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August 1920 - Vertrag von Sèvres

Kalender August 1920
Im Vertrag von Sèvres der am 10. August 1920 zwischen den Alliierten Siegermächte des Ersten Weltkriegs und der Türkei wurde, beinhaltet daß das ehemalige Osmanische Reich auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe reduziert wird. Das Land verlor zudem seine Finanzhoheit an die Alliierten. Der Vertrag ist Bestandteil der  Pariser Vorortverträgen, die den Krieg formal beendeten Die türkischen Nationalisten unter Mustafa Kemal Pascha (später Kemal Atatürk) erkannten den Vertrag nicht an. eist38zx2
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Wichtige Ereignisse im August 1920

1. August
In London fand seit 31. Juli der Gründungskongress der britischen Kommunistischen Partei statt. Die Hauptpunkte im Programm der Partei sind das Bekenntnis zum Rätesystem und zur Diktatur des Proletariats. Der Kongress plädierte außerdem für den Anschluss an die dritte Internationale.
1. August
Der deutschstämmige russische Regisseur und Theaterleiter Wsewolod E. Mejerchold (eigentlich Karl Theodor Kasimir Meyerchold) übernahm in Moskau die Leitung des Theatersektors des sowjetischen Ministeriums für Volksbildung. Mejerhold wollte im Rahmen der Bewegung „Theater-Oktober“ den Theaterbetrieb durch proletarische Kunst revolutionieren. Daher organisierte er Agitprop Theater und Massenschauspiele. Im Oktober 1920, drei Jahre nach der erfolgreichen Revolution, rief er den „Oktober im Theater“ aus.
1. August
Das proletarische Massenspiel „Spartacus“, das von Josef von Fielitz inszeniert wurde, wurde in Leipzig aufgeführt.
1. August
Im Juli stieg die Arbeitslosigkeit um 23,5 Prozent. Etwa 400.000 Menschen sind Hauptunterstützungsempfänger. Die Reichsregierung hat für langfristig Arbeitslose 35 Millionen Mark bereitgestellt.
2. August
Ein Amnestiegesetz des Reichstags gewährte allen Personen Straffreiheit, die an einem hochverräterischen Unternehmen gegen das Reich mitgewirkt hatten. Ausgenommen davon sind Urheber und Anführer sowie rohe und eigennützige Taten.
2. August
In Kiel fand eine internationale Konferenz sozialdemokratischer Jugendverbände statt. Die baldige Gründung einer Jugend-internationale wurde beschlossen.
2. August
In Genf fand bis zum 6. August der internationale Bergarbeiterkongress statt. Die Teilnehmer sprachen sich für die Sozialisierung des Bergbaus in allen Ländern aus.
2. August
In Essen fand die erste Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Wissenschaft und Leben im rheinisch-westfälischen Industriegebiet statt.
2. August
In Tirana wurde ein Abkommen geschlossen, in dem die italienische Regierung die nationale Integrität und Unabhängigkeit Albaniens anerkannte. Italienische Truppen hatten Albanien im Weltkrieg besetzt.
2. August
In Paderborn gründeten die katholischen Verbände einen Zentralbildungsausschuss zur Förderung der katholischen Bildungsarbeit.
3. August
Die deutsche Regierung erhielt durch das „Reichsgesetz über die vereinfachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der Übergangswirtschaft“ besondere Vollmachten für die Wirtschaftspolitik. Auf Basis des Gesetzes konnte die Regierung mit Zustimmung des Reichsrats und eines Reichstagsausschusses bis zum 1. November 1920 entsprechende gesetz-vertretende Verordnungen erlassen.
3. August
In Marburg fand vom 31. Juli bis zum 3. August der 15. Freistudententag statt. Es wurde ein Aktionsprogramm beschlossen, das unter anderem die Errichtung politischer Arbeitsgemeinschaften, Bildungsarbeit, Engagement bei der Hochschulreform und Maßnahmen zur wirtschaftlichen Selbsthilfe umfasste. Freistudenten waren solche Studenten, die keiner Kooperation angehörten. Der Zentralverband der Deutschen Freien Studentenschaften wurde 1900 gegründet.
