Oktober 1990 - Deutschland einig Vaterland

Kalender Oktober 1990
Nun war es also vollbracht. Die DDR hatte aufgehört zu existieren. Das Land war dem Gebiet der Bundesrepublik beigetreten und war damit selbst zur Bundesrepublik geworden. Nach mehr als 40 Jahren gab es wieder ein geeintes Deutschland, das sich nun erst einmal zusammenfinden musste. Großer Jubel hatte sich mit vorsichtiger Skepsis gemischt. Das Aufeinanderzugehen war teilweise noch ein  sehr unbeholfenes Tapsen. In großen politischen Dingen herrschte weitestgehend Einigkeit im Lande, die neuen Bundesländer hatten ihre Hauptstädte festgelegt und sich konstituiert. Nun musste die Trennung verheilen. Es lag ein langer Prozess vor den Deutschen, die ihre Einheit nicht nur der friedlichen Revolution, sondern auch dem weisen Handeln von Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow verdankten. Im eigenen Land hatte dieser nicht so ein glückliches Händchen. Die Sowjetunion hatte längst angefangen zu zerfallen.
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Wichtige Ereignisse im Oktober 1990

1. Oktober
Ruanda 1990 – Mit dem Einfall von 10.000 Rebellen in Ruanda hatte ein blutiger Bürgerkrieg begonnen. Die Kämpfe der Tutsis mit der Regierungsarmee der Hutus wurden vor allem im Norden des Landes ausgetragen.
1. Oktober
Jugoslawien 1990 – In der jugoslawischen Teilrepublik hatte sich die serbische Minderheit für autonom erklärt. Die Regierungsfunktion hatte ein Nationalrat übernommen. Durch Straßen- und Eisenbahnsperren in der Stadt Knien sollte die Forderung unterstützt werden.
1. Oktober
BRD/Guatemala 1990 – Zwischen der Bundesrepublik und Guatemala war ein Kulturabkommen abgeschlossen worden, das am 23. April 1992 in Kraft trat.
1. Oktober
Vier Mächte 1990 – Die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich hatten ihre Rechte und Pflichten für Berlin und Deutschland solange ausgesetzt, bis der „Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“ von ihren Parlamenten verabschiedet worden war.
1. Oktober
BRD/DDR 1990 – In Hamburg hatten sich die Christdemokraten der beiden deutschen Staaten zu einer Partei zusammengeschlossen. Bundeskanzler Helmut Kohl war von 98,5 Prozent der Delegierten zum Vorsitzenden gewählt worden. Zum einzigen Stellvertreter wurde Lothar de Maizière von 97,4 Prozent der Delegierten gewählt. Es gehörten 870.000 Mitglieder zur gesamtdeutschen CDU.
1. Oktober
International 1990 – In New York wurde Deutschland von den Außenministern der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zum souveränen Staat erklärt.
2. Oktober
Handball 1990 – Die DDR-Frauen-Handballmannschaft hatte das letzte deutsch-deutsche Länderspiel vor der Wiedervereinigung gegen die BRD gewonnen.
2. Oktober
DDR 1990 – Die Regierung der DDR hatte mit einem Staatsakt das Ende der Existenz eines zweiten deutschen Staates begangen.
2. Oktober
Ruanda 1990 – Die von Tutsi-Flüchtlingen gegründete Ruandische Patriotische Front hatte von Uganda aus eine Invasion in Ruanda begonnen. Ziel war der Sturz der von Hutus geführten Regierung.
2. Oktober
Volksrepublik China 1990 – Zwischen dem Piloten und dem Entführer war es während der Notlandung einer Boeing 737 der Xiamen Airlines zu einem Kampf gekommen. Dabei war die Maschine außer Kontrolle geraten, hatte eine Boeing 707 der China Southwest Airlines gerammt und krachte anschließend in eine Boeing 757 der gleichen Fluggesellschaft. Es waren 132 Menschen umgekommen. Das Desaster konnte von 141 Menschen überlebt werden.
3. Oktober
Deutschland 1990 – Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war mit dem Beitritt der Gebiete der DDR und Ost-Berlins zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vollzogen worden. Es endeten die Reste der Alliierten Vorbehaltsrechte bezüglich Gesamtdeutschlands und Berlin als Folge des Zweiten Weltkriegs. Deutschland war ein souveräner Staat. Zum ersten Mal war nun auch der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit zum gesamtdeutschen Nationalfeiertag geworden. Um Mitternacht war vor dem Reichstagsgebäude die bundesdeutsche Flagge aufgezogen worden. An den Feiern in Berlin beteiligten sich ungefähr eine Million Menschen.
