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Mai 1963 – Brückenschlag und der Griff nach dem All

Kalender Mai 1963
Skandinavien und Mitteleuropa waren ein ganzes Stück näher zusammengerückt. Eine fast 300 Kilometer lange Verbindung für den Bahn- und Autoverkehr machte diese neue Nähe möglich. Seit dieser Zeit hatte sich der Begriff VOGELFLUGLINIE in den Köpfen der Menschen eingenistet, sobald die Strecke Hamburg-Kopenhagen ins Gespräch kam. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ob es für das kollektive Gedächtnis ebenso zukunftsträchtig werden würde, dass ein deutscher Ingenieur eine Rakete entwickelt hatte, die die Grenzen des Weltalls zu erreichen vermochte, war allerdings ungewiss. Sicher war in jedem Fall, dass die internationale Kafka-Konferenz, die im tschechischen Schloss Liblice im gleichnamigen Ort nördlich der Hauptstadt Prag begonnen hatte (Liblice-Konferenz) und sich u. a. mit dem Wirken des im Ostblock verpönten Literaten Franz Kafka befasste, war anlässlich des 80. Geburtstages des Schriftstellers ins Leben gerufen worden. Die Konferenz hatte wichtige Grundlagen gelegt, die später den Prager Frühling möglich machten.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1963

1. Mai
BRD 1963 – Der aktuelle Arbeitskampf in der Metallindustrie von Baden-Württemberg beherrschte die Maikundgebungen. Die Hauptveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatte vor dem historischen Reichstagsgebäude in West-Berlin stattgefunden.
1. Mai
BRD 1963 – Wegen des Vorgehens der Bundesanwaltschaft gegen den „Spiegel“ im Oktober 1962 hatte der Herausgeber des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Rudolf Augstein, beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.
1. Mai
Indonesien/West-Neuguinea 1963 – Die Vereinten Nationen (UNO) hatten West-Neuguinea an Indonesien übergeben. Die ehemalige niederländische Südseebesitzung hatte jetzt den Namen Westirian erhalten.
1. Mai
Indonesien 1963 – In der Hauptstadt Jakarta hatte sich die Organisation der Aufstrebenden Kräfte gegründet. Sie war eine Konkurrenz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und beabsichtigte die Austragung eigener Spiele.
1. Mai
West-Berlin 1963 – Mit der Aufführung des Stückes „Robespierre“ des französischen Schriftstellers Romain Rolland hatte die Freie Volksbühne in West-Berlin ihr neues Haus eröffnet.
2. Mai
BRD 1963 – Der deutsche Raketenkonstrukteur Berthold Seliger (*1928) startete im Wattengebiet um Cuxhaven erstmals eine Höhenrakete, die eine Gipfelhöhe von 100 Kilometer erreichte. Diese Rakete ging nicht in serienmäßige Produktion. Diese Höhenforschungsrakete war die einzige, die im Nachkriegs-Deutschland entwickelt worden war und die bis an den Rand des Weltraums gelangen konnte.
2. Mai
USA 1963 – Mit einem Lockheed-Super-Starfighter vom Typ „F 104“ hatte sich die US-amerikanische Fliegerin Jacqueline Codran den Titel „Schnellste Frau der Welt“ geholt. Auf ihrem Flug hatte die 56-jährige Pilotin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1926,3 km/h erreicht.
2. Mai
Pakistan 1963 – In einem Grenzabkommen mit der Volksrepublik China hatte Pakistan die nach dem Indisch-chinesischen Grenzkrieg von 1962 geschaffenen Besitzverhältnisse in der Kaschmir-Region anerkannt. Dazu hatte auch die Abtretung des Shaksgam-Tals an China gehört.
3. Mai
BRD 1963 – Der Vorstand der IG Metall hatte nach einer Sitzung in Stuttgart die Vertagung des Streikbeschlusses für die Metallarbeiter in Nordrhein-Westfalen auf Dienstag mitgeteilt. Es sollten zuvor Gespräche mit Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard über einen möglichen Kompromiss geführt werden.
