September 1964 - Britische Musik erreichte Deutschland

Kalender September 1964
„The Rolling Stones“ waren endlich mit ihrer ersten Single erfolgreich in den bundesdeutschen Charts vertreten. Die Nähe zum zweiten deutschen Staat machte es auch für die DDR-Jugend möglich, diese Musik heimlich zu hören. Begeisterung riefen die „Rolling Stones“ auf jeden Fall in ganz Deutschland hervor. Erfreut waren speziell die Berliner, denen das zweite Passierschein-Abkommen erweiterte Besuchmöglichkeiten in Aussicht stellte. Allerdings nur von West nach Ost. Ansonsten musste man in der DDR ja das Rentenalter erreicht haben, wenn man aus der DDR in westliche Richtung verreisen wollte. In der Bundesrepublik ging es wirtschaftlich gut voran, denn die beiden Konsumgütermessen in Frankfurt am Main meldeten ausgezeichnete Bilanzen. Dazu kam das Dritte Fernsehprogramm, das der Bayerische Rundfunk ausstrahlte und das für mehr Unterhaltung sorgte. Derweil beteten sich die Menschen durch den Katholikentag in Stuttgart ungeachtet der unerfreulichen Plakat-Ereignisse, die an dessen Rande geschahen.
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Wichtige Ereignisse im September 1964

1. September
DDR Volkskammer 1964 – Die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) verabschiedete das „Gesetz über die Nichtverjährung von Nazi- und Kriegsverbrechen“. Außerdem war der Erlass des Staatsrates über die Straffreiheit für „Republikflucht“ vor dem 13. August 1961 bestätigt worden.
1. September
Piratensender 1964 – Seinen Sendebetrieb nahm ein niederländischer Piratensender auf, dessen Sendestation sich auf einer künstlichen Insel außerhalb der Hoheitsgewässer befand.
1. September
Kultur BRD 1964 – In Göttingen (Niedersachsen) wurde eine neue Stadthalle ihrer Bestimmung übergeben. Das Gebäude ist 52 Meter lang und 42 Meter breit. Im Hauptsaal der Stadthalle bildete der aus 30.000 geschliffenen Glasplatten bestehende Kronleuchter das Glanzstück, für den 800 Glühlampen das Licht spenden.
1. September
The Rollling Stones 1964 – In den deutschen Hitparaden platzierte sich als erste Single der britischen Popgruppe „The Rolling Stones“ der Titel „It’s all over now“.
2. September
Malaysia 1964 – Im Dschungelgebiet 150 km südöstlich von Kuala Lumpur (Malaysia) landeten etwa 30 schwer bewaffnete indonesische Guerillas mit Fallschirmen.
2. September
Vereinte Nationen 1964 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Sithu U Thant (1909-1974), beschloss die Beendigung der UN-Beobachtermission im Jemen. Die Arbeit der Kommission sei sinnlos geworden, weil
Saudi-Arabien die Royalisten im Jemen nach wie vor mit Waffen versorgten. Außerdem habe auch die VAR (Ägypten) ihre Truppen immer noch nicht abgezogen.
2. September
Katholische Kirche 1964 – Unter dem Motto „Wandelt euch durch ein neues Denken“ begann in Stuttgart (Baden-Württemberg) der 80. Katholikentag.
2. September
Schwimmen 1964 – Der US-amerikanische Schwimmer Roy Saari (1945-2008) blieb bei den Olympiaausscheidungen für die Vereinigten Staaten in New York unter der 17-min-Grenze. Er schwamm mit 16:58,7 min einen Weltrekord.
2. September
Leichtathletik 1964 – Als erster Mensch warf der norwegische Leichtathlet und Speerwerfer Terje Pedersen (*1943) im Bislet-Stadion in Oslo (Norwegen) weiter als 90 m. Er stellte mit 91,72 m einen Weltrekord im Speerwerfen auf.
3. September
USA/Justiz 1964 – Im Bundesstaat New York für einen Sitz im Senat zu kandidieren, trat der US-amerikanische Justizminister Robert F. Kennedy (1925-1968) von seinem bisherigen Amt zurück.
3. September
BRD Messe 1964 – Die beiden ersten Konsumgütermessen der Herbstsaison in Frankfurt am Main (Hessen), die am 29. August begonnen hatten, endeten. Sie galten als Konjunkturbarometer und konnten ein gutes Geschäft melden.
