Januar 1964 - Ein neues Jahr, ein neuer Personalausweis

Kalender Januar 1964
Die DDR legte großen Wert auf eine unbedingte Abgrenzung ihrer Bürger zu denen im anderen Teil Deutschlands. Das kam einmal mehr mit der Ausgabe der neuen Personalausweise zum Ausdruck. Darin war nun jeder in der DDR lebende Bürger als ein „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ gekennzeichnet. Als wäre der Bau der Berliner Mauer nicht schon Abgrenzung genug gewesen. Aber zur Winterolympiade traten die beiden deutschen Staaten dennoch als eine gesamtdeutsche Mannschaft in den Wettkämpfen an. Was sportlich noch funktionierte, das klappte in der Politik nicht. Bestes Beispiel war der Ulbricht-Brief über den Verzicht von Kernwaffen, den der Bundeskanzler gar nicht erst zur Kenntnis nahm, sondern ungeöffnet zurückgehen ließ. Spannungen in Deutschland, Spannungen weltweit. Doch immerhin reiste der Papst ins Heilige Land, was einer kleinen Sensation gleichkam, zumal er sich noch mit dem orthodoxen Kirchenoberhaupt traf. Ob sein gutes Beispiel Schule machen würde, blieb abzuwarten.
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Wichtige Ereignisse im Januar 1964

1. Januar
NEUJAHRSTAG
1. Januar
Fußball in Algerien 1964 – Im ausverkauften Stadion der algerischen Hauptstadt Algier verlor die bundesdeutsche Nationalmannschaft mit 0:2 gegen das Gastgeberland.
1. Januar
Schweiz 1964 – Den Schweizer Bundespräsidenten Willy Spühler (1902-1990) löste für das neue Jahr Ludwig von Moos in diesem Amt ab.
1. Januar
Sri Lanka 1964 – Auf Ceylon (seit 1972: Sri Lanka) wurde entgegen des Protestes der Minderheit der Tamilen Singhalesisch die alleinige Staatssprache.
1. Januar
Zypernabkommen 1964 – Zyperns Staatspräsident Erzbischof Makarios III. (1913-1977) teile mit, dass er das 1959 von Großbritannien, der Türkei und Griechenland unterzeichnete „Zypernabkommen“ kündigen werde.
2. Januar
DDR 1964 – In der DDR wurden neue Personalausweise ausgegeben. Sie enthielten den Zusatzvermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“.
2. Januar
Marburg in Hessen 1964 – In Marburg (Hessen) begannen die Erdarbeiten für die ersten Gebäude des Universitätsviertels. Die Kosten für das Bauvorhaben waren auf rund eine Milliarden DM veranschlagt worden.
2. Januar
Afrika 1964 – In der Hauptstadt Accra (Ghana) entging der Staatspräsident des Landes, Kwame Nkrumah (1909-1972) einem Pistolenattentat, ohne verletzt zu werden.
2. Januar
BRD/Frankreich – Die Bundesregierung erhielt von der Regierung Frankreichs die Mitteilung, dass der Rechtsextremist Antoine Argoud (1914-2004), der am 26. Februar 1963 aus München nach Paris entführt worden war, nicht in die BRD ausgeliefert werden würde.
3. Januar
Sportler BRD 1964 – Die bundesdeutschen Sportjournalisten wählten in Baden-Baden den Weltrekordschwimmer Gerhard Hetz (1942-2012) aus Hof zum „Sportler des Jahres 1963“.
3. Januar
UdSSR 1964 – Der Ministerpräsident der Sowjetunion, Nikita S. Chruschtschow (1894-1971), forderte ein internationales Abkommen, in dem alle Regierungen die Verpflichtung eingehen sollten, bei der Regelung territorialer Fragen und bei Grenzstreitigkeiten auf jegliche Gewaltanwendung zu verzichten.
4. Januar
Papstreise 1964 – Der amtierende Pontifex, Papst Paul VI. (1897-1978), trat als erster Papst in der Geschichte eine Pilgerreise nach Israel und Jordanien an. Damit hatte erstmals seit 1814 ein Papst die Grenzen Italiens verlassen. Am zweiten Tag seiner dreitägigen Reise traf er mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Athenagoras (1886-1972) zu einem Gespräch zusammen. Eine derartige Begegnung zwischen den Kirchenoberhäuptern hatte zum letzten Mal im Jahr 1493 stattgefunden.
