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Juli 1984 - Neuer Bundespräsident für die BRD

Kalender Juli 1984
Der CDU-Politiker, der sich landesweit großer Beliebtheit erfreute, Richard von Weizsäcker, trat nach Karl Carstens als neuer Bundespräsident sein Amt an. In Liechtenstein hatten die Herren in den oberen Reihen eine weitaus schwerere Entscheidung zu treffen. Sie stimmten über die Einführung des Wahlrechts für Frauen ab. Der weiblichen Bevölkerung wurde das nun zwar zugestanden, allerdings nur mit knapper Mehrheit der Wahlberechtigten Herren. Das Mittelalter ließ grüßen. Wenigstens konnten in der Bundesrepublik die Arbeitskämpfe beendete werden. Druck- und Metallindustrie waren mit einem Kompromiss einverstanden und die Arbeit konnte weitergehen. Die Sowjetunion rügte die DDR öffentlich wegen ihrer Annäherung an die BRD. An einem Millionenkredit änderte, für den die BRD die Bürgschaft übernommen hatte, änderte diese Kritik nichts. Da war sich die DDR selbst am nächsten. Erfreulich aber, und das nicht nur für die Schweiz und Italien, dass nach mehr als zehn Jahren der Lago Maggiore und der Luganer See für die Badelustigen wieder freigegeben werden konnte. Die Wasserqualität bestand die nötigen Tests.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1984

1. Juli
BRD 1984 – In der bundesdeutschen Hauptstadt wurde von den Abgeordneten von Bundesrat und Bundestag der CDU-Politiker Richard von Weizsäcker (*1920) als sechster deutscher Bundespräsident vereidigt.
1. Juli
Liechtenstein 1984 – Die männlichen Wahlberechtigten im Fürstentum Liechtenstein entschieden sich mit knapper Mehrheit für die Einführung des Frauenwahlrechts in ihrem Land.
1. Juli
Arbeitskampf/BRD 1984 – Der Arbeitskampf in der Metallindustrie wurde beendet. Es konnte eine Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden unter Zulassung von Ausnahmeregelungen vereinbart werden. Wenige Tage später beendete auch die Druckindustrie ihren Arbeitskampf. Der Kompromiss aus der Metallindustrie wurde übernommen.
1. Juli
Fußball 1984 – Für die höchste Ablösesumme, die in der Geschichte des Fußballs bis dato jemals gezahlt wurde, wechselte der argentinische Nationalspieler Diego Armando Maradona (*1960) vom FC Barcelona zum AC Neapel. Es waren umgerechnet fast 22 Millionen DM gewesen.
2. Juli
BRD 1984 – In Bonn beschloss das Bundeskabinett den Haushaltsentwurf des Folgejahres. Das Gesamtvolumen für 1985 betrug 260 Millionen DM, die Neuverschuldung 23,9 Milliarden DM.
2. Juli
RAF 1984 – In Frankfurt am Main (Hessen) wurden in einer Wohnung sechs mutmaßliche Mitglieder der Roten-Armee-Fraktion (RAF) verhaftet. Unter den Festgenommenen befand sich Helmut Pohl (*1943). Dieser wurde von den bundesdeutschen Sicherheitsbehörden zu den führenden Köpfen der Terroristenvereinigung gezählt.
3. Juli
Polen 1984 – Gegen den polnischen Pater Jerzy Popieluszko (1947-1984) wurde von einem Warschauer Gericht Anklage erhoben wegen „Missbrauch des geistlichen Amtes“. Dem in der polnischen Hauptstadt Warschau amtierenden Priester wurde vorgeworfen, dass er während seiner Sonntags-Predigten für die verbotene Gewerkschaft „Solidarität“ eingetreten sei.
3. Juli
Tierschutz 1984 – Auf St. Paul und weiteren Inseln der Aleuten (US-Bundesstaat Alaska) begann trotz massiver Protest von Tierschützern die diesjährige Robbenjagd.
