Musikgeschichte der 70er Jahre |
||
|
1970 standen alle Zeichen auf Sturm. Mit Galionsfiguren wie James Brown und Bob Marley traten der Funk und der Reggae ihre Siegeszüge an. Politische Statements wurden unverblümter vorgetragen. Statt dessen sorgten die Erben der Hardrock-Dinosaurier Led Zeppelin für Furore. Deep Purple, Black Sabbath und Uriah Heep gehörten zur Speerspitze jener stetig wachsenden ersten Heavy Metal-Bewegung, die man später - in Abgrenzung zum 1976 aus Bluesrock-, Punk- und Jazzelementen entstehenden klassischen Heavy Metal - dem Hardrock zurechnete. Dieser wiederum schlug ab 1974, als Kiss und AC/DC zu wirken begannen, eine eigenständige Entwicklungsrichtung ein, die allenfalls noch in loser Beziehung zum Metal stand, während die Alten Helden sich mehr und mehr dem Einfluss des Blues ergaben. Ebenfalls 1970 entsetzte und ergötzte Miles Davis mit dem Fusion-Hexengebräu "Bitches Brew" die Fachwelt. Die Mauer zwischen Jazz und Rock war nun endgültig gefallen, wodurch auch die Jugend sich wieder verstärkt für erstgenannten Stil begeistern ließ. Dass der "richtige" Jazz darunter nicht litt, sondern in seinen Ausdrucksmöglichkeiten bereichert wurde, zeigt auf eindrucksvolle Weise Carla Bleys Magnum opus "Escalator Over The Hill". Im Gegensatz zur Bombastische Klangvielfalt, ausladende von Klassischer Musik und Jazz beeinflusste Kompositionen sowie höchsten Ansprüchen genügendes Instrumentalspiel verschafften musikalischen Schwergewichten wie Yes, Genesis, Pink Floyd, Queen oder Emerson, Lake & Palmer ein begeistertes, wenn auch nicht in jedem Fall übermäßig großes Publikum. Auch Led Zeppelin warteten mit einigen Rock-Überraschungen, darunter "Houses Of The Holy", auf. Dass immer mehr Bands bei ihren (oft genug nur vermeintlich) intellektuellen Höhenflügen den Bodenkontakt verloren, gefiel natürlich längst nicht allen Hörern. Der Ruf nach einem Gegenentwurf - mit dem selbst die neue Hardrockgeneration kaum dienen konnte - wurde lauter. In New York und London wurde er erhört. Die Ramones formierten sich 1974, und im Jahr darauf erschuf Malcolm McLaren faktisch im Alleingang die Sex Pistols - in Johnny Rotten fand er den idealen Bürgerschreck. "Never Mind The Bollocks" löste eine weltweite Protestkultur aus, in deren Dunstkreis sich schnell die New Wave herausbildete, die die radikale Attitüde des Punk zähmte und tanzbare, oft Fest im Sattel konnte eigentlich nur sitzen, wer wie Donna Summer rechtzeitig dabei war und daher als Identifikationsfigur galt. Doch der Disco-"Wahn" hatte auch sein Gutes: In den Diskotheken wurde - nicht zuletzt aus Gründen der Abwechslung - so manche Perle der Popmusik aufgelegt, die die Besucherschaft sonst vielleicht gar nicht oder nur aus klanglich meistens weit weniger wirkungsstarken Radiolautsprechern zu hören bekommen hätte. |
||
|
|
|
| Geschichte der Musik |
| Charts der 70er |
| 1970 |
| 1971 |
| 1972 |
| 1973 |
| 1974 |
| 1975 |
| 1976 |
| 1977 |
| 1978 |
| 1979 |
|
Charts 1970 als MP3 Die Musi8charts von 1970 als MP3-Download MP3 Downloaden |
![]() 70er Charts |
![]() 70er Pophits |
![]() 70er Schlagerparade |
![]() Musikcharts 1970 |
| Kunst 70er Jahre |
| Geschichte der Musik |
| Technik 70er Jahre |
| 70er Schlager |