3. August
Der Reichstag verabschiedete das Gesetz über die Beitragsleistung bei der Neckar-Main-und Donaukanalisierung.
3. August
Die erste internationale Flugverbindung zwischen Skandinavien, Deutschland, Holland und England, die Europa-Nord-West-Flug, wurde eröffnet.
3. August
Rektor Eduard Meyer hält die Gedächtnisrede auf den Stifter der Berliner Universität, König Friedrich Wilhelm III.
4. August
Finnland vergab bedeutende Aufträge an deutsche Werften.
4. August
Russland erhielt landwirtschaftliche Maschinen aus Deutschland.
5. August
Gegen die Stimmen der USPD, KPD und Teile der DNVP verabschiedete der Reichstag ein Gesetz über die Entwaffnung der Bevölkerung.
5. August
In Genf wurde vom Internationalen Sozialistenkongress die Gründung des internationalen Arbeitsamtes durch den Völkerbund begrüßt. Nun werden Initiativen zur Bildung eines internationalen Parlamentes erwartet.
5. August
Die Regierung bestätigte vor dem Reichstag ihre Bereitschaft, die Sozialisierung des Kohlenbergbaues voranzutreiben.
5. August
Die Reichsregierung veranlasste den sogenannten Volkswirtschaftsausschuss des deutschen Reichstags zur Herabsetzung der Vieh- und Fleischpreise.
6. August
Der Reichspräsident ernannte einen Reichskommissar für die Angelegenheiten der Entwaffnung.
6. August
In Stettin wurde eine Seeschifffahrtsgruppe Ostsee gegründet. Darin sind alle Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen der Ostseehäfen vereinigt.
6. August
In Jena fand der elfte Verbandstag des Verbands der Studentinnenvereine Deutschlands statt. Beraten wurde die Frage, wie sich der Verband bei der zunehmenden politischen Polarisierung an den Hochschulen seine Überparteilichkeit bewahren kann.
6. August
Bei den ersten Rhön Wettbewerben, die von der Zeitschrift „Flugsport“ von Oskar Ursinius gefördert wurden, gelang Bruno Poelke der erste Segelflug mit einer Dauer von 8 Sekunden.
7. August
Zwischen Deutschland und Dänemark wurde der regelmäßige Flugverkehr eröffnet.
7. August
Von der Reichsregierung wurde das am 5. August gegen die Stimmen von USPD, MSPD und Teile der DNVP beschlossene Entwaffnungsgesetz verkündet. Gemäß Artikel 177 des Versailler Vertrages regelte es die Entwaffnung der Zivilbevölkerung.
7. August
Das britische Unterhaus billigte in dritter Lesung das Gesetz über die Wiederherstellung der Ordnung in Irland mit 206 gegen 18 Stimmen. Die Zuständigkeit der Militärgerichte in Irland wurde erheblich erweitert.
7. August
In Budapest billigte die ungarische Nationalversammlung in dritter Lesung eine Ausdehnung der Rechte des Reichsverwesers. Er erhielt unter anderem das Recht, den Reichstag aufzulösen und auf ausländischem Boden Krieg zu führen.
7. August
In Fulda fand die erste Tagung des Verbandes katholischer Schüler höherer Lehranstalten in Norddeutschland mit 15.000 Mitgliedern statt.
8. August
In Salzburg fand eine Tagung der Deutschen Arbeiterpartei, der Deutsch Sozialistischen Partei und der Deutschen Nationalsozialistischen Partei in den Sudetenländern und Österreich statt. Sie bildeten eine „Zwischenstaatliche Kanzlei der Nationalsozialistischen Partei des deutschen Volkes“. Darin vertrat Adolf Hitler die NSDAP.
8. August
In Wien wurde die großdeutsche Volkspartei gegründet. Sie ging aus der deutsch nationalen Bewegung Österreich-Ungarns hervor.
