November 1976 - Die DDR vertrug keine Kritik

Kalender November 1976
Der in der DDR gelebte Sozialismus war sich unter der diktatorischen Führung der SED-Regierung seiner Sache so sicher, dass er jegliche, auch konstruktive Kritik verabscheute. Dennoch hatte das Land den Liedermacher Wolf Biermann, dessen Texte durchaus kritisch waren, zu einem Gastspiel in die Bundesrepublik Deutschland reisen lassen. Biermann gab vor mehr als 10.000 Zuschauern ein umjubeltes Konzert auf einer Veranstaltung der IG Metall in Köln. Es war sein erstes Konzert, das er mit Genehmigung der DDR-Führung in der BRD geben durfte. Wie viel böse Absicht seitens der SED-Führung dahinter steckte, ist unklar. Doch die DDR zeigte sich nach dem Auftritt Biermanns „beleidigt“ und verweigerte ihm die Wiedereinreise. Das zog in Künstlerkreisen heftige Kritik nach sich, die wiederum nicht goutiert wurde. Wer sich für Biermann aussprach, musste mit Repressalien rechnen. Wenige Tage nach der Einreise-Verweigerung Biermanns, wurde dem Lyriker die Staatsangehörigkeit der DDR wegen „feindseligen Auftretens“ in der BRD entzogen. Und weil sich der DDR-Regimekritiker Robert Havemann gegen die Einreise-Verweigerung aussprach und zu Wolf Biermann bekannte, wurde er unter Hausarrest gestellt. Demokratisch war die Diktatur des Proletariats nicht gerade.
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Wichtige Ereignisse im November 1976

Jahrgang 1976 Chronik1. November
BRD 1976 – In Bonn hatte Bundesverteidigungsminister Georg Leber zwei führende Generäle der Bundeswehr entlassen.
1. November
Libanon/Israel 1976 – Der am 18. Oktober von den arabischen Staaten vereinbarte Waffenstillstand im Libanon war gebrochen worden. Im Grenzgebiet zu Israel war es zu mehreren Gefechten zwischen Palästinensern und Angehörigen der christlichen Milizen gekommen.
1. November
Mocambique/Rhodesien 1976 – In Mocambique hatten rhodesische Truppen Stützpunkte und Nachschublager linksgerichteter Rebellen angegriffen. Bei den erbittert geführten Kämpfen waren mehrere hundert Menschen umgekommen.
1. November
Burundi 1976 – Nach einem unblutigen Putsch hatten in Burundi linksgerichtete Militärs die Macht im Land übernommen.
1. November
West-Berlin 1976 – In West-Berlin war das erste sogenannte Frauenhaus eröffnet worden. Darin konnten Frauen Zuflucht finden, denen Gewalt von Männern angetan worden war.
2. November
USA 1976 – Bei der US-Präsidentschaftswahl war Jimmy Carter von der Demokratischen Partei in einer knappen Entscheidung gegen den amtierenden Präsidenten Gerald Ford als Sieger hervorgegangen.
2. November
Indien 1976 – Das indische Parlament hatte Verfassungsänderungen verabschiedet. Diese räumten der Ministerpräsidentin Indira Gandhi diktatorische Vollmachten ein. Zudem waren die Befugnisse des Obersten Gerichtshofes stark eingeschränkt worden.
2. November
BRD/DDR 1976 – In Essen war der DDR-Flüchtling Werner Weinhold vom Vorwurf des zweifachen Totschlags freigesprochen worden. Weinhold hatte zwei Grenzsoldaten der DDR getötet.
2. November
Sowjetunion 1976 – Sowjetische Wissenschaftler hatten, Angaben aus Moskau zufolge, mit Hilfe eines Atomsprengsatzes in Sibirien einen künstlichen See mit einem Wasservolumen von rund 20 Millionen Kubikmeter geschaffen.
2. November
Literatur 1976 – Der bundesdeutsche Autor Rolf Hochhuth hatte für sein schriftstellerisches Gesamtwerk den Kunstpreis der Stadt Basel (Schweiz) erhalten.
3. November
Malaysia 1976 – Sechs führende Politiker der linksgerichteten Oppositionsparteien waren im Zuge einer „Säuberungswelle“ verhaftet worden.
