September 1971 - Das Berliner Viermächteabkommen

Kalender September 1971
Nach langwierigen und komplizierten Gesprächen waren immerhin so viele Probleme beredet worden, dass es am 3. September zur Unterzeichnung des Viermächteabkommens über Berlin gekommen war. Die Botschafter der vier Siegermächte – Vereinigte Staaten, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich – hatten seit dem 26. März 1970 im Gebäude des ehemaligen Alliierten Kontrollrats in West-Berlin getagt. Dabei war es um die Sicherung der Zugangswege von und nach West-Berlin gegangen sowie um den Besucherverkehr und die Anwesenheit von Behörden der Bundesrepublik im Westteil der geteilten Stadt. Der eigentliche Streitpunkt war jedoch der Status von Berlin: Die Westmächte hatten die Viermächte-Zuständigkeit auf die ganze Stadt bezogen, während die Sowjets diese allein auf West-Berlin beschränken wollte. Deshalb waren die Verhandlungen immer schnell festgefahren gewesen. Doch der September war endlich ein Erfolgsmonat.
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Wichtige Ereignisse im September 1971

1. September
Katar 1971 – Kronprinz, Scheich Chalifa Ben Hamad Ath Thani, hatte die Unabhängigkeit des Emirats und die Beendigung des Protektoratsverhältnisses mit Großbritannien verkündet.
1. September
BRD 1971 – Das Bundesausbildungsförderungsgesetz war in Kraft getreten. Darin war die staatliche Förderung der Schul- und Hochschulbesucher geregelt worden.
1. September
Ägypten/Syrien/Libyen 1971 – Die Bewohner Ägyptens, Syriens und Libyens hatten sich bei Volksabstimmungen für die Bildung einer Föderation Arabischer Republiken ausgesprochen.
1. September
Schweiz/Vietnam 1971 – Der Schweizerische Bundesrat hatte die diplomatische Anerkennung der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) beschlossen. Diesen Schritt hatte Bern damit begründet, wirksamere Hilfe leisten zu wollen bei der Lösung der humanitären Probleme.
1. September
Sowjetunion 1971 – Die Staatsbank des Landes hatte die Abwertung des „Touristenrubels“ in Bezug auf 15 ausländische Währungen beschlossen. Die neuen Kurse, die zu Beginn jedes Monats bekanntgegeben wurden, hatten sich auf die in Sowjetunion lebenden Ausländer ausgewirkt. Handelsgeschäfte waren davon nicht betroffen gewesen.
2. September
Ägypten 1971 – Einer Bekanntgabe der Regierung in Kairo zufolge sollte die Bezeichnung Vereinigte Arabische Republik für Ägypten nicht mehr verwendet werden. Das Land war in Arabische Republik umbenannt worden. Diese Namensänderung hatte im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Verfassung gestanden.
2. September
USA 1971 – Für alle von der Regierung beschäftigten Arbeiter hatte US-Präsident Richard M. Nixon einen Lohnstopp angeordnet. Nach Regierungsangaben sollten die Löhne der zivilen und militärischen Beamten eingefroren werden und zwar bis zum 1. Juli 1972.
2. September
Sowjetunion/Raumfahrt 1971 – Die unbemannte Mondsonde „Luna 18“ war gestartet worden. Bei dem Versuch einer weichen Landung auf der Mondoberfläche war die Sonde abgestürzt.
3. September
BRD/West-Berlin/International 1971 – Von den Botschaftern der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion war das Viermächteabkommen über Berlin unterzeichnet worden.
3. September
Sudan/Ägypten 1971 – Der sudanesische Staatschef Dschafar Muhammad An Numairi war zu einem Besuch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo eingetroffen. Er hatte mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Anwar As Sadat über einen Beitritt des Sudan zur Föderation Arabischer Republiken verhandelt.
3. September
Schwimmen 1971 – In Leipzig (Sachsen) hatte Roland Matthes (DDR) mit 2:05,6 min Weltrekord über 200 m Rücken erzielt.
4. September
Großbritannien/Frankreich/International 1971 – Zum ersten Mal hatte das britisch-französische Überschallflugzeug den Atlantik überquert. Der Prototyp hatte die Strecke von Toulouse nach Cayenne (Französisch-Guayana) (7.500 km) in knapp fünf Stunden Flugzeit zurückgelegt.