3. September
Film/Literatur 1964 – Die gleichnamige DEFA-Verfilmung des Romans der DDR-Schriftstellerin Christa Wolf (1929-2011), „Der geteilte Himmel“, hatte in der DDR Premiere.
3. September
USA/Sierra Nevada 1964 – Um die Hochgebirgslandschaft der Sierra Nevada als eine Wildnis ohne menschliche Eingriffe zu erhalten, wurden im US-Bundesstaat Kalifornien die John Muir Wilderness und die später so bezeichnete Ansel Adams Wilderness als Schutzgebiete nach dem „Wilderness Act“ eingerichtet.
3. September
USA 1964 – Im US-Bundesstaat Wyoming wurde die Bridger Wilderness als Wilderness Area geschützt.
4. September
Chile 1964 – Der Christdemokrat Eduardo Frei Montalva (1911-1982) ging aus den Präsidentschaftswahlen in Chile als Sieger hervor.
4. September
Italien 1964 – Die Kommunistische Partei Italiens (PCI), deren Generalsekretär, Palmiro Togliatti (1893-1964) am 21. August verstorben war, veröffentlichte dessen politisches Testament.
4. September
Polen 1964 – Der polnische Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981) beschuldigte den Staat in einem Hirtenbrief, Druck gegenüber der Kirche und der Religion auszuüben. Diese Tendenz sei vor allem in den Schulen zu beobachten.
4. September
USA/Satelliten 1964 – Die Vereinigten Staaten brachten die ersten Orbiting Geophysical Observatories (OGO)-Satelliten ins All.
4. September
Bergsteigen 1964 – Als erste Frau der Welt durchstieg die Münchnerin Daisy Voog-Leidig (*1932) die 1600 m hohe Eiger-Nordwand im Berner Oberland (Schweiz).
4. September
Film 1964 – In der französischen Hauptstadt Paris hatte der Abenteuerfilm „Échappement libre“ (Der Boss hat sich was ausgedacht) Premiere. In dieser französisch-italienisch-spanischen Koproduktion waren Jean-Paul Belmondo (*1933) und die US-Amerikanerin Jean Seberg (1938-1979) in den Hauptrollen zu sehen.
4. September
Filmfestspiele 1964 – Im Rahmen der Biennale in Venedig (Italien) wurde der italienische Spielfilm „Il vangelo secondo Matteo“ (Das 1. Evangelium Matthäus) von Pier Paolo Pasolini (1922-1975) uraufgeführt.
4. September
Literatur 1964 – Im Alter von 71 Jahren starb in Baden-Baden der deutsch-baltische Schriftsteller Werner Bergengruen. Er war am 16. September 1892 in Riga (Lettland) geboren worden.
4. September
Großbritannien 1964 – Das britische Königspaar gab in einer feierlichen Zeremonie die Forth Road Bridge über den Firth of Forth in Schottland für den Verkehr frei, die bis dato längste Hängebrücke Europas.
4. September
Schwimmen/Weltrekord 1964 – Der US-amerikanische Schwimmer Thompson Mann (*1942) stellte mit genau einer Minute einen Weltrekord über 100 m Rücken am Schlusstag des US-amerikanischen Schwimm-Olympiatests in Astoria bei New York auf.
5. September
Äthiopien 1964 – In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begann eine sechstägige Außerordentliche Konferenz der Außenminister der Organisation für die Afrikanische Einheit (OAU). Sie war von dem kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tschombé (1919-1969) einberufen worden. Die Konferenz befasste sich mit dem Bürgerkrieg im Kongo (Léopoldville).
5. September
USA/Kunst 1964 – In New York wurde in den Räumen des US-amerikanischen Kunstverbandes eine Ausstellung mit Werken von 14 West-Berliner Künstlern eröffnet. Sie stand unter dem Motto „Der Geist des neuen Berlins in der Malerei und Plastik“. Die Wanderausstellung war anschließend in verschiedenen Städten der USA zu sehen.
6. September
Bundespost 1964 – Von Bundespostminister Richard Stücklen (1916-2002) wurde eine sofortige Untersuchung der „Trickschaltungen“ im Telefonverkehr angeordnet. Jüngst hatten zwei Illustrierte sein Ministerium darauf hingewiesen, dass mit Hilfe geheimer Vorwahlnummern kostenlos Telefongespräche im Selbstwählfernverkehr geführt werden könnten.
