| Musikgeschichte der 60er Jahre | ||||
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Als die
fünfziger Jahre
endeten, war die Popkultur in eine neue Phase
getreten.
Elvis Presley hatte dem Rock 'n' Roll
eine weltweite Popularität verschafft, die bis dahin
ihresgleichen suchte. Kaum ein Musikprojekt, das bei
der Jugend Anklang finden wollte, konnte sich diesem
Sog völlig entziehen. So wurde beispielsweise für
einige Jahre der Twist zur dominierenden Tanzmusik.
Eine kurze Zeit lang schien es, als mündete die
Entwicklung direkt in einen alles vereinnahmenden
Einheitssound. Doch natürlich geschah, was in
solchen Phasen der Musikgeschichte stets geschieht:
Konkurrenzdruck und Freiheitsdrang zwangen viele
Musiker zu mehr Originalität. In England entstand
die Beatmusik, deren Speerspitze die
Beatles
und die
Rolling Stones bildeten. Währenddessen war
in den USA aus dem Rhythm and Blues (dessen weiße
Spielart der Rock 'n' Roll war), der Soul
hervorgegangen. Einer seiner Hauptvertreter, der vor
Energie überschäumende
James Brown,
ließ seine Band so lange mit groovenden Rhythmen
experimentieren, bis aus deren Soul schließlich Funk
wurde.
1964 kam aus dem Beat eine Neuerung, die das Klangbild der Rockmusik für immer prägte. Dave Davies, Gitarrist bei den Kinks, hatte den Lautsprecher seiner Gitarrenbox derart mittels einer Rasierklinge manipuliert, dass er bis dahin ungehörte Klänge von sich gab. Endlich waren wilde und laute Gitarrensoli mit nahe der Schmerzgrenze angesiedelten, lang anhaltenden Tönen möglich. Und der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können. Ausgehend von San Francisco formierte sich gerade die schon erwähnte Hippiekultur, deren zunächst sanfter Charakter dank diverser chemischer Substanzen wie LSD, Mescalin etc. bald auch psychedelisch-wilde Erscheinungsformen annahm - weswegen später das Bonmot entstand: "Wer sich noch an die Sechziger erinnern kann, hat sie nicht erlebt." Als 1967 die Beatles mit ihrem "Sgt. Pepper"-Album den Summer of Love einläuteten, war es natürlich um den exklusiven Charakter der Hippiekultur geschehen. Aus einer ihrem Selbstverständnis nach von Überzeugungen geleiteten Gemeinschaft wurde eine Massenbewegung, deren Angehörige oft lediglich der Mode folgten. Was für wahre Hippies Gift war, verhalf der Musik zu neuer Artenvielfalt. Während angenehme Klänge nach wie vor hoch im Kurs standen (als Beispiel sei das formidable "Odessey/Oracle" der Zombies erwähnt), entdeckte die Avantgarde, allen voran der John Cage-Schüler John Cale, den Reiz des Krachs. Velvet Underground beglückten ihre - noch nicht sehr zahlreiche - Hörerschaft mit Feedback-Orgien, treibenden Rhythmen und wohlorganisiertem Missklang. Wer nach den Wurzeln des Punksounds sucht, wird hier fündig.
Schon 1965 hatten The Who in energetischer Hinsicht das Erbe der Kinks angetreten. Wütender, harter Rock war ein Faktor, mit dem fortan stetig zu rechnen war - nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Desillusionierung der Anhänger des Peace-and-Love-Gedankens. Anfang 1968 veröffentlichten Blue Cheer ihr Debüt "Vincebus Eruptum", das erstmals klar erkennbar Elemente des Metal in sich trägt. Den Ausklang der Dekade dominierten neben bluesgeprägten Schwergewichten wie den Doors oder Janis Joplin die Proto-Hardrocker Led Zeppelin. |
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