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Das Autojahr 1914 - Maserati kam, sah und siegte

1914 markierte den Beginn des italienischen Sportwagen-Herstellers Maserati, dessen Fahrzeuge bis heute den Inbegriff an Luxus auf vier Rädern darstellen. Am 1. Dezember jenes Jahres gründeten die fünf Brüder Maserati in Bologna das Unternehmen Società Anonima Officine Alfieri Maserati. Der Dreizack des Neptunbrunnens in Bologna wurde das Vorbild für das Firmenlogo.
Erste Siege bei wichtigen Autorennen wie Targa Florio und Indianapolis 500 stellten sich ab Mitte der zwanziger Jahre ein. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg baute Maserati, abgesehen von ein paar wenigen Sonderanfertigungen aus den dreißiger Jahren, ausschließlich Rennfahrzeuge. Erst im Jahr 1946 kam mit dem luxuriösen, 160 km/h schnellen Maserati A6 das erste Straßenfahrzeug des Unternehmens auf den Markt, das in mehreren Ausfertigungen bis in die frühen fünfziger Jahre erfolgreich verkauft wurde. In den sechziger Jahren entwickelte Maserati mit Sportwagen wie dem Mistral, dem Ghibli und dem Maserati Mexico die schnellsten Autos jener Zeit, die große kommerzielle Erfolge wurden. In den achtziger Jahren war das Sportcoupé Biturbo als der „kleine“ Maserati kurz nach seinem Erscheinen sehr begehrt, die Verkaufszahlen gingen jedoch zurück, als sich Probleme mit der hohen Besteuerung und Mängel wie Motorschäden oder gerissene Zahnriemen feststellen ließen, was den Ruf von Maserati kurzfristig schädigte. In der jüngeren Automobilgeschichte wurde das italienische Traditionsunternehmen vor allem durch seine viertürigen Sportlimousinen-Modelle bekannt. Der sogenannte Quattroporte erschien erstmals im Jahr 1963 und war neben Jaguar jahrelang das einzige Fahrzeug weltweit, das als das ultimative Statussymbol erfolgreicher Geschäftsleute in der Werbe- und Marketingbranche galt.
Chevrolet brachte im Jahr 1914 zwei Automobile auf den Markt. Der Royal Mail Roadster wurde das berühmteste Modell der H-Serie, der Baby Grand Touring bot erstmals Platz für fünf Passagiere. Weitere Modelle, die in den USA 1914 herauskamen, hatten klingende Namen wie Dudley Bug Cycle Car, Turmbull Runabout oder O-We-Go Cyclecar des gleichnamigen Unternehmens, das im darauf folgenden Jahr bereits die Produktion wieder einstellte und in Konkurs ging. Das Unternehmen Blood Brothers Machine Co. brachte in diesem Jahr den Cornelian Racer heraus, Briggs-Detroiter den 1914 Detroiter.
Das Jahr 1914 markierte das Ende für eine Vielzahl von US-amerikanischen Automobilherstellern, die der harten Konkurrenz der US-Autoindustrie nicht standhalten konnten. Firmen wie Hoover, Mercury, Knox, Ramble, Great Southern oder American Underslung schlossen in diesem Jahr ihre Fabriken.
Auch in Europa mussten einige Automobilhersteller im ersten Kriegsjahr ihre Produktionsstätten schließen. In Österreich gingen die 1914 gegründeten Unternehmen KAN und Perfekt noch im selben Jahr in Konkurs, ein Schicksal, das auch die belgischen Marken Vivinus, Frenay und Nova traf. Der in Belgien in diesem Jahr gegründete Hersteller Alfa Legia produzierte bis 1921 Autos, in Deutschland bedeutete das Jahr 1914 für Konzerne wie Padeus, Westfalia und Windhoff das Ende ihrer Existenz. In England schlossen die Fabriken von Bradwell, Britannia, Tysely und Utopia für immer ihre Tore. Die 1914 gegründeten britischen Hersteller Buckingham und Projecta überlebten den Ersten Weltkrieg und produzierten ihre Fahrzeuge bis in die frühen zwanziger Jahre.
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