6. September
Musik 1964 – Bei der Endausscheidung im Star-Club in Hamburg wurden die „Lords“ aus West-Berlin Sieger im bundesweiten Wettbewerb, in dem die „deutschen Beatles „gesucht wurden.
6. September
TV-Film 1964 – Erstmals wurde im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) der Fernsehfilm „Das Gespenst von Canterville“ ausgestrahlt, der nach dem gleichnamigen Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900) gedreht worden war.
6. September
Radrennen 1964 – Bei den Straßenrenn-Weltmeisterschaften der Berufsradrennfahrer holte der Niederländer Jan Janssen (*1940) in Sallanches (Frankreich) den Titel. Auf der gleichen Strecke war am Tag vorher der belgische Radrennfahrer Eddy Merckx (*1945) Weltmeister der Amateure geworden.
7. September
Südtirol/Österreich 1964 – In der österreichischen Hauptstadt Wien trafen der italienische Außenminister Giuseppe Saragat (1898-1988) und sein österreichischer Amtskollege Bruno Kreisky (1911-1990) zu einer Aussprache über das Südtirol-Problem zusammen.
7. September
Jugoslawien/Rumänien 1964 – In Anwesenheit der Staatschefs von Jugoslawien, Josip Tito (1892-1980) und von Rumänien, Gheorghe Gheorghiu-Dej (1901-1965), wurde am Eisernen Tor an der Grenze beider Länder der Grundstein für das Donau-Kraftwerk gelegt.
7. September
DDR Nationale Volkarmee 1964 – In der DDR wurde der Ersatzwehrdienst, der „Wehrdienst ohne Waffe“, unter dem Begriff „Bausoldat“ eingeführt. Das hatte der Nationale Verteidigungsrat der DDR durch eine Anordnung ermöglicht.
8. September
Kongo 1964 – In Stanleyville (heute Kisangani, Kongo) proklamierte die „Kongolesische Befreiungsarmee“ eine „Regierung der Volksrepublik Kongo“, die von Christophe Gbenve angeführt wurde.
8. September
Uruguya/Kuba 1964 – Uruguay brach die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab. Nunmehr war Mexiko der einzige Staat der Organisation Amerikanischer Staaten, der noch immer diplomatische Beziehungen zu Kuba unterhielt.
8. September
Film 1964 – Der Spielfilm von Jean-Luc Godard (*1930), „Eine verheiratete Frau“ über das Verhältnis einer Ehefrau zu ihrem Liebhaber, wurde in Venedig uraufgeführt.
9. September
Republikflucht 1964 – Zwei Familien mit elf Kindern gelang eine spektakuläre Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Die Flüchtlinge hatten sich unter einer Ladung Gefrierfleisch in einem Kühl-Lastwagen.
9. September
Theater 1964 – Im Royal Court Theatre in der britischen Hauptstadt London wurde das Schauspiel des englischen Dramatikers John Osborne (1929-1994) „Richter in eigener Sache“ uraufgeführt.
9. September
DDR 1964 – Bürger im Rentenalter erhielten einem Ministerratsbeschluss der DDR zufolge einmal im Jahr die Möglichkeit, Verwandte in der BRD oder in West-Berlin zu besuchen.
9. September
Katholische Kirche 1964 – Mehrere Mitglieder der „Subversiven Aktion“ klebten anlässlich des in Stuttgart stattfindenden 80. deutschen Katholikentages das Plakat „Botschaft an die Lämmer des Herrn“ an die Türen aller katholischen Kirchen. Vier von ihnen wurden wegen des Verdachts der Gotteslästerung verhaftet.

10. September
Gastarbeiter BRD 1964 – In Köln traf der millionste Gastarbeiter der BRD ein. Der Portugiese Armando Rodrigues de Sá (1926-1979) erhielt bei seiner Ankunft ein Moped geschenkt.
10. September
USA Unwetter 1964 – Im US-Bundesstaat Florida richtete der Hurrikan „Dora“ schwere Verwüstungen an. Der Hurrikan war der stärkste in diesem Gebiet seit 100 Jahren.
10. September
Film 1964 – In Venedig gingen die XXV. Internationalen Filmfestspiele zu Ende, die am 27. August begonnen hatten. Den „Goldenen Löwen“ für den besten Film erhielt der italienische Beitrag „Die rote Wüste“ von Michelangelo Antonioni (1912-2007).