5. Januar
West-Berlin 1964 – Insgesamt 1.242.810 Bürger West-Berlins besuchten im Rahmen eines Passierscheinabkommens ihre Verwandten in Berlin-Ost. Das Abkommen war zwischen dem Senat von West-Berlin und der DDR für den Zeitraum vom 18. Dezember 1963 bis zum 5. Januar 1964 abgeschlossen worden.
5. Januar
Neues Flugzeug 1964 – Das Transportflugzeug „Short Belfast“, das für die Royal Air Force entwickelt worden war, startete zu seinem Erstflug.
5. Januar
Bulgarien 1964 – Der ehemalige UNO-Diplomat, Iwan Georgieff, der in der bulgarischen Hauptstadt Sofia wegen Spionage für die Vereinten Nationen zum Tode verurteilt worden war, wurde hingerichtet. Ein Gnadengesuch war vom Präsidenten des Parlaments abgelehnt worden.
5. Januar
Eiskunstlauf 1964 – Im bayerischen Oberstdorf gewannen Marika Kilius (*1943) und Hans-Jürgen Bäumler (*1942) die Deutsche Eiskunstlaufmeisterschaft. Das Eislaufpaar wurde trotz seines Sieges nach der technisch nicht so perfekten Kür vom Publikum mit Pfiffen bedacht.
5. Januar
Westafrika 1964 – In Dahomey (seit 1975: Benin) wurde nach einer Volksabstimmung eine neue Verfassung angenommen, die festlegte, dass das Land eine demokratisch-sozialistische und laizistische Republik sei und Französisch als Amtssprache gelte.
6. Januar
Honduras 1964 – In der britischen Besitzung Honduras trat die innere Selbstverwaltung in Kraft. Der erste Premierminister des Landes wurde der Führer der „Vereinigten Volkspartei“, George Cadle Price (1919-2011).
6. Januar
Pakistan 1964 – Der pakistanische Staatspräsidenten Mohammed Avub Khan (1907-1974) verbot die einzige Oppositionspartei des Landes, die „Islam-Partei“. Ihr waren staatsfeindliche Aktivitäten vorgeworfen worden.
6. Januar
DDR/BRD 1964 – In einem Schreiben des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht (1893-1973), an den Bundeskanzler der BRD, Ludwig Erhard (1897-1977), unterbreitete Ulbricht einen Entwurf für einen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR über den Verzicht auf Kernwaffen. Der Brief wurde von der Bundesregierung ungeöffnet zurückgewiesen.
6. Januar
Eiskunstlauf 1964 – In Oberstdorf (Bayern) wurde der Münchner Eiskunstläufer Manfred Schnelldorfer (*1943) zum achten Mal Deutscher Meister bei den Eiskunstlaufmeisterschaften.
6. Januar
Skispringen 1964 – Die deutsch-österreichische Vierschanzentournee gewann der Skispringer Veikko Kankkonen (*1940) aus Finnland.
7. Januar
Nierentransplantation 1964 – In New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana) starb der 44-jähriger Hafenarbeiter Jefferson Davis. Ihm waren am 5. November 1963 die Nieren eines Schimpansen eingepflanzt worden. Davis war der zweite Mensch weltweit, dessen Nieren durch gleiche Organe eines Affen ersetzt worden waren.
7. Januar
Filmindustrie 1964 – Der Generalbevollmächtigte des Verlagskonzerns Bertelsmann, Manfred Köhnlechner (1925-2002), gab die Absicht bekannt, die zum Jahresbeginn als Tochtergesellschaft neu erworbene Universum Film-AG (Ufa) wieder zu aktivieren. Jedoch wurde die Spielfilmproduktion nicht wieder aufgenommen.
7. Januar
Zentralafrika 1964 – Das britische Protektorat Nord-Rhodesien (Sambia) in Zentralafrika erhielt die innere Autonomie.