3. Mai
Großbritannien 1963 – In London hatte der frühere britische Premierminister Sir Winston Churchill erklärt, dass Großbritannien um jeden Preis eine selbständige Atommacht bleiben müsste, damit seine internationale Bedeutung und Stärke erhalten werden könnte.
3. Mai
Rennsport 1963 – Der britische Rennfahrer Sterling Moss hatte seinen Rücktritt vom offiziellen Rennbetrieb bekanntgegeben.
4. Mai
USA/Jugoslawien 1963 – In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad war der US-amerikanische Außenminister Dean Rusk zu einem mehrtägigen Besuch eingetroffen. Die Gespräche der beiden Politiker dienten der Verbesserung des Verhältnisses zwischen beiden Ländern.
4. Mai
Haiti 1963 – Staatspräsident François Duvalier hatte über sein Land das Standrecht verhängt. Zuvor war es in der Hauptstadt Port-au-Prince zu Schießereien gekommen. Es waren bei den Unruhen 45 Milizsoldaten umgekommen.
5. Mai
BRD/USA 1963 – In einem Brief hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer dem US-Präsidenten John F. Kennedy seine grundsätzliche Zustimmung zu einer multilateralen Atomstreitmacht mitgeteilt. Adenauer hatte seine Unterstützung beim Aufbau einer „Polaris“-Flotte von Überwasser-Schiffen zugesagt.
5. Mai
USA 1963 – Im US-Bundesstaat Alabama hatte die Polizei bei Demonstrationen gegen Rassenschranken insgesamt 1.600 Personen verhaftet.
5. Mai
USA 1963 – Zum ersten Mal waren im US-amerikanischen Bundesstaat Texas operative Eingriffe gegen zu hohen Blutdruck gelungen.
5. Mai
Fußball 1963 – Die Nationalelf der Bundesrepublik hatte im Hamburger Volksparkstadion gegen den Weltmeister Brasilien 1:2 verloren.
5. Mai
Motorradrennsport 1963 – Auf der Avus in West-Berlin waren Friedrich Hellheimer und Rolf Herrmann Sieger des internationalen Motorradrennens geworden.
6. Mai
BRD 1963 – Zwischen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard und den Tarifpartnern aus der Metallindustrie hatten im Bundeswirtschaftsministerium in Bonn Unterredungen stattgefunden. Erhard hatte auf eine schnelle Beendigung des Arbeitskampfes gedrungen.
6. Mai
BRD 1963 – Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß hatte erklärt, dass er nicht in ein Kabinett unter Ludwig Erhard einzutreten beabsichtigte.
7. Mai
BRD 1963 – Die Arbeitgeber in Nordbaden und Württemberg hatten die Aussperrung der Metallarbeiter einen Tag nach den Gesprächen im Bundeswirtschaftsministerium beendet.
7. Mai
USA 1963 – Auf der Feier zum 40-jährigen Bestehen des Magazins in New York wurde der Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Time“, Henry Luce, mit dem Bundesverdienstkreuz vom deutschen Generalkonsulat geehrt.
7. Mai
USA 1963 – Der erste Kommunikationssatellit namens „Telstar 2“, der ausschließlich zivilen Zwecken diente, wurde mit einer Delta-B-Trägerrakete in die Umlaufbahn gebracht. „Telstar 2“ ersetzte „Telstar 1“, dessen Funktionen außer Betrieb geraten waren. „Telstar“ war ein Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde NASA und des US-amerikanischen Telekommunikationsunternehmens AT&T.
8. Mai
BRD/Sowjetunion/Großbritannien 1963 – Vor dem Bundestag in Bonn hatte Bundesaußenminister Gerhard Schröder (CDU) die Haltung der britischen Regierung zum Röhrenembargo gegen die Sowjetunion kritisiert, weil sich Großbritannien nicht an den Lieferstopp gehalten hatte.
8. Mai
DDR/BRD 1963 – Die DDR hatte ihre Propagandasendungen an der Grenze zu West-Berlin wieder aufgenommen. Dies war die Antwort auf den westlichen Einsatz von Großlautsprechern an der Berliner Mauer gewesen, mit denen die Sendungen des „Studio am Stacheldraht“ ausgestrahlt worden waren.