4. September
Frankreich/International 1971 – Während einer Instrumentenlandung war eine Boeing 727 der Alaska Airlines gegen einen Berg geprallt. Auf dem Flughafen Juneau (US-Bundesstaat Alaska) hatte starker Schneesturm geherrscht. Bei dem Unglück waren alle 109 Menschen an Bord ums Leben gekommen.
4. September
Leichtathletik 1971 – In Wien hatte die Österreicherin Ilona Gusenbauer mit 1,92 m einen Weltrekord im Hochsprung aufgestellt.
4. September
Leichtathletik 1971 – Mit 76,40 m hatte Walter Schmidt (BRD) in Lahr (Hessen) einen Weltrekord im Hammerwurf erzielt.
4. September
Reitsport 1971 – In Burghley hatte Prinzessin Anne von Großbritannien die Military-Europameisterschaft gewonnen.
4. September
Schwimmen 1971 – Mit 56,7 sec hatte in Leipzig (Sachsen) Roland Matthes (DDR) Weltrekord über 100 m Rücken erzielt.

5. September
Radrennsport 1971 – In Mendrisio (Schweiz) war der Belgier Eddy Merckx mit einem klaren Spurtsieg über seinen Rivalen Felice Gimondi (Italien) zum zweiten Mal Straßenweltmeister der Radprofis geworden.
5. September
BRD/DDR 1971 – Um die Mittagszeit war der Mauerflüchtling Bernd Sievert am Berliner Springer-Hochhaus niedergeschossen worden. Er hatte in die Lindenstraße in West-Berlin fliehen wollen.
5. September
Automobilrennsport 1971 – Im italienischen Monza hatte der Brite Peter Gethin BRM im Grand-Prix-Rennen gewonnen.
6. September
Großbritannien 1971 – In Chequers (England) hatten sich die Premierminister der Republik Irland und Großbritannien, Jack Lynch und Edward Heath getroffen. Die Initiierung von Gesprächen, die dem katholischen Teil der Bevölkerung Nordirlands größeres Gewicht in den öffentlichen Angelegenheiten bringen sollte, war das wichtigste Ergebnis der Unterredung.
6. September
Uruguay 1971 – In der Hauptstadt Montevideo waren aus dem schwerbewachten Militärgefängnis 108 inhaftierte Tupamaros durch einen unterirdischen Tunnel geflüchtet.
6. September
BRD 1971 – Ein zweistrahliges Verkehrsflugzeug vom Typ BAC 1-11 war beim Versuch einer Notlandung auf der Autobahn Hamburg-Kiel zerschellt.
6. September
Jordanien 1971 – König Hussein II. hatte die Gründung einer jordanischen Einheitspartei bekanntgegeben. Der Monarch hatte die „Jordanische Nationale Union“ als die erste „halbpolitische“ Partei im Königreich der Haschemiten bezeichnet. In ihrem Grundsatzprogramm hatte sie zu einem panarabischen Vorgehen gegenüber Israel aufgefordert.
7. September
Dänemark 1971 – In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen war das Treffen der Außenminister der nordischen Länder beendet worden. Zum ersten Mal hatten sich diese Staaten auf eine gemeinsame Haltung in der China-Frage geeinigt. Der Platz von Taiwan in UNO sollte von Peking eingenommen werden.
7. September
BRD 1971 – Am dem 1. Juni 1972 sollte außerhalb geschlossener Ortschaften Tempo 100 gelten. Dies hatte Bundesverkehrsminister Georg Leber bekanntgegeben.

8. September
China 1971 – Der Versuch des stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten Lin Piao, einen Staatsstreich gegen Parteichef Mao Zedong durchzuführen, war gescheitert.
8. September
BRD 1971 – Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte 128 Millionen DM für den Rohbau des neuen Aachener Klinikums bereitgestellt. Mit den Bauarbeiten für das Großkrankenhaus war noch im September begonnen worden.
8. September
USA 1971 – In Washington war das John-F-Kennedy-Zentrum für darstellende Künste eröffnet worden.
8. September
Fußball 1971 – Die bundesdeutsche Nationalelf hatte bei einem Fußball-Länderspiel in Hannover die Mannschaft aus Mexiko mit 5:0 besiegt.
8. September
USA 1971 – Im Kennedy Center in Washington, D. C. war das Theaterstück „Mass“ von Leonard Bernstein uraufgeführt worden.
