April 1971 - Ein abgelehnter „Oscar“ und ein raffinierter Beschluss

Kalender April 1971
 Durchaus kein Aprilscherz, wenngleich eine höchst seltsame und seltene Angelegenheit – Der US-Schauspieler George C. Scott hatte den Oscar abgelehnt. Diesen bedeutenden Film- und Darstellerpreis, der bei der Mehrzahl der Künstler mehr als begehrt ist, sollte Scott für seine Darstellung des US-Generals George S. Patton in dem insgesamt mit sieben Oscars ausgezeichneten Film „Patton – Rebell in Uniform“ erhalten. Doch Scott, der den Oscar als „bedeutungslos“ bezeichnete und die Verleihung selbst als eine würdelose „Fleischbeschau“ bewertete, lehnte den Oscar ab. Der 71-jährige Scott war der erste Schauspieler, der diese Ehrung abgelehnt hatte. Das machte natürlich Schlagzeilen. Ebenfalls Schlagzeilen machte eine Geschäftsordnung, die die Münchener SPD verabschiedet hatte. Darin war festgelegt worden, dass nach 23 Uhr auf Parteisitzungen keine Beschlüsse mehr gefasst werden durften. Damit war eine Taktik der Jungsozialisten unterlaufen worden, Beschlüsse der Parteigremien so lange hinauszuzögern, bis die Delegierten, die den Jusos widersprochen hatten, nach Hause gegangen waren.
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Wichtige Ereignisse im April 1971

1. April
Ostpakistan 1971 – Gegen die Befreiungsbewegung von Mujib Rahman hatte in Ostpakistan eine umfassende Offensive der pakistanischen Streitkräfte begonnen.
1. April
Italien/BRD 1971 – Ministerpräsident Emilio Colombo war zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik eingetroffen.
1. April
USA 1971 – Das erste mit „Poseidon“-Raketen bestückte Atom-U-Boot war in den Vereinigten Staaten in Dienst gestellt worden.
2. April
Ägypten 1971 – Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat hatte eine Wiedereröffnung des Suezkanals vorgeschlagen. Der Rückzug der Israelis vom Ostufer des Kanals war zur Bedingung gemacht worden.
2. April
Bolivien 1971 – Nach der Ermordung des Generalkonsuls in Hamburg, Roberto Quintanilla, war der Botschafter Boliviens aus Bonn abberufen worden. Der Generalkonsul, der lange Zeit Chef des bolivianischen Geheimdienstes gewesen war, war von einer unbekannten Frau in seinem Büro erschossen worden.
2. April
Hallenhandball 1971 – Zum dritten Mal hatte der VfL Gummersbach den Europapokal der Landesmeister im Hallenhandball gewonnen. Steaua Bukarest hatte gegen den Deutschen Meister in der Dortmunder Westfalenhalle 16:17 verloren.
3. April
BRD 1971 – In den Münchener Kammerspielen waren die beiden Einakter „Heimarbeit“ und „Hartnäckig“ von Franz Xaver Kroetz zur Uraufführung gelangt.
3. April
Eishockey 1971 – Die Sowjetunion war in Genf (Schweiz) zum elften Mal Eishockey-Weltmeister geworden.
4. April
Großbritannien/BRD/West-Berlin 1971 – Der britische Ministerpräsident Edward Heath war zu einem viertägigen Besuch in der Bundesrepublik in West-Berlin eingetroffen.
4. April
Sowjetunion 1971 – In einem Schreiben an das Innenministerium in Moskau hatte der sowjetische Physiker Andrei D. Sacharow gegen die Einweisung von Regimekritikern in psychiatrische Kliniken protestiert.
4. April
Frankreich 1971 – Der gesetzliche Mindestlohn für Hilfskräfte und farbige Gastarbeiter war erhöht worden. Er war um 1,4 Prozent auf 2,48 DM je Arbeitsstunde angestiegen.
4. April
BRD 1971 – Als Reaktion auf den Vorwurf des Münchener Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel (SPD), dass sich die bayerische SPD radikalisieren würde durch den Einfluss der Jungsozialisten (Jusos) hatte die Landeskonferenz der bayerischen Jusos eine „Abgrenzung nach rechts“ gefordert.