8. Mai
USA 1963 – Zum ersten Mal hatte der neue US-amerikanische Nachrichtensatellit „Telestar“ farbige Fernsehbilder nach Europa gesendet.
9. Mai
BRD 1963 – An der Urabstimmung über die Annahme des am vorigen Dienstag erzielten Kompromisses im Tarifstreit hatten in Baden-Württemberg 220.000 gewerkschaftliche organisierte Metallarbeiter teilgenommen. Für die Beendigung des Streiks hatten sich 73 Prozent ausgesprochen.
9. Mai
Vatikan 1963 – Der italienische Staatspräsident Antonio Segni war von Papst Johannes XXIII. mit der höchsten vatikanischen Auszeichnung, dem Christus Orden, ausgezeichnet worden.


10. Mai
West-Berlin 1963 – In West-Berlin hatten Gedenkfeiern zum 30. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten stattgefunden.
10. Mai
BRD 1963 – Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, Karl Holzamer, hatte ein Memorandum über Finanzhilfe an die Ministerpräsidenten der Länder angekündigt. Nach bisherigen Schätzungen belief sich das Finanzdefizit des ZDF bis zum Jahresende auf 70 Millionen DM.
10. Mai
West-Berlin 1963 – Zum ersten Mal war in West-Berlin Joghurt in einer Packung verkauft worden. Der schalenähnliche Becher bestand aus Kunststoff. Nach dem Verzehr konnte der Verbraucher diesen Becher wegwerfen.
10. Mai
Boxen 1963 – Im (West-)Berliner Sportpalast hatte der Schwergewichtler Karl Mildenberger gegen den US-Amerikaner Cassius Clay vor 6.000 begeisterten Zuschauern durch einen unerwarteten Punktsieg gewonnen.
11. Mai
Osteuropa 1963 – Die Delegierten hatten am zweiten Tag der bis 13. Mai dauernden sechsten Sitzung der Wirtschaftsvereinigung der Ostblockstaaten (COMECON) in Warschau wichtige Beschlüsse für die Schaffung einer COMECON-Bank gefasst.
11. Mai
Tischtennis 1963 – Die Mannschaft der Bundesrepublik hatte in München vor 3.000 Zuschauern im Tischtennis-Länderkampf 2:5 gegen die Volksrepublik China verloren. Jedoch hatte Erich Arndt mit seinem Sieg über den amtierenden Weltmeister Chuang Zedong für eine Sensation gesorgt.
12. Mai
BRD 1963 – Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hatte in der Stadthalle Hannover (Niedersachsen) ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. In seiner Festansprache hatte Carlo Schmid die SPD als älteste Partei Deutschlands bezeichnet und zugleich als die jugendkräftigste zugleich. Schmid hatte außerdem die Wandlungsfähigkeit seiner Partei betont.
12. Mai
DDR 1963 – Am Berliner Grenzübergang Invalidenstraße scheiterte ein spektakulärer Fluchtversuch: Ein Bus, der mehr als zehn Menschen an Bord hatte und versuchte, die Kontrollanlagen zu durchbrechen, wurde von allen Seiten beschossen. Kurz vor dem letzten Schlagbaum kam er zum Stehen. Bei dem Manöver waren mehrere Menschen schwer verletzt worden.
12. Mai
Schweden 1963 – Mit großer Mehrheit hatte der schwedische Reichstag beschlossen, ab dem Frühjahr 1967 den Rechtsverkehr auf den Straßen einführen wie er in Kontinentaleuropa üblich war.
13. Mai
BRD 1963 – Gegen Joseph Paur, Wilhelm Wacker und Otto Köllner hatte der Prozess im alten Nürnberger Gerichtsgebäude begonnen. Den drei Männern war gemeinschaftliche Beihilfe zum Mord an 2.400 Juden im Jahr 1942 zur Last gelegt worden.
13. Mai
Sowjetunion 1963 – Im Schauprozess gegen westliche Agenten, der am 7. Mai in Moskau gegen westliche Agenten begonnen hatte, war der Sowjetrusse Oleg Penkowski zum Tode verurteilt worden. Der Brite Grewill Wynne hatte acht Jahre Gefängnis bekommen.