9. September
BRD/DDR 1971 – Durch Meinungsverschiedenheiten über den deutschen Text der Viermächtevereinbarungen waren die innerdeutschen Verhandlungen zwischen dem Bonner Staatssekretär Egon Bahr und dem DDR-Staatssekretär Michael Kohl ins Stocken geraten.
9. September
Großbritannien/Uruguay 1971 – Der britische Botschafter in Uruguay, Geoffrey H. S. Jackson, war nach achtmonatiger Entführung in Montevideo freigelassen worden.
9. September
BRD/Großbritannien/Italien 1971 – Die Regierungen der BRD, Großbritanniens und Italiens hatten die Fortsetzung der Entwicklung des Kampfflugzeugs MRCA-70 beschlossen. Nach dem erfolgreichen Erstflug des Prototypens hatten die Staaten ihre Erwartungen erfüllt gesehen.
10. September
Finnland/DDR 1971 – Die finnische Regierung hatte der BRD und der DDR eine Vereinbarungen über offizielle diplomatische Beziehungen mit beiden deutschen Staaten vorgeschlagen. Diesen Vorschlag hatte Bonn gemäß der Hallsteindoktrin zurückgewiesen.
10. September
BRD 1971 – Das Bundeskabinett hatte nach dreitägigen Beratungen den Haushalt für 1972 verabschiedet. Dieser hatte mit 106,57 Milliarden DM eine Steigerung von 7 Prozent gegenüber 1971 aufgewiesen.
10. September
BRD 1971 – Die Bonner Regierung hatte die Verkürzung des Grundwehrdienstes von 18 auf 15 Monate beschlossen. Das Gesetz sollte zum 1. Januar 1973 in Kraft treten.
10. September
Fußball/BRD 1971 – Die Sportjournalisten hatten Berti Vogts, den 41-fachen Nationalspieler zum Fußballer des Jahres gewählt.
10. September
Schwimmen 1971 – Der US-amerikanische Schwimmer Mark Spitz hatte in Minsk mit 1:53,5 min Weltrekord über 200 min Freistil erzielt.
10. September
USA 1971 – Im John F. Kennedy Center in Washington, D. C. war die Oper „Beatrix Cenci“ von Alberto Ginastera zur Uraufführung gelangt.
11. September
Sowjetunion 1971 – In Moskau war Nikita S. Chruschtschow im Alter von 77 Jahren gestorben.
12. September
Sambia/DDR 1971 – Die Regierung von Sambia hatte die Handelsmission der DDR in Lusaka geschlossen und deren Mitglieder zum Verlassen des Landes aufgefordert. Nach Angaben aus Regierungskreisen hatte die DDR-Mission die Regierung des afrikanischen Staates u. a. dadurch verärgert, dass sie ohne Erlaubnis sambische Studenten in die DDR geschickt hatte.
12. September
DDR 1971 – Die Leipziger Herbstmesse war zu Ende gegangen. Seit dem 5. September hatten 6.500 Aussteller aus 55 Ländern ihre Produkte gezeigt. Im Abschlusskommuniqué hieß es, dass die Messe „gute Möglichkeiten für die weitere Entwicklung eines gleichberechtigten Handels mit Entwicklungsländern und kapitalistischen Industrieländern“ geboten hatte.
13. September
USA 1971 – Eine Meuterei im Gefängnis in Attica war eine Meuterei von der Polizei blutig niedergeschlagen worden. Dabei waren 32 Häftlinge ums Leben gekommen.
13. September
BRD/Irland 1971 – In Dublin (Irland) war der Schriftsteller Heinrich Böll zum Präsidenten des Internationalen P. E. N.-Clubs gewählt worden.
13. September
Sowjetunion/China 1971 – Das vom hochrangigen chinesischen Politikre Lin Biao und seiner Begleitung benutzte Flugzeug war in der Mongolei bei Öndörchaan abgestürzt. Lin waren Differenzen mit Mao Zedong und Verwicklung in einen gescheiterten Putsch nachgesagt worden.
14. September
Großbritannien 1971 – In der Hauptstadt London war die Autobiographie des britischen Schriftstellers Graham Green, „A sort of life“, erschienen. Darin hatte Green bekannt, Anfang der 20er Jahre im Auftrag des deutschen Geheimdienstes zur Verhinderung eines separatistischen Rhein-Staates in der von Frankreich besetzten Pfalz als Spion aktiv war.