10. September
Film 1964 – In den bundesdeutschen Kinos lief der US-amerikanische Spielfilm „Die Nacht des Leguan“ von John Huston (1906-1987) an. In den Hauptrollen waren Richard Burton (1925-1984), Ava Gardner (1922-1990) und Deborah Kerr (1921-2007) zu sehen.
11. September
Ägypten 1964 – Die 2. Konferenz der arabischen Könige und Staatschefs, die am 5. September in Alexandria (Ägypten) begonnen hatte, endete. Unter anderem waren Beschlüsse gefasst worden, dass mit der Ausführung arabischen Pläne für die Mitnutzung des Jordan-Wasses zu beginnen sei und die Organisation zur Befreiung Palästinas anzuerkennen.
11. September
Finnland 1964 – Die finnische Bauernpartei, die Konservativen sowie die Finnische und Schwedische Volkspartei einigten sich in Finnland auf Johannes Virolainen (1914-2000) von der Bauernpartei als neuen Ministerpräsidenten des Landes.
11. September
BRD/UdSSR 1964 – Der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, der CDU-Politiker, Gerhard Schröder (1910-1989), übermittelte der sowjetischen Botschaft ein Memorandum, in dem er energisch gegen ein vermeintliches Attentat auf den Botschaftssekretär Horst Schwirkmann am 6. September bei Moskau protestierte.
11. September
Republikflucht 1964 – Der Leiter des Zentralinstituts für Kernphysik in Rossendorf bei Dresden, Heinz Barwich (1911-1966) flüchtete aus der DDR in die BRD. Barwich bat anschließend in den USA um politisches Asyl.
11. September
Philosophie 1964 – Der 5. Internationale Hegel-Kongress, der am 6. September in Salzburg (Österreich) begonnen hatte, ging zu Ende. Im Mittelpunkt hatten ästhetische, sprachphilosophische und musiktheoretische Themen gestanden. Als Referenten waren unter anderem der ungarische Philosoph Georg Lukács (1885-1971), der Deutsche Theodor Adorno (1903-1969) und dessen Landsmann Karl Löwith (1897-1973) unter den Teilnehmern.
12. September
China/UdSSR 1964 – Die Volksrepublik China wurde in einem Artikel der sowjetischen Parteizeitung „Prawda“ beschuldigt, ihre internationalen Aktionen vor allem mit Opium-Schmuggel zu finanzieren. Pro Jahr würde sie damit rund zwei Milliarden DM verdienen.
12. September
Schweden 1964 – In Schweden hatte man eine neue Praktik gefunden, um sich der steigenden Zahl der schrottreifen Autos zu entledigen. Man versenkte sie in der Ostsee.
12. September
Schwimmen/Weltrekord 1964 – Der französische Schwimmer Alain Gottyallés (1942-2008) verbesserte in Budapest den Weltrekord über 100 m Kraul um sieben Zehntelsekunden auf 52,9 sec.
12. September
USA/Nationalpark 1964 – Der Canyonlands-Nationalpark im Bundesstaat Utah wurde unter den gesetzlichen Schutz eines Nationalparks gestellt.
13. September
Republikflucht 1964 – In der Nacht zum 13. September wurde der 21-jährige Michael Meyer bei einem Fluchtversuch über die Berliner Mauer in den Westteil der Stadt von DDR-Grenzsoldaten durch Schüsse getroffen. US-amerikanische Soldaten und West-Berliner Polizeibeamte konnten den Flüchtling retten, indem sie den schwer verletzten jungen Mann über die Mauer zogen. Der US-amerikanische Bürgerrechtler
Martin Luther King (1929-1968), der gerade auf Einladung des West-Berliner Regierenden Bürgermeisters, Willy Brandt (1913-1992), zu einem Besuch weilte, besuchte in Begleitung von Reportern den Ort des Geschehens. Am Abend passierte King den Grenzübergang Checkpoint Charlie. Er sprach als Gastredner in einem ökumenischen Gottesdienst in der Ost-Berliner Marienkirche und in einem kurzfristig angesetzten Gottesdienst in der Sophienkirche. Dabei wandte er sich gegen die „trennenden Mauern der Feindschaft“.
13. September
Literatur 1964 – Die „Gruppe 47“, eine Vereinigung von deutschen Schriftstellern und Publizisten, beendete in Sigtuna (Schweden) ihre 26. Tagung, die am 10. September begonnen hatte.