3. Oktober
Monaco 1990 – Bei einem Rennen an der Côte d’Azur war Stefano Casiraghi, der Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaca mit seinem Boot tödlich verunglückt.
4. Oktober
Deutschland 1990 – Erstmals war der gesamtdeutsche Bundestag im Berliner Reichstag zusammengekommen. Das Parlament umfasste mit den 144 Abgeordneten der Volkskammer nun 663 Volksvertreter. Davon entfielen 305 auf CDU/CSU, 226 auf die SPD, 57 gehörten der FDP an, 49 waren von den Grünen und Bündnis 90, die PDS stellte 24 Abgeordnet und zwei waren fraktionslos gewesen.
4. Oktober
BRD/Tibet 1990 – Bundespräsident Richard von Weizsäcker hatte in Berlin den Dalai Lama, das geistige und weltliche Oberhaupt des von China besetzten Tibet empfangen. Auf diese erste Begegnung zwischen dem 14. Dalai Lama und einem wichtigen westlichen Staatsoberhaupt hatte die Regierung Chinas mit scharfem Protest reagiert.
4. Oktober
Irak 1990 – Der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat hatte bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad den Versuch von Staatspräsident Saddam Hussein unterstützt, alle Konflikte im Nahen Osten in einem Gesamtpaket zu lösen.
4. Oktober
Literatur 1990 – Die Journalisten Lea Rosh und der Historiker Eberhard Jäckel hatten für Buch „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ den Geschwister-Scholl-Preis des Verbandes bayerischer Verlae und der Stadt München erhalten.
5. Oktober
Deutschland 1990 – Gegen die Stimmen von Grünen und Bündnis 90 hatte der Bundestag das neue Wahlgesetz verabschiedet. Es sah eine getrennte Fünf-Prozent-Klausel für Ost- und Westdeutschland vor. Das Bundesverfassungsgericht hatte eine erste Fassung verworfen.
5. Oktober
Slowakei 1990 – Bei einer Demonstration in der slowakischen Hauptstadt Bratislava hatten 100.000 Menschen als einzige Amtssprache in der Slowakei Slowakisch gefordert. In der tschechoslowakischen Teilrepublik erklärte die ungarische Minderheit ihren Widerstand dagegen.
6. Oktober
Frankreich 1990 – In Vaulx-en-Veline, einem Stadtteil von Lyon, waren schwere Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei ausgebrochen. Sie zogen sich über das ganze Wochenende hin.
6. Oktober
Philippinen 1990 – Auf der Insel Mindanao war ein Putsch gegen die Präsidentin der Philippinen, Corazon Aquino, gescheitert. Die Rebellen hatten sich den regierungstreuen Truppen kampflos ergeben.
6. Oktober
Raumfahrt 1990 – Von Cape Canaveral aus war die US-Raumfähre Discovery ins All gestartet, die die europäische Wissenschaftssonde „Ulysses“ in den Weltraum transportierte. Die Sonde war von der Deutschen Aerospace in München gebaut worden.
7. Oktober
Österreich 1990 – Bei der Nationalratswahl in Österreich gewann die SPÖ unter Bundeskanzler Franz Vranitzky die meisten Stimmen.
7. Oktober
Literatur 1990 – In der Frankfurter Paulskirche wurde Karl Dedecius, Übersetzer, Herausgeber und Essayist, mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
7. Oktober
Tennis 1990 – Im Finale der Hallenmeisterschaften von Australien in Sidney hatte Boris Becker den Weltranglisten-Ersten, den Schweden Stefan Edberg in drei Sätzen besiegt.
7. Oktober
Golfsport 1990 – Bei den German Masters in Stuttgart-Mönsheim hatte Titelverteidiger Bernhard Langer aus Anhausen (Bayern) zusammen mit dem Waliser Ian Woosnam den zweiten Platz belegt. Sieger war der Schotte Sam Torrance nach vier Runden geworden.