14. September
BRD 1971 – Das Bundesgericht des DFB hatte als zweite Instanz die lebenslangen Sperren für Manfred Manglitz und Horst Gregorio Canellas bestätigt. Die Strafen gegen die Hertha-Spieler Bernd Patzke und Tasso Wild waren auf zwei Jahre reduziert worden.


15. September
Peru/BRD 1971 – Der peruanische Außenminister General Edgardo Mercado Jarrin war zu einem viertägigen Besuch in Bonn eingetroffen. Dabei war der Wunsch Perus nach verstärkten wirtschaftlichen Investitionen der Bundesrepublik in dem Anden-Staat das wichtigste Gesprächsthema gewesen.
15. September
Niederlande 1971 – In einem Musterprozess hatte in der Stadt Alkmaar ein Gericht entschieden, dass die Krankenversicherungen die Kosten für eine Abtreibung erstatten musste, wenn der Eingriff auf eine ärztliche Indikation hin in einer Klinik vorgenommen worden war.
16. September
BRD/Sowjetunion 1971 – Auf der Krim hatte Bundeskanzler Willy Brandt ein Treffen mit dem sowjetischen Parteichef Leonid I. Breschnew wahrgenommen.
16. September
BRD 1971 – Das Bonner Wohnungsbauministerium hatte auf die Priorität des Wohnungsbaus im innenpolitischen Programm der Bundesregierung hingewiesen. Danach sollte dieser Bereich 1972 mit einem Ausgabenzuwachs von 29,2 Prozent die Spitze aller Ressorts einnehmen. In den nächsten Jahren war der Bau von jährlich 500.000 neuen Wohnungen geplant.
16. September
BRD 1971 – In einem Interview der britischen Zeitschrift „Defence“ hatte sich Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt für die Vertiefung der militärischen Kooperation in Europa ausgesprochen. Militärische Zielbestimmung und Initiative dürften von den Europäern nicht allein den beiden Weltmächten überlassen werden.
16. September
BRD 1971 – In dem Eifelstädtchen Monschau (Nordrhein-Westfalen) hatte eine Verpackungsaktion des bulgarischen Künstlers Christo begonnen.
17. September
Vietnam 1971 – Nach Angaben aus Militärkreisen Saigons war es bei Kämpfen im Mekong-Delta zu den blutigsten Gefechten im Vietnamkrieg seit einem Jahr gekommen. Bei dem Versuch der Vietcong drei Stellungen der Südvietnamesen zu überrennen, waren 138 Soldaten ums Leben gekommen.
17. September
USA 1971 – US-Präsident Richard M. Nixon hatte die Zuteilung des bisher von Taiwan eingenommenen ständigen Sitzes im Sicherheitsrat an die Volksrepublik China vorgeschlagen. Darüber hinaus hatte Nixon den Verbleib Taiwans in der UN-Vollversammlung befürwortet.
18. September
Spanien 1971 – In der spanischen Hauptstadt Madrid war einer einwöchigen Dauer eine Konferenz spanischer Bischöfe und Priester zu Ende gegangen. Die Konferenzteilnehmer hatten die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Spanien scharf kritisiert.
18. September
BRD 1971 – Im Württembergischen Staatstheater Stuttgart war das Drama „Hölderin“ von Peter Weiss uraufgeführt worden.
19. September
DDR 1971 – Vor dem SED-Zentralkomitee hatte Parteichef Erich Honecker die schwersten landwirtschaftlichen Ausfälle seit Bestehen der DDR bekanntgegeben. Aufgrund des ungünstigen Wetters war die Produktion um mindestens 20 Prozent niedriger ausgefallen als es ursprünglich geplant gewesen war.
19. September
Schweiz/International 1971 – In Lausann hatte ein Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des „World Wildlife Fund“ stattgefunden. UN-Generalsekretär Sithu U Thant hatte in einer Grußbotschaft an die mächtigsten Naturschutzorganisationen der Welt betont, dass „keine Anstrengungen unterlassen werden“ dürften zum Schutz der Umwelt.
19. September
Automobilrennsport 1971 – Auf Tyrell hatte der Brite Jackie Stewart den Großen Preis von Kanada gewonnen. Auf dem Kurs von Mospot war er mit 39 sec Vorsprung vor dem Schweden Ronnie Peterson ins Ziel gefahren.