3. November
Großbritannien/Frankreich 1976 – In der britischen Hauptstadt London hatten Regierungsvertreter von Großbritannien und Frankreich die vorläufige Aussetzung der Finanzierung der Weiterentwicklung des Überschallflugzeugs „Concorde“ aus Kostengründen beschlossen.
3. November
BRD 1976 – Mehrere hundert Kernkraftgegner hatten das Baugelände des geplanten Kernkraftwerkes Brokdorf besetzt.
3. November
DDR 1976 – In Dresden hatte der Wiederaufbau des weltberühmten Kurländerpalais begonnen. Das 1729 erbaute Gebäude war 1945 während des anglo-amerikanischen Luftangriffs auf die sächsische Residenzstadt zerstört worden.
3. November
BRD 1976 – Der Leiter der Bremer Verkehrsfliegerschule hatte in einem Interview die strikte Ablehnung der Lufthansa von Frauen im Cockpit erklärt.
4. November
China 1976 – In der chinesischen Hauptstadt Peking war die Führung des Landes Gerüchten entgegengetreten, dass die Mitglieder der Anfang Oktober entmachteten sogenannten Viererbande, darunter die Witwe Mao Zedongs, hingerichtet worden waren.
4. November
Indonesien 1976 – Nahe der Hauptstadt Jakarta waren bei dem Absturz eines indonesischen Verkehrsflugzeugs 26 Menschen ums Leben gekommen.


5. November
Japan 1976 – In Tokio war der stellvertretende japanische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Takeo Fukuda von seinen Ämtern zurückgetreten. Fukuda hatte Ministerpräsident Takeio Miki Führungsschwäche vorgeworfen.
5. November
Großbritannien 1976 – Die Konservativen hatten bei Nachwahlen zum britischen Parlament zwei Sitze der Labour Party gewonnen. Damit hatte die Regierungspartei im Unterhaus nur noch einen Sitz mehr als die Opposition.
5. November
BRD 1976 – Der bayerische Kultusminister Hans Maier war zum Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt worden, der Organisation, die ein Zusammenschluss von Laienkräften des deutschen Katholizismus darstellte.
5. November
BRD 1976 – Der am 3. November in Münster entführte Springreiter Hendrik Snoek war gegen die Zahlung von 5 Millionen DM Lösegeld freigelassen worden.
6. November
Spanien/USA 1976 – Der US-amerikanische Flugzeughersteller Lockheed hatte Berichten einer Untersuchungskommission zufolge hohen spanischen Militärs Bestechungsgelder in Höhe von umgerechnet rund 25 Millionen DM für die Bestellung von Kampfflugzeugen gezahlt.
6. November
Italien 1976 – In Trapani auf Sizilien war es infolge sintflutartiger Regenfälle zu Überschwemmungen gekommen. Durch die Naturkatastrophe waren 13 Menschen ums Leben gekommen.
7. November
Albanien 1976 – In der albanischen Hauptstadt Tirana hatte der 7. Parteitag der Partei der Arbeit einstimmig Enver Hoxha in seinem Amt als Parteichef bestätigt.
8. November
Angola 1976 – In Angola hatte die prowestliche Befreiungsorganisation UNITA einen Aufstand gegen die kommunistische Staatsführung im Land unternommen. Die Revolte war mit Hilfe von kubanischen Truppen niedergeschlagen worden.
8. November
UNO 1976 – In New York hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen mehrere Resolutionen verabschiedet. Sie richteten sich gegen das System der Apartheid in Südafrika.
8. November
Israel 1976 – Der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre bekam von der Hebräischen Universität in Jerusalem die Ehrendoktorwürde verliehen. Sartre, der bislang alle offiziellen Auszeichnungen einschließlich des Literaturnobelpreises 1964 abgelehnt hatte, nahm die Doktorwürde an. Damit wollte er seiner Freundschaft zu dem israelischen Volk Ausdruck verleihen.
8. November
Großbritannien 1976 – In London war eine Bestechungsaffäre bei Scotland Yard aufgedeckt worden. Die Enthüllungen hatten tagelang die Schlagzeilen der britischen Boulevard-Presse beherrscht. Eine Abteilung von Scotland Yard hatte über 20 Jahre lang Bestechungsgelder von Bordellbesitzer erhalten.
