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Das geschah 1720 Chronik

1719 erreichte das Fürstentum erstmals seine Selbstständigkeit. Kaiser Karl VI. erhob es zu einem reichsunmittelbaren Fürstentum im Besitz und mit Namen der Fürsten von Liechtenstein.
Im November 1719 kam es zum Frieden von Stockholm innerhalb des Großen Nordischen Krieges, der erst ein Jahr später enden und Schweden gegenüber Russland die Vormachtstellung im Ostseeraum kosten sollte. Schweden unterzeichnete in Stockholm gegenüber dem Kurfürstentum Hannover einen Friedensvertrag und überließ den Deutschen im Friedensschluss gegen Zahlung von 1 Millionen schwedischen Reichstalern die Städte Bremen und Verden.
Die Mitte des Jahres in England beginnende Südseeblase war eine der ersten Börsenspekulationen und führte letztlich zu einer lange anhalten Rezession, die nicht nur Großbritannien in arge finanzielle Nöte brachte.
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Das Jahr 1720

Das Haus Habsburg tauschte das Königreich Sardinien gegen das im Besitz des Hauses Savoyen befindliche Sizilien. Dadurch entstand das savoyische Königreich Sardinien-Piemont unter Viktor Amadeus II., dem bisherigen Herzog von Piemont. Das Herzogtum Savoyen regierte ab nun Viktor Amadeus Sohn Karl Emanuel III. Das Königreich Neapel wurde mit Sizilien vereinigt und zukünftig von Österreich aus regiert.
Brandenburg-Preußen gab seine Kolonie St. Thomas in der Karibik auf.
Kaiser Kangxi aus der chinesischen Qing-Dynastie eroberte Lhasa, ließ den von Dsungaren-Fürsten Tsewangrabtan eingesetzten Regenten Tagtsepa hinrichten und setzte den Dalai Lama Kelsang Gyatsho wieder auf den Thron. Das Kaiserreich China beanspruchte in Tibet unter Gewährung der inneren Autonomie (Regime der Lamas) die formale Oberhoheit (Militärprotektorat Mandschu).
Die Niederländische Westindien Kompanie übernahm die restlichen preußischen Besitzungen in Afrika im Vertrag mit König Friedrich Wilhelm I. Der unter dem Namen Jan Conny bekannte Häuptling verteidigte die von ihm übernommene Festung Groß Friedrichsburg und die umliegende Kolonie jedoch weiter gegen die angreifenden Niederländer.
Ein schwäbischer Leinwandhändler eröffnete einen Laden in Wien, der wegen seiner drei Töchter bald den Namen „Zur Schwäbischen Jungfrau“ erhielt.
Wilhelm Aschendorff gründete in Münster einen Buchladen und gab dort eigene Verlagswerke heraus.
Christoph Späth gründete die Berliner Baumschule Späth.
In Schwarzbach wurde ein Brauhaus eröffnet.
Ralph Allen, Master of the Posts in Bath, reformierte das Postwesen in England und Wales.
Das Kupferstichkabinett Dresden ging als eigenständiges Museum für Grafik und Zeichnung aus der um 1560 gegründeten Kunstkammer der Wettiner hervor.
Daniel Defoes Romand „The Life, Adventures and Piracies of the Famour Captain Singleton (Kaptärn Singleton)“ erschien.
Paul vom Kreuz gründete die katholische Ordensgemeinschaft der Passionisten.
Sechs Ordensschwestern aus dem Klarissenkloster Brixen bezogen das neue Klarissenkloster Hall in Tirol.
Das Kloster St. Joseph in Altötting wurde gegründet.

Januar 1720

19. Januar
Nach dem Tod der Stifterin Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg wurde der österreichische Orden der Sklavinnen der Tugend aufgelöst.
22. Januar
Johann Sebastian Bach begann ein Klavierbüchlein für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann zusammenzustellen.

Februar 1720

1. Februar
Im Großen Nordischen Krieg schloss Schweden mit Preußen den Frieden von Stockholm. Preußen erhielt Stettin, Vorpommern bis zur Peene, die Inseln Usedom und Wollin gegen die Zahlung von zwei Millionen Talern.
1. Februar
Die Allgemeine Gesellschaft des Brasilien Handels wurde von der portugiesischen Krone offiziell liquidiert.
20. Februar
Der Krieg der Quadrupel-Allianz wurde durch den Friedensschluss in Den Haag beigelegt. Ende des Vorjahres lenkte das Königreich Spanien ein, als es erkannte, dass es sich gegen die Übermacht der vier Verbündeten Großbritannien, Frankreich, Österreich und Niederlande nicht durchsetzen konnte. Auf Sizilien wurden die Kampfhandlungen kurz danach durch die Konvention von Palermo eingestellt. Philipp V. von Spanien musste alle eroberten Gebiete räumen. Karl, der Sohn seiner Gattin Elisabeth Farnese, erhielt die Herzogtümer Parma, Piacenzy und Toskana zugesprochen, die nach dem baldigen Aussterben der männlichen Farnese-Linie an ihn fallen sollten. Pensacola in der spanischen Kolonie Florida wurde von Frankreich an Spanien zurückgegeben.
29. Februar
Ulrika Eleonore dankte als Königin von Schweden ab. Den Thron bestieg ihr Mann, Friedrich von Hessen-Kassel.