7. Januar
Bahamas 1964 – Die britische Kronkolonie der Bahama-Inseln erhielt seine innere Selbstverwaltung. Für die Inseln war ein Zweikammern-Parlament geplant, in dem 8 von 15 Senatoren vom britischen Gouverneur ernannt werden würden.
8. Januar
Kongo/BRD 1964 – Der Ministerpräsident der Demokratischen Republik Kongo, Cyrille Adoula (1921-1978), traf zu einem zweitägigen Goodwill-Besuch (Freundschaftsbesuch) in der Bundesrepublik Deutschland ein.
8. Januar
Vereinigte Staaten 1964 – Der US-amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson (1908-1973) kündigte in seiner Jahresbotschaft an den Kongress eine Verminderung der Staatsausgaben an. Davon sollte der militärische Bereich jedoch nicht betroffen sein. Zudem stellte der Präsident einen „Feldzug gegen die Armut“ in Aussicht.
8. Januar
Westberlin/Berlin 1964 – Mit der Rückgabe der Carl-von-Ossietzky-Friedensmedaille an die DDR, die ihm 1963 verliehen worden war, protestierte der britische Nobelpreisträger Bertrand Russell (1872-1970) gegen die fortdauernde Inhaftierung des westdeutschen Gewerkschaftsjournalisten Heinz Brandt (1909-1986). Dieser war 1961 aus West-Berlin in die DDR entführt worden und dort zu dreizehneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden.
9. Januar
Bundestag 1964 – Vor dem Deutschen Bundestag gab Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897-1977) über die ersten drei Monate seiner Amtstätigkeit einen Rechenschaftsbericht ab.
9. Januar
Afrika 1964 – Auf der Basis der „Organisation für die Einheit Afrikas“ (OAU) und als Parallele zu ihr in Daressalam (Tansania) gründeten Vertreter der nationalen afrikanischen Freiheitsparteien eine „Union afrikanischer abhängiger Gebiete“.
9. Januar
Kambodscha/Thailand 1964 – Der Staatschef von Kambodscha, Prinz Samdech Norodom Sihanouk (1922-2012) schlug dem Nachbarland Thailand Verhandlungen über den Abschluss eines Nichtangriffpaktes vor. Er betonte, dass eine Neutralisierung der Länder Südostasiens die einzige Möglichkeit sein, eine Krisenlösung in diesem Gebiet zu erreichen.
9. Januar
Panama 1964 – In der unter US-Verwaltung stehenden Panama-Kanal-Zone kam es im Zusammenhang mit einem Flaggenstreit zu schweren Zusammenstößen. Es gab mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte.
10. Januar
Parteiverbot 1964 – Durch Vermittlung eines Rechtsanwaltes richtete der Erste Sekretär der in der BRD verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Max Reimann (1898-1977), ein Schreiben an den Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897-1977). Er bat darin um die Aufhebung des KPD-Verbots.
11. Januar
Italien 1964 – Unter der Führung von Tullio Vecchietti (1914-1999) wurde aus Protest gegen die Beteiligung der Sozialisten an der italienischen Mitte-Links-Regierung unter dem Christdemokraten Aldo Moro (1916-1978) die neue „Sozialistische Partei der Proletarischen Einheit“ (PSIUP) gegründet. Es war die dritte sozialistische Partei in Italien.
11. Januar
Deutsche Olympiamannschaft 1964 – Für die Olympischen Winterspiele in Innsbruck (Österreich) und Tokio (Japan) kam es zu den letzten Nominierungen der gesamtdeutschen Olympiamannschaft.
12. Januar
Afrika/Staatsstreich 1964 – Die arabische Regierung von Sansibar (Ostafrika) wurde durch einen Staatsstreich gestürzt, der von afrikanischen Putschisten angeführt worden war. Sansibar hatte erst am 10. Dezember 1963 seine Unabhängigkeit erhalten.
12. Januar
Sowjetunion/USA 1964 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau unterzeichneten Vertreter der US-amerikanischen Continental Grain Company und der sowjetischen Außenhandelsorganisation einen Vertrag, der den bisher größten Weizenverkauf in der Handelsgeschichte der Vereinigten Staaten besiegelte. Der Vertrag sah die Lieferung von einer Millionen Tonnen Weizen an die UdSSR vor.
