1685er Jahre Chronik
Geburtstage
 
1680 1681 1682 1683 1684 1685 1686 1687 1688 1689

Chronik 1685 - Thronwechsel in England, Hugenotten-Flucht in Frankreich

In England standen Veränderungen auf dem Thron an. Karl II. (1630-1685) war noch vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Bruder James einem Mord-Komplott entgangen, das die beiden bei den Pferderennen in Newmarket hätte treffen sollen. Ein Feuer verhinderte aber ihren Besuch in Newmarket. Nun war der König an einer Harnvergiftung erkrankt, war kurz vor seinem Tod zum katholischen Glauben übergetreten und hatte am Morgen des 6. Februar 1885 die Sterbesakramente erhalten. Wenig später war er tot. Da er keine legitimen Erben hatte, folgte ihm sein Bruder auf den Thron nach. Im April wurde er James II. von England und als James VII. auch König von Schottland. Er wurde in der Westminster Abbey gekrönt, dort, wo sein Bruder einige Zeit vordem beigesetzt worden war. Der neue König erhob George Jeffrey, 1. Baron Jeffreys zu seinem Lordkanzler. Doch der englische Hof kam noch nicht zur Ruhe, denn während James II. bereits die Regierungsgeschäfte in den Händen hatte, meldet James Scott, 1. Duke of Monmouth (1649-1685) Thronansprüche an. Er war der illegitime Sohn des verstorbenen Herrschers. Als Anführer der Monmouth-Rebellion legte er sich am 6. Juni 1685 mit königstreuen Truppen an, scheiterte in jener Schlacht und wurde gefangen genommen, als er vom Schlachtfeld flüchten wollte. Wenige Tage später wurde er hingerichtet. Auf dem Thron blieb alles, wie es war. In Frankreich kam es durch das „Edikt von Fontainebleau“ zur Aufhebung des „Toleranzedikts von Nantes“. König Ludwig XIV. (1638-1715) erklärte mit der neuen Verfügung den Katholizismus zur Staatsreligion. Als Konsequenz galt ein generelles Verbot des Protestantismus in Frankreich. Die französische Reformierte Kirche war davon schwer betroffen, weil das Verbot in aller Konsequenz durchgesetzt wurde. Den Hugenotten – so hießen die französischen Protestanten – sahen sich gezwungen, das Land zu verlassen und in Länder zu fliehen, in denen der Protestantismus nicht verboten war. Insbesondere kamen dafür die Niederlande, die Schweiz und Preußen in Frage. Ein Edikt ganz anderer Art gab dort der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620-1688) heraus, das zur Gründung der Berliner Börse führte, die als Aktiengesellschaft heute noch existiert. In Skandinavien brachte der Tod der Königin von Dänemark und Norwegen, Sophie-Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628-1685) endlich Freiheit für die Tochter des Dänenkönigs Christian IV. (1577-1648), Leonora Christina Ulfeldt (1621-1698), die seit 22 Jahren inhaftiert war. Ihr war die Beteiligung an politischen Intrigen ihres Mannes, Corfitz Ulfeldt (1606-1664), angelastet worden. Er galt als einer der schlimmsten Verräter der dänischen Geschichte. Als nun ihre ärgste Feindin gestorben war, veranlasste der Kanzler Frederick von Ahlfeldt ihre Freilassung. Auch in Wien hatte man eine Verordnung erlassen. Es war die erste Feuerlöschordnung mit Feuerknechten. Damit wurde die älteste Berufsfeuerwehr der Welt gegründet. Und ein unscheinbares Ereignis sei vermerkt, das sich im Laufe der Jahre zu einem gewaltigen musikalischen Ereignis ausweitete: Am 31. März war im thüringischen Eisenach ein Kind namens Johann Sebastian Bach geboren worden.
<< Das war 1684

Das war 1686 >>

Ereignisse & Schlagzeilen 1685