13. Mai
USA 1963 – Weil die blutigen Rassenunruhen inzwischen bürgerkriegsähnliche Zustände angenommen hatten, entsandte US-Präsident John F. Kennedy Bundestruppen in den Bundesstaat Alabama.
14. Mai
Dänemark/BRD 1963 - Die Flugroute arktischer Wasservögel zwischen Mitteleuropa und Skandinavien gab der direkten Verkehrsverbindung zwischen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und der Hansestadt Hamburg ihren Namen – Vogelfluglinie. Die 290 km lange Verkehrsverbindung wurde vom dänischen König Frederik IX. (1899-1972) gemeinsam mit dem deutschen Bundespräsidenten Heinrich Lübke (1894-1972) eingeweiht hatten.
14. Mai
UNO 1963 – Kuwait war Mitglied der Vereinten Nationen geworden. Der vorderasiatische Staat hatte am 19. Juni 1961 seine Unabhängigkeit erlangt.
14. Mai
CSSR 1963 – Von Radio Prag war die Rehabilitierung von ehemals politischen Verfolgten und die Amtsenthebung stalinistischer Funktionäre bekanntgegeben worden. U. a. war der Erste Sekretär der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei, Karol Bacilek, abgelöst worden.
15. Mai
DDR 1963 – Das Zentralkomitee der SED und des Ministerrates der DDR hatten mit der Schaffung der Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) ein neues Kontrollsystem eingeführt. Dieses soll die unbedingte Erfüllung der Partei- und Regierungsbeschlüsse sichern.
15. Mai
BRD 1963 – Das erste deutsche senkrecht startende Düsenflugzeug war auf dem Flugplatz Manching bei München (Bayern) der Öffentlichkeit präsentiert worden.
15. Mai
BRD 1963 – Bei der ersten Inbetriebnahme im Dezember 1962 blieb die Gondel wegen eines beschädigten Relais auf halber Höhe stecken. Nun hatte die wiederaufgebaute Zugspitz-Seilbahn ihre Premiere zum zweiten Mal erlebt.
15. Mai
Fußball 1963 – In Rotterdam (Niederlande) fand vor 70.000 Zuschauern das Europacup-Endspiel der Pokalsieger im ausverkauften Feijenoord Stadion statt. Pokalverteidiger Atletico Madrid hatte gegen die britischen Tottenham Hotspurs chancenlos 1:5 verloren.
15. Mai
USA 1963 – Mit dem Start des Raumschiffes „Faith 7“ wurde die Mission MA-9 (Mercury-Atlas 9) beendet. Es war der letzte bemannte Flug dieser Mission. An Bord befanden sich neun Astronauten, u. a. Gordon Cooper (1927-2004), der bereits mit Gemini 5 ins All geflogen war. Als erster Astronaut „übernachtete“ Cooper in der Schwerelosigkeit.
16. Mai
BRD 1963 – Der am 22. Januar in Paris abgeschlossene deutsch-französischen Vertrag war vom Bundestag in Bonn mit nur fünf Gegenstimmen ratifiziert worden.
16. Mai
Italien 1963 – Die Regierung unter Amintore Fanfani war zurückgetreten.
16. Mai
West-Berlin 1963 – Der Sender Freies Berlin hatte seinen neuen Sendemast in Betrieb genommen. Mit seinen 230 Metern ist er das war er das höchste Bauwerk Berlins, das den Funkturm um 77 Meter überragte.
16. Mai
BRD 1963 – In Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) hatten die Ruhrfestspiele mit der Aufführung des Schauspiels „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller begonnen. Die Festspiele dauerten bis zum 26. Mai.
17. Mai
Sowjetunion/Frankreich/BRD 1963 – Den Botschaften der Bundesrepublik und Frankreichs hatte die Sowjetunion offizielle Noten übermittelt. Darin protestierte die Sowjetunion gegen den deutsch-französischen Vertrag als „Mittel der indirekten Kernaufrüstung“ der Bundesrepublik.
17. Mai
Marokko 1963 – Zum ersten Mal hatten in Marokko freie Parlamentswahlen stattgefunden, bei denen die Front für die Verteidigung der verfassungsmäßigen Rechte die absolute Mehrheit erhalten hatte.