4. Juli
BRD/Lateinamerika 1984 – Eine bis zum 12. Juli andauernde Reise nach Argentinien und Mexiko trat Bundeskanzler Helmut Kohl (*1930) an. Das war der erste offizielle Besuch eines deutschen Regierungschefs in Staaten Lateinamerikas. Die Regierungssprecher in Bonn betonten, dass der Bundeskanzler nicht die Absicht habe, als Vermittler oder Unterhändler in der Frage der Auslandsschulden aufzutreten. Sie wollten damit die an den Kanzlerbesuch geknüpften hohen Erwartungen dämpfen.
4. Juli
DDR/Griechenland 1984 – Der griechische Ministerpräsident Andreas Papandreou (1916-1996) traf zu einem Staatsbesuch in der DDR ein.
4. Juli
Libanon 1984 – Die libanesische Armee übernahm nach dem Abzug der UN-Truppen für Groß-Beirut die Kontrolle über die wichtigsten Zentren der Stadt gemäß dem UN-Sicherheitsplan.
4. Juli
Düsseldorf 1984 – Die Friedrich Flick Industrieverwaltung KGaA verkaufte einer Mitteilung aus Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) zufolge die Edelstahlwerke „Buderus“. Die Hauptanteile am 32,5 Millionen-DM-Grundkapital der Werke gab sie an die Berliner Handels- und Frankfurter Bank in Frankfurt am Main ab.
4. Juli
Karlsruhe 1984 – Ein Krefelder Arzt wurde vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe vom Vorwurf der versuchten Tötung durch unterlassene Hilfeleistung freigesprochen. Der Arzt hatte auf Wunsch einer todkranken Patientin auf lebenserhaltende Maßnahmen verzichtet.
5. Juli
Großbritannien 1984 – In der britischen Hauptstadt London scheiterte die Entführung des nigerianischen Exilpolitikers Umaro Dikko (*1936). Er sollte in einer als Diplomatengepäck deklarierten Kiste nach Lagos geflogen werden. Die Regierung in Lagos beteuerte auf die britischen Vorwürfe hin, nichts mit der Entführung zu tun zu haben. Sie forderte aber die Auslieferung Dikkos wegen Korruption.
5. Juli
Flugzeugentführung 1984 – Ein Airbus der Indian Airlines mit 264 Personen an Bord wurde von acht militanten Sikhs nach Pakistan entführt.
5. Juli
West-Berlin 1984 – Ein seit Mitte Juni andauernder Streik von Akkordarbeitern wurde nach Einigung der Tarifparteien im Bauhauptgewerbe in West-Berlin beendet. Es war ein Kompromiss erzielt worden bei der Hauptforderung nach einer Veränderung im Lohnsystem.
5. Juli
Schweiz 1984 – Die Wasserqualität des Lago Maggiore bei Locarno (Schweiz) hatte sich nach jüngsten Untersuchungen soweit verbessert, dass für Badende keine gesundheitlichen Gefahren mehr bestanden. Nach dem Anschluss zahlreicher Gemeinden an Kläranlagen wurde auch der Luganer See (Schweiz und Italien) für Badende wieder freigegeben. Die beiden Gewässer waren vor 13 Jahren gesperrt worden.
6. Juli
Druckindustrie 1984 – Wie in der Metallindustrie bereits am 1. Juli geschehen, so beendete die Druckindustrie nach einem 13 Wochen dauernden Streik ebenfalls ihren Arbeitskampf. Sie übernahm den Kompromiss der Metallbranche, der eine Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden unter Zulassung von Ausnahmen beinhaltete.
6. Juli
Katholikentag 1984 – Auf dem Katholikentag in der bayerischen Landeshauptstadt München kritisierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Joseph Höffner (1906-1987), die Oppositionsbewegung „Kirche von unten“. Er wies darauf hin, dass das Christentum keine Anleitung zur Befreiung der Menschen aus gesellschaftlichen Zwängen sei.
7. Juli
West-Berlin 1984 – Hunderttausende verfolgten vor dem Reichstagsgebäude im West-Berliner Stadtteil Tiergarten das „Feuertheater“ des Wiener Künstlers André Heller (*1947). Der Künstler hatte das Spektakel im Rahmen des ersten Berliner „Sommernachtstraums“ inszeniert.
7. Juli
DDR/Japan 1984 – Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Humboldt-Universität in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) eröffnete die Universität in Japan eine Ausstellung, in der vor allem Exponate aus dem Naturkundemuseum ausgestellt wurden.