13. Januar
Indien 1964 – In Kalkutta, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen, kamen im Verlauf der letzten fünf Tage mehr als 200 Menschen bei religiösen Unruhen zwischen Moslems und Hindus ums Leben.
13. Januar
Rassendiskriminierung 1964 – Der Führer der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, „Malcolm X“ (1925-1965), gründete die „Muslim Mosque“, eine radikale Organisation, die noch schärfer gegen die Benachteiligung der Schwarzen vorging. „Malcolm X“ rief zur bewaffneten Selbstverteidigung auf.
13. Januar
Arabische Länder 1964 – In der ägyptischen Hauptstadt Kairo fand die Erste Arabische Gipfelkonferenz statt. Staatschefs und Könige von 13 arabischen Ländern kamen zusammen.
13. Januar
Musical 1964 – In Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) wurde im Schubert Theatre das Musical „Funny Girl“ von Jule Styne (Musik), Isobell Lennart (Libretto) und Bob Merill (Songtexte) uraufgeführt.
14. Januar
Kennedy 1964 – Die Witwe des am 22. November 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963), Jacqueline Kennedy Onassis (1929-1994), dankte in einer TV-Ansprache der Nation für die Anteilnahme, die ihr und der Familie Kennedy nach dem Mord entgegengebracht worden war.
14. Januar
Musik 1964 – Der US-amerikanische Geiger Yehudi Menuhin (1916-1999) trat mit dem Bath-Festival-Orchester eine Tournee durch die Bundesrepublik Deutschland an, die ihn bis zum 21. Januar mit seinen Konzerten nach München, Stuttgart, Nürnberg, Hannover, Hamburg, Dortmund und Essen führte. Menuhin trat bei den Konzerten als Solist und Dirigent auf.
14. Januar
Malerei 1964 – Eine Ausstellung mit Werken des US-amerikanischen Malers Jackson Pollock (1912-1956), der als Begründer und als Hauptvertreter des „Action painting“ in den USA galt, wurde in New York eröffnet.
15. Januar
The Beatles 1964 – Im „Olympia“-Stadion in der französischen Hauptstadt Paris fand das erste Konzert der britischen Popgruppe „The Beatles“ im Rahmen ihrer dreiwöchigen Konzerttournee statt.
#15. Januar
UdSSR 1964 – Die Sowjetunion teilte mit, dass das Wasserstraßensystem Wolga-Ostsee-Kanal fertiggestellt wurde. Mit seinen sieben Schleusen erlaubte es die Befahrung mit Schiffen bis zu 50.000 Tonnen Wasserverdrängung.
15. Januar
BRD/Großbritannien 1964 – Zu einem zweitägigen Staatsbesuch traf Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897-1977) in der britischen Hauptstadt London ein. In ihren Gesprächen stimmten Erhard und der britische Premierminister Alexander Frederick Douglas-Home (1903-1995) darin überein, dass ein Europa ohne Großbritannien undenkbar sei und deshalb die deutsch-britischen Beziehungen ausgedehnt werden müssten.
16. Januar
Musical 1964 – Im New Yorker St. James Theatre wurde „Hello Dolly“, ein Musical des US-amerikanischen Komponisten Jerry Herman (*1931) nach einer Komödie von Thornton Wilder (1897-1975) uraufgeführt.
16. Januar
Eiskunstlauf 1964 – In Grenoble (Frankreich) gewann das Eiskunstlauf-Paar Marika Kilius (*1943) und Hans-Jürgen Bäumler (*1942) zum sechsten Mal den Europameistertitel.
16. Januar
Rauchen 1964 – Über die gesundheitsschädigende Wirkung des Rauchens wurde in den USA eine fast vierhundert Seiten umfassende wissenschaftliche Studie veröffentlicht. Die Studie fand weltweit große Beachtung.
16. Januar
Arabische Länder 1964 – Die „Erste Arabische Gipfelkonferenz“, die am 13. Januar in Kairo (Ägypten) begonnen hatte, ging zu Ende. Es waren Maßnahmen gegen die israelischen Pläne, Wasser aus dem Jordan zur Bewässerung der Negev-Wüste abzuleiten, beschlossen worden.
