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Chronik Oktober 1935 - Abessinienkrieg und Veränderungen im Deutschen Reich

Oktober 1935
Zu Beginn des Monats waren italienische Truppen von Eritrea und Somalia aus nach Abessinien vorgedrungen. Damit hatte der Abessinienkrieg begonnen. Im Verlauf des Monats hatte daraufhin der Völkerbund Sanktionen gegen Italien beschlossen. Derweil befasste man sich im Deutschen Reich mit der Verknappung der Lebensmittel. Bei Butter, Margarine und Schweinefleisch sei die Situation noch „erträglich“. Darauf hatte Propagandaminister Joseph Goebbels bei einer Rede in Halle über Versorgungsengpässe hingewiesen. Außerdem betonte er, dass Geld für dringend benötigte Rohstoffimporte gespart werden müsste durch geringere Lebensmittelimporte. Der staatliche verordnete Eintopf-Sonntag wurde erstmals landesweit durchgeführt. Einzig über das Angebot an seichten Unterhaltungsfilmen konnte sich niemand beklagen.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1935

Oktober 1935

1. Oktober
Deutsches Reich/Köln 1935 – Im Kölner Rathaus hatte Oberbürgermeister Günter Riesen in einem Festakt die Stadt zur „Hansestadt“ proklamiert. Die Bezeichnung sollte an den Export „deutscher Art, deutscher Sprache und deutscher Kultur“ durch die mittelalterliche Handelsvereinigung erinnern.
1. Oktober
Deutsches Reich/USA 1935 – Die deutsche Luftfahrtzeugbaugesellschaft in Speyer hatte einen Auftrag zum Bau von zehn Reklameluftschiffen aus den USA erhalten. Auf beiden Seiten des Luftschiffes sollten Beleuchtungsanlagen mit 15.000 Lampen angebracht werden, die in der Dunkelheit Reklamesprüche ausstrahlen konnten.
1. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Bezeichnung „Sprecher der Jugend“ war in den Titel „Betriebsjugendwalter“ umgeändert worden.
1. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Sportpflicht aller Studenten war mit dem heutigen Tag obligatorisch geworden.
1. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Leipziger Staackmann Verlag war der Roman „Am 6. Oktober“ von Jules Romains erschienen.
1. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Preußen waren bisher 1.350 Buchtitel verboten worden. Die Liste der Verbote der Reichsschrifttumskammer umfasste sogar 3.600 Einzeltitel und 565 Gesamtverbote von Autoren. Zu ihnen gehörten u. a. Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Ernst Toller, Arthur Schnitzler, Arnold Zweig, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Anna Seghers, Heinrich Heine.
1. Oktober
Deutsches Reich/Musik 1935 – Am Schauspielhaus Breslau (heute Wrocław in Polen) war die Operette „Glück muss man haben“ von Anton Profes uraufgeführt worden.
1. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – An den Leipziger Panorama-Künstlerspielen hatte die Posse „Frischer Wind aus Bayern“ von Carl Bretschneider und Rudi Gfaller ihre Uraufführung.
1. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die „Bergwerkszeitung“ hatte auf ihrer Titelseite „Vorwärts, Deutschland braucht das Fernsehen!“ gefordert.
2. Oktober
Bulgarien 1935 – Die bulgarische Regierung in Sofia hatte nach einem gescheiterten Armeeputsch gegen das Regime von König Boris III. den Ausnahmezustand über das Land verhängt.
2. Oktober
Italien/Abessinien 1935 – Der italienische Angriff auf Abessinien hatte begonnen. Italienische Truppen waren von Eritrea und Somalia aus nach Abessinien eingerückt.
2. Oktober
Hannover 1935 – An den Städtischen Bühnen Hannover war das Schauspiel „Erde“ von Rudolf Ahlers uraufgeführt worden.
2. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Verlag Gräfe und Unzer in Königsberg war das Trakehnen-Buch „Das Heiligtum der Pferde“ von Rudolf G. Binding erschienen.
2. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der 1934 verstorbene ehemalige Reichspräsident Paul von Beneckendorff und von Hindenburg war in Anwesenheit von Reichsführer Adolf Hitler in das neugestaltete „Reichsehrenmal“ Tannenberg in Hohenstein in Ostpreußen umgebettet worden. Hitler nannte das Denkmal ein „Wahrzeichen deutscher Opferwilligkeit“. Die 8. deutsche Armee unter Leitung Hindenburgs hatte im August 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, russische Truppen bei Tannenberg geschlagen.
3. Oktober
USA 1935 – Im New Yorker Stadtteil Harlem hatte die Polizei 500 schwarze Demonstranten, die teilweise gewalttätig gegen den italienischen Einmarsch in Abessinien protestiert hatten, verhaftet. In einer Volksschule im Stadtteil Brooklyn war es zu stundenlangen Schlägereien zwischen italienischen und schwarzen Kindern sowie deren Eltern gekommen.
3. Oktober
Sowjetunion 1935 – In der sowjetischen Hauptstadt Moskau hatte die sogenannte Brüsseler Konferenz der im Exil agierenden Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) begonnen.
