Dezember 1965 - Der Zwang des großen Bruders

Kalender Dezember 1965
Was in der DDR geschah, bedurfte auf fast allen Ebenen der Zustimmung des „großen Bruders“ Sowjetunion. Da konnte es durchaus zu Verzweiflungstaten kommen. Eine davon war der Selbstmord des stellvertretenden Ministerratsvorsitzenden der DDR, Erich Apel. Eine Stunde, bevor der Termin zur Unterzeichnung des Handelsabkommens festgesetzt worden war, hatte Apel den Freitod gewählt. Die Konditionen des Wirtschaftsvertrages hatten ihm so zugesetzt, dass er keinen anderen Ausweg sah. Das Abkommen hatte den Austausch von sowjetischen Rohstofflieferungen gegen Fertigprodukte der DDR-Industrie bis 1970 mit einem Volumen von 60 Milliarden Mark zum Inhalt. Ganz gewiss hatte es der „große Bruder“ nur gut gemeint.
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Wichtige Ereignisse im Dezember 1965

1. Dezember
BRD/Sowjetunion 1965 – Das Auswärtige Amt in Bonn hatte bei der Sowjetischen Botschaft scharf protestiert gegen den Artikel in der Moskauer Regierungszeitung „Prawda“ vom 17. November. Darin war der Bundespräsident Heinrich Lübke beschuldigt worden, dass er die Nazi-Diktatur durch seine Arbeit in der Rüstungswirtschaft gestützt habe und zum Tod von KZ-Häftlingen beigetragen hatte.
1. Dezember
USA 1965 – In den USA war ein neues Einwanderungsgesetz in Kraft getreten. Es berücksichtigte besonders die Familienzusammenführung.
1. Dezember
Südafrika 1965 – Anlässlich des fünften Jahrestages des Austritts aus dem Commonwealth hatte der südafrikanische Städtebauminister Pieter Willem Botha alle weißen Paare des Landes zur Zeugung eines Kindes aufgefordert.
2. Dezember
BRD 1965 – Eine viertägige Bundestagsdebatte über die Regierungserklärung von Bundeskanzler Ludwig Erhard war im Parlament in Bonn zu Ende gegangen.
2. Dezember
Marokko/BRD 1965 – König Hassan II. von Marokko hatte seinen viertägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland beendet.
2. Dezember
USA/Kuba 1965 – In Miami (US-Bundesstaat Florida) war die erste Maschine der „Luftbrücke Exil“ eingetroffen. Über diese Luftbrücke sollten mehr als 100.000 Kubaner in die USA umgesiedelt werden. Der kubanische Regierungschef Fidel Castro hatte der Exilierung zugestimmt in einem Abkommen mit den USA vom 6. November 1965, damit die Familienangehörigen mit ihren Verwandten in den USA zusammengeführt werden konnten.
3. Dezember
DDR 1965 – Aus Verzweiflung über die Konditionen eines Wirtschaftsvertrages mit der Sowjetunion hatte der stellvertretende Ministerratsvorsitzende der DDR, Erich Apel, Selbstmord begangen. Eine Stunde später war der Termin für die Unterzeichnung des Handelsabkommens festgesetzt gewesen. Das anstehende Abkommen hatte den Austausch von sowjetischen Rohstofflieferungen gegen Fertigprodukte der DDR-Industrie bis 1970 mit einem Volumen von 60 Milliarden Mark beinhaltet.
3. Dezember
NATO/Niederlande 1965 – Das Projekt der integrierten Atomstreitmacht der NATO, demzufolge alle NATO-Staaten Verfügungsgewalt über atomare Waffen erhalten sollten, hatte die niederländische Regierung als Deckmantel für den Versuch einer atomaren Bewaffnung der Bundesrepublik abgelehnt.