7. Juli
Fußball 1984 – Die Leitung der bundesdeutschen Fußball-Nationalmannschaft über der Ex-Fußballstar Franz Beckenbauer (*1945).
8. Juli
Niedersachsen 1984 – Zum neuen Spitzenkandidaten ihrer Partei wählten die Parteigenossen der niedersächsischen SPD Gerhard Schröder (*1944) für die nächste Landtagswahl im Jahr 1986.
8. Juli
Tennis 1984 – In Wimbledon gewann die US-amerikanische Tennisspielerin Martina Navratilova (*1956) zum fünften Mal bei den All-England-Tennismeisterschaften. Bei den Herren holte der US-Amerikaner John McEnroe (*1959) zum dritten Mal den Titel in den Einzelwettbewerben.
9. Juli
Spanien 1984 – In der spanischen Hauptstadt Madrid trafen der Ministerpräsident des Landes, Felipe Gonzalez (*1942) und sein Amtskollege aus Portugal, Mario Soares (*1924), zu Gesprächen zusammen. Hauptsächliches Thema des Treffens war der von den beiden Ländern angestrebte Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (EG).
9. Juli
Europäischer Gerichtshof 1984 – Von der EG-Kommission in Brüssel (Belgien) wurde die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verklagt wegen des Festhaltens am deutschen Reinheitsgebotes für Bier.
9. Juli
Weltkirchenrat 1984 – In Genf (Schweiz) begann der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirche seine zehntägige Jahreskonferenz. Der Methodist Emilio Castro (1927-2013) aus Uruguay wurde zum neuen Generalsekretär des Weltkirchenrates gewählt.
9. Juli
DDR/Italien 1984 – Zu einem zweitägigen Staatsbesuch traf der italienische Ministerpräsident Bettino Craxi (1934-2000) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ein.
9. Juli
Iran 1984 – In Teheran, der Hauptstadt des Irans, wurden 25 Menschen hingerichtet. Sie waren von einem Revolutionsgericht des Rauschgifthandels für schuldig befunden worden.
10. Juli
Niedersachsen 1984 – Im niedersächsischen Stade stürzte ein Düsenjäger der deutschen Bundeswehr vom Typ F 104 „Starfighter“ auf ein Wohnhaus. Aus dem in Brand geratenen Haus konnte eine Frau nur noch tot geborgen. Vier weitere Menschen waren schwer verletzt worden. Der Pilot der Maschine hatte sich retten können.
10. Juli
Frankfurt am Main 1984 – Der Aufsichtsrat der Alten Oper in Frankfurt am Main (Hessen) entließ den Manager des Hauses, Ulrich Schwab (*1941). Der Grund für die Entlassung war die Auseinandersetzung um eine Aufführung des Stücks von Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), „Der Müll, die Stadt und der Tod“. Trotz der gegensätzlichen Ansicht des Aufsichtsrates hatte Schwab das Stück im Rahmen der „Frankfurter Feste“ herausbringen wollen.
11. Juli
BRD/USA 1984 – In Washington (USA) unterzeichnete Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (1934-1994) ein Abkommen über den Kauf von Flugabwehrsystemen des Typs „Patriot“ für die deutsche Bundeswehr.
11. Juli
OPEC 1984 – In der österreichischen Hauptstadt Wien beschloss die 70. Ministerkonferenz Erdöl exportierender Länder (OPEC), für Rohöl den Richtpreis von 29 US-Dollar je Barrel (158,987 DM) und die Fördermenge von 17,5 Millionen Barrel pro Tag einzuhalten.
12. Juli
Frankreich 1984 – In den strittigen Fragen des neuen Schulgesetzes plädierte der französische Staatspräsident François Mitterrand (1916-1996) für einen Kompromiss mit den bürgerlichen Parteien. Er sprach sich dafür aus, dass solche Probleme der „öffentlichen Freiheiten“ mittels Volksentscheid gelöst werden sollten. Zugleich kündigte er eine entsprechende Verfassungsänderung an.