3. Oktober
Frankreich 1935 – In Paris war im Grand Palais auf dem Champs Elysée der Internationale Pariser Autosalon eröffnet worden. Der Firmenchef des größten französischen Autoherstellers, Louis Renault, hatte bei dieser Gelegenheit den im Gegensatz zum Deutschen Reich und den USA rückläufigen Absatz in Frankreich beklagt.
3. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte vor den Arbeitern der Schichau-Werft in Elbing gesprochen und anschließend die Marienburg an der Nogat besichtigt. Am Abend hatte er vor dem Führerkorps der NSDAP in der Königsberger Stadthalle gesprochen.
3. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Autobahn-Teilstrecke Darmstadt-Mannheim-Heidelberg war um 11 Uhr für den Verkehr freigegeben worden.
3. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In der Konsequenz des Gesetzes vom 24. September 1935 war ein Reichskirchenausschuss eingesetzt worden. In der Folgezeit hatte die Bekennende Kirche gegen die Staatskirchentendenz vielstimmig gewehrt.
3. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Kösener S. C. hatte seine Selbstauflösung beschlossen.
3. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Berliner Verlag Klinkhardt und Biermann war „Luthers Kampfschriften gegen das Judentum“ von Walther Linden erschienen. Der Gedichtband „Der irdische Tag“ von Georg Britting war bei Langen/Müller herausgegeben worden.
4. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der NSDAP-Politiker und Herausgeber des antisemitischen Wochenblatts „Der Stürmer“, hatte in einer Rede vor dem vollbesetzten Berliner Sportpalast „die Juden“ für den italienisch-abessinischen Krieg verantwortlich gemacht.
4. Oktober
Berlin/Film 1935 – In Berlin war der deutsche Film „Der grüne Domino“ zur Uraufführung gelangt. Die Hauptrollen wurden von Brigitte Horney und Karl Ludwig Diehl gespielt. Der Film war unter der Regie von Herbert Selpin entstanden.
4. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Herne (Ruhrgebiet) waren bei zwei aufeinanderfolgenden Schlagwetterexplosionen in der Zeche „Mont Cenis“ sieben Menschen ums Leben gekommen.
4. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Propagandaminister Joseph Goebbels hatte sich bei einer Rede in Halle mit den Versorgungsengpässen im Deutschen Reich befasst. Die Verknappungen bei Butter, Margarine und Schweinefleisch seien „immerhin noch erträglich“. Es werde Geld für dringend benötigte Rohstoffimporte gespart durch geringere Lebensmittelimporte.
4. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der NSDAP-Politiker Joachim von Ribbentrop war zu einem Jagdbesuch nach Polen gereist.
4. Oktober
Berlin/Theater 1935 – Am Staatstheater Berlin war die Komödie „Himmel auf Erden“ von Jochen Huth uraufgeführt worden.
4. Oktober
Dresden/Theater 1935 – Am Staatstheater Dresden war die Tragödie „Heinrich VI“ von Curt Langenbeck zur Uraufführung gelangt.
4. Oktober
Deutsches Reich/Film 1935 – Der Film „Die ganze Welt dreht sich um Liebe“ war in Dresden uraufgeführt worden. In den Hauptrollen war u. a. Martha Eggerth, Rolf Wanka, Leo Slezak, Ida Wüst, Hans Moser, Alfred Neugebauer und Annie Rosar zu sehen. Die Regie hat Viktor Tourjansky gehabt. Die Musik war von Franz Lehár und Willy Schmidt-Gentner komponiert worden.
4. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Im Verlag Butzon und Becker, Kevelaer war der Roman „Das tausendjährige Reich“ von Franziska Rademaker erschienen. Im Berliner Singer Verlag war das Buch zum Filmerfolg „Der Kraft-Mayr“ von Ernst von Wolzogen herausgegeben worden.
5. Oktober
USA 1935 – Der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt hatte aufgrund des am 31. August verabschiedeten Neutralitätsgesetzes jegliche Waffenexporte aus den USA in die kriegführenden Staaten Italien und Abessinien verboten.
5. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Das Ministerium für Propaganda und Volksaufklärung hatte im Hinblick auf die Unruhe in der deutschen Bevölkerung wegen der Butterknappheit die Presse angewiesen, „etwas zur Niederschlagung der Psychose“ zu tun. Es würden Spekulationen und Hamsterkäufe überhand nehmen.
5. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Kirchenminister Hanns Kerrl hatte zur Durchführung des neuen Kirchengesetzes einen „Reichskirchenausschuss“ gebildet. Dieser konnte Kirchenbeamte ernennen bzw. entlassen.
5. Oktober
Automobilrennsport 1935 – Der Brite Richard Shuttleworth hatte beim Großen Preis von England in Donington Park überraschend auf Alfa Romeo mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 107 km/h gewonnen.
5. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Walter Darré, hatte Herbert Dassler zum Präsidenten der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse ernannt.
5. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der deutsche Journalist und Abgeordnete des Sächsischen Landtags (SPD), der Sohn eines jüdischen Bankiers, Max Sachs, war an den erlittenen Misshandlungen im KZ Sachsenhausen gestorben. Sachs war am 23. September 1883 in Breslau geboren.
5. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Alten Theater Leipzig war das Volksstück „Der Kuckuck fliegt aufs Zirkuszelt“ von A. H. Kober uraufgeführt worden. In Stuttgart war am Staatstheater das Schauspiel „Engel Hiltensperger“ von Georg Schmückle zur Uraufführung gelangt.
5. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Die „Gesammelten Werke“ von Isolde Kurz, ihre Jugenderinnerungen „Von Dazumal“ und das Bekenntnisbuch „Der innere Kreis“, Aufzeichnungen eines Arztes von Albert Schramm waren im Tübinger Wunderlich Verlag erschienen.
6. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Vor einer Million Teilnehmern hatte auf dem Bückeberg bei Hameln die Erntedankkundgebung der deutschen Regierung stattgefunden. Dabei waren auch militärische Vorführungen veranstaltet worden.
6. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Berliner Deutschen Theatern war die Komödie „Augustus Potter“ von Klaus Hermann uraufgeführt worden.
7. Oktober
Frankreich 1935 – In Paris hatte die Gewerkschaft der französischen Dockarbeiter ihre Mitglieder zum Boykott bei der Be- und Entladung italienischer Schiffe in Frankreich aus Protest gegen den Kolonialkrieg in Afrika (Abessinien) aufgerufen.
7. Oktober
USA 1935 – In New York war ein Schutzverband für deutsche Schriftsteller im US-amerikanischen Exil gegründet worden. Der 1933 in die Tschechoslowakei emigrierte Schriftsteller Thomas Mann wurde Ehrenvorsitzer.
7. Oktober
USA 1935 – In der Nähe von Cheyenne (US-Bundesstaat Wyoming) waren alle 12 Insassen beim Absturz eines US-amerikanischen Verkehrsflugzeuges ums Leben gekommen.
7. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Berliner „Reichsdevisenstelle“ hatte angeordnet, dass Deutschen, die ausländische Urkunden für einen Ariernachweis benötigten, zu diesem Zweck bevorzugt Devisen zur Verfügung gestellt bekommen. Im Allgemeinen war es im Deutschen Reich extrem schwierig, ausländisches Geld zu bekommen.
7. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Hauptredner einer HJ-Kundgebung in Frankfurt am Main erklärte in seiner Rede u. a.: „Christus war groß, aber Adolf Hitler ist noch größer.“ Reichsjugendführer Baldur von Schirach hatte eine Woche später (13. Oktober) in Limburg an der Lahn, ebenfalls auf einer HJ-Kundgebung, erklärt: „ Wer Hitler dient, dient Deutschland, wer Deutschland dient, dient Gott.“
7. Oktober
Völkerbund 1935 – Der Völkerbundsrat in Genf (Schweiz) hatte die Anwendung von Sanktionen gegen Italien beschlossen.
7. Oktober
Literatur 1935 – Der Dramatiker Bertolt Brecht verließ sein dänisches Exil und emigrierte in die USA, was er in dem Gedicht „Als der Klassiker...es verließ, weinte Dänemark“ festhielt.
8. Oktober
Großbritannien 1935 – Der ehemalige Arbeitsminister George Lansbury war auf dem Kongress der britischen Labour Party in Brighton vom Parteivorsitz zurückgetreten. Die Nachfolge hatte Clement Richard Attlee übernommen.
8. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Auf starken Druck der NSDAÜ hatte sich die „Deutsche Burschenschaft“, der Dachverband der 110 studentischen Verbindungen, selbst aufgelöst.
8. Oktober
Berlin/Theater 1935 – Am Deutschen Theater Berlin war das Schauspiel „Ein Mann an der Wende“ von Otto Rombach zur Uraufführung gelangt.
8. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Bischof von Meißen, Peter Legge, war wegen Devisenvergehens in Berlin-Moabit inhaftiert worden. Während sein Bruder eine fünfjährige Zuchthausstrafe erhielt und sein Generalvikar eine dreijährige, war der Bischof mit einer Geldstrafe davongekommen. Der Druck der Auslandspresse hatte das Berliner Landgericht am 23. November von den beantragten fünf Jahren Zuchthaus absehen lassen.
8. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Voggenreiter Verlag, Potsdam, war das erste Prosabuch „Die Unverständigen“ von Bernt von Heiseler erschienen.
8. Oktober
Preußen 1935 – Das Buch „Potsdamer Platz“ von Curt Corrinth, das im Müller Verlag München erschienen war (1919), war in Preußen wegen Gefährdung von Sitte und Anstand beschlagnahmt worden.
9. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hatte in der Berliner Kroll-Oper das dritte Winterhilfswerk 1935/36 eröffnet. Neben vielen anderen Firmen und Einrichtungen hatte auch die I. G. Farben eine Million Reichsmark gespendet. Von der Reichsleitung der NSDAP war eine Spende von 500.000 RM eingegangen.
9. Oktober
Niederlande 1935 – Die niederländische Regierung in Den Haat hatte aufgrund einer unmittelbar vorhergegangenen Vollmacht des Parlaments den Export von Benzin verboten. Damit sollte die Versorgung im eigenen Land sichergestellt werden.