13. September
Tennis 1964 – Die brasilianische Tennisspielerin Maria Bueno (*1939) holte sich bei den Internationalen Tennismeisterschaften der USA in Forest Hill (New York) den Titel der Damen. Bei den Herren gewann der Australier Roy Emerson (*1936).
14. September
USA 1864 – Der radikale US-amerikanische schwarze Bürgerrechtler Malcolm X (1925-1965) erhielt auf dem Gelände der Universität von Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien) Redeverbot. Zudem wurde sämtlichen Studentengruppen ein Versammlungsverbot erteilt. Die betroffenen Studenten organisierten sich daraufhin zu einer „Free Speech Movement“ (Bewegung Freie Rede).
14. September
BRD/Nigeria 1964 – Mehrere Verträge, die eine deutsche Kredithilfe in Höhe von 69 Millionen DM vorsahen, wurden von der Bundesrepublik Deutschland und Nigeria unterzeichnet. Der Betrag sollte für den Bau von Krankenhäusern und zur Errichtung einer zweiten Brücke von Lagos zum Festland verwendet werden.
14. September
Luftfahrt Bayern 1964 – Über der Startbahn von Manching bei Ingolstadt (
Bayern) stürzte der einzige flugfähige Prototyp des deutschen Senkrechtstarters VJ 101 X1 ab.
15. September
Ungarn/Vatikan 1964 – In der ungarischen Hauptstadt Budapest unterzeichneten Vertreter des Vatikans und der Regierung Ungarns ein Abkommen, das der Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Staat und der römisch-katholischen Kirche dienen sollte. Den Geistlichen in Ungarn wurde darin unter anderem eine Erleichterung der seelsorgerischen Tätigkeiten, ungehinderter Kontakt mit dem Vatikan und größere Bewegungsfreiheit zugesichert.
15. September
Filmfestspiele 1964 – Die am 6. September eröffneten 17. Venezianischen Festspiele für zeitgenössische Musik gingen zu Ende. Während der Festspiele hatten die beiden italienischen Opern „Hyperion“ von Bruno Maderna (1920-1973) und „Don Giovanni“ von Gian Francesco Malipiero (1882-1973) ihre Uraufführung.
16. September
BRD/Stiftung Warentest 1964 – Die Regierung der Bundesrepublik beschloss die Gründung einer „Stiftung Warentest“ mit Sitz in West-Berlin. Die Finanzierung erfolgte durch den Bundeshaushalt. Die Institution zum Schutz der Verbraucher nahm ihre Tätigkeit am 16. Dezember auf.
16. September
Fußball 1964 – Nach dem Fußball-Europapokal-Spiel der Landesmeister in Amsterdam (Niederlande) brach eine wilde Schlägerei zwischen dem niederländischen Verein DWS-Amsterdam und dem türkischen Meister Fenerbahce Istanbul aus. Nach dem 3:1-Sieg der Niederlande stürmten türkische Zuschauer auf das Feld und griffen den Schiedsrichter an.
17. September
Jugoslawien 1964 – Jugoslawien schloss eine Übereinkunft mit dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, COMECON. Sie sah eine gleichberechtigte Mitarbeit Jugoslawiens ohne Vollmitgliedschaft vor.
17. September
Literatur 1964 – In Frankfurt am Main wurde die Internationale Buchmesse eröffnet. Sie dauerte bis zum 22. September. Es zeigten 2271 Verlage aus 38 Nationen ihre Produktionen.
17. September
Musik 1964 – In einer Inszenierung von Oscar Schuh (1904-1984) wurde die Oper „Der Zerrissene“ von Gottfried von Einem (1918-1996) an der Hamburger Staatsoper uraufgeführt.
17. September
UNO 1964 – In einer Feierstunde wurde im Gebäude der Vereinten Nationen (UN) in New York ein großes Glasfenster zum Gedenken an den 1961 tödlich verunglückten Generalsekretär der UN, Dag Hammarskjöld (1905-1961), enthüllt, das der Maler Marc Chagall (1887-1985) geschaffen hatte.
17. September
Film 1964 – In den bundesdeutschen Kinos lief der US-amerikanische Spielfilm „Marnie“ von Alfred Hitchcock (1899-1980) mit Sean Connery (*1930) in der Hauptrolle an.
17. September
Mexiko 1964 – Das neu erbaute Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt wurde der Öffentlichkeit übergeben. Es würde Ausstellungen der präkolumbischen Geschichte und der gegenwärtigen indianischen Kultur gewidmet sein.