9. November
Irland 1976 – In Dublin war der ehemalige EG-Kommissar John Patrick Hillery zum Präsidenten der Republik Irland vereidigt worden. Er hatte die Nachfolge von Cearbhall O'Dalaigh angetreten, der am 22. Oktober wegen des Streits um die Anti-Terror-Gesetzgebung seiner Regierung zurückgetreten war.
9. November
International 1976 – In Genf (Schweiz) hatte die Liga der Gesellschaft des Roten Kreuzes ein neues Statut verabschiedet. Es ermöglichte der Hilfsorganisation, auch während bewaffneter Konflikte tätig werden zu können.
10. November
BRD 1976 – Die Bundesregierung hatte ein Programm zur Unterstützung von Arbeitslosen verabschiedet. Das Programm umfasste ein Volumen von rund 1,6 Milliarden DM.
10. November
Ägypten/Israel/USA 1976 – Der ägyptische Staatspräsident Anwar As Sadat hatte in Kairo gegenüber einer Delegation des US-Kongresses erklärt, dass er zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Israel bereit sei. Allerdings sei die Räumung der von Israel besetzten ägyptischen Gebiete Voraussetzung dafür.
10. November
Europarat 1976 – Der Europarat in Straßburg hatte eine Konvention zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus verabschiedet.
11. November
Italien 1976 – In Rom war bekanntgegeben worden, dass der an Krebs erkrankte ehemalige Polizeichef Heinrich Himmlers in Rom, Hans Kappler, frühzeitig aus der Haft entlassen werden würde. Kappler war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In der italienischen Öffentlichkeit hatte die Nachricht von der bevorstehenden Freilassung Kapplers heftige Proteste ausgelöst.
12. November
Ägypten 1976 – Die ägyptische Regierung hatte den sogenannten Plattformen, in denen die politischen Kräfte des Landes organisiert waren, gestattet, sich als Parteien zu konstituieren.
12. November
Kanada 1976 – Ein Zuchtbulle hatte in der kanadischen Stadt Oakville einen Kaufpreis von umgerechnet rund 550.000 DM erzielt. Das war der höchste Preis, der jemals für ein Vieh bezahlt worden war.
13. November
Großbritannien 1976 – Prinz Philip von Großbritannien und Nordirland hatte in London öffentlich scharfe Kritik an den Auswüchsen des Sozialstaates geübt. Die Äußerungen des Ehemanns der britischen Königin hatten heftige Diskussionen ausgelöst.
13. November
Italien/Europa 1976 – Der italienische Staatspräsident Giovanni Leone hatte in Florenz die Europäische Universität eröffnet.
13. November
DDR/BRD 1976 – Der DDR-Liedermacher Wolf Biermann hatte in Köln ein Konzert vor mehr als 10.000 Zuschauern gegeben. Es war das erste Mal seit 1965, dass Biermann in der Bundesrepublik auftrat. Nach dem Auftritt bei einer Veranstaltung der IG Metall durfte Biermann nicht wieder in die DDR einreisen.
14. November
BRD 1976 – Rund 30.000 Menschen hatten in Brokdorf (Schleswig-Holstein) gegen die Errichtung eines Kernkraftwerkes protestiert. Bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei waren mehrere Menschen verletzt worden.


15. November
Kanada 1976 – Die separatistische Partei hatte in der kanadischen Provinz Quebec bei den Parlamentswahlen 69 von 110 Mandaten erhalten. Die Partei trat für eine Volksabstimmung über die Selbständigkeit der französischsprachigen Provinz ein.
15. November
Sowjetunion/Jugoslawien 1976 – Der Generalsekretär der KPdSU, Leonid I. Breschnew, war in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad zu einem mehrtägigen Staatsbesuch eingetroffen. Bei seinen Gesprächen mit dem Gastgeber Josip Broz Tito hatte der Ausbau der Beziehungen zwischen beiden Staaten im Mittelpunkt gestanden. Breschnes hatte in einer Tischrede das Recht Jugoslawiens auf einen eigenen Weg zum Sozialismus ausdrücklich bestätigt.