8. Oktober
Israel 1990 – Als israelische Sicherheitskräfte auf dem Tempelberg in Jerusalem auf eine Gruppe Palästinenser schossen, kostete dies 21 Menschen das Leben. Araber hatten zuvor betende Juden vor der Klagemauer mit Steinen und Flaschen beworfen.
8. Oktober
Großbritannien 1990 – Als zehntes Land war Großbritannien dem europäischen Währungssystem EWS beigetreten.
8. Oktober
Nobelpreis 1990 – Die US-Amerikaner Joseph E. Murray und Donnall Thomas erhielten den Nobelpreis für Medizin für ihre Forschungen zur Organverpflanzung.
9. Oktober
Sowjetunion 1990 – Das sowjetische Parlament hatte das Mehrparteiensystem eingeführt. Die Gleichberechtigung aller politischen Parteien war gegeben. Zugleich war die Weisungsbefugnis der Kommunistischen Partei über Polizei, Armee und Justiz entfallen.
10. Oktober
BRD/Justiz 1990 – Der Regierungsoberamtsrat Klaus Kuron war von der Bundesanwaltschaft verhaftet worden. Kuron, der für den früheren Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet hatte, war „Landesverrat in einem besonders schweren Fall“ vorgeworfen worden. Gegen acht weitere mutmaßliche DDR-Spione erging am 11. Oktober Haftbefehl.
10. Oktober
Alternative Nobelpreise 1990 – Die israelische Anwältin in Menschenrechtsfragen, Felicia Langer, der Bauernführer aus dem west-afrikanischen Burkina Faso, Bernard Ledea Quedraogo sowie die kolumbianische Bauern- und Landarbeitergewerkschaft „Association de Trabajadores y Campesinos del Carare“ hatten den „Alternativen Nobelpreis“ der Stiftung „Right Livelihood“ bekommen.
10. Oktober
BRD 1990 – Einer Erklärung des Bundesumweltministers Klaus Töpfer zufolge, mussten noch etwa 1,4 Millionen Einwohner der einstigen DDR verunreinigtes Wasser trinken.
10. Oktober
Börse 1990 – An der Frankfurter Börse war der US-Dollar mit einem Umtauschkurs von 1,5826 DM auf sein bisher tiefstes Niveau gesunken.
10. Oktober
Fußball 1990 - Im ersten Länderspiel nach der WM hatte die deutsche Fußball-Nationalelf das Team Schwedens mit 3:1 besiegt. Damit hatte der neue Bundestrainer Berti Vogts einen gelungenen Einstand gegeben.
11. Oktober
Nobelpreis 1990 – Der mexikanische Schriftsteller Octavio Paz erhielt den Nobelpreis für Literatur.
11. Oktober
BRD/Saudi-Arabien 1990 – Mit seinem Ersuchen um Waffenlieferungen war der Außenminister Saudi-Arabiens, Prinz Saud al-Faisal, bei Bundeskanzler Helmut Kohl gescheitert.
11. Oktober
Lateinamerika 1990 – Bei einer Konferenz in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, hatten sich die Staats- und Regierungschefs von acht lateinamerikanischen Staaten auf die Bildung eines gemeinsamen Binnenmarktes geeinigt.
12. Oktober
BRD 1990 – Bei einem Schussattentat im südbadischen Oppenau hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lebensgefährliche Verletzungen erlitten.
12. Oktober
BRD/Sowjetunion 1990 – Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und der sowjetische Botschafter in Bonn, Wladislaw Terechow, hatten den Vertrag über den Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland unterschrieben.
12. Oktober
Ägypten 1990 – Der Präsident der ägyptischen Volksversammlung, Dr. Rifaat el-Mahgoub, war auf offener Straße erschossen worden. Bei dem Anschlag in Kairo waren seine fünf Begleiter ebenfalls umgekommen.
13. Oktober
Libanon/Syrien 1990 – Der christlich-maronitische General Michel Aoun hatte im Libanon nach Bombenangriffen der syrischen Luftwaffe auf dein Hauptquartier in Beirut kapituliert. Bei dem neuen Ausbruch des Bürgerkriegs waren mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen. Aoun hatte sich kurz darauf in die französische Botschaft abgesetzt.
13. Oktober
Polen/Ukraine 1990 – Die sowjetische Teilrepublik Ukraine und Polen hatten einen Nachbarschaftsvertrag vereinbart. Beide Seiten beabsichtigten den Austausch von Botschaftern.