18. September
Weltraumforschung 1964 – Mit einer Saturn-1-Rakete schossen die Vereinigten Staaten das Modell einer Mondflugkapsel in eine Erdumlaufbahn.
18. September
Griechenland 1964 – In der griechischen Hauptstadt Athen heirateten der griechische König Konstantin II. (*1940) und die dänische Prinzessin Anne-Marie (*1946). König Konstantin II. regierte als letzter griechischer König bis zum 8. Dezember 1974.
18. September
Theater 1964 – Die Komödie „Das Gesicht“ von Siegfried Lenz (*1926) hatte am Hamburger Schauspiel seine Uraufführung.
19. September
Oktoberfest München 1964 – Mit zwölf Böllerschüssen wurde auf der Theresienwiese in der bayerischen Hauptstadt München das 130. Oktoberfest eröffnet, das bis zum 4. Oktober dauerte.
20. September
Schweden 1964 – Die schwedischen Sozialdemokraten verloren bei den Parlamentswahlen des Landes einen Sitz. Sie blieben aber mit 113 Sitzen die deutlich stärkste Partei. Ihnen folgten die Liberalen mit 42 Sitzen, das Zentrum mit 35 Sitzen, die Konservativen mit 32 Sitzen, die Kommunisten mit 8 und die Bürgerfront ebenfalls mit 8 Sitzen.
20. September
Friedenspreis 1964 – Der französische Philosoph Gabriel Marcel (1889-1973) wurde in der Frankfurter (am Main) Paulskirche mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
20. September
Olympiade 1964 – Die Bilanz der Ausscheidungswettbewerbe für die Olympia-Fahrkarten für eine gesamtdeutsche Mannschaft, die in der japanischen Hauptstadt Tokio Deutschland vertraten, verzeichnete 376 Sportler insgesamt. Davon kamen 194 aus der DDR und 182 aus der Bundesrepublik.
21. September
DDR 1964 – In der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) starb der Ministerratsvorsitzende und Stellvertretende Staatsratsvorsitzende Otto Grothewohl an den Folgen eines Schlaganfalls. Er war am 11. März 1894 in Braunschweig (Niedersachsen) geboren worden. Seine Nachfolge trat am 24. September der bisherige Verteidigungsminister Willi Stoph (1914-1999) an.
21. September
Malta 1964 – Die Mittelmeer-Insel Malta erhielt ihre Unabhängigkeit von Großbritannien, blieb aber Mitglied des Commonwealth und erkannte Königin Elisabeth II. (*1926) als Staatsoberhaupt an.
21. September
Dänemark 1964 – Die Sozialisten als stärkste Partei erhielten bei den Parlamentswahlen in Dänemark 76 Sitze. Die Liberalen bekamen 38 Mandate, die Konservativen errangen 36 Sitze, die Linkssozialisten 10, die Radikalen ebenfalls 10 und die Rechtsextremen erhielten 5 Sitze.
21. September
Hochsee-Segeln 1964 – Den „America’s Cup“ der Hochseesegler gewann die US-Hochseejacht „Constellation“ vor Newport (US-Bundesstaat Rhode Island).
22. September
BRD Rundfunk 1964 – Der Bayerische Rundfunk begann mit dem Sendebetrieb des Dritten Fernsehprogramms.
22. September
Musik 1964 – In New York wurde das Musical „Anatevka – Fiddler on the roof“ von Jerry Bock (1928-2010) im Imperial Theatre uraufgeführt. Es war nach einer Romanvorlage von Scholem Alejchem (1859-1916) entstanden.
23. September
Bunderegierung 1964 – Für das Jahr 1965 beschloss das Bundeskabinett 40 bis 50 Millionen DM zusätzliche Hilfe zur wirtschaftlichen Förderung der Zonenrandgebiete.
23. September
Fußball/Erdbeben 1964 – In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad gewann eine europäische Fußball-Auswahl gegen die jugoslawische National-Elf mit 7:2 ein Wohltätigkeitsspiel. Die Europa-Mannschaft war von dem deutschen Bundestrainer Helmut Schön (1915-1996) betreut worden. Die Spiel-Einnahmen waren für die Geschädigten der Erdbeben-Katastrophe von Skopje (im heutigen Mazedonien) gedacht, das sich am 26. Juli 1963 ereignet hatte.