3. Dezember
Afrika 1965 – Die Organisation für Afrikanische Einheit (OUA) hatte bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba den Abbruch der diplomatischen Beziehungen aller Mitgliedsstaaten zu Großbritannien beschlossen für den Fall, dass die britische Regierung den Versuch zum Aufbau eines von Weißen beherrschten Staates in Rhodesien (heute Simbabwe) nicht niederschlagen würde.
3. Dezember
BRD 1965 – Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hatte die größte bundesdeutsche Fernsehzeitschrift „Hörzu“ den Fernsehpreis „Goldene Kamera“ gestiftet.
4. Dezember
BRD 1965 – Die Bundesregierung war vom Sachverständigenrat für die Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Rat der fünf Weisen“) für ihre Untätigkeit im Kampf gegen den Preisauftrieb gerügt worden.
4. Dezember
BRD/Bayern 1965 – Das Parteiorgan der CSU, der „Bayernkurier“, hatte Wissenschaftler und Künstler wegen ihres Protestes gegen die US-amerikanische Vietnam-Politik angegriffen.
4. Dezember
Großbritannien/Spanien 1965 – Die spanische Regierung hatte eine Denkschrift veröffentlicht, in der sie Großbritannien für die Anerkennung der spanischen Souveränität über Gibraltar die freie Benutzung des Stützpunktes und die Entwicklung der Infrastruktur im Hinterland anbot. Dies war die Antwort auf das Weißbuch Großbritanniens vom Mai des Jahres über die britischen Rechte an Gibraltar gewesen.
5. Dezember
BRD 1965 – Nach 20-jährigem Bestehen hatte sich die rechtsradikale Deutsche Reichspartei (CRP) bei einer Parteiversammlung von nur 80 Delegierten aufgelöst.
5. Dezember
USA/Sowjetunion 1965 – Die USA und die
UdSSR hatten ihre Bereitschaft zu Verhandlungen über einen „Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen“ („Atomwaffensperrvertrag“) erklärt. Die USA waren damit von dem bislang verfolgten Konzept einer integrierten Streitmacht der Atlantischen Verteidigungsgemeinschaft (NATO) abgerückt.
5. Dezember
BRD 1965 – Der Berliner Regisseur Peter Lilienthal war von der Deutschen Akademie der darstellenden Künste in Frankfurt am Main mit dem Fernsehpreis 1965 für sein Fernsehspiel „Seraphine oder die wundersame Geschichte der Tanta Flo“ ausgezeichnet worden. In der Begründung hatte es geheißen, dass Lilienthal die ästhetischen Möglichkeiten des Fernsehens vorbildlich ausschöpfen würde.
5. Dezember
DDR 1965 – Der DDR-Liedermacher Wolf Biermann war vom Zentralorgan des SED in der DDR, „Neues Deutschland“, des Anachronismus in seinem Lyrik-Band „Die Drahtharfe“ beschuldigt worden. Der Lyrik-Band war im Oktober im West-Berliner Wagenbach-Verlag erschienen. Biermann hatte darin auch systemkritische Texte vorgestellt. Die DDR-Tageszeitung hatte mit ihrem Angriff gegen Biermann alle Literaten vor der Verletzung der parteioffizielle „sozialistische“ Literaturdoktrin gewarnt.
6. Dezember
Norwegen/BRD 1965 – Ein Starfighter der Bundesluftwaffe war bei der norwegischen Stadt Narwik abgestürzt.
6. Dezember
BRD/DDR 1965 – Mehr als ein Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung hatte Feststellungen des Institutes für angewandte Sozialwissenschaft in Bad Godesberg zufolge Postkontakt zu Verwandten und Bekannten in der DDR.
7. Dezember
Niederlande 1965 – Durch ein Sondergesetz hatte der niederländische Senat die Eheschließung der niederländischen Kronprinzessin Beatrix Wilhelmina Armgard mit dem deutschen Diplomaten Claus von Amsberg gebilligt. An den Bräutigam wurde somit die Verleihung der niederländischen Staatsbürgerschaft möglich.
