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Filmjahr 1972 –  Deutscher Filmhumor mit Heinz Erhardt

Das Kinojahr 1972 präsentierte den Thriller „French Connection – Brennpunkt Brooklyn“ – mit Gene Hackmann und Roy Scheider in den Hauptrollen. Dabei handelt es sich um eine preisgekrönte Literaturverfilmung eines Romans von Robin Moore. In der Story geht es um die beiden verdeckten Ermittler Doyle und Russo, die für das Drogendezernat in New York tätig sind. Beide verfolgen einen Salvatore Boca, weil der den Kauf von Heroin im Werte von ca. 32 Millionen US-Dollar plant. Das Rauschgift will er sich von dem französischen Drogenboss Alain Charnier besorgen lassen. Die beiden Ermittler kommen ihm immer mehr auf die Spur. So nah, dass der sich mehr als gestört fühlt. Der
Drogenbaron gibt den Befehl, Ermittler Doyle ermorden zu lassen. Was dann folgt, ist Kinounterhaltung par exellence. Dafür erhielt der Film fünf Oscars (u. a. „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Bester Schnitt“). Außerdem gab es drei weitere Nominierungen und drei Golden Globe-Awards.
Das Filmjahr 1972 brachte die schwarze Kriminalkomödie „Camouflage - Hasch mich, ich bin der Mörder“ in die deutschen Kinos, ein Film, der bereits in Frankreich im September des Vorjahres seine Uraufführung erlebt hatte. In der Hauptrolle war Louis de Funès zu sehen. Regie führte Jean Girault. In dem Film geht es um den Bühnenautor Antoine Brisebard, der von einem gewissen Jo erpresst wird. Brisebard lockt den Erpresser in sein Haus. Und hier erschießt er den Übeltäter aus Versehen. Dank Brisebards Einfallsreichtum ist die Leiche schnell versteckt. Es stellt sich einen Tag später heraus, dass der Tote nicht Jo gewesen sein kann. Aber dann? Bei dem Film handelt es sich um ein Remake. Die Geschichte von Alec Coppels wurde bereits im Jahre 1959 mit Glenn Ford verfilmt worden. Damals hatte der Film den Titel „Die Nervensäge“. Louis de Funès brilliert in dieser Neufassung der Komödie und bereitet dem Zuschauer 90 Minuten lang Spaß und beste Unterhaltung.
Die Lichtspielhäuser zeigten im Kinojahr 1972 auch eine deutsche Filmkomödie mit dem Titel „Willi wird das Kind schon schaukeln“. In der Hauptrolle ist der Komödiant Heinz Erhardt zu sehen. Der spielt den Präsidenten eines Fußballvereins und heißt Willi Kuckuck. Und der ist auf der Suche nach Geld für seinen Verein, der pleite ist. Da erinnert sich Willi an ein Versprechen seiner Schwester. Die schickt nämlich bei jeder Hochzeit seiner Töchter eine große Summe Geld als lieb gemeintes Hochzeitsgeschenk. So kommt es, dass Willis Töchter ganz plötzlich nacheinander heiraten. Das stimmt natürlich nicht, doch so möchte es Willi seiner Schwester vorgaukeln. Dafür schreckt er nicht einmal vor Fotomontagen zurück. Schließlich soll das Ganze möglichst echt wirken. Dumm nur, dass sich bei der „letzten“ Hochzeit Willis Schwester als Gast ankündigt. Die Presse war von dem letzten Heinz Erhardt-Film nicht überzeugt. Der Film sie zu platt, zu klischeehaft. Heinz Erhardt zog sich nach dem Ende der Dreharbeiten, nach einem Schlaganfall, aus der Öffentlichkeit zurück.
Regisseur Bob Fosse präsentierte „Cabaret“ im Filmjahr 1972 mit Liza Minnelli in der Hauptrolle. Die Vorlage für das Filmwerk war das gleichnamige Broadway-Musical. Die Geschichte spielt im Berlin der 1930er Jahre, kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Hier lernt der englische Schriftsteller Brian Roberts die amerikanische Sängerin Sally Bowles kennen. Beide haben in der gleichen heruntergekommenen Pension ihr Quartier bezogen. Sie verbringen einige Nächte zusammen und führen
eine vorübergehende Beziehung. Als Sally ein Kind von Brian erwartet, entscheidet sie sich dagegen, daran zerbricht die Beziehung der beiden. Der Film zeigt, wie schnell der Einfluss der Nationalsozialisten das deutsche Alltagsleben beeinflusst. Auf genauso starke Weise ist auch die politisch motivierte Gewalt zu spüren. Presse und Kritiker waren sich auch diesmal wieder nicht wirklich einig – so hieß es auf der einen Seite: der Film ist „glamourös“ und „mitreißend“! Und auf der anderen Seite: „Cabaret“ ist „unverbindlich“ und „oberflächlich“. Neben Liza Minelli ist auch der Schauspieler Michael York zu sehen. „Cabaret“ konnte acht Oscars mit nach Hause nehmen, u. a. „Beste weibliche Hauptrolle“, „Beste männliche Nebenrolle“, „Bester Regisseur“ und „Beste Kamera“. Dazu kamen noch zwei weitere Oscar-Nominierungen. Damit nicht genug, denn der Kinostreifen bekam zusätzlich drei Golden Globe-Awards und weitere sechs Nominierungen.
Es gab aber auch eine weitere Komödie im Kinojahr 1972 zu sehen, diesmal direkt aus Hollywood kam der Film „Der Millionenraub“. Regie führte Richard Brooks. Darin sind Warren Beatty, Goldie Hawn und Gert Fröbe in den Hauptrollen zu erleben. Die Story handelt von dem verbrecherischen Duo Joe und Dawn, die den Raubzug des Jahrhunderts planen. Er ist Sicherheitsexperte, sie dagegen eine ehemalige Prostituierte. Der von ihnen ausgeklügelte Plan sieht vor, dass sie sich nur an dem Geld vergreifen wollen, das solchen Leuten gehört, die es sich sowieso auf dubiose Art und Weise verschafft haben. Dazu haben sie sich eine Hamburger Bank ausgesucht, in der gerade ein neues Sicherheitssystem installiert wurde. Anfangs läuft dieser Coup auch richtig gut, nur dann kommt man ihnen auf die Schliche. Den beiden bleibt nur noch die Flucht.

Debüts und Neuerscheinungen
Burt Reynolds schaffe mit "Beim Sterben ist jeder der Erste" den Durchbruch im Filmgeschäft. Dagegen fing John Travolta erst mal klein an und gab sein Debüt in der Fernsehserie "Notruf California". Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer gab sein Debüt in "The Salzburg Connection".
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