14. Oktober
Musik 1990 – Der US-amerikanische Komponist und Dirigent ukrainisch-jüdischer Abstammung, Leonard Bernstein, war in New York gestorben. Bernstein war am 25. August 1918 in Lawrence (US-Bundesstaat Massachusetts) geboren worden.
14. Oktober
BRD 1990 – Bei den Landesparlamentswahlen setzte sich die CDU in vier (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) der fünf neuen Länder durch. Die CSU unter Ministerpräsident Max Streibl hatte in Bayern mit 54,9 Prozent ihre absolute Mehrheit erreicht.
14. Oktober
BRD 1990 – Das von der DDR-Volkskammer am 22. Juli beschlossene Ländereinführungsgesetz trat in den neuen Bundesländern in Kraft.
15. Oktober
Nobelpreis 1990 – Vom Nobelpreiskomitee in Oslo wurde die Verleihung des Friedensnobelpreis an Staatspräsident Michail Gorbatschow angekündigt.
15. Oktober
Südafrika 1990 – Die südafrikanische Regierung verlängert das seit 1953 geltende Apartheidsgesetz nicht. Erstmals waren damit die öffentlichen Einrichtungen des Landes wieder für Menschen aller Hautfarben zugänglich.
16. Oktober
Italien 1990 – Um die Zahl der Transitgenehmigungen für Lastwagen über die Alpen zu erhöhen, hatte die italienische Regierung durch die Sperrung aller Grenzübergänge nach Österreich Druck auf Wien ausgeübt.
16. Oktober
Nobelpreis 1990 – Die drei US-amerikanischen Finanzwissenschaftler, Harry Markowitz, Merton Miller und William Sharpe erhielten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Der Preis ehrte die „bahnbrechenden Leistungen der Experten auf dem Gebiet der Theorie der Finanzmärkte“.
17. Oktober
Nobelpreis 1990 – Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Naturstoffsynthese bekam der US-Forscher Elias J. Corey den Nobelpreis für Chemie. Der Nobelpreis für Physik ging an die Wissenschaftler Richard Taylor aus Kanada, Jerome I. Friedman aus den USA und Henry W. Kendall (USA).
17. Oktober
Internet 1990 – Die vom Betreiber amazon.com unterstützte Internet Movie Database (IMDb) war im World Wide Web erschienen.
17. Oktober
International 1990 – Der Generalsekretär der Welternährungsorganisation (FAO), Edouard Saouma, hatte in Rom bekanntgegeben, dass weltweit etwa 500 Millionen Menschen hungerten.
18. Oktober
Großbritannien 1990 – Bei einer Nachwahl im Wahlkreis Eastbourne mussten die britischen Konservativen eine schwere Niederlage einstecken. Siegreich waren die Liberalen gewesen. Damit war der innerparteiliche Druck auf die Vorsitzende der Konservativen, Premierministerin Margaret Thatcher, gestiegen.
18. Oktober
BRD/Autoindustrie 1990 – Um die Autoindustrie zur Rücknahme von Altautos zu zwingen, solle Bundesaußenminister Klaus Töpfer zufolge ein Pfandsystem zur Rücknahme eingeführt werden, um die umweltgerechte Entsorgung der Autos zu gewährleisten. Gegen diese Pläne hatten die Hersteller Widerstand angekündigt.
19. Oktober
BRD 1990 – Mit Hausdurchsuchungen in der Zentrale der PDS hatte die Berliner Polizei nach Beweisen für Finanzmanipulation der Partei gesucht. Der Grund waren Auslandsüberweisungen in Höhe von 107 DM.
19. Oktober
UdSSR 1990 – Mit großer Mehrheit hatte das sowjetische Parlament das Wirtschaftsprogramm von Staatspräsident Michail Gorbatschow verabschiedet.
19. Oktober
BRD 1990 – Bei dichtem Nebel waren in der Nähe von Mönchberg in Oberfranken auf der Autobahn Nürnberg-Berlin etwa 200 Fahrzeuge in eine Massenkarambolage verwickelt gewesen. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben. Mindestens 33 Menschen erlitten z. T. schwerste Verletzungen.
