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Chronik September 1935 - Reichsparteitag und Eintopfsonntage

September 1935
Ein zentrales Thema war der Nürnberger Reichsparteitag der NSDAP. Er fand vom 10. bis 16. September statt und hatte unter dem Motto: „Reichsparteitag der Freiheit“ gestanden. Mit Freiheit war die wiedereingeführte allgemeine Wehrpflicht gemeint und die damit einhergehende „Befreiung“ vom Versailler Vertrag. Die Feindlichkeit des Regimes gegen jüdische Mitbürger war längst offenkundig. Hitler untermauerte die NS-Haltung zusätzlich mit den „Nürnberger Gesetzen“, mit denen die Diskriminierung der Juden auf eine rechtliche Grundlage nach biologischen Kriterien gestellt wurde. Schlagzeilen machte auch Hitlers Rede zur NS-Erziehungspolitik, in der er die Schulung der Jugend zu körperlicher und kämpferischer Tüchtigkeit in den Mittelpunkt stellte. Der Völkerbund beriet indes wegen der schlechten Gesundheit und dem Mangel an gesunden Lebensmitteln – ein Problem, das mittlerweile auch in den reicheren Ländern um sich zu greifen begann. In Deutschland wurden wegen zunehmender Lebensmittelknappheit staatlich verordnete „Eintopfsonntage“ eingeführt.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1935

September 1935

1. September
Deutsches Reich 1935 – In allen katholischen Kirchen im Deutschen Reich war der von der Fuldaer Bischofskonferenz am 20. August 1935 beschlossene Hirtenbrief verlesen worden. Er stellte einen Kampfaufruf gegen die Kirchenpolitik des NS-Regimes dar.
1. September
Deutsches Reich 1935 – Walter Loewenheim, Autor der sozialistischen Widerstandsschrift „Neu Beginnen“ und Mitbegründer der gleichnamigen Widerstandsgruppe hatte das Deutsche Reich verlassen und war in die Tschechoslowakische Republik geflohen, dann im Jahr später nach London, wo er den Namen Walter Lowe annahm. Die Gestapo hatte in den letzten Wochen zahlreiche Mitglieder der Gruppe verhaftet, die 1931 aus der Arbeiterjugend hervorgegangen war.
1. September
Tschechoslowakei 1935 – In Prag hatte das 13. Musikfest der Internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Musik begonnen. Das Fest dauerte bis zum 8. September.
1. September
Automobilrennsport 1935 – Der Deutsch-Österreicher Hans Stuck hatte den Großen Bergpreis von Deutschland am Schauinsland bei Freiburg gewonnen.
1. September
Deutsches Reich 1935 – Nichtarische Kunst- und Antiquitätenhändler waren auf Anweisung von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen worden. Vom Handel mit Kulturgütern sollten prinzipiell Nichtarier ausgeschlossen werden. Allein in Berlin betraf diese Anweisung 80 Prozent der Kunsthändler.
1. September
Deutsches Reich 1935 – Im Reichsjustizministerium war das Oberste Fideikommissgericht gebildet worden. Der Ministerialdirigent Klässel war zum Präsidenten des Gerichts ernannt worden.
1. September
Deutsches Reich 1935 – Es war der verschärfte Paragraf 175 in Kraft getreten, der in dieser Form bis 1969 bestehen blieb.
1. September
Deutsches Reich 1935 – Gemäß einer Anordnung des Reichsinnenministeriums mussten Beamte bis dato in einer zu den Personalakten zu nehmenden Erklärung über eine eventuelle Zugehörigkeit zu einer Loge Auskunft geben.
2. September
Deutsches Reich 1935 – Der Reichsinnenminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, hatte verfügt, dass für untere Schulklassen nur noch solche Hitler-Bilder angeschafft werden sollten, „die den Führer zusammen mit Kindern zeigen“.
2. September
Sowjetunion 1935 – In der sowjetischen Stadt Baku war ein Kapitän zum Tode verurteilt worden, weil er das von ihm befehligte brennende Schiff verlassen hatte, „bevor es noch hoffnungslos verloren war“. Weitere 16 Offiziere und Matrosen hatten langjährige Haftstrafen bekommen.
2. September
Deutsches Reich/Film 1935 – In Berlin war der deutsche Film „Pygmalion“ nach dem gleichnamigen Bühnenstück von George Bernhard Shaw uraufgeführt worden. Er war unter der Regie von Erich Engel entstanden. In den Hauptrollen waren Jenny Jugo und Gustaf Gründgens zu sehen. Daneben spielten Eugen Klöpfer, Hedwig Bleibtreu, Käthe Haack und andere. Die Musik schrieb Theo Mackeben. Der Film war als „künstlerisch wertvoll“ ausgezeichnet worden.
3. September
Deutsches Reich 1935 – Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, hatte in einem Rundschreiben vor „Vereinsmeierei“ in den Betrieben gewarnt. Kegelklubs und Gesangsvereine würden als Tarnung benutzt, um „Zersetzungsarbeit“ zu leisten.