12. Juli
Illustrierte „stern“ 1984 – In ihrer Nr. 29 veröffentlichte die in Hamburg erscheinende Illustrierte „stern“ die erste Medienliste, die von nun an wöchentlich anzeigte, was „die Deutschen am liebsten sahen, hörten, lasen“. Die Medienliste war von „media control“ in Auftrag gegeben worden.
12. Juli
West-Berlin 1984 – Das von Peter Zadek (1926-2009) inszenierte Stück „Ghetto“ des israelischen Dramatikers Jehoschua Sobol (*1939) hatte in der Freien Volksbühne in West-Berlin Premiere. Bei Kritik und Publikum war die Darstellung des jüdischen Massenmordes in Form eines Musicals umstritten.
12. Juli
München 1984 – In der bayerischen Landeshauptstadt München und in seiner östlichen Umgebung richtete ein Unwetter mit verheerendem Hagelschlag schwere Schäden an. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Es entstanden zudem Sachschäden an Autos, Gebäuden und anderen Gegenständen. Die Schadensbilanz belief sich auf etwa 3 Millionen DM.
13. Juli
Polen 1984 – In der polnischen Hauptstadt Warschau begann der Prozess gegen vier Anführer des Komitees zur Gesellschaftlichen Selbstverteidigung (KOR) unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Komitee hatte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der oppositionellen Gewerkschft „Solidarität“ gespielt.
13. Juli
BRD/Frankreich 1984 – Über den Abbau der Grenzkontrollen vereinbarten die Bundesrepublik und Frankreich ein Abkommen.
13. Juli
Fernsehen 1984 – Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Österreichische Rundfunk (ORF) und die Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft (SRG) einigten sich in Mainz (Rheinland-Pfalz) über ein Versuchsprojekt eines gemeinsamen Satellitenprogramms. Es würde den Namen „3SAT Satellitenfernsehen des deutschen Sprachraums ZDF-ORF-SRG“ tragen.
14. Juli
Neuseeland 1984 – Die bisher oppositionelle Labour Party errang bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Neuseeland die Mehrheit über die bisher regierende konservative Nationalpartei.
15. Juli
BRD 1984 – Der Grünen-Politiker Otto Schily (*1932) riet in einem Interview des „Gießener Anzeiger“ seinen Parteifreunden, auf eine Koalition mit den Sozialdemokraten hinzuarbeiten.
15. Juli
London 1984 – In der britischen Hauptstadt London wurde offiziell bekannt, dass der Großverleger Robert Ian Maxwell (1923-1991) die „Mirror“-Zeitungsgruppe erworben hatte.
16. Juli
BRD/El Salvador 1984 – Der im Juni gewählte Präsident von El Salvador, José Napoleón Duarte (1925-1990), besuchte im Rahmen seiner Reise in die Vereinigten Staaten drei Tage die Bundesrepublik. Er traf dabei unter anderem mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker (*1920) und mit Bundeskanzler Helmut Kohl (*1930) zusammen, von dem die Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe zugesichert wurde.
16. Juli
Thailand/Japan 1984 – Als Vergeltung für die Nichterfüllung eingegangener Verpflichtungen von Seiten Japans beschloss der thailändische Rat der Wirtschaftsminister eine Handelskrieg gegen Japan. Absprachen über den Umfang von Importen aus Thailand hatte Japan ignoriert und Beschränkungen durchgesetzt.
16. Juli
Bremen 1984 – In der Hoffnung, die Unfallzahlen und auch die Lärmbelästigung minimieren zu können, wurde auf den Autobahnen im Bereich der Stadt Bremen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h eingeführt. Der Bremer Innensenator sollte nach zwei Jahren entscheiden, ob der Versuch weiter fortgesetzt wird.
17. Juli
Bundesverfassungsgericht Karlsruhe 1984 – Die Bundesregierung war nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe verpflichtet, dem Untersuchungsausschuss der Parteispendenaffäre alle gewünschten Flick-Akten zur Verfügung zu stellen.
17. Juli
Frankreich 1984 – Der französische Staatspräsident François Mitterrand (1916-1996) ernannte nach dem überraschenden Rücktritt des Ministerpräsidenten Pierre Mauroy (1928-2013) den bisherigen Industrieminister Laurent Fabius (*1946) zu dessen Nachfolger. Mauroys Regierung bestand aus einer Koalition aus Sozialisten und Kommunisten. Der neu ernannte Premier Fabius war mit 37 Jahren der jüngste in diesem Amt.