20. September
Sowjetunion/BRD 1971 – In der französischen Presse war der Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt in der Sowjetunion als wesentliche Zäsur für die derzeitigen politischen Kräfteverhältnisse in Europa gewertet worden. Die Zeitungen hatten die künftige entscheidende Rolle der Bundesrepublik in der Welt betont.
20. September
West-Berlin/International 1971 – In West-Berlin war die erste internationale reaktortechnische Konferenz eröffnet worden. Auf der fünftägigen Veranstaltung hatten 800 Experten aus 35 Ländern über Fragen der bautechnischen Sicherheitsvorkehrungen und der Betriebszuverlässigkeit von Reaktoren diskutiert.
21. September
Dänemark 1971 – Die Sozialdemokraten waren mit 37,3 Prozent der Stimmen bei den Neuwahlen zum Parlament stärkste Partei geworden.
21. September
BRD 1971 – Für die Ruhrkohlhe AG hatten das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung eine Bürgschaft in Höhe von 966 Millionen DM bereitgestellt.
22. September
BRD 1971 – Die SPD hatte in einem Entschließungsantrag der „Kommission Massenmedien“ zum ersten Mal Leitlinien zur künftigen Gestaltung des Kommunikationswesen in der Bundesrepublik entwickelt. Der Wunsch nach einer verstärkten Beaufsichtigung der führenden Köpfe in den Massenmedien war ein entscheidendes Merkmal des Konzepts.
22. September
BRD 1971 – Mehr als 2 Millionen Frauen hatten regelmäßig die Pille zur Schwangerschaftsverhütung genommen. Dies hatte die Bundesärztekammer mitgeteilt.
22. September
UNO 1971 – Katar, Bhutan und Bahrain waren Mitglieder der Vereinten Nationen geworden.
23. September
Sowjetunion 1971 – In Belgrad hatte der sowjetische Parteichef Leonid I. Breschnew die Existenz einer „Breschnew-Doktrin“ bestritten. Er hatte erklärt, dass die „sogenannte Doktrin der beschränkten Souveränität“ der sozialistischen Ländern eine von bestimmten Kräften in Umlauf gebrachte Fabel war.
23. September
Japan/Sowjetunion 1971 – In der japanischen Hauptstadt Tokio hatten die Sowjetunion und Japan einen auf fünf Jahre befristeten Handelsvertrag geschlossen. Dieser hatte einen Warenaustauch von insgesamt 18,2 Milliarden DM in diesem Zeitraum vorgesehen.
23. September
BRD 1971 – Die Bundesregierung hatte eine Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz verabschiedet. Für Gewässerverunreinigungen sollten künftig Bußgelser bis zu 50.000 DM fällig werden.
24. September
Großbritannien/Sowjetunion 1971 – Die britische Regierung hatte 90 Sowjetdiplomaten wegen angeblicher Spionage ausgewiesen.
24. September
BRD 1971 – In der bayerischen Landeshauptstadt München war Bundeskanzler Willy Brandt von einem 22-jährigen rechtsradikalen Politologie-Studenten mit den Worten „Das ist für die Ostpolitik“ ins Gesicht geschlagen worden. Brandt hatte auf eine Klage verzichtet.
24. September
BRD 1971 – Sprecher aller Fraktionen hatten in einer Bundestagsdebatte über die Universität Bremen ihre Besorgnis über die Berufung zahlreicher linksgerichteter Professoren an die Hochschule betont. Die Politiker hatten erklärt, dass nach der Bremer Berufungspraxis der Pluralismus der Lehrmeinungen nicht mehr gewahrt war.
24. September
BRD 1971 – Zum neuen Vorstandsvorsitzenden hatte der Aufsichtsrat der Volkswagen AG Rudolg Leiding bestimmt. Dieser trat die Nachfolge von Kurt Lotz an, der aus dem Vorstand ausschied.
25. September
Belgien 1971 – Ministerpräsident Gaston Eyskens hatte die Auflösung des Parlaments und die vorzeitige Ausschreibung von Neuwahlen bekanntgegeben. Diesen Schritt hatte die Regierung damit begründet, dass es angesichts der internationalen Vorgänge auf wirtschafts- und währungs-politischem Gebiet nicht angebracht sein, in einen längeren Wahlkampf zu gehen.