3. September
Deutsches Reich 1935 – Der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Horst Dreßler-Andreß, hatte die Einrichtung der „Reichsfachschaft Rundfunk“ bekanntgegeben. Alle Mitarbeiter des deutschen Rundfunks mussten ihr beitreten. Die Mitgliedschaft war die Voraussetzung für das Recht der Berufsausübung gewesen.
3. September
Schweiz 1935 – Im schweizerischen Luzern war nach zwei Wochen Dauer der 19. Zionistenkongress zu Ende gegangen. In einer Schlussresolution zur Lage der Juden im Deutschen Reich hatte sich der Kongress gegen die systematische Entrechtung der Juden und gegen die Diffamierung des jüdischen Volkes und seiner geistigen und ethischen Kulturleistung gewandt. In der Resolution war an alle Völker appelliert worden, dem jüdischen Volk im Kampf um die Wahrung seiner Existenz zu helfen.
3. September
USA 1935 – Auf einem Salzsee bei Bonneville (US-Bundesstaat Utah) hatte der englische Automobilrennfahrer mit 484,609 km/h in einem Boot, das wie sein Landfahrzeug „Bluebird II“ hieß, einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.
3. September
USA 1935 – Im US-Bundesstaat Florida waren bei einem Hurrikan 200 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm hatte zudem enormen Sachschaden angerichtet.
3. September
Deutsches Reich 1935 – Auf der Tagung der nationalsozialistischen Ortsgruppenleiter des Gaus Groß-Berlin hatte Propagandaminister Joseph Goebbels die Lebensmittelknappheit im Land bagatellisiert und sich gegen den „lächerlichen Kleinmut der wenigen Miesepeter von heute“ gewandt. Er sagte u. a.: „Wenn uns vor zehn Jahren jemand erklärt hätte: 1935 habt ihr die Macht, aber im Sommer wird für einige Zeit das Schweinefleisch knapp sein, dann wäre uns allen das sehr recht gewesen.“
3. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Verlag Langen/Müller war der Roman „Der Büffelbrunnen“ von Adolf Meschendörfer erschienen.
4. September
Italien 1935 – Die italienische Regierung hatte in einer Denkschrift an den Völkerbund ihre aggressive Haltung gegenüber Abessinien gerechtfertigt. Der ostafrikanische Staat lasse die innere Organisation vermissen, die für ein Mitglied der Gemeinschaft zivilisierter Nationen unentbehrlich sei.
4. September
Berlin 1935 – In Berlin hatte der sogenannte Richardstraßen-Prozess begonnen. Im Februar 1936 endete er mit dem Todesurteil gegen fünf Regimegegner.
4. September
Deutsches Reich 1935 – Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, hatte sich „an alle deutschen Betriebsführer“ gewandt. Er verlangte: „Wie für die Kirche das Dogma gilt: Der Papst ist unfehlbar, so gilt für uns im neuen Deutschland der Satz: Der Betrieb ist eine Einheit.“ Dies sollte die unbedingte Autorität der – ihrerseits von Ley abhängigen – Betriebsleitung bedeuten.
5. September
Frankreich 1935 – In der Provinz Champagne waren bei den Herbstmanövern der französischen Streitkräfte zehn Soldaten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Zu dem Absturz war es nach dem Zusammenstoß zweier Militärmaschinen im dichten Nebel gekommen.
5. September
München 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte im Münchener Braunen Haus eine letzte Parteiführerbesprechung über den bevorstehenden Reichsparteitag in München gehalten.
5. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Bei Zsolnay war der Roman „Die harten Hände“ des schwedischen Dichters Wilhelm Moberg erschienen.
6. September
Deutsches Reich 1935 - Die „Genossenschaft der deutschen Bühnenangehörigen“, der „Deutsche Bühnenverein“ und der deutsche „Chorsängerverband und Tänzerbund“ waren aufgelöst worden. An deren Stelle war nun die Fachschaft „Bühne in der Reichstheaterkammer“ getreten, die tags darauf gegründet wurde.
6. September
Deutsches Reich 1935 – Der Gauleiter in Franken und Herausgeber des antisemitischen Kampfblattes „Der Stürmer“, Julius Streicher, war von Reichsführer Adolf Hitler zum Mitglied der Akademie für Deutsches Recht berufen worden. Ziel der Akademie war die Erarbeitung von Grundlagen für eine nationalsozialistische Gesetzgebung.
6. September
Deutsches Reich 1935 – In Berlin war die deutsche Film-Komödie „Ein idealer Gatte“ nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde zur Uraufführung gekommen. Der Film war unter der Regie von Herbert Selpin entstanden. In den Rollen waren u. a. Karl Ludwig Diehl, Brigitte Helm und Paul Henckels zu sehen.
6. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte an den Herbstmanövern des VI. Armeekorps in der Lüneburger Heide teilgenommen.
6. September
Deutsches Reich 1935 – Der öffentliche Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, die sich an die jüdische Bevölkerung im Reich richteten, war vom Präsidenten der Reichspressekammer Max Amann verboten worden.