17. Januar
Hamburg 1964 – Trotz heftigster Diskussionen wurde auf der in Hamburg zu Ende gehenden zweitägigen Kultusministerkonferenz keine vollständige Einigung in der Frage erzielt, ob Abiturienten in Zukunft mit der Note „Fünf“ im Fach Deutsch das Reifezeugnis erlangen könnten.
17. Januar
Filmverbot in Jordanien 1964 – Die Vorführung des britisch-US-amerikanischen Spielfilms „Lawrence von Arabien“ wurde in Jordanien verboten. Die Entscheidung war vom jordanischen Kabinett damit begründet worden, dass die Araber in dem Film in einer „komischen Art dargestellt und vorteilhafte Züge in der modernen arabischen Geschichte ins Lächerliche verzerrt“ worden seien.
18. Januar
München 1964 – Der bayerische SPD-Politiker Thomas Wimmer, der von 1948 bis 1960 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München gewesen war, starb in München. Wimmer war am 7. Januar 1887 in Siglfing (heute Stadtteil von Erding) geboren worden.
18. Januar
New York 1964 – Die Behörden in New York erteilten die Genehmigung zum Bau des World Trade Centers. Der aus zwei Türmen bestehende Wolkenkratzer sollte mit 110 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt werden.
18. Januar
Sansibar 1964 – Nachdem am 12. Januar auf Sansibar das Sultanat durch aufständische Revolutionäre gestürzt worden war, wurde von der neuen Regierung die Volksrepublik Sansibar ausgerufen.
19. Januar
Taiwan 1964 – Ein Erdbeben verursachte im südwestlichen Taiwan schwere Zerstörungen. Mehr als 100 Menschen kamen ums Leben.
19. Januar
Katholische Kirche 1964 - Der Erzbischof von Köln, Joseph Kardinal Frings (1887-1978), sprach sich in einem Erlass über das Sakrament der Ehe gegen eine „Heirat um jeden Preis“ aus. Er warnte vor allen Dingen vor religiösen Mischehen und Ehen mit geschiedenen Partnern.
20. Januar
BRD 1964 – Von der deutschen Bundesregierung wurde eine Proklamation über die Erforschung und Ausbeutung der Gebiete, die den deutschen Meeresküsten vorgelagert waren, dem sogenannten „Festlandsockel“, erlassen.
20. Januar
Zentralafrika 1964 – In Nord-Rhodesien fanden nach der Auflösung der Föderation Rhodesien-Nvassaland zum Jahreswechsel 1963/1964 Parlamentswahlen statt. Als stärkste Partei ging die „Vereinigte Nationale Unabhängigkeitspartei“ (UNIP) aus den Wahlen hervor. Der Führer der UNIP, Kenneth Kaunda (*1924), wurde zwei Tage später als erster Premierminister von Nord-Rhodesien vereidigt.
21. Januar
USA 1964 – Erstmals wurde ein Farbiger zum Direktor des US-Informationsamtes ernannt.
21.Januar
DDR/BRD 1964 – Einer Mitteilung des Bundesvertriebenministeriums zufolge, waren im Jahr 1963 aus der DDR nach West-Berlin und in die Bundesrepublik 42.632 Personen gekommen. Davon waren 3.692 unter Gefahr von Leib und Leben geflohen.
21. Januar
Satellit USA 1964 – Von Kap Kennedy im US-Bundesstaat Florida wurde der US-amerikanische Nachrichtensatellit „Realy II“ für die Übermittlung von Fernsehsendungen und Ferngespräche gestartet.
21. Januar
Genfer Konferenz 1964 – Nach längerer Pause nahm die Genfer Abrüstungskonferenz ihre Beratungen wieder auf. Zur Eröffnung unterbreitete US-Präsident Lyndon B. Johnson (1908-1973) einen Fünf-Punkte-Vorschlag, der als Hauptpunkt das Einfrieren von strategischen Atomwaffen vorsah.
22. Januar
Bundesrepublik 1964 – Der Bundesvertriebenenminister Hans Krüger (1902-1971) wurde von seinem Amt suspendiert. Krüger stand unter dem Verdacht, an nationalsozialistischen Sondergerichten mitgewirkt zu haben.