15. November
West-Berlin/BRD 1976 – Die Deutsche Bundespost hatte in West-Berlin die ersten Tastentelefone vorgestellt. In den nächsten Jahren sollten die in der BRD üblichen Apparate mit Wählscheibe durch Tastentelefone ersetzt werden.
15. November
Österreich 1976 – Nach mehrwöchiger Dauer war in Wien die Ausstellung „1000 Jahre Babenberger in Österreich“ beendet worden. Rund 470.000 Besucher hatten sich die Ausstellung angesehen.
15. November
Frankreich/Literatur 1976 – In Paris war der französische Autor Patrick Grainville für seinen Roman „Les Flamboyants“ mit dem Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet worden.
16. November
DDR 1976 – Die Regierung der DDR hatte dem Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann die Staatsangehörigkeit wegen „feindseligen Auftretens“ in der BRD entzogen.
16. November
UNO 1976 – In New York war der Antrag Vietnams auf Aufnahme in die Vereinten Nationen am Veta der USA gescheitert.
16. November
BRD 1976 – In Mülheim hatten rund 5.000 Metallarbeiter für den Bau des Atomkraftwerkes Brokdorf demonstriert, weil sie um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze fürchteten.
17. November
Jordanien 1976 – In der Hauptstadt Amman hatten palästinensische Terroristen ein Hotel gestürmt und Geiseln genommen. Jordanische Truppen konnten die Geiseln nach einem heftigen Feuergefecht befreien. Bei der Aktion waren sieben Menschen ums Leben gekommen. Drei davon waren Terroristen. Außerdem hatte es zahlreiche Verletzte gegeben.
17. November
USA 1976 – US-Präsident Gerald R. Ford hatte in Washington den Bau von weiteren 60 Interkontinentalraketen von Typ Minuteman-III genehmigt. Dadurch sollte – so verlautete es aus dem Weißen Haus – die Entschlossenheit der USA bewiesen werden, der sowjetischen Hochrüstung entgegenzutreten. Zu jenem Zeitpunkt hatten die USA über 490 Minuteman-III-Raketen mit Mehrfachsprengkörpern verfügt.
17. November
Chile 1976 – Die chilenische Militärjunta hatte in Santiago de Chile eine Amnestie für politische Gefangene verkündet. Davon ausgenommen waren nach offiziellen Angaben lediglich 18 Häftlinge. Bei ihnen war die Freilassung wegen der Schwere ihrer Vergehen „nicht zu verantworten“. Möglich war jedoch ein Austausch gegen in der Sowjetunion inhaftierte Bürgerrechtler.
17. November
Fußball 1976 – In Hannover (Niedersachsen) hatte die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft den Euorpameister CSSR 2:0 besiegt.
18. November
Spanien 1976 – Die spanische Cortes (Parlament) hatte beschlossen, sich umzuwandeln in ein Zwei-Kammern-Parlament, das in freier Wahl bestimmt werden konnte.
18. November
Äthiopien 1976 – Wegen „konterrevolutionärer“ Tätigkeit waren in der Hauptstadt Addis Abeba 27 Teilnehmer eines Putschversuches rechter Militärs hingerichtet worden.
18. November
Miss World 1976 – In der britischen Hauptstadt London war die Jamaikanerin Cynthia Jean Breakspeare zur „Miss World 1976“ gewählt worden.
18. November
Frankreich 1976 – Die Regierung hatte ein Gesetz erlassen, das der Landwirtschaft die Mästung von Kälbern und Lämmern mit Hormonen verbot.
19. November
BRD 1976 – Im bayerischen Wildbad-Kreuth hatte die CSU-Landesgruppe beschlossen, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im neugewählten Bundestag nicht fortzusetzen. Die Fraktionsgemeinschaft hatte 27 Jahre lang bestanden.
19. November
Algerien 1976 – In einer Volksabstimmung hatten sich 99,18 Prozent der Bevölkerung Algeriens für eine Verfassung ausgesprochen, in der der nordafrikanische Staat als „muslimische sozialistische Republik“ bezeichnet werden sollte.
19. November
DDR 1976 – In Dessau (heute zu Sachsen-Anhalt) war die Rekonstruktion des Bauhauses abgeschlossen worden. In dem von Walter Gropius 1925 entworfenen Gebäude waren Ausstellungen mit bahnbrechenden Arbeiten der früheren Hochschule für Gestaltung geplant.