6. September
Deutsches Reich 1935 – Da sie eigene politische Ziele nicht aufgeben und den Arierparagraphen nicht anerkennen wollten, waren die „Deutsche Burschenschaft“ und der „Kösener S. C.“ aus der Gemeinschaft der studentischen Verbände ausgeschlossen worden.
7. September
Österreich 1935 – Der Staatssekretär für die Landesverteidigung, General Wilhelm Zehner, hatte zum Ende der Herbstmanöver in Österreich erklärt, dass die österreichische Armee vorbereitet, schlagfertig und auch imstande sei, Österreich gegen jeden Feind zu verteidigen. Sie werde beweisen, dass Österreich in Zukunft unabhängig bleiben will und kann.
7. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Der Präsident der Reichsmusikkammer, Peter Raabe, hatte im Bosse Verlag das nationalsozialistische Standardwerk „Die Musik im Dritten Reich“ veröffentlicht.
7. September
Schweiz 1935 – Der Schweizer M. Schreiber hatte als erster Drachenflieger die Alpen überquert. Vom Berner Oberland aus war Schreiber über die Jungfrauengruppe und den Simplonpass geflogen und nach sechs Stunden im italienischen Bellinzona gelandet.
7. September
Deutsches Reich 1935 – Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes hatte mitgeteilt: Außer den eingezogenen Angehörigen des Jahrgangs 1915 können am 1. Oktober noch „freiwillig länger Dienende“ eingestellt werden; diese Bewerber können Vormann oder Obervormann werden. Neben freier Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung und Heilbehandlung erhalten der Vormann eine Löhnung von 0,50 RM und der Obervormann von 0.75 RM pro Tag.
7. September
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Schauspielhaus Bremen war das Lustspiel „Das lebenslängliche Kind“ von Robert Neuner uraugeführt worden.
8. September
USA 1935 – In der Hauptstadt des US-Bundesstaates Louisiana, Baton Rouge, war der Senator des Bundesstaates, Huey P. Long von dem Gegner seiner Politik, Carl Weiss, erschossen worden.
8. September
Marathon 1935 – In der japanischen Hauptstadt Tokio war der Japaner Yasuo Ikenaka die Marathonstrecke in der inoffiziellen Weltrekordzeit von 2:26:44 h gelaufen.
8. September
Polen 1935 – In Polen hatten die bis zum 15. September dauernden Wahlen zum Sejm, dem polnischen Parlament, begonnen. Die bisherige Regierung war als Sieger aus dieser Wahl hervorgegangen. Die Minderheiten (Weißrussen, Tschechen, Deutsche und Litauer) hatten keine Vertretung erhalten.
8. September
Automobilrennsport 1935 – Der deutsche Rennfahrer Hans Stuck hatte den Großen Preis von Italien für Rennwagen auf Auto-Union vor dem Italiener Tazio Nuvolari (Alfa Romeo) und dem Deutschen Bernd Rosenmeyer (Auto-Union) gewonnen.
8. September
SPD 1935 – Der SPD-Politiker Otto Wels, der nach der Emigration 1933 Leiter des Exilvorstandes der SPD in Prag und Paris geworden war, wandte sich im „Neuen Vorwärts“ gegen die nationalsozialistische Rassenhetze. Das deutsche Volk habe mit dem üblen Treiben der Judenhetze nichts zu tun.
8. September
Deutsches Reich/Italien 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte den neu ernannten italienischen Botschafter Bernardo Attolico im Haus des Reichspräsidenten zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens empfangen.
8. September
Berlin 1935 – Tausende hatten den neuen Berliner Bischof Graf Preysing im Sportpalast offiziell empfangen. Die Begrüßungsrede hatte Emil Dovifat gehalten.
9. September
Völkerbund 1935 – Der tschechoslowakische Außenminister Eduard Bene war zum Präsidenten des Völkerbundes gewählt worden.
9. September
Schwimmen 1935 – Die Niederländerin Willie den Ouden hatte bei einem internationalen Schwimm-Wettkampf in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ihren Weltrekord über 200 m Freistil von 2:28,6 min auf 2:25,3 min. Drei Tage später hatte sie in Aarhus (Dänemark) einen Weltrekord über 300 m Freistil in 3:50,4 min aufgestellt.
9. September
Ostpreußen 1935 – In Labiau in Ostpreußen (heute Polessk in der russische Oblast Kaliningrad) hatte Hermann Göring (Oberbefehlshaber der Luftwaffe) eine Grenzlandkundgebung über das Memelland gehalten.
9. September
Deutsches Reich 1935 – Im künftigen Strafrecht des Deutschen Reiches sollte nach den Beschlüssen der amtlichen deutschen Strafrechtskommission die „Ächtung“ die schwerste Strafe sein. Bei besonders schweren Vergehen war die „Ächtung“ gegen einen Verbrecher zu verhängen. Sie war mit dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit und der Geschäftsfähigkeit, sowie der Todesstrafe verbunden.