8. August
In Frankfurt wird die Komödie „Neunzehnhundert-neunzehn“ von Tony Impekoven und Carl Mathern uraufgeführt.
9. August
In Essen fand die Gesamtsitzung der Arbeitskammer für den Ruhrkohlenbergbau statt. Dabei wurde über die Funktion der Sicherheitsmänner im Bergbau beraten.
9. August
Der Friedensvertrag, der am 27. November 1919 im französischen Neuilly-sur-Seine zwischen Bulgarien und den Alliierten geschlossen worden war, trat in Kraft. Mit dem Vertrag von Sèvres zählt der Vertrag von Neuilly zu den fünf Pariser Vorortverträgen, zu denen auch die Verträge von Versailles, St. Germanin und Trianon zählten.
10. August
Das Luftschiff „L 72“, das das Deutsche Reich an Frankreich abliefern sollte, startete zu seinem neuen Heimatstützpunkt in Südfrankreich.
10. August
Nach einer Unterbrechung von sieben Jahren fand in Hannover bis zum 19. August wieder eine Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft statt.
11. August
In München wurde durch den Forstrat Georg Escherich, Landeshauptmann der Bayerischen Einwohnerwehr, die Organisation Escherich (Orgesch) gegründet. Zusammen mit dem ebenfalls 1920 gegrpndeten Jungdeutschen Orden von Arthur Mahraun war Orgesch eine der umstrittensten Selbstschutzverbände der 20er Jahre.
11. August
Die Verfassung der Freien und Hansestadt Danzig wurde vom Parlament verabschiedet.
11. August
Die französische Regierung kannte die Regierung des weißrussischen Generals Pjotr N. Baron von Wrangel in Südrussland an. Sie untersagte ihren Vertretern in London jeden Kontakt mit sowjetrussischen Diplomaten.
11. August
In Genf kamen Anhänger der ökumenischen Bewegung zusammen, um über die Einberufung einer Weltkirchenkonferenz zu beraten. Sie beschlossen die Bildung eines Vorbereitungsausschusses.
12. August
Wegen des Steuerabzuges kam es in Betrieben in Westdeutschland zu Streiks und Aussperrungen. Beteiligt waren die Bayer-Farbwerke in Leverkusen und die Hoesch Eisen- und Stahlwerke in Dortmund. Daher forderten die Unternehmer die Steuereinziehung durch die Regierung.
12. August
In Lyon in Frankreich wurde auf den 55-jährigen griechischen Ministerpräsidenten Eleftherios Weniselos ein Attentat verübt. Er wurde durch fünf Schüsse leicht verletzt. Täter waren zwei griechische Offiziere, die politische Gründe für das Attentat angaben.
13. August
Im Münchener Hofbräuhaus hielt Adolf Hitler für die NSDAP den Vortrag „Warum sind wir Antisemiten?“. Dabei sagte er: „Das Judentum sei die Rassentuberkulose der Völker. Ihr gelte der Kampf, da nur die Entfernung des Erregers Genesung bringe.“
13. August
Eine Konferenz britischer Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen in London sprach sich schärfstens gegen jede Intervention Großbritanniens im polnisch-russischen Krieg aus. Sie richtet einen Aufruf an das britische Volk, in dem sie einen sofortigen Frieden, die Anerkennung der sowjetrussischen Regierung und die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Moskau forderte.
13. August
Durch die Eisenpreisermäßigung wurde das Geschäft so belebt, dass die Firmen Nachlässe bis zu 5 Prozent gewährten und dadurch die Einheitlichkeit der Preise auf dem Eisenmarkt störten.
14. August
Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen schloss einen Beistandspark mit der Tschechoslowakei, der die Kleine Entente des Jahres 1921 einleitete.
14. August
Finnland und Sowjetrussland schlossen im estländischen Dorpat (Tartu) einen Waffenstillstandsvertrag. Am 14. Oktober wurde zwischen beiden Ländern ein Friedensvertrag geschlossen.
