Oktober 1964 - Ordnungsliebe und Fleiß

Eine repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts am 22. Oktober 1964 in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) über die Erziehung deutscher Kinder ergab, dass 45 % der befragten Eltern ihre Kinder an erster Stelle zu Ordnungsliebe und Fleiß erziehen wollten. Es folgten 30 %, die den freien Willen in den Vordergrund stellten und 25 % favorisierten Gehorsam und Unterordnung.
Tags darauf sprachen sich In Hamburg die Mediziner auf einer Tagung von Strahlenschutz-Ärzten gegen eine übertriebene Furcht vor radioaktiver Strahlung aus.
<< September 1964 | November 1964 >>


Wichtige Ereignisse im Oktober 1964

21. Oktober
BRD/Rundfunk 1964 – Durch einen Rechtsanwalt legte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion formell beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) Widerspruch ein gegen die Zuteilung von Sendezeit an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Fritz Erler (1913-1967) für eine Fernsehsendung zum Thema „Ein Jahr Erhard“. Die Sendung wurde schließlich vom 23. auf den 26. Oktober verlegt, weil der NDR den Vorwurf ausräumen wollte, dass der Fernsehbericht die am 25. Oktober in drei Bundesländern stattfindenden Kommunalwahlen beeinflussen könnte.
21. Oktober
Film 1964 – In den US-amerikanischen Kinos lief die Filmversion von „My Fair Lady“ nach dem gleichnamigen Musical an. Die Hauptrolle spielte Audrey Hepburn (1929-1993).
22. Oktober
Literatur 1964 – Jean-Paul Sartre (1905-1980) lehnte den Nobelpreis für Literatur ab.
22. Oktober
BRD/Steuergesetz 1964 – Einstimmig wurde vom Deutschen Bundestag das Gesetz über die Steuersenkung verabschiedet. Von 1965 an würden demzufolge die Bundesbürger 3,2 Milliarden DM weniger Lohn- und Einkommenssteuer im Jahr zahlen als bisher.
23. Oktober
Medizinertagung 1964 – In Hamburg sprachen sich die Mediziner auf einer Tagung von Strahlenschutz-Ärzten gegen eine übertriebene Furcht vor radioaktiver Strahlung aus.
23. Oktober
Autoindustrie BRD 1964 – Zwischen der Daimler-Benz AG und der Volkswagen AG wurde eine engere Zusammenarbeit beschlossen. Als erster Schritt solle die Auto Union GmbH Ingolstadt, die voll im Besitz von Daimler-Benz war, nun von beiden Konzernen gemeinsam betrieben werden.
24. Oktober
Sambia 1964 – Das britische Protektorat Nordrhodesien wurde als Sambia unabhängig, blieb aber Mitglied im Commonwealth.
25. Oktober
BRD Kommunalwahlen 1964 – Stimmenzugewinne bei den Kommunalwahlen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland konnte die SPD verzeichnen. Die CDU konnte dennoch ihre Stellung behaupten.
25. Oktober
Automobilrennen 1964 – Der britische Ferrari-Fahrer John Surtees (*1934) gewann durch einen hart erkämpften zweiten Platz auf dem Kurs von Mexiko-City die Automobil-Weltmeisterschaft 1964 vor Graham Hill (1929-1975) und Jim Clark (1936-1968).
26. Oktober
Sudan 1964 – Nach Studentendemonstrationen löste der sudanesische Staatspräsident Ibrahim Abbud (1900-1983) das Militärregime auf. Am 30. Oktober übernahm eine zivile Regierung die Macht im Land.
26. Oktober
The Rolling Stones 1964 – Im Rahmen ihrer zweiten US-Tournee trat die britische Popgruppe „The Rolling Stones“ erstmals in der bekannten „Ed Sullivan Show“ auf. Die Tournee hatte am 23. Oktober begonnen und dauerte bis zum 16. November.
26. Oktober
Jordanien/Israel 1964 – Als zweites arabisches Land schloss Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel ab.
27. Oktober
Britische Regierung 1964 – Von der neuen britischen Regierung unter Premierminister Harold Wilson (1916-1995) wurden einschneidende Maßnahmen zur Drosselung des Imports in Kraft gesetzt.
27. Oktober
Kroatien/Unwetter 1964 – Das Hochwasser der Save hatte weite Teile der kroatischen Landeshauptstadt Zagreb überflutet. Stellenweise wurden Pegelstände von drei Metern gemessen. Etwa 40.000 Menschen hatten evakuiert werden müssen.
27. Oktober
Literatur 1964 – Der Schriftsteller aus der DDR und Präsident der Deutschen Akademie der Künste, Willi Bredel, starb in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost). Bredel, der am 2. Mai 1901 in Hamburg geboren worden war, zählte zu den Pionieren der sozialistisch-realistischen Literatur.
28. Oktober
BRD Schulwesen 1964 – In Hamburg unterzeichneten die Regierungschefs der Bundesländer ein Abkommen zur Vereinheitlichung des Schulwesens. Es sah u. a. vor, den Beginn des Schuljahres von 1966 in allen Ländern einheitlich auf den Herbst festzulegen.
28. Oktober
Literatur/Rundfunk 1964 – Das Hörspiel „Cascando“ von Samuel Beckett (1906-1989) wurde von der britischen Rundfunkgesellschaft BBC zum ersten Mal in englischer Sprache ausgestrahlt. Die Uraufführung war am 13. Oktober 1963 in Frankreich gewesen.
29. Oktober
Tansania 1964 – Die afrikanische Föderation Tanganjika-Sansibar gab sich den Namen „Vereinigte Republik Tansania“.
29. Oktober
Kunst 1964 – In Köln wurde der Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Fotografie an Fritz Kempe (1909-1988) aus Hamburg und an Emil Schulthess (1913-1966) aus Zürich (Schweiz) verliehen.
30. Oktober
UdSSR/Frankreich 1964 – In der französischen Hauptstadt Paris schlossen Frankreich und die UdSSR einen Handelsvertrag für die Dauer von sieben Jahren ab.
30. Oktober
Bundeswehr 1964 – In Sonthofen (Bayern) wurde die erste Unteroffiziersschule der Bundeswehr eröffnet.
31. Oktober
BRD Bergbau 1964 – Vom Rationalisierungsverband Ruhrbergbau wurden 31 Großzechen im Ruhrgebiet zur Stilllegung angemeldet. Tausende Bergleute gingen daraufhin in der Folgezeit auf die Straße, um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu demonstrieren.
31. Oktober
Musik 1964 – In der Nationaloper in der ungarischen Hauptstadt Budapest hatte die Oper „Bluthochzeit“ nach Texten von Federico Garcia Lorca (1898-1936) und der Musik von Sándor Szokolay (*1931) Weltpremiere.

Werbung



<< Das geschah 1963 | Das geschah 1965 >>