10. September
Nürnberg 1935 – In Nürnberg hatte der 7. Reichsparteitag der NSDAP, der „Parteitag der Freiheit“ begonnen. Die Formulierung sollte die wiedergewonnene Wehrfreiheit zum Ausdruck bringen. Für die Übertragung des Parteitages waren erstmalig 10 Rundfunkübertragungsstellen eingerichtet worden. Außerdem waren 465 Sonderzüge eingesetzt worden.
10. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk hatte die langfristigen Reichsschulden mit 23,8 Milliarden RM beziffert. Es seien 4,7 Milliarden RM an Verbindlichkeiten kurzfristig abzutragen.
10. September
Deutsches Reich 1935 – Reichserziehungsminister Bernhard Rust hatte für das Schuljahr 1936 die strikte Trennung von Ariern und Nichtariern angekündigt. Eine eigene Schule sollte schon für 20 Juden eingerichtet werden.
11. September
Nürnberg 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte in Nürnberg den Grundstein zum Bau der Kongresshalle auf dem Parteitagsgelände gelegt. Die neue Halle sollte Platz bieten für 60.000 Menschen. Er hatte dabei erklärt: „ Eine Halle soll sich erheben, die bestimmt ist, die Auslese des nationalsozialistischen Reiches für Jahrhunderte alljährlich in ihren Mauern zu versammeln.
11. September
Deutsches Reich 1935 – Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hatte die NSDAP einen Preis für Kunst und Wissenschaft gestiftet. Die ersten Preisträger waren der NS-Dichter Hanns Johst und der Rasseforscher Hans F. K. Günther.
11. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Königsberger Verlag Gräfe und Unzer war der Roman „Der Schiffer Michael Austyn“ von Paul Brock erschienen. Die Deutsche Verlagsanstalt hatte den Roman „Der Weg hinauf“ von Ernst Zahn veröffentlicht.
12. September
Nürnberg 1935 – Auf dem Nürnberger Parteitag der NSDAP hatte der NS-Chefideologe Alfred Rosenberg eine Rede gehalten, worin er den Nationalsozialismus zum „Bollwerk gegen den Kommunismus“ stilisiert hatte.
12. September
Großbritannien 1935 – Der in der britischen Hauptstadt London tagende Weltkongress der Ostjuden hatte in einer Resolution zum weltweiten Boykott von deutschen Waren aufgerufen.
12. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte vor dem angetretenen Reichsarbeitsdienst für alle „das gleiche Instrument der Arbeit..., das Instrument, das ein Volk am meisten ehrt, den Spaten.“ Es sah darin die „Waffe unserer inneren Selbstbehauptung.“
12. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Bei Zsolnay war der Roman „Die Cherell-Chronik“ von John Galsworthy erschienen. Im Hamburger Broschek Verlag kam der Roman „In der Heimat, in der Heimat...“ von Otto Erich Kiesel heraus und in der Essener Verlagsanstalt war der 1. Band „Erinnerungen und Dokumente“ von Josef Pilsudski veröffentlicht worden.
13. September
Deutsches Reich 1935 – Um dem Mangel an Butter, Schmalz und Margarine im Deutschen Reich entgegenzuwirken, war die Verarbeitung von Walfischtran gesteigert worden. Das Pfund Walfett hatte 78 Rpf gekostet.
13. September
Leichtathletik 1935 – Der US-Amerikaner Jesse Owens war bei einem Leichtathletik-Wettkampf in New York mit 22,6 sec einen Weltrekord über 200-m-Hürden gelaufen.
13. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte vor 100.000 politischen Leitern gesprochen. Er hatte sie die politischen Offiziere der Nation genannt.
13. September
Deutsches Reich/Theater 1935 – In der Bearbeitung von Heinz Hilpert war die Tragikomödie „Markurell“ von Hjalmar Bergman am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt worden.
14. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsführer Adolf Hitler hatte vor 54.000 Hitlerjungen im Nürnberger Stadio das Ideal der deutschen Jugend gefordert: „Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl.“
15. September
Deutsches Reich 1935 – Auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg waren das „Reichsflaggengesetz“, das „Reichsbürgergesetz“ und das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ vor dem Reichstag verkündet worden.
15. September
Fußball 1935 – In Breslau (heute Wrocław in Polen) hatte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Mannschaft Polens mit 1:0 besiegt.
15. September
Deutsches Reich 1935 – Der Reichsverband der jüdischen Kulturbünde war gegründet worden. Die folgenden jüdischen Musiker waren unter die Rassengesetze gefallen: Paul Abraham, Hugo Adler, Ernst Bloch, Paul Dessau, Emmerich Kálmán, Otto Klemperer, Wolfgang Korngold, Fritz Kreisler und Arnold Schönberg und andere.
15. September
Deutsches Reich/Musik 1935 – Am Schauspielhaus Breslau war die Operette „Diplomatie und Liebe“ von Bernhard Lobertz uraufgeführt worden.