4. April
Automobilrennsport 1971 – Auf Porsche hatte der Italiener De Adamich und sein französischer Beifahrer Henri Pescorolo das Langstreckenrennen über 1000 km in Brands Hatch (England) gewonnen.


5. April
April
BRD 1971 – Für die bundesdeutsche Landwirtschaft hatte die Regierung in Bonn 480 Millionen DM zusätzlich zu den in Brüssel beschlossenen Preiserhöhungen für Agrarprodukte bereitgestellt. Die Maßnahmen sollten den Bauern Einnahmeverbesserungen von 800 bis 900 Millionen DM erbringen.
5. April
NATO 1971 – Der ehemalige Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Johannes Steinhoff, war Vorsitzender des NATO-Militärausschusses in Brüssel geworden. Damit war er an die Spitze des höchsten militärischen Amtes aufgestiegen.
5. April
BRD 1971 – In Bremen war die VFW 614, das erste deutsche Verkehrsflugzeug mit Strahlantrieb, präsentiert worden.
5. April
Italien 1971 – Auf Sizilien hatte eine neue Serie von Ausbrüchen des Vulkans Ätna begonnen.
6. April
Ceylon 1971 – Die Regierung von Ceylon (heute: Sri Lanka) hatte den Ausnahmezustand verschärft.
6. April
BRD 1971 – Im zweiten Prozess um den Kindesmörder Jürgen Bartsch war in Düsseldorf das Urteil verkündet worden.
6. April
USA 1971 – Im Alter von 88 Jahren war in New York der russisch-amerikanische Komponist Igor Strawinksy gestorben.
7. April
Schweden 1971 – Der jugoslawische Botschafter Vladimir Rolovic war in der Hauptstadt Stockholm von kroatischen Extremisten durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter hatten sich zu einer Separatistenorganisation bekannt, die die Unabhängigkeit Kroatiens von Jugoslawien angestrebt hatte.
7. April
Italien 1971 – Mehr als 11 Millionen Arbeiter und Angestellte hatten sich landesweit an einem Generalstreik beteiligt. Die Streikenden hatten auf den Gebieten Wohnungsbau, Bildungs- und Gesundheitspolitik Reformen gefordert.
7. April
USA 1971 – In Oakland (US-Bundesstaat Kalifornien) war das erste Strafverfahren wegen Datendiebstahls eingeleitet worden.
7. April
BRD 1971 – In Baden-Baden (Baden-Württemberg) war eine Arbeitstagung der Friedrich-Naumann-Stiftung zum Thema „Der numerierte Mensch“ zu Ende gegangen. Die Diskussionsteilnehmer hatten die Notwendigkeit der elektronischen Datenverarbeitung bejaht und hatten zugleich strenge Datenschutzgesetze gefordert.
7. April
BRD 1971 – Deutsche Katholiken hatten anlässlich der 450-Jahr-Feier von Martin Luthers Auftreten vor dem Wormser Reichstag hatten vom Papst die Aufhebung des Kirchenbanns gefordert, der vor mehr viereinhalb Jahrhunderten
über den Reformator verhängt worden war. Damit sollte eine Aussöhnung zwischen Katholiken und Protestanten herbeigeführt werden.
7. April
Tischtennis 1971 – Im japanischen Nagoja war der Schwede Stellan Bengtsson Tischtennisweltmeister im Herren-Einzel geworden.

8. April
Vietnam 1971 – Der südvietnamesische Staatspräsident Nguyen Van Thieu hatte die Laos-Invasion offiziell für beendet erklärt.
8. April
USA/Vietnam 1971 – Präsident Richard M. Nixon hatte den Abzug von 100.000 amerikanischen Soldaten aus Vietnam bekanntgegeben.
8. April
BRD 1971 – Für leichtes Heizöl und Benzin aus der Sowjetunion hatte das Bonner Wirtschaftsministerium die Einfuhrkontingente erhöht. Die Bundesregierung wollte durch eine Vergrößerung des Mineralölangebots den Preisanstieg auf dem Markt stoppen.
8. April
BRD 1971 – Über Ostern war es auf den bundesdeutschen Straßen zu chaotischen Verkehrsverhältnissen gekommen. Bei Unfällen waren rund 150 Menschen umgekommen und mehr als 3.000 Menschen waren verletzt worden.