22. Januar
Kuba/Sowjetunion 1964 – Zum Abschluss seines Besuches in der sowjetischen Hauptstadt Moskau, den er am 13. Januar angetreten hatte, unterzeichnete der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro (*1926) ein langfristiges Handelsabkommen mit der UdSSR. Außerdem erhielt Kuba erneut die Zusage, dass es im Falle eines militärischen Angriffs mit sowjetischer Hilfe rechnen könne.
23. Januar
Indonesien 1964 – Der Staatspräsident von Indonesien, Achmed Sukarno (1901-1970), ordnete die vorläufigen Einstellungen der Kampfhandlungen an der Grenze zwischen Malaysia und Indonesien auf Borneo an. Einschränkend erklärte er, dass dies nicht mit einer grundsätzlichen Änderung seiner Einstellung der Föderation Malaysia gegenüber verbunden sei.
23. Januar
Theater 1964 – In New York (USA) wurde das Schauspiel „Nach dem Sündenfall“ von Arthur Miller (1915-2005) im ANTA Washington Square Theatre uraufgeführt.
23. Januar
Theater 1964 – Der Hessische Rundfunk übertrug im Fernsehen die Uraufführung des Schauspiels „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ von Heiner Kipphardt (1922-1982). Am 11. Oktober 1964 folgte die Bühnenpremiere des Schauspiels.
23. Januar
Theater 1964 – Das Schauspiel „Held Henry“ nach dem Shakespeare-Stück „Henry V.“ in der Übersetzung des Österreichers Erich Fried (1921-1988) hatte im Bremer Theater am Goetheplatz Premiere. Regie hatte Peter Zadek (1926-2009), der Bremer Schauspieldirektor. Er stieß mit seiner Inszenierung auf harsche Kritik. Ihm war „Klassiker-Verhunzung“ vorgeworfen worden.
24. Januar
Theater 1964 – Das heftig umstrittene Schauspiel „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth (*1931) wurde im Wiener Volkstheater erstmals in Österreich aufgeführt. Die Premiere wurde von lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegner des Stückes begleitet, zu denen es bereits schon bei früheren Aufführungen gekommen war.
24. Januar
Kino 1964 – In den bundesdeutschen Kinos lief der schwedische Spielfilm „Das Schweigen“ von Ingmar Bergmann (1918-2007) an. Der Film, der das Tabu-Thema der lesbischen Liebe zum Thema hat, wurde in der Öffentlichkeit heftig diskutiert und teilweise scharf angegriffen.
24. Januar
Grüne Woche 1964 – In den West-Berliner Ausstellungshallen am Funkturm wurde die „Internationale Grüne Woche Berlin 1964“ eröffnet. An der Agrarfachmesse, die bis zum 2. Februar dauerte, beteiligten sich 18 Länder.
24. Januar
Afrika 1964 – Im westafrikanischen Ghana wurde bei einer Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung entschieden. Diese Abstimmung fand unter sehr umstrittenen Begleiterscheinungen statt. Angeblich hatten 99,9 Prozent aller Wähler für die Vorschläge der Regierungspartei von Staatspräsident Kwame Nkrumah (1909-1972) gestimmt. Mit der neuen Staatsform würde Nkrumah in Zukunft die absolute Regierungsgewalt haben.
25. Januar
UdSSR/USA 1964 – Für erste sowjetisch-US-amerikanische Versuche auf dem Gebiet der Funktelegrafen- und Funktelefonverbindungen starteten die Vereinigten Staaten den Ballonsatelliten „Echo II“.
25. Januar
BRD 1964 – Der Mansholt-Plan zur Angleichung der europäischen Getreidepreise wurde vom Deutschen Bauernverband entschieden abgelehnt. In der Begründung hieß es, er würde eine Senkung des deutschen Getreidepreises bedeuten.
25. Januar
Afrika 1964 – Tanganjika (Festland von Tansania), in Uganda und in Kenia ereigneten sich in der Zeit vom 20. Januar bis zum 25. Januar Truppenmeutereien. Sie konnten mit Hilfe britischer Streitkräfte unterdrückt werden.