17. Mai
USA/Raumfahrt 1963 – Mit seiner „Mercury“-Kapsel war der US-amerikanische Astronaut nahe der Midway-Insel im Pazifik gelandet.
17. Mai
DDR/International 1963 – In Würdigung seiner konsequenten pazifistischen Bemühungen hatte der Deutsche Friedensrat der DDR dem britischen Mathematiker und Philosophen, Lord Bertrand Russel, die Carl-von-Ossietzky-Friedensmedaille verliehen.
18. Mai
USA 1963 – Beim Obersten amerikanischen Gerichtshof hatte der Gouverneur des US-Bundesstaates Alabama, George Wallace, eine Verfassungsklage gegen US-Präsident John F. Kennedy eingereicht, weil die Entsendung von Bundestruppen zur Beilegung der Rassenunruhen gegen die Verfassung verstoßen hätte.
18. Mai
Schweden/Sowjetunion 1963 – Der schwedische Außenminister Torsten Nilsson hatte seinen zwölftägigen Besuch in der Sowjetunion beendet. In einem Abschlusskommuniqué war auf die traditionelle Neutralitätspolitik Schwedens hingewiesen worden, die ein Garant der Ruhe und Sicherheit in Nordeuropa war.
18. Mai
Schweiz 1963 – Der deutsche Schriftsteller Peter Weiss, der in Stockholm lebte, war in Ouchy (Schweiz) mit dem Charles-Veillon-Preis für seinen autobiographischen Roman „Fluchtpunkt“ geehrt worden.
19. Mai
BRD 1963 – Die SPD hatte bei den Landtagswahlen in Niedersachsen die größten Stimmengewinne verzeichnen können. Die SPD hatte 44,9 Prozent erhalten. Die CDU erreichte 37,7 Prozent und die FDP konnte 8,8 Prozent für sich verbuchen.
19. Mai
Indonesien 1963 – Durch Verfassungsänderung hatte die Beratende Vollversammlung des Landes Staats- und Regierungschef Achmed Sukarno zum Staatspräsident auf Lebenszeit bestimmt.
20. Mai
BRD/Sowjetunion 1963 – Zu Fragen der Repatriierung deutscher Staatsangehörige aus der UdSSR hatte die Bundesregierung der Sowjetunion eine Note übermittelt. Diese war abgeschlossen aus sowjetischer Sicht. Jedoch hatte die Bundesregierung festgestellt, dass erst 60 Prozent aller betroffenen Personen in die Heimat zurückgekehrt waren.
20. Mai
Schach 1963 – Der 33-jährige Armenier Tigran W. Petrossjan hatte im Moskauer Estradentheater vor 1.600 Zuschauern den um 19 Jahre älteren mehrmaligen Meister Michail M. Botwinnik im Titelkampf um die Schachweltmeisterschaft besiegt.
21. Mai
BRD 1963 – Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatte in Düsseldorf auf einem außerordentlichen Kongress am 20./21. Mai den Entwurf eines neuen Grundsatzprogramms vorgelegt. Dieses trat an die Stelle des Programms, das 1949 in München unter Hans Böckler verabschiedet worden war.
21. Mai
Sowjetunion/USA 1963 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau hatten der Vorsitzende der US-amerikanischen Atomenergiekommission, Glenn Seaborg, und der Vorsitzende der Staatskommission des sowjetischen Ministerrates für die Nutzung der Atomenergie, Andronik Petrosyants, ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie unterzeichnet.
21. Mai
Türkei 1963 – Da sich ihm nur die Kadetten der Kriegsakademie und 50 Offiziere der unteren Ränge angeschlossen hatten, war ein Militärputsch des ehemaligen Oberst Talat Aydemir gescheitert. Noch am gleichen Tag war Aydemir verhaftet worden.
21. Mai
Europa/USA 1963 – In Genf (Schweiz) war die Sitzung der internationalen Zollkonferenz GATT nach einer Dauer von fünf Tagen zu Ende gegangen. Eine Senkung der Zölle zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den Vereinigten Staaten war das Thema der Konferenz gewesen.