14. August
Zwischen Deutschland und Holland (Rotterdam) wurde ein drahtloser Fernsprechverkehr aufgenommen.
14. August
In Antwerpen, das im Krieg schwer beschädigt wurde, wurden die VII Olympischen Spiele nach einer Pause von acht Jahren eröffnet. Als Besiegte des Ersten Weltkrieges durften das Deutsche Reich, Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei nicht daran teilnehmen. Die Spiele dauern bis zum 12. September.
14. August
Der 36-jährige deutsche Radrennfahrer Walter Rütt gewann den Großen Preis von Essen, ein sogenanntes Fliegerrennen für Radprofis. Walter Rütt, der sein 20-jähriges Bahnjubiläum feierte, war deutscher Profi-Fliegermeister und gewann im Jahr 1913 auch die Weltmeisterschaft der Profi-Flieger.
15. August
Alle deutschen Freistaaten außer Bayern verweigerten der Orgesch die Anerkennung. Der preußische Innenminister Severing ordnete ihre Auflösung an.
15. August
In Leipzig wurde die Technische Messe, die bis zum 21. August dauern sollte, eröffnet. Rund 3.300 Aussteller nahmen an der Messe teil. Schwerpunkte waren die Ausstellung von Produkten deutscher Werkzeugmaschinenfabriken und großer Elektrizitätsunternehmen.
15. August
Bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Dresden am 14./15. August fanden zum ersten Mal Wettbewerbe für Frauen statt. Die Münchener Sportlerin Marie Kießling vom TSV 1860 sicherte sich alle Titel.
15. August
In Darmstadt endeten die zweitägigen deutschen Schwimmmeisterschaften. Der Kölner Bernhard Skamper erzielte zwei Bestleistungen. Beim 1500-m-Freistil-Wettbewerb kam er als einziger von drei Teilnehmern ins Ziel.
16. August
Im polnisch-russischen Krieg brachte eine polnische Gegenoffensive die Wende. Die sowjetischen Truppen wurden durch das „Wunder an der Weichsel“ zum Rückzug gezwungen.
16. August

Parallel zum Fortgang des Krieges begannen in Minsk Friedensverhandlungen zwischen Polen und Sowjetrussland. Sie wurden am 18. September in Riga fortgesetzt und führten am 12. Oktober zum Vorfrieden von Riga.
16. August
Polnische Truppen besetzten das Gebiet auf dem östlichen Weichselufer, das ihnen von der Pariser Botschafterkonferenz zugesprochen worden war. Noch am Tag zuvor hatte die deutsche Regierung dagegen protestiert. Der deutsche Einspruch wurde am 1. Oktober von den alliierten Mächten als unbegründet zurückgewiesen.
16. August
Der US-amerikanische-Leichtathlet Frank Loomis verbesserte bei den Olympischen Spielen in Antwerpen den Weltrekord über 400 m Hürden auf 54.0 sec. Bereits am 26. Juni hatte John Norton (USA) in Pasadena den Weltrekord über 440 y Hürden (402,34 m) auf 54, 2 sec gestellt.
17. August
Seit einigen Tagen wurden französische Militärtransporte nach Oberschlesien behindert. In Kattowitz kam es zu Zusammenstößen mit französischem Militär, das den Belagerungszustand verhängte. Dies rief polnische Gegenaktionen und bürgerkriegsähnliche Zusammenstöße hervor. Polnische Truppen marschierten auf Kottowitz zu.
17. August
In Amsterdam fand ein internationaler Landarbeiterkongress mit Vertretern aus Großbritannien, dem Deutschen Reich, Schweden, Österreich und Italien statt. Die Delegierten einigten sich auf die Gründung eines internationalen Landarbeiterbundes.
18. August
Die Zwangswirtschaft für Fleischwaren wurde zum 1.10. aufgehoben.