25. September
Großbritannien 1971 – Auf dem Trafalgar Square in der Hauptstadt London hatten etwa 30.000 Menschen gegen Pornographie und „moralische Verschmutzung“ demonstriert. Die vorwiegend religiös inspirierten Demonstranten hatten „Reinheit, Liebe und ein geordnetes Familienleben“ gefordert.
25. September
Fußball 1971 – Die Mannschaften der DDR und Mexikos hatten sich bei einem Fußball-Länderspiel in Ost-Berlin unentschieden 1:1 getrennt.
26. September
Vietnam 1971 – In Saigon hatte der südvietnamesische Präsident Nguyen Van Thieu mit großem militärischen Aufgebot eine Massendemonstration gegen die für den 3. Oktober angesetzte Präsidentschaftswahl unterdrückt. Für das Amt des Staatspräsidenten war Van Thieu der einzige Bewerber.
26. September
UNO 1971 – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte Israel einstimmig aufgefordert, keine weiteren Maßnahmen zu treffen, die eine Änderung des Status von Ostjerusalem herbeiführen könnten. Nach Auffassung des Sicherheitsrates waren alle Maßnahmen rechtsunwirksam, die in Jerusalem getroffen wurden.
26. September
BRD 1971 – Mit Beginn des Winterfahrplans hatte die Deutsche Bundesbahn den Schnellverkehr mit Intercity-Zügen begonnen. Auf vier Strecken wurden 33 Städte angefahren und zwar im Zwei-Stunden-Takt.
26. September
Fußball 1971 – Die Mannschaft der Schweiz hatte bei einem Fußball-Länderspiel in Zürich das Team der Türkei mit 4:0 besiegt.
27. September
Japan/USA 1971 – Der japanische Kaiser Hirohito war auf einem Militärstützpunkt bei Anchorage (US-Bundesstaat Alaska) zu einem Gespräch mit US-Präsident Richard M. Nixon eingetroffen. In der Geschichte des japanischen Kaiserhauses war dies der erste Auslandsbesuch eines Tenno.
27. September
BRD/International 1971 – In Köln (Nordrhein-Westfalen) war die Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) eröffnet worden. Auf diesem größten Ernährungsmarkt der Welt waren den europäischen Konsumenten zum ersten Mal Mangos und Kiwis präsentiert worden.
28. September
Ungarn 1971 – Der seit 1956 in der US-Botschaft in Budapest lebende József Kardinal Mindszenty war von den ungarischen Behörden begnadigt worden und hatte nun das Land verlassen dürfen.
28. September
Griechenland 1971 – In der Hauptstadt Athen war Amalia Fleming, die Witwe des Penizillin-Entdeckers Alexander Fleming, wegen ihrer Mitwirkung an einem Plan zur Befreiung des Papadopulos-Attentäters Alexandros Panagoulis zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
29. September
BRD 1971 – Die Bundesregierung hatte ein Umweltschutzprogramm vorgelegt, in dem als wichtigster Grundsatz das sogenannte Verursacherprinzip enthalten war. Danach sollte grundsätzlich derjenige für die Kosten einer erforderlichen Umweltschutz-Maßnahme aufkommen, der die Verschmutzung bewirkt hatte.
29. September
BRD 1971 – In der Justizvollzugsanstalt Münster war das erste bundesdeutsche pädagogische Zentrum für Strafgefangene eröffnet worden.
30. September
USA/Sowjetunion 1971 – In Washington hatten die Außenminister der USA und der Sowjetunion zwei Abkommen unterzeichnet, die der Verminderung der Kriegsgefahr zwischen den Supermächten zum Inhalt hatte.
30. September
DDR/BRD 1971 – In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin hatten Vertreter der Postministerien von BRD und DDR ein Protokoll über die Erhöhung der Zahl von Fernsprechleitungen zwischen beiden deutschen Staaten und die Aufnahme des vollautomatischen Fernmeldeverkehrs bis Ende 1974 unterzeichnet.
30. September
Großbritannien 1971 – Im Royal Court Theatre in London war das Schauspiel „Lear“ von Edward Bond zur Uraufführung gelangt.
30. September
BRD 1971 – Jeder fünfte Bundesdeutsche erlag einer Krebskrankheit. Dies ging aus Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft hervor. Unter den einzelnen Krebserkrankungen hatte der Lungenkrebs an erster Stelle gelegen.
  


September 1971 in den Nachrichten

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