22. Mai
DDR/Jugoslawien 1963 – Zwischen der DDR und Jugoslawien war ein Abkommen geschlossen worden. Darin hatte sich die DDR verpflichtet, ihren Anteil an den deutschen Vorkriegsschulden in Höhe von 100 Millionen DDR-Mark zu begleichen.
22. Mai
Afrika 1963 – In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hatte bis zum 26. Mai die Gipfelkonferenz der unabhängigen Staaten Afrikas stattgefunden, auf der die Charta der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) unterzeichnet worden war.
22. Mai
Fußball 1963 – Im Berliner Olympia-Stadion in West-Berlin hatte die brasilianische Nationalmannschaft vor 50.000 Zuschauern die West-Berliner Stadtmannschaft 3:0 besiegt. Zum Ärger der Besucher waren die Brasilianer ohne den Fußballstar Pelé angetreten.
22. Mai
Fußball 1963 – Im Londoner Wembley Stadion war der vorjährige italienische Fußballmeister AC Mailand vor 50.000 Zuschauern durch ein 2:1 über den Titelverteidiger Benfica Lissabon der neue Europapokalsieger geworden.
23. Mai
BRD/Großbritannien 1963 – In Anwesenheit von 1.000 Ehrengästen hatte der britische Lordsiegelbewahrer und Europaminister Edward Heath den 1949 gestifteten Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen erhalten.
23. Mai
DDR 1963 – Der Ministerrat der DDR hatte ein Gesetz verabschiedet, in dem den Staatsbürgern der DDR Kontakte zu ausländischen Botschaften oder zu Diplomaten ohne vorherige Genehmigung der zuständigen Behörde untersagt wurde.
23. Mai
Sowjetunion/Kuba 1963 – Zu Ehren des kubanischen Partei- und Regierungschefs Fidel Castro hatte im Moskauer Lenin-Stadion eine Freundschaftskundgebung stattgefunden. Als erster Ausländer hatte Castro die Auszeichnung „Held der Sowjetunion“ erhalten.
24. Mai
Österreich 1963 – Der Verwaltungsgerichtshof in Wien hatte entschieden, dass die Erklärung von Otto Habsburg-Lothringen, auf die Mitgliedschaft zum Hause Habsburg-Lothringen zu verzichten, für eine Aufhebung des Landesverweises ausreichend war.
24. Mai
Frankreich/International/Film 1963 – Die 16. Internationalen Filmfestspiele im südfranzösischen Cannes, die am 8. Mai begonnen hatten, waren mit der Verleihung der Goldenen Palme zu Ende gegangen. Die Goldene Palme hatte der Film „Der Leopard“ erhalten, der unter der Regie des italienischen Regisseurs Luchino Visconti nach dem gleichnamigen Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa entstanden war.
25. Mai
BRD 1963 – In Rendsburg (Schleswig-Holstein) war das größte Schulschiff der Bundesmarine in Dienst gestellt worden. Die „Deutschland“ mit einer Größe von 5.000 BRT sollte dazu dienen, jeweils 250 Seeoffiziere auszubilden.
25. Mai
Italien 1963 – Mit der Bildung einer neuen Regierung hatte Staatspräsident Antonio Segni den Generalsekretär der Christlich-Demokratischen Partei, Aldo Moro, beauftragt.
25. Mai
Argentinien 1963 – Die kommunistische Partei des Landes und alle ihr angeschlossenen Organisationen waren von der Regierung verboten worden.
25. Mai
Niger 1963 – Die westafrikanische Republik Niger, die im Jahr 1921 französische Kolonie geworden war, wurde 1958 eine autonome Republik und errang zwei Jahre später ihre Unabhängigkeit. In die am 25. Mai 1963 gegründete Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) trat die Republik Niger gleich am Tag ihrer Unabhängigkeit bei. Die OAU bestand bis zum Jahr 2002 und ging dann in die Nachfolgeorganisation „Afrikanische Union“ über.
26. Mai
BRD/Frankreich 1963 – In Bad Godesberg (Nordrhein-Westfalen) hatte Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard auf der deutsch-französischen Konferenz den deutsch-französischen Vertrag als eine „bewegende Kraft in Europa“ gewürdigt.