7. Dezember
Uruguay 1965 – Wegen wachsender Unruhen und Demonstrationen der Arbeiterschaft gegen die wirtschaftliche Lage hatte die Regierung Uruguays den Ausnahmezustand verhängt. Sie hatte damit die verfassungsmäßig garantierten Bürgerrechte außer Kraft gesetzt.
7. Dezember
UdSSR 1965 – Der Oberste Sowjet der UdSSR hatte eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben um 640 Milliarden Rubel (2,8 Milliarden DM) und eine erhebliche Kürzung der wirtschaftlichen Planziele beschlossen.
7. Dezember
Sport 1965 – In Stuttgart hatten Vertreter der Sportpresse aus 31 Ländern den australischen Leichtathleten Ron Clarke zum Sportler des Jahres gewählt.
8. Dezember
Vatikan 1965 – Vor 2.400 Konzilsvätern hatte Papst Paul VI. am Tag der unbefleckten Empfängnis Marias das II. Vatikanischen Konzil beendet.
8. Dezember
Indien 1965 – Mit der Austeilung der ersten 3 Millionen Lebensmittelkarten für Reis, Weizen und Zucker hatte in der indischen Hauptstadt Delhi die Zwangsbewirtschaft der Grundnahrungsmittel. Damit sollte einer drohenden Hungersnot begegnet werden.
8. Dezember
BRD/Wissenschaft 1965 – Wissenschaftlern des deutschen Elektronen-Synchrotons (DESY) in Hamburg war ein Nachweis von Anti-Materie in Lichtstrahlen gelungen.
8. Dezember
West-Berlin 1965 – Da ab 1966 mit Preiserhöhungen zwischen 30 und 50 Prozent zu rechnen war, hatte die West-Berliner Bevölkerung Hamsterkäufe von Spirituosen getätigt.
9. Dezember
Sowjetunion 1965 – Nach dem Rücktritt von Anastas I. Mikojan hatte der Oberste Sowjet Nicolai W. Podgorny zum Vorsitzenden des Präsidiums gewählt.
9. Dezember
Europa 1965 – Über Westeuropa hatte ein Orkan schwere Schäden verursacht. Auf dem Brocken war eine Höchstgeschwindigkeit mit 205 km/h gemessen worden.
10. Dezember
BRD 1965 – Für das Jahr 1966 hatte das Bundeskabinett in Bonn die Einberufung von etwa 100.000 Reservisten der Bundeswehr beschlossen. Die Zahl der freiwilligen Meldungen hatten den Bedarf nicht gedeckt. Von den 8384 Reservisten, die sich freiwillig gemeldet hatten, waren nur 5.000 verwendungsfähig.
10. Dezember
BRD 1965 – Der teilprivatisierte VEBA-Konzern hatte für das Geschäftsjahr 1964/65, das am 30. September endete, eine Dividende von 10,5 Prozent beschlossen. Für die VEBA-Volksaktien hatte sich damit eine Auszahlung von 2,60 DM pro Aktie ergeben.
10. Dezember
BRD 1965 – Mit großer Mehrheit hatte die Hauptversammlung der Aktionäre des Bochumer Vereins Gussstahlfabrikation die Fusion mit der Friedrich-Krupp-Hüttenwerke AG in Rheinhausen gebilligt.
11. Dezember
NATO 1965 – Zum ersten Mal war mit Joachim Jaenicke ein Deutscher zum Stellvertretenden Generalsekretär des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) gewählt worden.
12. Dezember
UNO 1965 – Nach Auskunft des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen hatten 600 Millionen Kinder in aller Welt unter dem Existenzminimum gelebt. Mehr als 16 Millionen Säuglinge starben vor ihrem ersten Geburtstag pro Jahr.