18. Juli
USA 1984 – In San Francisco (US-Bundesstaat San Francisco) wählten die Demokraten auf ihrem Parteikonvent Walter Mondale (*1928) zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten im November 1984. Erstmals wurde mit der New Yorker Kongressabgeordneten Geraldine Ferraro (1935-2011) eine Frau für das Amt des Vizepräsidenten nominiert.
18. Juli
Schweiz/Großbritannien/Argentinien 1984 – In der Schweizer Hauptstadt Bern fanden die ersten offiziellen Konsultationen zwischen Vertretern der Regierungen von Argentinien und Großbritannien seit dem Falkland-Krieg 1982 statt. Die Schweiz vertrat seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen London und Buenos Aires die Interessen der beiden Staaten. Einem Beamten des Schweizer Außenministeriums zufolge handelte es sich bei den Konsultationen um informelle Gespräche.
18. Juli
Formel-1 1984 – Von der FISA wurde der Tyrrell-Rennstall des Briten Ken Tyrrell (1924-2001) wegen unerlaubter Manipulationen von der weiteren Teilnahme an den Formel-1-Rennen 1984 ausgeschlossen.
19. Juli
Vereinte Nationen 1984 – Vor dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in Genf (Schweiz) verteidigte ein Vertreter des DDR-Justizministeriums den Schießbefehl, der an die Grenztruppen der DDR ausgegeben worden war. Im Grundgesetz von 1982 sei aber grundsätzlich festgelegt, dass das Leben der Verdächtigen „falls möglich geschont“ werden sollte.
19. Juli
Europäische Gemeinschaft 1984 – Der bisherige Wirtschafts- und Finanzminister Frankreichs, Jacques Delors (*1925), wurde zum neuen Präsidenten der EG-Kommission in Brüssel (Belgien) ernannt. Er trat damit die Nachfolge von Gaston Thorn (1928-2007) aus Luxemburg an.
20. Juli
West-Berlin 1984 – An der feierlichen Veranstaltung in West-Berlin zum Gedenken an das missglückte Attentat auf Adolf Hitler (1889-1945) vor 40 Jahren nahm Bundespräsident Richard von Weizsäcker (*1920) teil.
20. Juli
Großbritannien 1984 – Die Gewerkschaften der britischen Hafenarbeiter erzielten nach zähen Verhandlungen mit den Arbeitgebern eine Kompromisslösung und empfahlen den streikenden Dockarbeitern, den Arbeitskampf zu beenden. Am 19. Juli waren sie aus Solidarität mit den streikenden Bergarbeitern, die seit 19 Wochen im Ausstand waren, in den Streik getreten. Betroffen war von dem Ausstand hauptsächlich der internationale LKW-Verkehr.
20. Juli
Luxemburg 1984 – Der Großherzog von Luxemburg, Heinrich von Nassau (*1955) vereidigte die neue Regierung des Landes, die aus einer großen Koalition aus der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP) bestand. Der CSV-Vorsitzende und bisherige Finanzminister, Jacques Santer (*1937), wurde neuer Ministerpräsident von Luxemburg.
20. Juli
Weltrekord 1984 – Der DDR-Sportler Uwe Hohn (*1962) warf mit spektakulären 104,80 Metern einen neuen Weltrekord im Speerwerfen. Daraufhin beschloss die IAAF die technische Änderung des Sportgerätes. Uwe Hohn ging dennoch mit dem so genannten „ewigen Weltrekord“ in die Sportgeschichte ein.
21. Juli
BRD/Iran 1984 – In Teheran, der iranischen Hauptstadt, traf Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (*1927) zu einem zweitägigen Besuch ein. Es war der erste Besuch eines westeuropäischen Außenministers seit der islamischen Revolution von 1979 und er stieß vielfach auf Kritik.
21. Juli
Polen 1984 – Das polnische Parlament in der Hauptstadt Warschau befürwortete anlässlich des polnischen Nationalfeiertages eine Amnestie, die auch für 632 politische Häftlinge gelten sollte.