16. September
Deutsches Reich 1935 – Zum Abschluss des Nürnberger Reichsparteitages hatte Adolf Hitler eine Parade aller Waffengattungen der Wehrmacht abgenommen und die NSDAP und die Wehrmacht zu „krönenden Erscheinungen“ der deutschen Geschichte in seiner Schlussrede stilisiert.
16. September
Deutsches Reich 1935 – Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) hatte im Regierungsbezirk Münster die katholischen Arbeitervereine wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ aufgelöst.
16. September
Italien/Abessinien 1935 – Der Transport italienischer Truppen nach Ostafrika war weitergegangen: 14.000 Soldaten wurden per Schiff nach Eritrea an die Grenze zu Abessinien (heute Äthiopien) gebracht. Daraufhin hatte die britische Regierung ihre Flotte im Mittelmeer und im Roten Meer verstärkt.
16. September
Abessinien 1935 – In der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba waren neun belgische Offiziere als Militärberater für die Armee Abessiniens eingetroffen. In der Folgewoche trafen zudem schwedische und französische Offiziere ein. Das Verteidigungsministerium in Brüssel (Belgien) hatte klar versichert, dass die belgischen Soldaten ohne offizielle Erlaubnis handeln würden.
16. September
Großbritannien 1935 – Die Londoner Versicherungsunternehmen hatten bekannt gegeben, dass sie aufgrund der internationalen Lage Kriegsrisiken nur noch bei eigens abgeschlossenen Zusatzversicherungen abdecken würden.
16. September
Völkerbund 1935 – Der irische Präsident Eamon de Valera hatte in einer Rede vor dem Völkerbund in Genf (Schweiz) eine desillusionierende Bestandsaufnahme der internationalen politischen Situation gemacht. Valera sagte, dass Zynismus und Brutalität die Beziehungen zwischen den Staaten beherrschten und nur Dummköpfe sich an die Werte hielten, die zur Gründung des Völkerbundes geführt hatten.
16. September
Stuttgart/Theater 1935 – Am Staatstheater Stuttgart war das Schauspiel „Karneval ohne Ende“ von Heinrich Lilienfein uraufgeführt worden.
16. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Verlag Vieweg und Sohn, Braunschweig, war der Roman „Das Fähnlein Rauk“ von Henrik Herse erschienen.
17. September
Philippinen 1935 – Nachdem die Philippinen den Status eines Commonwealth erhalten hatten, war Manuel Luis Quezón y Molina zum ersten Präsidenten des Landes gewählt worden. Die Philippinen waren bisher eine Kolonie der USA gewesen.
17. September
Frankreich 1935 – In Paris hatte ein „Museum auf Rädern“ seine Tour durch begonnen. In Eisenbahnwaggons arrangiert sollte die Ausstellung zeitgenössischer französischer Kunst helfen, die materiellen Schwierigkeiten der Maler zu überwinden.
17. September
Deutsches Reich/Film 1935 – Der deutsch-französische Liebes- und Sensationsfilm „Varieté“ erlebte in München seine Uraufführung. Er war unter der Regie von R. Nicolaus Farkas entstanden. Mit dem Film erreichte Hans Albers großen Ruhm. Neben ihm hatten Attila Hörbiger, Karl Etlinger und andere gespielt. Am 7. September 1939 war der Film wieder verboten worden.
18. September
Völkerbund 1935 – Das sogenannte Fünferkomitee (Schlichtungskommission des Völkerbundes zum abessinisch-italienischen Konflikt) hatte seine Vorschläge bekanntgegeben. Die Schlichtungskommission hatte eine internationale Kontrolle strategisch wichtiger Orte in Abessinien vorgesehen. Die Vorschläge waren von der italienischen Regierung am 21. September abgelehnt worden.
18. September
Schweiz/Deutsches Reich 1935 – Die deutschen Behörden hatten auf die energische Intervention der schweizerischen Regierung hin den von der Gestapo ins Deutsche Reich verschleppten Journalisten Berthold Jacob wieder in die Schweiz zurückkehren lassen.
18. September
Frankreich 1935 – Die französische Regierung in Paris hatte die Bereitstellung von 900 Millionen Franc (148 Millionen RM) für öffentliche Arbeiten, vor allem im Straßenbau, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beschlossen.
18. September
Deutsches Reich 1935 – Ein Erlass von Reichserziehungsminister Bernhard Rust hatte den Samstag im Deutschen Reich zum „Staatsjugendtag“ bestimmt. An diesem unterrichtsfreien Tag sollten alle Schüler eine „Staatspolitische Erziehung“ erhalten.
18. September
Deutsches Reich 1935 – Das Reichsverkehrsministerium hatte die Kraftfahrzeugbriefpflicht auch für Altwagen angeordnet.
18. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Leipziger Seeman Verlag waren als Neuauflage die Originalausgabe von Franz Kugler und Adolpf Menzel „Die Geschichte Friedrichs des Großen“, gedruckt von den Originalholzstöcken Menzels und die Romane „Die Gefangene von Celle“ von Else von Holland-Lessow und von Erich Dautert „Auf Walfang und Robbenjagd im Südatlantik“ erschienen.