12. Dezember
DDR 1965 – Unter missbräuchlicher Benutzung von US-Militäruniformen hatten drei Bundesbürger die Republikflucht für drei DDR-Bürger ermöglicht. Vertreter der Westmächte hatten in den Folgetagen den Protest der DDR gebilligt und hatten auf die Strafverfolgung der Fluchthelfer gedrungen.
13. Dezember
USA 1965 – Der US-amerikanische Gewerkschaftsbund American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations (AFL/CIO) hatte alle Mitgliedsgewerkschaften zur sofortigen Beseitigung aller Rassenschranken in der Gewerkschaftsbewegung aufgefordert. Er hatte zudem von der Regierung in Washington die Gewährleistung der Rassengleichheit in den Schulen verlangt.
13. Dezember
BRD/Justiz 1965 – Wegen Mordes an einem Taxifahrer hatte vor dem Bonner Landgericht der Prozess gegen den 24-jährigen Berliner Manfred Tragert begonnen.
13. Dezember
USA 1965 – Der Sonderberater von US-Präsident Lyndon B. Johnson, General Maxwell D. Taylor, hatte die Intensivierung des Landkrieges gegen die Vietcong-Truppen und die Verstärkung der Luftangriffe auf Nordvietnam gefordert. Die Kontrolle des Geländes aus der Luft und zu Lande könnte nur durch die Entscheidung in der militärischen Auseinandersetzung herbeigeführt werden.
14. Dezember
BRD/Justiz 1965 – Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte entschieden, dass ein konfessionsloser erwerbstätiger Ehepartner nicht verpflichtet war, Kirchensteuer zu zahlen für seinen konfessionell gebundenen erwerbslosen Ehepartner.
14. Dezember
BRD/Justiz 1965 – In Frankfurt am Main hatte der zweite sogenannte Auschwitz-Prozess gegen drei ehemalige SS-Funktionäre begonnen, die des mehrfachen Mordes angeklagt waren.
14. Dezember
Indonesien 1965 – Bei Zusammenstößen von Kommunisten und antikommunistischen, religiösen Gruppen waren auf der indonesischen Insel Bali mehr als 1.000 Kommunisten getötet worden.
14. Dezember
BRD 1965 – In der Bundesrepublik hatte die Illustrierte „Stern“ die organisatorische Patenschaft für den Wissenschaftswettbewerb „Jugend forscht“ übernommen.
15. Dezember
Großbritannien/Irland 1965 – Die Regierungen Großbritanniens und der Republik Irland hatten ein Abkommen über die Bildung einer Freihandelszone unterzeichnet. Darin entfielen britische Einfuhrzölle für irische Waren sofort, irische Einfuhrzölle für britische Waren gestaffelt innerhalb von zehn Jahren. Das Abkommen sollte den Handel zwischen den beiden Staaten fördern.
15. Dezember
USA 1965 – Wenn dadurch die Kriegsdauer verkürzt werden könnte, hatten sich 34 Prozent der US-Amerikaner für einen Atomwaffeneinsatz in Vietnam ausgesprochen. Das hatte eine Umfrage der US-amerikanische Rundfunkgesellschaft CBS ergeben.
15. Dezember
Niederlande 1965 – In den Niederlanden hatte Königin Juliana die mehr als fünf Kilometer lange Zeeland-Brücke über die Oosterschelde eröffnet, die die längste Brücke des Landes ist.
15. Dezember
Wissenschaft 1965 – Der französische Astronom Audouin Dollfus hatte den inneren Saturnmond Janus entdeckt.
15. Dezember
Raumfahrt 1965 – Den USA war mit dem „Rendezvous-Flug“ der Raumschiffe „Gemini VI“ und „Gemini VII“ ein spektakulärer Erfolg gelungen. An Bord der „Gemini 6A“ hatten sich Walter Schirra und Tom Stafford befunden. Wenige Stunden nach dem Start war das erste Treffen zweier bemannter Raumschiffe im Weltraum erfolgte. Die „Gemini VII“ befand sich seit dem 4. Dezember im All.