8. April
BRD 1971 – Weil er versucht hatte, mit einem Messer in den Amtssitz von Bundespräsident Gustav Heinemann einzudringen, war in Bonn ein 20-jähriger Mann festgenommen worden.
9. April
Sowjetunion 1971 – In der Hauptstadt Moskau war der XXIV. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zu Ende gegangen.
10. April
Griechenland 1971 – Die Militärregierung hatte das letzte Internierungslager für politische Gefangene geschlossen.
10. April
BRD/Ägypten 1971 – Die Bonner Regierung hatte deutschen Unternehmen eine Bürgschaft über 144 Millionen DM für die Beteiligung am Bau einer ägyptischen Erdölleitung zwischen Suez und Alexandria gewährt.
11. April
Ägypten/Israel 1971 – In Israel hatte die Lieferung sowjetischer Düsenjäger vom Typ Mig 23 an Ägypten große Besorgnis ausgelöst. Die Israelis hatten eine Gefährdung durch die Stationierung der Kampfflugzeuge das strategische Gleichgewicht im Nahen Osten gesehen.
11. April
China/Indien 1971 – Die Regierung in Peking hatte Indien beschuldigt, dass es sich auf eine Intervention in die Kämpfe zwischen West- und Ostpakistan vorbereite. China hatte den Kampf der pakistanischen Regierung gegen die Unabhängigkeit Ostpakistans unterstützt.
12. April
Ceylon 1971 – In Ceylon (Sri Lanka) waren die Botschaftsangestellten aus Nordkorea unter Hausarrest gestellt worden, weil sie bürgerkriegsähnliche Unruhen gefördert hatten.
12. April
Indien 1971 – Eine Volkszählung hatte eine Gesamtbevölkerung von 547 Millionen Menschen ergeben.
13. April
Pakistan 1971 – Die westpakistanischen Truppen hatten im Bürgerkrieg militärisch die Oberhand über die Anhänger der ostpakistanischen Unabhängigkeitsbewegung gewonnen.
13. April
Großbritannien 1971 – Großbritannien hatte sich bereiterklärt zur Unterstützung der ceylonesischen Regierung im Kampf gegen die Rebellen.
13. April
Großbritannien 1971 – Eine für den 25. April angesetzte Volkszählung hatte in Großbritannien heftige politische Kontroversen über den Datenschutz ausgelöst.
13. April
BRD 1971 – Die Westdeutsche Rektorenkonferenz hatte eine Übersicht über die Ergebnisse der Wahlen zu den Studentenparlamenten im Wintersemester 1970/71 vorgelegt. Danach hatten in den Allgemeinen Studentenausschüssen (AStA) der bundesdeutschen Hochschulen die Linksgruppen dominiert.
14. April
China/USA 1971 – Der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai hatte in der Hauptstadt Peking die Tischtennis-Nationalmannschaft der USA empfangen.
14. April
USA/Vietnam 1971 – US-Verteidigungsminister Melvin R. Laid hatte erklärt, dass die USA auch nach dem Abzug ihrer Truppen aus Vietnam in Südostasien präsent bleiben würden. Jedoch würde Washington seinen asiatischen Verbündeten keine Truppenunterstützung mehr bewilligen.
14. April
Argentinien/Spanien 1971 – Der Generalsekretär der Peronistischen Partei, Jorge Daniel Paladino, hatte in der spanischen Hauptstadt Madrid über die Rückkehr des früheren argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón verhandelt. Paladino hatte erklärt, dass die Rückkehr des seit 1955 im spanischen Exil lebenden Perón der einzige Ausweg aus der andauernden Krise seines Landes sein würde.
14. April
BRD 1971 – In Frankfurt am Main (Hessen) war nach siebenmonatiger Beweisaufnahme das Verfahren gegen den ehemaligen KZ- und Euthanasiearzt Horst Schuman eingestellt worden. Ein medizinisches Gutachten hatte Schumann Verhandlungsunfähigkeit bescheinigt. Der Arzt war des Mordes an 14.549 geisteskranken KZ-Insassen beschuldigt worden.