22. Juli
Tour de France 1984 – In der französischen Hauptstadt Paris gewann der Franzose Laurent Fignon (1960-2010) die Tour de France vor seinem Landsmann Bernard Hinault (*1954).
22. Juli
Indien 1984 – In Nordostindien hatten heftige Monsun-Regenfälle, die seit Wochen andauerten, zu riesigen Überschwemmungen geführt. Allein im Bezirk Mala (Unionsstaat Westbengalen) wurden 300 Quadratkilometer überflutet, nachdem die Uferbefestigungen des Mahananda-Flusses zerborsten war. Etwa 200.000 Menschen verloren ihr Obdach.
23. Juli
Israel 1984 – Die oppositionelle Arbeiterpartei unter Shimon Peres (*1923) konnte bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Ihre 44 Mandate reichten dennoch nicht für eine alleinige Regierungsbildung aus. Der bisher von Jitzhak Schamir (1915-2012) regierte Likud-Block verfügte über 41 Abgeordnetensitze. Von Staatspräsident Chaim Herzog (1918-1997) wurde der Oppositionsführer Peres mit der Regierungsbildung beauftragt.
23. Juli
West-Berlin 1984 – Der einstige Boxer Gustav „Bubi“ Scholz (1930-2000) wurde in West-Berlin unter dem Verdacht festgenommen, seine Frau im Alkoholrausch erschossen zu haben.
24. Juli
Szene Kreuzberg 1984 – Das „Kunst- und Kulturzentrum Kreuzberg“ in West-Berlin wurde von der Polizei geräumt. Das unter dem Namen „KuKuCK“ bekannt gewordene Haus war 1981 besetzt und seitdem als alternatives Kulturhaus betrieben worden. In dem Gebäude, in dem einst der Besetzerrat getagt hatte, war zum Symbol der Berliner Hausbesetzer geworden.
24. Juli
Europaparlament 1984 – In Brüssel (Belgien) wurde der von den Christdemokraten nominierte Franzose Pierre Pflimlin (1907-2000) zum neuen Präsidenten des Europaparlaments ernannt. Er trat die Nachfolge des Niederländers Piet Dankert (1934-2003) an.
25. Juli
Kreditbürgschaft 1984 – Von der Bundesregierung wurde eine Bürgschaftsgarantie für einen Bankkredit an die DDR in Höhe von 950 Millionen DM gewährt. Es wurden gleichzeitig Erleichterungen im innerdeutschen Reiseverkehr angekündigt.
25. Juli
Stevie Wonder 1984 – In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wurde von der Europatournee des US-amerikanischen Rocksängers Stevie Wonder (*1950) berichtet und dabei eine Bilanz der zeitgenössischen Popkultur gezogen.
25. Juli
Unterfranken 1984 – „Autonome Tierschützer“ ließen aus den Käfigen einer Geflügelfarm im unterfränkischen Ort Sommerkahl im Kreis Aschaffenburg etwa 2.000 Hühner frei. Damit protestierten die Tierschützer gegen die Tierquälerei in der Hühnerhaltung in dem Massenbetrieb.
26. Juli
Sowjetunion/BRD 1984 – In der Presse der UdSSR kam es verstärkt zu ideologischen Angriffen gegen die Bundesrepublik Deutschland. Die Existenz einer „deutschen Frage“ wurde bestritten. Außerdem wandte sie sich gegen die Annäherung der beiden deutschen Staaten in den vorangegangenen Monaten. Sie war Bonn die „Unterhöhlung“ der sozialistischen Ordnung vor.
26. Juli
Salzburger Festspiele 1984 – Die diesjährigen Salzburger Festspiele wurden mit der Premiere der Oper „Macbeth“ von Giuseppe Verdi (1913-2001) eröffnet. In der Inszenierung waren unter anderen Ghena Dimitrova (1941-2005) und Piero Cappuccilli (1926-2005) zu erleben.
27. Juli
Italien 1984 – Die Stadtverwaltung in der italienischen Stadt Livorno ließ zwei vermeintliche Skulpturen des Künstlers Amedeo Modigliani (1884-1920) aus einem Kanal bergen. Der Künstler soll sie vor 70 Jahren aus Enttäuschung über Kritik durch Kollegen versenkt haben. Allerdings stellten sich die Skulpturen später als Fälschung heraus.