++26. Januar#
Literatur 1964 – Die DDR-Schriftstellerin Christa Reinig (1926-2008) teilte mit, dass sie in der Bundsrepublik Deutschland bleiben wolle. Sie hatte in Bremen einen Literaturpreis entgegengenommen.
26. Januar
Wintersport 1964 – Im Vorfeld der IX. Olympischen Spiele in Innsbruck (Österreich) ereigneten sich zwei tödliche Trainingsunfälle. Der australische Skiläufer Ross Milne (1944-1964) zog sich bei einem Sturz Verletzungen zu, denen er erlag. Am 22. Januar war der polnische Rennrodler Kasimierz Kay-Skrypecki (1909 od.1910-1964) bei einem Probelauf ebenfalls tödlich verunglückt.
27. Januar
UdSSR/Israel 1964 – Für insgesamt 18 Millionen DM verkaufte die Sowjetunion die Besitzungen der russisch-orthodoxen Kirche auf israelischem Boden an Israel.
27. Januar
BRD/Italien 1964 – Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897-1977) traf zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Italien ein, wo er mit dem italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro (1916-1978) unter anderem die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Gastarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland besprach.
27. Januar
Diplomatie 1964 – Frankreich und die Volksrepublik China nahmen diplomatische Beziehungen auf.
28. Januar
Wissenschaft 1964 – In Heidelberg (Baden-Württemberg) wurde das Deutsche Krebsforschungszentrum eröffnet.
28. Januar
Möbel Köln 1964 – Die Internationale Kölner Möbelmesse wurde eröffnet. Sie dauerte bis zum 2. Februar. Mehr als 1.000 Aussteller präsentierten ihre neuesten Produkte.
28. Januar
UdSSR/USA/DDR 1964 – Von sowjetischen Düsenjägern wurde ein Schulungsdüsenjäger der US-Luftwaffe abgeschossen, der US-amerikanischen Angaben zufolge versehentlich in den Luftraum der DDR eingedrungen war. Die drei Piloten kamen ums Leben.
29. Januar
Winterolympiade 1964 – Im österreichischen Innsbruck begannen die IX. Olympischen Winterspiele im Berg-Isel-Stadion mit einer feierlichen Zeremonie. Wegen der ausgebliebenen Schneefälle mussten etwa 25.000 Tonnen Schnee aus den Hochtälern für die Wettkämpfe herangeschafft werden. Die Spiele dauerten bis zum 9. Februar.
29. Januar
Raumfahrt USA 1964 – Die USA starteten von Kap Kennedy mit einer Zweistufenrakete vom Typ „Saturn I“ den mit einem Gewicht von 17,2 Tonnen bisher schwersten Satelliten in eine Erdumlaufbahn.
30. Januar
Südvietnam 1964 – Ein unblutiger Militärputsch beendete in Südvietnam die Regierung des buddhistischen „Revolutionären Generalrats“ unter Duong Van Minh (1916-2001).
30. Januar
Weltraumforschung 1964 – Die Sowjetunion startete die Raumstation „Elektron 1“ und „Elektron 2“, die unter anderem der Erforschung der räumlichen Verteilung und des Energiespektrums der geladenen Teilchen dienen sollte.
31. Januar
Frankreich/BRD 1964 – Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (1890-1970) unterstrich auf einer Pressekonferenz die gute deutsch-französische Zusammenarbeit und die Fortschritte zur Vollendung des „Gemeinsamen Marktes“. Detailliert begründete er die Notwendigkeit einer realen Einschätzung des kommunistischen China.
31. Januar
Bayern 1964 – Im Münchner Kultusministerium beantragten 51 Ärzte der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen die sofortige Enthebung ihres 42-jährigen Kollegen, Professor Julius Hackethal (1921-1997) von seinem Posten als Oberarzt der Klinik.
 
Januar 1964 Deutschland in den Nachrichten
Lizzy Aumeier kommt nach Egglkofen
Oberbayerisches Volksblatt
Januar 1964 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Sie studierte am Meistersinger-Konservatorium als erste Frau in Fach Kontrabass in Nürnberg und erhielt noch während ihres Studiums ein Stipendium des Bayerischen Rundfunks. Mittlerweile war sie bei .... >>>  
 ... >>>
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