19. September
Völkerbund 1935 – Bei den Beratungen eines Völkerbundausschusses in Genf war der Zusammenhang zwischen der weltweiten Landwirtschaftskrise und dem schlechten Gesundheitszustand großer Teile der Bevölkerung auch wohlhabender Länder das Hauptthema gewesen. Der Völkerbund schlug vor: Statt hohe Subventionen für die Landwirtschaft zu zahlen, sollten die Regierungen besser den Konsum gesunder Lebensmittel fördern.
19. September
Frankreich 1935 – Der französische Postminister Georges Mandel hatte in Paris bekanntgeben, dass mit der Einrichtung eines 10-kW-Senders auf der Spitze des Eiffelturmes ein regelmäßiges Fernsehprogramm für die Pariser Region begonnen werden würde.
19. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Voggenreiter Verlag, Potsdam, war der Roman von Martin Luserke, „Hasko“, erschienen.
20. September
Deutsches Reich 1935 – Ein Erlass des Propagandaministeriums in Berlin hatte vorgeschrieben, dass am 13. Oktober, am 10. November und am 8. Dezember im Deutschen Reich „Eintopfsonntage“ stattzufinden hatten.
20. September
Deutsches Reich 1935 – Das Beflaggen öffentlicher Gebäude mit der schwarz-rot-goldenen Fahne war durch Reichsinnenminister Wilhelm Frick verboten worden.
20. September
Deutsches Reich/Film 1935 – In Berlin hatte der deutsche Film „Das Einmaleins der Liebe“ seine Uraufführung. In den Hauptrollen waren Luise Ullrich und Paul Hörbiger zu sehen. Die Regie hatte Carl Hoffmann geführt. Die Musik hatte Theo Mackeben geschrieben.
20. September
Deutsches Reich/Film 1935 – In Hamburg fand die Uraufführung des Films „Nur ein Komödiant“ mit Rudolf Forster in der Hauptrolle statt. Unter der Regie von Erich Engel spielten neben ihm Christel Mardayn, Paul Wegener, Hans Moser, Hilde von Stolz und viele andere. Die Musik hatte Willy Schmidt-Gentner geschrieben.
20. September
Deutsches Reich 1935 – Die Gesamtstundenzahl pro Woche war für mittlere und höhere Schulen von 40 auf 33 gesenkt worden. Der 7. Wochentag der Schulwoche war als sogenannter „Staatsjugendtag“ angekündigt worden. Damit war der Sonntag der Hitlerjugend vorbehalten. Der „Staatsjugendtag“ an Volksschulen blieb auf dem Samstag.
21. September
Großbritannien 1935 – Die Flottenkonzentration Großbritanniens im Mittelmeer wurde vom britischen Außenministerium in London mit der wochenlangen italienischen Pressekampagne gegen das britische Königreich erklärt.
21. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Der Roman „Das geteilte Haus“ von Pearl S. Buck war bei Zsolnay erschienen.
22. September
Sowjetunion 1935 – Die Dienstgrade in der sowjetischen Roten Armee, die nach der Oktoberrevolution 1917 abgeschafft worden waren, waren wieder eingeführt worden. Seinerzeit sollte die Abschaffung den Sturz zaristischer Hierarchien verdeutlichen.
22. September
Deutsches Reich 1935 – Der „Volksbund für das Deutschtum im Auslande“ hatte einen reichsweiten „Tag des deutschen Volkstums“ durchgeführt. Die Reden auf der HauptversammlungIn Berlin hatten sich vor allem mit den „Leiden der Memeldeutschen“ in Litauen befasst.
22. September
Italien 1935 – Die italienische Regierung hatte verfügt, den Umfang der Tageszeitungen zu verringern, um Zellulose-Importe einzuschränken. Pro Ausgabe waren höchstens sechs, bei Sonntagszeitungen acht Seiten zugelassen worden.
22. September
Automobilrennsport 1935 – Auf Mercedes hatte der deutsche Rennfahrer Rudolf Caracciola den Großen Preis von Spanien gewonnen und sich damit den Europameister-Titel gesichert.
22. September
Hamburg 1935 – In Hamburg hatte das Ton-Künstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins begonnen.
23. September
Deutsches Reich 1935 – In Berlin hatte die dritte Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union begonnen. Sie hatte sich gegen die von den Nationalsozialisten verordnete Reichskirchenregierung gewandt und sich „als die rechtmäßige Kirche ihres einen rechtmäßigen Herrn“ erklärt.
23. September
Deutsches Reich 1935 – Für das Winterhilfswerk waren gesetzliche Mindestspendensätze festgelegt worden. Als Spende mussten deutsche Lohn- und Gehaltsempfänger 10 Prozent der Lohnsteuer abführen.