16. Dezember
NATO/Vietnamkrieg 1965 – In der französischen Hauptstadt Paris war eine dreitägige Konferenz der Verteidigungsminister der NATO-Staaten zu Ende gegangen. Die USA hatten von den europäischen Verbündeten Unterstützung für ihre Kriegsführung in Vietnam gefordert.
16. Dezember
Tonga 1965 – Staatsoberhaupt des ozeanischen Landes Tonga wurde König Taufa'ahau Tupou IV..
16. Dezember
DDR/Literatur 1965 – Das Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei (SED) der DDR, Erich Honecker, hatte den jungen Schriftstellern des Landes eine unsozialistische Haltung vorgeworfen. Ihre Orientierung an Themen wie Sexualität und Gewalt sei zu stark.
16. Dezember
USA 1965 – Bei einem Kongress in San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte sich die wichtigste US-amerikanische Gewerkschaftsorganisation AFL/CIO mit einer Resolution hinter die Vietnam-Politik des Präsidenten Lyndon B. Johnson gestellt.
17. Dezember
Film 1965 – Der James-Bond-Film „Feuerball“ mit Sean Connery in der Titelrolle war in 110 bundesdeutschen Kinos angelaufen.
17. Dezember
Reitsport 1965 – Der Galopper „Kronzeuge“ aus dem Gestüt Zoppenbroich war in Köln zum Pferd des Jahres gewählt worden.
17. Dezember
USA/Vietnamkrieg 1965 – Die Zahl der in Vietnam getöteten Soldaten war von den USA für die ersten elf Monate des Jahres mit 35.500 bei den Vietcong-Truppen, mit 10.000 bei den südvietnamesischen Verbänden und mit 1.100 Mann der eigenen Armee beziffert worden.
18. Dezember
BRD 1965 – In der Vorweihnachtszeit hatte die Deutsche Bundesbahn 177 Sonderzüge eingesetzt. Sie sollten in vier Einsätzen insgesamt 390.000 Gastarbeiter in ihre südlichen Heimatländer bringen.
19. Dezember
Frankreich 1965 – Mit 55,19 Prozent der Stimmen war in Frankreich General Charles de Gaulle im zweiten Wahlgang erneut zum Staatspräsidenten des Landes gewählt worden. Zum zweiten Mal hatte er das Amt für weitere sieben Jahre inne.
19. Dezember
BRD 1965 – Vizekanzler Erich Mende (FDP) hatte für die Wiederzulassung der 1956 verbotenen Kommunistischen Partei in der BRD plädiert, vorausgesetzt, das „Zonen-Regime“ würde entsprechende Gegenleistungen für die demokratische Entwicklung in seinem Herrschaftsbereich anbieten. Ausgeschlossen sei allerdings eine staatliche Anerkennung des sowjetzonalen Gebietes durch die BRD.
19. Dezember
BRD 1965 – In seinem Jahresgutachten hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die stark überhöhten Ausgaben der öffentlichen Hand in der BRD und die über den Produktivitätsfortschritt hinausgehenden Lohnerhöhungen der Tarifpartner kritisiert.
20. Dezember
USA/BRD 1965 – Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) war zu zweitägigen Gesprächen mit der US-Regierung nach Washington gereist. Präsident Lyndon B. Johnson hatte das deutsche Verlangen nach stärkerer Beteiligung an der gemeinsamen Nuklearstrategie abgelehnt.
20. Dezember
BRD/DDR 1965 – In einem „Spiegel“-Artikel hatte der DDR-Wissenschaftler Rudolf Havemann den Aufbau einer neuen Kommunistischen Partei in der BRD ohne stalinistische Orientierung gefordert. Havemann hatte damit indirekt Kritik an der Staatsführung der DDR geübt.
