaten. Ebert reagierte damit auf den in Thüringen ausgebrochenen Aufstand. Artikel 48 erlaubte den Eingriff des Reiches in die Rechte der Länder. Die Verordnung wurde am 10. April wieder aufgehoben.
23. März
Im vogtländischen Plauen wurden 23 gefangene Arbeiter von dem KPD-Anhänger Max Hölz aus dem Gefängnis befreit. Hölz galt im Vogtland mit seiner Roten Armee als Volksheld. Er versorgte ärmere Schichten mit lebenswichtigen Gütern.
23. März
Um Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe im Ruhrgebiet zu erörtern, tagten unter Leitung von Reichs- und Staatskommissar für Westfalen, Carl Severing (MSPD) in Bielefeld Regierungs-, Partei- und Gewerkschaftsvertreter sowie Vertreter lokaler Behörden. Die Reichswehr war gegen solche Verhandlungen. Die Rote Ruhrarmee und Vollzugsräte kontrollierten inzwischen fast das gesamte Ruhrgebiet.
23. März
In Bukarest wurde General Alexandru Averescu Nachfolger von Ministerpräsident Alexandu Vajda-Voevod, der eine politisch gemäßigte Koalitionsregierung geführt hatte. Der bisherige Innenminister Averescu, der sich großer Beliebtheit erfreute, gewann mit der neu gegründeten Volkspartei bei den Parlamentswahlen im Mai einen überwältigenden Sieg.
24. März 1920
Die Reichsregierung und die Aufständischen im Ruhrgebiet schlossen im sogenannten Bielefelder Abkommen einen Waffenstillstand und übernahmen das Berliner Achtpunkteprogramm vom 22. März. Die ordentlichen Verwaltungsbehörden sollten wieder eingesetzt werden und die Arbeiter sollten ihre Waffen innerhalb einer festgesetzten Frist an die Reichswehr übergeben.
24. März
Der sozialdemokratische Gewerkschaftsführer Carl Legien lehnte es ab, Kanzler einer parlamentarischen Regierung aus SPD, DDP und Zentrum zu werden.
25. März
In Budapest wurde Alexander Simonyi-Semedan Nachfolger von Ministerpräsident Karl Huszar, blieb allerdings nur drei Monate im Amt.
25. März
In Berlin traten die Reichsregierung und die preußische Staatsregierung, die beide von der MSPD geführt wurden, zurück. Tags zuvor hatte Carl Legien es abgelehnt, Kanzler einer Koalitionsregierung aus MSPC, DDP und Zentrum zu werden.
25. März
Die Reichsregierung bat Frankreich um die Erlaubnis, die Reichswehr gegen die Rote Ruhrarmee einzusetzen, da das Aufstandsgebiet teilweise zur entmilitarisierten 50-km-
Zone östlich des Rheins gehört.
26. März
Der MSPD-Politiker Hermann Müller wurde mit der Bildung einer neuen Reichsregierung beauftragt. Am 27. März nahm ein Koalitionskabinett aus MSPD, Zentrum und DDP seine Arbeit auf. Auch in Preußen kam es zu einer Neubildung der Regierung unter Ministerpräsident Otto Braun von der MSPD.
26. März
Gegen die Führer des Kapp-Putsches wurde Haftbefehl erlassen. Wolfgang Kapp und Walther Freiherr von Lüttwitz gelang es, sich durch Flucht einer Verhaftung zu entziehen.
26. März
Im Ruhrbergbau wurde der Streik wiederaufgenommen. Daran beteiligten sich etwa 75 Prozent der Bergarbeiter. Der Zentralrat verlangte Verhandlungen mit der Reichsregierung und eine Kampfeinstellung. Die Mühlheimer Kampfleitung dagegen forderte die Fortsetzung des Kampfes und die Auflösung der Reichswehr.
26. März
Im Burgtheater in Wien fand die Uraufführung des Dramas „Die Schwestern oder Casanova in Spa“ von Arthur Schnitzler statt.
27. März
Der Essener Zentralrat beschloss die Einstellung des Kampfes und bat die Reichsregierung um neue Verhandlungen.