20. November
Griechenland/Türkei 1976 – Nach mehrwöchigen Verhandlungen hatten sich die Regierungen Griechenlands und der Türkei über den bislang umstrittenen Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten im Ägäischen Meer geeinigt.
20. November
Mexiko 1976 – In Mexiko war die Universidad Autónoma de Tlaxcala gegründet worden.
20. November
Spanien 1976 – In Madrid hatten mehr als 100.000 Anhänger des 1975 verstorbenen Diktators Francisco Franco Bahamonde gegen die Durchführung von freien Parlamentswahlen demonstriert.
20. November
Schweiz 1976 – Mitglieder der linksgerichteten Organisation „Demokratisches Manifest“ waren in Zürich in ein Archiv der rechtsradikalen, von Ernst Cincera geleiteten „Aktionsgruppe Schweiz“ eingebrochen. Dadurch war zum ersten Mal öffentlich bekannt geworden, dass im Kanton Zürich Daten über politisch Andersdenkende von einer privaten Organisation gesammelt worden waren. Diese Enthüllungen hatten in der Schweiz einen Skandal ausgelöst.
21. November
Libanon 1976 – In den libanesischen Städten Tripoli und Sidon waren Einheiten der vor allem aus syrischen Soldaten bestehenden arabischen Friedenstruppen eingezogen. Damit hatten die Friedenstruppen den gesamten Libanon mit Ausnahme des Grenzgebietes zu Israel unter ihre Kontrolle gebracht.
21. November
USA/Justiz 1976 – Die US-Verlegerstocher Patricia Hearst, die am 13. April wegen Bankraubs zu 35 Jahren Haft verurteilt worden war, später zu sieben Jahren Gefängnis begnadigt wurde, war nun gegen Kaution freigelassen worden.
22. November
BRD 1976 – Der Bundesvorstand der SPD hatte in Bonn den bisherigen Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Egon Bahr, zum Geschäftsführer der Partei gewählt. Bahr trat damit die Nachfolge von Holger Börner an. Dieser war am 12. Oktober zum hessischen Ministerpräsidenten gewählt worden.
22. November
Sowjetunion/Bulgarien 1976 – Der Generalsekretär der KPdSU, Leonid I. Breschnew, war in der bulgarischen Hauptstadt Sofia zu einem zweitägigen Staatsbesuch eingetroffen. Es war der erste Besuch Breschnews in dem von Nicolae Ceausescu beherrschten Land gewesen.
22. November
UNESCO 1976 – Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hatte in Paris die Aufnahme Israels in die europäische Sektion beschlossen. Die Sowjetunion und die arabischen Staaten hatten gegen diese Entscheidung protestiert. Erst vor zwei Jahren war Israel aus der asiatischen UNESCO-Sektion ausgeschlossen worden.
23. November
Libyen 1976 – Der Allgemeine Volkskongress Libyens hatte eine Verfassungsreform gebilligt, durch die der Staat in eine „Libysche Arabische Volksrepublik auf der Grundlage des Koran“ umgewandelt wurde.
23. November
UNO 1976 – In New York hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen, der Vollversammlung der Weltorganisation die Aufnahme Angolas als 146. Mitglied als Empfehlung zu unterbreiten. Die Vertreter der USA hatten sich der Abstimmung enthalten.
23. November
USA/Sowjetunion 1976 – In Yucca Plat (US-Bundesstaat Nevada) hatten die US-Streitkräfte einen unterirdischen Atombombenversuch unternommen. Es war 1976 bereits der 13. Test einer US-Kernwaffe. Die Sowjetunion hatte am selben Tag in Semipalatinsk eine unterirdische Atombombe gezündet.
24. November
Kanada 1976 – Der kanadische Premierminister Pierre Elliot Trudeau hatte in Toronto in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung appelliert, sich für die Einheit Kanadas einzusetzen.
24. November
Großbritannien 1976 – In London hatte Königin Elisabeth II. in ihrer traditionellen Thronrede eine Reihe von Gesetzesvorhaben angekündigt. Unter anderem sollten 1977 Schottland und Wales eine größere Autonomie bekommen.
