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Filmjahr 1949 – „Der dritte Mann“ wurde zum Klassiker

Das Jahr 1949 war gekennzeichnet von der Spaltung Deutschlands in eine Bundesrepublik Deutschland und im Oktober folgte die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), der allerdings die Anerkennung des Westens lange versagt blieb.
Das Filmjahr 1949 hatte einen echten Knaller hervorgebracht – „Der dritte Mann“ („The Third Man“). Dieser britische Schwarzweiß-Film entstand unter der Regie von Carol Reed (1906-1976) und ging als eine der besten britischen Filme des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein. Das Originaldrehbuch schrieb der Graham Greene (1904-1991). Die Hauptfigur des Films ist ein US-amerikanischer Autor, der wegen eines Jobangebotes seine Freundes Harry Lime in das Nachkriegs-Wien zieht und in kriminelle Machenschaften hineingezogen wird. Die Rolle des Harry Lime wird von Orson Welles (1915-1985) verkörpert. Nicht zuletzt das musikalische
Thema des Films machte ihn so bekannt. Das auf der Zither gespielte „Harry-Lime-Thema“ wurde ein internationaler Bestseller. Es stammte von dem österreichischen Zither-Spieler Anton Karas (1906-1985), den der Regisseur in einer Gaststätte spielen gehört hatte. Diese Filmmusik gibt das Wiener Lokalkolorit auf faszinierende Weise wieder. Im Zusammenspiel mit den expressionistischen Kameraperspektiven, der Darstellung und der finalen Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation ist dieser Film einer der berühmtesten Klassiker der Nachkriegszeit geworden. Die Dreharbeiten zu diesem Film hatten im Oktober 1948 in Wien begonnen und dauerten sieben Wochen. Die Uraufführung erlebte der Film am 31. August 1949 in London. In New York wurde er am 2. Februar 1950 uraufgeführt und in die westdeutschen Kinos kam „Der dritte Mann“ am 6. Januar 1950.
Die DEFA produzierte im Jahr 1949 unter anderem den Film „Die Buntkarierten“, den Kurt Maetzig (1911-2012) nach einem Hörspiel von Berta Waterstradt (1907-1990) inszenierte. Maetzig wurde einer der DDR-Regisseure, die das Filmgeschehen in der DDR maßgeblich mitprägte. Heute gilt der Film „Die Buntkarierten“ zu den großen Klassikern der DEFA-Geschichte der ersten Nachkriegsjahre.
In Frankreich schuf Jean Cocteau (1889-1963) den Kinofilm „Orpheus“, der auf der antiken Sage von Orpheus und Eurydike basiert. Die Titelrolle wurde von Jean Marais (1913-1998) gespielt. Der Film ist eine Überarbeitung des Einakters, den Cocteau 1925 verfasst hatte. In einer ihrer ersten wichtigen Filmrollen ist in „Orpheus“ die junge Chansonsängerin Juliette
Gréco (*1927) als Agloinice, die Anführerin der Bacchantinnen zu sehen. Der Film wurde vom 12. September 1949 bis zum 16. November 1949 gedreht und erlebte seine Uraufführung im März des Folgejahres im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes. Im September 1950 lief „Orpheus“ dann in ganz Frankreich an und im Oktober 1950 kam er in die deutschen Kinos.

Die 21. Oscarverleihung
Die Verleihung der „21st Annual Academy Awards“ wurde in Los Angeles am 24. März erstmals im AMPAS Theater verliehen. Die Moderation Oscar-Vergabe für das Vorjahr 1948 hatte der Schauspieler Robert Montgomery übernommen.
„Bester Film“ des Jahres wurde Reginald Becks und Laurence Oliviers „Hamlet“. Für die „Beste Regie“ wurde John Huston für „Der Schatz der Sierra Madre“ („The Treasure of the Sierra Madre“) ausgezeichnet. „Bester Hauptdarsteller“ wurde Laurence Olivier für die Rolle im Film „Hamlet“, in dem er auch Regie geführt hatte. Als „Beste Hauptdarstellerin“ erwies sich Jane Wyman für ihre Rolle in „Schweigende Lippen“ („Johnny Belinda“).
Der Produzent Walter Wagner erhielt den Ehrenoscar für den Film „Johanna von Orleans“. Ein weiterer Ehrenoscar ging an „Monsieur Vincent“ als bester fremdsprachiger Film.
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