Autochronik 1956 - Der Kleinwagen war Trumpf

Die Auto-Mania der Deutschen hielt auch im Autojahr 1956 an! Immerhin fuhren zu dieser Zeit mehr als doppelt so viele Fahrzeuge auf den deutschen Straßen als noch fünf Jahre zuvor: mehr als zwei Millionen davon waren zugelassene PKW! Schließlich waren gerade auch die
Arbeiter und Angestellten dabei, sich den Traum vom eigenen Auto möglichst schnell leisten zu können. Noch allerdings entschieden sich die meisten für die preiswerteren Alternativen wie z.B. Motorrad oder –roller. Der Trend zum PKW wurde aber gerade im Autojahr 1956 sehr deutlich spürbar. Meistverkauftes Auto in Deutschland war und blieb der VW-Käfer. Für 3.950 D-Mark gab es den – für damalige Zeiten - starken 30-PS-Motor. Auch BMW „baute“ sein Unternehmensimage im Autojahr 1956 weiter auf. Denn - mit der Isetta (Fronteinstieg) wird vor allem das Kundensegment bedient, das möglichst wenig Geld für ein Auto ausgeben möchte bzw. kann. Gleichzeitig steht der bayerische Automobilhersteller auch für qualitative Autos der Mittel- und Oberklasse. Und auch dafür „heimste“ sich BMW höchste Lobeshymnen von Fans und Kritikern ein. Mit dem BMW 507 präsentierte das Unternehmen erstmals einen Sportwagen. Der Designer Graf von Goerz gab dem Roadster sein schnittiges Aussehen und stattete ihn mit einem „satten“ V-8-Motor aus. Zwei Motorversionen waren zu haben – entweder mit 150 oder 165 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 220 km/h – der stolze Preis: 26.500 D-Mark.

Mobiler Erfolg für Stuttgarter Unternehmen: der Porsche 356.
Die Konkurrenz schlief auch nicht im Autojahr 1956! Und seit seinem Sieg beim Grand Prix Straßenrennen in Innsbruck galt der Porsche 356 als echter Sportwagen. Also war es auch kein großes Wunder, dass in diesem Jahr schon der 10.000ste 356 vom Band des Autoherstellers lief. Ein echter Erfolg! Mit 100 PS „flog“ der 356 A-Carrera mit schnellen 200 km/h über die deutschen Straßen. Das Model 356 war auch für Frischluftfans als Cabriolet zu haben: das kostete damals knapp 18.000 D-Mark. Auch der Hersteller Citroen machte sich im Autojahr 1956 bereit für den Konkurrenzkampf – denn: neben der weltbekannten „Ente“, dem 2 CV, gab es den gigantisch anmutenden 11 CV. Diese Produktion wurde allerdings eingestellt. Dafür sollte der DS 19 ein würdiger Nachfolger werden. Flaminio Bertoni gab dem Auto sein futuristisches Aussehen – nahezu als Revolution galt damals die Stromlinienform des DS 19. Dazu kamen aber gleichzeitig auch viele Technik-Neuheiten. Die einzigartige hydropneumatische Federung ermöglichte nicht nur einen sensationellen Fahrkomfort, sondern gab dem Fahrzeugführer die Möglichkeit, die Bodenfreiheit des Wagens selbst zu regulieren. Aber auch die Servolenkung, Scheibenbremsen und das halbautomatische Getriebe brachten die Autofans ins Schwärmen. Da hatte sich Citroen wirklich etwas einfallen lassen.

Erfolgreich auf der Straße: Wer baut den besseren Kleinwagen!?
Der Konkurrenzkampf brachte so manchen Konstrukteur oder auch Techniker anderer

Automobilhersteller „ins Schwitzen“ – schließlich wollten die Deutschen schon damals Qualität kaufen – auch in Sachen Technik! Trotz der Wirtschaftswunderjahre saß das Geld nicht bei allen so locker, wie es sich der eine oder andere vielleicht gewünscht hätte! Dementsprechend durfte auch beim Autokauf möglichst wenig davon ausgegeben werden. Natürlich stellten sich die PKW-Hersteller darauf ein – und somit eröffnete sich ein weiteres Segment, das hart umkämpft werden sollte! Erfolgreich war z.B. der Lloyd 300 von Borgward. Da er u.a. eine Sperrholzkarosserie (mit Kunstleder kombiniert) besaß, wurde der Lloyd 300 auch gerne als „Leukoplastbomber“ bezeichnet. Er kostete knapp 3.300 DM und war bis zum Autojahr 1956 bereits 120.000 Mal verkauft worden. Übrigens: in Sachen Zulassungsstatistik machte in diesem Jahr das Unternehmen VW das Rennen – der zweite Platz ging an Opel und an dritter Stelle stand Borgward mit dem Lloyd 300. Ein weiterer Erfolgswagen war das Goggomobil: dies kostete knapp unter 3.000 Mark und war mit 13,6 bzw. 14,8 PS ausgestattet. Und das bedeutete, dass das viersitzige Goggomobil zwischen 70 und 85 km/h an Höchstgeschwindigkeiten aufweisen konnte. Einen „Geschwindigkeitsrausch“ blieb mit dem Zweizylinder-Wagen zwar aus, aber man war eben mobil. Und genau darauf kam es im Autojahr 1956 an! << Automobile 1955   |   Automobile 1957 >>