18. August
In Bremerhaven machte der erste amerikanische Dampfer nach Kriegsende fest. eist38zx2
18. August
Bei den Olympischen Spielen in Antwerpen erzielte der Kanadier Earl Thomson in 14,8 sec einen Weltrekord über 110 m Hürden. Seit dem 29. Mai ist Thomson bereits Weltrekordler über 120 yard Hürden mit 14,4 sec, die er in Philadelphia gelaufen war.
19. August
in Oberschlesien brach aufgrund deutscher Protestaktionen gegen Waffenlieferungen für Polen und den Zusammenstößen in Kattowitz am 17. August der zweite polnische Aufstand aus.
19. August
In London endeten die britisch-ägyptischen Gespräche über die britische Protektoratsherrschaft in Ägypten, die bereits am 6. Juni begonnen hatten. Großbritannien verschaffte sich weitreichende militärische Vorrechte in Ägypten und sicherte dafür den Ägyptern die Verteidigung ihrer Integrität gegen fremde Angriffe und eine begrenzte diplomatische Autonomie zu. Ägyptische Nationalisten lehnten das Abkommen als unzureichend ab. Großbritannien gab sein Protektorat 1922 auf, als Ägypten zur unabhängigen parlamentarischen Monarchie wurde.
20. August
Die Polen riefen in Kattowitz den Generalstreik der Bergarbeiter aus.
20. August
Der Postpaketverkehr mit dem Ausland wurde wieder aufgenommen, und zwar fast im gleichen Umfang wie vor dem Krieg.
20. August
Vertreter der Reichsregierung und der Tarifpartner einigten sich auf die Fortführung des bisherigen Überschichtenabkommens mit erhöhter Lebensmittelzulage.
20. August
Der US-Amerikaner Frank Foss stellte bei den Olympischen Spielen in Antwerpen mit 4,09 m einem Weltrekord im Stabhochsprung auf. Die bisherige Bestmarke lag bei 4,02 m, die sein Landsmann Marc Wright am 8. Juni 1912 übersprungen hatte.
21. August
In Luzern fand eine zweitägige britisch-italienische Konferenz über den polnisch-russischen Krieg, die Adria-Frage und weitere Probleme der europäischen Politik statt. Die italienische Regierung wurde von Ministerpräsident Giovanni Giolotte und die britische von Premierminister David Lloyd George vertreten. Die Konferenz war auf Initiative von George zustande gekommen.
21. August
In New York sprach sich sie US-amerikanische Socialist Party of America grundsätzlich für die kommunistische Dritte Internationale aus. Gleichzeitig lehnte sie jedoch eine Diktatur des Proletariats nach sowjetrussischem Vorbild ab.
21. August
In Paris wurde die deutsche Friedensdelegation wegen der polnischen Übergriffe beim Präsidenten der Friedenskonferenz vorstellig.
22. August
In Essen fand der erste Kongress der rheinisch-westfälischen Betriebsräte statt.
22. August
Auf dem Domplatz in Salzburg wurden die Festspiele mit „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal in der Regie von Max Reinhardt eröffnet.
22. August
Die US-amerikanische 4x-100-m-Staffel verbesserte bei den Olympischen Spielen in Antwerpen den Weltrekord um 0,1 sec auf 42,2 sec und gewann die Goldmedaille vor Frankreich und Schweden. Bisheriger Rekordhalter war seit dem 8. Juli 1912 die Mannschaft des Deutschen Reiches.
23. August
Die Landkreise Kattowitz, Beuthen und Ternowitz wurden von polnischen Truppen besetzt, mit Ausnahme der Städte Gleiwitz, Kattowitz und Beuthen.
23. August
Botschafter des Deutschen Reiches in Italien wurde der Hamburger Bankier und Senator John von Berenberg-Goßler.
24. August
In London fand eine britisch-deutsche Ernährungskonferenz mit Beteiligung von Frankreich, Italien und Belgien statt. Reichsernährungsminister Andreas Hermes (Zentrum) leitete die deutsche Delegation. Auf der Konferenz wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungslage im Deutschen Reich, vor allem die beschleunigte Bereitstellung von Lebensmittelvorschüssen durch die Alliierten besprochen.