14. April
USA/Film 1971 – Der US-Schauspieler George C. Scott hatte den Oscar abgelehnt. Er sollte ihn für eine seiner bekanntesten Rollen, die des US-Generals George S. Patton in dem mit sieben Oscars ausgezeichneten Film „Patton – Rebell in Uniform“ als bester Hauptdarsteller erhalten. Scott war der erste Schauspieler, der diese Ehrung abgelehnt hatte.


15. April
Sowjetunion/BRD 1971 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau war das deutsch-sowjetische Protokoll über die Errichtung von Generalkonsulaten in Leningrad (heute: Sankt Petersburg, Russland) und Hamburg unterzeichnet worden. Das Protokoll hatte die Amtsbereiche beider Konsulate umrissen und die Bewegungsfreiheit der Konsulatsbeamten festgelegt.
15. April
BRD 1971 – Die Studentenzahlen in der BRD würden von 495.000 (1971) auf 675.000 (1975) ansteigen. Dies ergaben Berechnungen des Wissenschaftsrats. Die Kosten für den Universitätsausbau bis 1975 waren auf 16 Millionen DM geschätzt worden.
16. April
Ungarn /Italien/Vatikan 1971 – In der italienischen Hauptstadt Rom war der ungarische Außenminister Janos Peter zum Abschluss eines dreitägigen Italien-Besuchs von Papst Paul VI. empfangen worden. Dabei war das wichtigste Gesprächsthema das Schicksal des Primas von Ungarn , József Kardinal Mindszenty, gewesen, der sich seit 1956 in der US-Botschaft in Budapest aufhielt.
17. April
Frankreich 1971 – In Cannes hatte die erste internationale Messe für Videokassetten und Bild-Ton-Platten, „Vidca 71“, begonnen. Bis zum 22. April hatten 200 Aussteller aus 17 Ländern die neuesten Produkte aus dem Video-Bereich präsentiert.
18. April
BRD 1971 – Die Münchener SPD hatte eine Geschäftsordnung verabschiedet, nach der auf Parteisitzungen nach 23 Uhr keine Beschlüsse mehr gefasst werden durften. Damit war eine Taktik der Jungsozialisten unterlaufen worden, Beschlüsse der Parteigremien so lange hinauszuzögern, bis die Delegierten, die den Jusos widersprochen hatten, nach Hause gegangen waren.
18. April
BRD 1971 – In Worms (Rheinland-Pfalz) hatte zum ersten Mal in der Kirchengeschichte ein katholischer Bischof an einer Reformationsfeier zu Ehren Martin Luthers teilgenommen.
18. April
Automobilrennsport 1971 – In Montjuich hatte der Brite Jackie Stewart auf Tyrell das Formel-1-Rennen um den Großen Preis von Spanien gewonnen.
19. April
International 1971 – Auf ihrem Weltkongress in Wien (Österreich) hatten Vertreter der Internationalen Handelskammer (IHK) auf ihrem Weltkongress eine Zusammenarbeit von Regierungen, Geschäftsleuten und Wissenschaftlern im Umweltschutzbereich gefordert.
19. April
Sowjetunion/Raumfahrt 1971 – Die Sowjetunion hatte mit „Saljut 1“ die erste Weltraumstation in eine Erdumlaufbahn gebracht.
19. April
USA 1971 – Im Prozess um die Ermordung der Schauspielerin Sharon Tate war das Todesurteil für Charles Manson, Patricia Krenwinkel, Leslie van Houten und Susan Atkins offiziell bestätigt worden.
20. April
Bulgarien 1971 – In der Hauptstadt Sofia hatte der X. Parteitag der Kommunistischen Partei Bulgariens stattgefunden. Die Delegierten hatten ein neues Parteiprogramm beschlossen. Das sollte die Voraussetzungen für den Übergang zum Kommunismus schaffen.
20. April
Europa 1971 – In Genf (Schweiz) hatte die Economic Commission for Europe (ECE) mit den Stimmen aller 18 westlichen Delegationen den Antrag Polens auf Aufnahme der DDR abgelehnt. Die ECE war eine Unterorganisation des Wirtschafts- und Sozialrats der UN gewesen.
