1686er Jahre Chronik
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Chronik 1686 - Augsburger Allianz und Handel in Thailand

Die Eroberungspolitik des Sonnenkönigs, Ludwig XIV. (1638-1715) zwang die Regierenden in anderen Regionen nicht nur zur Vorsicht, sondern auch zu entsprechenden Maßnahmen. So schloss beispielsweise im Frühjahr des Jahres 1686 Kaiser Leopold I. (1640-1705) mit dem brandenburgischen Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) einen Beistandspakt – die Augsburger Allianz. Die richtete sich als defensives Reichsbündnis gegen die Expansionsabsichten des Franzosenkönigs. Die Politik Kaiser Leopolds I., der bereits seit 1658 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches regierte, stand während seiner ganzen Regierungszeit im Zeichen der Abwehr gegen die absolutistische Politik Frankreichs. Aber im Jahr 1686 kam es seitens des französischen Königs zu keiner erneuten Eroberung. In diesem Jahr waren es vor allem die Handelsbeziehungen, die er erweiterte. Zu diesem Zweck empfing er eine Gesandtschaft von Narai, dem König von Ayutthaya, einem thailändischen Königreich. Dessen Grenzen entsprachen fast denen des heutigen Thailand. In Europa wurde das Königreich später als Siam bekannt. Ayutthaya trieb Handel mit vielen Nationen und Frankreich durfte nun seine Handelsniederlassungen vor den Toren der Stadt eröffnen. Der Hof von Narai pflegte seit längerer Zeit Kontakte zum französischen Hof. Die Diplomaten aus Frankreich waren von der Stadt begeistert. Sie schwärmten, es sei so schön wie in Paris. Eine gute Nachricht war auch das Ende des Russisch-Polnischen Krieges, der 1654 begonnen hatte und nun endlich in einem Waffenstillstand endete, um im nächsten Jahr endgültig vorbei zu sein. In jenem Jahr 1686 kam es wenigstens zum formalen Ende. Der Große Türkenkrieg tobte allerdings noch immer. Aber in Wien zog man nach der erfolglosen Türkenbelagerung die Konsequenzen. Jedenfalls erst einmal eine Konsequenz. Der seit 1519 auf dem Stephansdom angebrachte Stern und der Halbmond, wurden entfernt und stattdessen Kreuz und Adler aufgebracht, die die weltliche und geistliche Macht repräsentierten. Übrigens, das älteste heute noch existierende Kaffeehaus, stand nicht in Wien, sondern in Paris. Dort hatte ein italienischer Edelmann in der Rue des Fossés Saint-Germain das „Café Procope“ eröffnet. Eine Naturkatastrophe war aus der Karibik zu vernehmen. Auf eine der Westindischen Inseln, Hispaniola, die zur Inselgruppe der Großen Antillen gehört, hatte König Ludwig XIV. bereits zu Beginn der 1660er Jahre einen Gouverneur entsandt und im westlichen Teil der Insel eine französische Kolonie gegründet. Diese Kolonie war in jenem Jahr 1686 von den Spaniern zerstört worden. Was die noch übriggelassen hatten, vernichtete eine Naturkatastrophe. Ein schweres Erdbeben machte die gesamte Insel zunichte. Das Jahr 1686 war das letzte Lebensjahr des deutschen Politikers, Juristen, Physikers und Erfinders Otto von Guericke (1602-1686), der in seinem – für die damaligen Erwartungen – langes Leben gehabt hatte und dessen Name heute noch Bewunderung auslöst. Seine Experimente zum Luftdruck mit den Magdeburger Halbkugeln ist von seinem Gesamtschaffen sicher das bekannteste Werk. Der gebürtige Magdeburger starb am 21. Mai 1686 in Hamburg. Schon zu seinen Lebzeiten, 1642, war seine Büste in der Regensburger Walhalla aufgestellt worden. Und die Stadt Magdeburg steht heute noch im Zeichen ihres großen Sohnes.
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