21. Dezember
BRD 1965 – Der Altbundeskanzler und CDU-Vorsitzende, Konrad Adenauer, hatte seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt.
21. Dezember
USA 1965 – Die Polizei hatte in Columbus (US-Bundesstaat Georgia) reines Heroin im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar (400 Millionen DM) beschlagnahmt.
21. Dezember
DDR 1965 – Von der Volkskammer der DDR war ein neues Familiengesetzbuch verabschiedet worden. Darin war unter anderem das Schuldprinzip bei Scheidungen abgeschafft worden. Das gleichzeitig wesentlich erleichterte Scheidungsverfahren hatte im Grundsatz nur noch die Willenserklärung eines Ehepartners verlangt.
22. Dezember
DDR 1965 – Vom Ministerrat der DDR war ein Gesetz über die Einführung der Fünf-Tage-Woche in jeder zweiten Woche und über die Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 48 auf 45 Stunden für die 3 Millionen Arbeitskräfte beschlossen worden. Zugleich hatte der Ministerrat den Volkswirtschaftsrat aufgelöst und neun neue Industrieministerien eingerichtet.
22. Dezember
Fußball 1965 – In der DDR wurde der 1. FC Magdeburg gegründet.
22. Dezember
Film 1965 – In New York hatte der Film „Doktor Schiwago“ mit Omar Sharif in der Titelrolle seine Uraufführung.
22. Dezember
Westafrika 1965 – In dem westafrikanischen Staat Dahomé hatte die Armee unter Führung von General Christophe Soglo nach einem unblutigen Staatsstreich die Macht im Land übernommen. Das Parlament war aufgelöst und die Parteien verboten worden.
23. Dezember
BRD 1965 – Bundespräsident Heinrich Lübke hatte sich für eine zeitlich begrenzte große Regierungskoalition zwischen der CDU/CSU und der SPD ausgesprochen.
23. Dezember
ČSSR 1965 – Einer Mitteilung der tschechoslowakischen Regierung zufolge sollten die Grenzschutzanlagen zwischen der DDR und der ČSSR abgebaut werden. Wegen der geschlossenen Grenze zwischen der BRD und der DDR musste die Einschleusung westlicher Agenten nicht mehr befürchtet werden.
23. Dezember
BRD 1965 – Durch einen „wandernden Berg“ waren in der Gemeinde Körprich bei Saarlouis 20 Wohnhäuser bedroht. Auf einer Breit von 400 Metern hatten sich Erdmassen vom Ausläufer des Boxberges auf die Häuser zubewegt, die wegen Spannungen im Erdreich bereits breite Risse vorwiesen.
24. Dezember
USA/Vietnam 1965 – Die Führung der US-amerikanischen Truppen in Vietnam hatte dem Waffenstillstandsangebot der Vietcong am Weihnachtsabend zugestimmt. Von 18:00 Uhr bis zum 25. Dezember, 24:00 Uhr war eine Feuerpause vereinbart worden.
25. Dezember
Vatikan 1965 – In mehreren Weihnachtsbotschaften hatte Papst Paul VI. die Regierungen der USA, Nordvietnams, Südvietnams, Chinas und der UdSSR zu einem Abbruch der Feindseligkeiten und zu Bemühungen um einen gerechten Frieden aufgefordert.
25. Dezember
Film 1965 – Der britische Spielfilm „Meine Lieder, meine Träume“ von Robert Wise mit Julie Andrews und Christopher Plummer hatte seine deutsche Uraufführung. Der Film war 1965 mit fünf Oscars ausgezeichnet worden.
26. Dezember
Boxen 1965 – Der 28-jährige Dortmunder Willi Quator hatte im Berliner Sportpalast (West-Berlin) den spanischen Box-Europameister im Superleichtgewicht, Juan „Sombrito“ Albornoz in 15 Runden nach Punkten besiegt und war damit neuer Titelträger geworden.
