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Filmjahr 1971 – Großes französisches Krimi-Kino

Das deutsche Filmjahr 1971 zeigte die Bestseller-Verfilmung „Catch 22 – Der böse Trick“ von Regisseur Mike Nichols. Darin geht es um den US-Bombenschützen Joe Yossarián, der im Zweiten Weltkrieg auf einer kleinen Mittelmeerinsel stationiert ist, einem USAAF-Stützpunkt (United-States-Army-Air-Forces). Joe kann das sinnlose Töten nicht verstehen und versucht, sich von den Feindflügen freistellen zu lassen. Dies allerdings kann ihm aufgrund der bestehenden Vorschrift „Catch -22“ eigentlich gar nicht gelingen, denn wenn sich ein Bomberpilot für fluguntauglich erklären lassen möchte, kann er dies nur, wenn er
wahnsinnig ist. Aber solange er einen Antrag stellen kann, kann er – laut Vorschrift - unmöglich verrückt sein. Die Presse damals befand „Catch 22 – Der böse Trick“ als unbequemen Antikriegsfilm, der das herrschende Chaos in seiner Erzählstruktur wunderbar reflektiert.
Die deutsche Kino-Community war im Filmjahr 1971 auch im „Diamantenfieber“. Regisseur Guy Hamilton führte Regie bei dem damals siebten Teil der James-Bond-Reihe. Dafür holten die Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli den „wahren“ und damals schon in Agenten-Rente gegangenen Bond-Darsteller
Sean Connery wieder ins Boot. Der Grund dafür war, dass der unerfahrene George Lazenby den sechsten Teil bestritten hatte mit dem Ergebnis, dass die die Kinokassen relativ leer geblieben waren. Sean Connery kam für eine Gage von knapp 1,5 Millionen US-Dollar aufs Bond-Filmparkett zurück. Diese Summe spendete er damals komplett einer wohltätigen Organisation. In „Diamantenfieber“ ist Bond auf der Suche nach dem Fiesling Blofeld. Dabei stößt er z. B. auf ein Labor, in dem der Bösewicht seine eigenen Doppelgänger züchtet. So will er der Gefahr entgehen, bei einem Bondanschlag nicht selbst getötet zu werden. Außerdem kommt noch ein weiterer Auftrag dazu und zwar wurden
größere Mengen an südafrikanischen Diamanten entwendet und die britische Regierung ist der Meinung, dass hier einige Verbrecher die Weltmarktpreise der Diamanten in die Höhe treiben wollen. Die Liste der Drehorte des Kinofilms kann sich auch diesmal wieder sehen lassen: Japan – Kairo – Las Vegas und auch Amsterdam.
Ebenfalls im Kinojahr 1971 erreichte ein Filmwerk aus Frankreich die deutschen Kinos – „Das Mädchen und der Kommissar“ von Claude Sautet. Dabei handelt es sich um einen Beziehungskrimi, der mit brillanten Schauspielern wie Romy Schneider und Michel Piccoli besetzt wurde. Darin ist Max (gespielt von Michel Piccoli) ein ehemaliger Richter, der sich allerdings zum Kriminalkommissar der Pariser Polizei zurückstufen ließ. Als in seiner Abteilung eine Reihe von Banküberfällen auf den Tisch kommen, will Max die Verbrecher auf frischer Tat ertappen und sofort dingfest machen. Dafür stellt er dem Anführer der Gangsterbande eine Falle. Und genau dahinein tappt auch die schöne Gangsterbraut und Prostituierte Lili (
Romy Schneider). Die Kritiker waren 1971 überwältigt von dem Krimi und lobten vor allem die Schauspielkünste der Darsteller von „Das Mädchen und der Kommissar“.
Regisseur Luchino Visconti brachte im Kinojahr 1971 die Thomas-Mann-Verfilmung „Der Tod in Venedig“ in die deutschen Lichtspielhäuser. Die Story: Der künstlerisch ausgebrannte Komponist Gustav von Aschenbach macht im Sommer 1911 Urlaub in Venedig, um sich von einem Zusammenbruch zu erholen. Hier verliebt er sich in den jungen Tadzio, der ebenfalls zu Gast in dem Luxushotel „Les Bains“ ist. Von Aschenbach ist von Tadzio´s makelloser Schönheit fasziniert und verfällt dem Anblick des Jungen. Dabei wir der Komponist notgedrungen auch mit seinem eigenen Alter konfrontiert. Für ihn wird aus der Verzückung, die er beim Anblick des Jungen empfindet, ein Gefühl von Liebe. Zu dem findet von Aschenbach sogar die Inspiration für seine Musik wieder. Und obwohl sich in Venedig die Cholera weiter ausbreitet, entschließt sich der Komponist, noch etwas länger zu bleiben. Die Filmkritiker waren sich einig und gaben dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“. Die Verfilmung des literarischen Klassikers von Thomas Mann erhielt u. a. eine Auszeichnung auf den Filmfestspielen in Cannes.
Im Filmjahr 1971 wurde die Welt auch das erste Mal auf „Dirty Harry“ aufmerksam. Der US-amerikanische Kriminalfilm von Regisseur Don Siegel zeigt den eher unkonventionellen Inspektor Harry Callahan (gespielt von
Clint Eastwood) bei seiner Jagd auf einen psychopatischen Serienmörder, der sich selbst „Skorpion“ nennt. Er tötet ahnungslose Mädchen und droht damit, weitere Morde zu begehen. Es sei denn, die Stadt würde ihm eine Art Lösegeld bezahlen. Callahan bekommt den Auftrag, da er für seine harten und vor allem effektiven Ermittlungsmethoden bekannt ist. Der Film basiert auf wahre Begebenheiten. In den 1960er Jahren gab es in San Francisco einen Mörder („Zodiac-Killer“), der anscheinend wahllos Menschen niederstreckte. Der damalige Ermittler des Falles, Kriminalinspektor David Toshi, stand der Filmfigur Callahan ebenfalls Pate. Die gesamten Stunts in dem Krimi führte Eastwood selbst aus: z. B. einen spektakulären Sprung von einer Brücke direkt auf das Dach eines fahrenden Busses. Der Film wurde der erfolgreichste des Jahres 1971 und machte Clint Eastwood zum gefeierten Hollywood-Star. Bis 1988 wurden vier Fortsetzungen gedreht.
Die erfolgreichsten Filme 1971 Kinocharts
Film Umsatz
Love Story 106 Mio.$
Billy Jack 98 Mio.$
Fiddler on the Roof 81 Mio.$
Little Big Man 32 Mio.$
Carnal Knowledge 29 Mio.$
Die erfolgreichsten Kinofilme der 70er Jahre - 1971
 
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