24. November
Türkei/Sowjetunion/Iran 1976 – In den östlichen Landesteilen der Türkei waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,9 mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. Es waren zudem Sachschäden in Millionenhöhe entstanden. Auch der Iran und die Sowjetunion waren von einem schweren Beben erschüttert worden. Dabei hatte es insgesamt etwa 5000 Todesopfer gegeben.
24. November
Sowjetunion 1976 – Sowjetische Wissenschaftler hatten die Entdeckung einer rund 4000 Jahre alten Stadt in der südturkmenischen Wüste bekanntgegeben. Es war die älteste Ansiedlung auf dem Gebiet der UdSSR.
24. November
Frankreich 1976 – In Paris war die Antriebsstufe der europäischen Trägerrakete „Ariane“ erstmals erfolgreich getestet worden. Die für eine Nutzlast von 900 kg ausgelegte Rakete sollte 1977 zu ihrem Probeflug starten.
25. November
Jugoslawien 1976 – In Belgrad hatte das Parlament ein neues Arbeitsgesetz verabschiedet. Es ermöglichte unter anderem die Entlassung von „unordentlichen und faulen Arbeitern“.
25. November
BRD/Argentinien 1976 – Ein von 19 bundesdeutschen Banken gebildetes Konsortium hatte in Frankfurt am Main Argentinien einen Kredit in Höhe von rund 210 Millionen DM gewährt.
25. November
Musik/International 1976 - „The Bands“ hatte ein 5-stündiges Abschiedskonzert gegeben, das Martin Scorsese unter dem Titel „The Last Waltz“ verfilmte und das als Ende einer musikalischen Epoche gesehen wird.
26. November
BRD/Schweiz 1976 – Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt war in Genf (Schweiz) zum Vorsitzenden der Sozialistischen Internationale gewählt worden. Damit hatte er die Nachfolge des Österreichers Bruno Pittermann angetreten.
26. November
DDR 1976 – Der DDR-Regimekritiker Robert Havemann war wegen seiner Unterstützung des ausgebürgerten Liedermachers Wolf Biermann unter Hausarrest gestellt worden.
26. November
International 1976 – Die im Warschauer Pakt vertretenen Staaten hatten dem Westen ein Angebot zum Verzicht auf Kernwaffen unterbreitet. Alle Staaten, die zu den Unterzeichnern der Schlussakte von Helsinki (1975) gehörten, sollten sich in einem Vertrag verpflichten, auf den Ersteinsatz von Atomwaffen zu verzichten.
27. November
Europäische Gemeinschaft 1976 – In Brüssel (Belgien) hatte die EG-Kommission Japan Strafzölle angedroht, falls die Regierung in Tokio nicht Maßnahmen zur Einschränkung von Exporten in die Länder der Europäischen Gemeinschaft treffen sollte. Die japanische Regierung hatte am 26. November zugesagt, den Export von Autos nach Großbritannien nicht auszuweiten. Außerdem war man bereit, 56.000 Tonnen Milchpulver aus EG-Beständen zu importieren.
28. November
Sowjetunion 1976 – In Moskau waren beim Absturz einer sowjetischen Passagiermaschine vom Typ Tupolew „Tu-104“ 72 Menschen umgekommen.
28. November
BRD 1976 – In Düsseldorf hatte der größte deutsche Hersteller von Waschmitteln die Entwicklung der Verbindung Sasil bekanntgegeben. Sasil konnte das stark umweltbelastende Phosphat in Waschmitteln ersetzen.
29. November
Libyen 1976 – Die Regierung Libyens hatte ihre Soldaten aus der arabischen Friedenstruppe zurückgezogen, da die im Libanon von ihr unterstützten Palästinensern die Abgabe ihrer Waffen verweigerte.
29. November
Fußball 1976 – Zum achten Mal war der FC Zürich schweizerischer Fußballmeister geworden. Es war für den Klub der dritte Titelgewinn in Folge gewesen.
30. November
Argentinien 1976 – Trotz des von der Militärregierung unter General Jorge Rafael Videla erlassenen Streikverbots hatten mehrere tausend Menschen die Arbeit niedergelegt. Die Streikenden hatten die Wiederherstellung der Demokratie in Argentinien gefordert.
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