9. Oktober
Großbritannien/USA/Film 1935 – In der britischen Hauptstadt London sowie in New York war die US-amerikanische Shakespeare-Verfilmung „Sommernachtstraum“ von Max Reinhardt zur Uraufführung gekommen.
9. Oktober
Berlin 1935 – Die erste Trauung nach dem Ritual der von Arthur Dinter begründeten, nationalsozialistisch orientierten „Deutschen Volkskirche“ war in Berlin vollzogen worden.
10. Oktober
Griechenland 1935 – In Athen war die griechische Regierung unter Ministerpräsident Panajotis Tsaldáris unter dem Druck des Militärs zurückgetreten. Nachfolger von Tsaldáris wurde der bisherige Kriegsminister Georg Kondylis. Das Parlament hatte daraufhin das republikanische Regime zugunsten der monarchischen Verfassung von 1911 außer Kraft gesetzt.
10. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Durch einen Wirbelsturm war der 1934 erbaute 165 Meter hohe Funkturm in Langenberg (Rheinland) zerstört worden.
10. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Den 13. Oktober, den 10. November, den 12. Januar 1936, den 9. Februar 1936 und den 8. März 1936 hatte der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda zu Eintopftagen bestimmt.
10. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Stadttheater Mainz war das Schauspiel „Kampf um Afrika“ von Helmut Vogt zur Uraufführung gelangt.
11. Oktober
Völkerbund 1935 – Der Völkerbund in Genf (Schweiz) hatte wegen des Überfalls auf Abessinien Sanktionen gegen Italien beschlossen.
11. Oktober
Ägypten 1935 – In der ägyptischen Hafenstadt Alexandria hatte eine gemeinsame britisch-ägyptische Parade der See- und Landstreitkräfte stattgefunden. In Ägypten fühlten sich weite Kreise angesichts des Abessinienkrieges durch die Nachbarschaft zu der italienischen Kolonie Libyen bedroht. Sie drängten Großbritannien, das 1922 sein Protektorat beendet hatte, zu militärischem Schutz.
11. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Dem deutschen Rundfunk war von Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das Senden von „Nigger-Jazz-Musik“ verboten worden. Das Verbot hatte praktisch alle ausländische Unterhaltungsmusik betroffen.
11. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Staatstheater Hamburg war das Schauspiel „Christine von Schweden“ von Roland Schacht zur Uraufführung gelangt.
11. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin hatte der Filmbericht „Abessinien von heute – Blickpunkt der Welt“ seine Uraufführung. Der Ufa-Film war unter der Regie von Martin Rikli entstanden. Der Film war als „volksbildend“ ausgezeichnet worden.
12. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war in Anwesenheit von Luftfahrtminister Hermann Göring das Richtfest für das neue Reichsluftfahrtministerium gefeiert worden.
12. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Als Stellvertreter des Führers hatte Rudolf Hess ein Mitbestimmungsrecht bei der Ernennung von höheren Beamten erhalten.
12. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Münchner Langen/Müller Verlag war die Schrift „Lebenswerk und Lebenswirkung der Dichtkunst in einem Volke“ von E. G. Kolbenheyers erschienen. Der Bildband „Der Parteitag der Freiheit“ von Heinrich Hoffmann war vom Verlag Zeitgeschichte herausgegeben worden.
13. Oktober
Fußball 1935 – In Königsberg hatte die deutsche Mannschaft ein Fußballländerspiel gegen Lettland 3:0 gewonnen.
13. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Von der Reichsjugendführung war ein Gesundheitspass für sämtliche Angehörige der Hitlerjugend (HJ) obligatorisch gemacht worden. Der Aufnahmetag in die HJ war einheitlich auf den 20. April (Geburtstag von Adolf Hitler) festgelegt worden.
13. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Im ganzen Reich hatte der erste „Eintopfsonntag“ des Winterhilfswerks (WHW) stattgefunden. Allein in Berlin waren von 75.000 Helfern Spenden für das WHW gesammelt worden.
13. Oktober
Spanien 1935 – In Barcelona war das Drama „Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen“ des spanischen Schriftstellers Federico García Lorca uraufgeführt worden.
14. Oktober
Türkei 1935 – In der türkischen Hauptstadt Ankara hatte die Regierung des Landes die Auflösung aller Freimaurerlogen in der Türkei und die Überführung ihres Besitzes in Staatseigentum verfügt. Drei Kabinettsmitglieder und 60 Abgeordnete der Nationalversammlung hatten selbst Freimaurerlogen angehört.
14. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war der Revuefilm „Leichte Kavallerie“ uraufgeführt worden. Er war unter der Regie von Werner Hochbaum entstanden. Als Hauptdarstellerin hatte Marika Rökk ihr Filmdebüt gegeben.
14. Oktober
Deutsches Reich/Lettland 1935 – Im lettischen Riga hatten deutsch-lettische Wirtschaftsverhandlungen zur Erweiterung des gegenseitigen Warenverkehrs begonnen.
15. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Das Oberlandesgericht Hamburg hatte fünf Sozialdemokraten wegen Verbreitung sozialdemokratischer Druckschriften zu insgesamt 16 Jahren Zuchthaus verurteilt.