23. September
USA 1935 – Rund 400.000 Braunkohlenarbeiter waren in 22 Bundesstaaten der USA in einen Lohnstreik getreten. Nach der teilweisen Erfüllung ihrer Forderungen war der Ausstand am 26. September beendet worden.
24. September
Deutsches Reich 1935 – Die Reichsregierung in Berlin hatte das „Gesetz zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche“ erlassen. Der neu ernannte Kirchenminister Hanns Kerrl war ermächtigt worden, „zur Wiederherstellung geordneter Zustände in der Deutschen Evangelischen Kirche“ rechtsverbindliche Verordnungen zu erlassen.
24. September
Boxen 1935 – Der US-Amerikaner Joe Louis hatte im New Yorker Yankee-Stadion den ehemaligen Boxweltmeister aller Klassen, Max Baer (USA), in der vierten Runde durch K. o. Besiegt.
24. September
Deutsches Reich 1935 – Die Reichsschrifttumskammer hatte einzelne Schriftstellerverbände wie beispielsweise den „Reichsverband deutscher Schriftsteller“ aufgelöst und deren Mitglieder direkt in die dem Propagandaministerium unterstellte Kammer eingereiht.
24. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – In der Hanseatischen Verlagsanstalt war das Erinnerungsbuch „Heimkehr“ von August Winnig erschienen. Im Danziger Verlag Kasemann war das Buch „Jahrhundertwende. Geschichte meines Lebens 1893-1914“ von Max Halbe veröffentlicht worden.
25. September
Deutsches Reich 1935 – Unter Aufsicht des Wissenschaftsministeriums war das „Reichsinstitut für die Geschichte des neuen Deutschlands“ gegründet worden. Der bisherige Referent des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg, Walter Frank, wurde der Leiter dieses Instituts.
25. September
USA/Theater 1935 – Das Drama „Winterset“ von Maxwell Anderson war im New Yorker Martin Beck Theatre uraufgeführt worden. Inspiriert war das Theaterstück von der Justizaffäre um Niccolo Sacco und Bartolomeo Vanzetti. Die beiden Anarchisten waren 1927 nach einem umstrittenen Indizienprozess wegen Mordes in den USA hingerichtet worden.
25. September
International 1935 – Die Kommunistische Internationale (KI) hatte der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI) vorgeschlagen, in einer gemeinsamen Konferenz die besten Mittel zu prüfen, die zur Durchführung der von beiden Internationalen bezeichneten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Friedens anzuwenden wären. Am 7. Oktober hatte die KI ihr Angebot erneuert.
25. September
Deutsches Reich 1935 – Der Reichsstand des Deutschen Handwerks hatte seinen „Feldzug gegen den Pump beim Handwerk!“ begonnen und hatte für pünktliche Bezahlungen der Handwerkerrechnungen plädiert.
25. September
Ostpreußen 1935 – Im ostpreußischen Königsberg (heute Kaliningrad in Russland) hatte die Altpreußische Bekenntnissynode ihre Tagung begonnen. Sie wandte sich gegen die radikalen Forderungen der Deutschen Christen, die in diesen Tagen bei einer Veranstaltung im Berliner Sportpalast unter anderem die Abschaffung des Alten Testaments und die Säuberung des Neuen Testaments von der „Sündenbock- und Minderwertigkeitstheologie des Rabbiners Paulus“ gefordert hatten.
25. September
Deutsches Reich 1935 – Im Berliner Krüger Verlag war die Biographie „Menzel“ von Joachim von Kürenberg erschienen.
26. September
Frankreich 1935 – Im Pariser Hotel „Lutetia“ hatten Kommunisten, Sozialdemokraten und Vertreter der bürgerlichen Opposition über eine deutsche Volksfront gegen das Hitler-Regime beraten.
26. September
Völkerbund 1935 – In Genf (Schweiz) hatte die Völkerbundsversammlung nicht näher definierte Sanktionen angekündigt, falls Italien einen Krieg gegen Abessinien beginnen sollte.
26. September
Sowjetunion 1935 – In der UdSSR waren aufgrund einer Verordnung der sowjetischen Regierung in Moskau Lebensmittelkarten für Fleisch, Fisch und andere Grundnahrungsmittel abgeschafft worden. Dadurch hatten sich die Preise der bislang rationierten Lebensmittel erhöht.
26. September
Deutsches Reich/Film 1935 – Der deutsche Film „Wenn die Musik nicht wär“ war im thüringischen Weimar uraufgeführt worden. Die Regie hatte Carmine Gallone gehabt. Paul Hörbiger und Hubert von Meyerinck spielten die Hauptrollen. In dem historisch-musikalischen Lustspiel aus der Zeit des Komponisten Franz Liszt spielten außerdem Sybille Schmitz, Karin Hardt, Ida Wüst und andere.
26. September
Berlin 1935 – In Berlin hatte die wissenschaftliche Tagung der deutschen Gesellschaft für Minerlölforschung und der Brennkrafttechnischen Gesellschaft begonnen.