28. Juli
Ost-Berlin 1984 – In der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) wurden drei Gasbehälter gesprengt, die Denkmalschützer als erhaltenswerte Industriebauten eingeschätzt hatten. Dessen ungeachtet hatte die DDR auf dem Gelände ein neues Wohngebiet in Planung genommen.
28. Juli
Sommerolympiade Los Angeles 1984 – In Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) wurden mit einer aufwändigen Zeremonie die XXIII. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Sie dauerten bis zum 12. August. Die Spiele wurden zum ersten Mal gänzlich von der Privatwirtschaft finanziert. Sie fanden ohne die Sportler der Ostblock-Länder statt, außer Rumänien. In der Begründung für die Absage hatte es geheißen, dass die Sicherheit der Sportler nicht gewährleistet sei. In der inoffiziellen Variante wurde der Boykott als Revanche für den Boykott der Olympischen Spiele in Moskau im Jahr 1980 gesehen.
29. Juli
Großbritannien 1984 – Eine seit Wochen anhaltende Dürreperiode erlebten der Südwesten Englands, Wales und der Nordwesten des Landes. Im restlichen Europa hatten die Menschen Grund, über einen nassen und kalten Sommer zu klagen. In Cornwall und Devon war es anhaltend so heiß, dass das Trinkwasser rationiert werden musste.
29. Juli
Venezuela 1984 – Auf dem Weg von der Karibik-Insel Curaçao in die Hauptstadt Venezuelas, Caracas, wurde ein Flugzeug des Typs DC-9 mit 90 Personen an Bord entführt.
30. Juli
Berlin-Ost 1984 – Nach einer Schließung von fünf Wochen wurde nun die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Botschaft hatte geschlossen werden müssen, weil sie zahlreiche DDR-Flüchtlinge in den Räumen aufgehalten hatten.
30. Juli
Jugoslawien 1984 – Der jugoslawische Ministerpräsident Veselin Djuranovic (1925-1997) nahm in einer Rede vor dem Zentralkomitee der kommunistischen Partei Montenegros ausführlich zur Menschenrechtsfrage Stellung. Er befürwortete die Bekämpfung oppositioneller Kräfte mit den Mitteln staatlicher Gewalt, weil diese die Verfassungsordnung des sozialistischen Staates untergraben wollten.
30. Juli
Olympiade 1984 – Der BRD-Schwimmer Michael Groß (*1964) erkämpfte am ersten Wettkampftag der Olympischen Spiele in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) die erste Medaille für die BRD.
31. Juli
Niedersachsen 1984 – Die Mehrheit von CDU/CSU und FDP billigte in einer Sondersitzung des Bundestages die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Buschhaus in Niedersachsen. Die von der Opposition und Umweltschützern geforderte Entschwefelungsanlage war nicht berücksichtigt worden.
31. Juli
Hongkong 1984 – Der britische Außenminister Geoffrey Howe (*1926) bekräftigte in der chinesischen Hauptstadt Peking gegenüber der Führung des Landes die Absicht Großbritanniens, die Verwaltung der Kronkolonie Hongkong bis zum Ablauf des Pachtvertrages 1997 beizubehalten.
31. Juli
UdSSR 1984 – In einem Artikel der sowjetischen Parteizeitung „Prawda“ hieß es, dass die Sowjetunion keineswegs bereit sei, ein Übergewicht des Westens bei den Marschflugkörpern zuzulassen. In der sowjetischen Armee seien derartige Lenkwaffen bereits in der Erprobung.
31. Juli
Flugzeugentführung 1984 – Auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Paris wurde eine Boeing 737 der Air France mit 63 Personen an Bord gezwungen, nach Teheran (Iran) zu fliegen.

Juli 1984 Deutschland in den Nachrichten

Amokläufe in den USA
RP ONLINE
Juli 1984: In einem McDonald's-Restaurant im kalifornischen San Ysidro schießt ein arbeitsloser Wachmann um sich. 21 Menschen sterben. 1. August 1966: Ein geistesgestörter Heckenschütze tötet an der University of Texas in Austin 16 Menschen, . >>>  

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