26. Dezember
BRD 1965 – Bundesfinanzminister Rolf Dahlgrün hatte die seiner Meinung nach überzogene staatliche Sparförderung kritisiert und die Einführung von Einkommensgrenzen angekündigt. Ziel der Maßnahme war die Entlastung des Bundeshaushaltes.
26. Dezember
DDR/BRD 1965 – Der 27-jährige ehemalige DDR-Bürger Heinz Schönhuber war beim Versuch, am Ost-Berliner Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße DDR-Bürgern zur Flucht zu verhelfen, von Grenzposten der DDR erschossen worden. Der Vorfall hatte heftige Proteste der Westmächte hervorgerufen.
27. Dezember
BRD/DDR 1965 – Angesichts der weihnachtlichen Grenzzwischenfälle hatte der Sonderbeauftragte des Bundeskanzlers für West-Berlin, Ernst Lemmer, von der DDR die Zurücknahme des Schießbefehls gefordert.
27. Dezember
BRD/USA 1965 – Um den Abzug von US-amerikanischen Truppen aus der Bundesrepublik nach Vietnam zu verhindern, hatte Bundeskanzler Ludwig Erhard den USA nichtmilitärische Hilfe im Vietnam-Konflikt zugesagt.
28. Dezember
Fußball 1965 – In der DDR war der F. C. Hansa Rostock gegründet worden.
28. Dezember
BRD 1965 – Trotz umfangreicher Stützungskäufe durch die Bundesbank war die VEBA-Volksaktie stark gefallen. Sie hatte mit 189,5 einen neuen Tiefstand erreicht. Die Aktie hatte damit 20,5 Punkte unter ihrem Ausgabekurs von 210 gelegen. Bankensprecher erwarteten ein weiteres Fallen der Aktie. Zahlreiche unerfahrene Kleinaktionäre sahen im Rückgang einen Betrug. Die Bundesregierung hatte zu Nervenstärke aufgerufen, weil der Aktienbesitz künftigen Wohlstand verheißen würde.
29. Dezember
BRD 1965 – Da immer wieder Besucher aus der DDR ungewollt in „verfolgungswürdige“ Situationen gerieten, hatte Bundesjustizminister Richard Jaeger eine Milderung des Verfolgungszwanges bei Staatsschutzdelikten angekündigt.
29. Dezember
BRD 1965 – Wegen der hohen Zahl von Abstürzen der F 104 G („Starfighter“) hatte das Bundesverteidigungsministerium die Anschaffung von 130 reinen Abfangjägern des Typs F 104 S angekündigt. Diese waren angeblich wegen ihres geringeren Gewichts nicht so hohem Maße absturzgefährdet.
30. Dezember
Philippinen 1965 – Der Vorsitzende der Nationalistischen Partei, Ferdinando Marcos, war als Staatspräsident der Philippinen vereidigt worden.
31. Dezember
Europa 1965 – Die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) hatte die Binnenzölle auf Industrieerzeugnisse um weitere 10 Prozent auf 20 Prozent der Ausgangsposition von 1960 (Jahr der EFTA-Gründung) gesenkt. Sie hatte sich damit dem Ziel einer europäischen Freihandelszone um einen weiteren Schritt genähert.
31. Dezember
Zentralafrikanische Republik 1965 – In der Zentralafrikanischen Republik hatte das Militär die Macht im Land übernommen. Staatspräsident wurde der Generalstabschef der Armee, Oberst Jean Bedel Bokassa.
31. Dezember
Spanien 1965 – Die spanische Gesetzgebende Versammlung hatte eine Regierungsvorlage genehmigt, die seit der Machtübernahme durch General Francisco Franco Bahamonde 1939 ein eingeschränktes Streikrecht anerkannte. Allerdings hatte sich die Regierung das Recht auf Unterdrückung von Streiks mit politischen Motiven vorbehalten.
Dezember 1965 in den Nachrichten
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