20. April
West-Berlin 1971 – Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Klaus Schütz, war im Abgeordnetenhaus wiedergewählt worden. Nach den Berliner Senatswahlen am 14. März hatte die SPD über eine absolute Mehrheit verfügt und hatte erstmals in Berlin die Alleinregierung übernommen.
21. April
Haiti 1971 – Auf Haiti war Präsident François Duvalier gestorben. Seine Nachfolge als Präsident hatte sein Sohn Jean-Claude übernommen.
21. April
Ägypten/USA 1971 – Ägypten hatte die Lieferung von US-Kampfflugzeugen an Israel als Unterstützung der israelischen Besetzung arabischer Gebiete verurteilt. Die Vereinigten Staaten hatten sich zu der Lieferung entschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass Ägypten Kampfflugzeuge aus der Sowjetunion erhalten hatte.
21. April
Indien/Ostpakistan 1971 – Seit Beginn des pakistanischen Bürgerkriegs waren 400.000 Ostpakistaner nach Indien geflohen. Dies hatten die indischen Behörden mitgeteilt.
21. April
Schweiz 1971 – Die Zahl der Ausländer, die 1971 eine Arbeitsgenehmigung erhielten, war vom Bundesrat auf 20.000 begrenzt worden.
21. April
Fußball 1971 – In einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft hatte die Mannschaft der Schweiz die Mannschaft von Malta 5:0 besiegt.
22. April
BRD 1971 – Das Kommissariat der Katholischen Kirche hatte gegen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung Stellung genommen. Danach sollte die Herstellung und Verbreitung von Pornographie straffrei bleiben.
23. April
Kolumbien 1971 – In Buenos Aires (Argentinien) war auf der Konferenz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) der Antrag Kolumbiens, eine Beschränkung der Rüstungsausgaben für ganz Südamerika zu erreichen, gescheitert.
23. April
Südafrika 1971 – Die Regierung hatte die Rassenschranken in einzelnen Sportbereichen gelockert. Künftig waren auch nichtweiße Südafrikaner zu internationalen Tennis-, Schwimm- und Leichtathletikveranstaltungen zugelassen worden.
23. April
Sowjetunion/Raumfahrt 1971 – Mit dem Raumschiff „Sojus 10“ waren drei Kosmonauten zum ersten Kopplungsmanöver mit der Orbitalstation „Saljut 1“ gestartet.
23. April
Schweiz 1971 – Ein Schweizer Ingenieur war in Lausanne wegen Spionage zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden.
23. April
BRD 1971 – In Frankfurt am Main hatten 20 bundesdeutsche Filmemacher den „Filmverlag der Autoren“ gegründet.
23. April
BRD 1971 – In Frankfurt am Main hatte ein Hersteller die Produktionsreife der ersten weichen Kontaktlinse mitgeteilt.
24. April
USA 1971 – In Washington hatten fast 300.000 Menschen an der bisher größten Demonstration gegen den Vietnamkrieg teilgenommen.
24. April
Fußball 1971 – Das Team der DDR hatte in einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft die Mannschaft aus Luxemburg in Gera (Thüringen) 2:1 besiegt.
25. April
Österreich 1971 – Bei den Bundespräsidentenwahlen war Franz Jonas für eine zweite Amtszeit gewählt worden.
25. April
BRD 1971 – Zum ersten Mal seit 20 Jahren hatte die CDU bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein die absolute Mehrheit erreicht.
25. April
BRD 1971 – An der Hamburgischen Staatsoper war die Oper „Staatstheater“ von Mauricio Kagel zur Uraufführung gelangt.
25. April
Fußball 1971 – Im türkischen Istanbul hatte die DFB-Auswahl ein Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft gegen die Türkei 3:0 gewonnen.
25. April
Automobilrennsport 1971 – Auf Porsche hatte der Mexikaner Pedro Rodriguez und sein britischer Beifahrer Jackie Oliver das 1000-km-Langstreckenrennen in Monza gewonnen.
26. April
Europa 1971 – Unter starker Beteiligung von Kirchenvertretern aus fast allen Ländern Osteuropas hatte im dänischen Nyborg die 6. Konferenz Europäischer Kirchen begonnen. Zweck der Konferenz war die Pflege der Zusammenarbeit der Kirchen in West- und Osteuropa gewesen.