26. September
Deutsches Reich/Musik 1935 – Am Berliner Komödienhaus war das musikalische Spiel „Schmincke“ von Willi Kollo uraufgeführt worden.
26. September
Deutsches Reich/Film 1935 – In Leipzig war der Operettenfilm „Der Vogelhändler“ nach Carl Zeller zur Uraufführung gekommen. In den Hauptrollen waren Wolf Albach-Retty, Maria Andergast, Lil Dagover u. a. zu sehen. Regie hatte E. W. Emo geführt.
26. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Der Roman „Der dreieckige Marktplatz“ von Wilhelm Schmidt-Bonn war im Propyläen Verlag erschienen.
26. September
Deutsches Reich/Theater 1935 – Am Komödienhaus Dresden war das Lustspiel „Hofjagd in Steineich“ von Leo Lenz uraufgeführt worden.
27. September
Deutsches Reich 1935 – In Kiel war der erste deutsche U-Boot-Verband der neuen Flotte, die „Unterseebootflottille Weddingen“, in Dienst gestellt worden.
27. September
Deutsches Reich 1935 – Der Münchner Ernst Henne hatte auf der neuen Autobahn bei Frankfurt am Main einen Geschwindigkeitsrekord für Motorräder aufgestellt.
27. September
Frankreich 1935 – In Paris hatte sich die 1922 in einen sozialistischen und in einen kommunistischen Flügel gespaltene französische Gewerkschaftsbewegung zur Einheuitsgewerkschaft Conféderation Générale du Travail (CGT) wiedervereinigt. Der Schritt hatte im Zusammenhang mit der Bildung einer Einheitsfront in Frankreich gestanden.
27. September
Deutsches Reich/Musik 1935 – Am Berliner Metropoltheater war die Operette „Ball der Nationen“ von Fred Raymond uraufgeführt worden.
28. September
Deutsches Reich 1935 – Das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda hatte den deutschen Zeitungen in einer Presseanweisung die weitere Berichterstattung über das Einsturzunglück beim Bau einer Berliner U-Bahnlinie verboten.
28. September
Deutsches Reich 1935 – Am Deutschen Theater in Wiesbaden war die Oper „Der Student von Prag“ von Erwin Mirsch-Riccius zur Uraufführung gelangt.
29. September
Automobilrennsport 1935 – In Brünn (heute Brno in Tschechien) hatte der deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer vor 200.000 Zuschauern auf Auto-Union den Großen Preis der Tschechoslowakei gewonnen.
29. September
Memelland 1935 – Bei den Landtagswahlen im Memelgebiet hatte die deutsche Einheitsliste 81 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlen waren Gegenstand heftiger Kontroversen zwischen Litauen und dem Deutschen Reich gewesen. Deutschland hatte die Rechte der deutschen Minderheit in Litauen gefährdet gesehen. Das Memelland war im deutschen Sprachraum jener in der Zwischenkriegszeit von Deutschland abgetrennte Landesteil Ostpreußens, der nördlich des Flusses Memel liegt.
29. September
Deutsches Reich/Ungarn 1935 – Der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Hermann Göring, und der ungarische Ministerpräsident Gyula Gömbös waren zu einem Geheimabkommen zu dem Ergebnis gekommen, das in Ungarn in zwei Jahren ein politisches System eingeführt werden könnte, das dem des nationalsozialistischen Deutschland ähneln sollte.
30. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsinnenminister Wilhelm Frick hatte in einem Schnellbrief an alle Obersten Behörden die Entlassung aller Beamten, die von drei oder vier „volljüdischen“ Großeltern abstammten, angeordnet.
30. September
Deutsches Reich 1935 – Bereits am Samstag vor einer Woche waren im Deutschen Reich Versorgungsschwierigkeiten aufgetreten. Am heutigen Tag waren praktisch weder Butter, noch Margarine oder Schweineschmalz zu bekommen.
30. September
USA/Musik 1935 – Die Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin war in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) zur Uraufführung gelangt.
30. September
Deutsches Reich 1935 – Reichsaußenminister Konstantin von Neurath hatte mit dem finnischen Außenminister Antti Hackzell eine Zusammenarbeit der nordischen Staaten vereinbart.
30. September
Deutsches Reich/Belgien 1935 – Zwischen der deutschen und der belgischen Regierung war eine Regelung der deutschen Kohlenausfuhr vereinbart worden.
30. September
Deutsches Reich 1935 – Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich hatte 1.713.693 betragen.
30. September
Deutsches Reich/Buchhandel 1935 – Im Reclam Verlag war der Roman „Peter Drosts drittes Leben“ von Hans von Hülsen erschienen. Der Grote Verlag in Berlin hatte die gesammelten Reden und Aufsätze „Nation und Geschichte“ von Hermann Oncken herausgebracht.
30. September
Deutsches Reich 1935 – Zum Stichtag waren von den geplanten 6.900 km Reichsautobahn 49 km fertiggestellt, 1.700 im Bau und 3.150 km für den Bau freigegeben worden.
Nachrichten September 1935 in der Presse
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