März 1720


April 1720

19. April
Das musikalische Drama „Caio Gracco“ von Leonardo Leo wurde im Palazzo Reale in Neapel uraufgeführt.
24. April - 8. Mai
Die russische Galeerenflotte unter Generaladmiral Fedor Apraxin machte Beutezüge an der Ostküste Schwedens. Die Stadt Umea und 41 weitere Dörfer wurden bis auf den Grund niedergebrannt.
27. April
Die Oper „Radamisto“ von Georg Friedrich Händel wurde am Kings Theatre in London in Anwesenheit von König George I. uraufgeführt.

Mai 1720

3. Mai
Friedrich I. wurde zum König von Schweden gekrönt.
25. Mai
In Marseille wurde von dem aus Syrien ankommenden Handelsschiff Grand Saint-Antoine die Pest eingeschleppt. Die Große Pest von Marseille kostete etwa 50 000 Menschen das Leben. Das war die Hälfte der Stadtbevölkerung. In der Folge breitete sich die Pets bis Aix-en-Provence, Luberon und in die Alpilles aus. Im Folgejahr wurde aus Schutzgründen eine Pestmauer errichtet. Am 21. August untersagte der Vize-Legat Rainier d’Elci dem päpstlichen Comptat Venaissin den Handel mit den südlicher gelegenen Teilen der Provence. Sämtlicher Verkehr in den Bergen des heutigen Departements Vaucluse wurde verboten.

Juni 1720


Juli 1720

2. Juli
Der Grundstein für das Mannheimer Schloss wurde im Auftrag des pfälzischen Kurfürsten Karl III. Philipp gelegt. Es sollte seine zukünftige Residenz werden. Der Baumeister Johann Kaspar Herwathel übernahm die Bauleitung. Der Bauplan stammte vermutlich von Louis Remy de la Fosse, dem Hofarchitekten des Landgrafen von Hessen-Darmstadt.
14. Juli
Der Große Nordische Krieg zwischen Dänemark und Schweden endet mit den Frieden von Frederiksborg. Dänemark-Norwegen gab Schweden Rügen und Vorpommern nördlich der Peene und die Herrschaft Wismar zurück, das dafür 600 000 Taler bezahlte und auf die Zollfreiheit im Sund verzichtete.

August 1720

7. August
Im Großen Nordischen Krieg besiegte in der Seeschlacht bei Grönham eine russische Galeerenflotte schwedische Segelschiffe bei den Alandinseln.
14. August
Die spanische Villasur-Expedtion in die Great Plains wurde in Nordamerika von indianischen Kriegern zum größten Teil in einem Kampf getötet.
18. August
Die Südseeblase, eine britische Spekulationsblase mit Anteilscheinen der South Sea Company, begann zu platzen. Die Folge war eine Rezession.

September 1720

4. September
Die Uraufführung des Libretto „Angelica“, dass anlässlich des Geburtstages von Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel am 28. August von Pietro Metastasio beschrieben und von Nicola Antonio Porpora vertont wurde, fand in Neapel statt.

Oktober 1720

12. Oktober
„Lucio Vero“ von Apostolo Zeno wurde in der Vertonung von Pietro Torri uraufgeführt.

November 1720

Frankreich kehrte nach dem Scheitern des Papiergeldes und dem Platzen der Spekulationsblase mit Anteilscheinen der Mississippi-Kompanie zum Münzstandard zurück. John Law, verantwortlich für die Einführung des Papiergeldes, verließ das Land.
4. November
Die Oper „Apollo in cielo“ von Antonio Caldara wurde am Hoftheater in Wien uraufgeführt.
19. November
Die Uraufführung der Oper „Astarto“ von Giovanni Battista Bononcini fand in London statt.

Dezember 1720

21. Dezember
Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach erklärte die bisherige fürstliche Hausbibliothek zur öffentlichen Landesbibliothek.
25. Dezember
Das Weihnachtsoratorium „Das Größte Kind in einem Oratorio auff weynacht“ von Johann Mattheson wurde an der Oper am Gänsemarkt in Hamburg uraufgeführt.
29. Dezember
Floriano Francesconi eröffnete auf der Piazza San Marco in Venedig die Bottega „Alla Venezia Trionfante“. Nach dem Besitzer wurde das Lokal bald nur noch„Caffee Florian“ genannt.
31. Dezember
Eine schwere Sturmflut verursachte an der deutschen Nordseeküste erhebliche Schäden. Auf Helgoland wurde in der auch an Neujahr tobenden See die Düne von der Hauptinsel abgetrennt. 17eist38zx00

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