26. Mai
Schweiz 1963 – In einer Volksabstimmung hatten die wahlberechtigten männlichen Schweizer Bürger mehrheitlich dafür plädiert, Regierung und Parlament frei über eine Ausrüstung der Armee mit Atomwaffen entscheiden zu lassen. Das bedeutete eine Entscheidung ohne Bindung an Volksentscheide.
27. Mai
BRD/Israel 1963 – Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß war zu einem elftägigen Besuch auf dem Zentralflughafen in Tel Aviv eingetroffen. Die Polizei hatte angesichts angekündigter Protestdemonstrationen ein ungewöhnlich starkes Aufgebot an Sicherheitskräften bereit gestellt.
27. Mai
USA 1963 – Die Klage des Gouverneurs des US-Bundesstaates Alabama, George Wallace, gegen den US-Präsidenten John F. Kennedy im Zusammenhang mit den Rassenunruhen in Birmingham (Alabama) war vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten verworfen worden.
27. Mai
Im tschechischen Schloss Liblice (Liblitz) im gleichnamigen Ort nördlich von Prag begann die internationale Kafka-Tagung, die auch Liblice-Konferenz genannt wurde. Diese Tagung des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes befasste sich u. a. mit dem Wirken des im Ostblock verpönten Literaten Franz Kafka (1883-1924) und wurde anlässlich des 80. Geburtstages des Schriftstellers ins Leben gerufen. Sie hatte wichtige Impulse für den Prager Frühling gegeben.
28. Mai
Schweden/Frankreich 1963 – In der französischen Hauptstadt Paris war der schwedische König, Gustav VI. Adolf, zu einem mehrtägigen Staatsbesuch eingetroffen. Der schwedische Wunsch nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war Gegenstand der Gespräche.
28. Mai
BRD 1963 – Die Sicherstellung des Stärkungsmittels „Bioprotein“ war vom Bundesgesundheitsministeriums in Bonn veranlasst worden. Das Medikament, das aus Österreich importiert wurde, rief Gesundheitsschäden hervor.
29. Mai
USA 1963 – Auf einer Pressekonferenz hatte der US-amerikanische Außenminister Dean Rusk die Unverzichtbarkeit des US-amerikanischen Vetorechts bei allen Entscheidungen über Einsatzbefehle innerhalb der geplanten multinationalen Atomstreitmacht des Nordatlantikpaktes (NATO) betont.
29. Mai
BRD 1963 – In der bayerischen Landeshauptstadt München hatten wolkenbruchartige Regenfälle zu Straßenüberflutungen und Überschwemmungen zahlreicher Keller und Hausflure geführt.
29. Mai
Norwegen 1963 – In der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde das Munch-Museum eröffnet. Das Kunstmuseum bewahrt Werke des weltberühmt gewordenen Malers Edvard Munch (1863-1944) auf, die der Künstler im Jahr 1940 der Stadt Oslo und damit seinem Heimatland übereignet hatte.
30. Mai
Europa 1963 – In Brüssel (Belgien) hatte die Ministerratstagung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bis zum 31. Mai stattgefunden. Diskutiert worden war über eine mögliche Assoziierung Österreichs mit der EWG.
30. Mai
Österreich 1963 – Die 785 Meter lange Europabrücke bei Innsbruck war nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt worden. Sie ist das wichtigste Autobahn-Bindeglied zwischen der BRD, Österreich und Italien und war am 17. November 1963 eingeweiht worden.
31. Mai
BRD/DDR 1963 – Zwei Journalisten, der Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ und der Chefredakteur des „Deutschlandssenders“ aus der DDR waren bei dem in Solingen stattfindenden Knorr-Prozess gegen ein Mitglied der Deutschen Friedens-Union (DFU) verhaftet worden.
31. Mai
Frankreich 1963 – Das Notstandsregime, das seit dem Generalputsch am 22. April 1961 herrschte und das dem Staatspräsidenten besondere Vollmachten gewährte, war um Mitternacht zu Ende gegangen.
Mai 1963 Deutschland in den Nachrichten
Berliner Philharmoniker
Bruno Maderna Dirigent. Werke von Giovanni Gabrieli, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Claude Debussy. Dienstag. 12. Mai 1963 .....   >>>  
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