19. Oktober
BRD 1990 – In Berlin hatte das Bundeskartellamt eine einstweilige Anordnung gegen die fünf größten deutschen Mineralölkonzerne erlassen. Diese mussten den Benzinpreis in um 5 Pfennig pro Liter Treibstoff senken. In der Folge-Woche waren die Benzinpreise in der gesamten BRD gefallen.
20. Oktober
Südkorea/China 1990 – Die Volksrepublik China und Südkorea hatten die Einrichtung von Handelsvertretungen vereinbart. Sie dienten auch als gegenseitige Verbindungsbüros für die Regierungen.
20. Oktober
Pferdesport 1990 – In Gelsenkirchen hatte der 54-jährige Jockey Peter Alafi seinen 2218. Sieg in seiner Laufbahn feiern können. Alafi war damit der bis dato erfolgreichste deutsche Galoppreiter.
21. Oktober
UdSSR 1990 – In der Sowjetunion hatten sich 30 Oppositionsgruppen zur Bewegung „Demokratisches Russland“ zusammengeschlossen und eine „antisozialistische Koalitionsregierung“ gefordert.
21. Oktober
Israel 1990 – In einem Vorort von Jerusalem hatte ein 19-järiger Palästinenser drei Israelis erschossen. Der Verteidigungsminister Moshe Arens hatte daraufhin die Grenzen zu den besetzten Gebiten schließen lassen.
21. Oktober
Peru 1990 – Mehr als 8.000 Menschen waren nach einer Welle von Terroranschlägen durch die Guerilla-Organisation „Sendero Luminose“ (Leuchtender Pfad) in der Hauptstadt Lima und in Callao verhaftet worden.
21. Oktober
Baden-Württemberg 1990 – In Heidelberg hatte die SPD-Politikerin Beate Weber die Oberbürgermeister-Wahlen gewonnen. Sie erhielt im Wahlgang 55 Prozent der Stimmen und war damit in Baden-Württemberg die erste Frau in diesem Amt.
21. Oktober
Automobilrennsport 1990 – Der Brasilianer Ayrton Senna stand schon beim vorletzten Lauf der Formel-I-Weltmeisterschaft im japanischen Suzuka als Gesamtsieger fest.
21. Oktober
International 1990 – Als sechstes Exemplar überhaupt war ein Riesenmaulhai in einem Treibnetz gefunden worden. Er war mit Sendern ausgestattet worden und am nächsten Tag wieder freigelassen worden.
22. Oktober
EG/International 1990 – Die Wirtschaftssanktionen gegen die Volksrepublik China wurden wie gegen den Iran von den EG-Außenministern aufgehoben. Das iranische Todesurteil gegen den britischen Schriftsteller Salman Rushdie bestand jedoch weiterhin.
22. Oktober
Ringen 1990 – Die beiden deutschen Ringer im griechisch-römischen Stil, Maik Bullmann und Rifat Yildiz, gewannen Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft. Hinter der UdSSR hatte die erstmals als gesamtdeutsches Team angetretene Mannschaft den zweiten Platz im Medaillenspiegel gewonnen.
22. Oktober
Sowjetunion 1990 – Die Sowjetrepublik Turkmenistan hatte sich für souverän erklärt.
23. Oktober
Irak 1990 – Vom irakischen Parlamentspräsidenten Saadi Medih Saleh wurde die Freilassung aller 330 gefangengehaltenen Franzosen angekündigt worden. Außerdem hatten 14 meist schwerkranke US-Amerikaner und 33 Briten den Irak verlassen dürfen.
23. Oktober
BRD 1990 – Seit dem Sturz des SED-Regimes 1989 waren in den alten Bundesländern 178 Spione enttarnt worden. Das hatte der für Koordination der Geheimdienste zuständige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Lutz Stavenhagen, mitgeteilt.
24. Oktober
Pakistan 1990 – Die „Pakistan People’s Party“ der früheren Minsterpräsidentin Benazir Bhutto hatte bei vorgezogenen Parlamentswahlen eine schwere Niederlage erlitten. Sie hatte nur 45 der 207 für Moslems reservierten Sitz gewonnen. Allerdings hatten Wahlbeobachter von Wahlfälschung gesprochen.
24. Oktober
BRD 1990 – Mit einem Schutzgesetz für Embryonen hatte der Bundestag alle Veränderungen am menschlichen Erbgut verboten. Ebenso waren Leihmutterschaft, die Forschung an und der Handel mit Embryonen untersagt worden.