27. März
In Tirana in Albanien trat der neu gewählte Nationalrat zusammen. Er bestätigte die am 28. Januar in Lushnje gebildete Gegenregierung unter Ministerpräsident Suleyman Bey Delvino und beschloss eine vorläufige Verfassung. Während die Durazzo-Regierung unter Staatspräsident Turchan Pascha sich allmählich aufzulösen scheint, gelang der Regierung in Tirana mit dem Abzug französischer Truppen am 11. März und 21. Juni ein diplomatischer Erfolg.
27. März
Im Nationaltheater in Weimar wurde das Stück „Hirtenlied“ von Gerhart Hauptmann uraufgeführt.
28. März
Die Reichsregierung lehnte Verhandlungen mit den aufständischen Arbeitern im Ruhrgebiet ab und forderte endgültig ein Ende des Aufstands. Die Reichswehr unter General von Watter verlangte zusätzlich die Abgabe der Waffen, die Auslieferung von Gefangenen und die Auflösung der Vollzugsräte bis zum Mittag des 31. März.
28. März
In Bulgarien gewann der Bauernbund bei den Parlamentswahlen Stimmen hinzu und erreichte 110 Mandate. Die Kommunisten erreichten 50 Mandate, während die Sozialisten an Stimmen verloren. Die Sozialisten verließen daraufhin die Regierung des Ministerpräsidenten und Bauernführers Alexander Stamboliski.
28. März
Im Großen Schauspielhaus in Berlin wurde das Drama „Der weiße Heiland“ von Gerhart Hauptmann unter der Regier von Karlheinz Martin mit Alexander Moissi und Emil Jannings in den Hauptrollen uraufgeführt.
28. März
In Berlin wurde der Film „Romeo und Julia im Schnee“ von Hanns Kräly und Ernst Lubitsch uraufgeführt.
29. März
Im britischen Unterhaus in London fand die zweite Lesung des „Government of Ireland Act“ statt. Der britische Premierminister David Lloyd George will mit dem Gesetzentwurf den Forderungen der irischen Nationalisten nach vollständiger Unabhängigkeit entgegenwirken.
29. März
Reichswehrminister Otto Geßler (DDP) entließ als Folge des Kapp-Putsches mehrere Generale, darunter auch der frühere Chef der deutschen Kolonialtruppen in Ostafrika Paul von Lettow-Vorbeck.
29. März
Die Reichsregierung bevollmächtigte die Reichswehr unter General Watter, den Aufstand im Ruhrgebiet mit militärischen Mitteln zu beenden. Nach Vermittlung von Gewerkschaftsfunktionären zwischen Reichsregierung und Zentralrat der Arbeiterräte setzt das Kabinett den Aufständischen eine Frist bis zum 2. April.
29. März
In Wien wurde die grafische Sammlung Albertina neu eröffnet. Diese galt als bedeutendste Sammlung von Druckgrafiken auf der Welt.
30. März
In Berlin sprach die Nationalversammlung der Regierung gegen die Stimmen der DNVP das Vertrauen aus.
30. März
Die Steuerhoheit der Länder wird durch die Verabschiedung des Reichslandessteuergesetzes durch die Nationalversammlung weitgehend abgeschafft.
30. März
In Sachsen-Weimar trat die USPD in die Regierung ein. In Gotha kam es zu einer Parlamentskrise zwischen der USPD und den übrigen Parteien.
30. März
Gewerkschaftsfunktionäre vermittelten erneut zwischen der Reichsregierung und dem Zentralrat. Das Kabinett verlängerte die Fristen des Ultimatums um 48 Stunden.
31. März
Auf einer Konferenz in Münster bestätigten Vertreter der Parteien und die Vollzugsräte das Bielefelder Abkommen von 24. März und setzten den Termin für die Übergabe der Waffen auf den 2. April fest.
31. März
Der zwischen dem Deutschen Reich und Schweden geschlossene Handels- und Schifffahrtsvertrag wurde verlängert. Mit Holland wurde ein Lebensmittelkreditabkommen vereinbart.

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