26. April
BRD/Film 1971 – In Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) hatten die 17. Westdeutschen Kurzfilmtage begonnen, auf denen bis zum 1. Mai mehr als 100 Filme aus 21 Ländern gezeigt wurden.
27. April
Südkorea 1971 – Mit absoluter Mehrheit war Park Chung Hee für eine dritte Amtsperiode zum Präsidenten Südkoreas gewählt worden. Ausschlaggebend für Parks Wiederwahl war, dass sich Südkorea unter seiner Präsidentschaft zu einem der führenden Industrieländer Asiens entwickelt hatte.
27. April
Türkei 1971 – In elf der insgesamt 67 Provinzen der Republik war das Kriegsrecht verhängt worden. Zuvor hatte es an den Hochschulen des Landes bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen links- und rechtsextremistischen Studenten gegeben.
27. April
Belgien/BRD 1971 – König Baudoin I. von Belgien und seine Frau Königin Fabiola waren zu einem dreitägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland eingetroffen.
27. April
BRD/DDR 1971 – Das Parteiblatt der SED in Halle (Sachsen-Anhalt), die „Freiheit“, hatte die sogenannten „Hot pants“, die auch in den DDR-Großstädten immer häufiger im Straßenbild zu sehen waren, eine „Waffe im kalten Krieg“ genannt.
28. April
Niederlande 1971 – Die regierende christlich-liberale Koalition hatte bei den Parlamentswahlen ihre Mehrheit verloren. Die bisher stärkste Fraktion, die Katholische Volkspartei, hatte 4,6 Prozent weniger Stimmen bekommen und war mit 21,9 Prozent zweitstärkste Partei im Parlament geworden. Die Sozialisten waren mit 24,6 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz vorgerückt. Erst am 30. Juni 1971 war die Bildung einer Koalitionsregierung aus fünf Parteien gelungen.
28. April
Jugoslawien 1971 – In Belgrad hatte das Oberste Militärgericht den Schuldspruch gegen den wegen Spionage zu sechs Jahren Haft verurteilten „Spiegel“-Korrespondenten Hans-Peter Rullmann aufgehoben.
28. April
DDR 1971 – Aus diplomatischen Kreisen In London war verlautbart, dass Walter Ulbricht sein Amt als Erster Sekretär der SED aus Altersgründen niedergelegt hatte.
29. April
USA/Vietnam 1971 – Seit Beginn des Vietnamkriegs waren 45.000 US-Soldaten gefallen. Dies hatte das US-Oberkommando bekanntgegeben.
29. April
West-Berlin 1971 – Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Klaus Schütz, hatte in seiner Regierungserklärung stärkere finanzielle Hilfen für Berlin gefordert. Das Ausmaß des wirtschaftlichen Wachstums der Stadt müsste dem in der Bundesrepublik entsprechen, um Berlin auf Dauer lebensfähig zu erhalten.
29. April
BRD 1971 – Bundespräsident Gustav W. Heinemann hatte in seiner Ansprache zur Eröffnung der Bundesgartenschau in Köln die Bevölkerung der Bundesrepublik zu verstärkten Anstrengungen im Bereich des Umweltschutzes aufgerufen.
30. April
UNO 1971 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Sithu U Thant, hatte den Angehörigen seines Generalsekretariats die weitere Teilnahme an Veranstaltungen in West-Berlin untersagt.
30. April
BRD 1971 – Nach einer Dauer von neun Tagen war die Hannover-Messe geschlossen worden. Die Aussteller hatten sich überwiegend zufrieden über das Messegeschäft geäußert. Gegenwärtig bestünde in der Bundesrepublik keine Gefahr einer Rezession.
30. April
BRD 1971 – Bei Köln war ein Starfighter der Bundesluftwaffe abgestürzt. Der Pilot hatte sich mit dem Schleudersitz retten können. Insgesamt hatte die Bundeswehr damit bislang einen Verlust von 138 Starfighter durch Absturz zu beklagen.
30. April
Schwimmen 1971 – Die 14-jährige Shane Gould aus Australien hatte mit 58,9 sec Weltrekord über 100 m Freistil geschwommen. Auch über 200 m Freistil hatte die Schülerin mit 2:06,5 min einen Weltrekord aufgestellt.


April 1971 in den Nachrichten

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