24. Oktober
UdSSR 1990 – Die sowjetische Teilrepublik Kasachstan hatte ihre Souveränität erklärt.
25. Oktober
Slowakei 1990 – In der Slowakei war die slowakische Sprache zur Amtssprache erklärt worden. Das Parlament der tschechoslowakischen Teilrepublik gestattete jedoch, dass in Gebieten mit einem hohen Anteil von Minderheiten ihre Muttersprache im Umgang mit den Behörden Verwendung finden durfte.
25. Oktober
Thüringen 1990 – Der neue thüringische Landtag hatte in seiner konstituierenden Sitzung in Weimarer Nationaltheater Erfurt zur Hauptstadt des Bundeslandes erklärt.
25. Oktober
Boxen 1990 – Im The Mirage in Las Vegas (US-Bundesstaat Nevada) hatte Evander Holyfield seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen James (Buster) Douglas durch K.o. gewonnen.
26. Oktober
BRD 1990 – In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern waren die Landtage zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammengetreten. In Brandenburg hatte sich eine Koalition aus SPD, FDP und Bündnis 90 zusammengeschlossen. In Mecklenburg-Vorpommern hatten CDU und FDP ein Bündnis gebildet.
27. Oktober
Neuseeland 1990 – Bei den Parlamentswahlen in Neuseeland hatte sich die konservative Nationalpartei mit 49 Prozent der Stimmen und 68 von 97 Mandaten durchgesetzt. Die bisher regierende Labour Partei kam mit 35 Prozent und 28 Sitzen auf den zweiten Platz. Neuer Ministerpräsident war Jim Bolger geworden.
27. Oktober
BRD 1990 – Einstimmig hatte der Vorstand der PDS dem Parteivorsitzenden Gregor Gysi das Vertrauen ausgesprochen. Unter dem Eindruck der Affäre um das Parteivermögen hatte Gysi zuvor seinen Rücktritt angeboten. Die Parteizentrale war am 26. Oktober erneut von der Polizei durchsucht worden.
27. Oktober
Turkmenistan 1990 – In Turkmenistan war Saparmurat Nijasow Staatspräsident geworden.
28. Oktober
EG 1990 – Zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfeltreffens in Rom hatten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft Alleingänge einzelner Staaten oder von Privatpersonen zur Befreiung der Geiseln im Irak abgelehnt.
28. Oktober
Sachsen-Anhalt 1990 – In einer konstituierenden Sitzung hatte der Landtag von Sachsen-Anhalt Gerd Gies von der CDU zum Regierungschef einer CDU/FDP-Koalition gewählt.
28. Oktober
Volleyball 1990 – In Rio de Janeiro (Brasilien) hatte die italienische Mannschaft die Auswahl Kubas 3:1 im Finale der Volleyball-Weltmeisterschaft der Herren besiegt. Im „kleinen Finale“ gewann die UdSSR gegen Brasilien 3:0.
29. Oktober
Norwegen 1990 – Nach einem Konflikt um den EG-Beitritt war die norwegische Regierung unter Ministerpräsident Jan Pedar Syse zurückgetreten. Am Folgetag wurde die Sozialdemokratin Gro Harlem Brundtland zur Nachfolgerin des Zentrumspolitikers.
29. Oktober
Frankreich/Sowjetunion 1990 – Bei einem Staatsbesuch des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow in Paris hatten die beiden Länder eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart.
30. Oktober
Indien 1990 – Bei Unruhen in der indischen Stadt Ayodha, als extremistische Hindus eine islamische Moschee zerstören wollten, waren mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen.
30. Oktober
Niederlande 1990 – Der Vorschlag des niederländischen Agrarministers, Züchtung von und Handel mit Pitbullterriern zu verbieten, wurde vom Parlament des Landes unterstützt.
30. Oktober
Musik 1990 – In der österreichischen Hauptstadt Wien war die Oper „Der Tulifant“ von Gottfried von Einem uraufgeführt worden.
31. Oktober
BRD 1990 – Vom Bundesverfassungsgericht war das Kommunale Wahlrecht für Ausländer für verfassungswidrig erklärt worden. Die in Schleswig-Holstein und Hamburg eingeführten Regelungen wurden daraufhin wieder aufgehoben.
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