24. September
Berlin 1964 – Ein zweites Passierschein-Abkommen wurde in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) vom DDR-Staatssekretär Erich Wendt (1902-1965) und dem West-Berliner Senatsrat Horst Korber (1927-1981) abgeschlossen. Es ermöglichte Westberlinern, Verwandte in Ost-Berlin in vier Zeitperioden zu besuchen.
24. September
USA Luftstreitkräfte 1964 – Auf einem Versuchsgelände im US-Bundesstaat Florida erprobten die US-Luftstreitkräfte erstmals mit Erfolg die neue interkontinentale ballistische Feststoffrakete „Minuteman II“.
25. September
UNO 1964 – Einstimmig beschloss der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Verlängerung des Mandats der UN-Friedensmacht auf Zypern. Danach sollte diese um weitere drei Monate bis zum 26. Dezember verlängert werden.
25. September
Tehater 1964 – In einer Bearbeitung von Bertolt Brecht (1898-1956) wurde das Stück „Coriolan“ von William Shakespeare (1564-1616) am Berliner Ensemble in Berlin-Ost unter der Regie von Joachim Tenschert (1928-1992) aufgeführt.
26. September
Vatikan/Griechenland 1964 – Eine Delegation des Vatikans unter Führung des Kardinals Augustin Bea (1881-1968) überbrachte der orthodoxen Kirche von Patras (Griechenland) das Haupt des Apostels Andreas, das als Relique verehrt wird und seit 1462 vom Vatikan verwahrt worden war.
26. September
Filmfestspiele 1964 – In New York gingen die internationalen Filmfestspiele zu Ende, die am 14. September begonnen hatten. Im Rahmen der Festspiele war der US-amerikanische Spielfilm „Lilith“ von Robert Rossen (1908-1966) uraufgeführt worden.
27. September
USA/Justiz 1964 – Der Untersuchungsbericht der „Warren-Kommission“, der im Falle der Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963 (1917-1963) ermittelte, wurde veröffentlicht. Das Gremium, das von Richter Earl Warren (1891-1974) geleitet worden war, sah Lee Harvey Oswald (1939-1963) als alleinigen Attentäter an.
27. September
Musik 1964 – Die Berliner Jazztage, die am 24. September begonnen hatten, gingen zu Ende. Prominente Gäste waren unter anderen Miles Davis (1926-1991) und Herbie Hancock (*1940) gewesen.
28. September
Jahrestag 1964 – In den sozialistischen Ländern fanden anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der I. Internationale zahlreiche Feiern und Veranstaltungen statt.
28. September
Ägypten/Irak 1964 – Die Regierungen Ägyptens und des Irak beschlossen, dass sie ihre diplomatischen Dienste weitgehend verschmolzen werden sollten.
28. September
Großbritannien 1964 – Seinen ersten erfolgreichen Probeflug absolvierte das neue britische Kampfflugzeug „TSR 2“.
28. September
Film 1964 – Der als Harpo Marx bei den „Marx Brother“ bekannte Adolph Arthur Marx starb in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien). Der Entertainer, Pantomime und Schauspieler war am 23. November 1888 in New York City geboren worden.
29. September
Indien 1964 – Mehr als 1.000 Menschen kamen nach einem Dammbruch in der indischen Stadt Macherla ums Leben.
29. September
Film 1964 – In der französischen Hauptstadt Paris wurde der französisch-italienische Spielfilm „La chasse à l’homme“ (Jagd auf Männer) uraufgeführt. In den Hauptrollen waren unter anderen Jean-Paul Belmondo (*1933), Michel Serrault (1928-2007) zu sehen.
30. September
NS-Prozess 1964 – Vom Münchner Schwurgericht wurde der ehemalige SS-General Karl Wolff (1900-1984) wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
30. September
Italien/Verkehr 1964 – Das letzte Teilstück der Autobahn Mailand-Neapel (Autostrada del Sol) wurde für den Verkehr freigegeben.
September 1964 Deutschland in den Nachrichten
9. September 1993 - PLO erkennt Existenzrecht Israels an
WDR Nachrichten
Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 setzt sich die "Palästinensische Befreiungsorganisation" (PLO) für die Schaffung eines palästinensischen Staates ein. Zunächst mit Gewalt: Immer wieder werden Anschläge verübt und Flugzeuge entführt. Dann kommt es zu ..... >>>
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