1684er Jahre Chronik
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Chronik 1684 - Saturn-Monde, Differentialrechnung, Tod eines Dramatikers und Seegfrörne

Im Zuge des Großen Türkenkrieges wurde durch die Vermittlung von Papst Innozenz XI. (1611-1689) die Heilige Liga zwischen dem Heiligen Römischen Reich, Polen-Litauen und Venedig als Kampfbund gegen die Osmanen gegründet. Noch waren die Türken absolut nicht geschlagen, auch wenn die Belagerung von Wien im Vorjahr für sie erfolglos gewesen war. Die daraufhin von den Kaiserlichen gestartete Großoffensive führte zur Rückeroberung Ungarns, in deren Folge die Stadt Ofen (heute Buda als ein Teil von Budapest) von den Osmanen befreit werden konnte. Ihr Entsatzheer, das vor der von den Toren der Stadt aufgetaucht war, hatte den Abbruch der kaiserlichen Belagerung zur Folge. Aber es tat sich nicht nur etwas auf dem Kriegsschauplatz. Im Herbst 1684 wurde erstmals in der Zeitschrift „acta eruditorum“ ein Werk von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) veröffentlicht, die Differentialrechnung. Leibniz war ein Universalgenie. Er galt bereits zu seinen Lebzeiten als DER universale Geist überhaupt. Er zählt zu den bedeutendsten Philosophen des ausgehenden 17. Jahrhunderts und war ein Vordenker der Aufklärung. Er war zu all dem auch Wissenschaftler, Mathematiker, Historiker, Politiker und er war Doktor des weltlichen und des Kirchenrechts. Im selben Jahr, in dem Leibniz seine Differentialrechnung veröffentlichte, gelang dem französischen Astronomen und Mathematiker italienischer Herkunft, Giovanni Domenico Cassini (1625-1712), eine große Entdeckung. Bei seinen astronomischen Beobachtungen wurde er zweier Monde des Planeten Saturn ansichtig: Tethys und Dione. Einige Jahre später machte er erneut von sich reden, als er die Cassinischen Gesetze formulierte. Für den bedeutenden Dramatiker der französischen Klassik, Pierre Corneille (1606-1684) wurde das Jahr 1684 zu dessen letzten Jahr. Am 1. Oktober starb er in Paris. Mit seinem gesamten Schaffen wird Corneille im europäischen Maßstab dem Zeitalter des Barock zugeordnet. Die Franzosen schätzen ihn neben Molière (1622-1673) und Jean Racine (1639-1699) als einen der Großen des klassischen Theaters, hatte doch Corneille mit „Le Cid“ für großes Aufsehen auf den französischen Bühnen gesorgt. Das Jahresende 1684 wurde kalt, so kalt, dass es in den Aufzeichnungen Erwähnung fand. Europa fror und der Bodensee war komplett zugefroren. Das Ereignis ist als Seegfrörne in die Geschichte, nicht nur die der Meteorologie, eingegangen.
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