24. August
In Gelsenkirchen wurden die Entschließungen des Internationalen Bergarbeiterkongresses zur Sozialisierungsfrage von rund 1200 Vertrauensleuten des christlichen Bergarbeiterverbandes gebilligt. Die Gewerkschafter forderten einen Ausschluss privaten Kapitalprofits im Bergbau von der Reichsregierung.
24. August
Die USPD schied aus der Landesversammlung von Gotha aus, da sie eine Ausweitung des Amnestiegesetzes für das Land Gotha nicht durchzusetzen vermochte.
24. August
In Berlin wurde die Filmtragödie „Der Januskopf“ von Friedrich Wilhelm Murnau uraufgeführt. Murnau gehörte zu den bedeutendsten deutschen Regisseuren der 20er Jahre.
25. August
Die Reichsregierung wurde nochmals in Paris wegen der Unruhen in Oberschlesien vorstellig. In Breslau begannen unter Leitung des preußischen Innenministers Severing Besprechungen zur Beilegung der Oberschlesien-Krise.
25. August
In Budapest wurde in der ungarischen Nationalversammlung ein Gesetzentwurf zum „Schutz des Vermögens, der Moral und der Person“ eingebracht. Es sah unter anderem die Einführung der Prügelstrafe vor und wurde am 31. August in modifizierter Form angenommen. Liberale Abgeordnete lehnten die Prügelstrafe als „Kultur-widrig“ ab. In den meisten zivilisierten Ländern wurde die Prügelstrafe im Laufe des 19. Jahrhunderts abgeschafft, wie in Preußen 1848 und in Österreich 1867.
26. August
In Breslau griffen deutsche Demonstranten die polnische und die französische konsularische Vertretung an und beschädigten beide Gebäude schwer. Die deutsche Regierung ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an und entschuldigte sich bei Frankreich und Polen.
26. August
In den USA wurde der 19. Verfassungszusatz ratifiziert und somit das allgemeine Frauenwahlrecht eingeführt. Mit Tennessee hatte sich zuvor der 36. US-Bundesstaat und damit eine Zweidrittelmehrheit aller Staaten für das Frauenstimmrecht ausgesprochen.
26. August
In Berlin wurde der Film „Der weiße Pfau“ von Regisseur Ewald Andre Dupont mit Robert Schulz unter den Darstellern uraufgeführt.
27. August
Zwischen Deutschland und Danzig wurde ein Rechtspflegeabkommen geschlossen.
27. August
Die Vertreter der deutschen Parteien kamen in Beuthen mit dem polnischen Plebiszit Kommissar zu einer Verständigung und riefen beide Bevölkerungsteile zur Ruhe und Ordnung auf.
27. August
Die litauische Regierung schlug Polen die Festlegung einer provisorischen Demarkationslinie vor. Weil polnische Truppen nach Norden vorstoßen, drohten zwischen Litauen und Polen militärische Zusammenstöße. Nachdem die Verhandlungen am 17. September gescheitert waren, legte der von beiden Seiten angerufene Völkerbundsrat am 18. September eine Grenzlinie fest.
27. August
Wegen Kohlenmangels musste die Rheinische Metall- und Maschinenfabrik in Düsseldorf einen Teil ihrer Betriebe für 8 Tage stilllegen.
28. August
Die Krise in Oberschlesien wurde vorerst beigelegt.
28. August
In Belfast in Irland kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen irischen IRA-Unabhängigkeitskämpfern unter Rebellenführer Michael Collins und der als „black and Tans“ bekannten britischen Polizeispezialtruppe für Irland. 13 Menschen fanden den Tod und über 40 wurden verwundet. Ursache war die Verhängung des Kriegsrechts über Irland durch das britische Unterhaus.