15. Oktober
Kanada 1935 – Die liberale Partei war aus den Wahlen zum kanadischen Parlament als Sieger hervorgegangen. Das Amt des Premierministers hatte William Lyon Mackenzie King als Nachfolger von dem Konservativen Richard Bedford Bennett übernommen.
15. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Herstellung und der Verkauf von Schlag- und Kaffeesahne im Deutschen Reich waren einer Anordnung des Reichsnährstandes zugunsten der Butterproduktion um 40 Prozent gekürzt worden.
15. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die neue Kriegsakademie, die zuständig für die Ausbildung des Generalstabes war, wurde eröffnet. Chef der Akademie war Ludwig Beck geworden.
15. Oktober
Berlin 1935 – Durch verschärfte Vorschriften hatte die Berliner Polizei sich um eine Einschränkung der Zahl der Verkehrsunfälle bemüht. Mehrfach beanstandete Fahrzeuge waren durch gelbe Kreuze gekennzeichnet worden und mehrfache Verfehlung waren durch gelbe Ringe markiert worden.
15. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Leipziger Verlag Koehler und Amelung war auf Wunsch von Adolf Hitler „Die Straßen Adolf Hitlers“ über den Bau der Reichsautobahn erschienen. Der Berlin Herbig Verlag gab „Ich kreise um Gott“ von Gertrud Bäumer heraus.
16. Oktober
Nürnberg 1935 – Der Polizeipräsident von Nürnberg, Bruno Martin, hatte in einem Aufruf darauf hingewiesen, dass fast die Hälfte aller Autounfälle auf zu schnelles Fahren zurückzuführen seien. Für die Zukunft drohte den Autofahrern, die zu schnell fahren würden, die Einweisung in Konzentrationslager für mehrere Monate.
16. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die beiden Werke „Der Parteitag der Freiheit“ und „Adolf Hitlers Reden am Reichsparteitag 1935“ waren im Zentralverlag der NSDAP erschienen. Bei Scherl war der Roman „Atomgewicht 500“ von Hans Dominik erschienen.
17. Oktober
Österreich 1935 – In Wien hatte der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg seine zweite Regierung gebildet.
17. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der unter dem Pseudonym „Mjölnir“ bekannte Hans Schweitzer, der schon vor 1933 Karikaturen in der NS-Presse veröffentlichte, war zum Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung ernannt worden.
17. Oktober
Deutsches Reich/Film 1935 – Der deutsche Kriminalfilm „Ich war Jack Mortimer“ war in Hamburg uraufgeführt worden. Der Film war unter der Regie von Carl Froelich entstanden. Unter anderem spielten Adolf Wohlbrück, Marie-Luise Claudius, Hilde Hildebrandt, Eugen Klöpfer und Sybille Schmitz.
17. Oktober
Weimar/Theater 1935 – Am Deutschen Nationaltheater Weimar war das Schauspiel „Wir wehren den Brand“ von Gustav Schroer zur Uraufführung gelangt.
17. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Bei Zsolnay war der Roman „Heimkehr zur Liebe“ von Grete von Urbanitzky erschienen.
17. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Tubenfabriken waren vom Deutschen Normenausschuss Normen für die Herstellung von Tuben aller Art aufgestellt worden. Die Vielzahl der Formen war auf 18 Größen beschränkt worden. Die Zahl der Hütchengrößen und Gewinde setzte der Ausschuss auf 5 fest.
17. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In dem Manifest, das vom Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten, Hanns Kerrl, eingesetzten „Neutralen Komitee“ für die Reorganisation der evangelischen Kirchen verfasst worden war, hieß es, dass die evangelische Kirche loyal und gehorsam zu Vok, Reich und Führer zu stehen habe. Sie sollte das Streben nach Freiheit und nationaler Ehre sowie die sozialistische Bereitschaft, für die Volksgemeinschaft das Leben zu opfern, bejahen.
18. Oktober
Schweiz/USA 1935 – In New York hatte Professor Leopold Ruzicka von der Technischen Hochschule Zürich in einem Vortrag bekanntgegeben, dass ihm die künstliche Herstellung des männlichen Sexualhormons Testosteron gelungen war.
18. Oktober
Ägypten 1935 – Im Hafen von Alexandria war der italienische 13.000-t-Passagierdampfer „Ausonia“ durch ein Feuer völlig zerstört worden. In den Flammen waren sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Weitere waren verletzt worden.
18. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war das „Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes“, das sogenannte Ehegesundheitsgesetz, bekanntgegeben worden. Vor der Eheschließung war ein sogenanntes Ehetauglichkeitszeugnis vorzulegen, das vom Gesundheitsamt ausgestellt wurde.
18. Oktober
Berlin/Film 1935 – In Berlin war der Film „Liebesleute“ zur Uraufführung gelangt. Er entstand unter der Regie von Erich Waschnek. In den Hauptrollen waren Gustav Fröhlich und Heinrich Schroth zu sehen. Der Film war als „künstlerisch wertvoll“ eingestuft worden.
18. Oktober
Deutsches Reich/Literatur 1935 – Der deutsche Schriftsteller Alfred Mombert war wegen seiner nichtarischen Abstammung aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen worden.
18. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Eisenach hatte das letzte Wartburgfest der Deutschen Burschenschaft stattgefunden. Die Deutschen Burschenschaftler legten „ihre Farben nieder auf den Altar der deutschen Volksgemeinschaft“ hieß es im „Völkischen Beobachter“.
18. Oktober
Deutsches Reich/Justiz 1935 – Zwei enge Mitarbeiter, Herbert Blank und Walter Schreck, des nationalsozialistischen Politikers Otto Strasser waren vom Volksgerichtshof in Berlin zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Blank erhielt vier Jahre wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Der ehemalige Kreisleiter Schreck bekam zehn Jahre Haft.
18. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Nach dem Rücktritt von Fritz Scheuermann hatte Propagandaminister Joseph Goebbels den württembergischen Staatsminister Oswald Lehnich zum Präsidenten der Reichsfilmkammer ernannt. Ein Denunziant hatte Fritz Scheuermann bei Goebbels Sonderbeauftragten Hans Hinkel als Freimaurer, Feigling und Nichtarier angezeigt.
18. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Röchling-Werke waren in den Deutschen Roheisen-Verband aufgenommen worden.
18. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Rentsch Verlag, Zürich und Leipzig, war „Der König von Rom“ von Octave Aubrys erschienen.
18. Oktober
Deutsches Reich/Film 1935 – In Köln war der historische Musikfilm um Franz Liszt „Liebesträume“ uraufgeführt worden. Die Hauptrolle spielte Franz Herterich. Der Film entstand unter der Regie von Heinz Hille. In weiteren Rollen waren Erika Dannhoff, Hans Söhnker, Olga Tschechowa, Aribert Mog, Paul Henckels und andere zu sehen. Bei der Biennale 1935 in Venedig war der Film für die beste Wiedergabe einer nationalen Figur ausgezeichnet worden.
19. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war das „Reichsinstitut für Geschichte des Neuen Deutschlands“ feierlich eröffnet worden. Zum Präsidenten war Walter Frank ernannt worden.
19. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Berliner Atlantis Verlag war „Der Erdkreis“ von „orbius terrarum“ in einem Band erschienen. Herausgegeben hatte es Martin Hürlimann. Mit einem Vorwort von Adolf Hitler war das Buch „Gedenkhalle für die Gefallenen des Dritten Reiches“ von Hans Weberstedt und Kurt Langer erschienen.
20. Oktober
China 1935 – Nach etwa einem Jahr war in China Mao Zedongs und seiner kommunistischen Armee „Der lange Marsch“ in Yenan zu Ende gegangen. Im Oktober 1934 waren etwa 100.000 Kommunisten von ihrer Basis in den südchinesischen Provinzen Kiangsi und Fukien aufgebrochen. Sie wollten den anrückenden Streitkräften Chiang Kai-sheks entkommen.
20. Oktober
Fußball 1935 – Die deutsche Fußball-Mannschaft hatte in Leipzig in einem Länderspiel die Elf aus Belgien mit 4:2 Toren besiegt.
20. Oktober
Berlin 1935 – An der Berliner Staatsoper war das Ballett „Die Barberina“ von Lizzie Maudrick uraufgeführt worden.
21. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund, der bereits 1933 erfolgt war, wurde nach Zahlung von fünf Millionen Schweizer Franken (rund 4,045 Millionen RM) an rückständigen Mitgliedsbeiträgen rechtswirksam geworden.
21. Oktober
Argentinien 1935 – Argentinien war dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag als Mitglied beigetreten. Das Land war seit 1920 auch Mitglied im Völkerbund, dem der IGH assoziiert war.
21. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Bei Zsolnay war die Erzählung „Adils und Syrid“ von Eduard Stucken erschienen, außerdem„Der Landwirt“ von Erwin H. Rainalter sowie der Roman „Die Sterne blicken herab“ von A. J. Cronin.
21. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Teplitz-Schönau hatte der Führer der Sudetendeutschen Partei (SdP), Konrad Henlein, den baldigen Anschluss der „sudetendeutschen Lande“ an das nationalsozialistische Deutschland gefordert.
22. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Am Kölner Opernhaus waren die bayerischen Tanzbilder „Georgica“ von Werner Egk zur Uraufführung gelangt.
22. Oktober
Sopade 1935 – Auf einer Besprechung des Vorstandes der Exil-SPD (Sopade) in Prag hatten sich der Leiter des Exilvorstandes, Otto Wels und das Vorstandsmitglied Erich Ollenhauer gegen die Einheitsfront mit der KPD gewandt.
22. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In einer Presseanweisung des Propagandaministeriums war angeordnet worden, dass erst dann über Störungen bei Uraufführungen berichtet werden durfte, wenn die Haltung des Reichsdramaturgen zu den Zwischenfällen eingeholt worden war.
22. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Verlag Rütten und Loening, Frankfurt am Main, war das Erinnerungsbuch „An einem Strom geboren“ von Wilhelm Schmidtbonn erschienen. Die Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg hatte den Roman „Der Großtyrann und das Gericht“ von Werner Bergengruen herausgegeben.
23. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Theodor Adrian von Renteln war zum Leiter des Obersten Disziplinarehrenhofes der Deutschen Arbeitsfront ernannt worden. Der Oberste Disziplinarhof hatte die Aufgabe, den Beschwerdeweg innerhalb der Organisation zu regeln und „asoziale Elemente“ aus ihr zu entfernen.
23. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte mit Generalkonsul Reinhold von Saucken das Ergebnis der Memelwahlen erörtert. Er sah Möglichkeiten der Wiedergewinnung des Memelgebietes für Deutschland.
23. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Reichsminister für Luftfahrt, Hermann Göring, hatte in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Arnsberg und Münster eine Verdunklungsübung durchführen lassen.
23. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Durch einen Bescheid der Reichskanzlei war die über längere Zeit und besonders im „Schwarzen Korps“ geführte Diskussion über die Zeitgemäßheit und den künstlerischen Wert der Bremer Böttcherstraße (besonders das Atlantis-Haus von Hoetger) beendet worden. Adolf Hitler hatte bauliche Veränderungen in dieser Straße für unerwünscht erklärt. Am 7. Mai 1937 waren die Bauten der Böttcherstraße unter die Denkmalbestimmungen vom 30. November 1934 gestellt worden.
23. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Am Deutschen Landestheater Hermannstadt (Rumänien) war das Schauspiel „Bauern“ von Wolfgang Eberhard Möller uraufgeführt worden.
24. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Ein Erlass des Propagandaministeriums hatte verboten, Namen jüdischer Gefallener auf Gedächtnistafeln und Kriegsdenkmälern anzubringen.
24. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Ein Berliner Schöffengericht hatte den Generalvikar des Bistums Hildesheim, Otto Seelmeyer, wegen „Devisenvergehen“ zu viereinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrenverlust verurteilt. Der Generalsekretär des Bonifatiusvereins in Paderborn, Wilhelm Freckmann, hatte fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrenverlust erhalten.
24. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Coburg hatte Reichsführer Adolf Hitler bekannt, dass die NSDAP ohne Kfz, Flugzeug und Lautsprecher Deutschland nicht erobert hätte. Er lobte den Einsatz des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK).
24. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Verlag Langen/Müller war das Buch von Hanns Johst, dem neuen Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, „Maske und Gesicht“ erschienen.
24. Oktober
Deutsches Reich/Film 1935 – In Berlin war der Ufa-Film „April, April“ zur Uraufführung gelangt. Er war unter der Regie von Detlef Sierck entstanden. Es war sein erster langer Spielfilm. Die Musik hatte Werner Bochmann geschrieben. Es spielten Carola Höhn, Albrecht Schoenhals, Werner Finck, Lina Carstens und andere. Selben Tags war in Hamburg der Film „Vergiss mein nicht“ uraufgeführt worden. Der Tenor Benjamino Gigli spielte die Hauptrolle neben Magda Schneider. Augusto Genina hatte Regie geführt. Die Musik stammte von Alois Melichar. In Stuttgart war der historische Operettenfilm „Die Pompadour“ zur Uraufführung gelangt. Erstmals hatte der Filmmusiker Willy Schmidt-Gentner Regie geführt, dessen Regieassistenten Heinz Helbig und Veit Harlan waren. Schmidt-Gentner schrieb auch die Musik für den Film. In den Hauptrollen waren Käthe von Nagy und Willy Eichberger zu sehen.
25 Oktober
Deutsches Reich 1935 – Reichsinnenminister Wilhelm Frick hatte die Beseitigung der Hoheitsgrenzpfähle der deutschen Länder angeordnet. Sie hatten nach dem Wegfall der Eigenstaatlickeit ihre Bedeutung verloren.
25. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Für den Fall, dass Adolf Hitlers außenpolitischer Ratgeber Joachim von Ribbentrop zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt ernannt werde, hatte Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath seinen Rücktritt angekündigt.
25. Oktober
Großbritannien 1935 – In Süd-Wales war ein einwöchiger Untertagestreik der Bergarbeiter zu Ende gegangen. Die Zechenbesitzer waren auf die Forderungen der Arbeiter eingegangen. Die Arbeiter hatten gegen die Beschäftigung von nichtorganisierten Arbeiter protestiert.
25. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Am Stadttheater Stralsund war das Volksstück „Kreuzgang“ von Friedrich Lichtnecker uraufgeführt worden. Am Stadttheater Guben war am gleichen Tag das Schauspiel „Kampf dem Kongress“ von Wolf von Wallbrunn zur Uraufführung gelangt.
26. Oktober
Deutsches Reich 1935 – An den Städtischen Bühnen Düsseldorf war die Operette „Liebesolympiade“ von Ralf Maria Siegel uraufgeführt worden.
26. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Der Reichskommissar im Saargebiet, Josef Bürckel, hatte für das Saarland fleisch- und butterlose Tage angeordnet. Wegen der Knappheit, besonders von Schweinefleisch, sollten Beamte zugunsten von Arbeitern an zwei bis drei Tagen in der Woche auf diese „kostbaren“ Lebensmittel verzichten.
26. Oktober
Breslau 1935 – Reichsluftminister Hermann Göring hatte in Breslau eine Grundsatzrede zum Verhältnis von Partei und Staat gehalten.
26. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Am Hamburger Staatlichen Schauspielhaus war das Schauspiel „Das brennende Dorf“ von Lope de Vegas in der Bearbeitung von G. Haenel und Max Krohn uraufgeführt worden.
27. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Aufnahmebedingungen für den Eintritt in die NSDAP waren auf Anordnung Hitlers geändert worden. Angehörige der Hitlerjugend (HJ) konnten künftig nach Vollendung des 18. Lebensjahres Mitglieder der Partei werden. Angehörige des Bundes Deutscher Mädel (BDM) konnten nach Vollendung des 21. Lebensjahres eintreten, vorausgesetzt, sie hatten vordem mindestens vier Jahre der HJ bzw. dem BDM angehört hatten.
27. Oktober
International 1935 – Auf Veranlassung des Weltrundfunkvereins hatten 31 Länder eine zweistündige „Weltringsendung“ veranstaltet.
27. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Die Tanzballade „Gaukelei“ von Rudolf von Laban und das Ballett „Rosario la tirana“ von Juan Manén waren am Opernhaus Düsseldorf zur Uraufführung gelangt.
28. Oktober
Haiti 1935 – Bei einer Überschwemmungskatastrophe auf Haiti waren 2000 Menschen ums Leben gekommen. Ein Hurrikan hatte eine Woche lan große Verwüstungen angerichtet. Er war von schweren Regenfällen begleitet worden.
28. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Am Schauspielhaus Bremen war das Lustspiel „Rätsel um Beate“ von Alfred Möller und Hans Lorenz uraufgeführt worden.
29. Oktober
Bolivien 1935 – Ein Skandal um die US-amerikanische Firma Standard Oil hatte in Bolivien großes Aufsehen erregt. Grund für das Aufsehen war der heimliche Bau einer Pipeline von den Ölfeldern am Fluss Bermejo bis an die argentinische Grenze.
29. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In einer Pressemitteilung des Propagandaministeriums waren Veröffentlichungen über die neue Radioröhre verboten worden. Sie war sollte 1936 auf den Markt kommen und hätte eine wesentliche Neuerung dargestellt. Eine vorzeitige Propaganda würde jedoch den gegenwärtigen Verkauf von Radios mit den alten Röhren behindern.
29. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Kölner Verlag Benzinger war die Biographie „Cromwell“ von Hilaire Belloc erschienen.
29. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In einem Runderlass des Geheimen Staatspolizeiamtes (Gestapo) in Berlin an alle Polizeistellen war bekanntgegeben worden, dass das Redeverbot, das am 21. Februar gegen den jüdischen Philosophen Martin Buber verhängt wurde, teilweise aufgehoben werden sollte. Buber war gestattet worden, sein Amt als Lehrer für die Mittelstelle jüdischer Erwachsenenbildung weiter auszuführen. Er würde dadurch die Auswanderung junger Juden nach Palästina fördern.
30. Oktober
Berlin/Justiz 1935 – Das Berliner Landgericht hatte im bisher größten Devisenprozess eine Ordensschwester zur Höchststrafe von zehn Jahren Zuchthaus und 250.000 RM Geldstrafe verurteilt.
30. Oktober
Deutsches Reich 1935 – „Die Führung von Künstlernamen“ war Juden im Deutschen Reich verboten worden.
30. Oktober
Deutsches Reich/Film 1935 – Der Kriminalfilm „Der Mann mit der Pranke“, der unter der Regie von Rudolf van der Noss entstand, war in Leipzig uraufgeführt worden. Die Hauptrolle spielte Paul Wegener. Daneben waren Rose Stradtner, Johannes Riemann, Grethe Weiser, Ernst Legal und andere zu sehen. Die Musik hatte Wolfgang Zeller geschrieben.
30. Oktober
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Stadttheater Bielefeld war das Schauspiel „Canossa“ von Konrad Bürger zur Uraufführung gelangt.
31. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Unter dem Druck der NSDAP hatten sich der Verband der Evangelischen Gesellenvereine Deutschlands und der Kartellverband farbentrgender Katholischer Studentenvereinigungen aufgelöst.
31. Oktober
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war ein Reichsamt für Werkstoffe gegründet worden.
31. Oktober
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte eine neue Reichsflagge angeordnet. Es war eine Hakenkreuzfahne mit schwarz-weiß gerändertem Hakenkreuz und dem Parteihoheitszeichen in der inneren oberen Ecke.
31. Oktober
Berlin/Film 1935 – Der Abenteuer- und Kriminalfilm „Einer zuviel an Bord“ unter der Regie von Gerhard Lamprecht war im Berliner Ufa-Palast uraufgeführt worden. In den Hauptrollen waren u. a. René Deltgen, Rudolf Platte, Willy Birgel, Ernst Legal und Grethe Weiser zu sehen. Die Musik hatte Werner Bochmann geschrieben.
31. Oktober
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Ullstein Verlag waren die gezeichneten Geschichten „Vater und Sohn“ von E. O. Plauen erschienen. Zsolnay hatte den Roman „Auf in den Kampf“ von Marguerite Steen herausgegeben.
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