28. August
In einigen württembergischen Städten, unter anderen in der Landeshauptstadt Stuttgart, begann ein Generalstreik, der bis zum 3. September dauerte. Der konkrete Anlass dafür war die militärische Sicherung von Großunternehmen im Stuttgarter Raum durch die Landesregierung. Davor hatten Protestaktionen der Arbeiten gegen einen gesetzlichen Steuerabzug vom Lohn stattgefunden.
28. August
In Genf wurde die Bildung einer internationalen Auswanderungskommission bekannt. Laut internationalem Arbeitsamt soll sie die Auswanderung von Arbeitern regeln und die Interessen von Arbeitern im Ausland schützen.
28. August
In Weimar fand der erste Reichsjugendtag der sozialdemokratisch orientierten Arbeiterjugendvereinen statt, der bis zum 29. August dauern sollte. Die Arbeiterjugendbewegung hatte sich nach dem Krieg in einen sozialistischen und einen kommunistischen Flügel gespalten. Die kommunistische Jugend Deutschlands wurde 1920 und die sozialistische Arbeiterjugend 1922 gegründet.
28. August
Für den 8. November wurde ein Goethe-Kongress in Berlin angekündigt und die Neue Goethe-Gesellschaft wurde gegründet.
29. August
In Übereinstimmung mit dem Vertrag von Versailler lieferte das Deutsche Reich das Luftschiff „L 61“ an Italien aus. Es überflog als erster lenkbarer Zeppelin die Alpen.
29. August
Auf Anregung der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) wurde in Friedrichshafen ein demokratischer Bodenseetag abgehalten. Teilnehmer waren DDP-Anhänger aus den deutschen Bodensee-Anrainerländern, darunter Reichswehrminister Otto Geßler. Es wurde beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft der drei demokratischen Landtagsfraktionen in Baden, Bayern und Württemberg mit dem Ziel einer engeren politischen Zusammenarbeit zu gründen.
29. August
Am Deutschen Theater in Berlin wurde das Drama „Kaiser Karl V.“ von Otto Zarek uraufgeführt. Zarek wurde bald darauf erster Dramaturg der Münchener Kammerspiele.
30. August
Die Regierung der Schweiz in Bern lehnte eine Forderung von Eisenbahnergewerkschaften zur verschärften Überwachung internationaler Transporte, vor allem sogenannten Polenzügen, hinsichtlich Waffenlieferungen ab. Sie verwies auf ihre bisherige Politik der Neutralität, die eine Durchfuhr von Waffen und Munition verbot und entsprechende regelmäßige Kontrollen beinhaltete.
30. August
Am Stadttheater in Dortmund wurde das Singspiel „Der Lenz ist da“ von Karl-Georg Schubert mit Musik von Ernst Elsässer uraufgeführt.
31. August
Nach der Erstürmung des französischen Konsulats in Breslau (heute Wroclaw) am 30. August verlangte die französische Regierung eine Bestrafung der beteiligten Personen, eine Entschädigung von 10.000 Franken für die Konsulatsbeamten und einen Akt der Sühne deutscher Behörden und der Reichswehr mit Ehrenbezeugung vor der französischen Flagge. Diese Forderungen wurden allgemein als absichtliche nationale Demütigung zurückgewiesen. Am 22. November wurden die am Konsulatssturm Beteiligten zu Gefängnisstrafen von einem Monat bis zu einem Jahr verurteilt.
31. August
In Großbothen bei Leipzig starb der deutsche Psychologe und Philosoph Wilhelm Wundt. Er war der Begründer des Leipziger Institutes für experimentelle Psychologie und Experte für Völkerpsychologie.
31. August
Der dramatische Roman „Thomas Wendt“ von Lion Feuchtwanger wurde veröffentlicht.

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August 1920 in den Nachrichten
Als die Nazis die Oberhand hatten
Frankfurter Neue Presse
Das Schullandheim Wegscheide, im August 1920 auf dem ursprünglichen Gelände eines Militärlagers als GmbH gegründet, wurde am 5. Dezember ... >>>

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